
von Nitsrek
Draco betete um Beherrschung. Er verlor den Verstand. Er hatte noch nie auch nur annähernd etwas so Erotisches gesehen wie eine nackte Hermine, die sich in seinen Armen wand und stöhnte, und er bezweifelte, dass sie sich bewusst war, dass sie seine Hand mit ihren Oberschenkeln einquetschte oder wie sie sich an ihn klammerte und leise in sein Ohr stöhnte. Sie wusste sicher nicht, dass sie rot anlief, kurz bevor sie kam, und wie ihre Augen verklärter und verklärter wurden, bis –
Er würde nicht durchhalten.
Er hatte es schon vorher vermutet, und das war auch teilweise der Grund, warum er sie zuerst kommen lassen wollte, aber jetzt wusste er es sicher. Nie im Leben würde er hiernach noch lange durchhalten können. Sein ganzer Körper zitterte vor Anstrengung und er wollte einfach nur noch loslassen, aber er konnte nicht. Noch nicht.
Hermines Körper entspannte sich ein wenig und er schaffte es, seine Hand zu befreien. Nicht dass er das unbedingt wollte; er musste einfach. Er lehnte sich zurück und betrachtete sie.
„Was tust du da?“, murmelte sie.
Unter Wichsvorlage abspeichern.
Wahrscheinlich nicht, was sie hören wollte.
„Du siehst wunderschön aus.“ Er log nicht. Normalerweise hätte er es nicht gesagt, aber in Anbetracht der Umstände war es gar keine so schlechte Aussage.
Sie wirkte jedoch verärgert. Dieser Gesichtsausdruck, der ihm deutlich zeigte, dass sie seine Worte für eine Lüge hielt. „Klar.“
„Hör auf damit“, murmelte er und küsste sie, weil er etwas tun musste, bevor ihn seine knallharte Erektion umbrachte. „Ich darf denken, dass du wunderschön aussiehst“, fügte er hinzu.
Ihr Gesicht wurde sanfter. „Tut mir leid“, sagte sie leise. „Es ist nur offensichtlich, dass du nicht bei Verstand bist.“ Sie zog ihn zu einem weiteren Kuss an sich und presste ihre nackte Pracht an ihn.
Er wollte fragen, wie lang sie sich ausruhen musste, aber er wollte nicht, dass sie es falsch verstand. Also entschied er sich, einfach zu leiden, bis sie die Initiative ergriff. Wenn er noch so lange lebte.
„Sollte die da nicht weg?“, fragte sie und zeigte auf seine Unterhose.
Er hatte sie absichtlich anbehalten, um nicht zu aufgeregt zu werden und etwas Dummes zu machen, wie zum Beispiel auf ihren Oberschenkel zu kommen.
Er versuchte angestrengt, die Vorstellung seines Samenergusses auf ihrem Oberschenkel und die Reaktion darauf zu verdrängen. Er brauchte wirklich nicht mehr lange, was?
„Ja, sollte sie“, murmelte er und dachte sehr angestrengt an etwas anderes, als sie ihm das letzte Kleidungsstück auszog.
„Wie kurz davor bist du?“, fragte sie und berührte ihn vorsichtig.
„V-vielleicht zu…“ Er schloss die Augen. Sie würde seine Unerfahrenheit jetzt bemerken. ‚Bist du sicher, dass du das hier schon einmal gemacht hast?’ Aber wenn sie ihn nur noch ein bisschen länger so streichelte, spielte das auch keine Rolle mehr.
„Worauf wartest du dann noch?“, flüsterte sie.
Seine Augen flogen auf und er starrte sie an. Was?
Sie wiederholte die Frage geduldig.
„Bist du sicher?“, fragte er und fühlte sich gleichzeitig etwas dämlich. Sie waren nackt, verdammt nochmal. Wie viel sicherer musste ein Mensch mit gesundem Menschverstand noch sein?
„Ich glaube langsam, du willst gar nicht. Mal wieder…“ Zum Glück wirkte sie nicht verärgert. Gut. Er hatte sie nicht beleidigt. Noch nicht.
Er wusste, dass in seinem Kopf eigentlich Gedanken sein sollten, aber er war völlig leer. Er konnte an nichts denken, um die Leere zu füllen, die nicht in seinem Kopf sein sollte.
Sie blickte ihn an und er zwang sich zur Besinnung. „Ich will dich.“ Okay, vielleicht nicht ganz bei klarem Verstand, aber eine deutliche Verbesserung.
Er versuchte immer noch, bessere Wörter für eine bessere Antwort zu finden, als die fiese kleine Hexe wieder alles aus seinem Kopf verjagte, als sie ihn intim berührte. Bevor er ihr jedoch sagen konnte, dass das wohl keine so gute Idee war, umfasste sie ihn und führte ihn an genau die richtige Stelle.
„Das gehört dahin“, flüsterte sie in sein Ohr und verbarg kaum ihre Belustigung. „Glaubst du, du kommst von hier aus allein klar, oder soll ich dir weiter helfen?“
Wenigstens war auch sie etwas außer Atem, stellte er zufrieden fest. Auch sie wollte, dass es passierte. Das half ihm über seine Unsicherheit hinweg.
„Du kannst mir gerne jederzeit helfen“, flüsterte er und stieß in sie.
Dann folgte seliges Glück, sonst nichts mehr.
Ihm war vage bewusst, dass sie keuchte, als er in sie eindrang, und dass sie sich wieder fieberhaft unter ihm wand. Aber nur vage, denn seine ganze Aufmerksamkeit war darauf gerichtet, wie unglaublich sich das anfühlte und wie er es schaffen sollte, es länger als dreißig Sekunden dauern zu lassen.
„Bitte… beweg dich… nicht…“, brachte er hervor und versuchte angestrengt, sich zu beherrschen.
Sie gehorchte nicht, sondern drückte sich auf eine Art an ihn, die ihn noch tiefer eindringen ließ. Er brach in Schweiß aus, als er um Kontrolle kämpfte. Er wollte sich so sehr bewegen. Den Orgasmus seines Lebens haben. Aber er musste sich zurückhalten, weil… weil… Er wusste nicht mehr genau, weshalb; sein Gehirn kribbelte, aber er wusste, es war wichtig.
„Lass los“, flüsterte Hermine in sein Ohr. „Ist in Ordnung.“ Sie bewegte sich an ihm und er sah Sterne, und außerdem wimmerte irgendjemand; ganz sicher nicht er.
Dann brach seine Selbstbeherrschung und er bewegte sich blind. Sie fuhr mit ihren Händen über seinen Rücken und küsste seine Kehle, Hals, Schultern, Lippen, alles, was sie erreichen konnte.
Es brachte ihn um den Verstand.
Er wollte nicht, dass sie jemals aufhörte.
Seine Bewegungen wurden gröber, schneller, fieberhafter, aber er konnte nicht langsamer. Er konnte sich nicht zu mehr Finesse zwingen. Sie schien es auch nicht zu wollen. Sie drängte ihn und er konnte ihr nicht widerstehen.
Nur mit ihr konnte es so sein. Sie wollte vielleicht nicht die Letzte sein, aber sie würde immer seine Erste sein. Das konnte nun nicht mehr geändert werden.
Der Orgasmus überwältigte ihn. Plötzlich war seine Welt verschwunden und für einen Moment gab es nur sie beide. Sie drückte immer noch ihren Körper gegen ihn, küsste ihn und wusste wahrscheinlich nicht einmal, dass diese Küsse ihm mehr bedeutete als aller Sex der Welt.
Er wollte, dass es für immer dauerte.
Das tat es natürlich nicht.
Er brach zusammen, atmete schwer und entschied, dass er ein ahnungsloser Idiot war, was seine Entscheidungen in Bezug auf sie betraf. Auch wenn Geld ihm Sex kaufen konnte, wenn er es wirklich wollte, war er doch sicher, dass er nichts kaufen konnte, was sich auch nur annähernd so anfühlte. Und er wollte das hier. Sehr. Er wollte sie. Er wollte, dass sie erkannte, wie er fühlte und dass sie das Gleiche fühlte. Sie musste schon irgendwelche Gefühle für ihn haben, sonst hätte sie nicht mit ihm geschlafen. So war sie nicht.
Er hob unter einiger Anstrengung den Kopf und suchte ihren Mund für einen Kuss, in der Hoffnung, dass sie nun nicht davon angewidert war, nachdem die Sache vorbei war. Zu seiner Überraschung akzeptierte sie und erwiderte ihn sogar mit einigem Eifer. Als sich der Nebel schließlich von seinem Gehirn hob, bemerkte er kleine Zeichen. Ihre Atmung war hektisch. Ihre Haut gerötet. Wie sie ihn immer noch berührte, wenn nun auch vorsichtiger und zaghafter, hatte nichts damit zu tun, dass sie kuscheln wollte.
Er vergrub sein Gesicht in ihrem Hals, atmete sie ein und versuchte, nicht das Offensichtliche zu erkennen.
Wie vermutet hatte es ihr nicht gereicht. Der Moment hatte nur ihm gehört.
+++++
Hermine versuchte, ihre Atmung unter Kontrolle zu bringen. Meine Güte! Wenn das nicht die erotischste Erfahrung ihres Lebens gewesen ist, dann wusste sie auch nicht weiter. Sobald Draco sich von ihr überreden ließ, loszulassen, ließ er wirklich los und… meine Güte!
Sie sollte es vermutlich bereuen, aber sie konnte nicht. Vielleicht später.
Er schien sich nicht bewegen zu wollen und für eine Weile ließ sie ihn in Frieden, aber dann brauchte sie mehr Sauerstoff, also löste sie langsam ihre Beine von ihm, als sanften Hinweis, dass sie nicht so bleiben konnten.
Er versteifte sich sofort. „Warte!“
Sie erstarrte, eher verwirrt als alles andere. „Worauf?“
„Noch nicht fertig.“
Sie runzelte die Stirn. „Du fühlst dich fertig an.“
Er errötete und spannte den Kiefer an. „Gib mir nur eine Minute.“
Hermine hatte das Gefühl, etwas verpasst zu haben. Das war natürlich nichts Neues, wenn es um Draco ging, aber irgendwas stimmte nicht. Vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass sie gerade Sex gehabt hatten. „Was ist los?“
Er zuckte mit den Schultern und blickte sie nicht an. „Das zählt nicht.“
Sie blinzelte. „Ähm… warum zählt das nicht?“ Ihrer Ansicht nach hatte er einen intensiven, befriedigenden Orgasmus gehabt, also verstand sie nicht ganz, warum es nicht zählen sollte.
Er wurde noch röter. „Halt einfach den Mund und ich werde es ändern!“
Sie runzelte die Stirn und gab es auf, ihn verstehen zu wollen. Außerdem hatte sie kein Problem damit, dass er weitermachen wollte, denn wenn sie einmal sein Bett verließ, war es vermutlich besser, nicht zurückzukehren. Es war nur etwas merkwürdig. Als müsste er etwas beweisen.
„Hör auf zu denken“, murmelte er. „Fühl einfach, okay?“
Sie nahm an, dass sie das konnte. Sie schloss die Augen und fühlte. Er berührte sie wieder und küsste ihren Hals, murmelte bedeutungslosen Unsinn in ihr Ohr, wie schön sie war und wie gut es sich anfühlte. Sie beschloss, es zu glauben – vorerst, morgen käme noch früh genug – und war ziemlich überrascht, wie gut sie sich durch ein paar nebenbei bemerkte, durch Lust verursachte Komplimente fühlte.
Er bewegte sich langsam wieder und zischte, als wäre er wund. Aber seine Augen schlossen sich trotzdem während einem leisen Stöhnen. Also genoss er es, auch wenn sie diesmal etwas langsamer vorgehen mussten. Schade. Sie hatte das zügellose Verlangen beim ersten Mal gemocht. Als er gekommen ist, hatte sie wortwörtlich den Atem angehalten und mit ihm zusammen gebebt.
Aber langsam wäre vermutlich auch nett.
„Ich will dich so sehr“, flüsterte er in ihr Ohr.
Noch mehr Unsinn. Jungs sagten wirklich alles, wenn man Sex mit ihnen hatte, oder? Aber es war irgendwie süß, also küsste sie ihn. Zärtlich.
Er erstarrte für eine Sekunde, als wäre er überrascht, aber dann nahm er einen entschlossenen Ausdruck an. „Ich weiß, was du willst“, murmelte er gegen ihre Lippen, nahm ihre Hände und verschränkte seine Finger mit ihren, wobei er sie links und rechts neben ihren Kopf drückte. „Und ich werde es dir geben.“
Sie wollte wissen, was sie seiner Meinung nach wollte, aber sie war zu abgelenkt von seinen Küssen und seinem Knabbern an ihren Lippen.
Dann, langsam, glücklicherweise, wurde er schneller. Sie wollte ihm sagen, dass er das nicht tun sollte, wenn er Schmerzen hatte, aber als sie den Mund öffnete, entkam ihr nur ein zittriges Stöhnen, das ihn heftiger werden ließ. Schneller.
Sie wollte ihn berühren und kämpfte kurz um die Freiheit ihrer Hände, aber er drückte nur noch fester zu.
„Bitte…“, flehte sie.
Er machte einen erstickten Laut und entließ einer Ihrer Hände, packte ihren Oberschenkel und zog ihn etwas nach oben, um tiefer in sie zu dringen. Sie nutzte die Chance, um seinen Arm zu streicheln, zu seinem Rücken, dann zurück zu seiner Brust. Er war nass geschwitzt. Aber was er tat, fühlte sich so gut an.
„Ich liebe deine Haut“, murmelte er und küsste sanft ihren Hals. „Weich und lecker.“
Sie wollte eine clevere Antwort geben, aber sie schaffte es nicht. Also stöhnte sie nur seinen Namen.
Er hielt inne. „Mach das nochmal.“
Sie gehorchte.
Mit ein paar frustriert klingenden Kraftausdrücken packte er wieder ihre Hand und beschleunigte seine Bewegungen. „Nicht schon wieder“, glaubte sie ihn zu hören. „Ich kann das nicht zweimal machen. Gott, Hermine, bitte tu mir das nicht an.“
Was antun? Oh, das fühlte sich gut an. Sehr gut. Fast… ihre Augen weiteten sich überrascht. Sie war Realist. Sie wusste, mit welcher Wahrscheinlichkeit gewisse Dinge passierten, also hatte sie nicht groß auf die Gefühle geachtet, die sich in ihr aufstauten. Es war so unwahrscheinlich, einen Orgasmus allein durch vaginale Stimulation–
„Draco!“ Sie erstarrte.
„Und jetzt lass du los“, murmelte er. „Bitte, bitte, bitte, bitte…“
Er küsste sie innig und sie versteifte sich mehr und mehr, bis es unerträglich war und sie auf eine merkwürdige und doch vertraute Art einen Kurzschluss erlebte.
+++++
Gott sei Dank!!!
Zumindest, wenn es das war, was er vermutete. Er war sich nicht ganz sicher, aber ehrlich gesagt spielte das keine Rolle mehr, weil er auch nicht mehr länger an sich halten konnte.
Er verlangsamte etwas. Er bekam kaum noch Luft und vielleicht wurde es für sie etwas zu intensiv. Außerdem wusste er nicht, ob sie sich jemals wieder von ihm lieben lassen würde, also wollte er nur noch eine Minute ausharren, bevor es vorbei war.
Sie war so wundervoll. Mehr als er verdiente.
Er war… Sie war… Er wusste nicht, wie er diese Gefühle ausdrücken konnte.
Er ließ ihre Hände los und verlagerte sein Gewicht ein bisschen, so dass mehr Hautkontakt entstand, ohne dass er sie erdrückte. Er war so kurz davor, aber er wollte nicht aufhören. Sie streichelte seinen Rücken und bot ihm Küsse. Sanfte Küsse, wie er sie manchmal erträumte.
Und dann wusste er es plötzlich.
Er liebkoste ihr Ohr und flüsterte, „Ich liebe dich.“
Sie erstarrte mit weit aufgerissenen Augen. Er hatte sie geschockt. Dann öffnete sie ihren Mund, als würde sie etwas sagen wollen, und er versiegelte ihren Mund hastig mit einem Kuss. Er wusste, dass ihre Antwort sicher nicht ‚Ich liebe dich auch’ lauten würde, aber er gestattete sich die Fantasie, dass sie genau das gesagt hatte.
Unfähig sich noch länger zu beherrschen, ließ er los, wobei er versuchte, nicht in ihren Mund zu stöhnen, als er kam, aber es klappte nicht. Er hatte noch nie so etwas gefühlt. Nie.
Hinterher, als er versuchte, seine Gedanken und Gefühle wieder zu ordnen, hielt er sie mit noch mehr Küssen davon ab, zu sprechen. Er konnte es nicht ertragen, wenn sie seine Fantasie schon jetzt zerstörte.
„Das kann warten“, murmelte er gegen ihre Lippen. „Lass uns… einfach ein wenig schlafen, okay?“ Er gestattete ihr nur ein widerwilliges Nicken.
Zufrieden, dass sie blieb, legte er sich mit ihr im Arm zum Schlafen hin. Es fühlte sich so richtig an. Vielleicht fühlte es sich für sie auch nicht so falsch an; sie blieb immerhin, oder? Sie sollten vermutlich am Morgen miteinander sprechen, um auszumachen, wo sie standen und vielleicht… vielleicht gab sie ihm ja eine Chance.
Er konnte immer noch hoffen.
Als er am nächsten Morgen aufwachte, war sie fort.
+++++
Vorschau
+++++
„W-was sollte dann deine Bemerkung?“
„Meine Bemerkung?“ Seine Lippen verzogen sich abfällig. „Du meinst, dass ich dich liebe?“
Hermine zuckte zusammen. Die Worte waren schon schlimm genug, aber wie er es sagte, als wäre es mehr als lächerlich, dass sie so etwas glaubte… Sie fühlte sich dumm. Und winzig.
Wenn Du Lob, Anmerkungen, Kritik etc. über dieses Kapitel loswerden möchtest, kannst Du einen Kommentar verfassen.
Zurück zur Übersicht - Weiter zum nächsten Kapitel