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Fanfiction

The Bracelet - Kapitel 73

von Nitsrek

Sollte die Schulzeit nicht lustig sein?

Draco konnte es kaum erwarten, Hogwarts und all die Probleme, die er sich verursacht hatte, hinter sich zu lassen.

Natürlich würde das bedeuten, dass er allein mit seiner Mutter in freiwilliger Isolation leben musste. Er liebte seine Mutter, sicher, aber er konnte sich weitaus interessantere Dinge für seine achtzehn Jahre vorstellen als sich allein mit ihr in einem geheimen Unterschlupf ohne Kontakt zur Außenwelt verstecken zu müssen.

Sollten nicht eigentlich die Guten den Dunklen Lord besiegen, damit er sich nicht verstecken musste?

Die ließen sich ganz schön Zeit.

Nachdem er aber immer noch fast fünf Monate vor sich hatte, musste er sich wohl vorerst noch mit seinen Problemen befassen.

Befassen bedeutete natürlich ‚Unannehmlichkeiten vermeiden’. Also mied er im Moment Theo, Granger und Astoria. Pansy auch, wobei sie gut ohne ihn zurechtzukommen schien. Er konnte nicht genau sagen, ob er auch Blaise mied. Wenn man berücksichtigte, wie wenig er von Blaises Beziehungstipps hören wollte, konnte man davon ausgehen.

Er mied also im Prinzip jeden, den er mochte.

Das war beschissen.

Er saß derzeit spät nachts im verlassenen Gemeinschaftsraum, weil er einfach nicht schlafen konnte. Nachdem Wochenende war, wäre es kein Problem, wenn er ausschliefe, aber er hatte vorhin in seinem Zimmer einfach keine Ruhe gefunden und beschlossen, hier zu lesen.

Er zog es wirklich vor, nicht im Wachzustand in der Nähe seines Bettes zu sein. Seine Erinnerung an den letzten Vorfall war noch zu lebendig. Er ertappte sich regelmäßig dabei, wie er sich wünschte, sie würde wiederkommen, aber man musste kein Genie sein, um zu wissen, dass sie das nicht tun würde. Fernbleiben war die klügere Entscheidung. Für sie beide.

Verdammte Hormone.

Mit einem verärgerten Knurren stand er auf. Es war Zeit, zu schlafen oder zumindest einen Versuch zu erleiden.

Er hatte gerade die Tür erreicht und wollte sie öffnen, als er hörte, wie sich eine andere Tür, den Gang weiter runter, leise öffnete und schloss, gefolgt von leisen Schritten. Ziemlich erstaunt zögerte er und wartete ab, wer das wohl war. Als er sie sah, klappte sein Mund auf.

„Uups“, murmelte sie und zappelte nervös rum.

Er räusperte sich. „Und was machst du hier, Davis?“, fragte er.

Sie hob die Nase in die Luft. „Du bist nicht mein Boss, Malfoy.“

Nein, das war er nicht. Aber er konnte wirklich nicht sagen, ob er hoffte, dass Tracey Davis gerade aus Blaises Zimmer oder einem anderen geschlüpft war.

Er runzelte unbewusst die Stirn. „Wenn du bei Blaise warst, verstehe ich nicht, warum er nichts gesagt hat.“

Das Mädchen errötete und wandte den Blick ab. „Ich bleibe lieber unbemerkt.“

Etwas klickte. Ein wirklich hässlicher Gedanke, der dafür sorgte, dass er die unschuldig-spielende kleine Kuh vor seiner Nase am liebsten geschüttelt hätte, bis sie es auch verstand.

„Du benutzt ihn.“

„Nein, tue ich nicht.“ Ihre Schamesröte strafte ihre Worte Lügen.

Draco lehnte seine Schulter gegen die kalte Steinmauer und verschränkte die Arme vor der Brust. „Man sollte meinen, du wüsstest, wie sich das anfühlt. Aber langsam denke ich, dass du es vielleicht doch nicht weißt und ihm von Anfang an nur etwas vorgemacht hast.“

Ihre Augen weiteten sich und ihr Mund öffnete sich empört. „Er -“ Sie hielt inne und sah sich um, dann machte sie einen Schritt näher und sprach leiser weiter. „Er wollte es so. Er sagte, es wäre okay, so… wie es ist. Er wollte mich nicht in Ruhe lassen! Was hätte ich deiner Meinung nach tun sollen?“ Am Schluss war ihre Stimme eher ein Fauchen.

„Du hättest nicht jemanden ausnutzen dürfen, nur um deine Befriedigung zu bekommen. Zumindest nicht ihn. Was ist das hier? Rache? Du solltest inzwischen wissen, dass es ihm leid tut und dass er mehr von dir will als ein gelegentliches Stelldichein.“

„Eine Entschuldigung macht die Dinge auch nicht besser“, murmelte sie.

„Also ist es wirklich Rache?“

„Nein, es…“ Sie seufzte und schloss eine Sekunde die Augen. „Du denkst wirklich, dass er nicht damit klarkommt?“

„Er kommt damit klar. Aber du machst ihm etwas vor, wenn du es nicht ernst meinst.“

„Aber ich habe ihm gesagt -“

„Bevor oder nachdem du wieder mit ihm ins Bett gestiegen bist?“

Ihr Mund bildete eine schmale, kleine Linie. Er hatte es geschafft, sie zu verärgern. Das war ihm aber ziemlich egal.

„Ich sehe deinen Standpunkt, Malfoy.“

„Ach ja? Wirklich?“, fragte er. „Nur weil er leicht ins Bett zu kriegen ist, heißt das nicht, dass er keine Gefühle hat, Davis.“

„Du scheinst zu gern zu vergessen, wie er meine Gefühle ausgenutzt hat“, erinnerte sie ihn kühl.

„Deine Gefühle sind mir egal. Du zählst nicht zu meinen Freunden. Und in wie vielen Sprachen muss er dir noch sagen, dass es ihm leid tut, bevor du endlich deinen Kopf aus deinem Arsch ziehst? Ich denke, er hat es schon ein paar Mal versucht.“ Er bedachte ihre zerzausten Haare und ihre geschwollenen Lippen mit einem bedeutungsschweren, höhnischen Lächeln, dem unfreundlichsten, das er schaffte.

Ihre Röte kehrte zurück, diesmal aus Wut und Verlegenheit. „Ich werde ihm sagen, bei wem er sich dafür bedanken kann, dass ich nicht mehr zu ihm komme“, sagte sie, bevor sie davon stürmte.

Und Draco war sicher, dass Blaise das zu schätzen wüsste.

+++++

„Wie konntest du das tun?“

Draco zuckte zusammen. Davis hatte wirklich nicht lange gebraucht, um Blaise von ihrer Unterhaltung zu erzählen, was? Er hatte sich kaum zu seinem etwas verspäteten Frühstück hingesetzt, da war er schon da: Ein wirklich wütender Blaise.

Wobei ‚wütend’ wahrscheinlich das falsche Wort war. Er wirkte… verletzt.

„Ich habe ihr nur die Wahrheit gesagt.“

„Und wie würdest du dich fühlen, wenn ich einer gewissen Person von dein kleines Geheimnis erzählen würde?“

Dracos Hand hielt auf dem halben Weg zum Brot an. „Das ist nicht vergleichbar. Das hier war wohl kaum ein Geheimnis.“

„Ach ja? Man könnte sagen, deins ist auch nicht gerade geheim.“

Wieder zuckte Draco zusammen. „Schau, es tut mir leid. Aber wenn sie gewollt hätte, dass eure, äh, Beziehung weitergeht, hätte sie mich einfach ignorieren können. Ich habe sie zu nichts gezwungen.“

„Nein, stattdessen hast du sie manipuliert. Ihr gesagt, dass es mir nicht genug ist. Sie ist kein Monster; sie will mich nicht verletzen, also hat sie mir gesagt, dass es aus ist. Dank dir.“

„Und, war es dir genug?“

„Vorerst schon, ja! Ich hätte es ausbauen können, aber du musstest ja alles kaputt machen!“
Draco rieb sich erschöpft die Augen. Er war müde. „Blaise… wenn sie nicht fühlt-“

„Was? Bist du jetzt der Experte, was möglich ist und was nicht?“, unterbrach Blaise. „Du? Der nicht einmal merkt, wenn ein Mädchen wirklich Interesse an ihm hat? Ja, ich weiß davon, auch wenn du mir sicher nicht davon erzählt hast.“

Er wusste von Astoria? „War nicht meine Aufgabe, das zu erzählen“, murmelte Draco.

„Du bist so damit beschäftigt, irgendein Vermögen zu beschützten, über das du dich übrigens in sieben Jahren ganz alleine freuen kannst, wenn du dir weiter dein Glück verbaust, dass du nicht einmal merkst, dass du dir etwas Gutes entgehen lässt, für das manch Anderer töten würde. Und du willst mir sagen, was im Bereich des Möglichen liegt?“

„Gut!“ Draco hob die Hände in die Luft, weil er nicht wirklich wollte, dass es weiterging. „Ich hätte nichts zu ihr sagen sollen. Das war nicht in Ordnung. Tut mir leid.“

„Ja, gut…“ murmelte Blaise und blickte auf seinen leeren Teller, „… das hilft mir hier auch nicht weiter, oder? Du hast es kaputt gemacht. Ich hätte endlich mit ihr glücklich werden können und das hast du nicht ertragen, oder? Du musstest sicher stellen, dass alle so unglücklich sind wie du.“

„Du weißt, dass ich das nicht-“

„Ehe.“

Draco konnte nicht ganz folgen, also blinzelte er nur und blieb still.

„Ehe“, wiederholte Blaise. „Das wollte ich ihr irgendwann vorschlagen. Um ihr zu beweisen, dass ich es ernst meine. Es hätte vielleicht nicht funktioniert, sie hätte vielleicht abgelehnt, aber das war mein Plan. Ich wollte nur etwas Zeit damit verbringen, sie daran zu erinnern, wie gut wir anfangs zusammengepasst haben. Ihr zeigen, wie sehr ich sie liebe; dass ich alles für sie tun würde. Mich anstrengen, damit sie sich wieder in mich verliebt. Und jetzt, deinetwegen, ist alles KAPUTT!!!“

Das Klirren seines Tellers und seines Bestecks auf dem Boden war so plötzlich und der Schrei so laut, dass einige Schüler in der Großen Halle sich zu Blaise umdrehten. Draco war nur froh, dass niemand nahe genug saß, um den Rest mit anzuhören.

„Und warum?“, zischte Blaise. „Damit du dich besser fühlst, dass sie mich nicht mehr benutzt? Weißt du was? Ich hoffe, du lernst daraus. Ich hoffe, du merkst, was du vielleicht hättest haben können. Und wenn es soweit ist, hoffe ich, dass es zu spät ist und dass du dein Leben lebst, ohne es je zu kriegen.“

Draco verzog das Gesicht. „Sei vernünftig. Du hättest sie sowieso nicht heiraten können. Du bist erst achtzehn und -“

„Und du kannst nicht entscheiden, was ich tun kann und was nicht!“, unterbrach Blaise. „Nur weil du etwas nicht willst, heißt das nicht, dass der Rest von uns auch nicht darf. Ich wollte es. Mehr als alles andere. Du hast sichergestellt, dass das nicht passiert. Du weißt es nicht, oder, Draco? Du kannst dir nicht vorstellen, wie es ist, es zu versuchen und auch wirklich zu kriegen, was du willst; wie es ist, um dein Glück zu kämpfen. Ich war einen Schritt weiter und du hast alles zerstört!“

Darauf hatte Draco wirklich keine Antwort. Blaise starrte ihn noch ein paar Minuten an, dann ging er abrupt.

Nachdem Blaise weg war, entschied Draco, dass das wirklich nicht sein Jahr war.

+++++

„Mr. Malfoy!“

Als Draco gerade die Große Halle verlassen wollte und die Hauslehrerin von Gryffindor direkt auf sich zukommen sah, überlegte er sofort, was er getan haben könnte, um sie gegen sich aufzubringen.

Zum ersten Mal seit Beginn seiner Schulzeit in Hogwarts fiel ihm wirklich nichts Schlimmes ein.

Das würde aber vermutlich sie nicht davon abhalten, sich etwas einfallen zu lassen. Es war auch durchaus möglich, dass sich jemand etwas ausgedacht hatte und sich nun irgendwo ins Fäustchen lachte.

„Mr. Malfoy“, wiederholte Professor McGonagall, „haben Sie Miss Granger gesehen?“

Draco starrte eine Sekunde ins Leere. „Äh… was?“

„Die Schulsprecherin.“ Sie schenkte ihm einen Blick, der deutlich seine Intelligenz in Frage stellte.

„Ähm, nein. Nein, habe ich nicht. Sie muss früher gegessen haben.“

„Gut.“ Die Lehrerin runzelte geistesabwesend die Stirn. „Könnten Sie ihr diese Notiz von mir geben? Versuchen Sie erst gar nicht, es selbst zu lesen. Das Schreiben ist magisch versiegelt und Sie wollen sicher nicht herausfinden, welcher Fluch darauf liegt.“

„Nein!“ Draco zuckte zusammen, als Professor McGonagalls Blick sich durch seinen Ausruf wieder mit ganzer Kraft auf ihn richtete. „Ich meine… Mädchenschlafsäle. Das kann ich nicht.“

„Versuchen Sie nicht einmal so zu tun, als wüssten Sie nicht, dass Sie als stellvertretender Schulsprecher in die Mädchenschlafsäle dürfen.“ Nun stellte ihr Blick seine Intelligenz nicht mehr in Frage.

Draco unterdrückte eine Grimasse. „Aber-“

„Ich glaube ich weiß, was das Problem ist“, murmelte McGonagall und blickte ihn mit gefährlich zusammengekniffenen Augen an.

Seine Wangen färbten sich rosa. Toll. Jetzt errötest du schon wie ein Mädchen. Sehr schön, Draco. „Ich bin sicher, es ist nicht-“

„Es liegt an ihrer Herkunft, nicht wahr?“

„Ihrer-? Oh. Ja! Auf jeden Fall, das ist der Grund!“ Er nickte etwas zu enthusiastisch.

„50 Punkte Abzug für Slytherin!“

Er zuckte zusammen. Den Lehrern zu versichern, dass er immer noch ein Rassist war, war vielleicht kein sonderlich guter Plan. Aber es war immer noch sehr viel besser als die Alternative…

Die ältere Hexe seufzte und schüttelte den Kopf, während sie zweifellos den Glauben an die reinblütige Jugend von heute verlor. „Für so etwas habe ich keine Zeit. Bringen Sie ihr das, dann können Sie wieder gehen. Es werden im Leben noch weitaus schlimmere Aufgaben auf Sie zukommen.“ Sie drückte ihm den Zettel in die Hand.

„Aber, Professor…“, jammerte er.

„Was?“

„… Sie ist in Gryffindor.“ Und es war Samstagfrüh. Und bei den Mädchenschlafsälen. Er könnte sich genauso gut eine Zielscheibe aufmalen und sein Testament machen, wenn er dort hoch ging.

„Tatsächlich…“ McGonagall drehte ihm den Rücken zu. „Dann trödeln Sie lieber nicht rum.“

Draco starrte den Rücken der Lehrerin an. Hatte sie gerade gegrinst? Das war’s! Die alte Ziege war eindeutig böse!

+++++

Als es an Hermines Tür klopfte, war ihre erste Reaktion ein Stirnrunzeln. Sie saß auf ihrem Bett und legte das Buch, das sie las, beiseite.

Es wurde nicht oft an ihrer Tür geklopft. Das lag hauptsächlich daran, dass sie sowieso nicht viel Zeit hier verbrachte und Harry und Ron ohnehin nicht an ihrer Tür klopfen konnten.

Noch ein Klopfen.

Sie war nicht einmal richtig angezogen. Sie trug ihre sehr Muggel-hafte Schlafanzughose und ein T-Shirt, weil… naja, es bequem war.

Das war doof, denn die Person an der Tür war wahrscheinlich Ginny und Ginny, die sehr viel mädchenhafter war, verstand nicht, dass sie Bequemlichkeit einem anständigen Auftreten vorzog. Man sollte wirklich meinen, dass sie bei sechs älteren Brüdern etwas burschikoser wäre.

Zu blöd, dass die Leute nicht immer Stereotypen entsprachen.

Das dritte Klopfen war fast drängend.

Sie seufzte und stand auf, scheuchte dabei eine schlafende Katze auf, und durchquerte barfuß ihr Zimmer. Wehe, wenn das hier nicht wichtiger war als irgendein Tratsch über Harry oder – noch schlimmer – irgendjemanden, der ihr ganz egal war.

Beim vierten Klopfen öffnete sie dir Tür.

„Das wurde aber auch Zeit“, fauchte Malfoy fast, blickte sich nervös auf dem Gang um und drückte sich uneingeladen an ihr vorbei, bevor sie sich von ihrer Überraschung erholen konnte.

Was machte der denn hier?

„Ich wüsste nicht, dass ich dich gebeten habe, hierher zu kommen“, sagte sie, als sie eher zögernd die Tür hinter ihm schloss.

„Ich-“ Er unterbrach sich, als er sich zu ihr umdrehte und die Stirn runzelte. „Muggelding?“ Er deutete auf ihre Klamotten.

Hermine spürte, wie ihre Wangen wärmer wurden und verschränkte die Arme abwehrend vor der Brust. „Soweit ich weiß, tragen auch Zauberer und Hexen Kleidung.“

Draco grinste. „Soweit ich weiß, haben wir auch Wäschekörbe“, sagte er und zeigte auf einen Kleiderhaufen. „Du bist wirklich eine Chaotin, oder?“

Hermine funkelte ihn an, hob den Umhang auf und räumte ihn weg. „Das geht dich nichts an. Warum bist du hier?“

„Weil McGonagall mich tot sehen will.“ Er gab ihr die Notiz.

„Oh, okay.“ Sie nahm das Schreiben entgegen.

„Du willst nicht einmal wissen, warum sie mich tot sehen will?“, beklagte er sich und setzte sich auf ihren einzigen Stuhl.

Sie zuckte mit den Schultern. „Nicht wirklich. Das ist eine gewohnte Reaktion.“ Sie tätschelte seine Schulter.

Er verzog das Gesicht. „Danke.“

Sie öffnete die Notiz. „Oh, ich bin sicher, dass sie nicht will, dass du stirbst“, räumte sie ein.

„Warum schickt sie mich dann her? Mit einem dämlichen Zettel? Was ist so wichtig, dass es nicht warten konnte? Du weißt schon, dass ich durch euren Gemeinschaftsraum laufen musste, oder? Und auf meinem Rückweg dann nochmal. Mit dem Rücken zu deinen Leuten!“

Sie ignorierte Malfoys Gezeter und las die Notiz. Nun verzog sie das Gesicht. „Ich darf alle Rundenpläne, die ich gestern Abend noch fertig gemacht habe, noch einmal machen!“

Draco lachte und sie sah ihn böse an. „Oh, komm schon“, sagte er kichernd. „Das ist lustig, wenn du an meiner Stelle bist. Warum eigentlich?“

Hermine schürzte die Lippen. „Heute Nacht wollen sie etwas Wichtiges an einen anderen Ort in der Schule bringen. Irgendein Artefakt oder so. Sie wollen keine Aufmerksamkeit darauf lenken, indem sie die Auroren einspannen, aber ich soll mehr Leute einsetzen, um die Gänge zu sichern. Das heißt, dass jetzt alle einmal die Woche Patrouille laufen müssen; klingt das nicht toll?“ Sie wandte ihm den Rücken zu und ergab sich der Tatsache, dass sie ihren Samstag mit dieser Aufgabe verbringen würde.

Er machte ein begeisterungsloses Geräusch. „Warum nur wir? Warum nicht alle älteren Schüler? Oder, du weißt schon, zumindest die Guten? Lass Potter durch die Gänge laufen und sich überflüssig vorkommen, weil nichts Bedrohliches da ist, nur Schatten und freche Gemälde.“

„Besprich das mit denen, die sich das ausgedacht haben“, antwortete sie neutral, wobei sie bemerkte, dass er ihren Arbeitsplatz besetzte.

„Ja… Vielleicht tue ich das.“

Sie stellte sich vor ihn und stieß ihn eher wirkungslos mit ihrem nackten Fuß an. „Du sitzt auf meinem Platz.“

Er hob eine Augenbraue. „Was willst du dagegen tun?“

Sie tat, als würde sie darüber nachdenken. „Dich verfluchen. Und dir dann meine Freunde auf den Hals hetzen. Und dich dann noch mehr verfluchen.“

„Nein, danke“, murmelte er und stand abrupt auf, sehr viel zu nah.

Hermines Augen weiteten sich überrascht, als sie ihn ansah. Er hatte wieder diesen Blick in den Augen. Dieser Blick, der nichts Gutes bedeutete. Nein, das war definitiv nicht gut. Es war nie gut.

+++++

Vorschau

+++++

Anscheinend sah Hermine seine Belustigung als Beleidigung. „Und du bist ein egozentrischer, eitler, rücksichtsloser, manipulativer, unhöflicher…“

Draco hörte irgendwie nicht mehr zu, während die Liste immer länger zu werden schien, ohne dass etwas Neues dazu kam. Er wusste das schon alles und sie wusste, dass er es wusste, also war das nur heiße Luft.

Als sie endlich Pause machte um Luft zu holen, zuckte er mit den Schultern und sagte, „Du bist auch nicht gerade toll.“


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Es war wirklich schwierig, niemandem erzählen zu dürfen, dass ich die Rolle der Cho Chang bekommen hatte, wo es doch so verlockend war! Ich hatte meinen Freunden erzählt, dass ich zum Vorsprechen gehen würde, also haben sie immer wieder gefragt, ob ich sie nun bekommen hätte. Ich musste dann immer sagen, dass ich nich glauben würde, dass ich sie bekommen hätte und nach einer Weile hören sie auf, mich danach zu fragen. Als ich es ihnen zu guter letzt erzählt habe, haben sie einfach nur geschrien. Meine Freunde haben mich wirklich unterstützt.
Katie Leung