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Fanfiction

The Bracelet - Kapitel 63

von Nitsrek

Sie waren zurück.

Draco stand halb verborgen in den Schatten zum Eingang zu den Kerkern und beobachtete, wie die Schüler durch den Haupteingang strömten und dabei eifrig von ihren Ferien erzählten.

Seine Ferien waren lang und sehr, sehr ruhig gewesen. Die Schule war ein unheimlicher Ort, wenn nur eine Handvoll Schüler dort waren und er hatte jede Sekunde seiner Zeit gehasst, aber sein oberstes Ziel war es gewesen, niemanden auf das Versteck seiner Mutter aufmerksam zu machen, damit Du-weißt-schon-wer sie nicht fand und für ihre Abkehr bestrafte. Wen kümmerte da schon so ein albernes Weihnachtsfest?

Aber er war nicht wirklich glücklich, dass alle zurück waren. Er war glücklich, dass eine bestimmte Person zurück war. Es war egal, dass er schon über seine eigene Dummheit stöhnte, mit den Augen rollte und sich selbst trat, es half nichts. Er musste sie sehen. Nur eine Sekunde. Dann würde er zurück in die Kerker gehen und sie wüsste es nicht einmal.
Er hasste es. Er hasste, dass er so erbärmlich klammerte. Er wollte frei von ihr sein. Zwei Wochen ohne sie hatten ihm gezeigt, wie schlimm es um ihn stand. Es war kein Tag vergangen, an dem er sich nicht fragte, was sie wohl tat und ob sie überhaupt an ihn dachte.

Natürlich war er tödlich gelangweilt, aber trotzdem… War es zu viel verlangt, nur ein paar Tage nicht an sie denken zu müssen?

Als sie hereinkam, war es wie ein Schlag in seine Magengrube. Verdammt. Er hatte gehofft, dass er irgendwie realisieren würde, dass er die ganze Sache nur in seinem Kopf aufgebauscht hatte. Hatte er nicht. Er sah sie und sofort reagierte alles in ihm. Er verstand nicht, wie das sein konnte. Sicher, sie war ganz attraktiv, aber es gab hübschere Mädchen. Nettere Mädchen.

Aber keine war wie sie.

Er hatte schon vor langer Zeit bemerkt, dass er ein Masochist sein musste.

„Soll ich raten, was du hier machst?“, fragte Blaise und stellte sich zu ihm.

„Ich weiß auch, warum du hier bist“, murmelte Draco. „Lass uns das einfach abhaken.“

Blaise antwortete nicht, sondern lehnte sich nur an die gegenüberliegende Wand und blickte in die Eingangshalle. Er hatte in den Ferien mit Dumbledore und anderen Ordensmitgliedern gesprochen. Er würde bis zu seinem Abschluss in Hogwarts bleiben, dann würde er an einen unbekannten Ort verschwinden. Er würde seine Mutter wahrscheinlich nie wieder sehen. Und – je nachdem, wie groß die Bedrohung war, die von ihr ausging – er würde auch nicht in der Lage sein, zu seinen anderen Freunden groß Kontakt zu halten.

Also würde Draco ab Juni nicht nur nicht mehr in der Lage sein, in den Schatten herumzulungern und Blicke auf eine gewisse Brünette zu werfen, sondern auch noch den einzigen Menschen verlieren, den er momentan als echten Freund zählte.

„Denkst du, dass Tracey etwas daran liegt, wenn ich ihr davon erzähle?“, fragte Blaise etwas besorgt.

„Ich weiß nicht“, antwortete Draco wahrheitsgemäß. „Vielleicht schon.“

Blaise seufzte. „Ihr würde etwas daran liegen. Sie würde sich freuen. Aber sie würde nicht mit mir kommen. Ich weiß nicht, warum zur Hölle ich mir das antue.“ Er wandte sich ab. „Kommst du, Draco?“

„Eine Sekunde“, murmelte Draco, unfähig zu gehen, bevor Hermine die Stufen hoch verschwunden war.

Ja, er war erbärmlich, und? Bald hätte er nicht einmal mehr das.

„Draco!“

Oh, nein. Draco zuckte bei dem lauten Ausruf des jüngeren Mädchens zusammen. Er wagte es nicht, in Hermines Richtung zu blicken, aus Angst, dass sie seinen Namen gehört und bemerkt hatte, dass er sie beobachtet hatte.

„Astoria“, seufzte er.

„Bei dir fühlt sich ein Mädchen immer willkommen. Du hast versprochen, dass du jetzt eine Antwort für mich hättest.“

Er rieb sich müde die Stirn. Er hatte irgendwie gehofft, dass sie ihren albernen Plan vergessen hatte. „Schau“, sagte er leise, „Ich denke nicht, dass der Nutzen so groß sein würde, wie du behauptest…“

Sie schnaubte. „Du bist also nicht hier, um… jemanden anzuschmachten, den du nicht haben kannst?“

Er wusste zu schätzen, dass sie seiner Besessenheit vor so vielen Leuten keinen Namen gab. „Bisher hat mich niemand bemerkt.“

„Ich habe dich bemerkt“, erklärte sie. „Und okay, wenn du nicht willst, ist das in Ordnung. Ich glaube nur, du hast nicht an die zusätzlichen Vorzüge gedacht.“

„Die da wären…?“, fragte er, obwohl er die Antwort fast fürchtete.

„Ich weiß, warum du so lange mit Pansy zusammen warst“, antwortete sie so leise, dass er sich anstrengen musste, um sie zu hören. „Du warst nie in sie verliebt, stimmt’s? Du hattest nur gerne jemanden – irgendjemanden – der da sein würde, wenn du körperliche Nähe wolltest. Du hast Schluss gemacht, weil du ihr wehgetan hast, obwohl sie dir wichtig war. Ich weiß, worum es dir geht und mir ist egal, dass du nichts für mich empfindest. Du wirst mich nicht verletzen. Ich kann für dich da sein, egal wie du mich brauchst.“

Draco wich geschockt zurück. Er war doch nicht deshalb mit Pansy zusammen gewesen! Oder? Er runzelte die Stirn. Und was bitte schlug dieses Küken da eigentlich vor?

„Außerdem“, sagte Astoria und kam etwas näher, „hast du vielleicht Glück und sie wird eifersüchtig.“

Er schnaubte bei der Vorstellung dieses unwahrscheinlichen Szenarios. „Du bist ein manipulatives kleines Biest, weißt du das?“

„Ja, natürlich. Ich will wirklich, dass du einwilligst, und ich tue, was dafür nötig ist.“

„Du würdest alles dafür tun?“, fragte er trocken.

„Nun…“, murmelte sie und kam noch näher. „Es gibt eine Sache, die ich nicht tun kann, da man einer achtzehnjährigen Hexe, die verheiratet werden soll, gegenüber gewisse Erwartungen hat, aber davon abgesehen…“

Wieder war Draco erstaunt. Wenn er nicht völlig daneben lag – und er war sich sicher, dass er das nicht tat – bot sie ihm mehr als nur Knutschen an, wenn er sich auf sie einlassen würde. Ihre Jungfräulichkeit zu erhalten, war reine Formsache; selbst er wusste, dass das genügend Spielraum für andere Dinge ließ.

„Das werden wir nicht tun“, erwiderte er schroff.

„Aber du stimmst zu?“, fragte sie, unbeeindruckt von seiner Zurückweisung.

Erschöpft fuhr er sich mit einer Hand durch die Haare. Ihre Aussage, dass er körperliche Nähe brauchte, traf ins Schwarze. Er hatte viel Zeit allein verbracht, weil Malfoys einfach zu schade waren, um sich mit jedermann einzulassen, und die Nähe zu Pansy hatte ihm immer über die Einsamkeit hinweggeholfen und ihn getröstet.

Vielleicht brauchte er genau so eine Beziehung. Er verbrachte sehr viel zeit allein und aufgewühlt, und es wäre völlig unschuldig. Niemand würde verletzt werden. Und vielleicht, nur vielleicht, würde er damit über diese Sache mit Hermine Granger hinwegkommen.

„Ja“, sagte er. „Ich denke schon.“

Mit einem erfreuten Kreischen warf sie ihm die Arme um den Hals und küsste ihn auf den Mund. Es war nicht der romantischste oder erotischste Kuss, den es je gegeben hatte, und er musste über ihren Überschwang lachen.

+++++

Hermine war froh, zurück in Hogwarts zu sein. Ihre Ferien waren zwar lustig gewesen, aber gegen Ende war die Anspannung immer weiter gestiegen. Ginny, die wusste, was sie Harry bald gestehen würde, war merkwürdig in sich gekehrt, Harry war verwirrt und misstrauisch und Ron… naja, Ron war gar nicht so übel gewesen. Er war nur etwas gereizt, wenn man ihn auf Liebesdinge ansprach. Er fand, dass es niemanden etwas anging, was er tat, und Hermine verstand ihn. Sie hatte auch nicht immer Lust, Einzelheiten ihrer Beziehungen zu teilen.

Ginny klebte derzeit an Hermine. Sie schien einem privaten Treffen mit Harry aus dem Weg zu gehen. Hermine störte das nicht. Sie hatte schon immer das Gefühl gehabt, dass Ginny hauptsächlich freundlich zu ihr war, weil sie die Freundin ihres Bruders und ihres Traummannes war, aber nachdem sie ein Geheimnis teilten – Ginnys dunkles Geheimnis, um genau zu sein – war die Rothaarige sehr viel freundlicher als sonst. Nachdem keine von beiden eine beste Freundin hatte, war das vielleicht ganz gut.

Vorausgesetzt, es würde über dieses kleine Geheimnis hinausgehen.

Sie betraten gerade den ersten Treppenabsatz, als jemand quietschte. „Draco!“

Obwohl sie es besser wusste, schnellte Hermines Kopf zur Seite und sie entdeckte Draco und Astoria Greengrass im Gespräch.

„Oh, ist das nicht süß. Er holt seine Freundin hier oben ab.“ Ginnys Sarkasmus war fast greifbar.

Hermine zuckte mit den Schultern. „Ist das nicht normal, wenn man eine Freundin hat?“

„Deiner ist nicht hier“, bemerkte Ginny und Hermine zuckte zusammen. Wie immer hatte sie keine Ahnung, was Theo tat oder wo er war. „Wir sehen uns später, also wieso sollte er?“, murmelte sie und schämte sich etwas, dass sie den Drang verspürte, ihn zu verteidigen. Nur weil sie zusammen waren, hieß das nicht, dass sie jede Sekunden mit peinlichen Zurschaustellungen ihrer Gefühle verbringen mussten, verdammt.

Ginny antwortete nicht und Hermine blickte wieder auf das Pärchen am Fuß der Treppe. Draco sah nicht gerade glücklich aus. Er wirkte eher in die Enge getrieben, aber dann besprang Astoria ihn plötzlich, küsste ihn, und er lachte. Hermine wandte den Blick ab. Manche Leute mochten anscheinend peinliche Zurschaustellungen.

„Ich verstehe ihn nicht“, sagte Ginny mit gerunzelter Stirn.

„Musst du auch nicht“, erwiderte Hermine. „Außer, du möchtest mit noch einem Slytherin was haben…“

Ginny sah Hermine böse an. „Als würde es so weit kommen. Ich meine nur, dass ich wirklich nicht verstehe, was in ihm vorgeht.“

„Spielt das eine Rolle?“ Hermine fühlte sich müde und wäre am liebsten auf ihr Zimmer gegangen, um zu schlafen. „Komm schon, gehen wir.“ Sie lief langsam in Richtung Gryffindor-Turm.

„Er hatte mich gerade überzeugt, dass er dich mag“, murmelte Ginny. „Und er hat Boots Nase gebrochen, aber dann, einen Tag später – Greengrass! Das ist doch nicht normal.“

„Er handelt überstürzt. Seine Gefühle ändern sich ohne Vorwarnung“, erklärte Hermine geduldig. „Als ich das Armband trug, wurde er mit einem Wimpernschlag ernst, dann fröhlich, dann wütend. Es macht nur Sinn, dass seine Zuneigung genau so schwankt.“

„Du glaubst also, dass er auf dich gestanden hat?“

Hermine dachte eine Sekunde nach, dann schüttelte sie den Kopf. „Nicht wirklich. Die Magie hat das gemacht. Das hat inzwischen nachgelassen.“

„Zum Glück“, sagte Ginny etwas skeptisch.

Ja… zum Glück… Es war aber nicht gerade gut für ihr Ego, wie schnell er mit der Magie fertig geworden ist. Und sie wusste immer noch nicht, warum er ihr das Armband und den Ring gegeben hatte. Das war doch eine komische Geste, wenn er über sie hinweg war.

+++++

Klonk. Klonk. Klonk. Klonk.

„Interessantes Spiel.“

Hermine erschrak und das Tintenglas, das einen willkürlichen, ungeschickten Tanz vollführt hatte, fiel samt Feder runter. Instinktiv griff sie nach dem Glas, damit sich nicht Tinte und Glas überall verteilen würden, und bespritzte dabei ihre Hände völlig mit Tinte, da das Glas – natürlich – nicht richtig verschlossen gewesen ist. Sie stöhnte und versuchte vergebens, das Schlimmste mit einem Stück Pergament zu beseitigen.

Theo trat ins Büro. „Tut mir leid. Ich wollte dich nicht erschrecken.“

„Schon okay“, murmelte sie ohne aufzusehen.

Er kam zu ihr und mit der Hilfe einiger Reinigungszauber von jemandem, der einen Zauberstab halten konnte, ohne ihn vollzukleckern, waren ihre Hände letzten Endes eher rosa als blauschwarz. Da sie ihre Hände so lieber mochte, war sie mit dem Ergebnis ganz zufrieden.

„Wie waren deine Ferien?“, fragte er.

Hermine zuckte mit den Schultern und betrachtete ihre Hände.

„Du bist sauer auf mich.“

„Nein“, sagte Hermine, schüttelte den Kopf und zwang sich, ihn anzulächeln. „Ich bin nicht sauer.“ Nur enttäuscht, dass du mich nicht einmal in der Eingangshalle begrüßt hast.

„Dumbledore hat mit mir ein paar zusätzliche Aufgaben besprochen“, sagte er, da er anscheinend wusste, warum sie schlecht gelaunt war. „Außerdem dachte ich, du würdest hierher kommen und wir könnten in Ruhe reden.“

Sie zuckte mit den Schultern, immer noch unsicher. Sie konnte den Gedanken nicht abschütteln, dass - wenn sogar jemand wie Draco Malfoy, dem seine Freundin eher gleichgültig war, kommen würde – Theo sie nicht im Geringsten vermisst zu haben schien.

Theo seufzte. „Es tut mir leid. Ich wusste nicht, dass du eine hastige, öffentliche Begrüßung haben wolltest.“

Hermine knirschte verärgert mit den Zähnen. „Schon okay“, erwiderte sie kühl. „Ich meine, macht doch nichts, dass meine Freunde denken, ich wäre dir egal.“

„Es geht also nur darum, was deine Freunde denken?“, fragte er.

Sie wandte den Blick ab. Er verstand es nicht einmal. Sie hatten sich wochenlang nicht gesehen und seiner Reaktion nach waren es nicht mehr als zwei Stunden gewesen. „Ich muss gehen“, sagte sie abrupt und stand auf.

„Warte!“, sagte Theo und packte ihren Arm. „Geh nicht.“

„Warum nicht?“, fragte Hermine und versuchte angestrengt, ihre Gefühle zu verbergen. Seine Selbstbeherrschung und unklare Ausdrucksweise ließen sie überemotional werden. „Ich meine, wir sehen uns im Unterricht, oder?“

Er sah zu Boden und sie glaubte, ein Stirnrunzeln zu sehen; das erste Anzeichen, dass es ihm nicht völlig egal war. „Schon, aber… geh noch nicht.“

„Müssen wir etwas besprechen?“

„Eigentlich schon, aber das ist nicht -“

„Was denn?“, unterbrach sie ihn. Sie wollte wirklich weg, ihr Kissen rief schon nach ihr.

„Hermine! Bitte.“ Er sah auf und seine Augen wirkten so müde, wie sie sich fühlte. „Nur weil ich dir nicht gleich entgegen geeilt bin, heißt das nicht, dass ich dich nicht sehen will. Können wir bitte einfach reden?“

„Du hast mir nicht geschrieben“, sagte sie und fühlte sich jämmerlich.

Er wirkte etwas vor den Kopf gestoßen. „Hättest du das gewollt? Ich dachte, du wärst mit deinen Freunden beschäftigt.“

„Jetzt bist du albern.“

Jetzt runzelte er die Stirn. „Woher hätte ich das denn wissen sollen? Ich weißt nicht, wie das so läuft.“

„Wie was läuft?“ Er war Theo. Theo wusste alles!

Er zuckte mit den Schultern. „Weihnachten. Große Familien. Viele Freunde. Ich dachte, du willst nicht, dass ich dich ständig störe. Es hat nicht den Eindruck gemacht, als würdest du viel Zeit mit mir verbringen wollen. Ich dachte, du wolltest Abstand. Außerdem hättest du mir auch schreiben können.“

Hermines Wangen färbten sich rot. „Daran schienst du nicht besonders interessiert!“

„Warum sollte ich kein Interesse daran haben, von dir zu hören?“ Er wirkte aufrichtig verwirrt. „Ich war nur hier. Ich hatte kaum Kontakt zu irgendwem, außer den Lehrern und manchmal Zabini, und das ersetzt nicht gerade ein ausgefülltes Sozialleben. Es waren ehrlich gesagt zwei lange Wochen.“

Hermine fühlte sich plötzlich wie ein Idiot. Sie war so damit beschäftigt gewesen, auf ein Zeichen zu warten, dass sie ihm wichtig war, dass sie überhaupt nicht daran gedacht hatte, dass es ihm vielleicht genau so ging. „Tut mir leid“, flüsterte sie. „Das war wohl mein Fehler.“

„Nein“, murmelte er. „Ich denke, ich weiß, warum du denken würdest… aber ich dachte, du wüsstest, dass ich immer von dir hören will. Ich will dich immer sehen. Ich bin bisher nur auf Abstand gegangen, weil…“ Er verstummte und zuckte mit den Schultern. „Ich weiß nicht, ob irgendeine Entscheidung die richtige gewesen wäre, aber ich wollte dir nicht sagen, dass ich das hier nicht will. Es fällt mir in letzter Zeit schwer, dich zu verstehen. Und wenn du willst, dass ich mehr aus mir rauskomme, werde ich das versuchen.“

„Nein“, sagte sie, kaute auf ihrer Lippe und wrang die Hände. „Du solltest du sein.“

Er löste vorsichtig ihre Hände und hielt sie fest. „Ich wollte dir etwas schenken, aber ich war nicht sicher, ob du das willst.“

„Oh.“ Hermine spürte, wie ihre Wangen heiß wurden. Sie hatte das Thema Geschenke gemieden, weil sie keine Idee hatte, was sie jemandem wie Theo schenken könnte. „Mach dir darüber keine Gedanken, ich brauche nichts.“

Er lächelte sie an. „Das klingt, als würde ich dir eine Zahnbürste oder eine Feder schenken wollen. Und vielleicht will ich dir einfach etwas schenken.“

„Naja“, murmelte Hermine. „Nachdem ich gerade Tinte über meine Lieblingsfeder gegossen habe…“

Er zog an ihren Händen. „Du willst mich ablenken. Das musst du nicht tun. Sag einfach nein, wenn du es nicht willst oder wenn du dich dabei unwohl fühlst.“

Ihre Augen weiteten sich und ihr Mund klappte auf. Er hatte wirklich etwas? „A-aber ich habe…“ Sie schluckte und fühlte sich wie die schlechteste Freundin auf Erden. Sie wollte weinen. Sie blinzelte schnell und versuchte, den unerklärlichen Gefühlsausbruch unter Kontrolle zu halten. Verdammt, was war heute los mit ihr?

Sie hatte ihm vorgeworfen, dass er sie nicht vermisste und sie nicht sehen wollte, dabei war sie die gedankenlose Kuh. War das Ironie!

Hermine Granger, Schulsprecherin, Alleswisserin, Bücherwurm und beste Freundin des Jungen, der überlebte, hatte sich noch nie so klein, verwirrt oder hilflos gefühlt.

+++++

Vorschau

+++++

„Ich will, dass wir zusammen sind“, sagte er leise. „Wirklich. Aber ich bin nicht sicher, ob du… Ich wollte dir nur etwas schenken. Ohne Hintergedanken. Und wenn es dir nicht gefällt, musst du es nicht behalten.“

Sie wich noch weiter zurück und verschränkte die Arme. „Du denkst, ich will nicht, dass wir zusammen sind?“

Sein Gesichtsausdruck schwankte. „Natürlich, aber… Man weiß nie. Dinge ändern sich. Man kann die Zukunft nicht immer vorhersagen.“


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