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Fanfiction

The Bracelet - Kapitel 90

von Nitsrek

Draco flehte jede Gottheit, die er kannte, um Stärke an. Die erotischste Hexe der Welt wand sich vor Ekstase in seinen Armen und seine Hand war… er konnte die Hitze und die Feuchtigkeit spüren, und wie ihre Muskeln sich zusammenzogen.

Es hatte natürlich geholfen, den Ring abzunehmen, aber er war immer noch so kurz davor, allein durch den Anblick, den sie bot, ihre Laute, ihren Geruch, ihren Körper… Es wäre so leicht, sie hier und jetzt zu nehmen, gegen die Wand. Er wusste, dass sie nichts dagegen hätte. Nicht einmal, wenn er nur Sekunden durchhalten würde, was sehr wahrscheinlich war, wenn er sich nicht irgendwie beruhigte.

Hermine entspannte sich gegen ihn. Ihre Wangen waren gerötet, ihre Augen glasig, und ein paar Haarsträhnen klebten an ihrer Stirn. Sie sah einfach hinreißend aus. Er konnte nicht anders, als sie festzuhalten, sie beschützend in den Armen zu halten. Wie konnte sie nicht erkennen, was er für sie fühlte?

„Ich brauche dich, Hermine“, flüsterte er in ihre Haare, und meinte es auf so viele verschiedene Arten, die sie kaum verstehen würde.

Sie nickte etwas belämmert. „Warum legen wir uns nicht hin? Es ist sicher nicht leicht, mich so lang zu halten, und ich schaffe es jetzt einfach nicht mehr, mein Gewicht selbst zu tragen…“

Er ließ sie los, als sie sich von ihm löste, und beobachtete zufrieden, dass sie die paar Schritte zu seinem Bett kaum geradeaus laufen konnte.

Sie trug immer noch den Rock.

Es gefiel ihm, dass sie immer noch den Rock trug.

Es gefiel ihm sogar noch besser, dass sie keine Anstalten machte, ihn abzulegen.

„Warum hast du deine Hose noch an?“, murmelte sie, nachdem sie sich hingesetzt hatte.

Weil er schon längst die Kontrolle verloren hätte, wenn er keine Hose tragen würde. Das wusste sie wahrscheinlich, also antwortete er nicht, sondern steckte seine Hand in die Hosentasche und zog den Ring an. Ihre Emotionen stürmten auf ihn ein.

Befriedigung. Lust. Erwartung.

Verlangen.

Er wollte so sehr, dass sie sich gut fühlte, dass es ihm Angst machte. Dass er zögerte.

„Was ist los?“, fragte sie.

„Nichts“, antwortete er. Er konnte dieses unerklärliche Gefühl nicht teilen. Sie damit zu belasten, was er für sie fühlte, würde nur unnötigen Druck verursachen, und wer teilte schon gerne seine Gefühle mit jemandem, der sie nicht glaubte und sich sowieso nicht darüber freuen würde? Sie war sich seiner Gefühle bewusst. Aber sie hatte Angst, dass er sie verletzen würde, wenn sie ihn zu nah an sich ranließ; das wusste er jetzt.

Er hatte nicht vor, ihr wehzutun, aber er rechnete fest damit, dass diese Erfahrung ihn verletzen würde. Sie würde gehen und ihn wieder allein lassen, und das würde ihn zerreißen.

„Leg dich hin“, sagte er sanft und betrachtete dabei ihren Körper. Er musste sich wirklich daran erinnern, dass es hier nur um die Vereinigung ihrer Körper ging.

„Hast du vor, da stehen zu bleiben?“

Er lächelte sie schief an und öffnete seine Hose. Ihre Augen weiteten sich und sie setzte sich auf, um seinen Bewegungen zu folgen. Ihm fiel ein, dass sie ihn das letzte Mal nicht wirklich gesehen hatte, dennoch machte ihn ihre Neugier etwas verlegen.

Die Verlegenheit legte sich etwas, als ihre Neugier ein wenig nachließ und ihr Verlangen nach oben schnellte. Dass sie sich auf seinem Bett räkelte, die Beine zusammen gepresst, löschte jede Unsicherheit seinerseits aus, und er legte das letzte Kleidungsstück ab.
Anscheinend verursachte sein Anblick bei ihr das gleiche Gefühl.

Als müsste sie unsicher sein.

Er nahm an, dass er deshalb Angst hatte und zögerte. Er wusste, dass er sie liebte, anbetete – ganz zu schweigen von begehrte – mehr als alles andere auf der Welt und sie… sie brachte ihm so wenig Vertrauen entgegen, dass sie glaubte, er würde sie lächerlich machen wollen. Sie glaubte, es war nur körperlich. Sie glaubte, das hier war nur eine harmlose Art, Druck abzubauen. Sie glaubte, es wäre leicht, hinterher zu gehen.

Das wäre es für sie auch wahrscheinlich.

Nackt setzte er sich neben sie und küsste sie. Sie erwiderte den Kuss sogar, drückte sich an ihn.

Er war hilflos. Er musste zumindest versuchen, es ihr zu zeigen.

+++++

Hermine spürte Dracos Zögern und hatte Angst, dass er seine Meinung ändern würde, bis er sie mit einer Leidenschaft küsste, die seiner Körpersprache vorher nicht anzumerken war.

Naja, Teilen seines Körpers vielleicht schon. Ein bestimmter Teil schien seine Meinung nie zu ändern.

Aber dieser Kuss war so heftig und intensiv, sie klammerte sich an ihm fest, als ginge es um ihr Leben, während seine Lippen und seine Zunge den Takt vorgaben. Eine seiner Hände streichelte ihre Brust und dann, ohne Vorwarnung, kniff er sie plötzlich, ließ sie durch den unerwarteten Schmerz aufkeuchen.

Er lächelte grimmig. „Hast du damit gerechnet?“, fragte er dann, seine Stimme glatt wie Seide. Seine Hand streichelte nun ihre zarte, gerötete Haut.

Hermine war etwas verwirrt. „Ich… habe nicht darüber nachgedacht“, murmelte sie.

„Ich wollte es so“, sagte er, als wäre er selbst davon überrascht. „Und das hier auch…“ Er biss in ihre Lippe.

Sie machte ein erstauntes Geräusch.

„Ich weiß“, flüsterte er und tröstete ihre Lippe mit seiner Zunge. „Ich glaube, ich bin ein wenig wütend auf dich.“

„Warum?“, fragte sie, ziemlich abgelenkt durch seine Zunge.

Er zögerte. „Weil du sagst, dass du mir nicht vertraust“, schloss er. „Ich will ja nicht, dass du mir dein Leben anvertraust, aber…“ Er zuckte mit den Schultern.

„Ich kann damit leben, dass du in meine Lippe beißt oder mich hart nimmst, solange du, naja, mich überhaupt nimmst…“, sagte sie. Sie sollte vermutlich unsicherer sein, aber sie konnte nur noch an ihn denken, in ihr, in Bewegung… Wen interessierte, wie er es tat? Solange er es tat.

Er machte tief in seiner Kehle ein seltsames Geräusch. „Ich werde nicht grob sein“, keuchte er. „Enttäuscht dich das?“

Sie dachte nach. „Nicht wirklich… Sagst du mir also, was du vorhast?“

„Wie wäre es, wenn ich es dir zeige?“

Noch besser! Aber die Worte kamen nicht raus. Stattdessen kam ein Stöhnen.

Er schloss für eine Sekunde die Augen, dann legte er sich hin und zog sie auf sich. „So“, flüsterte er. „Jetzt kannst du das Tempo bestimmen.“

Sie oben? Sie verstand, warum ihm das gefiel. Er konnte sich zurücklehnen und ihren Körper beobachten, und es war noch erotischer durch diesen albernen kurzen Rock, den sie für ihn trug und der seinen Bauch, ihre Oberschenkel, und damit auch ihre Vereinigung verbarg. Sie hatte jedoch nicht viel Zeit, darüber nachzudenken, bevor er sie genau dahin führte, wo er sie haben wollte, sich bewegte und… Großer Gott!!

Seine Finger gruben sich schmerzlich in ihre Oberschenkel. „Bitte… Hermine…“, keuchte er. „D-deine Reaktionen…“

Sie hätte nie geglaubt, dass er sie anflehen würde, es weniger zu genießen, aber sie strengte sich an, um einen Teil ihrer Gefühle zu unterdrücken. Es war allerdings nicht leicht, da jede Bewegung sie genau an der richtigen Stelle rieb, wo sie immer noch sensibel von vorhin war.

„Du wirst mich umbringen“, murmelte er. „Wirklich, du wirst mich noch umbringen, und sie werden meine ausgetrocknete Leiche finden…“

Sie lächelte über seine Albernheit und bewegte sich schneller, genoss, wie gut sie ineinander passten. Sie wusste, dass sie kurz davor war, dass es nicht lange dauern würde, und dass kein Flehen von ihm das noch aufhalten konnte.

Er zog ihren Kopf für einen Kuss nach unten. Es machte ihr nichts aus. Sie war selbst ziemlich ungeduldig. Fiebrig. Der Drang nach Erlösung zehrte sie auf.

„Hermine“, sagte er plötzlich, seine Stimme merkwürdig… anders. „Sag, dass du mich liebst.“

Hermines Augen weiteten sich und sie kam aus dem Rhythmus. Es war ein Befehl. Sie spürte, wie er an ihr zog. Sie starrte ihn an, aber seine Augen waren geschlossen, als wüsste er, dass ihr der Befehl nicht gefallen würde, es aber lieber ignorierte.

„Ich… liebe dich…“, sagte sie leise und zögernd. Die Aussage ließ keine Blitze in sie einschlagen, was sie irgendwie überraschte. Es fühlte sich auch nicht so fremd an, wie es vielleicht sollte.

Er stöhnte, als hätte er Schmerzen, bewegte sich unter ihr, und sie fand ihren Rhythmus wieder. „Nochmal“, flüsterte er.

Also sagte sie es noch einmal.

Sie wusste, dass er kurz davor war, weil es ihr auch so ging, und anscheinend genoss er die Worte, also flüsterte sie sie ein letztes Mal, bevor sie ihrem Höhepunkt nachgab und davon trieb.

Er versteifte sich unter ihr, hob den Oberkörper vom Bett, und sie wusste, dass ihr Orgasmus dafür verantwortlich war. Sie beugte ihren Oberkörper vor, um ihn in einem Nebel aus post-orgasmischer Zärtlichkeit heraus zu küssen, aber zu ihrer Überraschung drehte er den Kopf zur Seite.

Sie sagte sich, dass das nichts bedeutete. Er hatte vermutlich nur nicht genug Sauerstoff in seinem Gehirn.

Sie hoffte, dass er nicht merkte, wie sehr es wehtat.

+++++

Draco schmeckte Blut und schluckte. Ihr nicht zu sagen, dass er sie auch liebte, sie nicht anzuflehen, ihm eine Chance zu geben, ihr nicht zu zeigen, wie jämmerlich verliebt er in sie war, hatte all seine Kraft und noch mehr gekostet.

Seine Zunge hatte den Schaden abbekommen, als er zubiss, um die Worte zurückzuhalten. Und weil er nicht wollte, dass sie das Blut schmeckte, hatte er sich sogar diesen Kuss, den er so sehr wollte, verweigert.

Sie hatte ihre Worte nicht so gemeint. Nicht einmal das letzte Mal, als er ihr keinen Befehl gegeben hatte. Sie hatte nur gewusst, dass er es hören wollte. Dazu brauchte er nicht einmal den Ring. Er wollte sie verzweifelt in seinen Armen halten und sie küssen und ihr danken, weil sie ihm so viel gab. Aber das konnte er nicht. Sie hatte ihm gegeben, was er brauchte, und nun musste er ihr geben, was sie brauchte. Eine sexuelle Erfahrung ohne Konsequenzen. Er brauchte nur eine Minute, um seine Emotionen niederzukämpfen, damit er sich nicht verriet.

Das war besser als alles, was er sich je erträumt hatte.

Sie war von ihm gerollt, sobald sie wieder normal atmen konnten, und er wusste, dass er seine Augen irgendwann wieder öffnen und sie ansehen musste, und zwar ohne, dass sie irgendwas bemerkte. Ohne, dass er ihr zeigte, wie sehr es ihn verletzte, sie wieder gehen zu lassen.

Langsam öffnete er die Augen und sah sie an. Sie biss in ihre Lippe und zupfte an seiner Tagesdecke rum. Er hatte ihr die letzten paar Minuten keine Aufmerksamkeit geschenkt, aber jetzt spürte er ihre Verwirrung und ihre Unsicherheit.

„So, das hätten wir also hinter uns gebracht“, sagte er so gleichgültig wie möglich.

Sie zuckte fast zusammen. „Was hätten wir hinter uns gebracht?“

„Deinen Test?“

„Oh. Richtig. Ja. Glaub schon.“ Sie zupfte wieder an der Decke, bemerkte dann aber anscheinend, dass sie so gut wie nackt war, da sie aufsprang und ihre Klamotten einsammelte.

Er wollte ihr sagen, dass sie sich keine Sorgen machen musste, aber wie sollte er das tun, ohne seine Gefühle dabei zu zeigen? Er seufzte und beschloss, dass er sich auch anziehen sollte. Er würde heute Nacht sowieso nicht schlafen können.

„So, ähm, was ich da sagen sollte…“, begann sie, als sie ihrer Meinung nach ausreichend bedeckt war. Er bemerkte mussmutig, dass der Rock wieder eine Hose war. „Ich meine, als du wolltest, dass ich -“

„Das war nur eine Fantasie“, sagte er und ignorierte das Stechen in seiner Brust, während er versuchte, lässig zu klingen. „Ich wollte nur wissen, wie es sich anfühlt…“

„Oh.“ Sie errötete, es folgte eine deutliche Verlegenheit. Dafür brauchte er nicht einmal den Ring. Er nahm ihr das Armband ab, atmete tief durch, als ihn die Leere traf, und versuchte, nicht zu zeigen, wie sehr es ihn deprimierte, ihre Präsenz nicht länger zu spüren, dann riss er den Ring von seinem Finger.

„Mach dir keine Sorgen“, sagte er, nachdem er den Schmuck nachlässig auf seinen Nachttisch geworfen hatte. „Das hatte nichts mit dir zu tun. Ich wollte nur wissen, wie es sich anfühlt, wenn irgendwer…“ Er konnte den Satz nicht zu Ende führen. Es war so eine dumme Lüge. Er hasste die nie endenden Lügen. Warum konnte sie seine Gefühle nicht wenigstens tolerieren?

„Es hätte also jede sein können?“, fragte sie leise.

„Denk schon“, murmelte er, unfähig, sie anzusehen. „Ich dachte, es würde niemandem schaden. Tut mir leid, dass ich es befohlen habe, statt dich einfach so zu bitten, aber ich war schon etwas zu weit fortgeschritten, um höflich zu fragen.“

Drachenmist. Er hatte nicht gefragt, weil sie sich geweigert hätte, und er die Worte so verzweifelt aus ihrem Mund hatte hören wollen, selbst wenn sie erzwungen waren. Er hatte wirklich nur wissen wollen, wie es war, mit ihr Liebe zu machen, wenn sie die Gefühle erwidern würde. Er hatte sich vorstellen wollen, dass sie ihm gehörte.

Diese Fantasie war gleichzeitig die beste und die schlimmste Erfahrung seines Lebens gewesen. Nun musste er damit leben, zu wissen, was er nicht haben konnte.

„Ist… Ist okay…“ Ihre Stimme war leise, fast unhörbar.

War es nicht. Er hätte sie nicht zwingen dürfen. Aber er konnte keine Reue empfinden. Er würde die nächsten Monate von sanft geflüsterten Liebeserklärungen aus ihrem Mund träumen.

Und was hatte sie schon zu verlieren?

+++++

Hermine versuchte, Dracos Worte zu verdauen. Er hatte nur gewollt, dass irgendjemand ihm beim Sex seine Liebe erklärte. Das war gut, oder? Es war nur ihr Ego, das angeschlagen war. Es war nie schön, zu hören, dass man sich angestrengt hatte, um etwas zu tun, was jeder andere auch hätte tun können.

Er hätte wahrscheinlich eine Hexe finden können, der es nicht so schwer fallen würde, diese Worte zu sagen –egal ob wahr oder nicht – aber nein. Er musste sie foltern und sie zwingen… sie die Worte sagen lassen, die sie noch nie zu irgendjemandem gesagt hatte.
Und dann, noch schlimmer, tat er so, als wäre nichts gewesen. Als wäre es ihm egal, wo sie für einen Moment echt dachte…

Sie zwang sich, loszulassen. Es waren nur Worte. Sogar bedeutungslose Worte. Anscheinend. Sie waren es kaum wert, dass man sie untersuchte – das hatte er gerade selbst gesagt! Sie war dumm, auch nur gedacht zu haben, dass er… dass er ihre Liebe vielleicht wollte, wenn auch nur in einer Fantasie. Er war über sie hinweg. Seit sie fertig waren, hatte er nicht einmal versucht, sie anzufassen, und er hatte ihren Kuss abgewehrt, und damit jeden Versuch auf Kuscheln oder anderes Verhalten, das Zuneigung zeigte, geblockt.

Sie hatte eigentlich gedacht, sie würde wieder hier schlafen, aber… er schien sie aus seinem Bett rauswerfen zu wollen, und sie wollte seine Gastfreundschaft nicht überstrapazieren.

„So… also…“, sagte sie und versuchte, sich von dem schwierigen Thema abzulenken. „Ich denke, es wäre keine gute Idee, das hier noch einmal zu wiederholen, oder?“

Er schüttelte sofort vehement den Kopf. „Nein“, stimmte er ihr mit einer Entschlossenheit zu, die ihr Herz in die Magengrube sinken ließ. „Ich auch nicht. Ich bin froh, dass du so denkst.“

Okay, jetzt wollte sie weinen. Jeder hätte diese persönlichen und höchst intimen Worte sagen können und jetzt wollte er sie nicht einmal mehr körperlich? Aber… war es denn nicht gut gewesen? Sie blinzelte wütend und wand sich unter dem Vorwand ab, ihren anderen Schuh zu suchen. Das Komische war, dass seine Handlungen viel zu unbewusst wirkten, um Absicht zu sein, aber er verletzte sie damit auf jeden Fall. Sie glaubte, sie hatte die Zeichen gesehen. Er wollte nichts weiter als rein, raus, fertig.

Wobei sie diejenige war, die fertig war.

„Ist irgendwas?“, fragte er ihren Rücken, nachdem sie eine kleine Ewigkeit mit ihrem dummen Schuh rumgetan hatte.

Sie räusperte sich. „Nein. Ich denke, ich gehe jetzt besser.“

„Ich bring dich bis zum Ausgang.“

„Nein!“ Sie konnte den Gedanken nicht ertragen, dass er sie peinlich – wenn auch höflich – zum Ausgang aus den Kerkern begleitete und sich für den netten Fick bedankte. Vor allem, da sie, wenn sie ihm in die Augen sah, nicht so tun konnte, als wäre wirklich alles okay. „Ich meine… Nein, wenn ich allein erwischt werde, kann ich immer noch behaupten, ich war wegen Schulsprecher-Belangen hier unten. Bleib… einfach hier.“

Sie schlüpfte schnell aus seinem Zimmer, bevor er noch etwas sagen oder tun konnte. Sie beschloss, sich zu beeilen, da die Tränen kurz vorm Überlaufen standen. Es war spät und sie rechnete nicht damit, irgendwem zu begegnen, also liefen die Tränen ihr im Slytherin-Gemeinschaftsraum bereits über die Wangen. Sie senkte den Kopf und lief eilig weiter.

„Oh, zur Hölle!“, sagte eine verärgerte Stimme. „Was hast du hier-?“

Erschrocken sah sie auf und entdeckte Blaise Zabini. Super. Ihre Kleidung war zerknautscht und ihre Haare ein wildes Durcheinander, weil sie nicht daran gedacht hatte, es noch zu richten. Sie wusste, dass außer Frage stand, was passiert war.

Seine Verärgerung wurde beim Anblick ihres Gesichts scheinbar zu Schock. „Oh, verdammt…“

Da bemerkte sie erst, dass sie weinte. Sie strich schnell die Tränen von ihren Wangen. „Kein Wort“, fauchte sie. „Und zu ihm sagst du auch nichts!“

„Ich nehme an, du sprichst von Draco, und warum nicht? Es wäre eine tolle Möglichkeit, ihn leiden zu lassen, wenn er wüsste, dass du heulst, nachdem ihr…“ Er deutete auf ihre Erscheinung. „So ist es doch… oder?“ Es klang diesmal eher nach aufrichtiger Frage als nach Anschuldigung, aber Hermine war zu beschämt, um sich darüber zu wundern. Er sollte den Mund halten!

„Misch dich nicht ein, Zabini“, warnte sie. „Er weiß, was passiert ist. Er ist nicht dumm genug, um es nicht zu wissen.“ Aber vielleicht, vielleicht, hatte sie es gut genug versteckt, dass sie beide so tun konnten, als wäre nichts gewesen. Zumindest hoffte sie das.

„Ich glaube, du unterschätzt, wie dumm Draco ist.“

„Ich meine es ernst, Zabini! Sag’s ihm nicht! Wenn du das tust, dann… dann…“ Sie suchte nach einer Drohung, die ihn überzeugen würde. „Dann… Dann sage ich ihm, dass ich geweint habe, weil ich es bereut habe. Das wird ihm nicht gefallen, oder?“ Zumindest nicht seinem Ego. Aber etwas anderes gab es an ihm ja nicht.

Zabini runzelte sehr missbilligend die Stirn. „Immer noch so tückisch wie immer. Gut. Kümmer dich selbst drum. Aber… du weißt, dass Draco nicht nachdenkt, bevor er spricht. Wahrscheinlich wäre es besser, wenn ihr das Missverständnis gleich klären würdet.“

„Es gibt kein Missverständnis.“ Nein, es war ziemlich klar, was er fühlte. Und was nicht. „Wenn du mich jetzt entschuldigst, ich brauche ein Bad.“ Sie eilte aus dem Raum in den Korridor.

Sie musste es bis zu ihrem Zimmer schaffen, bevor sie wieder weinte, für den Fall, dass noch jemand wach war. Sie durften es nicht wissen. Niemand. Es war zu demütigend.

+++++

Vorschau

+++++

Pansy zeigte ein unfreundliches Lächeln. „Immerhin habe ich etwas, was für mich spricht. Ich habe nie so ganz verstanden, warum jemand wie Draco sich jemanden wie dich aussuchen sollte. Du bist nicht nur hässlich, du bist auch nur halb so klug, wie du glaubst. Du bist auf Dracos Lügen reingefallen? Bitte. Du hättest wissen müssen, dass er nie wirklich Gefühle für jemanden von so niederer Herkunft, mit diesem erbärmlichem Aussehen und so nervigen Gewohnheiten haben würde. Du warst nichts weiter als ein kleines Spielzeug. Wie lustig muss es für ihn sein, dass er dir scheinbar tatsächlich das Herz gebrochen hat?“

Hermine klappte der Mund auf. Von allen lächerlichen Dingen, die Pansy sagen konnte, schlug diese letzte Bemerkung dem Fass den Boden aus. Nichts, gar nichts an Hermine war gebrochen. Vielleicht war ihr Selbstbewusstsein etwas angeschlagen und hatte ein paar Risse hier und da, aber das war alles!


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Ich sollte nur lesen, aber ich habe die Damen im Hörverlag davon überzeugt, dass es viel schöner ist die Figuren zu spielen, als nur zu zitieren.
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