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Fanfiction

The Bracelet - Kapitel 52

von Nitsrek

Ginny errötete leicht, ihr Rücken versteifte sich. „Niemand hat mit dir gesprochen, Zabini.“

„Nein, du wolltest mich nur angrabschen. Es gibt wirklich bessere Wege, unter mich zu kommen, als mich umzurennen.“

Hermine war fasziniert. Sie wollte nicht einmal raten, was zwischen den beiden lief, aber es war extrem interessant.

Die Farbe in Ginnys Wangen wurde kräftiger, während sie Zabini mit zusammengekniffenen Augen anfunkelte. „Vertrau mir, ich kann nicht einmal ausdrücken, wie sehr ich dich nicht unter oder sonst wo an mir haben will.“

„Das behauptest du…“

„Wichser.“

„Drache.“

„Sauhund.“

Er grinste nur. „Nutte.“

Ginny wurde tatsächlich blass. „Das wünschst du dir“, knurrte sie mit leiser Stimme.

„Dann wäre der Wunsch aber doch schon erfüllt, oder nicht?“ Blaises Stimme war so leise und ruhig, aber trotzdem laut genug, dass Hermine sie nicht überhören konnte.

„Glaub kein Wort von dem, was er sagt“, zischte Ginny ihr zu.

„Meinst du, dass Potter mir vielleicht glauben würde?“ Blaise beobachtete Ginny lässig, die inzwischen aussah, als wäre sie in Panik.

„Das würdest du nicht tun“, flüsterte sie.

„Vielleicht. Vielleicht solltest du mal versuchen, netter zu mir zu sein, hm?“

Die ansonsten durch nichts aus der Ruhe zu bringende Ginny zitterte leicht und senkte geschlagen ihren Blick. Hermine klappte der Mund auf. Sie hatte noch nie gesehen, wie Ginny sich so ergab.

Abrupt drehte sich Ginny zu Hermine. „Also, kommst du?“, fragte sie mit gespielt fröhlicher Stimme und mied Hermines Blick.

„Ähm…“ Hermine runzelte die Stirn. „Ja, in einer Minute. Malfoy muss mir nur noch etwas holen. Ich komme dann nach.“

„Gut. Okay. Bis später.“ Ginny floh.

Es folgte eine peinliche Pause, während der Hermine ins Nichts starrte und angestrengt versuchte, nicht an die gerade beobachtete Szene und deren Bedeutung nachzudenken.

„Es ist nicht so schlimm, wie es scheint“, sagte Blaise schließlich, anscheinend nicht im Geringsten verlegen. „Sie hat deinen kostbaren Potter nie betrogen, wenn du dir deshalb Sorgen machst.“

„Naja, das ist immerhin etwas“, murmelte Hermine. „Aber wie – egal.“

Blaise zuckte mit den Schultern. „Sie ist heiß. Es ist einfach passiert, aber nachdem das Verlangen gestillt war, wurde das Gezeter einfach nervig. Sie hat furchtbare Angst, dass Potter irgendwie von ihrer Affäre mit einem bösen Slytherin wie mir erfährt und dann Schluss macht. Das ist zu gut, um es nicht auszunutzen.“

Hermine schüttelte den Kopf. „Er fände es schlimmer, angelogen zu werden. Aber… seht ihr ihre Familie nicht als Blutsverräter?“

Blaise grinste. „Wenn ich so viele Skrupel hätte wegen der Personen, mit denen ich schlafe, hätte ich äußerst selten Spaß!“

Sie funkelte ihn an. „Weißt du, für jemanden, der erst siebzehn Jahre alt ist, klingst du, als hättest du schon sehr viel Spaß gehabt.“

„Ich bin achtzehn.“

„Oh, das ist natürlich ganz was anderes“, antwortete sie sarkastisch.

Er zuckte mit den Schultern. „Ich mochte Mädchen schon immer. Niemand kommt zu Schaden.“

„Du schadest Ginny.“

Er schüttelte den Kopf. „Nicht wirklich. Ich habe ihm nichts erzählt, oder?“

„Aber du erpresst sie!“

„Nur, damit sie sich mir gegenüber anständig benimmt. Ich habe nichts davon, dem Blödmann zu verraten, dass ich vor ihm dran war.“

„Dabei bleibt es auch besser, oder ich…“

„Du was?“ Draco war zurück und bedachte Blaise mit einem unfreundlichen Blick.

„Potter aufzuregen ist Dracos Spezialität, nicht meine“, sagte Blaise, ohne Draco zu erklären, was los war. „Mir ist das egal.“

„Geh weg, Blaise, und lass ihre Freunde in Ruhe“, sagte Draco düster.

„Siehst du? Ein richtiges Miststück!“ Aber er ging trotzdem.

Hermines Kopf drehte sich. Sie erinnerte sich, wie aufgebracht Ginny gewesen war, als sie glaubte, Hermine hätte gelogen, als sie sagte, sie würde nicht mit Draco schlafen. Sie hatte sie als schlechte Freundin und als ‚Schande für ihr Haus’ bezeichnet. Vielleicht fühlte sie sich selbst so? Als hätte sie alles hintergangen, wofür sie stehen sollte, und jeden, dem etwas an ihr lag, indem sie ein ziemlich kurzes und bedeutungsloses Abenteuer hatte? Hermine runzelte wieder die Stirn und versuchte, das zu verdauen. Natürlich gefiel ihr dieses große Geheimnis nicht und sie hoffte, dass Ginny Harry bald davon erzählen würde, aber das war allein Ginnys Aufgabe. Außerdem… Ginny und… Zabini? Es ging ihr nicht in den Kopf, dass diese Beiden… und auch noch miteinander! Sie rümpfte die Nase und versuchte, das ‚Igitt’ aus ihren Gedanken zu drängen.

„Entschuldige die Verspätung“, murmelte Draco und holte sie wieder zurück in die Gegenwart. Er blickte den Ring mit einer seltsamen Mischung aus Sehnsucht und Angst an. Er schluckte und schob den Ring mit zitternder Hand auf seinen Finger. Hermine spürte keinen Unterschied, aber er zitterte und schloss die Augen. „Du bist nicht wütend“, flüsterte er.

Sie hatte vergessen, wütend zu sein. Hauptsächlich wollte sie es endlich rum haben. Sie hob ihm ihr Handgelenk entgegen.

Er zögerte für nur eine Sekunde. „Ich wollte wirklich nicht -“

„Der Weg zur Hölle ist gepflastert mit guten Absichten. Nimm es einfach ab.“

Sie versuchte angestrengt, seinen niedergeschlagenen Gesichtsausdruck zu ignorieren, als er nach dem Armband griff.

„Da sind Sie ja, Miss Granger!“

Beide zuckten zurück, als täten sie etwas, was nicht sein dürfte. Draco ließ schnell die Hand sinken und Hermine fuhr herum, um Professor McGonagall auf hoffentlich nicht zu angestrengte Art zu begrüßen.

Letztlich musste Hermine mit McGonagall gehen, ohne dass das Armband abgenommen worden war, da die Schulsprecher und Vertrauensschüler heute irgendwelche Zusatzaufgaben übernehmen mussten und sie das Armband vor der Lehrerin wohl kaum abnehmen konnten, ohne Fragen zu riskieren.

Draco starrte auf den Ring, den er trug, wissend, dass er ihn wieder abnehmen sollte.
Am Ende hatte er dazu nicht genug Kraft. Er trug ihn weiter, rechtfertigte sich damit, dass er alles in seiner Macht stehende tun würde, um sie in Hogsmeade zu finden und ihr dann endlich das Armband abzunehmen.

Nur ein paar Minuten. Höchstens eine Stunde. Sie würde es nicht einmal merken.

+++++

Drei Stunden später trug Draco den Ring immer noch. Es war nicht so, als würde er ihr absichtlich ausweichen, aber sie sah aus, als hätte sie wirklich Spaß mit ihren Freunden und er wollte nicht wegen solch einer Kleinigkeit unterbrechen. Immerhin – dank ihm – war es eine Weile her, dass sie das letzte Mal richtig Spaß gehabt hatte. Er würde sie befreien, sobald sie allein war; kein Grund sich aufzudrängen.

Er seufzte über seine lahme Rechtfertigung und betrat das Schreiberling’s Geschäft. Er musste Besorgungen machen.

Er untersuchte ein paar Federn, deren Preis sich wohl eher nach ihrem auffälligen Aussehen als auf ihre Nützlichkeit bezog. Er hatte nichts gegen schöne Dinge, aber das war absurd. Er war sich sehr bewusst, dass es mal eine Zeit gegeben hatte, zu der er die Federn ohne einen zweiten Gedanken gekauft hätte, aber wie es aussah, musste seine Mutter wohl bald ihren Schmuck verkaufen und es gab keinen Grund, dies für Federn zu tun.

Plötzlich drückte Leere unerwartet auf ihn ein, er taumelte und stieß ein paar Federn zu Boden, hielt sich krampfhaft an der Tischplatte fest und rang nach Luft.

Er trug den Ring und sie konnte das Armband nicht von selbst abnehmen, dennoch war sie weg. Ein Schaudern lief über seinen Rücken.

Nein! Vor ein paar Sekunden ging es ihr doch noch gut!

Plötzlich rannte er blind aus dem Laden und zu der Stelle, wo er sie zuletzt gesehen hatte. Er versuchte, daran zu denken, dass es auch so war, als sie ihr Bewusstsein verloren hatte; sie war vermutlich nur… umgekippt. Das machten Mädchen doch, oder?

Es half nichts gegen seine Panik. Irgendwie passte es nicht zu Hermine, umzukippen. Sie war zu stur, um das Bewusstsein zu verlieren, wenn sie nicht brutal getroffen worden war. Er weigerte sich, zu überlegen, was ihre geistige Abwesenheit noch bedeuten könnte. Sie war nicht tot. Es ging ihr gut.

Wer würde ihr wehtun? Sie war mit ihren Freunden unterwegs und überall waren Auroren!

Er erreichte den Fleck, wo er die lebendige Hermine zuletzt gesehen hatte. Es war auf der Straße nach Hogwarts, aber da war nichts. Überhaupt nichts. Es war noch früh – warum ist sie zurück gegangen? Und wo waren ihre Freunde? Er überlegte, dass sie vielleicht bei ihr gewesen waren, als sie umkippte, und sie irgendwohin gebracht hatten, aber da er wusste, dass sie nicht umgekippt war, wusste er auch, dass das nicht sein konnte. Und warum war sie allein so früh zurückgekehrt?

Er hätte sie niemals aus den Augen lassen dürfen.

Er sah sich um. Sie konnte nicht mehr in Hogsmeade sein, denn von dort kam er, und es war unwahrscheinlich, dass sie von dort bis ins Schloss geschleppt worden war. Aber es gab unterwegs nicht allzu viele Orte, zu denen man einen bewusstlosen Körper bringen würde. Er kniff die Augen zusammen. Am Wegrand war ein kleines Wäldchen. Nachdem es schon fast Dezember war, waren sie kein gutes Versteck, aber er musste es versuchen.

Er eilte dorthin und war besorgt und dankbar zugleich, dass dort doch mehr Bäume standen als anfangs erwartet. Und auch wenn er kaum ein Fährtenleser war, sah es doch so aus, als wäre dort kürzlich jemand lang gelaufen. Äste waren gebrochen, das Laub aufgewühlt.

Natürlich war das vielleicht auch nur Wunschdenken.

Er zog seinen Zauberstab und ging so leise wie möglich tiefer in – die Bezeichnung traf kaum zu – den Wald.

Als er von der Straße aus nicht mehr zu sehen war, glaubte er, eine Bewegung vor sich wahrzunehmen. Er versteckte sich so gut es ging und näherte sich schrittweise, bis er etwas sehen konnte. Es war kaum eine Lichtung, eher einer dieser zahlreichen unbewachsenen Flecken, den dieser lächerliche Wald bot, und dort lag… Hermine, völlig bewegungslos, mit einem braunen Mann neben ihr. Es war kein Schüler, der einen Streich spielte; Draco erkannte ihn als einen der Auroren, der sie eigentlich beschützen sollte.

Vorsicht war besser als Nachsicht. Ausgerechnet für Draco, der sonst immer nur vorsichtig und kaum nachsichtig gewesen war, war es unmöglich, vernünftig zu handeln, also Hilfe zu holen. Er konnte nicht erkennen, ob Hermine atmete und das weckte Verzweiflung in ihm. Draco sah, dass der Mann seinen Zauberstab neben sich gelegt hatte, also sprang er hervor und schickte den Mann mit einer schnellen Bewegung seines Zauberstabes gegen einen Baum, der ihn sicher zurückhielt. Komischerweise hatte der Mann keinerlei Absicht, sich zu wehren.

„Was hast du ihr angetan, du Mistkerl?“, fragte er heiser, wartete die Antwort nicht ab, sondern fiel neben ihrem leblosen Körper auf die Knie.
„Sie ist in Ordnung“, sagte der Mann.

Draco glaubte ihm nicht, sondern prüfte lieber selbst nach. Erleichterung überkam ihn, als er merkte, dass sie atmete. Er strich ihr sanft das Haar zurück und überprüfte, ob ihr Gewalt angetan worden war. Er würde es zehnfach zurückzahlen.

Der Mann seufzte nur müde. „Es ist ein magischer Zustand.“

„Warum?“, fragte Draco, ohne aufzusehen, immer noch auf der Suche nach Verletzungen.

„Wegen dem Armband… Draco.“

Dracos Kopf zuckte hoch. „Sie wissen, wer ich bin. Schön für Sie. Dann wissen Sie, wer Ihnen ab jetzt das Leben zur Hölle machen wird.“

„Wie lang trägt sie es schon?“, fragte der Mann und ignorierte die Drohung. „Das Ding ist kein Spielzeug!“

Nun sprang Draco auf und wandte sich dem Mann zu. „Wer sind Sie, dass Sie sich trauen, so mit mir zu sprechen?“

„Dein Vater, du unverschämter Bengel!“

Draco blinzelte und lachte abfällig. „Was?“

„Glaubst du, es war leicht, einen Auror wegzulocken und seine Identität anzunehmen? Ich versuche seit Wochen, an dich ranzukommen!“

Draco erstarrte bei dem derben Unterton in der Stimme des Anderen. „Vater?“

Dieser Auror konnte kaum noch weniger mit dem Lucius Malfoy gemeinsam haben, den Draco kannte. Er war… farblos war das beste Wort, das Draco einfiel. Er war in jeder Hinsicht unauffällig.

„Ja“, sagte Lucius. „Kannst du mich jetzt bitte freilassen?“

„Nein!“ Draco nahm eine Haltung ein, von der er hoffte, dass sie seine Entschlossenheit zeigte. Seine Beine öffneten sich leicht und seine Arme verschränkten sich. Er musste Hermine noch einmal ansehen, sicher gehen, dass es ihr noch gut. Sie sollte nicht auf dem Boden liegen, er war kalt und feucht. Ihr dicker Mantel bot ein wenig Schutz, aber sie würde krank werden, wenn sie zu lang so liegen blieb.

„Sohn, hör mir zu. Was auch immer du glaubst, dass du fühlst… es ist nicht real. Das passiert nach einer Weile und es wird vorbeigehen, wenn du es nicht mehr trägst. Du hättest es nicht einem Schlammblut anlegen dürfen.“

Draco spürte Wut durch seinen Körper rauschen, aber er tat sein Bestes, um sie zu kontrollieren. „Oh, sieh mal einer an, wer mir da Ratschläge gibt, was ich zu tun und zu lassen habe. Der Mann, der seinen Sohn dazu gezwungen hat, einen Mord zu begehen, wenn er nicht selbst sterben wollte. Ganz zu schweigen davon, dass Mutter dank dir dazu gezwungen war, entweder ihren Sohn oder ihren Ehemann zu hintergehen – ich kann dir sagen, dass sie nicht glücklich ist und dass es ihr vermutlich noch schlechter gehen würde, wäre die Entscheidung anders ausgefallen. Vergib mir, wenn ich nicht darauf höre, was du zu sagen hast.“

Lucius zuckte zusammen und kämpfte kurz gegen die Magie, die ihn hielt. Draco beobachtete ihn kühl. „Ich bin hier, weil ich will, dass du mit mir kommst“, sagte Lucius. „Ich habe mich darum gekümmert, dass man dir und deiner Mutter vergibt. Wir können wieder eine Familie sein.“

„Vergibt?“ Draco spürte, wie sich seine Magen verkrampfte. „Eine Familie? Und was für eine Familie soll das sein, Vater? Eine, die Du-weißt-schon-wem wie treue Schoßhündchen folgt, dankbar für die Abfälle und bereit, getreten zu werden?“

„Das ist unsere einzige Chance!“, zischte Lucius. „Willst du deinen eigenen Vater in Azkaban sehen? Der Orden des Phoenix vergibt vielleicht dir und Narcissa, aber mich erwarten die Dementoren! Ist es das, was du willst?“

Draco wandte den Blick ab. Es war leicht, so zu tun, wenn er wie Fremder aussah, aber das war sein Vater. Ein Mann, der ihn immer beschützt hat und stets versucht hat, ihm das Beste zu geben. „Nein, natürlich nicht“, antwortete er ruhig.

„Wir dürfen Du-weißt-schon-wessen Gunst nicht verlieren. Solange er uns nicht bemerkt und wir ihn nicht mehr ärgern, wird es uns gut gehen.“

Draco seufzte und löste mit einer schnellen Bewegung Lucius’ Fesseln. Er war sein Vater, verdammt; er würde ihn nicht verletzen und Draco hatte auch nicht vor, seinen Vater an die Beamten zu übergeben.

„Ich bin froh, dass du vernünftig bist, Draco“, sagte Lucius und hob seinen Zauberstab auf. „Zuerst müssen wir das Schlammblut loswerden.“

Die kleinen Härchen in Dracos Nacken stellten sich auf, und das lag nicht an der kühlen Novemberluft. „Du wirst ihr nichts antun“, sagte er und trat zwischen Hermine und seinen Vater. „Wenn du es auch nur versuchst, werde ich dich persönlich nach Azkaban bringen.“

„Es ist nicht echt, Draco“, sagte sein Vater und benutzte diesen bevormundenden Ton, den Draco schon sein ganzes Leben kannte.

„Das spielt keine Rolle. Du wirst sie nicht anfassen.“

Sein Vater verzog verärgert seine Lippen. „Na gut. Wir können sie auch hier lassen.“

Draco schüttelte wieder den Kopf. „Ich komme nicht mit dir.“

„Du bist unvernünftig.“

„Nein, Vater. Du bist unvernünftig! Du willst mir meine Freunde nehmen, meine Ausbildung und meine Freiheit, nur weil du Mutter-Vater-Kind spielen willst? Vielleicht kommt Mutter mit dir, ich würde es ihr nicht nachtragen, aber ich bleibe.“

„Ich komme nicht an deine Mutter ran“, zischte Lucius.

„Ich erzähle ihr von dir“, erwiderte Draco kühl. „Sind wir jetzt fertig?“

„Du weigerst dich also?“

„Ja. Ich weigere mich.“

Lucius seufzte, plötzlich sehr müde und erschöpft. „So sei es. Aber du weißt, dass wir keinen Kontakt haben können, ich werde dir finanziell nicht helfen können und du kommst vor deinem fünfundzwanzigsten Geburtstag nicht an dein Erbe. Ich habe Entscheidungen getroffen, die sich nicht rückgängig machen lassen, und der Dunkle Lord wird wütend sein, dass du dich ihm verweigerst.“

Draco zwang sich, nicht an die Konsequenzen zu denken. Nicht jetzt. Nicht während Hermine bewusstlos auf dem kalten Boden lag. „Ich weiß. Ich schaffe das schon.“

Lucius nickte. Und dann, einfach so, war er weg.

Draco bückte sich und hob Hermine vorsichtig hoch, da er nicht sicher war, dass er sie in seinem derzeitigen Geisteszustand nicht gegen einen Baum schweben lassen würde. Er wusste nicht, wie er sie wecken konnte, also würde sie wohl seinetwegen eine weitere Nacht im Krankenflügel verbringen. Kein Wunder, dass sie ihn so unbedingt loswerden wollte. Er seufzte. Er würde ihren Wunsch erfüllen, sobald sie in Sicherheit war.

+++++

Vorschau

+++++

Für einen langen Moment sah er sie nur an, sein Ausdruck änderte sich von Flehen zu Verzweiflung, als er erkannte, dass sie nicht nachgeben würde. Dann stand er abrupt auf, sein Gesicht blank. „Du bestrafst mich für diesen letzten Monat? Gut. Ich sage es ihnen. Ich werde meine Familie so oder so nicht mehr zurück bekommen.“ Bevor sie irgendetwas sagen konnte, war er weg.


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Wenn man wie ich über Böses schreibt und wenn einer der beschriebenen Figuren im Grunde ein Psychopath ist, hat man die Pflicht, das wirklich Böse zu zeigen, nämlich, dass Menschen getötet werden.
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