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Fanfiction

What if Love... - Kapitel 1

von Zelda-Angel

Am Gleis 9¾ wartete Leandra ungeduldig auf ihre Freundinnen Gaya Selwyn und Megan Hill. Ihr langes, kastanienbraunes Haar hatte einen leichten Rotstich, der jetzt, wo die Sonne darauf fiel, sehr hübsch zur Geltung kam. Ihre Eltern verabschiedeten sich ein paar Meter weiter von Leandras kleiner Schwester Lovisa, die dieses Jahr in die zweite Klasse kam. Im Gegensatz zu Leandra, die eine Gryffindor war, hatte der Sprechende Hut Lovisa nach Ravenclaw gesteckt.
Da sah Leandra die blonden Haare ihrer Freundin Megan aus der Menge leuchten.
„Was hast du da am Umhang?“, rief Megan, als sie näher kam.
Leandra grinste: „Vertrauensschülerin!“
„Hey, Glückwunsch! Das heißt, du kannst jetzt nachts durch die Gänge laufen und wenn jemand fragt, sagst du einfach, du wärst auf Kontrollgang.“
„Dass du das machen würdest, ist mir klar“, antwortete Leandra grinsend.
„Wo steckt Gaya so lange?“
„Wahrscheinlich hat sie wieder die Hälfte vergessen“, meinte Megan.
„Ah, da hinten ist sie!“
Leandra winkte und Gaya kam mit wehenden braunen Haaren angehastet.
„Hallo, ihr beiden!“
Sie umarmte Megan und Leandra. Als sie ihre Gryffindorfreundin sie losließ, entdeckte Gaya das Abzeichen auf ihrem Umhang.
„Vertrauensschülerin?! Wow! Toll! Obwohl, eigentlich hätten wir es uns ja denken können, was, Megan?“
„Ja, stimmt. So eine brave Schülerin wie du ist wie geschaffen für diesen Job.“
„Lasst uns einsteigen.“
Leandra, Gaya und Megan brachten ihre Sachen in ein leeres Abteil. „Tja, ich muss jetzt vor ins Vertrauensschülerabteil, aber ich denke, das dauert nicht lange. Bis später.“

Auf dem Weg zum vordersten Waggon überlegte Leandra, wer wohl der andere Vertrauensschüler von Gryffindor war. Einen konnte sie jetzt mit Bestimmtheit sagen: Wenn Tom Riddle nicht Vertrauensschüler bei den Slytherins geworden war, würde sie einen Besen fressen.
Leandra musste keinen Besen fressen, denn als sie ins Abteil kam, saß Tom Riddle bereits am Fenster. Von den anderen fehlte noch jede Spur.
„Hallo“, begrüßte Leandra ihn freundlich und setzte sich ihm gegenüber auf den anderen Fensterplatz. Tom nickte ihr zu und sah dann weiter aus dem Fenster. Leandra tat es ihm gleich, obwohl ihr dieses Schweigen unangenehm war. Aber sie kannte Tom eigentlich gar nicht und wusste nicht, über was sie mit ihm reden sollte. Doch, plötzlich fiel ihr etwas ein.
„Wer, glaubst du, sind die neuen Schulsprecher?“
„Clay Baron von Ravenclaw und Victoria Podmore von Gryffindor“, antwortete er fast gelangweilt.
„Du klingst, als wüsstest du das schon eine Weile“, stellte Leandra fest. Ein kleines, selbstgefälliges Lächeln bildete sich auf Toms Lippen.
„Ich habe meine Quellen.“
„Tja, da kann ich wohl nicht mithalten. Ich hab nur eine Quelle in dem Fels hinter meinem Haus.“
Tom sah sie einen Moment irritiert an, als überlegte er, ob sie ihn auf den Arm nehmen wollte. Dann aber ging die Abteiltür auf und ein paar Schüler kamen herein: Ida Flint, Slytherin, Griselda McMillan und Frank Edgecombe, beide Ravenclaw, Ferdinand Abbott und Belinda Banges, beide Hufflepuff, und Adrian Lynch, Gryffindor. Alle trugen ihre neuen Vertrauensschüler-Abzeichen.
Adrian setzte sich zu Leandra.
„Hallo Leandra, hab mir schon gedacht, dass du es wirst. Wie waren deine Ferien?“
„Hi Adrian. Schön. Wir haben meine Tante in Malaysia besucht, das war total spannend, die Zauberer dort sind wirklich faszinierend.“
Aus dem Augenwinkel sah Leandra, dass Tom scheinbar weiter aus dem Fenster blickte, aber sie war sich sicher, dass er genau zuhörte.
„Die sind absolute Tränkemeister, so was hab ich noch nie gesehen. Die schmeißen einfach alles rein, weißt du, nicht so wie bei uns, wo man alles genau abmessen muss, dann dreimal gegen und dreimal mit der Uhr rühren und so. Keine Ahnung, wie die das schaffen, dass ihnen die Kessel nicht um die Ohren fliegen. Und im Duellieren sind die spitze, die haben sogar eine Duellier-Liga, wie es bei uns die Quidditch-Liga gibt. Wir haben uns so ein Duell angeschaut, da kann sich Professor Merrythought noch was abgucken. Ich wette, sogar Dumbledore könnte da noch was lernen.“
„Jetzt bist du aber mutig“, meinte Adrian lachend. „Dumbledore ist der größte Zauberer der Welt, der weiß doch alles.“
„Er hat selbst mal gesagt, dass man immer noch was dazu lernen kann.“
„Hast du auch wieder recht.“
Wieder ging die Abteiltür auf und die neuen Schulsprecher kamen herein. Es waren, wie Tom gesagt hatte, Clay Baron und Victoria Podmore.
Die beiden erklärten den Neuen ihre Aufgaben, mahnten sie dazu, ihr Amt nicht zu missbrauchen und für die anderen Schüler ein offenes Ohr zu haben.

Eine Stunde später saß Leandra wieder mit ihren Freundinnen Gaya und Megan zusammen. Sie hatten sich viel zu erzählen, denn alle waren in den Ferien weg gewesen. Leandra war gerade dabei, begeistert von ihrem Besuch bei ihrer Tante in Malaysia zu erzählen, als sie aus dem Augenwinkel sah, wie Tom Riddle mit seinem Gefolge namens Malfoy, Black und Lestrange an ihrem Abteil vorbei ging. Sie stockte, denn sofort kam ihr die Vision von letzter Nacht wieder in den Sinn.
Gaya und Megan folgten ihrem Blick.
„Ich glaub, der ist über die Ferien noch hübscher geworden“, flüsterte Megan.
„Falls das überhaupt möglich ist“, stimmte Gaya zu.
„Aber mal abgesehen davon ist er in Widerling“, fand Megan.
„Du nennst jeden so, der nichts von dir will“, antwortete Leandra grinsend.
„Ja, aber bei Riddle ist es anders. Er wirkt immer so kalt, verstehst du?“
„Doch, ich weiß, was du meinst. Aber wie siehts denn jetzt aus mit dir und Adrian? Läuft da was?“
„Naja, wir haben uns in den Ferien geschrieben, aber heute hab ich ihn noch nicht gesehen.“
„Spätestens beim Essen wirst du ihm über den Weg laufen.“
„Hey Gaya, du bist so still, was ist los?“
„Nichts. Ich hör euch bloß zu.“
Gaya war die Stillste der drei. Sie wirkte meist etwas verschlossen und in sich gekehrt, aber wenn sie mit Megan und Leandra zusammen war, konnte sie auch mal aus sich herausgehen.
„Jemand Lust auf Zauberschnippschnapp?“, fragte Megan und die drei waren fortan beschäftigt.

Beim Abendessen in der Großen Halle zog Megan ihre Freundinnen den Gryffindor-Tisch entlang, bis sie genau Adrian gegenüber saß. Die beiden begannen auch sofort zu reden, während Leandra und Gaya ihre Blicke durch die Große Halle schweifen ließen. Leandras Blick blieb kurz an Tom Riddle hängen, der ebenfalls durch die Halle blickte. „Schön wieder hier zu sein, was?“, fragte Gaya glücklich. „Ja.“
Die neuen Erstklässler wurden von Dumbledore, der stellvertretender Schulleiter war, in die Große Halle geführt. Der Sprechende Hut sang sein Lied, dann wurden die Schüler auf die Häuser verteilt. Dann gab es endlich Essen. Alle hauten ordentlich rein. Leandra beobachtete lächelnd die Erstklässler, besonders die Muggelkinder, die anscheinend noch gar nicht fassen konnten, in was für eine wundervolle Welt sie heute eingetreten waren.
Nach dem Essen mussten Leandra und Adrian den Erstklässlern den Weg zum Gryffindorturm zeigen.
„Hey, ihr Zwerge!“
„Adrian!“ Leandra stieß ihm den Ellenbogen in die Seite.
„Erstklässler!“, rief sie dann und die Kleinen versammelten sich vor ihr. „Ich bin Leandra Fawcett und das ist Adrian Lynch. Wir sind die Vertrauensschüler von Gryffindor. Wenn ihr Fragen oder Probleme habt, könnt ihr jederzeit zu uns kommen. So, und jetzt zeigen wir euch den Weg zum Gemeinschaftsraum. Seht euch auf dem Weg gut um, damit euch nichts entgeht“, sagte sie lächelnd und die Kleinen folgten ihr und Adrian aus der Großen Halle.

Am nächsten Morgen verteilte Dumbledore, Hauslehrer von Gryffindor, die Stundenpläne.
„Was für ein Tag ist heute?“, murmelte Megan verschlafen.
„Dienstag.“
„Uäh, toll, gleich ne Doppelstunde Zaubertränke. Bah!“ Zaubertränke war Megans schwächstes Fach. Außerdem mochte sie Slughorn nicht, weil der immer seine Lieblinge hatte und andere links liegen ließ.
„Na komm, danach haben wir Doppelstunde Verwandlung, das wird sicher lustig“, versuchte Leandra sie aufzumuntern.
Dumbledore war der Lieblingslehrer der meisten Schüler; er wurde regelrecht vergöttert.
„Ja, du hast recht.“
Die drei verquasselten sich beim Frühstück und mussten sich beeilen, um rechtzeitig zu Zaubertränke zu kommen, das zu damaligen Zeiten nicht im Kerker, sondern in einem Klassenzimmer im zweiten Stock stattfand. Sie kamen als letzte an und es gab nur noch ein freies Pult – für zwei Leute. Sie sahen sich um. Der ansonsten einzige freie Platz im ganzen Raum war am Tisch von Tom Riddle.
„Ich setz mich nicht zu dem!“, zischte Megan und marschierte auf das freie Pult zu. Leandra und Gaya sahen sich an.
Leandra seufzte. „Okay, okay, ich setz mich neben Riddle.“
Sie marschierte vor in die erste Reihe, wo Tom saß, und ließ ihre Tasche zu Boden fallen.
„Morgen“, sagte sie und begann, ihre Sachen aus der Tasche zu kramen. Tom hob eine Braue.
„Was ist?“, fragte Leandra schnippisch.
„Nichts.“
Leandra verdrehte die Augen und wandte sich wieder ihrer Tasche zu. Womit hatte sie das nur verdient? Die ganzen letzten Jahre war sie immer mit Megan und Gaya zusammen gesessen, und jetzt ausgerechnet Riddle. Er war ihr nicht geheuer. Er konnte sehr freundlich und charmant sein, wenn er wollte, das wusste sie, aber seine Augen waren immer so kalt, was ihr etwas Angst machte. Und die Vision von vorletzter Nacht hatte ihr nicht gerade Mut gemacht.
Zum Glück kam dann Sluggy, wie ihn alle heimlich nannten, und begann mit dem Unterricht. Heute stand der Trunk des Friedens auf dem Plan. Der Trank war ziemlich schwierig und kompliziert. Leandra überprüfte jede Zutat und jede Buchzeile dreimal, bevor sie weitermachte. Tom dagegen braute mit Leichtigkeit seinen Trank, sodass Leandra irgendwann inne hielt und ihm zusah. Tom schien das zuerst gar nicht zu bemerken, aber irgendwann blickte er plötzlich auf.
„Ist was?“
„Nein, eigentlich nicht. Aber wie zum Teufel machst du das?“
„Ich lese und befolge, was da steht.“
Leandra verdrehte die Augen. „Sehr witzig. Ich meine... du wirfst das Zeug einfach da rein...“
„Tja, vielleicht habe ich ja malaysische Wurzeln“, konterte Tom.
„Kannst du eigentlich auch normale Antworten geben?“, fragte Leandra genervt.
„Hör mal, es ist nicht meine Schuld, wenn du dir alles zehnmal durchlesen musst. Übrigens solltest du deinen Trank nicht aus den Augen lassen.“
Leandra drehte sich um. „Verdammt!“
Ihr Trank blubberte wie kochendes Wasser und bekam gerade eine komische bräunliche Farbe. Hastig las Leandra nach, was zu tun war und bekam gerade noch die Kurve. „Mann“, schnaubte sie vor sich hin und atmete hörbar aus. Tom grinste sie schadenfroh an.
„Kannst du dieses dämliche Grinsen mal lassen?“, motzte Leandra ihn an, worauf sein Grinsen nur noch breiter wurde.
„Kann eben nicht jeder so ein Genie sein wie ich.“
Leandra schnaubte und schob ihren Kessel und ihren Stuhl soweit wie möglich von Tom weg. Was bildete der sich eigentlich ein? Zum Glück kam dann Sluggy und begutachtete ihren Trank. Über ihrem Kessel hatte sich, wie im Buch beschrieben, leichter silberner Dampf gebildet.
„Sehr gut, Miss Fawcett, 10 Punkte für Gryffindor.“ Leandra grinste, obwohl sie wusste, was gleich kommen würde, denn Slughorn betrachtete jetzt Toms Gebräu, das genauso aussah wie ihres, aber: „Fabelhaft, Mr. Riddle, 20 Punkte für Slytherin!“
Leandra warf einen Blick zu Megan und Gaya, die Slughorn empört ansahen.

Wenige Minuten später war die Stunde zu Ende und Leandra packte hastig ihre Sachen zusammen.
„Du solltest lernen, Kritik zu akzeptieren“, raunte Tom ihr zu. Leandra war kurz davor, ihm mit ihrem Zaubertrankbuch eins überzuziehen.
„Welche Kritik denn? Hat Sluggy gesagt, dass mein Trank scheiße ist oder was?“
„Ts, ts, also Leandra, so was sagt ein Mädchen aber nicht.“
„Mir doch egal!“
„Na dann pass aber auf, dass Professor Merrythought das nicht mitkriegt.“
„Jaja.“
Die alte Professor Merrythought, Lehrerin für Verteidigung gegen die Dunklen Künste, legte viel Wert auf Höflichkeit und Umgang.
„Wir sehen uns dann später in Arithmantik, nehme ich an?“, meinte Tom.
„Ja“, knurrte Leandra und starrte Tom wütend nach.

Verwandlung war lustig wie immer und die ganze Klasse hatte einen Heidenspaß. Dank Dumbledores Geduld gab es eigentlich auch niemanden in der Klasse, der wirklich schlecht in Verwandlung war.
Danach war Mittagspause.
„Worüber hast du eigentlich mit Riddle gesprochen?“, fragte Gaya, während sie sich Eintopf auf den Teller schöpfte.
„Er hat mich die ganze Zeit genervt und sich über mich lustig gemacht. Eingebildeter Blödmann.“
Megan begann zu lachen.
„Haha, wirklich witzig.“
„Na das heißt doch wenigstens, dass Riddle doch noch ein kleines bisschen normal bist. Wir machen uns doch auch ab und zu über dich lustig.“
„Das ist doch was anderes.“
„Nein, eigentlich nicht“, meinte Gaya.
„Na ihr seid mir ja tolle Freundinnen.“
Die beiden lachten. Gaya strich sich eine braune Haarsträhne hinters Ohr.
„Du siehst ihn doch gleich wieder in Arithmantik, oder?“
„Ja, und?“
„Du könntest es ihm ja heimzahlen“, schlug Megan vor.
„Das ist doch Kinderkram.“
„Wenn du meinst.“

Leandra war eine der ersten im Arithmantik-Klassenzimmer und setzte sich an einen Tisch in der zweiten Reihe am Fenster. Megan hatte Wahrsagen und Gaya Muggelkunde. Kurz darauf setzte sich jemand neben Leandra. Sie drehte sich um.
„Du schon wieder?“
„Nette Begrüßung“, meinte Tom grinsend.
Leandra verdrehte die Augen. „Oh, hallo, Tom, wir haben uns ja ewig nicht gesehen! Wie geht’s dir, oh es ist toll, dich zu sehen! Besser?“
„Ja, daran könnte ich mich gewöhnen, wenn du es noch ohne diese übertriebene Freundlichkeit sagst.“
„Träum weiter.“
„Wieso bist du denn so bissig? Hab ich dir was getan?“
Leandra dachte kurz an die Vision. Nein, eigentlich hatte er nichts getan. Sie wusste ja nicht mal, ob er das tun würde, was er in der Vision getan hatte.
„Nein.“
Professor Vektor, die neue Lehrerin für Arithmantik, kam rein und fing mit dem Unterricht an. Sie erklärte ungefähr eine Viertelstunde lang das neue Thema, dann durften die Schüler Fragen stellen und schließlich mussten sie an ihrer Aufgabe arbeiten.
Leandra hatte eigentlich gedacht, alles verstanden zu haben, aber mitten in der Aufgabe stockte sie plötzlich und sah irritiert auf ihre Zahlen. Das konnte doch nicht stimmen. Sie linste auf Toms Blatt und riss die Augen auf, als sie sah, dass er schon fertig war.
„Probleme?“, flüsterte er.
„Äh, nein, nein.“
„Sieht aber so aus“, meinte Tom mit Blick auf ihr Blatt. Leandra seufzte. „Ich glaub, ich hab vorhin irgendwas falsch verstanden.“
Tom zog ihr Pergament ein Stück zu sich und musterte es prüfend.
„Schau mal, hier hast du den Fehler gemacht.“
Tom erklärte ihr, was sie falsch gemacht hatte und wie es richtig ging. „Jetzt versuch’s nochmal.“
Leandra rechnete nochmal und auf einmal kam ihr das alles total logisch vor. „Fertig.“
Sie schob Tom das Blatt rüber. „Geht doch“, meinte er zufrieden.
Leandra fragte sich, warum er so freundlich und zuvorkommend zu ihr war. Schließlich hatten sie früher nie etwas miteinander zu tun gehabt. Sein Verhalten passte gar nicht zu dieser fürchterlichen Vision, die sie gehabt hatte.
Leandra war froh, als die Stunde zu Ende war. Jetzt standen noch Zauberkunst und Verteidigung gegen die Dunklen Künste auf dem Stundenplan. Zwar war Tom dort auch dabei, aber in Verteidigung waren ja Gaya und Megan wieder da und Leandra war froh darüber.
Am Abend war sie völlig fertig und ging früh schlafen.

Die nächsten Tage oder genauer gesagt, die Stunden, in denen sie jetzt immer neben Tom saß, zehrten an ihren Nerven. Neben Zaubertränke und Arithmantik kam auch noch Alte Runen dazu. Am Freitagabend war so völlig platt.
„Was ist denn los mit dir?“, fragte Gaya, als Leandra schon um halb neun verkündete, sie werde jetzt ins Bett gehen.
„Oben“, sagte Leandra und Gaya und Megan folgten ihr in den Schlafsaal. Sie setzten sich alle auf Leandras Bett und zogen die Vorhänge zu.
„Wie gut kennt ihr Riddle?“, fragte Leandra.
„Naja... eigentlich gar nicht“, meinte Gaya.
„Das einzige, was ich über ihn sagen kann, dass er immer freundlich tut, aber ich weiß nicht, ob er das wirklich so meint.“
„Er war die ganze Woche so verdammt freundlich, höflich und zuvorkommend zu mir, ich war damit total überfordert. Ich meine, als ich am Montag ins Vertrauensschülerabteil kam im Zug, da hat er nicht mal Hallo gesagt, sondern nur genickt. Seine Antworten waren kurz und knapp und dann am Tag drauf im Unterricht war er wie ausgewechselt. Ich meine, was soll das?“
„Keine Ahnung.“
„Vielleicht steht er auf dich“, meinte Megan.
„Nein, das glaub ich nicht. Er kennt mich doch gar nicht.“
„Das glaub ich auch nicht“, sagte Gaya.
„Tja, Süße, dann würde ich sagen, mach das Beste draus, wenn du ihn jetzt jeden Tag ertragen musst“, meinte Megan.
„Seh ich auch so“, stimmte Gaya zu. „Vielleicht steckt da ja überhaupt nichts dahinter.“
„Ja, wahrscheinlich habt ihr recht.“

Am Samstag waren die Auswahlspiele für die Quidditchmannschaften. Leandra hatte es wie letztes Jahr wieder als Jägerin ins Team geschafft. Captain war Bilius Weasley, ein stämmiger rothaariger Sechstklässer, der zusammen mit Robert Rooney Treiber spielte. Sucher war Adrian Lynch. Hüter war Cole Lovejoy und die anderen beiden Jäger waren Emily McDonald und Romulus Potter.

Die nächsten drei Wochen verliefen ruhig, aber alle spürten, dass dieses Jahr das ZAG-Jahr war. Sie brachen unter dem Berg von Hausaufgaben jetzt schon zusammen. Leandra und Tom zofften sich in den Stunden, in denen sie nebeneinander saßen, mehr, als dass sie redeten, wenn auch meist über Kleinigkeiten. Er ging Leandra inzwischen höllisch auf die Nerven.
Jeden letzten Freitag im Monat fand ein Vertrauensschülertreffen in den dortigen Räumlichkeiten statt. Leandra und Adrian gingen zusammen mit den älteren Gryffindors hin. Die Räumlichkeiten lagen im ersten Stock. Die Ravenclaws waren schon da, kurz darauf kamen die Hufflepuffs und Slytherins hintereinander herein. In dem Treffen ging es meistens um organisatorischen Kram wie die Spieltage fürs Quidditch oder die Hogsmeade-Wochenenden. Es wurde nach besonderen Vorkommnissen gefragt oder ob Schüler in den einzelnen Häusern Probleme hatten. Die Besprechung ging ungefähr eine Stunde, dann brachen alle wieder auf.

Aus irgendeinem Grund hatte Leandra plötzlich das Gefühl, Tom Riddle folgen zu müssen. Sie zögerte und blieb im Flur stehen. Tom versuchte gerade, Ida Flint loszuwerden, was ihm relativ schnell gelang.
„Leandra?“ Adrian sah sie fragend an.
„Ähm, ich hab meine Feder liegen lassen. Geh du doch schon mal vor, ich komme gleich nach, ja?“
„Na gut.“
Adrian ging Richtung Treppe davon und Leandra sah gerade noch Toms Umhang um die Ecke wischen. Leandra folgte ihm leise. Wo ging er wohl hin? Jedenfalls nicht in den Gemeinschaftsraum, denn der lag in den Kerkern, das wusste sie. An der Ecke blieb sie stehen und linste vorsichtig. Tom war ein ganzes Stück vor ihr und ging ziemlich schnell weiter. Leandra folgte ihm an der Wand entlang und auf Zehenspitzen. Plötzlich blieb Tom stehen und Leandra versteckte sich schnell hinter einem der dicken Strebebögen. Vorsichtig lugte sie hervor und sah, wie Tom in das Mädchenklo ging.
„Was zum Teufel will der im Mädchenklo?“, murmelte sie vor sich hin. Ihr war klar, dass sie hier nicht weiter kam. Wenn sie jetzt versuchte, durch die Tür zu linsen, würde er sie garantiert erwischen. Also kehrte sie um und machte sich auf den Rückweg.
Im Bett grübelte sie lange nach. Was hatte das zu bedeuten? Was für ein Geheimnis hatte Tom Riddle?


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