
von Nitsrek
Es war Freitag, der dreizehnte März. Hermine war nicht unbedingt abergläubisch, aber sie hatte trotzdem beschlossen, sich den ganzen Tag in ihrem Büro zu verstecken. Nach den Freiheiten, die sie Malfoy letzte Nacht gewährt hatte, wollte sie das Schicksal nicht wirklich herausfordern.
Sie wusste nicht, was sie sich dabei gedacht hatte, sich so von ihm küssen zu lassen.
Oder doch, eigentlich schon. Der sanfte Kuss war ihr unangenehm gewesen, also hatte sie einen etwas hitzigeren Versuch gewagt. Es war nicht wirklich aus dem Ruder gelaufen, aber es war ziemlich offensichtlich, dass er nicht aufhören würde, wenn sie ihn nicht aufhielt.
Und das hätte sie fast nicht.
Sie hat es ja gar nicht zu weit kommen lassen – sie hatte zumindest immer noch all ihre Klamotten an – aber sie war so kurz davor gewesen, zu vergessen ihn wegzuschubsen. Das wäre die Höhe an Dummheit gewesen. Ja, es fühlte sich gut an, mit ihm zu schlafen. Nein, es musste nichts bedeuten.
Aber wo würde das dann hinführen?
Sie wollte nicht, dass ihre Freunde davon erfuhren. Es wäre zu schwer, Ron zu erklären, warum sie glaubte, es wäre eine gute Idee, regelmäßig bedeutungslosen Sex mit Draco Malfoy zu haben. Außerdem würde es sicher zu irgendeinem emotionalen Chaos führen, wenn man immer wieder mit dem gleichen, höchst unpassenden Partner schlief.
„Ich hätte nicht gedacht, dass du heute hier bist“, unterbrach Theos Stimme Hermines Gedankengänge. Es war aber eine gute Unterbrechung, da ihre Gedanken sonst definitiv auf einen Unfall zugesteuert hätten.
Innerlich wand sie sich jedoch immer noch. Sie war noch nicht daran gewöhnt, in seiner Nähe zu sein, und hätte sich wo anders versteckt – sicher nicht in der Bibliothek – wenn sie gewusst hätte, dass er heute Abend hierher käme. „Ebenso“, murmelte sie.
„Ist das ein Problem?“, fragte er leise und lief zu seinem Schreibtisch.
Vielleicht bildete Hermine es sich nur ein, aber die Körperhaltung des unumstößlichen Theodore Nott schien sehr steif, als würde er sich zwingen, normal zu wirken.
„Nein, überhaupt nicht“, antwortete sie und blickte ihn unsicher an. „Ich könnte ehrlich gesagt deine Hilfe-“
„Ich bin beschäftigt.“
„Oh.“ Hermine runzelte die Stirn. Theo wiegelte sie doch sonst nicht so ab.
„Leg es einfach auf meinen Tisch, ich schau es mir später an.“
„Nein… ist okay. Ich… lasse es einfach so.“
Beide verstummten und er ignorierte sie praktisch, obwohl sie ihn offen anstarrte. Wo kam das plötzlich her? Es hatte sich, seitdem Schluss war, wieder gebessert, und jetzt… das. Sie wollte ihn gerade fragen, als er ihr das Wort abschnitt.
„Ich will nicht darüber reden. Es wird mir nicht helfen, deine Neugier zu befriedigen.“
„Oh.“ Hermine kam sich etwas dumm vor, weil ihr nichts weiter einfiel. „Äh, tut mir leid?“
Theo blickte sie an, dann seufzte er und seine Schultern entspannten sich etwas. „Ja. Ich weiß.“
Wirklich? Hermine war sich da nicht so sicher.
„Weißt du, wieso wir jetzt doch nach Hogsmeade dürfen morgen?“, lenkte sie ihn ab. „Ich habe Professor McGonagall gefragt und sie ist mir irgendwie ausgewichen und hat mir dann einen Vortrag über Normalität gehalten. Ist es nicht zu gefährlich, selbst mit den Auroren, nach… nach dem letztem Mal.“
Sie konnte das kleine Schaudern nicht unterdrücken. Letztes Mal hatte ein getarnter Lucius Malfoy sie mit dem Armband entdeckt und außer Gefecht gesetzt, während er versuchte, Draco auf seine Seite zu ziehen. Das würde sie lieber nicht noch einmal erleben.
Auch wenn die Sicherheitsmaßnahmen nochmal verschärft wurden und die Auroren jetzt zu zweit herumliefen, um sich im Auge zu behalten, fand Hermine nicht, dass das die Todesser davon abhalten würde, sich in Hogsmeade oder sogar in die Schule einzuschleichen. Sie hatten die nötigen Mittel. Sie waren klug. Gerissen. Böse.
Sie hatte Angst.
Theo musste ihr Unbehagen gespürt haben, was allerdings nicht besonders viel Feinfühligkeit abverlangte. „Entspann dich. Es wird nichts passieren.“
Hermine runzelte die Stirn. Das tat ihre Ängste als unnötig ab. „Das weißt du nicht.“
„Nein, aber der Dunkle Lord ist nicht dumm. Das hier ist eine Falle.“
Sie rümpfte die Nase und versuchte, Theos Logik nachzuvollziehen. „Das Hogsmeade-Wochenende soll eine Falle sein?“
„Ja. Es ist ein verzweifelter und moralisch fragwürdiger Versuch, ein paar der Gefolgsleute des Dunklen Lords anzulocken, bei dem sie uns alle – vor allem Potter, Malfoy und Dumbledore selbst, nehme ich an – als Köder benutzen. Der Dunkle Lord wird es vermutlich einfach ignorieren, damit Dumbledore noch mehr verzweifelt. Ich glaube, selbst Dumbledore weiß das.“ Theo runzelte die Stirn. „Vielleicht geht er das Risiko deswegen ein. Vielleicht arbeitet er schon an einer anderen Falle, auf die der Dunkle Lord dann leichter reinfällt.“
„Könntest du bitte aufhören, ihn so zu nennen?“, murmelte Hermine.
Theo wirkte aufrichtig beschämt. „Oh. Ja. Natürlich. Alte Gewohnheit.“
Hermine beschloss, das Thema auf sich beruhen zu lassen. Es war wahrscheinlich wirklich nur eine alte Gewohnheit, wenn man bedachte, mit wem er sonst seine Zeit verbrachte. Vor allem Malfoy hatte den bösen Zauberer, der sie von allen unreinen und niederen Wesen befreien würde, begeistert verehrt.
Sich an Malfoys frühere Ansichten zu erinnern war wie ein Schlag in die Magengrube. Sie entschied hastig, es zu verdrängen. Es war nicht wichtig. Und selbst wenn es das sein sollte – was es nicht war, denn dafür gab es keinen Grund – war es kein Problem mehr. Zumindest nicht, soweit sie das sagen konnte.
Wenn das kein verwirrender Knoten aus Gedanken war, dann wusste sie auch nicht weiter.
„Wenn das stimmt, sollten dann nicht Harry und Dra-Malfoy Bescheid wissen?“, fragte sie und kehrte zum Thema zurück.
Theo warf Hermine einen merkwürdigen Blick zu, den sie nicht deuten konnte, bevor er den Blick abwandte und antwortete, „Vielleicht sind sie bessere Köder, wenn sie nichts davon wissen. Mach dir keine Sorgen. Ich bin sicher, dass die Hälfte aller Auroren ein Auge auf sie hat.“
Wenn das kein aufbauender Gedanke war. Draco beobachtet von einem Dutzend Auroren, während er für sie Verhütungstränke kaufte.
Sie überlegte, ob es besser war, wenn er nichts wusste, oder ob es lustiger war, wenn er es wusste.
Sie würde ihm ganz gewiss nichts sagen.
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Draco nahm eine kleine Skulptur eines anscheinend sehr anspruchsvollen sexuellen Akts und studierte sie eine Sekunde. „Sehr stilvoll“, murmelte er, bevor er sie wieder hinstellte.
Der Verkäufer, ermutigt durch die Aussicht auf Galleonen, kam zur Hilfe. „Wenn Sie einen einfachen Zauber darauf sprechen, wird es lebendig und-“
Draco hob die Hand. „Kein Interesse. Ich brauche nur ein paar… davon.“ Er deutete auf die billigen, klaren Verhütungstränke im Regal. Es passte, dass ein Weasley so einen Mist kaufen würde.
Der Verkäufer blickte auf die Tränke, dann zurück zu Draco. „Sind Sie sicher, Sir? Keine Hexe wird das Zeug freiwillig anrühren. Was ist mit dem Blauen? Er schmeckt nach Minze. Oder der Rosane? Damit verspürt sie zusätzlich-“
„Nein, danke“, unterbrach Draco wieder. Er hätte Hermine zu gern ein paar Bessere mitgebracht, aber nachdem sie ihm unmissverständlich klar gemacht hatte, dass sie nur Vorräte wieder auffüllte, und dass er ihr unter keinen Umständen etwas für sie kaufen durfte, weil sie sonst sein Ding abhexen würde… beließ er es dabei. Die Tränke würden ihm auch nichts mehr bringen, wenn sein Ding ab wäre.
„Gern.“ Der Verkäufer sah ziemlich enttäuscht aus und entschied wahrscheinlich, dass Draco geizig war.
Draco war ziemlich egal, was der Inhaber eines dreckigen Ladens mitten im Nirgendwo von ihm dachte, also bezahlte er nur und machte sich auf den Weg zur Tür.
Leider trat in diesem Moment Blaise ein, dicht gefolgt von Tracey Davis. Draco zuckte innerlich zusammen, aber nach außen hin grinste er nur. „Ein etwas seltsamer Ort für ein Date, oder, Zabini?“, fragte er gelassen.
Blaise wirkte aufrichtig überrascht, ihn hier zu sehen, erholte sich jedoch schnell. „Nun, ich hatte keine Zeit vor meinem Date, und ein gutes Date ist nunmal, wie du ja weißt, auf die Dienste dieses Geschäfts angewiesen…“
Draco schnaubte. „Klar. Vergiss das lieber.“
„So, Malfoy“, sagte Davis mit leiser, süßlicher Stimme. „Kaufst du dir eine neue Freundin? Ich wusste, es war nur eine Frage der Zeit, bevor du merkst, dass du nur auf diesem Weg eine finden wirst.“
Blaise hatte einen Hustenanfall, der verdächtig nach Lachen klang. Mistkerl.
Im Gegenzug setzte Draco ein freundliches Lächeln auf. „Denk dran, Tracey: Du brauchst den rosa Trank, um den gewünschten Erfolg zu erzielen.“
Das passte. Blaise starrte ihn böse an wegen der Andeutung, dass er seine Freundin nicht ohne Aphrodisiakum befriedigen konnte; Tracey hingegen errötete und wandte den Blick ab, obwohl sie aussah, als würde sie gleich heulen. Interessante Reaktion, wirklich, aber Draco war wirklich egal, warum und inwiefern sie durcheinander war. Er entschied, dass das sein Zeichen war, zu gehen.
Er kam nicht weit, bis er Schritte hörte. „Warte!“
Davis? Draco runzelte die Stirn und drehte sich um. „Was?“
„Es war deine Idee“, sagte sie.
„Ich habe dir nicht gesagt, dass du mit ihm schlafen sollst.“
„Ich…“ Sie seufzte und warf die Hände in die Luft. „Warum nicht? Das macht auch keinen Unterschied.“
„Hör auf, dich wie eine Hure zu benehmen und von mir Stundenlohn zu kassieren, und sei mit ihm zusammen wie ein normales Mädchen! Du weißt schon, ohne Bezahlung!“ Okay, er bezahlte sie nicht per Stunde, aber er bezahlte sie dafür, dass sie ‚Blaise eine Chance gab’. So wie es aussah, gab sie ihm aber nicht nur das.
Tracey schluckte und wandte wieder den Blick ab. „Das kann ich nicht, Malfoy. Du würdest es nicht verstehen.“
Er verschränkte die Arme vor der Brust. „Da hast du Recht. Ich verstehe nicht, warum es dich so viel mehr anspricht, dich als Hure zu betätigen. Er würde dich höchstwahrscheinlich sogar heiraten, in der Hoffnung, dass seine Mutter sich irgendwann ihr eigenes Grab schaufeln und dich damit unglaublich reich machen würde.“
„Er hat mich verletzt!“, fauchte Tracey. „Ich glaube nicht, dass du eine Ahnung hast, wie es ist, jemanden anzubeten, in dem Glauben, dass dich derjenige wenigstens mag und will, und dann bekommst du mit, wie diese Person sagt, dass sie für Leute wie dich nur Abscheu empfindet!“
„Er hat es nicht so gemeint. Komm endlich darüber hinweg.“
„Nein, genau das ist es! Er hat es so gemeint. Schon immer. Er hat nur nicht daran gedacht, dass er damit auch mich verabscheut. Nachts sind alle Katzen grau, nicht wahr? Ich weiß, dass es ihm leid tut, dass er mich verletzt hat, und dass er Gefühle für mich hat, aber…“
„Glückwunsch! Das wolltest du doch!“
„Damals war ich dumm! Er wird nicht für immer mit mir zusammen sein. Sobald er merkt, dass es an der Zeit ist, Erben zu zeugen, wird er wieder merken, dass ich weniger Wert bin als er. Ich wusste immer, dass es nicht ewig halten würde, aber ich hätte nie gedacht, dass er mich mehr als einmal verletzen würde!“
Draco hatte das Gefühl, dass sein Kopf gleich explodieren würde. „Ich werde diese Unterhaltung nicht mit dir führen. Du solltest mit ihm darüber reden. Andererseits würde das eure Probleme vielleicht lösen, und wer will das schon?“
Sie schüttelte den Kopf. „Ich habe versucht, es ihm zu erklären, aber er wollte nicht zuhören. Natürlich denkt er jetzt, dass er nie so reagieren würde.“
„Vielleicht, vielleicht auch nicht. Wenn du ihm nicht vertrauen kannst, mach ihm nichts vor, Davis.“
Tracey sah fast geschockt aus. „Du hast Recht, weißt du“, überraschte sie ihn. „Aber… Ich glaube nicht, dass ich…“ Ihre Stimme verklang und sie sah irgendwie geschlagen aus. „So schaffe ich es vielleicht wenigstens, mir nicht allzu große Hoffnungen zu machen. Und es erledigt sich alles von selbst.“
Draco schnaubte. „Ja, weil es ja gar nicht wehtut, wenn es dann endet. Schau, es ist mir wirklich egal. Heul dich bei jemand anderem aus.“
Er lief schnell weg, bevor sie noch mehr Dinge mit ihm teilte, die er nicht wissen wollte.
Manchmal sind Leute wirklich dumm.
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„Sicher, dass du keine Buttertoffees willst?“, fragte Ron halbherzig.
„Das Zeug verursacht Karies. Oder macht dich fett“, bemerkte Hermine.
Ron blickte an seinem schlaksigen Körper hinunter, als sie den Honigtopf verließen. „Ja, klar“, sagte er sehr diplomatisch. „Ich fühle mich schon sehr untersetzt.“ Er nickte weise, stopfte aber weiter die Süßigkeiten in sich hinein.
Hermine kicherte, bevor sie sich davon abhalten konnte. „Nun, nicht alle können so sein wie du. Außerdem ist da immer noch Karies.“
„Ich putze meine Zähne, außerdem lassen sich Zahnschäden – wie du weißt – schnell beheben. Du machst dir zu viele Gedanken.“
Hermine beschloss, das Thema zu ändern, da Ron ihre Gesundheitsbelehrungen nicht annahm. „Hat Harry dir gesagt, warum er nicht mit uns kommt?“
Ron zuckte mit den Schultern. „Ja… Er hat gesagt, vielleicht trifft er uns später in den Drei Besen, aber vorerst ist er bei Ginny, um die Beziehung zu kitten. Ich glaube, er ist fertig mit seinem Geziere. Wenn nicht, wird sie Schluss machen und sich einen anderen suchen, wenn ich sie richtig einschätze.“
„Oh. Hmh.“ Hermine wusste nicht, was sie sagen sollte. Wusste denn niemand mehr, wie man eine gute Beziehung führte? Vielleicht waren gute Beziehungen nur ein Mythos.
„Darf ich dich was fragen?“
Oh-oh. „Sicher.“ Hermine machte sich auf etwas gefasst.
„Wie hässlich bin ich wirklich?“
Sie blieb mitten auf der Straße stehen und starrte ihn an. „Was?“
Er zuckte mit den Schultern. „Jetzt tu nicht so. Wie schlimm ist es?“
Sie blinzelte. Und nochmal. Und nochmal. Sie wusste, dass sie dumm aussah, aber von allen Fragen, die Ron hätte stellen können… „Du bist nicht hässlich.“
Er schnaubte. „Klar. Schau, ich weiß, dass du mich liebst – als Freund – aber ich suche hier nicht nach Komplimenten.“
Da dämmerte es Hermine. „Es ist wegen ihr, oder? Hat sie etwas gesagt?“
Wieder nur Schulterzucken. „Und wenn?“
„Du kannst dich nicht verändern, nur weil irgendeine Hexe dich beschimpft, Ron.“
Er verschränkte herausfordernd die Arme. „Du hast das gemacht! Glaube nicht, ich hätte nicht bemerkt, was du mit deinen Haaren machst.“
Hermine klappte der Mund auf. „Ich habe nichts mit meinen Haaren gemacht.“
„Doch, hast du. Sie sehen weicher aus.“
Sie errötete, wenn auch unbeabsichtigt. Sie musste sich nicht schuldig fühlen, verdammt! „Das war für niemand bestimmten! Ginny hat mich überzeugt, dass es weniger störrisch wäre, wenn ich ein anderes Shampoo verwenden würde. Das zählt wohl kaum als Generalüberholung!“
„Ja, weil eine gewisse Person ja noch nie Kommentare zu deinen Haaren gemacht hat.“
„Trotzdem!“, schmollte Hermine. Also wirklich! Es war eine alltägliche Sache, nicht der Rede wert. Ron war sogar der Einzige bisher, der den Unterschied bemerkt hatte.
Die gewisse Person hat jedenfalls nichts gemerkt. Und wenn, war ihr das auch egal. So.
„Es ist unauffällig, das gebe ich zu“, fuhr Ron fort, „aber ich wette mit dir: Wenn ich dir Veritaserum geben würde, könntest du nicht leugnen, dass du willst, dass er dich attraktiv findet. Vor allem wenn man bedenkt, wie es dich aus der Fassung gebracht hat, als er gesagt hat, du wärst nicht attraktiv. Das ist doch erst einen Monat her, oder?“
Hermine zuckte zusammen. Harry behielt Dinge wirklich nie für sich. „Du nimmst das aus dem Zusammenhang. Er hat einen ganzen Haufen Dinge gesagt, die ich auch nicht geändert habe.“
„Natürlich nicht.“
„Ganz genau! Weil es mir egal ist, und selbst wenn es das nicht wäre, wäre es falsch, seinetwegen etwas an mir zu verändern.“
„Jetzt verrennst du dich.“
„Ich verrenne mich n-!“ Hermine knirschte mit den Zähnen. „Egal. Der Punkt ist: Wenn sie dich nicht so akzeptieren kann, wie du bist, dann ist sie es nicht wert.“
„Das ist nicht deine Entscheidung, Hermine, sondern meine“, sagte Ron ruhig.
Er hatte Recht, erkannte Hermine. Aber das hieß nicht, dass sie auch fand, dass er solchen Aufwand betreiben sollte. „Spielt es für sie überhaupt eine Rolle?“, fragte sie, obwohl sie glaubte, die Antwort zu kennen.
Ron zögerte. „Nein, wahrscheinlich nicht. Aber irgendwas muss ich tun.“
„Ich verstehe deinen Frauengeschmack einfach nicht“, murmelte Hermine. „Warum sie?“
Er zuckte fast beschämt mit den Schultern. „Ich denke, sie hat auch eine andere Seite.“
„Sie beschimpft dich!“
„Ja, ich weiß. Sie findet, ich bin hässlich und dumm und ein Versager ohne Geld oder Zukunft. Mein einziger Vorzug ist mein reines Blut und das zählt nicht einmal, weil ich ein Blutsverräter bin.“
Ron blickte auf seine Süßigkeiten, dann packte er sie weg, als hätte er den Appetit verloren. „Ich erwarte nicht, dass du mich verstehst. Auch nicht, dass du mich unterstützt. Aber kannst du diesen Idioten vielleicht nach ihr fragen? Mit einen Hinweis besorgen, was sie in einem Kerl sucht?“ Er verzog das Gesicht, als würde diese Bitte ihm Schmerzen bereiten. Wahrscheinlich war es so, wenn man überlegte, dass er sie gerade gebeten hatte, Draco Malfoy um Ratschläge in Liebesdingen zu bitten.
Dass er solche Anstrengungen unternahm, ließ Hermine innehalten. „Du… Du willst wirklich versuchen, sie für dich zu gewinnen? So richtig?“
„Keine Sorge, Hermine. Ich falle wahrscheinlich auf die Nase wie sonst auch, aber… wie schon gesagt, ich muss etwas tun. Ich kann nicht nur rumsitzen und noch ein Mädchen an mir vorüberziehen lassen, ohne dass es mich wahrnimmt.“
„Was meinst du mit ‚noch ein Mä-?“
„Lass es, Hermine“, unterbrach Ron. „Du weißt, was ich meine. Die Diskussion können wir uns sparen. Aber kannst du deinen Einfluss auf Malfoy einmal zum Guten benutzen?“
Hermine hob ihren Blick gen Himmel. Nein, der Himmel war nicht grün. Vielleicht war die Hölle zugefroren.
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Vorschau
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Hermine wandte sich mit vor Neugier geweiteten Augen zu ihm um. „Warte, du hast Pansy Gedichte geschrieben?“
Draco würdigte sie keiner Antwort, sondern schürzte nur die Lippen. „Die eigentliche Frage ist: Wird Dumm-Weasley gut genug sein, um ihre Zuneigung zu gewinnen?“
„Nein“, sagte Hermine mit einem Grinsen, das ihm nicht gefiel. „Für mich ist die eigentliche Frage, ob du ihr Gedichte geschrieben hast.“
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