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The Fool, the Emperor and the Hanged Man - Kapitel 19

von Nitsrek

Am Abend des zweiten Mai lief ich in die Küche, um mir Abendessen zu machen. Draco war noch nicht zurückgekehrt und ich fand mich damit ab, dass er wohl zum Abendessen nicht da sein würde, auch nicht am nächsten Tag.

Als ich jedoch mein Lieblingsessen – Orangenhühnchen – in den magischen Ofen schob, öffnete sich die Tür mit einem Knall und ich ließ fast den Bräter auf meine Zehen fallen. Ich hob den Kopf und blickte aus meiner gebückten Haltung über die Theke.

Draco trat ins Wohnzimmer, warf seinen Ledermantel über die Sofalehne und schimpfte vor sich hin, während er als nächstes seine Halfter ablegte. Seine Haare waren ein Chaos, vom Wind verwüstet, die Wangen gerötet. Ich stellte das Hühnchen in den Ofen, richtete mich auf und studierte den Zustand seiner Kleidung.

Der leichte schwarze Pullover, den er trug, hatte Sickel-große Brandlöcher im Stoff und an seinem Hals befand sich Ruß. Das Einzige an ihm, was nicht durcheinander war, war die Augenklappe. Ich öffnete meinen Mund zur Begrüßung, aber er murmelte immer weiter und ging ohne einen Blick auf mich ins Badezimmer. Als die Tür zuschlug, erschauderte ich. Er war wütend, wütender als ich ihn jemals gesehen hatte.

Der Klang von laufendem Wasser beruhigte mich und ich bereitete weiter das Essen zu, kochte etwas mehr Reis und mehr gedämpftes Gemüse als ursprünglich geplant. Ich stellte zwei Teller auf die Theke und beschwor zwei Stühle zu beiden Seiten. Als er das Wasser abdrehte und ich Geräusche aus dem Bad hörte, hatte ich bereits den Tisch gedeckt und mehrere Flaschen Butterbier bereit gestellt.

Ich setzte mich auf den Stuhl in der Küche, als Draco hereinkam, begleitet von Dampf aus dem Badezimmer, die Augenklappe weg, ein Handtuch um die Taille. Mit einem anderen Handtuch rieb er seine Haare, während er an mir vorbei ins Schlafzimmer hastete, wieder ohne mich wahrzunehmen.

Ich knirschte mit den Zähnen und füllte beide Teller mit Nahrung. Ich hörte, wie er sich anzog, und hätte ihn gerne gerufen, wäre gern zu ihm gegangen.

Beltain war ein Fehler gewesen. Angst legte sich auf meine Brust.

Für eine Nacht Cinderella… Ich war so dumm, zu denken, dass ich…

Draco setzte sich mir gegenüber, er trug ein altes T-Shirt und Jeans. Ich trug fast das gleiche, meine Haare zum Pferdeschwanz gebunden. Er nahm eine Gabel, hielt jedoch inne, um mich über die Theke hinweg anzustarren; ich war so steif wie das Metallwerkzeug in meiner Faust.

„Wieder eine falsche Fährte“, murmelte er und ich wusste, dass er Godric’s Hollow meinte. „Aber Weasley hat wahrscheinlich den Anführer von MATCH gefunden.“

Ich entspannte mich genug für ein „Oh?“

Draco nickte langsam und ich weigerte mich, ihn anzusehen, starrte stattdessen auf das dampfende Essen auf seinem Teller.

„Dennis Creevey.“

Ich erschauderte wieder. „Dennis?“, fragte ich ungläubig und hob meinen Blick zu Dracos Gesicht, das blasser und ernster als sonst war.

Draco nickte. „Schon damals in Hogwarts Potters treuer Anhänger. Nach dem Tod seines Bruders gründete Creevey MATCH schon in Hogwarts und nimmt seitdem immer wieder neue Mitglieder auf. Von Colin hat er die Liebe zur Fotografie übernommen und wurde damit reich und unabhängig. Nach Hogwarts jedoch machte er MATCH zur Untergrundorganisation und verbarg sein Zutun. Charlie Weasley und ich haben ihn in Godric’s Hollow erwischt, ihn und circa zwanzig weitere.“

Ich schluckte schwer. Ich erinnerte mich daran, wie Colin während der Letzten Schlacht umgebracht worden war; Minerva hatte ihn zu seiner eigenen Sicherheit weggeschickt, aber Colin hatte sich zurückgeschlichen und war fast augenblicklich vor den Eingangstüren der Schule ermordet worden. Ich wusste bisher nicht, wie sein jüngerer Bruder das verkraftet hatte, aber jetzt schon. MATCH hatte – so verstand ich es – als Protestgruppe gegen Ex-Todesser und alle anderen Anhänger Voldemorts, die irgendwie einer Verurteilung entkommen sind, angefangen. Dazu kamen Verbitterung, Wut und Rachedurst – und schon war MATCH eine Terroristengruppe.

Draco begann mit dem Essen, während ich mich in meinen Gedanken verlor und schließlich auch langsam, mechanisch, aß.

Als wir aufgegessen hatten, räumte ich das Geschirr ab und Draco beobachtete mich. Meine Gedanken kreisten wieder um Beltain. Meine Hände zitterten, als ich die Teller und das Besteck in die Spüle stellte. Intimität war mir fremd, und ich wusste nicht, wie ich damit umgehen sollte. Ich verabscheute mich für den Gedanken, dass Draco mir dabei schon helfen würde. Ich verabscheute, dass ich nicht genau wusste, wie ich mich verhalten sollte. Ich fragte mich, ob ich mich ihm hätte nähern sollen, als er hereinkam. Ich fragte mich, ob ich ihn hätte umarmen oder küssen sollen. Ich war froh, dass er sicher war.

Ich fragte mich auch, warum er nicht mit mir gesprochen hatte, als er heimkam.

„Hermine?“

Ich hatte mit einer dreckigen Gabel in der Hand in das Spülbecken gestarrt. Beim Klang meines Namens riss ich den Kopf hoch. Er klang fast schön, wenn er von Dracos Lippen kam.

Ich blickte ihm ins Auge.

„Hör auf, alles zu hinterfragen“, sagte er, die Ellbogen auf der Theke, die Hände gefaltet.

Ich runzelte die Stirn. Er war kein so guter Legilimens und ich wusste, dass meine Zweifel deutlich in mein Gesicht geschrieben standen. Ich ließ die Gabel mit einem Klappern in das Becken fallen und drehte mich zu Draco, der aufgestanden war. Ich sah zu, wie er um die Theke lief und sich direkt vor mich stellte, sein Haar noch leicht feucht von seinem Bad; Salbei und Zitrusfrüchte wehten von seiner Haut, vermischt mit dem Duft, der nur ihm gehörte.

„Wegen neulich nachts…“, sagte er leise. Er stand sehr nah bei mir und mein niederer Rücken lehnte am Rand des Spülbeckens. Ich richtete meine Augen auf seine Brust, die definierten Muskeln dort.

Ich versuchte, mich auf das, was Draco sagen würde, gefasst zu machen. Ich wusste, dass er mir sagen würde, dass Beltain ein Fehler gewesen ist, dass ich nur ein Opfer war, das er beschützen musste. Vielleicht noch, dass ich eine nette Frau war, aber nicht die richtige für ihn und dass wir ja ‚nur Freunde’ sein könnten. Ich wusste, dass – sollte ich Harry aufhalten – all die wundervollen Unterhaltungen bei Kaffee, so trübsinnig sie auch teilweise waren, vorbei wären. Draco würde zu seinem nächsten Fall gehen und jemand anderen beschützen. Bei mir war es nur anders, weil Draco und ich eine gemeinsame Geschichte hatten.

„Es tut mir leid, dass ich dich…“, fing er an, verstummte aber; seine Handfläche legte sich auf meine rechte Schulter.

Ich sog meine Unterlippe zwischen die Zähne und kniff die Augen zusammen, wartete auf den Schlag in die Magengrube.

„Ist das, was wir getan haben, für dich okay?“, fragte er sanft und ich hob meine Augen immerhin bis zu seinem Adamsapfel.

Ich musste ihm antworten. „Es ging mir gut, Draco“, flüsterte ich. Er zitterte, als ich seinen Namen sagte und ich fragte mich, ob es ihn ekelte.

„Es war vielleicht etwas zu früh, nach dem, was Potter…“ Wieder verstummte er. „Warum schaust du mich nicht an?“, fragte er und benutzte seine linke Hand, um behutsam mein Kinn zu heben, so dass ich in sein Gesicht blickte, in sein Auge.

Ich wusste, dass er meine Gefühle sehen konnte, meine Angst, mein Zögern, meine Selbstverachtung und langsam entdeckte ich seine Wut.

„Du dummes Mädchen…“, flüsterte er, sein Daumen zwickte mich leicht ins Kinn. „Du hast geglaubt, ich würde dir sagen, dass ich Beltain bereue, nicht wahr?“

Ich blinzelte und wollte leugnen, dass er völlig Recht hatte, sagte aber nichts. Ich starrte nur auf seine helle Braue, die Narbe, die sein Auge bedeckte und entstellte, die Form seiner Nasenlöcher am Ende seiner langen, schmalen Nase und die Einkerbung zwischen Nase und Oberlippe. Ich vermied seinen Blick.

„Ich bereue nichts in meinem Leben, Granger… gar nichts!“, knurrte er und benutzte meinen Nachnamen wie eine Waffe, als seine Stimme über mein Gesicht floss. Er stand sehr nah und ich spürte seine Körperwärme an meinem Körper.

Ich atmete flach ein und erinnerte mich, dass Lucius fast genau das Gleiche gesagt hatte.

„Ich habe mich verhalten, wie ich wollte, getan und gesagt, was ich wollte. Zweifel nicht, wenn ich weiß, dass es wahr ist, Hermine“, flüsterte er und sein Daumen zog meine Unterlippe nach.

„Und… und woher weißt du, dass es wahr ist?“, flüsterte ich.

Seine Mundwinkel hoben sich zu einem Lächeln – das Lächeln, das meine Organe in einen gallertartigen Haufen verwandelte – das spitzbübische Lächeln.

„Ich habe dich zu meiner ‚Lady’ gemacht, Hermine. Das war nicht nur Formalität…“, sagte er leise und neigte seinen Körper, so dass unsere Gesichter auf einer Höhe waren.

Draco küsste meinen Mundwinkel, dann meine Schläfe, seine Hände legten sich sanft um meine Oberarme und zogen mich nach oben, bis ich auf meinen Zehenspitzen stand. Mein Hintern saß fast auf dem Spülbeckenrand, als er in meinen Mund eindrang. Ich brauchte eine Sekunde, um das Gefühl des Kusses zuzulassen, aber als es mich ergriff, legten sich meine Arme wie von selbst um seinen Hals. Unsere Münder waren offen, die Zungen tanzten; ich schmeckte unser Abendessen und Dracos ganz eigenen Geschmack.

Seine Worte hatten mich nicht völlig beruhigt, aber die Art, wie seine linke Hand durch meine Haare fuhr und seine rechte Hand meine Hüfte unter meiner Bluse berührte, verscheuchten meine Sorgen. Im Moment war ich Dracos ‚Lady’ und glücklich damit. Als seine Lippen zu meinem linken Ohr, zu meinem Hals wanderten, war mir egal, wie lange ich noch seine ‚Lady’ sein würde. In diesem Moment war ich in der Lage, diese Freude zu halten; sollten sich seine Gefühle also ändern, hätte ich für lange Zeit eine Erinnerung, an der ich festhalten konnte.

Als wir uns trennten, lächelte ich. Ich konnte ihm meine Ängste und Zweifel nicht zeigen, konnte diesen Moment nicht beenden. Draco strich mit einem Finger über mein Gesicht und murmelte, dass er das Grammophon anschalten würde, während ich die Fenster schließen sollte. Ich nickte, blickte wieder in die Spüle, wo all das schmutzige Geschirr bereits wieder aufgeräumt war.

Die Platte lief an und aus dem Grammophon erklang Enrico Carusos ‚Mi Par d’Udir Ancora’ aus ‚I Pescatori di Perle’. Ich grinste, zog den Elderstab aus meinem Halfter und schloss die Fenster auf magische Art. Draco entfernte sich vom Grammophon, summte synchron zu dem italienischen Tenor und setzte sich auf die Couch, legte seine nackten Füße auf den nebenstehenden Sessel.

„Hast du die Platte von…?“, begann ich und spürte ein Ziehen in meinem Kopf. Ich hörte jedoch nichts von Severus, obwohl ich wusste, dass er leicht verärgert war.

„Ja“, sagte Draco über die Musik und drehte sich auf dem Sofa zu mir.

Ich setzte mich an das andere Ende des Sofas und steckte den Zauberstab wieder ein. Ich wollte fragen, ob er die Scheibe nur ausleihen wollte, wusste aber, dass diese Frage eine ganze Kette weiterer Fragen nach sich ziehen würde, für die ich noch nicht bereit war. Niemand wusste, dass ich meinen verstorbenen Zaubertränke-Lehrer in meinem Kopf hörte.

„Ich habe auch das David Bowie-Album geklaut, und ein paar andere Sachen, die aus den Verliesen befreit werden mussten.“

Ich grinste.

Draco und ich unterhielten uns weiter, großteils über Musik, dann Bücher, dann die Malfoy-Ländereien und schließlich über das Thema, das mich seit Tagen beschäftigte. Harry. Alles fiel auf Harry zurück, als wäre er ein übergroßer Schatten, dem man einfach nicht ausweichen oder entkommen konnte.

Während unserem Gespräch hatte Malfoy mich auf seine Seite der Couch gelockt und einen Arm um mich gelegt; ich konnte meine Beine über seine Knie legen. Eine intime Verknotung von Gliedmaßen, aber vor Jahren hatte ich mit Harry und Ron auf ähnliche Art im Gryffindor-Gemeinschaftsraum gesessen. Bei Draco Malfoy hingegen sandte jede Berührung seiner Finger auf meinem Hals oder in meinen Haaren Gänsehaut über meine Wirbelsäule und bis zu meinem Becken.

„Eine Sache beschäftigt mich schon von Anfang an…“, sagte Draco und wickelte seinen linken Zeigefinger in eine meine Haarsträhnen. „Woher hat Potter den ‚Gehängten’? Er steht in Großbritannien, Amerika, Frankreich und Europa generell auf dem Index… Diejenigen, die ein Exemplar haben, verheimlichen es.“

Draco blickte mich an und grinste. „Hast du deine versiegelte Ausgabe noch?“

Ich nickte und legte mein Kinn auf Dracos Schulter, so dass meine Stirn an seiner Wange ruhte.

„Jemand muss es ihm gegeben haben. Man kann den ‚Gehängten’ nicht kaufen und du wirst auch nie auf herkömmliche Weise dran kommen. Der Schwarzmarkt hat keinen Bedarf an solchen Büchern, also kann er es nur geschenkt bekommen haben…“

Ich runzelte die Stirn. „Vielleicht hat er es von Sirius geerbt.“

Draco schüttelte leicht den Kopf, ohne meinen Kopf von seiner Wange zu lösen.

„Nein. Mutter hat alles vom Grimmauld Platz geerbt. Tante Andromeda wollte nichts davon und die Dinge, die der Orden geborgen hatte, wurden später zerstört.“

Ich verzog nachdenklich den Mund. Ich war zum letzten Mal kurz nach dem Krieg im Grimmauld Platz gewesen und hatte seither keinen Grund gehabt, zurückzukehren. Ich wusste nicht, ob Harry oder Ron zurückgekehrt sind, aber ich wusste, dass das Haus leer war, als die Polizei es durchsuchte. Ich wusste auch, dass viele der Sachen, die aus dem Haus entfernt worden waren, im Familientresor der Potters lagen.

Es war nicht mit absoluter Sicherheit, aber möglich. Bei all den ‚dunklen’ Gegenständen, die Harry, Ron, Ginny und ich aus dem Haus geschafft hatten, haben wir vielleicht ein Buch übersehen. Gut, ich hatte eine geistige Bestandsliste der Bücher in der Familienbibliothek der Blacks und erinnerte mich nicht an ein Buch mit dem Titel ‚Der Gehängte’. Aber nach dreizehn Jahren konnte auch mein Verstand vielleicht etwas nachlassen.

„Es gibt vieles, was ich nicht verstehe“, murmelte ich und mein Atem traf auf Dracos Hals. „Und ich kann nicht ständig darüber nachdenken, wenn ich bei Verstand und konzentriert bleiben will.“

Draco summte zustimmen, seine rechte Hand fiel auf mein Knie. „Und Konzentration brauchen wir, Hermine…“, flüsterte er.

+++++

Der achte Mai war ein Tag voller Vorbereitungen. Die Tage zuvor hatte ich mich der so genannten Kunst des Fliegens angenähert. Draco war ein hervorragender Flieger, schon damals in Hogwarts, und diese Fähigkeit hatte sich im Erwachsenenalter nur noch verbessert. Er hatte einen Feuerblitz der dritten Generation in einem Schrank unten an der Treppe in den Stallungen, zusammen mit einem Nimbus 3000A, den ich benutzte. Der Feuerblitz war natürlich ein schnellerer Besen und mir wurde deutlich klargemacht, dass ich bis zum zehnten Mai in der Lage sein musste, mit mehr als nur einem Nimbus 3000A klarzukommen.

„Es kann sein, dass wir schnell fliehen müssen, und nichts kann einen Feuerblitz Gen3 überbieten“, sagte Draco, als wir nebeneinander über die Felder flogen und gerade so den Boden berührten.

Ich vermisste die alten Shooting Stars von Hogwarts. Ich hatte mir nie viel aus Fliegen gemacht. Nicht, dass ich kein Talent dazu oder Höhenangst hätte, ich zog den Boden einfach vor.

Bis zum achten Mai flog ich den Nimbus und wagte nach und nach riskantere Manöver. Ich hatte Harry und Ron lang genug beobachtet, um die Technik des Bremsens und des Federns zu kennen, um zu wissen, wie man einem Gegner auswich und in der Luft rollte. Ich fiel nur zweimal vom Besen. Beim ersten Mal landete ich mit dem Gesicht voraus auf dem Boden und brach mir dabei die Nase. Beim zweiten Mal renkte ich mir die Schulter aus. Beide Male war ich allein, heilte mich aber schnell und erwähnte meine Unglücke Draco gegenüber nicht.

Er war zweimal wegbeordert worden, fehlte aber nie länger als ein paar Stunden. Ich hatte angefangen, meinen Mantel mit Dingen zu bepacken, die ich vielleicht brauchte, sollte ich es nicht schaffen, noch einmal zu den Stallungen zurückzukehren. Ich stellte fest, dass ich meinen Besen schrumpfen konnte und überlegte, ihn ebenfalls in meine bodenlose Tasche zu stecken.

Am Abend des Achten saß ich – nachdem ich die Küche und das Bad ohne magische Hilfe geputzt hatte - mit einer Ausgabe von ‚Die Rückkehr’ auf dem Sofa und wartete. Ich konnte Draco unten hören, wie er den Besen in den Schrank stellte, dann seine Schritte auf den Stufen.

„Bist du bereit?“, fragte er in der Tür, leicht außer Atem.

Ich blinzelte Draco an. „Wofür?“

Draco seufzte und ließ seine Arme an die Seiten fallen. Er trug den grauen Anzug, den ich als sein ‚offizielles’ Outfit als DCI Malfoy erkannt hatte. Nur seine Haare waren zerzaust und seine Wangen etwas rötlich, offensichtlich vom Fliegen mit halsbrecherischer Geschwindigkeit. Erst am Vortag hatte Draco mich darüber informiert, wie er die Malfoy-Ländereien verließ, und zwar über die Rückseite am Rand des Tempelwalds, durch den Obstgarten eines Muggel-Bauern und hinter die Schutzwälle, um zu apparieren. Es dauerte insgesamt 20 Minuten mit dem Besen, zu Fuß wären es Stunden.

„Letzte Flugstunde?“

Ich klappte ‚Die Rückkehr’ in meinem Schoß zu und seufzte. Als ich aufstand, blickte ich aus den Fenstern; das Mondlicht badete die Felder in silbernes Licht. Nachtfliegen gehörte nicht zu den Dingen, die ich in meinem Leben unbedingt noch machen wollte. Es fiel mir schon schwer, tagsüber zu fliegen, aber ich wusste, dass Draco darauf bestehen würde. Ich war langsam hungrig, da ich mit dem Kochen auf ihn gewartet hatte.

Ich folgte Draco die Stufen hinunter zum Schrank. Er nahm seinen Besen heraus und gab mir einen anderen, nicht den Nimbus, sondern einen Bruder seines Feuerblitz’. Ich sagte nichts, aber in mir kribbelte es. Innerhalb weniger Tage hatte ich gelernt, einen professionellen Rennbesen zu fliegen – nach Jahren ohne Fliegen – und als wir in den Hof traten, fragte ich mich, ob ich heute Nacht einen weiteren Bruch würde heilen müssen. Ich war nicht gerade zuversichtlich, ließ Draco mein Zögern jedoch nicht spüren.

Draco bestieg den Besen und trat sich ab. Ich folgte, meine Hände umklammerten den Stiel so fest wie möglich. Ich stieß mich ab und keuchte, als ich schnell in die Luft stieg. Nach einem leichten Absenken des Griffs schwebte ich neben Draco, mein Mund trocken, mein Gesicht leichenblass.

„Versuch, dran zu bleiben…“, sagte er und wurde etwas lauter, während sein Oberkörper sich runter auf den Besenstiel beugte, und plötzlich war er weg, sein Umhang flatterte ihm hinterher, als er aus meiner Sicht und ins Mondlicht verschwand.

Ich saugte an meiner Unterlippe und schüttelte den Kopf. Ich würde auf keinen Fall dranbleiben können, ich hatte nicht einmal den Nimbus bis zum Limit beschleunigen lassen, und der Gedanke, es mit dem Feuerblitz überhaupt zu probieren machte mich nervös.

Ich bewegte meine Knöchel in den Steigen und knurrte. Ich war Hermine Granger, es gab nichts, was ich nicht gut konnte. Ich neigte meinen Körper, verstärkte meinen Griff und beschleunigte.

Der Feuerblitz Gen3 hatte eine Beschleunigung von 185 Meilen pro Stunde in zehn Sekunden, in Kombination mit Schutz- und Haltezaubern, also war das Reisen in dieser Geschwindigkeit nicht allzu unangenehm. Und ich flog, klammerte mich an den Besen und knirschte mit den Zähnen, während der Wind über meinen Rücken schnitt, abgelenkt durch den Schildzauber, der vor dem Besen aufbaute.

Ich holte Draco innerhalb von fünf Sekunden ein, raste an ihm vorbei und drehte mich, so dass ich mit 140 Meilen pro Stunde direkt auf ihn zuflog. Ich hörte Draco ärgerlich rufen, als ich über ihn ablenkte und hinter ihm wieder fiel, so nah, dass ich fast die Zweige seines Besens berühren konnte.

„Bist du völlig wahnsinnig, Hermine? Was zur Hölle hast du vor?“, schrie er über seine Schulter.

Ich grinste. Ich konnte einen Feuerblitz fliegen, aber ich wusste, dass meine Kehrtwendung schlampig gewesen war und dass ich vermutlich vom Besen auf den Boden unter uns gekracht wäre, gäbe es den Haltezauber nicht. Dracos Ärger freute mich irgendwie; ebenso das Tempo, in dem ich flog. Ich fragte mich plötzlich, ob meine Freude mein eigenes Gefühl war oder ob es zu meinem inneren Severus gehörte.

Wir wurden langsamer, als wir hoch über dem Tempelwald flogen und das Mondlicht auf uns schien. Nebeneinander setzten wir uns auf, der Kissenzauber machte den Flug bequem. Draco starrte mich an, als ich auf meinem Besen balancierte, meine Hände in meine Hüfte gestemmt. Er seufzte, zog seine Jacke glatt und richtete die schwarze Augenklappe, die er über dem rechten Auge trug.

„Hast du für morgen gepackt?“, murmelte er.

Ich runzelte die Stirn. „Wir gehen morgen?“

„Morgen Nacht. Die Zeremonie findet nicht vor Sonnenuntergang am Zehnten statt, und ich denke, es ist besser, dort zu sein, bevor der Rest der Welt ankommt.“

Ich blickte über die Wipfel der weißen Bäume und die sprießenden Blätter im Mondlicht. Der Tempelwald war wunderschön im Mondlicht.

„Neben der Ministerin und ihrem Personal, zwanzig hochrangigen Ministeriumsangestellten, Abgesandten der Nachbarländer und anderen Gästen, werden circa fünfzig Auroren unseres Ministeriums da sein, fünfundzwanzig aus Frankreich und weitere zwanzig aus Amerika. Dazu kommt noch das Hogwarts-Personal und ehemalige Schüler, die den Dunklen Lord bekämpft haben… Natürlich ging an meine Familie, oder generell an die Familien, die den Dunklen Lord unterstützt haben, keine Einladungen raus.“

„Und warum gehe ich?“, fragte ich teilnahmslos und sog das Mondlicht auf meinen nackten Armen und meinem Gesicht auf.

„Weil es von dir erwartet wird, ebenso wie von Ron Weasley… der aber nicht kommt, und du eigentlich auch nicht. Aber du wirst da sein, verborgen in deinem verwandelten Mantel, mit den Zauberstäben in Gefechtstellung. Es ist vielleicht unsere letzte Chance, Potter auszuschalten“, knurrte Draco und ich spürte sein kaltes Silberauge auf meine eine Gesichtshälfte gerichtet.

Ich schloss die Augen. „Ich hasse das hier… Ich hasse das Warten“, flüsterte ich, meine Hand legte sich auf den Anhänger unter meiner Bluse; einen Anhänger, der kalt blieb.

Ich hörte, wie Draco auf seinem Besen das Gewicht verlagerte. „Und damit bist du nicht allein, meine Liebe.“

Ich öffnete meine Augen und sah Draco an, der sanft lächelte, sein Auge war auf den Mond gerichtet.

„Ich werde ihm folgen müssen… dreizehn Jahre in die Vergangenheit und ich habe Angst vor dem, war ich dort sehen werde.“

„’Ich’?“, fragte Draco und verschränkte die Arme vor der Brust.

„Ich gehe nicht davon aus, dass du mit mir gehst…“

„Natürlich gehe ich mit dir, Granger. Egal, wie genial du bist; du brauchst Unterstützung. Wir sind so weit gekommen… zusammen…“, murmelte er.

Meine Brust brannte und meine Lippen zitterten.

„Wir wissen nicht, wann er den Umkehrer benutzen wird, und wir wissen nicht, ob er in Hogwarts auftauchen wird…“

„Hoffen wir, dass er es nicht tut. Hoffen wir, dass gar nichts passiert, dass selbst die Protest- und Terroristengruppen fernbleiben. Hoffen wir, dass wir zusammen mit all den anderen Leuten da sitzen, die Vergangenheit begraben und das Wetter genießen werden, einen Spaziergang um den See machen und danach heimkehren mit dem Wissen, dass wir einen weiteren Tag überlebt haben.“

„Heim?“, fragte ich leise.

Mein Heim war ein Ort, in den ich schon seit langem keinen Fuß gesetzt hatte. Mein Leben hatte seinen Halt verloren. Ich hatte schon ewig nicht mehr in meinem eigenen Bett geschlafen, in meinem kleinen Garten gearbeitet, mein Haustier im Wald spielen lassen oder mit Hagrid oder den Zentauren gesprochen. Wo war mein Heim?

Draco blinzelte mich an, wissend, dass er sich falsch ausgedrückt hatte, und ich fragte mich, wie er denken konnte, dass die Stallungen oder die Malfoy-Ländereien mein Zuhause sein könnten oder würden.

„Heim, was vorläufig hier ist, Hermine.“

Der Klang meines Namens ließ mich erschaudern. Aber ich wusste, dass Draco Recht hatte: Vorläufig war mein Zuhause innerhalb der Grenzen der Malfoy-Ländereien. Hier wurde ich beschützt.

Unser Schweigen legte sich um uns, auch über den Wald und die Hügel unter uns.

„Komm schon“, sagte Draco sanft, verlagerte sein Gewicht auf dem Besen und flog los. Ich folgte schnell, während wir niedrig über die Baumwipfel und runter ins Tal flogen und fast den Boden berührten. Ich spürte, wie meine Haare sich aus ihrem losen Knoten lösten und hinter mir her flogen.

Wir flogen wieder höher, Draco sah mich über seine Schulter an und deutete an, dass ich seine Manöver nachahmen sollte. Wir flogen steil nach oben in den Sternenhimmel, rollten, fielen, wanden uns in Manövern, die ich vom Quidditch kannte, aber alles in einer Geschwindigkeit, die zehn Jahre früher unmöglich erschienen wäre.

Wieder über den Wald und in die Bäume, so dass ich den raupenähnlichen Stämmen so schnell ausweichen musste, dass ich mich keuchend an meinem Besen festhielt. Ich ließ Draco nicht aus den Augen, als wir schneller und schneller wurden, steil zwischen den Bäumen aufsteigen und gleich danach wieder fielen und schließlich bremsten, als wir den Boden des Tals erreichten.

Vor mir stieg Draco auf eine Art von seinem Besen, die meine Kinnlade fallen ließ. Er sprang vom Besen, seine Stiefel stießen sich von den Bügeln ab, und im Sprung klemmte er sich den Besen unter den Arm, während seine Schuhe in dem kalkigen Boden des Tals rutschten. Mit einem zufriedenen Grinsen kam er zum Stehen.

Meine Lippen zuckten, als mein Besen langsam genug wurde, dass ich mich auch vom Besen abstoßen konnte, und während das Holz noch zu Boden schwebte, ließ ich den Feuerblitz in meine Hand gleiten, rutschte auch über den Boden und hielt neben Draco.

Er sah mich mit geöffnetem Mund an.

„Du hast mir etwas vorgemacht, Granger. Du wusstest von Anfang an, wie man mit einem Rennbesen umgeht…“, murmelte er und seine Augen blitzten im Mondlicht.

Ich sagte nichts. Ich wusste, dass ich mit dem Feuerblitz oder der Landung nicht selbst klargekommen wäre, denn ich spürte Severus’ Präsenz in mir, als ich landete. Severus hatte sich seit Beltain kaum zu Wort gemeldet, aber ich spürte ihn in meinem Verstand, und beim Fliegen sogar in meinen Gliedmaßen.

Draco nahm seinen Besen in die rechte Hand, nahm dann meine Hand und wir liefen zusammen durchs Tal.

„Mutter hat uns zum Abendessen eingeladen“, sagte er leise, spürte meine Orientierungslosigkeit im Dunkeln.

Ich nickte und nahm meinen Besen in die linke Hand, als wir in die tiefere Dunkelheit des Tals eindrangen. Ich wollte meine Frisur richten, meine Kleidung, aber als Draco unsere Besen an die leuchtend weiße Wand der Schutzhütte lehnte, zogen seine Finger ein paar Strähnen um mein Gesicht.

„Es ist eine spontane Einladung, Hermine, hör auf, auf deiner Lippe rumzukauen. Mutter ist sowas egal…“, flüsterte er, denn selbst im Dunkeln konnte er mit seinem einen Auge besser sehen als ich.

Ich wollte meinen Mund öffnen und Draco necken, dass er mich reingelegt hatte und dass ich in meinem zerzausten Zustand lächerlich aussehen würde. Aber ich wusste, dass Draco mich nicht absichtlich zum Spott seiner Familie oder sonst wem machen würde. Woher ich das wusste, konnte ich nicht sagen, aber als seine Finger meine Schläfe berührten, um eine Locke wegzustreichen, und wie er näher kam, bis ich seinen Atem auf meiner Stirn fühlen konnte, ließen mich wissen, dass ich Draco Malfoys ‚Lady’ war.

+++++

„Lasst mich einen Toast aussprechen… Auf glückliche Erinnerungen.“

Draco war vom Tisch aufgestanden und stand rechts neben mir, ein Kristallglas mit Rotwein in seiner hellen rechten Hand. Das Kerzenlicht, dass den Raum in der Schutzhütte beleuchtete, ließ das Glas funkeln.

„Auf glückliche Erinnerungen“, wiederholte die Abendgesellschaft, während wir unsere Gläser an die Lippen hoben und einen tiefen Schluck nahmen.

Lucius saß links und Narcissa gegenüber von mir an dem kleinen Esstisch in der Mitte des Raumes. Der Tisch war beladen mit Speisen, die – so vermutete ich – für die Malfoys ziemlich dürftig waren. Ein Rinderbraten, Kartoffeln, wildes Gemüse in einer Vinaigrette und Weißbrot. Alles sehr lecker, aber nicht Haute Cuisine. Der Wein war vermutlich das einzig Luxuriöse an dem Essen.

Wir hatten uns satt gegessen und am Tisch über Nebensächlichkeiten gesprochen. Draco erzählte von meinen beeindruckenden Fähigkeiten auf dem Besen; Lucius beklagte sich, dass er langsam nichts mehr zu tun hatte, weil die Elfen sich jetzt um den Wiederaufbau des Manor kümmerten; Narcissa beschwerte sich, dass sie gerne nach London fahren und die neue Gartenbepflanzung in Auftrag geben würde. Die Unterhaltung war leicht und wir lachten oft. Dracos Toast ließ alles ernster wirken.

Auf glückliche Erinnerungen.

Ich wusste genau, was er damit gemeint hatte und klammerte mich an das Gelächter und die lächelnden Gesichter, meißelte sie tief in meine Seele. Bald würde ich nur noch diese Erinnerungen als Halt haben. Die Welt war so düster geworden.

„… morgen Nachmittag. Longbottom hat Severus’ alte Gemächer wieder freigegeben. Sie sind versteckt und sicher, und am wichtigsten: Am weitesten entfernt von den anderen Gästen, die für die Zeremonie in Hogwarts übernachten“, hörte ich Draco erzählen und wandte ihm meine Aufmerksamkeit zu.

„Ausländische Würdenträger? Weißt du, wer genau?“, fragte Lucius, der anscheinend auf etwas reagierte, was Draco gesagt hatte, als ich nicht zugehört hatte.

Draco zuckte mit den Schultern. „Ich bin nicht der Leiter der Sicherheitstruppen, also ist meine einzige Möglichkeit, während der ganzen Zeremonie als Schatten zu agieren.“

Ich blickte Lucius an, der ungefähr das gleiche trug wie an jenem Tag, als er zu den Stallungen gekommen war.

„Ein Angriff während der Zeremonie wäre zu offensichtlich, aber es ist möglich.“

Draco nickte. „Es ist nicht nur M.A.T.C.H., sondern auch andere Gruppen, die Creeveys kleinem Kult angehören. Gut, es gab Drohungen gegenüber dem Ministerium, mir und Charlie Weasley, seit wir Creevey festgenommen haben, aber darüber mache ich mir gerade wenig Sorgen.“

„Warum?“, fragte Narcissa, ihre Hand auf dem Herzen.

Narcissa und ich hatten über die Monate viele besorgte Blicke getauscht, und im Moment kam noch einer hinzu.

„Die meisten Leute, die ein Problem darstellen könnten, sitzen derzeit in Azkaban. M.A.T.C.H. hat eine gewisse Hierarchie, und seit Potter mal wieder verschwunden ist, herrscht Unordnung in der Gruppe. Creevey war derjenige, der am Anfang für die Ordnung zuständig war, aber als Potter auftauchte und um Hilfe bat, übertrug Creevey Potter seine Macht. Jetzt ist Potter wieder weg, Creevey in Haft, und die Spitze der Gruppe ist verschwunden. Die hochrangigen Mitglieder sind eingesperrt und damit ist die Organisation verloren. Es gibt nur einen Menschen, der ein Problem darstellen könnte, da wir ihn noch nicht gefasst haben, aber seit den Inhaftierungen scheint er verschwunden zu sein. Und M.A.T.C.H. wird ohne Potter nicht zuschlagen…“

Ich runzelte die Stirn. Was Draco sagte, ergab einen Sinn, aber eine Gruppe wie M.A.T.C.H. hatte doch sicher Notfallkapazitäten? Außerdem, wer war dieser ‚Mensch’? Draco hatte mir nichts davon erzählt. Ich sog meine Unterlippe zwischen meine Zähne.

„Wie viele Auroren?“, fragte Lucius und nahm sein Glas in die Hand.

„Mehr als genug, um eine kleine Gruppe von Leuten an einer Gedenkfeier zu schützen, Vater. Ich finde es albern, ehrlich gesagt. Wie ist dieses Muggel-Sprichwort, Hermine? ‚Alles auf eine Karte setzen?’“, fragte Draco und wandte sich mir zu.

Ich nickte, blickte jedoch aus den Augenwinkeln Lucius und Narcissa an. Der Klang meines Namens hatte ein merkwürdiges Grinsen auf Lucius’ Gesicht gebracht und Narcissa verbarg ihr Kichern hinter ihrer Serviette.

„Das Ministerium braucht den Schutz, ebenso wie Azkaban. So viele an einen Ort zu senden hat damals dazu geführt, dass der Dunkle Lord das Ministerium übernehmen konnte!“

Ich senkte meinen Blick auf meinen Schoß. Draco hatte Recht. Strategisch betrachtet war es Wahnsinn, so viele Auroren nach Hogwarts zu schicken.

„Ich stimme dir zu, Sohn, aber wie können wir das Ministerium schon zur Vernunft zwingen? Hopkirk denkt nur daran, Potter zu fassen. Sie ist eine kluge Hexe, aber so viele glauben inzwischen, dass die ganzen Organisationen, die das Land terrorisiert haben, plötzlich keinen Grund mehr haben, zu protestieren oder zu töten, wenn Potter gefasst oder tot ist. Ich glaube nicht, dass es absichtlich ist, aber die Medien haben Potter den Terroristen gleichgesetzt. Eines existiert nicht ohne das andere, zumindest glauben das viele. Hopkirk fängt auch schon an, so zu denken. Unsere Führer sind nicht immer schlau…“, verlor sich Lucius’ Stimme, als er einen tiefen Schluck aus seinem Glas nahm.

Ich warf Draco einen Blick zu, dessen Gesicht dunkel vor Gedanken war. Ich wusste, dass Lucius’ Worte nicht nur Ministerin Hopkirk, sondern darüber hinaus auch dem Dunklen Lord und Dumbledore galten.

Diejenigen, die Macht hatten, waren nicht unbedingt schlau genug, diese Macht auszuüben, und manche von ihnen wollten auch gar nicht führen…

„Der Prophet hat die Namen derer, die an M.A.T.C.H. beteiligt waren, abgedruckt, und nun dürsten die Massen nach Blut. Briefe werden abgedruckt, die entweder Sympathie für die Opfer von solchen Gruppen ausdrücken, oder nach Gerechtigkeit schreien und diese Gruppen stoppen wollen. Emotionen werden manipuliert, während Logik und Sicherheit einfach weggeworfen werden. Die einzig logischen Vorschläge, die aus der Öffentlichkeit kommen, verteidigen das Ministerium und sind für die Wiedereröffnung von Hogwarts. Die Welt ist ein dunklerer Ort geworden, als ich es mir je hätte vorstellen können…“ Lucius’ Blick senkte sich auf seinen Teller.

In seiner Stimme lag Traurigkeit, aber seine Worte waren sinnvoll. Ich erkannte nun, warum Draco seinen Vater als guten Strategen sah. Lucius sah auf und lächelte mich an. Unsere Köpfe arbeiteten gar nicht so unterschiedlich.

„Das Einzige, was wir tun können, meine Lieben, ist wachsam bleiben. Wir wissen, dass es vorrangig ist, Potter Einhalt zu gebieten. Wir wissen, dass er nicht zögern wird, jeden möglichen Menschen als Schutz auszunutzen. Wir wissen, dass er nicht zögern wird, zu töten, um sein Ziel zu erreichen…“, sagte Narcissa, setzte sich in ihrem Stuhl auf und sah uns an. In ihrer Stimme lag Macht und ich spürte ein Schauern in meinem Körper. „Ihr wisst, was ihr tun müsst, und ihr dürft nicht zögern…“, sagte sie, ihre hellen Augen trafen meine.

Ich zitterte, nickte aber.

„Aber vorerst essen wir etwas Nachtisch und sprechen über fröhlichere Dinge, solange wir das noch können“, schlug sie vor.

Niemand widersprach.

+++++

Die Malfoys und ich saßen um ein kleines Feuer, die Nacht war kühl geworden. Lucius saß in einem Sessel nah am Feuer, während Narcissa auf dem nebenstehenden Sofa saß, elegant an den Kissen lehnte und mit einer Hand an Lucius’ linkem Arm spielte. Draco saß in dem anderen zugehörigen Sessel, während ich auf dem Fellteppich zu seinen Füßen saß und mich zwischendurch an seine Knie anlehnte. Mein Gefährte lag in meinem Schoß und schnurrte zufrieden, während ich sein graues Fell streichelte.

Ich spürte Dracos Finger in meinen Haaren, während er mit seinem Vater spaßeshalber darüber diskutierte, warum Muggel-Literatur wichtig für reinblütige Hexen und Zauberer war. Ich hörte zu, ein Lächeln auf meinem Gesicht, halb belustigt, halb überrascht, dass Draco so starke Gefühle in Bezug auf Muggel-Literatur hatte. Narcissa hörte ebenfalls zu und unterstützte von Zeit zu Zeit und um fair zu sein die Meinung ihres Mannes.

„Der einzige Zweck ist vielleicht Unterhaltung, mein Sohn, und um ehrlich zu sein, fehlt den meisten Büchern ein gewisser Unterhaltungswert“, brummte Lucius, während Narcissas Fingerspitzen über seinen Handrücken glitten.

„Das sagst du nur, weil dir der passende Zusammenhang fehlt, Vater. Natürlich wissen wir sehr wenig über Muggel-Kultur, aber die unterschwelligen Themen der meisten Romane sind allgemeingültig. Liebe, Habsucht, Mord, Familie, Geheimnisse; sie kamen in all den Büchern vor, die du gelesen hast, und sind auch Thema in der magischen Literatur. Du hast Tolkien doch gerne gelesen, oder?“

Ich grinste und fragte mich, ob der Malfoy-Patriarch schon ‚Die zwei Türme’ beendet hatte.

„Ja, habe ich, es gibt viele Parallelen zwischen ‚Mittelerde’ und unserer Welt.“

Draco seufzte. „Aber es gibt noch mehr. Sie haben Themen, die in unserer Welt nicht so gebräuchlich sind. Zum Beispiel Hinweise auf den christlichen Glauben und Muggel-Mythologie; wenn du diese Andeutungen verstehen würdest, wäre das Buch so viel… tiefgründiger.“

Lucius rollte mit den Augen. „Hättest du gern, dass ich auch noch religiöse Schriften lese, Draco? Oder noch besser, Bücher über Muggel-Gesellschaftswissenschaften?“

Draco lachte laut. „Ich bin sicher, dass du das bereits getan hast, Vater. Du tust so, als würde ich dich bitten, dich der Muggel-Welt zu verschreiben und deinen Zauberstab abzugeben! Ich will dir nur sagen, dass du der Welt als Ganzem gegenüber nicht so ignorant sein sollst… oder nicht so tun sollst, als wärst du ignorant.“

Narcissa lächelte und ich lachte leise. Dracos Leidenschaft für Muggel-Literatur überraschte mich wirklich, und das gleiche galt auch für seine Begeisterung für Musik. Ich war mir aber sicher, dass er immer noch leichte Vorurteile gegenüber Muggeln hatte, da er sie nur aus Büchern kannte.

„Ich gebe zu, dass Muggel-Literatur ihre Vorzüge hat; sie bietet Ablenkung, aber Sohn, du wirst nie meine Ansichten darüber ändern, was ich bevorzuge“, sagte Lucius gelassen.

Ich konnte Dracos Gesicht von meinem Sitzplatz auf dem Boden nicht sehen, aber nach dem Grinsen auf Lucius’ Gesicht zu urteilen, spiegelte Draco entweder den Gesichtsausdruck wieder oder er war sehr aufgebracht.

Nach Lucius’ berechnenden Worten sagte lange Zeit niemand etwas, aber schließlich erhob Narcissa sich langsam und ich erkannte die Andeutung, dass es schon recht spät war.

Ich streichelte meinem Kater noch einmal über das Fell, bevor ich ihn in den Arm nahm und zu Narcissa trat.

„Ich bin kein gutes Frauchen“, sagte ich leise, als Narcissa den schlanken Halb-Kniesel aus meinen Armen nahm.

„Das bezweifle ich. Wenn die Zeiten anders wären, würde er an deinen Fersen kleben. Ich hatte auch eine Katze als ich ein Mädchen war, ihr Name war Ambrosia, und sie war eine gold getigerte Katze. Andromeda schenkte sie mir zum siebten Geburtstag, und ’Brosia lebte bis zu meinem Einzug ins Manor. Sie war eine tolle Begleiterin…“

Ich kraulte Malfoy hinterm Ohr und er schnurrte dankbar.

„Ich habe keine Ahnung, wann ich wieder daheim bin…“, begann ich, verstummte jedoch, als Narcissa mit ihrer freien Hand meine Wange berührte.

„Er wird bei uns sicher sein, Hermine. Du hast dringendere Angelegenheiten, um die du dich kümmern musst…“, flüsterte sie.

An der Haustür verabschiedeten wir uns, ich umarmte Narcissa und nickte Lucius zu. Bald war ich wieder in der Luft, flitzte hinter Draco durch den Himmel, abgelenkt von Gedanken, die ich einfach nicht abschütteln konnte. Narcissa hatte mir nach dem Abendessen eine wichtige Frage gestellt.

„Wenn du und Draco Potter in der Vergangenheit aufhalten könnt, schafft ihr es dann, zurück in die Gegenwart zu kommen?“, hatte sie mich leise gefragt, als die beiden Männer sich mit jeweils einem Glas Brandy vor das Feuer gesetzt hatten.

Die einzige Antwort, die ich Narcissa und ihrem verängstigten Gesicht geben konnte: Ja.

Ich hatte nicht gelogen, auch wenn dieses eine Wort nicht ausreichend war. Sollten Draco und ich überleben, war es ein kniffliges Vorhaben, wieder in die Gegenwart zurückzukehren. Wir mussten sicher sein, dass wir nicht versehentlich die Zeitschiene änderten, nicht einmal im Geringsten. Dann mussten wir den Zeitumkehrer so einstellen, dass wir zeitnah zu unserer Abreise in der Gegenwart ankamen. Das klang alles leicht, wenn man es so aufzählte, aber das war es nicht. Es gab die Möglichkeit, dass wir trotz Zeitumkehrer nicht zurückkehren konnten und dreizehn Jahre lang warten mussten, bevor wir uns wieder zu erkennen geben konnten. Wir würden auch Harrys Leiche mitbringen müssen, damit niemand in der Vergangenheit sie fand. Sie nur zu verstecken würde vielleicht nicht genügen, da das Ministerium wohl Harrys toten Körper sehen wollte.

Ich wankte auf dem Besen und wurde langsamer.

Ich musste mir verbieten, bei der Tatsache, dass ich Harry töten musste, etwas zu fühlen. Ich musste den Teil in mir verstummen lassen, der wünschte, ich könnte ihn überzeugen aufzuhören, denn das würde nie passieren. Harry würde nicht aufhören, bis er mit der Zerstörung der Vergangenheit zufrieden war.

All die Menschen, die ich vor dreizehn Jahren kannte, würden dank Harry noch mehr leiden und wenn wir in die Vergangenheit reisten, würden nur Draco und ich letztlich wissen, was Harry unserer Welt angetan hatte.

Draco warf einen Blick zurück auf mich, runzelte die Stirn und verlangsamte sein Tempo, bis wir nebeneinander über die Bäume flogen. Er führte eine Hand über sein Gesicht und ich ließ den Besen mit einer Hand los, um meine Tränen wegzuwischen. Ich hatte nicht bemerkt, dass ich weinte. Draco runzelte die Stirn, als wir langsamer wurden und das Licht der Stallungen deutlich wurde.

Als wir landeten, stolperte ich und rollte zweimal über den Boden, bevor ich wieder auf den Füßen landete. Ich knirschte mit den Zähnen. Draco sagte nichts, als wir zu dem Schrank am unteren Ende der Treppe liefen und die Besen aufräumten.

Ich lief an ihm vorbei die Treppe hoch und in die Wohnung, trat meine Stiefel von den Füßen und ließ mir ein Bad ein. Draco störte mich nicht, als ich in die Wanne sank, meine Haare wusch und Haut mit einer Heftigkeit schrubbte, die jeden vermuten ließe, ich hätte einen Reinlichkeitszwang. Ich wollte meine Angst abwaschen.

Als ich schließlich aus dem Badezimmer kam – eingehüllt in eines von Dracos großen blauen Handtüchern, ein kleineres um meine Haare – starrte er mich von seinem Platz auf dem Sofa aus an, die Hände auf den Knien. Der graue Anzug war weg, er trug nur eine schwarze Seidenhose. Die Augenklappe war weg und seine Zauberstabhalfter lagen in dem Sessel beim kalten Kamin.

„Was?“, fragte ich unschuldig und zog den Knoten am Handtuch fester.

Er schüttelte den Kopf, lief an mir vorbei und lehnte die Badezimmertür an. Ich setzte mich auf seinen Platz auf dem Sofa und sah durch den Spalt in der Tür, dass er seine Hose ausgezogen und unter die Dusche getreten war. Der Vorhang war nicht ganz geschlossen, als er seine Haare wusch. Ich konnte gerade so seine rechte Kontur sehen, sein Rücken war mir zugewandt. Die definierten Muskeln an seinen Rippen, seiner Schulter, seiner Hüfte, seinem Bein bis zum Badewannenrand. Seine Haut hatte einen hellen Alabasterton, seine Haare waren selbst nass platinfarben. Die Haare auf seinen Beinen und Armen waren etwas dunkler und Wassertropfen hingen daran, während er duschte.

Als er wieder auftauchte, rieb ich gerade meine Haare trocken. Er hatte sich ausreichend abgetrocknet, um seine schwarze Seidenhose wieder anzuziehen, aber sie klebte teilweise an ihm – am Hintern und an der Vorderseite seiner Oberschenkel.

Draco kam auf mich zu, sein vertrauter Zitrus- und Salbeiduft drang in meine Nase. Er bückte sich, packte mein Kinn und küsste mich. Ich blinzelte überrascht, bevor ich die Augen schloss und meine Arme um ihn legte. Als sie sich um seinen Hals schlossen, hob er mich hoch, so dass das Handtuch für meine Haare zu Boden fiel. Meine Zehen baumelten über dem Boden und seine Arme schlangen sich um meine Taille, hoben mich an seinen Körper.

Er setzte mich wieder auf meinen Füßen ab, unterbrach den Kuss und lief zum Sessel, um Severus’ Zauberstab zu nehmen. Er zauberte alle Lichter aus, verriegelte die Tür, schloss die Fenster, nahm in der Dunkelheit meine Hand und zog mich ins Schlafzimmer, wo nur die Doppeltür geöffnet war und die kühle Brise der Mainacht einließ.

Er drehte mich leicht, so dass ich die Vorderseite des Handtuchs festhalten musste, um bedeckt zu bleiben, und die Hinterseite meiner Knie stieß gegen Dracos Seite unseres Bettes. Im Mondlicht konnte ich sein Auge sehen, seine feuchten Haare und die paar Tropfen Wasser, die zwischen seinen Bauchmuskeln an den platinfarbenen Härchen klebten.

Er streichelte mein Gesicht, kämmte mein schweres, nasses Haar über eine Schulter und küsste meine Schulter bis zu meinem Hals. Ich legte meine Handflächen auf seine Brust, als seine Küsse zu einem sanften Knabbern wurden.

“Draco…” sagte ich sanft, versuchte, ihn aufzuhalten und ihm ins Gesicht zu sehen.

Er summte nur in die Haut an meinem Hals, seine Arme legten sich enger um mich.

„Draco?“, fragte ich ernster und drückte ihn etwas von mir weg.

Widerwillig zog Draco sich zurück, packte meine Schultern und blickte mich an.

„Was tust du?“, fragte ich.

Draco hob eine Augenbraue. „Was meinst du? Ich dachte, das wäre ziemlich offensichtlich.“

Ich lachte. „Lass mich das umformulieren… Warum tust du das?“

„Willst du nicht, dass ich dich küsse?“

Ich seufzte. Obwohl es mich immer noch erstaunte, dass ausgerechnet Draco Malfoy mich küssen wollte, wollte ich, dass er niemals aufhörte. „Das meine ich nicht.“

Draco runzelte die Stirn. „Also die Wahrheit?“

Ich nickte. „Immer die Wahrheit.“

„Ich habe auf glückliche Erinnerungen angestoßen…“, flüsterte er, sein Atem heiß an meiner Haut.

Auf glückliche Erinnerung, ja. Als ich in sein schönes, wenn auch entstelltes Gesicht sah, realisierte ich, dass er sich um den Zustand unserer Welt genauso sorgte wie ich… Es war ein fatalistischer und albern romantischer Gedanke, dass wir glückliche Erinnerungen haben mussten, um mit der erschreckenden Wahrheit umgehen zu können, dass wir vielleicht sterben würden. Es zwang mich, darüber nachzudenken, wie lang meine Voreingenommenheit Draco Malfoy gegenüber die Wahrheit über diesen Mann vernebelt hatte. Listig, intelligent, geschickt, manipulativ, schön, sanft, wirklich und fürsorglich; das war der Draco Malfoy, der aus dem Krieg und der Letzten Schlacht hervorgekommen war. Das war der Draco Malfoy, in den ich mich verliebte; der Draco Malfoy, der nicht existieren würde, sollte Harry die Vergangenheit ändern.

„Ich verstehe“, flüsterte ich und glitt von ihm weg auf meine Seite des Bettes.

Dracos Gesicht verzog sich, als ich mich von ihm entfernte, aber als ich ihn über das Bett hinweg mit einem Lächeln ansah, lösten meine Finger den Knoten des Handtuchs.

„Auf glückliche Erinnerungen“, flüsterte ich, als das Handtuch vom Bett zu Boden glitt.

Ich seufzte, während ich mich in die Mitte des Bettes kniete; mein Haar fiel über meine Schulter, verdeckte meine linke Brust. Meine Knie waren geöffnet, so dass die feuchten, dunklen Locken, die mein Geschlecht bedeckten, offen für die kühle Luft im Raum waren.

Draco knurrte tief in seinem breiten Oberkörper und krabbelte auf mich zu, seine Arme zogen mich an ihn und mein Kopf neigte sich nach hinten, um seinen Kuss zu empfangen. Meine Hände fanden den elastischen Bund seiner Hose und zogen sanft. Draco stöhnte, als die Seide über seine Haut glitt und seine Erektion gegen seinen Körper schnalzen ließ.

Ein Teil von mir fragte sich, ob ich ihn richtig küsste, ob meine Hände, die sich durch die rauen Locken über seinem Schwanz bewegten, ihn erregten. Ich fragte mich, ob er mich liebte.

Als er mich näher zog, spürte ich seinen Schwanz an meinem Bauch pochen, die Haare an seinen Hoden meine Hüfte kitzeln, während wir uns hinlegten, zusammen fielen. Er seufzte, unterbrach den Kuss, mein Körper halb auf ihm, mein vom Mond erzeugter Schatten bedeckte seine blasse Haut.

Ich stützte mich ab, meine Hände rechts und links neben seinen Rippen. Ich hob mein Bein über ihn, so dass ich über seiner schmalen Hüfte saß, meine Mitte drückte gegen seinen Schwanz. Ich strich meine Haare über meine Schulter und beugte mich runter, um sein Gesicht zu küssen, während seine Hände auf meinen Schenkeln ruhten. Ich küsste seine Haare, seine Schläfe, sein zerstörtes Auge, seine Nasenspitze, sein Kinn und endete schließlich, indem ich seinen Mund verschlang.

Ich wollte glückliche Erinnerungen.

Ich leckte und küsste seinen Hals, seine Schultern, bis meine Zunge über seine flachen Brustwarzen fuhr, meine Wangen über die hellen Haare auf seiner Brust. Dracos Herz schlug in einem wilden Tempo gegen seine Rippen, als ich ihn berührte und leicht mit den Hüften wiegte, bis er keuchte und seine Fingerspitzen sich in meine Haut und meine Beinmuskeln gruben. Als ich einen Katzenbuckel machte, um seinen stählernen Bauch zu küssen, knurrte Draco und rollte mich herum, bis er auf mir lag, mich über das Bett schob. Er küsste die Innenseite meiner Oberschenkel und näherte sich meinem Zentrum.

Ich erstarrte, als sein Atem meine Schamhaare berührte, und als er meine Knie über seine Schultern nahm, wimmerte ich, weil die Luft mich kitzelte. Er sah an meinem Körper hinauf, als sein Mund auf mich sank. Das Gesicht zwischen meinen Schenkeln war nichts Harrys – wirres, platinfarbenes Haar glitt durch meine Finger. Dracos Mund schloss sich um das Bündel aus Haut und Nerven, aber es gab keinen Schmerz, nur quälende Lust, während winzige Schockwellen durch meinen Körper liefen. Er saugte und stieß mit der Zungenspitze an meinen Kitzler und ich wand mich, meine linke Hand ballte eine Faust in dem Laken unter mir.

Ein Finger drang in meinen Körper und mein Rücken hob sich. Mit Draco gab es keinen Schmerz, nur seine göttliche Berührung. Mein Körper fühlte sich an, als würde er brennen, Flammen loderten in meinem Bauch, meiner Brust; Röte breitete sich von meinem Herzen aus. Ein zweiter Finger folgte und Draco winkelte beide an.

Ich zitterte, meine Stimme erklang, als mein Rücken sich so weit hob, dass ich fast aufrecht saß. Ich schüttelte mich, krampfte, und meine Schenkel bebten, als Dracos Saugen nachließ und vorsichtig seine Finger aus mir entfernte, die klebrige Substanz darauf sichtbar im schwachen Mondlicht. Er kroch an meinem Körper hoch, bis er in der Wiege meiner Hüfte lag.

Ich war außer Atem, als er mich auf meine linke Seite drehte, mein rechtes Bein vor mir leicht anwinkelte und mein Gesicht nach links drehte. Draco presste seinen Körper gegen meinen Rücken, seinen Schwanz gegen meinen Hintern. Mit klebrigen Fingern nahm er meinen Kiefer und drehte meinen Kopf um mich zu küssen. Ich schmeckte mich selbst auf seiner Zunge. Er löste den Kuss und bot mir seine Finger an, damit ich mich kosten konnte, und das tat ich auch. Ich leckte seine langen Finger, während er sich hinter mir in Stellung brachte, seine Schwanzspitze ruhte an der warmen Stelle zwischen meinen Schenkeln.

Ich stöhnte, als er mit der Hüfte stieß, sein Schwanz glitt an meinen Oberschenkeln und meinen äußeren Schamlippen entlang. Nach zwei schnellen, kleinen Küssen entließ Draco meinen Kiefer, seine rechte Hand berührte meinen Po, hielt meinen Körper fest, während seiner sich an meinen schmiegte. Und mit einem Stöhnen auf den Lippen, das die Haare an meinem Hals verwüstete, war er in mir.

„Hermine“, flüsterte er meinen Namen wie ein Gebet.

Ein heftiger Stoß sandte seine glühende Länge in meinen Körper und ich wimmerte laut durch zusammengebissene Zähne. Es war kein Schmerz, eher eine plötzliche Fülle, die mein Inneres krampfen ließ. Meine rechte Hand klammerte sich an seine Hüfte, während seine Rechte meine Seite streichelte, dann meine Brust umfasste, so dass der Nippel zwischen seinen Fingern hervorspitzte.

Draco fing an sich zu bewegen, an mir, in mir – rein und raus, rein und raus, jedes Mal mit verändertem Winkel, bis ich schrie. Er drückte sein Gesicht in meine Schulter und ich spürte, wie sein Gesicht sich zufrieden verzog. Er hatte den legendären Punkt gefunden und berührte ihn wiederholt mit seiner Schwanzspitze. Ich wimmerte mit jedem Stoß, mein rechtes Bein zog sich weiter an, mein Knie war meinem Kinn schon sehr nahe.

Ich schluchzte in das Kissen unter meinem Kopf, als Draco sich bewegte und nur einen Stoß ausließ, um mein linkes Bein zwischen seine Beine zu klemmen und tiefer in meinen Körper zu stoßen, seine Hände auf meiner Hüfte. Ich konnte ihn von meiner Position aus sehen, sah die schwache Silhouette seines muskulösen Körpers über meinem, die Anspannung in seinem Bauch und seinen Armen. Seine Lippen waren geöffnet und Schweiß lief langsam über seine linke Gesichtshälfte. In seinem Auge lag warme Zuneigung und Lust.

Ich schluckte einen Schrei runter, während seine Hände meinen Körper drehten, bis meine Hände beide das Kopfteil packten und mein Gewicht auf meinen Knien lag, der Rücken durchgebogen, den Kopf nach hinten geworfen, die Zehen eingerollt. Draco packte meine Hüfte und stieß von hinten in mich.

Sex war bisher immer eine sichere Sache gewesen; was Ron und ich taten war niemals gewagt oder anders. Ich war komplett unbeschrieben, weswegen ich auch bei jedem Stoß von Draco zitterte und aufschrie. Ich hatte das Gefühl, mein Körper war kurz davor, spontan in Flammen aufzugehen.

Eine große Hand legte sich um meine Schulter und zog mich plötzlich hoch, meinen Rücken gerade, während Dracos Becken sich auf und ab bewegte. Seine Arme legten sich um meine Taille, seine rechte Hand fasste meine linke Brust. Ich hüpfte gegen ihn, sein Atem war heiß an meinem Hals und angefüllt mit einem tiefen Knurren. Sein Schwanz war ein Bolzen, geschmiert mit meinen eigenen Säften, von animalistischer Lust gezwungen, einen Abschluss in großartiger Seligkeit zu erreichen.

Meine Hände griffen nach den Muskeln in seinem Hintern, zogen ihn näher, drängten ihn tiefer, damit ich seinen Schwanz verschlingen und den Hunger in meinem einst verfluchten Unterleib zu stillen. Ich wollte, dass er mich fester hielt, sich an mir rieb, in mein Ohr stöhnte, meinen Nippel kniff und mich fickte, härter, härter, härter…

… bis ich explodierte.

Draco hielt mich fest, als mein Körper einsackte, und er sich mit einem spöttischen Lächeln in mich ergoss. Ich war nass, die Kombination aus meinen Säften und Dracos Samen lief an meinen Beinen hinab und formte eine Pfütze zwischen meinen Knien auf der Matratze. Ich war losgelöst, jede Sehne und jeder Muskel in meinem Körper bebte. Der Mann, der mich hielt, war nicht ganz so fertig, und legte mich sanft aufs Bett, fiel neben mich und zog mich in seine Arme. Ich wunderte mich, ob er Angst davor hatte, mich loszulassen.

Meine Lider waren schwer, aber mein Körper summte noch, mein Geschlecht zuckte.

Draco setzte sich auf und sah mich an; meine Beine waren verknotet, meine Arme taub auf dem Bett, meine Haare über meinem Gesicht und meiner Brust. Er seufzte und strich mit einem Finger die Strähnen aus meinem Gesicht.

Ich stöhnte leise, als ich mich auf den Rücken drehte, das linke Bein angewinkelt in der Luft. Draco wandte sein Gesicht meinem Bauch zu, drückte einen Kuss auf meine linke Hüfte und flüsterte ohne Zauberstab einen Verhütungszauber. Magie wirbelte durch meine Gebärmutter, aber ohne Schmerz.

Draco blickte in mein Gesicht, aber das Mondlicht hatte sich verändert und ich konnte seine Züge nicht mehr deutlich erkennen. Seine Finger fuhren von meiner Hüfte zu meinem Herzen, bevor er sich wieder hinlegte und mich an sich zog. Als er unsere Körper nach seinen Wünschen arrangiert hatte, zog er die Decke über uns.

Ich schloss die Augen, dankbar für die Wärme, denn die Nachtluft, die durch die Doppeltür kam, wurde kühler. Die Hitze seines Körpers unter der Decke beruhigte mich auf natürliche Art. Traumloser Schlaf überkam mich, begleitet nur von Wärme und Draco Malfoy.

Auf glückliche Erinnerungen.


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