
von Nitsrek
„Also… Du bist wirklich mit Theodore Nott zusammen?“ Harry rümpfte die Nase und Hermine rollte mit den Augen.
„Theo ist vollkommen in Ordnung“, erklärte sie.
Der letzte Schultag vor den Weihnachtsferien war vorbei. Sie hatten bereits gepackt und waren gerade auf dem Weg zum Gemeinschaftsraum.
„Er ist merkwürdig.“
„Er ist nicht merkwürdig!“
„Doch, ist er!“ Harry grinste. „Er ist wirklich, wirklich komisch.“
„Nun, dann hast du ja Glück, dass nicht du mit ihm zusammen bist!“
„Oh, sei nicht sauer“, sagte Harry, wirkte aber nicht im Geringsten zerknirscht. „Ich bin sicher, dass er gut… denken… kann und auch sonst seine Vorzüge hat. Ich dachte nur immer, du würdest irgendwann mit Ron zusammen sein.“
„Das wäre toll gewesen, oder?“, murmelte Hermine.
„Ja“, stimmte Harry zu. „Irgendwie schon. Aber ich glaube, dass er irgendwie fast wieder mit Lavender zusammen ist.“
Hermine runzelte die Stirn. „Lavender? Ich dachte, die nervt ihn zu Tode.“
„Oh, hat sie auch. Und ich glaube, dass es auch diesmal keine Liebe ist.“ Harry schüttelte den Kopf. „Ich nehme an, das muss nicht immer sein. Warum sollte man allein sein, wenn es auch anders geht?“
Hermine wusste darauf nicht wirklich eine Antwort. Sie war froh, dass Ron sein Leben weiter lebte, aber sie verstand nicht, warum er mit jemandem zusammen sein wollte, den er nicht einmal mochte, anstatt jemanden zu finden, den er mochte. „Aber… damit riskiert er, wieder ein Weihnachtsgeschenk von ihr zu bekommen“, murmelte sie.
Harry lachte laut los. „Er hat ihr vermutlich gesagt, dass sie ihm nichts schenken soll.“
„Oder vielleicht hat er ihr einen Crash-Kurs in Sachen Geschmack gegeben.“
„Wer, Ron?“ Harry hob eine Augenbraue.
„Stimmt. Mein Fehler“, antwortete Hermine trocken.
Harry lachte wieder. „Wir sind gemein.“
„Ja, aber das macht Spaß.“
Er schüttelte den Kopf. „Du verbringst wirklich zu viel Zeit mit Slytherins.“
Hermine blinzelte und runzelte die Stirn. „Meinst du das echt?“, fragte sie und fürchtete sich fast vor der Antwort. Sie würde nur zu ungern wie Malfoy sein.
„Nein, natürlich nicht“, antwortete Harry grinsend. Er war dieses Jahr wirklich in nervig guter Weihnachtsstimmung. „Außerdem habe doch ich angefangen, oder nicht?“
Er hatte Recht. Sie war albern. Ihre Stirnfalten vertieften sich. Warum war sie so dumm und maß einem Scherz soviel Bedeutung bei, und noch wichtiger, warum dachte sie immer noch darüber nach?
„Hermine?“, fragte Harry. „Du denkst zuviel nach. Hör auf.“
„Ich weiß“, murmelte sie.
Das Komische war, dass sie wusste, dass es Dinge gab, über die sie hätte nachdenken müssen, aber sie hielt sie fest verschlossen in ihrem Kopf. Im Moment war es einfach zuviel für sie. Mit einem Freund herumzualbern war sehr viel angenehmer.
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„Die Bibliothek. Okay. Wo sonst würde man gerne seinen Samstagmorgen und die letzten Stunden vor der Heimfahrt verbringen? Durchaus sinnvoll. Dir ist doch klar, dass die Bibliothek eigentlich geschlossen ist?“
Hermine funkelte ihren blonden Quälgeist an. „Was willst du, Malfoy?“, fragte sie.
„Natürlich frage ich mich, warum es mich überhaupt überrascht, da ich hier gleich als Erstes nach dir gesucht habe, also könnte man fast meinen, du wärst in deinem Verhalten vorhersehbar und damit für andere Leute auffindbar. Ist das nicht deprimierend?“
„Malfoy!“
Draco ließ sich in den Stuhl ihr gegenüber fallen. „Also, ich habe nachgedacht…“
„Hat’s wehgetan?“
Er rollte mit den Augen. „Ehrlich, Granger, lass dir was Neues einfallen.“
„Aber das Alte passt so gut!“
„Ich habe nachgedacht“, wiederholte er und ignorierte sie, „dass es da wohl ein Missverständnis gab, dass ich wahrscheinlich berichtigen sollte.“
„Was? Nur eines?“, fragte sie trocken.
Er blickte finster drein. „Das ich berichtigen werde, ja. Und es würde so viel schneller gehen, wenn du mich nicht ständig unterbrechen würdest.“
„Oh, ich war nicht sicher, ob du wirklich auf etwas hinauswolltest.“
Wieder ignorierte er sie und lehnte sich vor. „Du glaubst, dass ich das Armband wieder verwenden werde, oder?“
Das verschlug Hermine abrupt die Sprache, aber er wartete ab, bis sie antworten musste. „Ich habe ehrlich gesagt nie darüber nachgedacht, außerdem ist es mir egal.“
Draco schnaubte. „Genau. Du hast es mir oft genug an den Kopf geworfen. Ich werde es nicht wieder tun.“
„Gut.“ Sie widmete sich wieder ihrem Buch.
„Du glaubst mir nicht.“
„Ich finde, du bist zu beharrlich.“
„Ich dachte auch nicht, dass du mir glauben würdest.“ Diese Tatsache schien ihn zu ärgern. Hermine merkte, dass es ihr gefiel, Malfoy zu verärgern.
„Warum machst du das hier dann?“, fragte sie und versuchte, seine Beweggründe zu verstehen.
„Ich kann dich überzeugen.“
„Warum?“
Er antwortete nicht, sondern griff in die Schultasche, die sie bisher nicht bemerkt hatte, und legte eine Schatulle auf den Tisch. Sie erkannte sie sofort als das Behältnis des Rings und des Armbands.
„Was hast du damit vor?“ Sie vergrößerte nervös den Abstand zwischen ihnen, unfähig, es nicht zu tun.
Er sah sie an, sein Blick sehr ausdrucksstark. „Gar nichts. Frohe Weihnachten.“ Er stand auf und ging.
Hermine runzelte die Stirn und hob den Deckel ab. Da lagen sie: Die Schmuckstücke, die ihr das Leben schwer gemacht hatten. Sie schüttelte den Kopf. „Ich dachte, sie wären ein Vermögen wert“, rief sie ihm nach.
„Sind sie“, rief er zurück ohne sich umzudrehen oder stehen zu bleiben. „Ich kenne einen Zauberer in der Nokturngasse, wenn du sie verkaufen willst…“
Sie starrte ihm nach. Wenn sie verkaufen wollte? Ihr Blick wanderte zu der Schatulle. War er nicht pleite? Und er hatte nicht beantwortet, warum er sie überzeugen wollte, dass er es nicht mehr benutzen würde.
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Draco schaffte einen klaren Abgang, indem er absichtlich in die entgegen gesetzte Richtung zu den Kerkern ging, bevor er dann in einen anderen Gang abbog. Sie würde über ihre Überraschung hinweg kommen, dann würde sie versuchen, ihm zu folgen und ihn nerven, warum er das Armband aufgab. War ja nicht wichtig, dass der Hogwarts Express bald nach London abfahren würde und dass sie mitfahren sollte.
Warum. Er bezweifelte, dass sie die Antwort wissen wollte.
Er hat seit dem Ende der Wette einige Nächte auf den Schmuck gestarrte und sich vorgestellt, ihn einer Anderen umzulegen. Irgendeiner. Er hatte daran gedacht, es an Pansy auszuprobieren, dann Astoria, und dann noch an ein paar Mädchen, die er kaum kannte.
Das Ergebnis war immer gleich.
Er konnte es nicht. Er hatte eine sehr starke körperliche Reaktion, allein bei dem Gedanken. Einmal hatte er das Armband eingesteckt, weil er Pansy fragen wollte, ob sie es mal fünf Minuten tragen würde, aber sobald er sie sah, wurde ihm so schlecht, dass er tatsächlich würgen musste. Er hatte es kaum geschafft, sich zurück in sein Zimmer zu schleppen, ohne dass ihm jemand Fragen stellte, die er nicht beantworten wollte.
Danach hatte er seine Mutter nach dem Armband und der ihm innewohnenden Magie gefragt, was schon ziemlich schwierig war, weil er nicht wusste, wer sonst noch ihren Briefverkehr las. Er würde es dem Orden schon zutrauen, seine Briefe zu lesen, um dadurch an seinen Vater zu kommen. Er hatte es irgendwie geschafft, genug in Rätseln zu schreiben, ohne zu übertreiben, und die Nachricht ist zu seiner Mutter vorgedrungen.
Als sie schließlich antwortete, war ihre Antwort nicht gerade viel versprechend gewesen.
Natürlich wunderte sie sich, warum er das wissen wollte, aber davon abgesehen – niemand hatte je zuvor das Armband an mehr als einer Hexe benutzt.
Niemals.
Selbst wenn die erste Frau starb, gab es keine Aufzeichnungen, dass jemand das Armband ein zweites Mal benutzt hätte. Die Magie war zu stark, zu mächtig, und niemand wollte mit mehr als einer Person so intim verbunden sein, selbst wenn der erste Versuch erfolglos war und keine anhaltenden Gefühle verursachte.
Und selbst wenn sie wollten, konnten sie nicht. Es wusste niemand mehr, weshalb, aber die Magie ließ es nicht zu. Er könnte sich bei dem versuch umbringen.
Alles in allem war er am Arsch.
Er verstand, dass er sich nicht unwiderruflich an Hermine gebunden hatte – was eine große Erleichterung war – aber es schien für ihn keinen Weg zu geben, einer anderen Person jemals wieder geistig nahe zu sein.
Also sehnte er sich weiter nach ihr.
Und sie hatte diese Nähe nie wirklich gespürt.
Immerhin hatte er ihr die verfluchten Dinger jetzt gegeben, also würde sie vielleicht aufhören, ihn immer so misstrauisch anzuschauen. Er hatte bemerkt, wie sie Blicke auf seinen Ringfinger warf und falsche Verdächtigungen anstellte. Er wollte kein Mädchen herumkommandieren – er wollte sich ihr nah fühlen, verbunden.
Sie würde es nie wirklich verstehen. Nicht, bevor sie den Ring nicht selbst trug, und er bezweifelte, dass sie das je tun würde.
Er war schon fast wieder in den Kerkern, als er Blaises Stimme aus einem Seitengang hörte. Etwas neugierig, was sein Freund vorhatte, wollte er es herausfinden.
„Lass mich los, ich verpasse noch den Zug!“
Ah. Die wütende weibliche Stimme gehörte wohl zu Tracey. Er schlich etwas näher, spähte um die Ecke und erkannte, dass er Recht hatte. Das war nicht gut.
„Du hast genug Zeit, um zum Zug zu kommen. Was hast du ihm gesagt?“
Draco seufzte unhörbar. Anscheinend hatte Blaise beschlossen, seinen Ratschlag zu ignorieren. Er sollte gehen und sie in Ruhe streiten lassen… aber das tat er nicht. Er musste wissen, wie schlimm sein Freund dran war, und da besagter Freund derzeit nicht mit ihm sprach…
„Es geht dich nichts an, was ich meinem Freund erzähle, Zabini.“
Draco war erstaunt, wie angriffslustig Tracey in letzter Zeit geworden war. Wenn man ihn fragte, war sie bisher immer unauffällig mit der Wand verschmolzen. Natürlich konnte es einen irgendwann in den Wahnsinn treiben, wenn so ein Dickkopf wie Blaise einen ständig verfolgte.
„Ach ja? Ich habe gehört, du hättest Schluss gemacht!“
„Natürlich haben wir Schluss gemacht, du Idiot!“, fauchte sie. „Ich habe mit einem anderen Kerl rumgemacht, denkst du wirklich, er würde das einfach so hinnehmen?“
Blaise packte Traceys Arm. „Du hättest ihn anlügen sollen!“, knurrte er. „Warum tust du das? Willst du dich damit irgendwie an mir rächen? Du willst nicht mit mir zusammen sein, aber ohne mich wirst du auch nicht glücklich?“
Sie riss ihren Arm los. „Ich muss nicht tun, was du mir vorschreibst, und es geht nicht immer nur um dich, Mr. Ego. Ich weiß, dass das nur schwer für dich zu verstehen ist, aber es gibt Leute, die keine Beziehung führen wollen, die sich auf Lügen stützt.“
„Ich habe dich nie angelogen!“
Tracey sah aus, als hätte er sie geohrfeigt, fasste sich aber schnell wieder. „Nein, hast du nicht. Das macht mich nur noch mehr zum Narren. Ich habe deine Küsse als Versprechen gesehen.“
„Tracey…“
„Nein. Lass mich in Ruhe. Hör auf, mir nachzulaufen. Hör auf, mir den Kopf zu verdrehen. Hör auf, dich in meine Beziehungen einmischen zu wollen. Wir sind fertig.“
„Wir sind nicht fertig!“, beharrte Blaise. „Ich habe einen Riesenfehler gemacht, das weiß ich, aber warum kannst du mir nicht vergeben? Ich lie-“
„NEIN!“, schrie sie laut genug, dass Blaise verstummte und Draco blinzelte. „Wag das bloß nicht! Wenn ich dir wirklich etwas bedeuten würde, würdest du… nicht nur eine geschmacklos kleine Affäre haben wollen, in der Hoffnung, dass deine Mutter nie davon erfahren würde. Was soll aus uns werden, wenn die Schule zu Ende ist? Hm?“
Tränen schimmerten in ihren Augen und drohten, überzulaufen. Draco hatte Mitleid mit ihr. Blaise war in letzter Zeit echt ein Arsch.
„Kaufst du eine geheime kleine Hütte und steckst mich dann dort rein, damit ich dein schmutziges Geheimnis sein kann?“, fragte sie und gab Blaise keine Zeit, zu antworten. „Während deine Mutter dir nette, reinblütige Heiratskandidatinnen vorführt? Hast du überhaupt nachgedacht, wohin das führen würde? Hast du überlegt, dass es eigentlich nur schlimmer werden kann? Dass es in einem oder zwei Jahren nur noch schwerer wäre, sich zu trennen?“
Blaise wirkte niedergeschlagen. „Ich will dich nicht verlieren“, sagte er leise. „Sag mir, was ich tun muss, damit es nicht so weit kommt.“
„Du hast mich schon verloren“, antwortete sie. „Du hast nur nicht losgelassen.“
„Nein!“ Er schüttelte heftig den Kopf. „Es muss einen Weg geben!“
Sie schüttelte langsam den Kopf. „Nein, Blaise. Es gibt keinen. Ich war früher dumm genug, um zu denken, es gäbe einen, aber du hattest Recht damit, es nicht zu ernst werden zu lassen. Es konnte nicht funktionieren. Ich hätte nicht glauben dürfen, es wäre mehr, als es war. Soweit hatte ich nur damals nicht gedacht. Es war wirklich, wirklich dumm. Schieb die Schuld auf die junge Hexe, die Sex nicht von Liebe unterscheiden konnte. Ich weiß jetzt, dass wir nicht zusammen sein können, selbst wenn mehr zwischen uns gewesen wäre. Du würdest all deine Freunde verlieren und deine Mutter würde dir das Leben zur Hölle machen.“
„Dann sei es so. Wir finden einen Weg, wir könnten weglaufen und -“
„Nein. Das ist es nicht wert.“
„Aber ich liebe dich.“
Sie lächelte traurig. „Nein, tust du nicht.“
„Doch! Ich habe nie gemeint, was ich über Blut gesagt habe, ebenso wenig wie den ganzen anderen Mist… Das weißt du. Die Küsse waren Versprechen. Irgendwann hätte ich meine Gefühle verstanden und dann hätten wir -“
Wieder schüttelte sie den Kopf. „Nein, Blaise. Du hättest sie nicht verstanden. Es gab nichts zu verstehen. Es hätte dich irgendwann gelangweilt, mit mir zu schlafen, und du hättest Schluss gemacht. So wie mit allen anderen Mädchen vor mir auch. Du glaubst nur, dass es Liebe ist, weil du noch nicht mit mir fertig warst und dich das verrückt macht.“
„Tracey…“
„Ich muss jetzt wirklich zum Zug.“
Ohne einen Blick zurück ging sie, ließ Blaise verloren und gebrochen zurück. Draco überlegte, dass jetzt ein guter Zeitpunkt wäre, um zu verschwinden, aber bevor er zwei Schritte gemacht hatte, kam Blaise um die Ecke.
„Du hast es also gehört, hm?“, fragte der andere Junge nur. Seine fehlende Reaktion sprach Bände.
„Schwer, es nicht zu hören“, antwortete Draco verlegen.
„Gut. Dann muss ich nichts erklären. Dumbledore ist derzeit etwas beschäftigt, aber du hast ja eine Sonderposition. Kannst du mir ein Treffen mit ihm arrangieren?“
Draco runzelte verwirrt die Stirn. „Ich bin nicht sicher. Warum…?“
„Ich werde weglaufen und ich hoffe, dieser… Orden des Phoenix wird mir helfen, mich vor meiner Mutter zu verstecken. Sie helfen doch gegen alle dunklen Zauberer und Hexen, oder? Du weißt, wie meine Mutter ist. Sobald sie merkt, dass ich ihre Pläne nicht erfüllen und ihr keinen Reinblut-Erben schenken werde, bin ich überflüssig.“
Nach Meinung von Blaises Mutter überflüssig zu sein, war meistens tödlich – wobei es nie Beweise gab, die auf die schöne Hexe deuteten. Draco nahm die Information schweigend in sich auf. „Wirst du mit Tracey weglaufen?“, fragte er dann.
Blaises Gesicht entgleiste und er schüttelte den Kopf. „Du hast sie gehört. Sie will nicht. Es wäre wahrscheinlich sowieso ein erbärmliches Leben für sie, sie müsste die Verbindung zu ihren Freunden und ihrer Familie aufgeben, um bei mir zu sein. Ich… Sie glaubt mir nicht, und selbst wenn doch, ist sie wohl nicht mehr wirklich in mich verliebt. Ich habe sie zu sehr verletzt.“
„Warum tust du es dann?“, fragte Draco leise.
„Sollte Tracey jemals ihre Meinung ändern, werde ich ihr mehr bieten als nur eine… geschmacklose Affäre. Wenn ich jemals eine Andere finden sollte, für die ich das Gleiche fühle, will ich einfach mit ihr zusammen sein können. Mit jeder x-beliebigen schlafen zu können, aber nicht mit der einzig Richtigen zusammen sein zu können, ist scheiße. Ich will frei sein.“
„Weglaufen schenkt dir keine Freiheit.“
„Was schlägst du mir sonst vor?“, fragte Blaise scharf. „Meine Mutter umzubringen? Das kann ich nicht!“
Draco dachte eine Sekunde nach. „Du könntest dich eine Zeit lang verstecken und dem Ministerium Informationen liefern, die sie nach Azkaban bringen. Von dort aus kann sie dir nicht schaden.“ Noch als er es sagte, merkte er, dass das nicht wirklich eine Option war. Es gab genug Leute, die Blaise zu seinem Vater machen wollte. Aber Blaises Mutter war anders. Sie gab dem Wort ‚kalt’ eine neue Bedeutung.
„Sie ist meine Mutter.“
„Hat sie nicht deinen Vater umgebracht?“
Blaise seufzte und zuckte mit den Schultern. „Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Sie behauptet, sie war es nicht. Dass ein Zauber von ihm nach hinten losgegangen ist. Die Beweise stützen ihre Geschichte.“
„Ja, aber war das nicht kurz nachdem er die Scheidung eingereicht hatte?“
Blaise schüttelte den Kopf. „Es gibt auch Zufälle, Draco.“
„Sie hatte sieben solche Zufälle“, bemerkte Draco, „und jeder machte sie nur noch reicher.“
Blaise wandte den Blick ab. „Ich weiß. Und versteh mich nicht falsch, ich hasse sie von ganzem Herzen und ich traue ihr zu, dass sie mir oder Tracey Schaden zufügen würde, aber…“
„Sie ist deine Mutter.“
„Ja.“
Draco spürte neue Verbitterung gegen jene, die dachten, es wäre leicht, eine Wahl zu treffen. Tu was richtig ist – verrate deine Familie und sei völlig verlassen. Er zeigte seine Gedanken jedoch nicht, sondern zuckte nur mit den Schultern. „Auch gut. Ich schau, ob ich ein Treffen ausmachen kann.“
„Danke, Mann“, murmelte Blaise.
Sie waren wirklich ein fröhlicher Haufen.
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Vorschau
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„Außerdem“, sagte Astoria und kam etwas näher, „hast du vielleicht Glück und sie wird eifersüchtig.“
Er schnaubte bei der Vorstellung dieses unwahrscheinlichen Szenarios. „Du bist ein manipulatives kleines Biest, weißt du das?“
„Ja, natürlich. Ich will wirklich, dass du einwilligst, und ich tue, was dafür nötig ist.“
„Du würdest alles dafür tun?“, fragte er trocken.
„Nun…“, murmelte sie und kam noch näher.
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