Abseits des Pfades - Praevalent inlicita
von Miss-Snape
Eine Frau mit langen blonden Haaren stand inmitten der Flure von Hogwarts.
Die aufgehende Sonne schien samtig in ihr anmutiges Gesicht. Kurz musste sie blinzeln, um das helle Licht zu vertreiben, das ihre Augen blendete, doch dann sah sie klar auf eine der unendlich vielen, aus Stein gemeißelten Wände von Hogwarts.
Sie schloss ihre Lider, zog angestrengt ihre Stirn kraus und murmelte leise vor sich hin, sie schien damit ihren Gedanken unterstreichen zu wollen.
Plötzlich zeichnete sich in der Mauer die Einfassung einer riesigen Tür ab, die sich immer mehr verdichtete und sich letztendlich zu einer Pforte formte.
Es war der Eingang zum Raum der WĂĽnsche.
Langsam öffnete sie wieder ihre stechend blauen Augen - flink ergriff sie die massive Türklinke und huschte mucksmäuschenstill hinein.
Kaum war sie durch die Pforte geschlĂĽpft, war von AuĂźen kein Zeichen mehr vom Raum der WĂĽnsche zu sehen.
Sie wusste genau welchen Weg sie gehen musste und ĂĽberwand ohne Probleme das Labyrinth aus alten Ăśbrigbleibseln. Zielstrebig schritt sie auf etwas zu, das zur Decke emporragte und aussah wie ein schwarzer Schrank.
Ihr Arm streckte sich diesem UngetĂĽm entgegen und ihre schlanken Finger umfassten sacht dessen Griff.
Mit einem Ruck zog sie daran, doch... nichts, die TĂĽr blieb verschlossen.
Verwundert schnellten ihre Augenbrauen in die Höhe – sie zog noch mal daran, diesmal kräftiger. Doch es brachte immer noch nichts.
Sie schien die Geduld zu verlieren, Hektik breitete sich auf ihrem Gesicht aus. Verzweifelt rĂĽttelte sie am TĂĽrknauf, stemmte sogar ihren FuĂź dagegen und zog mit aller Kraft am Griff, doch es half nichts.
’Verdammt, das kann doch nicht angehen, dass diese bescheuerte Tür klemmt!’
Nervös wühlte sie in ihrem Umhang und zog einen spitz zulaufenden Zauberstab heraus.
„Alohomora“, fauchte sie angespannt.
Die TĂĽr blieb verschlossen. Der Zauberspruch wirkte nicht.
’Nein... das kann nicht sein! Das ist der einzige Weg um unbemerkt aus Hogwarts zu kommen! Wie komme ich denn jetzt zurück?!’
Panik breitet sich in ihr aus. Man wĂĽrde nichts Gutes vermuten, wenn man sie hier entdeckte.
’Und die Wahrheit würde mir sowieso niemand glauben, mal abgesehen davon, dass ich mir so mein eigenes Grab schaufeln würde...’
Es gab nur noch eine Möglichkeit Hogwarts zu entfliehen... ’Ich muss außerhalb des Schlosses und der Ländereien von Hogwarts gelangen und apparieren.’
Eilig hastete sie wieder aus dem Raum und schlich vorsichtig durch die Gänge des Schlosses. Immer wieder versteckte sie sich mit angehaltenen Atem hinter Ritterrüstungen und lauschte jedem Geräusch, das ihr zum Verhängnis werden könnte.
Die Sonne am Horizont stieg immer weiter an – und somit auch die Gefahr erwischt zu werden.
Endlich war sie am gewünschten Porträt angekommen, sacht hob sie es an und verschwand im Gang dahinter.
’Ein Glück kenne ich noch einige von den Schleichwegen, die ich früher selber benutzt habe... ich müsste direkt auf die Rasenfläche gelangen, die unter dem Gryffindorturm liegt. Ein Wunder, dass mich Mrs. Norris noch nicht entdeckt hat. Ich weiß noch, wie oft sie mich auf meinen nächtlichen Wanderungen erwischt hatte.’
Ein leises Kichern entfloh ihren Lippen bei den aufkommenden Erinnerungen an ihre längst vergangene Schulzeit.
Wachsam durchquerte sie den holprigen Gang bis nach drauĂźen.
Das Gras unter ihren Füßen war noch leicht feucht vom Tau, die einzelnen Wassertropfen darauf reflektierten das orange Licht der Morgendämmerung.
Bedächtig blickte sie sich um, es war keine Menschenseele zu sehen. Den Rücken an die kalten Steine des Turmes gedrückt, glitt sie vorsichtig an der Mauer entlang um auf die andere Seite zu gelangen, wo sich der Verbotene Wald befand.
Doch plötzlich spürte sie etwas warmes, weiches an ihrem Bein, sie zuckte vor Schreck zusammen und schlug ihre Hände vor den Mund um einen Aufschrei zu unterdrücken. Ein kurzer Klagelaut drang jedoch trotzdem nach draußen.
Sie senkte ihren Blick und sah Fang. ’Scheiß Köter...’, fluchte sie innerlich.
Doch dann fiel ihr ein, ’Wo Fang ist, ist auch Hagrid nicht weit.’
Und schon hörte sie seine Stimme.
„Ey Fang, wo bis’n du hin?“
Fang bellte.
„Haste wieder ne tote Maus gefunden? Mensch Fang, wie oft soll ich dir denn noch sag’n, dass man net damit spielt!“
Sie hörte Hagrids Stampfen, das sich auf Fang und sie zu bewegte.
Ihr blieben nur noch wenige Sekunden um zu verschwinden.
Sie blickte zum Wald – das wäre zu riskant. Von Panik ergriffen, schaute sie nach links und rechts, in der Hoffnung eine Fluchtmöglichkeit zu finden – vergeblich.
Nichts außer einer weitläufigen grünen Landschaft erstreckte sich vor ihr.
Wieder blickte sie zum Verbotenen Wald rĂĽber.
’Mir bleibt nichts anderes übrig, hoffentlich rennt mir dieser wandelnde Flohzirkus nicht hinterher’, und blickte verächtlich auf Fang runter, der immer noch ihr Bein beschnupperte.
Sie setzte zum Sprint an, und rannte los.
Überrascht vom plötzlichen Tempo seines gefundenen Objektes, stolperte Fang verwirrt zurück und jaulte kurz auf.
Sie blickte noch kurz über ihre Schulter, und bemerkte, dass sich der Hund nicht von der Stelle rührte. Ja, sich eher verängstigt zusammenkauerte.
’Gott, das Vieh ist ja leicht zu erschrecken, und das soll ein Jagdhund sein?!’
AmĂĽsiert und gleichzeitig erleichtert, legte sie den Endspurt hin.
Keuchend stoppte sie vor dem Rand des Waldes und schritt in die Finsternis hinein.
Sie blickte noch ein letztes Mal zum Turm rĂĽber und sah, wie Hagrid gerade um die Ecke bog, irgendetwas zu Fang sagte und sich fragend umblickte, was seinem HĂĽndchen wohl Angst eingejagt hatte.
Mit einem hämischen Grinsen auf den Lippen apparierte sie.
Sie landete auf einem kleinen, gepflasterten Weg.
Ein weißer Pfau strich an ihr vorbei, ihre Augen verweilten für einen Moment auf diesem. Als sie ihren Blick wieder hob, schaute sie auf ein pompöses Anwesen – Malfoy Manor.
Narzissas Augen wanderten auf ein Fenster im dritten Stock – es war geschlossen und die Vorhänge waren zugezogen.
’Gut, er schläft noch.’
Obwohl sie Mann und Frau waren, hatten sie getrennte Schlafräume - sie durfte nur in seinem nächtigen, wenn ihm ein bestimmtes Bedürfnis überkam...
WĂĽtend schnaubte sie auf, und stolzierte auf den Eingang des Herrenhauses zu.
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Achja - vielleicht mag es am Anfang noch verwirren, dass ich verschiedene Charaktere einfließen lasse, aber ich verspreche, dass euch bald klar sein wird, um wen es sich in dieser FF hauptsächlich dreht - wer "schlau" ist, weiß es bestimmt schon ;)
Vielen Dank an:
*Lilian*, Loup, MissHypocrisy und besonders an _Ginny-Hermine_ (die auch mein drittes Chap kommentiert hat) fĂĽr das Feedback!
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Freitag, 02.06.
Mittwoch, 24.05.
Die Arbeit mit Steve Kloves war ein Genuss. Er ist fantastisch.
Alfonso CuarĂłn