Abseits des Pfades - It all starts here (2)
von Miss-Snape
Kalte, durchdringende Luft zischte durch den halbgeöffneten Türspalt, blies unbarmherzig in ein Gesicht, welches sich im gleichen Moment verkrampfte. Blitzschnell öffneten sich die dazugehörigen Augen und fixierten die Tür. Aus dem Mund kam ein ärgerliches Grummeln. Die rauen Fingerspitzen tasteten nach einem aus Ebenholz und Phönix-Schwanzfeder bestehenden Zauberstab und umfassten diesen mit einem festen Griff. Ein scharfer Schwung und die Tür schloss sich mit einem leisen Knarren.
Langsam wanderten seine Augen auf die andere Seite seines Bettes und starrten auf ein eingedelltes Kissen und eine sich wieder leicht nach oben wölbende Matratze, dann wanderte sein Blick wieder auf die Tür.
Eine seiner Augenbrauen zuckte hoch und kurz darauf breitete sich ein wohlgefälliges Grinsen auf seinem Gesicht aus.
Nach einem Moment setzte er sich im Bett auf, lieĂź seine durchforsteten BĂĽcher vom Nachtschrank zum Schreibtisch schweben, griff nach seiner Robe und erhob sich, um ins Bad zu schreiten - ein neuer Tag begann.
Nachdem er wieder das Bad verlieĂź - fertig angezogen - rĂĽmpfte er seine Nase.
Ein süßlicher Duft drang durch seine Nasenlöcher, wanderte entlang seiner Schleimhaut und bohrte sich in jede Faser seines Körpers, er hasste diesen Geruch, er hasste diese wiederkehrende Erinnerung.
Denn er kannte die Quelle dieses Duftes, und verfluchte diese im selben Moment.
Zügig blickte er sich um, schaute auf das kleine rechteckige Fenster, das in der Mauer eingelassen war und mit Gittern verhängt war.
Was würde er jetzt nicht darum geben, dieses Fenster öffnen zu können, alleine die Gitter signalisierten die Unmöglichkeit etwas Licht, geschweige denn Luft in diesen Raum zu lassen.
Nur ein einziger Lichtstrahl drang in die Tiefe dieses Gemaches und hinterlieĂź einen feinen orangen Glanz auf dem Boden vor dem Fenster.
Er musste etwas gegen diesen penetranten Geruch tun! Zügig schritt er auf eins von mehreren Regalen zu und öffnete verschiedene Gläser, die allem Anschein nach Kräuter enthielten.
Deren herber Geruch sollte den leichten, süßlichen Geruch verdrängen.
Tief atmete er den Geruch jener Kräuter ein und für einen kleinen Moment wirkten die Konturen seines ansonsten angespannten Gesichtes entspannt und sorgenfrei.
Doch kaum war dieser Moment vorbei zeichnete sich wieder eine tiefe Zornesfalte zwischen seinen Augenbrauen ab.
Grob packte er eine kleine Tasche, lieĂź durch einen Schwung seines Zauberstabs einige Utensilien reinfliegen, drĂĽckte die TĂĽrklinge runter und verschwand im Gang dahinter mit einem lauten TĂĽrknall.
Bevor er zum FrĂĽhstĂĽck in die GroĂźe Halle musste, wollte er noch etwas erledigen.
’Ich verstehe wirklich nicht, warum Dumbledore darauf besteht, dass auch die Lehrkörper an den Mahlzeiten in der Halle teilnehmen sollen. Das ist doch reine Zeitverschwendung, mal abgesehen davon, dass dieser Lärm, das Geplauder dabei einfach nur nervtötend ist.’
Er steuerte Albus Dumbledores BĂĽro an.
„Guten Morgen Severus“, erklang die feste Stimme von Minerva McGonagall.
„Guten Morgen“, brummte Snape zurück, den Blick dabei starr geradeaus gerichtet und glitt mit wehenden Umhang an ihr vorbei, geradewegs Richtung Treppe.
Hätte er jedoch Professor McGonagall beim morgendlichen Gruß angeschaut, wäre ihm aufgefallen, dass sie einen großen, schweren, kohlenfarbigen Schlüssel in der Hand hielt, der ihm nur als zu gut bekannt war.
Kurz bevor er Dumbledores Büro erreicht hatte, stoppte Snape seinen zügigen Gang und kramte in seiner Tasche herum, um die Phiole mit Phönixtränen zu finden, die Dumbledore ihm zur Verfügung gestellt hatte.
Genervt wühlte er weiterhin danach, dabei stieß er auf etliche Bücher – und bumms, eines war aus der Tasche gefallen und lag jetzt halb aufgeschlagen, mit dem Buchrücken nach oben, auf dem Marmorboden.
Snape zog scharf Luft ein, seine Zornesfalte wurde noch tiefer.
’Verdammt, diese Bücher sind empfindlich, wahrscheinlich ist jetzt eine Seite zerrissen. Ich hätte gar nicht erst die Güte besitzen sollen, Dumbledore den Rest seiner Phönixtränen wiederzugeben. Ich hätte es gleich lassen und sie mir aufbewahren sollen!’
Im gleichen Augenblick bekam er die Phiole endlich zu fassen, fischte sie heraus und umklammerte sie mit seinen langen Fingern.
Immer noch verärgert wegen seines Missgeschickes kniete er sich zum Buch runter, umfasste den Buchrücken und wollte sich gerade wieder erheben als beim Anheben des Buches ein kleines viereckiges Stück Papier heraussegelte.
Skeptisch hob Snape es auf und wendete es... es war kein StĂĽck Papier, es war ein Foto.
Beim Anblick dieses Fotos entwischte ihm ein gequältes Stöhnen.
Und urplötzlich veränderten sich Snapes Gesichtkonturen, die harte Mimik wich einem verletzlichen Ausdruck. Ja, sein Gesicht wirkte fast traurig.
Seicht glitten Snapes Fingerkuppen ĂĽber das vergilbte Foto.
Stopp!
Hatte er da eben nicht ein Knarren über sich gehört? Sofort drehte er seinen Kopf zu der Stelle des vermeintlichen Geräusches – und sah in Hermines Antlitz.
Seine Gesichtkonturen waren sofort wieder die alten, jedoch funkelten seine Augen noch wĂĽtender als ĂĽblich.
Hastig richtete er sich wieder auf und wollte das Foto in seinen Umhang verschwinden lassen, dabei fiel ihm die Phiole zu Boden – sie zersplitterte in tausend Scherben.
Die restlichen Phönixtränen rannen den Marmorboden entlang und verschwanden in einem winzigen Riss darin.
Snapes Blick fiel fĂĽr den Bruchteil einer Sekunde auf die zerbrochene Phiole und deren ehemaliger Inhalt, doch als er wieder nach oben sah, war Hermine Granger verschwunden.
’Toll, jetzt habe ich auch noch die Phiole zerbrochen wegen dieser neunmalklugen Miss Granger!’
Snape schwor sich, dass dies Konsequenzen für sie haben würde. Obwohl... war sie nicht rot angelaufen als er sie angeblickt hatte? Hatte sie womöglich...?
’Nein, das darf nicht sein. Sie kann unmöglich von dort oben das Foto erkannt haben! Oder?
’Nein... auf gar keinen Fall, das war nicht möglich. Dafür hätte die Granger schon ein Fernglas gebraucht. Ihr war es doch nur peinlich gewesen beim Spionieren erwischt worden zu sein.’ Zu Recht, wie Snape fand.
’Die hängt zuviel mit Potter zusammen, wird schon genauso dreist und unverschämt, steckt ihre Nase in Sachen, die sie nichts angehen.’, dachte er erbost.
Snape ließ das Buch wieder in seiner Tasche verschwinden und machte sich auf in Richtung Kerker um seinen Unterricht vorzubereiten. Das Frühstück würde er heute ausfallen lassen, diese Prozedur würde seine Nerven nur noch mehr strapazieren – lieber hörte er sich Dumbledores Vorwürfe an als heute daran teilzunehmen.
Er blickte ein letztes Mal auf die zerbrochene Phiole.
’Sollen die Hauselfen das doch wegwischen.’
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Ich freue mich, dass meine FF so einen Anklang findet, ich hoffe das bleibt auch so! :)
Ebenso möchte ich euch dazu aufrufen auch ein Kommentar zu hinterlassen. Dies ist meine erste FF ist und ich kann jede Kritik gebrauchen. ;)
Vielen Dank an diejenigen, die ein Kommentar hinterlassen haben!
Auch ein Dankeschön an meinem Beta-Reader mania!
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Harry Potter besitzt eine Geschichte und eine Seele, Pikachu und seine Pokémon-Kollegen sind nur Merchandise ohne Substanz.
Susanne Gaschke, Die Zeit