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Fanfiction

Of Crimson Joy - Kapitel 3

von Nitsrek

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Ein Thema für einen großartigen Dichter wäre Gottes Langeweile nach dem siebten Tag der Schöpfung - Friedrich Nietzsche

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Das erste Mal, dass sie seinen Vornamen benutzte, war kein bedeutsames Ereignis. Sie waren in der Küche. Sie und Pansy hatten sich über den ‚fickbarsten Quidditch-Spieler’ gezankt (Krum hatte gewonnen, da er der einzige war, den sie beide jemals aus der Nähe gesehen hatten). Pansy hatte erzählt, dass sie Heißhunger auf Schokolade hatte und Granger – das raffinierte kleine Miststück – hatte anscheinend ihren eigenen Vorrat hinten in der Speisekammer versteckt. Sie war aufgestanden um welche zu holen, bleib an der Tür stehen und drehte sich halb zu ihm, als würde sie gerade erst seine Anwesenheit bemerken.

„Draco, willst du auch was?“

Seine Pause dauerte nur eine Fünftelsekunde. Granger schien es nicht einmal zu bemerken, ihr buschiger Kopf verschwand im Schrank und suchte nach dem Schokoladenschatz. Aber Pansy warf ihm ein wissendes Grinsen zu, eine Augenbraue wie zur Frage gehoben. Er ignorierte sie und trat in einem Versuch, ihrem selbstgefälligen Grinsen zu entkommen, an den Kessel.

Er beschloss, dass ihm gefiel wie sie seinen Namen sagte. Er klang knackiger von ihrer Zunge, ohne das gedehnte Sprechen eines Slytherin oder den Ekel derer, die ihn als Beleidigung benutzten. Sie hatte dabei keine Hintergedanken. Keine Machtspielchen. Sie sagte es einfach, weil es sein Name war. Und das gefiel ihm.

Es beängstigte ihn, dass es ihm gefiel. Die nächsten drei Wochen ging er ihr aus dem Weg.

::

Sie waren in Harrys Schlafzimmer. Der Grimmauld Platz war ausnahmsweise fast leer und da sie so weit oben waren, konnten sie nicht die Geräusche der Strategiemeetings, die Streitereien der Leute oder die Verletzten, die durch Mollys fähige Hände behandelt wurden, hören. Sie lagen auf den zwei Einzelbetten, die Harry und Ron zusammengerückt hatten, Hermine in der Mitte, die beiden Jungs an ihren Seiten. In dieser Nähe konnte sie die Wärme spüren, die ihre Körper ausstrahlten, ihre langen Arme und Beine, die sie berührten, die kleinen Finger kurz davor, ihre zu berühren.

Sie hatten über alles gesprochen, von den verschiedenen Häusern, in denen sie und Ron schliefen bis zur Ausgewogenheit des Krieges und das sich langsam verlagernde Gewicht (zu wessen Gunsten wusste jedoch keiner). Sie sprachen über drei Monate Abgeschiedenheit und wurden dann still, merkwürdig erschöpft, als ob alleine zusammen sein in jenen Tagen eine große emotionale Anstrengung darstellte. Hermine sehnte sich nach den Tagen, als Gespräche für sie so selbstverständlich waren wie ihre guten Noten, ohne die Belastung von Krieg und Tod und unausgesprochenen Gedanken an die Vermissten oder Toten. Nach einer Zeit als Harrys Stimmung noch nicht von dem erstickenden Verbot, den Grimmauld Platz zu verlassen, gedrückt war oder von ihrer und Rons Erschöpfung durch zu viele Kämpfe in zu kurzer Zeit.

Die Stille dauerte zu lang an. Unausweichlich war Ron derjenige, der sie brechen musste.

„Wisst ihr, was mir am meisten fehlt, seitdem wir im Krieg sind?“ Harry grunzte um zu zeigen, dass er zuhörte. „Madam Rosmerta.“ Es dauerte einen Moment bis er merkte, dass sie beide ihre Köpfe gedreht hatten, um ihn anzusehen. Er runzelte herausfordernd die Stirn. „Was? Sie war brillant! Diese rosigen Wangen und der wohlgeformte Ausschnitt…“

„ich kann mich nicht mehr daran erinnern, wann wir sie zuletzt gesehen haben“, bemerkte Harry nach einer kurzen Pause.

„An Dads Geburtstag. Kurz bevor alles den Bach runter ging“, antwortete Ron beiläufig und Hermine konnte das wehmütige Lächeln auf seinen Lippen hören. „Sie trug einen dunkelgrünen Umhang und hatte Locken.“

„Warte eine Sekunde“, sagte Hermine und stützte sich auf ihre Ellbogen, um ihn besser sehen zu können. „Wir waren damals zusammen.“

Seine Wangen wurden rot, als er sie kleinlaut angrinste. „Natürlich war ich noch viel mehr in dich vernarrt! Ich konnte nur nicht anders als sie zu bemerken. Du hast wunderschön ausgesehen.“

„Was hatte ich an?“

Sein Mund öffnete sich. Schloss sich. Öffnete sich. Schloss sich. „Etwas… in Rosa?“

„Ronald Weasley! Wann habe ich jemals rosa getragen? Und du hast gesagt, ich wäre ein unaufmerksamer Partner!“ Aber sie lachte nun – alle lachten – ordentlich, Magenschmerzen verursachendes Lachen, das sie sich krümmen und nach Luft ringen ließ, Tränen auf ihren Wangen. Als das Kichern und Prusten schließlich zu einem gelegentlichen Schnauben abklang, lagen sie in leichterer Stimmung als zuvor zusammen, ihre Körper enger aneinander gepresst, so dass Hermine nicht atmen konnte ohne Harrys Brust an ihrem Rücken oder Rons Rücken an ihrer Brust zu spüren.

Etwas später, als ihr Verstand schon benebelt war von den vielversprechenden Anfängen eines tiefen Schlafs, spürte Hermine, wie Ron sich neben ihr regte und sich auf den Rücken legte. Sie rutschte näher und ihre Hand glitt unbewusst nach hinten und fand Harrys.

„Ich hätte sie geheiratet, wisst ihr?“, murmelte Ron in einem Gähnen. „Sie wäre die Richtige gewesen.“

Harrys amüsiertes Schnauben war das letzte, was sie hörte, bevor sie vier Stunden später von Mrs. Weasleys panischem Gesicht wachgerüttelt wurde. In jener Nacht wurde Luna aus Malfoy Manor gerettet, blutig, verletzt und im zweiten Monat schwanger. In jener Nacht starb Angelina Johnson.

::

Draco träumte von einem nächtlichen Fluss. Das Mondlicht drang durch die dünne Wolkenwand und beleuchtete die Gesichter derer, die sich am anderen Ufer des stillen Gewässers versammelt hatten. Gesichter, die ihm wichtig gewesen waren, die er gekannt hatte, die er gefoltert, vergewaltigt, tot gesehen hatte, die sein eigener Zauberstab zerstört hatte. Sie warteten auf ihn, zufriedenes Lächeln auf den Lippen.

„Wir sind hier“, sagte sie und es klang wie daheim. „Komm zu uns, Bruder.“

::

Hermine und Ron zogen Strohhalme. Ron verlor. Sie trennten sich mit einer zu kurzen Umarmung und einem schuldbewussten Lächeln. Zwei Auroren bewachten Lunas Zimmer im St. Mungo. Sie nickten Hermine kurz zu, die die üblichen Sicherheitszauber und Fragen über sich ergehen ließ, und prüften ihren Ausweis gründlich, bevor sie sie eintreten ließen. Dean lag in dem einzigen Stuhl im Raum. Sein Mund hing offen, aber er schnarchte nicht. Seine Haare standen in Büscheln ab, die Harrys Frisur Konkurrenz machten. Sie bewegte sich vorsichtig, legte sanft eine Hand auf seine Schulter und rieb sie beruhigend, bis er aufwachte.

„Hey“, flüsterte sie.

„Hey. Wie spät ist es?“

„Spät.“ Hermine folgte seinem Blick dorthin, wo er in der gleichen Sekunde, in der er aufwachte, hingeflogen war. Luna war ruhig, nur das flache Heben und Senken ihrer Brust wies darauf hin, dass sie überhaupt am Leben war. Ihre Haut war blass wie Alabaster, verheilt bis auf die schlimmsten Wunden. Ihre Haare waren zu einem unordentlichen Zopf geflochten worden, der über ihre linke Schulter fiel. Ihre Augen bewegten sich nicht hinter den geschlossenen Lidern. „Wie geht es ihr?“

„Besser. Sie haben sie in ein künstliches Koma versetzt, damit ihr Körper sich erholt. Sie mussten mit ihren Zaubern sehr vorsichtig sein, um nicht das… das Baby zu verletzen…“ Deans Stimme brach ab und die Farbe, die noch in seinem Gesicht gewesen war, verschwand mit seinen geflüsterten Worten.

Eine unangenehme Stille entstand.

„Dean, warum gehst du nicht zurück zum Grimmauld Platz? Nur für eine Weile“, fügte sie schnell hinzu und übertönte damit den halbfertigen Protest, der seinen Lippen entkommen wollte. „Geh duschen und schlaf. Iss etwas von Mollys Essen. Ich bleibe bei Luna.“

Er rang einen Moment mit sich, bevor Erschöpfung und der Drang nach sauberer Kleidung stärker wurde. Als er seinen Kopf nahe an Lunas brachte, wandte Hermine ihren Blick zum Fenster und drehte sich nicht wieder um bis sie hörte, wie er sich aufrichtete. Seine Augen fuhren kurz zu ihren, dann richteten sie sich wieder auf den Boden.

„Danke, Hermine.“

„Kein Problem. Lass dir Zeit.“

„Ich sehe dich in einer Stunde“, sagte er, bevor er die Tür leise hinter sich schloss.

Hermine nahm den Stuhl, den er gerade erst verlassen hatte und zog ihn ans Bett, bis sie Lunas Hand in ihre nehmen konnte. Sie drückte sie und wartete darauf, dass Luna sagte, sie müsse in Krankenhäusern aufpassen; wusste sie denn nicht, dass Nargel in jeder Ecke lauerten? Als Dean zurückkam – genau eine Stunde später – brachte er einen zusätzlichen Stuhl mit sich. Sie saßen zusammen lautlos da, bewachten das schlafende Mädchen bis Shacklebolt kam, voller Entschuldigungen und beschämter Autorität, um Hermine einen Auftrag zu erteilen.

::

Draco öffnete seine Augen und fand das lächelnde Gesicht von Fred Weasley über sich.

„Wie war es diesmal?““, fragte er.

„Spitze“, antwortete Draco, dann lehnte er sich über das Bett und übergab sich. Freds Hand schnellte hervor, den Eimer bereit, bevor er den Teppich ruinieren konnte. Widerwillig nahm Draco das angebotene Handtuch, brachte sich in eine sitzende Position und wartete darauf, dass die Wellen aus Übelkeit vorübergingen.

„Trank Nummer Sieben ist also ein endgültiges Nein?“, fragte Fred und machte bereits eilige Notizen auf seinem ‚Notizbrett’, wie er es nannte. (Ehrlich gesagt verstand Draco nicht ganz, was so schlecht war an den guten alten Pergamentrollen.) „gut, dann sind die Tränke Zwei, Vier und Fünf also ein Vielleicht, Eins, Drei und Sieben definitiv Nein und Nummer Sechs ein zweifelhaftes Ja.“

„Zweifelhaft weil ich mich danach sechs Minuten lang an nichts mehr erinnern konnte“, erinnerte Draco ihn.

Fred winkte ab, sein Lächeln mehr als zufrieden. „Ich würde sagen, wir machen ganz gute Fortschritte, findest du nicht auch? Also, willst du jetzt mit den Tränken Acht bis Sechzehn weitermachen oder warten wir damit bis nach dem Abendessen?“

„Danach“, stöhnte Draco und sein Magen protestierte allein bei der Aussicht auf weitere Test-Aufhebungstränke.

„Meinetwegen.“ Fred verstaute seine Notizen und warf Draco ein sauberes Hemd aus seiner Schublade zu. Draco rümpfte seine Nase über das verknitterte Ding.

„Was genau soll ich hiermit machen?“

„Es anziehen. Dein eigenes Hemd ist dreckig. Mum wird misstrauisch, wenn sie das sieht. Und wenn Mum einmal misstrauisch ist, was Wizard Wheezes betrifft, ist sie wie ein Hippogreif mit einer Ratte – sie lässt nicht locker.“

Draco knurrte, zog jedoch sein Hemd aus und ersetzte es durch das weitaus faltigere Kleidungsstück. Es roch nach feuchtem und gemähtem Grad und nach der Scheune, wo er seine Jungfräulichkeit an Pansy verloren hatte. Sein gesicht sah schrecklich aus, aber daran ließ sich jetzt nichts ändern. Er kniff seine Wangen um etwas Farbe zurück zu bringen und hoffte die Anderen würden die tiefen Schatten unter seinen Augen zu vielen schlaflosen Nächten zuschreiben.

„Ich könnte George fragen, ob er nach dem Abendessen dazu kommt“, sagte Fred beiläufig. Zu beiläufig, um normal zu sein. Draco nickte, blieb jedoch still. Er war nie gut darin, gute Ratschläge zu geben oder Trost zu spenden – er war für beides zu egoistisch – und hierbei hatte er auch noch wenig (keine) Erfahrung. Er war nie verliebt gewesen und hatte folglich auch nie die Liebe seines Lebens verloren. Fred auch nicht und Draco hatte das Gefühl, dass der Mann in einer Sackgasse stand, plötzlich unfähig aufgrund seines Mangels an Erfahrung, unfähig, die Stille zu verstehen, die das Lachen seines Bruders ersetzt hatte, oder die Art, wie er Mahlzeiten verweigerte und sich übergab, wenn ihn jemand fütterte.

Draco überlegte, ob er Fred sagen sollte, dass er ihm einfach etwas Zeit geben sollte – dass George sich irgendwann einkriegen würde. Dass alles gut werden würde und er nicht für immer ‚Der Glückszwilling’ sein würde, der seine Liebe nicht durch einen fehlgeleiteten Avada verloren hatte.

Er öffnete seinen Mund. „Wir sollten uns beeilen“, sagte er und die Worte klangen wie ein Seufzen. „Die Anderen warten sicher schon.“

Es war nur eine kleine Versammlung – die meisten Weasleys, Potter, Granger, Lupin (der so müde und abgenutzt wie immer aussah“. Georges Abwesenheit lag schwer auf dem Tisch, sein Teller (Mrs. Weasley bestand darauf, für ihn mit zu decken) schrie alle Anwesenden an. Die Unterhaltung war – nicht wirklich unangenehm, aber deutlich leiser als sonst. Auf seinem Weg zu einer zweiten Portion (nicht alle Hauselfen der Welt könnten so gut kochen wie diese Frau. Draco würde sie eines Tages anstellen müssen, wenn er das hier überlebte), streifte er Granger.

Sie ignorierte ihn fast völlig, schien jedoch unfähig, nicht stehenzubleiben, die Stirn verwirrt in Falten gelegt.

„Du riechst anders“, sagte sie.

„Entschuldige?“

„Du riechst nicht nach dir.“

Er hob eine Augenbraue. „Und warum bitte hast du an mir gerochen?“

Ihre Wangen röteten sich köstlich, als ob sie gerade erst merkte, was sie gesagt hatte. Wäre sie keine Gryffindor gewesen, hätte sie ihm vielleicht gesagt, er solle die Sache vergessen und wäre weggehuscht, um weiterer Peinlichkeit zu entgehen. Da sie aber eine war, richtete sie sich nur auf und fixierte ihn mit ihrem besten ‚McGonagall-Blick’. „Du bist mir ausgewichen.“

„Ach wirklich?“

Ärger blitzte in ihren Augen auf. „Spiel keine Spielchen mit mir, Malfoy.“

„Oh, also sind wir jetzt wieder bei Malfoy?“ Unfähig sich zu beherrschen. „Was ist mit Draco?“

„Wenn es dir nicht gefällt, dass ich deinen Vornamen benutze, hättest du es auch einfach sagen können“, motzte sie in einem hitzigen Flüstern, das enthüllte, dass sie von Anfang an den Grund gewusst hatte und nur darauf wartete, dass er es aussprach. „Es war kein Grund, verängstigt in einen Unterschlupf auf der anderen Seite des Landes auszuweichen.“

„Du denkst wirklich, dass ich deswegen gegangen bin?“ Es war genau der Grund, weshalb er gegangen war. „Sei nicht albern, Granger.“

Ein Teil der Wut verließ ihr Gesicht, wurde jedoch nur durch noch mehr Entschlossenheit ersetzt. „Warum stört es dich, wenn ich deinen Vornamen sage? Ist es…“ Sie hielt inne und zog ihre Unterlippe beunruhigt zwischen ihre Zähne. Dracos Blick fiel auf ihren Mund und eine vertraute Anspannung wuchs bei der unbewussten Aktion in seinem Magen. „Ich meine… Ich weiß, dass wir viel streiten, aber… Ich dachte nur… naja, wir sind doch keine Feinde mehr, oder?“

Draco spürte, wie bei ihrem Gestammel ein Teil seines Ärgers verschwand. Er grinste amüsiert und trat einen Schritt näher, etwas zu nah, um höflich zu sein.

„Keine Lügen?“, fragte er.

„Keine Lügen.“ Sie nickte.

Er hielt inne. Ließ seine Augen über die Röte ihrer Wangen wandern, ihren Hals entlang, nach unten in den Stoff ihres neuesten, scheußlich übergroßen Pullovers. „Es stört mich nicht, dass du meinen Namen sagst. Eigentlich eher das komplette Gegenteil. Verstehst du, ich denke nicht mehr, dass ich dich nicht mag, Granger. Und ich bin mir nicht sicher, ob das gut ist“

„Weil ich eine dreckige Muggel-Geborene bin?“, fragte sie schnell.

Er seufzte. „Weil du Hermine Granger bist.“

„Und du bist Draco Malfoy“, antwortete sie mit einem genervten Augenrollen, als er seine Antwort nicht weiter ausführte. er nickte nur.

„Ganz genau“, sagte er, lief dann zurück zum Tisch und ließ sie verwirrt zurück.

::

„Erzähl mir etwas über dich, was ich nicht weiß.“

Draco runzelte bei ihrer Aufforderung die Stirn und hob seinen Kopf von der hölzernen Armlehne, um ihr einen fragenden Blick zuzuwerfen. „Wie bitte?“

Sie stützte sich auf ihre Ellbogen. Wenn sie so dalagen – sein Kopf auf der einen Armlehne der Hollywoodschaukel, ihrer auf der anderen, die Beine jeweils beim Kopf des anderen – konnte Hermine seine gesamte Größe sehen, von seinen schmuddeligen Socken bis zu den blonden Haaren, die ihm immer wieder in die Augen fielen. „Erzähl mir etwas über dich, was ich nicht weiß“, wiederholte sie.

„Und warum sollte ich das freiwillig tun?“

„Weil“, erklärte sie, ungeduldig; sie mochte das spöttische Zucken seiner Augenbraue nicht, „Freund so etwas tun. Sie erzählen sich Sachen.“

„Ach, wir sind jetzt also Freunde?“ Aber sein Ton war neckend, also ignorierte sie ihn.

„Ich weiß gar nichts über dich. Du bist wie ein geschlossenes Buch.“

„Ah, darum geht es hier also.“ Draco grinste. „Der neugierige kleine Bücherwurm verabscheut es, nicht alles zu wissen.“

Hermine schnaubte und ließ ihren Kopf wieder auf die Armlehne fallen, starrte finster in den Nachthimmel. „Es war eine einfache Frage. Ich erzähle dir dafür auch etwas.“

„Ich kenne dich bereits, Granger.“

„Lügner.“ Weil sie auch ein geschlossenes Buch gewesen ist, genau so wie er, und allein diese Feststellung hatte sie zu ihrer Frage bewegt.

„Stimmt aber“, beharrte er und die Bank wackelte, als er seinen Kopf auch zurücklehnte. „Du glaubst nichts, bis du es nachgelesen und bis zum Tode erforscht hast. Du hasst es, korrigiert zu werden und streitest bis die Fetzen fliegen, selbst wenn du insgeheim weißt, dass du falsch liegst. Du bist herrisch und stur -“

„Das ist nicht Mich-Kennen“, unterbrach Hermine, der diese Analyse gar nicht gefiel. „Jeder könnte dir genau das sagen.“

Er war einen Moment lang still. „Du streust immer Zucker auf deine Frühstücksflocken – selbst auf diese Schokodinger, bei denen das völlig unnötig ist. Du hasst alle Arten von Eiern, außer Rühreier, was ich sehr interessant finde, weil Eier nun einmal Eier sind, egal wie man sie macht.“ Er hielt wieder inne. „Ich glaube, du hast wahrscheinlich eine abgeschwächte Zwangsneurose, versteckst es aber ganz gut.“

„Oh, klasse. Noch etwas? Du baust nämlich gerade echt mein Ego auf.“ Sie runzelte die Stirn als er nicht antwortete und nahm an, dass er sie vermutlich auf seine stille Art, die sie mehr als alles andere aufregte, auslachte.

„Ich hatte bis zu meinem fünfzehnten Lebensjahr Angst vor der Dunkelheit.“

Ihr Kopf hob sich zu schnell von der Armlehne. „Was?“

„Du hast schon verstanden.“ Sein Ton war kühl, aber seine Wangen waren leicht gerötet. „Mein Vater hasste mich dafür. Sperrte mich stundenlang in dunkle Räume. Ich glaube, er dachte, er könnte… es mir einfach abgewöhnen. Als ich sechs Jahre alt war, vergaß er mich. Ich steckte drei Stunden in diesem Raum, bevor Mutter mich fand.“

„Das ist ja furchtbar.“

„Ich brauche dein Mitleid nicht, Granger“, blaffte Draco, rollte mit den Augen und nahm einen langen Zug von der Zigarette, die sie sich teilten (diesmal aus ihrem Vorrat). „so war es nun mal.“

„Es ist falsch“, beharrte Hermine. „Dein Vater hätte dir das nie antun dürfen.“

„Er tat es, weil er es für das Beste für mich hielt. Angst ist Schwäche. Er wollte nicht, dass ich Schwächen hatte.“ Er gab ihr die Zigarette, seine Augen immer noch auf die schwarze Leinwand über ihnen gerichtet. „Nichts im Leben ist schwarz und weiß, Granger. Es gibt nur Grautöne.“

Hermine starrte ihn lange an, bevor sie sich wieder hinlegte, die Zigarette locker zwischen ihren Lippen. Stille herrschte für mehrere Minuten und als Draco wieder sprach, überraschte seine Stimme ihn etwas.

„Du bist dran.“

„Was?“

„Du hast gesagt, du würdest mir auch etwas erzählen“, erinnerte er sie, obwohl sie annahm, dass es mehr mit der Beseitigung dieser unbeholfenen Stille zu tun hatte als mit wirklicher Neugier.

Sie dachte einen Moment nach, ihr Verstand überflog ein paar Dinge, die im Angesicht seines Geständnisses zu trivial wirkten. Es war nur eine Kindheitserinnerung. Aber Draco behielt seine Kindheit für sich, ebenso wie alles andere, und es hatte sicher einiges an mut gebraucht, um ihr das zu erzählen, auch wenn sie bezweifelte, dass er das je zugeben würde. Also zog sie tief an der Zigarette, spürte das Nikotin durch ihre Venen rasen, der Rauch zog seine Kurven über ihrem Kopf.

„Ich glaube nicht, dass ich diesen Krieg überleben werde“, sagte sie im Plauderton. Draco antwortete nicht. Er konnte sich möglicherweise nicht einmal im Ansatz vorstellen, was es für sie bedeutete, dieses kleine Stückchen Wahrheit mit ihm zu teilen, oder dass sie es nur in seltenen Fällen vor sich selbst zugab (denn sie war Hermine Granger, Königin des Optimismus, und wenn sie nicht daran glaubte, dass alles gut werden würde, dann ging die Welt wirklich vor die Hunde). Aber als er die Zigarette entgegennahm, fuhren seine Finger in einer kaum vorhandenen Liebkosung über ihr Handgelenk. Und sie dachte, dass er es vielleicht doch verstand.

„Yeah“, sagte er und der Rauch begleitete seine Worte. „Ich auch nicht.“

::

Er fing an, ihre Anwesenheit zu genießen. Oder sie zumindest zu tolerieren. Es war nicht der verzweifelte Drang nach Freundschaft auf beiden Seiten (sie hatten beide ihre Freunde), sondern viel mehr das Ergebnis der Langeweile, die zwangsläufig zwischen den Kämpfen entstand. Während dieser Zeitspannen, der anderen Seite des Krieges – das Warten auf den nächsten Schlachtruf, das Hören der Vermissten- oder Totenliste, das Unwissen,, wo deine Freunde oder deine Familie waren – während dieser Zeitspannen wurden sie beide oft zusammengeworfen.

Trotzdem glaubte er, dass sie nicht allzu viel miteinander zu tun hatten (immerhin waren jedes Mal mindestens zwölf andere Personen in den Unterschlupfen), mal abgesehen von der schockierenden Tatsache, dass sie eine Art Freundschaft mit Pansy geschlossen hatte. Damit hatte er nicht gerechnet, deshalb war er auch nicht darauf vorbereitet. Er hatte ihr merkwürdiges kleines Morgenritual mit dem gemeinsamen Kaffee, bevor alle anderen aufwachten, als Frauensache akzeptiert. (Wobei er wirklich nicht verstand, warum Granger trotz dem täglichen Stöhnen über den schlechten Kaffee daran festhielt.)

Aber es war nicht mehr nur morgens. Es war eine zehnminütige Mittagspause zwischen der Planung. Es war ein Kichern während geflüsterter Unterhaltungen und die Unterbrechung besagter Unterhaltung mit einem geheimnisvollen Lächeln, wenn irgendein Mann zu nahe kam. Es war der Austausch von Bettgeschichten und der Vergleich alter Exfreunde (ein Vorfall, den er wirklich zu gern nicht versehentlich belauscht hätte). Sie waren – er wagte kaum, es auszusprechen – Freundinnen. Und das machte es noch ein bisschen härter, Granger aus dem Weg zu gehen.

Und er versuchte es wirklich. Denn trotz der Tatsache, dass es ihm scheißegal war, ob ihr Blut braun, schwarz oder merkwürdig blau war, war sie immer noch Hermine Granger und es fiel ihm schwer genug damit umzugehen, dass er sie nicht länger verabscheute. Abends war es anders. In Dunkelheit gehüllt und unter dem Nebel beißenden, scharfen Zigaretten schien alles weniger… real, irgendwie. Sie waren nur zwei Soldaten, die den Tag mit einer friedlichen Zigarettenpause beendeten. (Dass er sich inzwischen auf diese ruhigen Abende freute oder es bedauerte, wenn einer von ihnen nicht da war, war irrelevant.)

Also verharrte er in seiner steinernen Ruhe, auch wenn sie meistens da war, mit Pansy herumalberte oder mit Theo irgendein Buch diskutierte. Er sehnte sich plötzlich nach der einst konstanten Anwesenheit von Gregory und Vincent. (Er hatte beide nur ein paar Mal gesehen, seit der Orden sie aufgenommen hatte). Sie würden für ihn sprechen, wie gewohnt, und alles für ihn tun. (Würden sie nicht und das erwartete er auch nicht.)

Es spielte sowieso keine Rolle. Er weigerte sich immer noch zu sprechen. Jede Bemerkung seinerseits, selbst von seinen Freunden – den verdammten Verrätern – wurde mit kaum mehr als einem kühlen Blick oder bestenfalls einem Grunzen beantwortet. Ein paar Mal rechnete er sogar fest damit, dass Granger ihn für seine schlechte Stimmung schimpfte – er sah den verärgerten Blick in ihren braunen Augen. Aber sie beherrschte sich jedes Mal, als ob sie schon akzeptiert hatte, dass es mit ihm nun einmal so war und dass sie nur geduldig sein musste. Dieser Gedanke schürte weitere Wut in ihm – wie konnte sie glauben, dass sie ihn kannte? – und das nächste Mal, als sie ihn ansah, schoss er ihr einen besonders eisigen Blick zu.

Die Tür zur Küche flog zu schnell auf, das ständig feuchte Holz prallte an der Tür ab. Dean Thomas stand da, offensichtlich in Eile angekommen, das Gesicht rot und die Augen wild, während sie nach Granger suchten.

„Ist es Luna?“, fragte sie und alle Farbe wich augenblicklich aus ihrem Gesicht. „Geht es ihr gut?“

„Nicht… Luna“, brachte Dean zwischen keuchenden Atemzügen hervor, krümmte sich und griff an seine Seite. „Harry, Ron schicken mich. Brauchen dich im Hauptquartier. Ich soll sagen, es geht um den Pokal. Du würdest wissen, was das heißt.“

Draco beobachtete, wie die Angst durch Granger raste, wie sonst in den paar Sekunden vor dem Kampf. Aber sie verschwand so schnell wie immer oder zumindest versteckte Granger sie gut und ein kämpferisches Leuchten der Entschlossenheit erhellte ihr Gesicht.

„Geh zurück und sag ihnen, ich bin in drei Minuten da“, befahl sie, ihre Aufmerksamkeit bereits auf die Vorratskammer gerichtet. Als sie wieder raus kam, waren ihre Arme beladen mit den Vorräten an Energienahrung, die sonst nur bei Missionen mit einer Dauer von über vierundzwanzig Stunden ausgegeben wurde. Sie hatte genug für eine Woche. Sie ließ sie auf den Küchentisch fallen, verschwand kurz die Treppen hinauf und kam nur Sekunden später mit einer kleinen Tasche zurück, die, wie Draco annahm, mit Kleidung und Decken gefüllt war. Sie schwang ihren Zauberstab über das Essen, bis es in den Rucksack fiel, klein genug, um in eine Handfläche zu passen.

Sie hob ihren Zauberstab, hielt dann jedoch inne. Ihre Augen fielen auf Draco und sie zögerte. „Wenn du Lupin siehst und er fragt, wo ich hin bin“, sagte sie und pausierte kurz, um den Rucksack auf die Schulter zu ziehen, „lüg.“

Mit einer Umdrehung war sie fort.

Als Lupin an diesem Abend kam – wie immer zum wöchentlichen Meeting – fielen seine müden Augen auf die kleine Gruppe; Verwirrung zeigte sich, als er nicht auf die richtige Zahl kam.

„Wo ist Hermine?“, fragte er, die Frage an Cho Chang gerichtet.

„Grimmauld Platz“, antwortete Draco, bevor das Mädchen etwas über Deans auffällige Ankunft oder Hermines plötzliches Verschwinden sagen konnte. „Sie hat irgendwas gesagt, dass sie wohl eine Erkältung bekommt und wollte sich einen Trank von Mrs. Weasley holen.“

„Sie ist noch nicht zurück?“ Lupin runzelte die Stirn.

Draco zuckte mit den Schultern. „Wahrscheinlich ist sie an ihren beiden Freunden hängengeblieben.“

Er war ein guter Lügner. Er wusste es, weil er schon immer ein guter Lügner sein musste. Trotzdem flackerte Misstrauen in den Augen des Exlehrers, zusammen mit einem wachsenden Gefühl der Bedrohung, als ob das hier kein ungewöhnliches Vorkommnis wäre und er aufrichtig hoffte, dass er falsch lag. Draco schob es auf Potters herausragende Fähigkeit, in seinem Zimmer zu schmollen, das niemand merkte, wenn er für volle sechzehn Stunden weg war. Er hatte fast erwartet, dass Shacklebolt den halben Orden auf die Suche nach dem kostbaren Jungen schicken würde. Aber der Sicherheitschef akzeptierte die Neuigkeit mit erschöpfter Resignation, bevor er fortfuhr.

Granger fehlte fünf Tage. Vier Nächte nacheinander saß er allein auf der Bank und rauchte eine Zigarette, die plötzlich viel zu viel für eine Person schien, und ihre Abwesenheit drückte plötzlich auf Draco wie man auch das plötzliche Verschwinden eines gewohnten Schmerzes nach langer Zeit bemerkte. Er sah es als Schicksal, dass sie in der fünften Nacht, als seine geduld schließlich zu Ende war und er ruhelos war vor etwas, das definitiv keine Sorge um Grangers Wohlergehen war, und er Ablenkung in den Armen irgendeiner Frau, an deren Namen er sich um nichts auf der Welt erinnern konnte, zurückkehrte. Er schob es auf sein notorisches Pech, das sie natürlich gerade dann über die Treppe vor seinem Zimmer lief, als er die namenlose Frau wegschickte.

Der Schaden, den fünf Tage angerichtet hatten, schien unmöglich. Ihre Kleidung war zerfetzt und von Schlamm bedeckt. Ihre Lippe war eingerissen. Selbst ihre Haare hatten ihre Wildheit verloren und hingen lasch um ihr Gesicht. Er wusste von dem geschlagenen Ausdruck in ihren Augen, dass ihre Mission kein Erfolg gewesen war.

Sie warf einen Blick auf seine zerknüllte, schwitzige Erscheinung und der Geruch nach Sex hingen deutlich zwischen ihnen in der Luft. Öffnete ihren Mund, als wollte sie eine herabsetzende Bemerkung liefern. Dann drehte sie sich auf ihrem Absatz um und schloss ihre Schlafzimmertür leise hinter sich. Drei Tage lang kam sie nicht raus.

::

„Sie schläft immer noch.“ Cho biss auf ihre Lippe und kippte das kaum angerührte Essen in den Mülleimer. „Sie konnte kaum ihren Kopf heben. Ich musste sie beim Essen festhalten.“

„Dann ist sie eben müde.“ Draco ignorierte das Unbehagen in seiner Magengrube. „Lass sie ausschlafen. Sie wird schon aufstehen, wenn sie soweit ist.“

„Was, wenn etwas auf dieser Mission passiert ist?“, fragte Lavender und sprach damit unbewusst die Angst aus, die seit ihrem zerzausten Anblick an Dracos Verstand nagte. „Ich habe sie noch nie so gesehen.“

„Das wird schon wieder.“ Theo bemerkte die erstaunte Stille, die seiner Behauptung folgte zuerst nicht. Es war selten, dass er überhaupt sprach, geschweige denn eine Meinung äußerte. Er seufzte mit der Ungeduld einer Person, die sich selbst für sehr viel schlauer hielt als die anderen Anwesenden und nahm sich Zeit, als er das Buch schloss und seine Brille absetzte. „Das passiert nicht zum ersten Mal.“

„Ach nein?“, fragte Lavender dümmlich nach.

„Potter war schon mindestens vier Mal verschwunden, nur einmal ohne Granger und Weasley. Jedes Mal kommt sie ausgelaugt und normalerweise auch enttäuscht zurück, obwohl – nicht jedes Mal. Und innerhalb von ein paar Tagen ist sie wieder sie selbst.“ Er muss die zweifelnden Blicke bemerkt haben, auch wenn sein Gesicht schon wieder in dem Buch steckte, denn seine Lippen verzogen sich zu einem krummen Lächeln und aus irgendeinem Grund sah er Draco an. „Ich habe Recht. Wartet nur ab.“

Er hatte Recht. Am fünften Tag nach ihrer Rückkehr hüpfte Granger die Stufen hinunter – nicht wirklich quietschfidel, aber eindeutig nicht mehr der Zombie der Vortage. Sie winkte alle Sorge um ihre Gesundheit ab, weil sie es einfach nicht mochte, wenn man sich um sie sorgte. Sie lächelte und lachte und alberte mit dem Rest herum. Als Lupin mit Shacklebolt auftauchte, stand ein resignierter Ausdruck voller Entschlossenheit in ihren Augen und als sie ihre Befragung eine Stunde später endlich beendeten, sah sie müde aber erfolgreich aus. Sie tratschte mit Pansy und schimpfte Neville, als dieser einen Stapel Teller umstieß.

Aber sie saß an jenem Abend schon auf der Bank als er kam, Zigarette in der Hand aber noch nicht angezündet, als ob sie auf ihn gewartet hätte. Sie öffnete ihre Augen nicht, als er sich neben sie setzte (obwohl ihre Augenbrauen zuckten, als er ihr die Zigarette aus den Fingern nahm).

„Du siehst scheiße aus, Granger“, sagte er, weil es so war, mit der blassen Haut und dem müden Mund.

„Ich bin müde“, war ihre einzige Antwort. Für lange Zeit waren sie still und sie verweigerte die Zigarette, als er sie anbot. Ihre Stimme war verschlafen, als sie wieder sprach, ein geschlagener Unterton, der Draco mehr erschütterte als er sollte. „Erzähl mir etwas über dich, was ich nicht weiß“, bat sie. Es klang für seinen Geschmack zu sehr nach Flehen.

„Ich denke, ich werde gefährlich süchtig nach Muggel-Essen.“

Sie lachte müde und rauchig. „Ich hasse alle Eier, auch Rühreier.“

„Warum isst du sie dann?“

„Molly hat sie einmal im Fuchsbau für mich gemacht und ich brachte es nicht übers herz ihr zu sagen, dass ich kein Rührei mag. Nun denkt sie, es wäre mein Lieblingsessen und macht sie jedes Mal für mich.“

Er schnaubte amüsiert. „Das ist ziemlich dumm.“

„Wahrscheinlich schon“, antwortete sie nach einer Pause und er hörte ihr Lächeln. Erst als ihr Kopf sanft seine Schulter traf bemerkte er, dass sie eingeschlafen war. Er versteifte sich und kämpfte gegen den natürlichen Drang, sie in die Rippen zu pieksen und sie ins Bett zu schicken, wo sie hingehörte. Sein Körper blieb so – angespannt und steif, wie eine gespannte Feder. Aber er bewegte sich nicht und als Cho versehentlich zu ihnen kam, deutlich erstaunt, drückte er einen Finger auf seinen Mund und warf ihr einen warnenden Blick zu. Die deutliche Erschöpfung auf Grangers Gesicht muss den Drang zu tratschen überwogen haben, denn Cho nickte nur und kehrte ins Haus zurück.

Eine Stunde später wachte er auf, als Granger aus seinen Armen gehoben wurde und ihr Kopf gegen Shacklebolts Schulter rollte. Beide Männer betrachten einander einen Moment lang kühl, Misstrauen in den Augen des Aurors. Draco kam am nächsten Morgen zum Frühstück und erfuhr, dass Granger über Nacht umquartiert wurde und nein, Pansy wusste nicht wohin, aber sie genoss es, wenn Draco so schlecht gelaunt aufwachte.


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