
von Nathania
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Hey, hab jetzt gerade leider keine Zeit auf eure Kommis des letzten Kapitels zu antworten, deshalb sag ich nur: Vielen vielen dank an alle die ein Kommi hinterlassen haben ;-)
LG
Nathania
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Kapitel 10
Lily
„Jane… bist du es?“
Der schwarze Wolf, der nur ein paar Meter von mir entfernt auf dem Waldboden saĂź, drehte seinen Kopf zu mir und sah mich aus ein paar strahlend azurblauen Augen an. Jetzt war ich mir endgĂĽltig sicher, dass es Jane war.
Es waren ihre Augen.
Der Wolf legte den Kopf schief und wich ein wenig vor mir zurĂĽck.
„Jane, ich weiß, dass du es bist…also…“, meinte ich „…also ver-… verwandele dich jetzt zurück, damit wir darüber reden können.“
Sie schien einen Moment darüber nach zu denken, doch dann stand vor mir plötzlich, statt des schwarzen Wolfes, Jane. Es ging blitzschnell und obwohl ich gewusst hatte, dass sie es war, hatte mich dieser Anblick doch ein wenig überrumpelt.
Jane schüttelte fassungslos den Kopf „Woher?“
„Woher was?“, fragte ich irritiert.
„Woher wusstest du davon?“
„Du meinst davon, dass du ein Animagus bist?“, erwiderte ich schlicht.
Die Schwarzhaarige schüttelte erneut den Kopf „Lily, ich bin kein Animagus.“
Ich schnaubte „Du kannst es nicht abstreiten. Ich hab es doch grade selbst gesehen!“
Jane machte eine beschwichtigende Geste „Ja, und das was du eben gesehen hast will ich auch gar nicht abstreiten. Ich kann mich in einen Wolf verwandeln, aber ich bin kein Animagus“
„Was bist du denn dann?“, fragte ich.
Ich war mir eigentlich sicher, dass sie ein Animagus war, denn das ist die einzige Möglichkeit sich einfach so in ein Tier verwandeln zu können.
„Ich weiß es nicht.“, beantwortete Jane meine Frage.
„Du weißt es nicht? Wie das denn?“ Sie musste doch wissen was sie war.
„Lily, ich…“, fing Jane an “Ich werde dir alles erzählen, okay? Nur versprich mir bitte, dass du es niemandem erzählst. Nicht mal Selene oder Alice. Niemand sollte davon wissen.“
Ich nickte „Okay. Ich verspreche es.“
Und dann… dann erzählte sie mir wirklich alles.
Angefangen bei der Begegnung mit dem `Dämon´, bis hin zum heutigem Tag.
Einfach alles.
Während sie erzähle merkte ich, wie ihr regelrecht eine große Last von den Schultern zu fallen schien. Es schien ihr gut zu tun über all das mit mir zu reden.
Als sie mit ihrer Erzählung geendet hatte, brauchte ich erstmal ein paar Momente, um meine Stimme wieder zu finden.
„Du… du hast wirklich Rebeccas Verschwinden gesehen?“, fragte ich schließlich ruhig.
Jane nickt „Ja, ich denke schon.“
„Okay.“, erwiderte ich nur.
Die Schwarzhaarige sah mich plötzlich etwas unsicher an „Lily, sag mal… hältst du mich jetzt für Durchgeknallt.“
„Nein. Ich glaub dir.“, meinte ich mit einem leichtem Lächeln im Gesicht „Es ist eben nur ein bisschen viel auf ein mal. Ich denke, ich muss das erstmal alles verarbeiten.“
„Gut.“, sagte Jane sichtlich erleichtert „Und jetzt würde ich gern wissen woher du wusstest, dass ich das vorhin war.“
„Okay. Also irgendwie war es für mich recht offensichtlich, dass mit dir irgendwas nicht ganz gestimmt hat und als ich dir dann vorhin nachgelaufen war und hier dann diesen Wolf vorgefunden hatte, war es klar.“, erklärte ich ihr.
„Es war offensichtlich?“, fragte Jane.
„Ja, also… irgendwie schon.“, meinte ich in einem entschuldigendem Tonfall „ Na, ja, es war schon recht auffällig, dass du immer diese Bücher über Gestaltwandlungen gelesen hast… und in letzter Zeit sahst du immer so verwirrt aus… und manchmal hast du dich echt komisch verhalten. Ich hab irgendwie gespürt, dass da was nicht stimmte.“
Jane schaute mich bedrückt an „Glaubst du, dass du die einzige bist die irgendwas geahnt hat, oder war es so offensichtlich das andere auch etwas mit bekommen haben?“
Ich überlegte einen Augenblick „Ich bin mir nicht ganz sicher… ich glaub nicht, dass noch irgendwer grosartig was mitbekommen hat. Na, ja… außer, nach dem was du erzählt hast, Remus.“ Als ich seinen Namen aussprach fing ich an breit zu grinsen „ Und du hast also wirklich angst vor Remus Lupin?“
„Hey Lils, das ist nicht witzig!“, verteidigte sich Jane „ Und außerdem ist es nicht nur er, sondern auch das vergammelte Haus.“
Ich lachte „Vielleicht solltest du wirklich mal deinen Selbsterhaltungstrieb untersuchen lassen… ich meine, wer hat den bitte schon vor einem vergammelten Haus angst? Und Remus ist nun auch nicht wirklich die Art Junge, die ich als gefährlich einstufen würde. Aber ich hab es ja vorhin in den drei Besen selbst gesehen, dass du richtig dagegen angekämpft hast, nicht gleich schreiend weg zu rennen.“
„Ja… irgendwas stimmt da wirklich nicht… nichts stimmt im Moment mehr.“, meinte Jane ernst.
Jetzt wurde auch ich wieder ernst „Was hast du jetzt vor?“
Sie seufzte „Ich weiß es wirklich nicht… erstmal Remus irgendwie abwimmeln, denn ich glaube er ahnt was und es dürfen einfach nicht noch mehr Menschen davon erfahren, und dann irgendwie herausfinden was das ganze soll… das mit Rebecca, meinen Träumen, meinem kaputtem Selbsterhaltungstrieb und was ich überhaupt bin.“
Ich nickte „Du kannst auf meine Hilfe zählen. Versprochen.“
„Danke, Lily.“, sagte Jane leise und schien mir dafür wirklich aufrichtig dankbar zu sein. „Ich glaube wir sollten mal wieder zurück gehen. Wir haben Sel ganz allein gelassen.“
„Ach, mach dir da mal keine Sorgen.“, beruhigte ich sie „ Sel wird schon irgendwen gefunden haben, dem sie noch was über Hogsmeade erzählen kann.“
Sie lachte „Ja, bestimmt. Und zum Glück bin ich nicht dieser jemand.“
„Und was willst du tun wenn wir wieder zurück gehen? Ich meine, dass Remus bestimmt noch da sein wird und du hast vorhin einen tollen Auftritt hingelegt. “, erinnerte ich sie und fing dann an zu lachen „Du hättest Blacks Gesicht sehen sollen, als du ihn erst angeschrien und dann stehen gelassen hast!“
„Ja, sein Gesicht hätte ich gern gesehen. War bestimmt Oscar reif…“, grinste Jane „Und was ich machen werde… keine Ahnung. Meinst du völlig ignorieren und so tun als wäre überhaupt nichts passiert reicht?“
Ich zuckte mit den Schultern „Einen Versuch ist es wert. Und falls es nicht klappen sollte, werde ich irgendein Ablenkungsmanöver starten.“
Fragend schaute mich die Schwarzhaarige an „Was für ein Ablenkungsmanöver denn?“
„Mir wird dann schön irgendwas einfallen… zur Not schmettere ich ihm halt den Titelsong der Teletubbies.“
Jane lachte „Oh, ja. Das würde ihn auf jeden fall erstmal ablenken.“
Ich fiel in ihr Lachen mit ein und gemeinsam machten wir uns dann wieder auf den Weg zu den drei Besen.
Als wir endlich ankamen und den Pub betraten hielt ich nach Selene Ausschau. Ich fand sie auch nach wenigen Sekunden, doch als ich sah bei wem sie saß, bekam ich einen kleinen Schock. Sel saß doch tatsächlich an einem Tisch mit den Rumtreibern. Allen Rumtreibern. Und so wies aussah, hatte sie sogar Spaß bei ihnen, denn sie lachte gerade über irgendwas.
Ich sah zu Jane, die neben mir stand „Lass uns einfach Sel schnappen und dann so schnell wie möglich abhauen.“
Jane stimmte mir zu und zusammen bewegten wir uns langsam auf den Tisch zu, an dem sie saĂźen.
„Ah, da seit ihr ja endlich!“, begrüßte uns Selene, als wir bei ihnen angekommen waren „Was war denn los?“
„Oh, mir ging es vorhin nicht so gut und ich hatte ein bisschen überreagiert. Entschuldigung.“, lächelte Jane in die Runde.
„Oh, okay.“, meinte Selene und Remus warf Jane einen zweifelnden Blick zu. Hoffentlich beließ er es dabei und stellte keine weiteren Fragen… ich hatte keine große Lust zu singen…
„Hallo Lily, setzt euch doch auch zu uns.“, meinte Potter grinsend. Oh nein, wie ich sein verdammtes Grinsen doch hasste. Ich wollte schon zu einer sarkastischen Antwort ansetzen, als Selene plötzlich sagte: „Ja, Lily, Jane, setzt euch doch zu uns. Es ist grad so lustig.“ Entsetzt schaute ich Selene an. Das war nicht ihr ernst, oder? Hatte sie von denen etwa eine Gehirnwäsche bekommen? Ich sah rüber zu Jane und bemerkte, dass auch ihr die Gesichtszüge entglitten wahren und sie Sel ebenfalls entrüstet ansah.
„Äh… Sel… ich glaub es wäre besser wenn-“, setzte ich an, würde dann aber von Selene unterbrochen:„ Ach, komm schon Lils. Setzt euch einfach.“
„Okay, aber nur wegen dir, Sel.“, meinte Jane auf einmal. „Komm Lily, setzen wir uns.“
Ich stimmte schließlich auch zu. Ich wollte Sel auf keinen fall mehr allein mit denen lassen… nachher machen sie dann noch irgendwelche Experimente mit ihr und machen sie zu einer von ihnen…
Zu meinem groĂźen bedauern, war nur noch ein Platz zwischen Potter und Remus oder zwischen Black und Peter frei.
Tja, das war dann wohl die Wahl zwischen Cholera und Pest…
Ich entschied mich fĂĽr die Pest und setzte mich zwischen Potter und Remus, da ich nicht wollte, dass Jane neben Remus sitzen musste und ich deshalb nachher doch noch sang.
Als ich auf den Platz neben Potter zu ging, entglitten ihm kurz seine Gesichtszüge, doch dann fasste er sich und setzte wieder sein ekelhaftes Grinsen auf „Ah Lily, siehst du, da sind wir ja jetzt doch endlich mal zusammen in Hogsmeade.“
„Das hier ist kein Date, Potter“, fauchte ich ihn leise an.
„Da hat Evans aber recht, Krone. Unter einem Date versteh ich aber etwas anderes.“, schaltete sich Black mit einem widerlichem, anzüglichem Grinsen ein und zwinkerte dann Jane zu, die nun mit viel Widerwillen neben ihm saß.
„Und was genau verstehst du darunter, Black?“, fragte Jane ihn leicht lächelnd „Mit einer Blondine Bakterien austauschen, die einen niedrigeren IQ hat, als ein Toastbrot?“
Black sah Jane irritiert an „Was denn für Bakterien?“
„Oh Gott, Black. Ich glaube dein IQ liegt auch nur knapp über das eines Toastbrotes“, warf ich ein „Weißt du nicht, dass sich im Mund eines Menschen weit mehr Bakterien befinden, als zum Beispiel im Maul eines Hundes?“
Black zuckte mit den Schultern „Ist bei mir doch dann egal.“
Ich sah wie Remus ihm einen warnenden Blick zu warf und Potter meinte plötzlich: „Ja, haha, weil du ja mein kleines Hündchen bist, ne Tatze?“ und fing an zu lachen. Wobei sein Lachen sich ein wenig verkrampft anhörte.
Okay, irgendwas war hier grade abgelaufen, was ich nicht verstanden habe… und, ich will ja nicht angeberisch oder so klingen, aber so was passierte mir eigentlich fast nie. Ich schaute kurz zu Selene und Jane und sah, dass es ihnen wohl ähnlich gehen musste wie mir.
„Äh, ja… wo waren wir vorhin stehen geblieben?“, wechselte Sel schnell das Thema.
„Wir hatten dir gerade von unseren meisterhaften Rumtreiber Streichen berichtet.“, verkündete Potter.
„Ah ja, stimmt.“, meinte die Blonde „Also, dann erzählt mal weiter.“
Und schon fingen sie an ĂĽber ihre dummen Streiche zu reden und lachen. Ich wusste nicht, was sie daran so lustig fanden, denn ihre Streiche waren einfach nur kindisch und meistens verletzten und demĂĽtigten die damit andere.
„Ja, und einmal haben wir Tyler Davis Haare pink gefärbt, weil er Wurmschwanz beleidigt hatte. Wisst ihr noch?“, berichtete Black grinsend.
„Ja genau!“, lachte Potter „Das war genial.“
Peter fiel in sein Lachen mit ein und auch Selene grinste. Anscheinend fand sie diese dummen Scherze plötzlich wirklich lustig.
Fassungslos schüttelte ich den Kopf „Sel, wie kannst du so einen Scheiß nur lustig finden?“
„Lily komm mal runter. Das ist doch nur Spaß.“, erwiderte Selene.
„Nur Spaß? Das sehe ich aber anders.“, meinte ich gereizt. Jetzt schüttelte Sel den Kopf „Ach Lily, sei doch nicht immer so spießig.“
Was hatte sie da gerade gesagt? Ich glaub ich hab mich verhört!
„Spießig?!“, fragte ich nach und meine Stimme rutschte dabei ein paar Oktaven höher. „Das hat nichts damit zu tun, dass ich angeblich spießig bin, sondern eher damit, dass diese Scherze demütigend und verletzend sind.“
„Lily, sei doch mal-“, setzte Potter an, doch ich unterbrach ihn barsch “Halt den Mund Potter! Es reicht mir langsam! Ich werde jetzt gehen.“ Und mit den Worten stand ich auf und schaute auffordernd zwischen Jane und Selene hin und her. Jane nickte und stand ebenfalls auf, doch Sel blieb einfach sitzen. Sie blieb sitzen und schüttelte langsam den Kopf.
Gut, wie sie will. Dann gehen wir halt ohne sie.
Ich schenkte dem gesamten Tisch, inklusive Selene und Remus, einen meiner besten bösen Blicke und verließ dann, mit Jane im Schlepptau, die drei Besen.
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