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Fanfiction

The Bracelet - Kapitel 97

von Nitsrek

„Es geht mir gut“, sagte Theo, dann nochmal zu Hermine, als sie ihn genauer untersuchen wollte, „Es geht mir gut. Sie war ziemlich unfähig. Ich habe den Dolch hauptsächlich mit der Hand abgewehrt und sie hat ihn zu schnell fallen lassen, um großen Schaden anzurichten. Es ist eigentlich nur ein kleiner Kratzer. Madam Pomfrey wird es leicht hinkriegen.“

„Sie?“, fragte Draco und hob eine Augenbraue.

„Stanwood. Sie bedauert sehr, dass sie nicht dich erdolchen konnte. Erinner mich, dass ich nie wieder deinen Kontrollgang übernehme.“

„Er hat diese Wirkung auf Leute“, murmelte Hermine, während sie sich versicherte, dass Theo seine Verletzung nicht runter spielte. Draco funkelte sie an.

Theo grinste, dann zuckte er zusammen und packte wieder seine Seite. „Ich war gerade auf dem Weg zum Krankenflügel. Jemand von euch muss Dumbledore informieren.“

„Dass wir eine Dolchmörderin haben?“, fragte Draco. „Sie wird nicht weit kommen. Pomfrey wird es melden.“ Er war gefühllos, und? Er wollte Hermine für sich, damit sie diese wichtige Unterhaltung zu Ende führen konnten!

„Deine Sorge und deine Aufopferungsbereitschaft für mich sind herzerwärmend“, sagte Theo trocken. „Vor allem wenn man bedenkt, dass das Messer für dich gedacht war. Aber darum geht es nicht. Sie, ähm, hat behauptet, dass die Todesser versuchen werden, das Schloss einzunehmen.“

„Und das sagst du uns erst jetzt?“, unterbrach Hermine scharf.

Draco und Theo starrten sie beide einen Moment lang leer an. „Prioritäten, Granger“, sagte Draco dann. „Sie sind nicht bei allen gleich. Die meisten von uns sehen eine persönliche Verletzung an erster Stelle.“ Er hätte sehr gut ohne ihren bösen Blick leben können. „Aber sie können doch gar nicht rein“, sagte sie zu Theo. „Das Verschwindekabinett wurde weggeräumt und die Sicherheitsbestimmungen sind lächerlich hoch.“

„Sie hat angedeutet, dass sie diesmal nicht nur einen Helfer hatten. Sie sagte sogar, dass einige Schüler dabei halfen, die Todesser hier rein zu bekommen, um endlich diesen ‚alten Irren‘ zu beseitigen. Ich konnte nicht das ganze verrückte Gemurmel entziffern, aber anscheinend haben es ein paar Ravenclaws geschafft, an der Verteidigung vorbeizukommen und die Tore zu öffnen, und die lassen heute Nacht eine Armee von Todessern rein…“

„Soviel zu Einigkeit unter den Häusern“, murmelte Hermine. „Eine Hufflepuff-Möchtegern-Mörderin und Ravenclaws, die das Chaos rein lassen. Die Welt dreht durch! Oder zumindest Stanwood. Woher wissen wir überhaupt, dass es stimmt?“

„Ja, zu dumm, dass die Welt nicht einfach so schwarz-weiß bleiben konnte“, sagte Theo. „Und das wissen wir nicht. „Aber ich blute hier und du musst Dumbledore warnen, nur für den Fall.“ Er wankte etwas, runzelte die Stirn, und umklammerte seine Seite fester. Er wirkte am meisten überrascht, während er immer blasser wurde.

Anscheinend hatte Mr. Geheimnisvoll-Und-Allwissend nicht bedacht, dass die Schmerzen schlimmer werden würden, wenn die Wunde nicht behandelt wurde. Ha! So viel zu gesundem Menschenverstand.

Sofort war Hermine an Theos Seite. „Okay. Ich bringe dich in den Krankenflügel. Draco warnt Dumbledore.“

Draco funkelte die zu vertraute Szene vor seinen Augen an. „Schlechte Idee, Hermine“, sagte er, bevor er nachdenken konnte.

„Er hat Recht“, stimmte Theo überraschend zu und richtete sich wieder auf. „Er hat letztes Jahr eine Gruppe Todesser und einen wahnsinnigen Werwolf eingelassen. Der Direktor hat keinen Grund, ihm zu vertrauen.“

Verdammt! Draco brauchte keine Erinnerung an letztes Jahr, und Hermine erst recht nicht. „Ich bringe Theo in den Krankenflügel. Du warnst all diese Musterschüler, dass die Bösen kommen könnten“, sagte er.

„Ja, du hast Recht. Harry sollte Bescheid wissen.“ Hermine wirkte überrascht, dass sie ihren besten Freund so vergessen konnte. „Er würde dir nicht glauben. Also gehe ich.“
„Gut“, murmelte Draco, der sehr schlecht gelaunt war und sich Theos guten Arm nicht allzu sanft um die Schulter legte und ihn dann raus auf den Flur zerrte.

„Das ist echt nicht nöt-“

„Halt den Mund!“, knurrte Draco. „Hast du eine Ahnung, wie oft ich dieses Jahr schon Leute in den Krankenflügel bringen durfte? Ich werde nicht gerade als unschuldig und mitfühlend betrachtet. Also halt dich fest und sei still.“

Hermine lief an ihnen vorbei, blieb aber ein paar Schritte entfernt stehen und drehte sich um. „Draco…“, sagte se zögernd.

„Ja?“, fragte er, immer noch angefressen, und setzte seinen langsamen Weg mit Theo fort.

„Wenn du mit Theo den Krankenflügel erreichst, komm nicht wieder raus. Bleib da, bis ich dir sage, dass es wieder sicher ist.“

„Das ist mal eine komische Bitte, Granger“, sagte er stirnrunzelnd und blieb stehen, als er sie erreichte und sie nicht zur Seite ging. Es war ein so langer Weg an ihr vorbei. Außerdem war ihm Theos Gesundheit im Moment ziemlich egal. Er konnte verbluten, wenn es nach Draco ginge.

Hermine hob ihr Kinn, damit Draco wusste, dass sie nicht nachgeben würde. Das sollte ihn vermutlich nicht anmachen, wenn man bedachte, dass er im Moment Theo festhielt.

„Ich sage das nur einmal, also hör zu“, sagte Hermine forsch. „Dein Vater wurde nie gefasst, also könnte auch er hier sein. Du kannst nicht mitkämpfen, außer du entscheidest dich für eine Seite. Das würde wiederum heißen, dass du vielleicht jemanden töten musst. Also müsstest du eventuell entweder deinen Vater umbringen oder… ähm…“

Was für ein vielsagendes Zögern. Sie konnte sich nicht selbst nennen?

„So eine Entscheidung kannst du nicht leichtfertig treffen“, fuhr sie mit leicht geröteten Wangen fort, „und ehrlich gesagt solltest du das nicht heute Nacht entscheiden, weil keine Zeit dafür ist. Wenn du dich also trotzdem einmischst, könntest du auf die eine oder andere dumme Art selbst in die Schusslinie geraten. Es würde mich ablenken und stressen, dich im Auge behalten zu müssen. Also bleib weg, dann haben wir eine bessere Chance.“

Er wäre also praktisch unnütz? Schlimmer noch. Ihre Meinung von ihm war wirklich schmeichelhaft.

Nein, das war nicht fair. Sie hatte Recht. Wenn er eine Person, die ihm wichtig war, töten müsste, um eine andere Person, die ihm wichtig war, zu schützen, könnte er das nicht. Er war nutzlos. Er konnte nur sterben, um einen anderen zu retten, und das wollte er eigentlich nicht.

„Was ist mit dir?“, fragte er. „Hältst du dich auch raus?“ Na sicher.

„Nein“, antwortete sie knapp. „So bin ich. Bleib weg, oder ich werde dir nie verzeihen.“ Sie drehte sich um und rannte die Treppen hoch.

„Sie ist weg“, sagte Draco trocken zu Theo, dessen Beine sofort nachgaben, weshalb Draco nun sein Gewicht tragen musste. Draco setzte langsam seinen Weg zum Krankenflügel fort.

„Wenn du Bescheid wusstest, wieso hast du es dann nicht noch rausgezögert?“, fragte Theo, sein Gesicht fast grün.

„Weil ich dein Verhalten albern finde“, informierte Draco. „Und weil ich dachte, wenn du wirklich verletzt wärst, würdest du damit aufhören.“

Theo schüttelte langsam den Kopf. „Ich habe nur ein bisschen Blut verloren und die Wunde brennt wie die Höhle und wird nicht besser. Ehrlich gesagt nur schlimmer und… egal. Pomfrey wird sich darum kümmern.“

Draco schürzte die Lippen wegen Theos Wortwahl. „Immer so sprachgewandt.“

„Gönn mir ‘ne Pause“, knurrte Theo. „Ich wurde von einer Fünftklässlerin aus Hufflepuff erstochen.“

Draco musste laut lachen. Wenn man es so sah… zum Glück ist es nicht ihm passiert. Es war unmöglich, so eine Rufschädigung zu verkraften.

„Du bist erstaunlich unbesorgt“, bemerkte Theo, „dass Hermine in Gefahr sein könnte.“

Dracos Rücken versteifte sich und er wurde sofort nüchtern. „Das liegt nicht in meiner Hand“, stieß er hervor. „Was soll ich tun? Die Hände ringen und zittern? Was auch immer passieren wird, wird so oder so passieren. Sorgen werden ihr auch nicht helfen. Hermine hat schon früher gegen… Dinge… gekämpft und immer überlebt. Wenn es zum Kampf kommt, wird es ihr gut gehen.“

„Sie ist mutig“, überlegte Theo, der anscheinend das Thema ändern wollte. „Ich denke, das ist normal für Gryffindors, aber sie ist noch mutiger. Sie wird Feigheit bei einem Mann nie akzeptieren.“

Draco wusste, was er vorhatte. „Fang nicht damit an.“

„Sie wird in der ersten Reihe jeder Schlacht stehen. Aber irgendwer muss ja Essen kochen und sich um die Kinder kümmern.“

„Mach so weiter, und du wirst blutend auf diesen Stufen liegen.“

Theo lachte. „Nein, werde ich nicht. Hermine würde dir nicht vergeben, wenn mir was passieren würde.“

„Ich behaupte einfach, wir sind angegriffen worden. Vielleicht verhalte ich mich so teilnahmslos wie du immer.“ Draco versuchte nicht einmal, seinen bösen Blick zu verbergen.

„Gut zu wissen, dass du meinen Mord geplant hast…“ Theo sackte langsam zusammen, wurde noch schwerer, seine Augen kurz davor, nach hinten zu rollen.

Draco machte sich ein wenig Sorgen.

„Ja, nicht wahr?“, murmelte Draco, der nicht weiter streiten wollte. Er war sicher, dass die Unterhaltung jetzt zu Ende war, bis sie den Krankenflügel erreichten, aber er hatte kein Glück.

„Sie will, dass du dich trotz deiner Familie für sie entscheidest, weißt du?“, sagte Theo.

„Ach ja?“

Draco rechnete gedanklich nach, wie lang sie noch zu ihrem Ziel brauchen würden. Die Antwort war: Zu lang. Bevor sie dort ankamen, wäre Theo entweder verblutet, hätte ihn zu Tode gelangweilt oder ihn dazu gebracht, einen Mord zu begehen. Draco legte einen Zahn zu. Für jemanden, der relativ dünn war, war Theo ziemlich schwer.

„Du weißt schon, dass du nicht beides haben kannst. Du kannst nicht Familie und sie haben.“ Es war nur ein schwaches Flüstern. „Das lässt sich nicht vereinbaren. Du musst einem von beiden den Rücken zudrehen. Wenn du das nicht einsiehst, wirst du nichts von beidem haben.“

Draco knirschte mit den Zähnen. „Halt den Mund“, stieß er hervor.

Theo lachte wieder, dann keuchte er und klappte zusammen, wobei er fast Draco zu Boden riss.

Was jetzt? Draco wusste nicht, was er tun sollte, nachdem er sie beide wieder hochgezogen hatte. „Wir sind fast da, sei einfach… stoisch.“

„Es brennt.“ Theo schien die Worte erzwingen zu müssen.

„Naja, klar. Solche Wunden brennen meistens. Vor allem, wenn Stoff über die offene Stelle reibt. Du wirst es ertragen müssen.“

„Nein. Das dachte ich auch, aber es wird schlimmer und… es brennt!“

Draco sah Theo eine Sekunde lang an. Seine Muskeln schienen alle angespannt, eine dünne Schicht Schweiß lag auf seinem Gesicht und er war echt grün. Vielleicht war die Wunde schlimmer als gedacht? Der Gedanke beunruhigte Draco. „Wir sind fast da. Nur noch eine Treppe“, tröstete er.

Mit einiger Anstrengung half Theo gehorsam ein paar Stufen nach oben, aber dann klappte er wieder zusammen.

„Wir sind fast da“, wiederholte Draco.

„Gift“, zischte Theo durch zusammengebissene Zähne. „Das kleine Miststück muss einen Dolch mit Gift daran verwendet haben.“

„Wenn ja, ist es ein langsames Gift.“ Draco hob Theo wieder auf die Füße und setzte sie in Bewegung. Noch nie war der Weg zum Krankenflügel so lang gewesen.

„Nicht so langsam. Ich wurde noch nie angestochen und es ist gut möglich, dass das Brennen und die Übelkeit von Anfang an vom Gift kamen. Und ich sehe Punkte… ich hätte es wissen müssen…“

„Übelkeit?“

„Schmerzen verursacht bei manchen Leuten Übelkeit. Mir ist das noch nie passiert, aber ich habe mir nichts dabei gedacht.“

„Für jemand so klugen bist du ziemlich dumm.“

Theo lachte; es klang rau und gezwungen. „Ich habe jedenfalls eine gute Ausrede, wenn ich nur rumsitze. Nachdem ich auch noch eine Warnung ausgesandt habe, werde ich als verwundeter Held gelten.“ Jedes Wort war angespannt, als würde es große Schmerzen und Anstrengung kosten, aber Theo würde seine Sticheleien nicht aus so einem lächerlichen Grund einstellen.

„Wenn du so weiter machst, wirst du ein toter Held sein“, murmelte Draco. „Außerdem wissen wir nicht, ob es stimmt.“

„Trotzdem ein Held.“

„Und es wird dir so viel nützen.“

Theo zeigte ein flüchtiges Grinsen. „Ich weiß nicht, ob du es bemerkt hast, aber Hermine hat sich schreckliche Sorgen um mich gemacht.“

„Du hast geblutet! Sie würde sich um jeden Sorgen machen, der blutet!“

„Und es hatte nichts damit zu tun, dass du mit ihr reden wolltest und sie am liebsten fliehen wollte?“

„Oh, wie schade! Wir sind da“, sagte Draco trocken und schubste Theo durch die Türen zum Krankenflügel.

Madam Pomfrey war sofort da. Draco setzte sich auf ein Nachbarbett und schmollte.

Es ärgerte ihn, dass er Hermine nichts Wichtiges gesagt hatte. Er hatte es herausgezögert und jetzt… jetzt wusste niemand, ob er je wieder eine Chance bekäme. Viel konnte heute Nacht passieren. Jemand könnte sie verletzen. Hermine könnte beschließen, abzuhauen, und er würde ihr nicht zur Seite stehen können. Weasley könnte unerwartet Mut zeigen und sich opfern, um ihr Herz für sich zu gewinnen.

Draco hoffte wirklich, er würde tot sein, bevor er das miterleben musste.

Vielleicht war auch gar nichts. Tara Stanwood war irgendwie gestört. Bisher war es harmlos gewesen. Sie hatte Draco immer an eine sehr gesprächige Luna Lovegood erinnert, nur ohne Gehirn.

Plötzlich krümmte sich Theo auf seinem Bett und machte ein merkwürdiges, ersticktes, wimmerndes Geräusch. Draco blinzelte und beobachtete ein paar Sekunden Madam Pomfreys Handlungen an der hässlichen, roten und geschwollenen Stelle, bevor ihm einfiel, dass ihr niemand von diesem heimtückischen Gift erzählt hatte.

„Die Klinge war vergiftet“, sagte er hilfsbereit.

„Und woher weißt du das?“, fragte Madam Pomfrey.

Draco funkelte sie an. „Ich war es nicht, falls Sie das meinen. Er hat gesagt, es brennt und ihm wird schlecht und er sieht Punkte oder so. Und einmal sah es aus, als würden seine Muskeln krampfen, aber das könnten auch die Schmerzen gewesen sein.“ Das war eine zutreffende Beschreibung, oder?

Pomfrey wischte ihre Hände an der Schürze ab. „Gütiger Himmel. Das könnte mindestens ein Dutzend Gifte sein und ich bin keine Expertin. Hoffen wir, dass der Bezoar hilft.“ Sie sicherte den Patienten und eilte dann davon.

Draco saß bewegungslos da und beobachtete Theo. Theo schien unfähig zu reden. Er schrie oder stöhnte nicht, er warf sich auch nicht umher, wie Draco es erwartet hätte, aber seine Fäuste krallten sich in die Laken, wo Pomfrey seine Handgelenke magisch ans Bett gefesselt hatte, und sie waren so angespannt, dass die Knöchel weiß waren. Manchmal erstarrte sein Körper oder bog sich, aber wäre Theos Gesicht nicht so unnatürlich blass und verschwitzt gewesen, hätte Draco es nicht für allzu schlimm gehalten.

Er hätte Pomfrey warnen sollen, dass es heute Nacht anstrengend werden könnte.

Er staunte, wie gelassen er blieb.

Pomfrey kam heran geeilt und zwang den Bezoar in Theos Kehle. Theo wehrte sich, drehte seinen Kopf hin und her, aber Pomfrey hielt ihn fest. Schließlich entspannte er sich.

„Entweder hat es ihn geheilt oder umgebracht“, bemerkte Draco. „Jedenfalls hat es geholfen!“

Pomfrey wandte sich ihm zu, die Fäuste in die Hüfte gestemmt, „Ich hoffe, du hast eine gute Erklärung, junger Mann“, sagte sie.

Draco ignorierte die Anschuldigung, zwang sich, locker zu bleiben. Sie hatte allen Grund, ihm zu misstrauen. „Sie sind vielleicht zurück“, sagte er leise. „Die Todesser. Und ich hatte nichts damit zu tun. Er hat es uns gesagt und Hermine ist zum Direktor gerannt, während ich sein Leben retten und mich aus dem Ärger raushalten darf.“

Theo versuchte, im Schlaf die Hand zu bewegen, und runzelte die Stirn, als es nicht klappte. Pomfrey ließ sich ablenken und befreite ihn.

„Anscheinend haben Sie ihn nicht getötet“, murmelte Draco. „So ein Pech.“

„Auf wessen Seite stehst du?“, fragte Pomfrey kühl. Es war verständlich, wenn man seine ziemlich unangebrachten Scherze bedachte, aber er konnte einfach nicht anders.

„Ich… Ich…“ Draco runzelte die Stirn. Es sollte eine leichte Frage sein, oder? Für alle Anderen war es das. „Ich stehe am Zaun“, sagte er schließlich. „Ich helfe niemandem.“

Manchmal war die Wahrheit zum Kotzen.

+++++

Hermine krümmte sich und keuchte nach Luft. Sie trainierte zwar jeden Tag, aber es hätte gereicht, wenn sie zum Büro des Direktors hätte rennen müssen, ohne hinterher direkt zu Harry geschickt zu werden, und dann noch zum Büro jedes einzelnen nicht anwesenden Lehrers, um persönlich Dumbledores Nachricht zu übermitteln, dass sie auf der Hut sein sollten.

Sie hatte auch allen, die sie traf, von der Bedrohung erzählt, also verbreitete sich das definitiv in den Häusern, auch wenn einige Schüler so skeptisch wirkten, wie sie sich auch fühlte. Nun würde sie in die Große Halle gehen, wo sie bereits die Evakuierung der jüngeren Schüler planten.

Hermine hätte nichts dagegen, ein paar Todesser zu treffen, um ihnen in ihre bösen Hintern zu treten.

Selbst Dracos Vater?

Ja. Selbst Dracos Vater. Wenn sie Lucius Malfoy verletzen oder töten musste, würde es zwischen ihr und Draco vielleicht unangenehm werden, und Draco hätte wohl definitiv kein Interesse mehr an ihr – selbst wenn es bisher so wäre.

Aber das war egal. Es ging ums große Ganze. Sie musste unschuldige Leute davor bewahren, Opfer unaussprechlichen Bösen zu werden. Wenn Draco das nicht verstand… naja, sie wusste, dass er es nicht verstehen konnte. Er wurde nicht so erzogen. Er wurde so erzogen, dass er nur auf sich und seine Familie achtete. Er arbeitete hart daran, sich zu ändern, aber er würde für seine Familie sterben, und sonst für niemanden. Er würde nicht verstehen, dass sie den Drang hatte, sich für namenlose, gesichtslose Leute einzusetzen, die in der Zukunft vielleicht mit dem Schlimmsten rechnen mussten.

Deshalb hatte sie ihn angefleht, sich rauszuhalten. Er könnte sterben, wenn die Todesser kamen. Sie alle, aber er glaubte an keine von beiden Seiten, und wenn er nicht in der Lage sein sollte, sich zu verteidigen… Sie zitterte. Er verdiente es nicht, einen sinnlosen Tod zu sterben.

Sie richtete sich auf. Sie hatte sich lang genug ausgeruht. Sie musste in die Große Halle. Sie nahm ihren Zauberstab in die Hand – nur für den Fall, dass sie auf die Bösen traf – und machte sich auf den Weg.

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Vorschau

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Man musste nicht klug sein, um zu wissen, dass ‚sie‘ Pansy Parkinson war. Warum Ron sich immer noch so um sie sorgte, war ihr jedoch ein Rätsel. „Vielleicht ist sie in den Kerkern.“

„Nein… hab ich schon überprüft. Die Slytherin-Schlafsäle waren leer. Die meisten von ihnen sind schon verschwunden.“

Hermine zögerte. „Ist dir klar… Wenn das stimmt, ist sie vielleicht nicht auf unserer Seite, oder?“

Ron wandte den Blick ab. „Ich bin kein Narr. Ich will sie nur hier raus haben.“


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Beziehungskomödien aufzubauen und die entsprechenden Dialoge zu schreiben kann Joanne K. Rowling so gut wie Woody Allen. Im vierten und fünften Band ist das schön zu beobachten, wenn es die ersten Eifersüchteleien zwischen den Freunden gibt.
Klaus Fritz