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Fanfiction

Of Crimson Joy - Kapitel 9

von Nitsrek

Jeder Krieg basiert auf Täuschung. - Sun Tzu

::

Zum ersten Mal vermutete er den Verfall seiner geistigen Gesundheit an Pansys Geburtstag. Er hatte Granger nichts gesagt, hatte nicht den Schmerz und den Kummer über ihr Gesicht flackern sehen wollen, über einen Verlust, der sie so tief traf wie jeder Tod. Er hatte geplant, den Tag unbemerkt vorübergehen zu lassen. Aber vielleicht traf ihn das Ereignis doch tiefer als erwartet, oder vielleicht lag es nur an dem wachsenden Stress der herannahenden Letzten Schlacht. Draco wusste nur, dass er einen Moment noch in der Küche stand, um sich einen Kaffee zu machen, und als nächstes wachte er erschrocken im Flur auf, die Knie auf dem unnachgiebigen Holzboden.

Potters Gesicht tauchte auf, verschwommen und verzerrt, und er brauchte mehrere Momente, um die salzige Feuchtigkeit auf seinen eigenen Wangen zu erkennen. Potter hatte ihn auf die Füße gezogen, voller gutmütiger Sorge und beunruhigtem Trost. Er stellte Fragen, vielleicht redete er auch nur. Aber Draco bemerkte nur das schmerzhafte Zittern in seinen Beinen und das glühende Brennen, das seine rechte Hand entstellte. Merkwürdigerweise hatte er nicht die Befürchtung, dass Potter diesen Vorfall gegen ihn verwenden würde. Das wäre zu Slytherin für den Auserwählten. Zwischen ihnen bestand eine unausgesprochene Abmachung, nie wieder darüber zu sprechen.

Und als Draco eine Woche später auf dem Küchenboden aufwachte – Potter schwebte besorgt über ihm – erinnerte er sich daran, warum er den Kerl zu Schulzeiten so verabscheut hatte. Sankt Potter, der Held, und ehrlich gesägt färbte dieses Samaritertum ab.

::

Hermine erinnerte sich nur an ein einziges Mal, dass sie so aufgelöst im St. Mungo gewesen war. Es war zu Anfang des Krieges gewesen, wo Schmerz in solchen Ausmaßen in der Vergangenheit lag, und nur diejenigen sich daran erinnerten, die schon den ersten krieg miterlebt hatten. Betten mit schreienden Patienten füllten die ohnehin schon vollen Hallen. Räume waren überfüllt. Die Heiler sprinteten in sauberem Weiß hin und her.

„Das ist wirklich nicht nötig“, beharrte Hermine zum vierten Mal. „Andere Leute sind viel stärker verletzt als ich. Ich krieg das alleine hin.“

„Eine so tiefe Schnittwunde kann, wenn sie nicht behandelt wird, zu irreparablen Schäden führen, vor allem, wenn es der Zauberstabarm ist.“ Heiler Matthews blickte sie an. „Ich möchte nicht, dass Sie in zwei Wochen hierher zurückkehren, damit ich amputieren kann.“

Hermine atmete durch die Zähne aus, protestierte aber nicht weiter. Ihre Augen folgten leicht fasziniert der Nadel, die von selbst die Haut der Wunde wieder zusammennähte.

„Die meisten Menschen ertragen den Anblick nicht.“

„Ich wollte Heilerin werden“, erklärte Hermine.

„Es ist eine dankbare Aufgabe, trotz der vielen grausigen Aspekte.“

„Ich habe mir immer vorgestellt, dass ich nach dem Krieg die Ausbildung mache.“

„Jetzt nicht mehr?“ Matthew führte den Zauberstab in einer sanften, wischenden Bewegung. Die Nadel machte den letzten Stich, zog sich ordentlich von dem unsichtbaren Faden, der die fünfzehn Zentimeter Wunde in ihrem Arm zusammenhielt. „Was hat sich geändert?“

„Mein Optimismus“, antwortete Hermine. Als er fragend die Stirn runzelte, lächelte sie mild. „Es dauert noch ein ganzes Leben, bis der Krieg vorbei ist.“

„Sie denken, Sie werden nicht überleben?“

Hermine zuckte mit den Schultern. Niemand hatte sie bisher so offen gefragt, und sie bemerkte, dass sie keine Antwort hatte. Sie drehte ihren Arm links- und rechtsrum und untersuchte die schon verheilende Haut.

„Sie müssen sich eine Zeit lang hinlegen. Lassen Sie die Blutregenerationstänke arbeiten.“ Hermine tat, was er ihr sagte, ihr schmerzender Körper war nur zu glücklich über den Befehl. Matthews sah sie an, die Augen wachsam durch seinen Pony.

„Was?“

Er zuckte lässig mit den Schultern. „Ich weiß nicht. Ich hätte nur nicht gedacht, dass Sie vor Dingen weglaufen.“

Eine Heilerin stürmte in den Raum ohne anzuklopfen. Sie sah Hermine nicht an und wartete ungeduldig darauf, dass Heiler Matthews die Blätter durchlas, die sie ihm gab. Er nickte und murmelte etwas, was Hermine nicht hören konnte.

„Nun, ich denke, wir sind hier fertig“, sagte er und sein kühler Ton ließ Hermine sich wundern, ob die vorherige Unterhaltung überhaupt stattgefunden hat. „Sie müssen hier warten, bis jemand die Entlassungspapiere holt.“

Nach fünf Sekunden entschloss Hermine sich, ihm zu folgen. Ihre müden Gliedmaßen schrien aus Protest und sie ignorierte sie, stolperte aus dem Raum und auf den Korridor.

„Hey!“, rief sie. Matthews blieb stehen und drehte sich um, wirkte jedoch überhaupt nicht überrascht, sie zu sehen. Sie verringerte den Abstand zwischen ihnen, tippte mit ihrem Finger auf seine Brust, sobald sie nah genug dafür war, ohne dabei hinzufallen. „Ich laufe nicht weg. Ich kämpfe sehr hart, jeden Tag, und… und Sie kennen mich nicht einmal!“

„Also?“, fragte er mit erhobener Augenbraue.

„Also… also verurteilen Sie mich nicht, wenn Sie nicht wissen, was ich schon durchgemacht habe.“ Sie wusste, dass ihre Nase hoch erhoben und ihre Hände in die Hüfte gestemmt war, aber das war ihr egal, als er sie auf diese nervenzerreißende Art angrinste. Er griff in seine Tasche und zog eine Visitenkarte hervor.

„Das ist meine Telefonnummer. Rufen Sie mich an, wenn all das hier vorbei ist und Sie das mit der Heiler-Ausbildung noch ernst meinen“, sagte er und sie fragte sich, ob er es von vornherein so geplant hatte. Sie starrte ihm nach, dann nach unten auf die kleine, Muggel-artige Visitenkarte. Sein Name war ordentlich ganz oben geschrieben – Heiler James Matthews. Als sie aufblickte, war er bereits in der Masse der wehenden weißen Umhänge verschwunden.

„Mum ist auf der Suche nach dir fast durchgedreht, weißt du.“ Ihre Lippen hoben sich bereits beim Klang der vertrauten Stimme, bevor sie überhaupt die Worte registriert hatte.

„Deine Mutter ist da?“

Ron nickte und sie bemerkte beiläufig die klebrigen roten Streifen in seinem Gesicht. „Fred wurde von einem Schneidefluch getroffen. Es geht ihm gut.“ Er lächelte entschuldigend, als er die Panik sah, die kurzzeitig auf ihr Gesicht getreten war. „Tut mir leid, das hätte ich vielleicht zuerst sagen sollen. Er hat aber Blut verloren und muss sich erholen.“

Hermine schluckte. Nickte. Da kam noch mehr. Sie konnte es an den Linien um seinen Mund und der Müdigkeit in seinen Augen erkennen. Sie überlegte kurz, ob sie in ihr Zimmer zurückkehren und schlafen sollte, bis der Tag vorbei war. Am besten brachte sie es gleich hinter sich. Lieber gleich die Verluste verbuchen, solange das Adrenalin noch durch sie schoss. „Wer noch?“

„Neville hat sich ein paar Rippen gebrochen, aber es geht ihm gut. Luna -“

„Luna? Was macht Luna hier?“

„Einer unserer Unterschlupfe ist angegriffen worden. Es geht ihr aber gut. Sie liegt in den Wehen, aber die Heiler sagen, dass sie es zu diesem Zeitpunkt der Schwangerschaft gut überstehen wird. Dean ist bei ihr.“

Hermine kniff die Augen zu und nickte, weigerte sich, dass leise Kitzeln der Erleichterung zuzulassen, bevor sie alles gehört hatte – jeden einzelnen Namen. „Weiter.“

„Goyle ist noch bewusstlos. Lavender hat sich bei der Explosion beide Beine gebrochen.“ Er trat näher, seine Hände nahmen ihre und hielten sie fest. Sie atmete tief ein und nickte, damit er fortfuhr. Seine Stimme war traurig und leise. „Wir haben Cho verloren.“

Ihr Atem entkam in einem zittrigen, schmerzhaften Seufzer. Sie verstärkte ihren Griff um seine Hände und drückte zu, ließ locker, drückte zu, ließ locker. Atmete langsam ein und aus. Sie nickte und öffnete die Augen und bemerkte, dass Ron auf sie gewartet hatte.

„Ich bin okay“, sagte sie.

„Wir sollten zurück zum Grimmauld Platz. Zu Harry.“

Sie sog die Luft ein. Spürte wie ihre Brust sank, als sie entwich. „Okay.“

„Okay?“

Sie nickte. „Okay.“

::

Draco erwachte unter der fleckigen Decke seines Schlafzimmers ohne Erinnerung an eine Ohnmacht. Auf seiner Zunge spürte er den leicht metallischen Nachgeschmack von Schmerztränken und seine schnell heilenden Rippen trugen die Unterschrift von Mrs. Weasley Arbeit. Vorsichtig betastete er die ordentlichen Verbände. Der Schmerz ließ ihn immer noch keuchen, aber es schmerzte nicht mehr, zu atmen. Blitzartige Erinnerungen an Fred und die neueste Untersuchung von Flints verstand kehrten plötzlich und schmerzhaft zurück. Er erinnerte sich vage daran, mit einem Schlag auf dem Boden zu landen, bevor er völlig bewusstlos wurde. Eine schnelle mentale Überprüfung enthüllte eine, vielleicht zwei gebrochene Rippen.

Es lag an den Schmerztränken, dass Draco eher neugierig als überrascht war, als er Teddy Lupin neben seinem Bett entdeckte. „Du weißt nicht zufällig, wie ich hierher gekommen bin?“

Der Junge sah sich im Zimmer um. Er entdeckte ein Buch auf dem Nachttisch und deutete mit dem Finger darauf.

„Ah, Granger.“ Draco fiel zurück in die Kissen. Fred hatte sich natürlich eine plausible Erklärung für die Verletzungen einfallen lassen, die nicht beinhaltete, dass Draco in den dreckigen Verstand ihres Fast-Vergewaltigers eindrang. „Natürlich. Ich nehme an, sie hat dich hier gelassen, damit du auf mich aufpasst?“

Der Blick des Jungen war auf seine Karten fixiert. Draco schloss seine Augen und als er sie wieder öffnete, waren siebzehn Minuten vergangen. Der Junge war nun näher, seine Haare vor Neugier eine Spur heller.

„Du bist mein Cousin.“

Draco war nicht überrascht, aber auch das lag wohl an dem angenehmen Gefühl von Watte, die sein Gehirn betäubte, verursacht durch die Tränke. Die plötzliche Rückkehr von Teddys Sprache war ein schockierendes Ereignis, und er verschwendete mehrere Minuten damit, zu überlegen, ob er noch schlief. Schließlich nickte er, die Bewegung eine steife und schmerzhafte Bewegung.

„Großcousin, um genau zu sein. Oder sowas in der Art. Ich war der Cousin deiner Mutter.“

Der Junge runzelte nachdenklich die Stirn, die Lippen geschürzt, als hätte er Probleme, die passenden Worte zu finden. Draco wartete ruhig. „Oma hat das erzählt. Aber meine Mami hat nie über dich gesprochen.“ Er neigte den Kopf zur Seite und seine Nase wurde spitzer. „Warum nicht?“

Draco schluckte. „Wir haben uns nur ein paar Mal gesehen. Als sie mit dir schwanger war“, sagte er.

„Mochtet ihr euch nicht?“

„Wir kannten uns nicht gut genug, um uns zu mögen.“

Der Junge überlegte einen Moment. „Wieso kenne ich deine Mama nicht, wenn sie die Tante meiner Mami ist?“

„Meine Mutter ist tot.“ Die Worte kamen überraschend leicht. Es war in fünf Jahren das erste Mal, dass er sie laut aussprach.

„Wie ist sie gestorben?“

„Böse Menschen haben meine Mutter verflucht und sie war lange Zeit krank.“

Der Junge nickte und seine Haare wechselten von Blassrosa zu einem Grauton, den Draco noch nie gesehen hatte. „Ja. Böse Menschen haben auch meine Mama getötet“, sagte er und diesmal war es überhaupt nicht unangenehm, als Stille eintrat.

::

„Was ist das eigentlich mit dir und blonden Männern?“

Sie lächelte instinktiv, bevor ihr einfiel, dass sie böse gucken sollte. „Wovon redest du? Ich bin mit Ron gegangen! Er ist ein Rotsch -“

„Rothaariger Mann“, korrigierte Fred mit einem warnenden Blick, der sich schnell in ein neckendes Grinsen verwandelte. „Zuerst war da Krum -“

„Der war braunhaarig!“

„Das war maus-braun, was eigentlich dunkelblond ist. Dann Cedric -“

„Cedric?“

„- ständig angestarrt, und glaube bloß nicht, dass ich und George das nicht bemerkt hätten! Und was ist mit diesem blonden Heiler? Der, der dir seine Visitenkarte -“

„- versucht nur, mir beruflich weiter zu -“

„- und jetzt Malfoy.“

Ihr Mund klappte zu. Ihr Kinn hob sich und sie strengte sich an, nicht ihre Hände in ihre Hüfte zu stemmen. Sie erwiderte seinen Blick gleichmütig mit eisernem Ausdruck. „Und jetzt Malfoy.“

Freds Lächeln breitete sich zu einem Grinsen aus und er hob seine Hände zum Friedensangebot. „Schau. Ron hasst ihn vielleicht. Und gut, die meiste Zeit ist er ein schlecht gelaunter Mistkerl. Aber naja. Er ist okay. Für einen von denen.“ Sein Gesichtsausdruck wurde mit der letzten Bemerkung erst und Hermine spürte, wie sie in Abwehrhaltung wechselte.

„Ist das jetzt also der Teil, wo du mir sagst, dass ich bescheuert bin und er der Falsche für mich ist?“ Sie verschränkte ihre Arme vor der Brust und blickte an einen Punkt irgendwo über seiner linken Schulter. Er schloss die Lücke zwischen ihnen. Eine Hand legte sich angenehm auf ihre Schulter, das vertraute Gewicht hielt sie fest, drückte sie von ihrem anfänglichen Ärger weg. Mit der anderen Hand hob er ihr Kinn, wartete darauf, dass sie seinen Blick erwiderte, bevor er sprach.

„Du bist bescheuert. Und er ist definitiv der Falsche für dich.“ In seinen Augen lag eine Wärme, die der Härte seiner Worte widersprach und ihre Lippen antworteten mit einem Lächeln. Nach einem Moment entließ er sie und zuckte mit den Schultern. „Ich hätte wohl damit rechnen sollen.“

„Ach wirklich?“

„Du bist ein Magnet für hoffnungslose Fälle.“

„Fred Weasley! Das bin ich nicht!“

„Nein, im Ernst. Ich meine, du hast auch in Zaubertränke immer mit Neville zusammengearbeitet, und der war völlig unbrauchbar -“

„- so unfair, Neville ist inzwischen ein brillanter Zauberer -“

„- und dann in der Dritten diese ganzen Fächer genommen -“

„- Zeitumkehrer benutzt und Sirius’ Leben gerettet -“

„- fang gar nicht erst mit Belfer an -“

„Es ist nicht Belfer! Es ist B.ELFE.R.!“

::

„Glaub ja nicht, ich weiß nicht, dass du etwas vorhast.“

Draco hob eine Augenbraue, versuchte nicht einmal, seine deutliche Freude über ihr Ausziehen zu verbergen. Sie hielt inne, als sie ihren BH öffnete und blickte ihn eisig an.

„Draco, ich meine es ernst.“

Er spürte den drohenden Streit (und die Wahrscheinlichkeit, mit welcher sie dieses letzte, irritierende Kleidungsstück ablegen würde, wenn er sie weiterhin ignorierte), seufzte und hob seinen Blick von ihrer Brust zu ihrem Gesicht. Ja. Sie war definitiv sauer. Aber noch nicht wütend. Er rechnete schnell nach und überlegte, dass er circa dreißig Sekunden hatte, um ihr zu antworten, bevor der Dritte Weltkrieg mitten im Hauptquartier ausbrechen würde.

„Du wirst etwas genauer sein müssen“, spottete er.

Ihre Augen wurden schmal. „Ich rede darüber, wie du dich gestern aus irgendwelchen Gründen qualvoll auf dem Küchenboden gekrümmt hast. Und versuch’s erst gar nicht mit diesem Mist, den Fred mir weismachen wollte“, setzte sie hinzu, bevor er genau das tun konnte. „Denkst du wirklich, ich kenne den Mann noch nicht lang genug, um genau zu wissen, wann er lügt?“

Seine Okklumentikfähigkeiten setzte automatisch ein und er glaubte, dass sie die innerliche Änderung bemerkte, da etwas wie Enttäuschung über ihr Gesicht huschte. Sie wandte ihm den Rücken zu, zog ihre Unterwäsche aus und das Hemd, in dem sie gerne schlief, an. Das Licht ging aus und er machte sich auf kaltes Schweigen und eine ungemütliche Nacht auf seiner Seite der engen Matratze gefasst. Aber sie glitt unter die Decke und kuschelte sich an ihn, drückte ihre kalten Füße gegen die warme Haut seiner Beine.

„Du weißt, dass du mir vertrauen kannst, oder?“ Er fragte sich beiläufig, ob das der Grund dafür war, dass sie das Licht gelöscht hatte. Denn trotz ihrem Endlosgerede und seinem unaufhörlichen Spotten war sie immer noch schüchtern und er emotional zurückgeblieben. Und jedes Thema, das auch nur im entferntesten ihr… Abkommen streifte, wurde generell und sehr bedacht von ihnen beiden gemieden. Sie bewegte sich an ihm. Drückte ihr Gesicht in seine Schulter, so dass ihre Worte auf seine Haut trafen. „Ich meine, wenn du etwas… nicht ganz Legales machen würdest. Oder etwas Gefährliches. Du könntest es mir sagen. Das weißt du, oder?“

„Ich weiß.“

Ihr Kopf nickte einmal anerkennend und ihr Körper spannte sich in der peinlichen Stille, die folgte, an. Für eine kurze Sekunde wirkte es, als würde sie von ihm abrücken. Draco fasste einen Entschluss. Ließ einen Arm unter ihren Körper gleiten und rollte sich auf sie, so dass sein Gewicht sie an die Matratze drückte. Ihr gedämpfter Protest erstarb einfach, als seine Lippen ihre berührten.

„Geh mit mir fort.“

Sie lachte bei seiner Bitte, warme Luft wehte gegen Dracos Nase. „Du machst Witze.“

Er zuckte mit den Schultern, vergrub sein Gesicht in ihrer Halsbeuge um dem suchenden Blick zu entgehen, den er in der Dunkelheit nicht sehen konnte. Er drückte seine Lippen auf die weiche Haut an ihrem Hals, um sie abzulenken während er sprach. „Ich habe Geld gespart. Wir könnten an einen heißen Ort fliehen. Wo der Krieg nicht an uns rankommt.“

„Ich wollte schon immer auf die Fiji-Inseln.“

„Ich habe etwas Geld. Nicht viel, aber genug. Wir könnten deine Eltern schnappen und gehen.“ Ihr überraschtes Einatmen floss durch seine Haare. Er hob sich, sein Gesicht nur Zentimeter von ihrem entfernt. „Wir könnten sicher sein.“

Für einen angespannten Moment glaubte er, sie würde ihn von sich stoßen. Sie holte Luft, vielleicht um zu schreien. Aber im nächsten Moment atmete sie aus und damit verschwand die Spannung. Sie drückte ihre Handfläche an seine Wange und er weigerte sich, nachzugeben, aus Angst, was die Geste aussagen könnte. Er hatte schon zu viel angedeutet. Seine Brust zog sich bei dem Gedanken zusammen.

„Du weißt, dass ich nicht gehen würde.“

„Ich will dir nicht wehtun.“ Das Geständnis fiel unzensiert von seinen Lippen. Ihr Griff verstärkte sich kurz, wurde fast schmerzhaft. Sie nahm seine Hand und legte sie auf ihre Brust.

„Ich vertraue dir.“ Eine einfache Bemerkung, und dennoch verließ ihn sein Atem schwindelerregend schnell und Blut rauschte in seinen Unterkörper. Seine Finger fangen den ausgefransten Saum ihres Nachthemds und sie hielt ihn nicht auf, als er es über ihre Brust zog. Der Raum war kalt und ihre Brustwarzen hart, bevor seine Zunge den ersten Kontakt herstellte. Für ein paar Momente liebkoste er sie sanft, dann sog er den versteiften Knopf in seinen Mund und saugte stark genug, dass ihr Rücken sich vom Bett hob. Ihre Finger glitten in seine Haare und seine Hände fanden ihre nackten Schenkel. Er küsste und saugte, knabberte und leckte. Er hielt ihre Hände mit seinen fest und zog sie mit sich in die Tiefe, bis es kein Zurück mehr gab.

::

Sie betrat die Küche, den Zauberstab bereit, fand aber nicht den Überfall, den ihr verschlafener Verstand befürchtet hatte, sondern einen panischen Draco Malfoy. Die Küche war ein Chaos. Schubladen hingen auf, ihr Inhalt auf dem Linoleumboden verteilt. Eine gepackte Tasche stand vor seinen Füßen und wuchs mit jedem Lebensmittel, dass er hineinstopfte. Es war genug Aussage über seinen Geisteszustand, dass er ihre Anwesenheit nicht bemerkte, bis sie das Licht einschaltete.

„Granger.“ Ihr Name glitt zitternd von seinen Lippen. Er senkte nicht seinen Zauberstab, richtete ihn stattdessen unruhig auf ihre Brust. Sie selbst ließ ihren ein paar Zentimeter sinken, um weniger bedrohlich zu wirken, auch wenn sie sich nicht dazu bringen konnte, ihn ganz wegzustecken. Seine Augen waren wild – wild auf eine Art, die sie seit der sechsten Klasse nicht mehr gesehen hatte, mit all diesen schlaflosen Nächten und gescheiterten Plänen. Er wirkte wie ein Mann am Rande eines Zusammenbruchs. Sie schätzte ab, wie nah er an sie herankommen würde, bevor sie einen Zauber abfeuerte, dann schimpfte sie sich für den Gedanken.

„Draco, was ist los?“ So geht das. Vernünftig. Ruhig. Lenk ihn ab. Erinnere dich an deine Ausbildung. Denk daran, wie viele Leichen er diese Wochen, diesen Monat, dieses Jahr gesehen hatte. Wie der Stress immer größer wurde.

„Fuck. Fuck.“ Das erste Mal war kaum hörbar, das zweite so voller Abscheu, dass sie zusammenzuckte. Sein Zauberstab fiel an seine Seite, seine freie Hand raufte seine Haare, bis sie dachte, er würde alles ausreißen. Eine frische Panikwelle überkam ihn und sie schrie fast, als er auf sie zustürmte, bevor ihr klar wurde, dass er es auf den Lichtschalter abgesehen hatte. Sie standen in der Dunkelheit. Sie erschrak, als seine Hände sie plötzlich packten.

„Granger… Hermine. Du musst mir zuhören. Ich muss gehen.“

Die Worte trafen sie hart und schwer, wie ein Crucio auf ihre Brust, eine Kugel in den Kopf.

„Gehen?“ Aber es war ein ersticktes Flüstern und sie musste sich räuspern, es noch einmal probieren. „Gehen wohin?“

„Weg. Von hier.“ Er lief wieder umher, die Worte kamen knapp, zusammenhangslos, als wäre die Zeit, ganze Sätze zu bilden, ein Luxus, den er sich nicht leisten konnte. Hermine folgte seinen Bewegungen mit ihren Augen. Beobachtete, wie er Essen in den Rucksack warf, bevor er ihn schloss.

„Draco. Du musst dich hinsetzen. Du musst dich beruhigen.“

Er drehte sich zu ihr und es war nur ein kleiner Trost, Verzweiflung statt Wut in seinen hellen Augen zu sehen. „Nein, Hermine, du verstehst es nicht! Das hier… alles! Es ist eine Lüge! Und er versteht nicht einmal, was er gemacht hat!“

„Wer?“ Aber er erstarrte beim Klang von etwas, das sie nicht hören konnte, und als er auf die Knie fiel, brachten seine Hände auf ihren Schultern sie mit nach unten. Sie wollte protestieren. Eine Hand legte sich auf ihren Mund und er flüsterte panisch in ihr Ohr.

„Hör zu, Hermine, du musst zuhören.“ Die Hand, die ihren Mund bedeckte, wanderte über ihre Wange in ihre Locken, streichelte ihren Hinterkopf mit einem zärtlichen Drängen, das ein besorgtes Ziehen in ihrer Magengrube verursachte. „Ich muss gehen. Ich kann dir nicht sagen, wohin, das ist zu gefährlich für dich.“

„Draco, was hast du -“

„Nein, Hermine. Hör zu.“

„Nein, hör du gefälligst zu! Du kannst nicht weg! Wir brauchen dich!“ Ich brauche dich, ich brauche dich. Sie sprach es nicht aus, aber sein Gesicht wurde sanfter, die Panik wich etwas Warmem. Seine beiden Hände hielten nun ihr Gesicht und er nutzte den Griff, um sie an sich zu ziehen, seine Lippen auf eine unbeholfene Art, die ein schmerzhaftes Stechen in ihre Brust brachte, auf ihre zu drücken. Erst als sie das Salz der Tränen schmeckte, die in den Kuss schmolzen, bemerkte sie, dass sie weinte. Mit seinen Lippen immer noch auf ihren, sagte er, „Hermine, ich -“

Sie spürte den Moment, als der Zauber ihn traf. Sein Körper erstarrte in ihren Armen, das rote Leuchten des Erstarrungszaubers tauchte seine blasse Haut für eine kurze Sekunde in einen roten Nebel, bevor er an ihr zusammenbrach. Ihre Augen huschten panisch nach oben, nur um das Glänzen vertrauter Brillengläser zu sehen. Harry senkte langsam seinen Zauberstab, das Gesicht leer, auch wenn seine Augen weit aufgerissen waren.

„Bist du verletzt?“

Sie schüttelte ihren Kopf.

„Ist er -?“

„Er wird schon wieder.“ Sie flüsterten, auch wenn sie nicht wusste, weshalb. Sie konnte Harrys fragenden Blick einfach nicht erwidern. „Hilfst du mir, ihn in unser Zimmer zu bringen?“

Er nickte und steckte den Zauberstab in den Bund seiner Schlafanzughose, um beide Hände frei zu haben. Es wäre leichter, ihn schweben zu lesen, aber keiner von ihnen erwähnte die Möglichkeit; vielleicht waren beide zu verstört von der Aussicht, seinen Körper wie etwas Lebloses in sein Bett zu befördern. Harry legte einen Arm um Dracos Taille und Hermine machte dasselbe von der anderen Seite. Beide hoben und Draco stand schlaff zwischen ihnen.

„Das hier kommt also öfter vor?“ Denn sie konnte Harry wie ein Buch lesen und er wirkte nicht angemessen überrascht. Er nickte.

„Hermine -“

„Nicht, Harry.“ Und mehr sagten sie nicht zu dem Thema.

::

Er stolperte zufällig über den Jungen, auf der Suche nach einer Zuflucht vor dem wachsenden Sturm aus Wut, der durch das Haus der Blacks tobte. Ein Unterschlupf war angegriffen worden und mehrere Mütter, Schwestern, Tanten, Nichten waren tot. Die verfügbaren Ordensmitglieder waren in der Küche versammelt worden und bereiteten sich nun auf den Gegenangriff vor. Draco war nicht dumm oder Gryffindor genug, um sich der Mission anzuschließen. Er war ein Todesser, ehemalig oder nicht, und es würde schon mehr brauchen als ein versehentliches Avada in der Hitze des Moments als Rache für die Untaten eines Anderen.

Das Badezimmer war der einzige Raum mit einem Schloss. Es war mehr überraschend als ärgerlich, Teddy in der Badewanne zusammengerollt zu finden, voll angezogen; seine Augen folgten wütend den Spielern auf seinen Quidditchkarten. Draco überlegte kurz, ob er die restlichen Treppenstufen zu seinem Schlafzimmer hinauf wagen sollte. Aber etwas hielt ihn ab. Er glaubte gern, dass es an seinem tief vergrabenen Mitgefühl zu tun hatte und nicht nur mit dem müden Schmerz in seinen Gliedmaßen, wenn er daran dachte, weiterlaufen zu müssen. Teddy sah nicht auf, als er neben ihm in die Badewanne kletterte. Die gewohnte Stille setzte sich einen langen Moment durch. Zwei Stockwerke weiter unten zerbarst ein Teller und Teddy sortierte seine Karten mit erneuerter Dringlichkeit. Draco brauchte fast drei Minuten, bevor er merkte, dass der Junge zitterte.

„Warum hast du Angst?“

„Ich habe immer Angst“, antwortete Teddy. Dann, flüsternd, „So war es auch in diesem anderen Haus. Bevor sie gegangen ist.“

Er erinnerte sich an das Telegramm, das er bekommen hatte. Ferne Erinnerungen an das belauschte Gespräch zwischen Andromeda und Mrs. Weasley; angeblich hatte das Haus gebebt vor Nymphadoras Wut und ihren Verfolgern. Seine Hand hob sich ohne die bewusste Entscheidung dazu.

„Ich habe auch ganz schön Angst“, sagte er. Teddy betrachtete die zitternde Hand für eine lange Zeit, bevor er schließlich nickte, und Draco ließ die Hand fallen, als wäre das die Bestätigung, auf die er gewartet hatte. Sie saßen in der Wanne, bis Andromeda kam und Teddy zum Essen holte.

„Und?“, sagte sie über ihre Schulter, als Draco sich nicht rührte, „kommst du auch?“

Er zögerte nur eine Sekunde. „Ja. Okay.“

::

Da war diese Erinnerung, die sie immer bei sich trug, sicher aufbewahrt für den Fall, dass die Dunkelheit zu verzehrend, zu überwältigend wurde; wenn der Tod jede ihrer Poren verstopfte und sie bis zum Rand anfüllte. Das war sie:

Sie, Harry und Ron hatten sich, wie es Tradition war, für die letzten beiden Wochen der Sommerferien im Fuchsbau getroffen. Es war vor der dritten, vielleicht auch vierten Klasse. Sie wusste es nie genau. Sie erinnerte sich an die Hitzewelle und wie sie sich alle gegenseitig mit dem verzauberten Gartenschlauch der Weasleys bespritzten, nur um abzukühlen. Es hatte eine Wasserschlacht gegeben, oder vielleicht waren mit Ron auch einfach nur die Pferde durchgegangen. Das war ihr bis heute nicht ganz klar.

Aber dann lagen sie da, zu dritt, die Köpfe zusammengesteckt und so ausgestreckt, dass sie so einen komischen, dreizackigen Stern bildeten. Hermine konnte sich an das Gefühl der Sonne in beruhigenden Wellen auf ihrer nassen Haut spüren, und wir ihre Bluse fast durchsichtig an ihren Brüsten geklebt hatte; dennoch konnte sie nicht die neu entstandene Schüchternheit in sich finden, die sie seit kurzem immer in der Nähe der Jungs verspürte. Ron erzählte einen Witz – sie weiß noch, dass er nicht lustig war – und Harry las seinen neuesten, fast unleserlichen Brief von Sirius laut vor.

Die Erinnerung war ein Strom aus Bildern und Gefühlen , Klängen und Wärme. Aber was sie noch am deutlichsten sah, waren ihre Gesichter. Glatt und unverletzt, und jugendlich rund. Ihre Augen waren das Deutlichste. Glänzend vor Belustigung und alle drei lachten ohne jeglichen Grund. So stark, dass es wehtat zu atmen und sie musste zur Seite rollen, nur um die Schmerzen unter ihren Rippen aufzuhalten.

Es war nicht immer leicht, sich zu erinnern. Sie sah inzwischen die neuen Narben, die Harrys Gesicht füllten, oder den abwesenden Blick, den Rons milchige, blaue Augen manchmal annahmen, das Weiß durch Schlafmangel gerötet. Und es wurde immer schwerer, sie zu sehen, wie sie einmal waren. Aber manchmal schloss sie ihre Augen und sie war dort bei ihnen, lag zwischen dem wuchernden Unkraut des Fuchsbaus und saugte die Unschuld der köstlichen Sommersonne in sich auf.


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