Abseits des Pfades - It all starts here (1)
von Miss-Snape
Der Schlafsaal wurde in ein warmes Orange gehüllt, die ersten Sonnenstrahlen brachen durch die Fensterscheiben hinein, bahnten sich ihren Weg durch den Raum, wo sie letztendlich eine Nase kitzelten. Die Sonne erhob sich aus dem Horizont, ein neuer Tag begann.
Langsam erwachte sie aus ihrem wohligen Schlaf und blinzelte gegen die aufgehende Sonne an.
Ihr Blick wanderte auf ihre Brust, die durch ein Buch belastet wurde – sie lächelte bei dem Gedanken, dass sie am Abend zuvor wohl beim Lesen eingenickt sein musste.
Das Buch beiseite legend erhob sie sich, griff nach ihrem Zauberstab, der aus Weinrebenholz und Drachenfaser bestand, und öffnete mit einem kleinen Schwung die Fenster im Schlafsaal.
Ein zarter, kühler Windhauch drang hinein und umspielte ihre Haare, so dass sie sie vorsichtig aus ihrem Gesicht strich.
Noch leicht schlaftrunken tastete sie sich den aufkommenden Sonnenstrahlen entgegen und ließ sich auf der Fensterbank nieder.
Ihr Blick huschte durch den Saal - die anderen schienen sich noch im Land der Träume zu wiegen, stellte sie zufrieden fest.
Sie stand fast jeden Morgen so früh auf, diese eine Stunde bevor die anderen aufstanden, war ihr tägliches Ritual.
Diese eine Stunde war nur für sie. Kein Stress, keine Hektik - denn diese beiden waren für den Rest des Tages ihre ständigen Begleiter, sie begleiteten sie sogar in den Schlaf, wie sie vorhin - mal wieder - durch das Buch auf ihrer Brust bemerken musste.
Wohlig seufzte sie und ließ ihre Augen über die Ländereien von Hogwarts schweifen.
So verharrte sie minutenlang bis ein kleiner schwarzer Punkt, der sich schnell in Richtung des Verbotenen Waldes bewegte, ihre Aufmerksamkeit erregte.
Stutzig verfolgte sie diesen Schatten, presste ihre Stirn gegen die kalte, mit Tau überzogene Fensterscheibe und verengte ihre Augen zu Schlitze, in der Hoffnung, diesem Schatten eine schärfere Kontur geben zu können.
Der schwarze Punkt formte sich mit Anstrengung in einen menschlichen Körper, jedoch konnte sie weder erkennen, ob es sich um einen Mann, Frau oder Jugendlichen handelte.
Irgendjemand bewegte sich von Hogwarts weg, stellte sie mit Verwunderung fest, und fragte sich, um wen es sich dabei handeln könnte.
Erst hatte sie spontan an Hagrid gedacht, da dieser bestimmt auch um diese Uhrzeit auf den Ländereien unterwegs ist, doch diesen hätte sie wohl trotz der Sichtprobleme an seiner enormen Größe ausmachen können.
Plötzlich stoppte der Schatten am Rande des Verbotenen Waldes und verschwand, die Dunkelheit verschluckte ihn.
Sie wollte gerade wieder ihren Blick abwenden, als plötzlich ein winziges Licht aufblitzte.
Wenn sie sich nicht täuschte, war dort gerade jemand appariert.
Fragend zog sie ihre Augenbrauen zusammen. Wieso hastete jemand im frühen Morgengrauen auf den Ländereien herum, der anscheinend nicht hierher gehörte?!
„Hermine?“
Aufgeschreckt drehte sie sich um und fiel dabei fast von der Fensterbank. Sie erblickte Lavender, die gerade dabei war in ein weißes Hemd zu schlüpfen.
'Dass sie auch immer in Unterwäsche schlafen muss', dachte Hermine 'irgendwann wird sie sich noch erkälten!'
Sie beobachtete Lavender dabei, wie diese sich einen Knoten ins Hemd wickelte, so dass man ihren Bauch bewundern konnte.
'Außerdem... wahrscheinlich macht sie es eh nur aus reiner Selbstverliebtheit, oder in der Hoffnung, dass Ron irgendwann hineinstürmt und beim Anblick ihres bloßen Körpers über sie herfällt!' Hermine verdrehte innerlich die Augen.
Es ist kein Geheimnis, dass Lavender es auf Ron abgesehen hatte.
'Ron... hach... Auf so etwas würde er wahrscheinlich auch noch reinfallen', dachte sie verbittert. Manchmal hatte sie zwar das Gefühl, dass er sich für sie interessierte - 'Diese Blicke, die er mir manchmal zuwirft, wenn er glaubt, dass ich es nicht bemerke...' – jedoch kamen immer wieder Zweifel auf, wenn wieder solche hormongesteuerten Sprüche kamen á la „Hey Harry, guck dir mal diesen Prachthintern an!“
'Wahrscheinlich fährt er eher auf Mädchen wie Lavender ab, die wissen, wie man ihr Äußeres betont als auf eine Freundin, die ihm zwar seit Jahren treu beiseite steht, aber ihn auch seit Jahren mit besserwisserischen Kommentaren auf die Nerven geht...' dachte Hermine enttäuscht.
„Hermine?! Hey! Hier bin ich.“
Verwirrt blickte sie Lavender an, die sich mittlerweile neben sie auf die Fensterbank gesetzt hatte und wild vor ihrem Gesicht herumgestikulierte.
„Hey, ich hab dich etwas gefragt, du verträumtes Huhn!“ – „Oh, tschuldigung... ich war mit den Gedanken woanders", antworte Hermine leise.
Lachend erwiderte Lavender: „Ja, du hast bestimmt schon wieder über irgendwelche Hausarbeiten nachgedacht meine liebe Hermine, aber mal ehrlich, es gibt auch noch andere Sachen auf dieser Welt, die weitaus interessanter sind!“
„Jungs, was?!“, gab Hermine leicht angesäuert zurück.
„Zum Beispiel! Tausch sie mal gegen deine alten Bücher aus, ansonsten wirst du noch irgendwann als alte Jungfer enden, meine Gute“, zwinkerte Lavender, sprang glucksend von der Fensterbank und verschwand im Bad.
'Doofe Kuh, die hat auch nichts anderes im Kopf! Sie ist doch eh die Erste, die in Tränen ausbricht, wenn sie eine Prüfung versemmelt!'
Wütend kletterte Hermine vom Sims und tauschte ihre Schlafsachen durch die Schuluniform aus.
Mit einem Haufen Bücher unter dem Arm rauschte sie in den Gemeinschaftssaal runter, aber nicht ohne vorher ihren Stunk mit einem kräftigen Türknall Luft zu machen.
Und weckte somit auch den Rest ihrer Mitschülerinnen.
Der Gemeinschaftsraum war leer - die meisten standen ja jetzt erst auf.
Trotz der Ruhe, die diesen Raum füllte, wollte Hermine raus.
Sie kletterte durch das Porträtloch und ging Richtung Bibliothek, die Bücher fest an ihre Brust gepresst.
Sie wollte noch mal ihre Hausarbeit für Zaubertränke durchgehen, bevor sie sich auf den Weg zum Frühstück machte.
Harry und Ron würden sich zwar wundern, warum Hermine sie nicht wie immer in die Große Halle begleitete, aber das Risiko Lavender nochmal im Gemeinschaftsraum zu treffen, war ihr zu hoch.
Bei diesen Gedanken kochte sie vor Wut.
Stürmisch lief sie um die Ecke und wollte gerade in die Bibliothek verschwinden, als sie ein Stöhnen hörte.
Vorsichtig blickte sie über das Treppengeländer in das unterliegende Geschoss, eine Fußdiele knarrte unter ihren Füßen.
Im gleichen Moment wurde sie puterrot im Gesicht, stolperte zurück und hastete verlegen in die Bibliothek.
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Freitag, 02.06.
Mittwoch, 24.05.
Sie ist eindeutig der Wolf im Schafspelz, also überhaupt nicht so 'pink', wie sie aussieht.
David Barron, ausführender Produzent