Forum | Chat | Galerie
 
Startseite | Favoriten
Harry Potter Xperts
Harry Potter Xperts
Startseite
Newsarchiv
Link us
Sitemap
Specials
Shop
Buch 7
Buch 6
Buch 5
Buch 4
Buch 3
Buch 2
Buch 1
Lexikon
Lustige Zitate
Gurkensalat
Hörbücher
Harry, A History
Steckbrief
Biographie
Werke
Erfolgsgeschichte
Interviews
Bilder
Harry Potter & Ich
JKRowling.com
Film 7, Teil 1 & 2
Film 6
Film 5
Film 4
Film 3
Film 2
Film 1
Schauspieler
Autogramme
Galerie
Musik
Videospiele
Downloads
Lesetipps
eBay-Auktionen
Webmaster
RSS-Feed
Geburtstage
Gewinnspiele
Twitter
Fanart
Fanfiction
User-CP
Quiz
Währungsrechner
Forum
F.A.Q.
Über uns
Geschichte
Impressum

Fanfiction

Of Crimson Joy - Kapitel 10

von Nitsrek

Der Mensch kann sich nicht ändern, ohne zu leiden, denn er ist Marmor und Bildhauer zugleich. ~Dr. Alexis Carrel

::

Zum letzten Mal sah Draco Blaise Zabini mitten in der Schlacht. Ein kranker, gelber Nebel verstopfte die Luft; blendend, erstickend, verzehrend. Draco hörte jemanden in seinen Weg stolpern und rief ein Stupor (weil er sich nicht sicher sein konnte, dass es kein Ordensmitglied war und er glaubte, es nicht ertragen zu können, Fred oder Granger tot zu seinen Füßen zu finden). Er kämpfte sich weiter durch, in die vermutete Richtung des Apparierpunkts, auch wenn er womöglich in die völlig falsche Richtung lief.

Er stolperte fast über einen Körper, und als er aufsah, erblickte er Blaise, gerade so erkennbar, die dunkle Haut weich gezeichnet in dem Nebel aus Flüchen. Blaise sah ihn nicht. Er war zu beschäftigt damit, den Soldaten auszulachen, der sich vor ihm auf dem Boden krümmte und der seinen Körper unter den Schmerzen eines Crucio verbog. Sein Gesicht war ekelhaft belustigt, die Augen dunkler als Draco sie in Erinnerung hatte. Und plötzlich war er ein Fremder, nur ein anderer Todesser in Schwarz.

Das Glitzern einer silbernen Maske im schwachen Sonnenlicht durchbrach den Smog und Dracos Aufmerksamkeit wurde wieder abgelenkt. Als er zurückblickte, war Blaise weg. Später würde Draco sich zwingen, sich zurückzuerinnern. An eine Zeit vor diesem ganzen Hass. Als Blaise noch so ein unsicherer Junge gewesen war, wie es sich für einen Teenager-Zauberer, der nach dem ersten, kaum vorhandenen Brusthaar suchte, gehörte. Damals hatte Marcus Flint Draco zum Duell aufgefordert und Blaise war sein Sekundant. Aber wenn er ehrlich mit sich selbst war, würde es immer dieser Blaise sein, den er sah, mit diesen wahnsinnigen Augen und dem blutdurstigen Lächeln. Denn es gab keine Zeit vor dem Hass. Es gab nur ihre Väter und das, was ihnen beigebracht wurde; die Tatsache, dass sie klüger, reiner, besser waren. Aber das waren sie nicht und reines Blut hielt Blaise auch nicht vom Sterben ab.

::

Sie wusste nicht, welcher Fluch sie getroffen hatte, nur, dass mit großer Sicherheit Feuer durch ihre Venen zog, weil nichts, nichts jemals so wehgetan hatte. Weiße, heiße Messer schnitzten Muster in ihren Bauch, glühende Spieße stießen in ihren Hals. Sie versuchte, ihre Augen zu öffnen und das Licht blendete sie; es schmerzte, sich zu bewegen, aber sie konnte ihren Körper nicht davon abbringen, sich zu krümmen, konnte nichts gegen den natürlichen Drang tun, an ihrer Haut zu kratzen, als ob sie sie abschälen und damit alles beenden könnte. Feste Finger legten sich um ihre Handgelenke, hielten ihre Arme an ihre Seiten. Sie dachte kurz daran, gegen die Person anzukämpfen, denn ihre letzte Erinnerung war die an das Schlachtfeld, aber dann dachte sie an die Möglichkeit, dass diese Person sie umbringen könnte und dann würde endlich der Schmerz nachlassen. Ihre Arme wurden schlaff.

„Granger. Halt still oder ich werde dich zersplintern!“

Sie kannte diese Stimme. Kannte die Arme, die sie hoben. Aber ihr Verstand dachte nur an ‚zersplintern’ und was es überhaupt für eine Rolle spielen würde, wenn er sie hundert Mal zersplintern würde, denn sie konnte einfach nicht noch mehr Schmerz spüren. Vielleicht sagte sie das laut, denn er schnaubte und plötzlich drückte die Luft von allen Seiten auf sie ein und warf sie mit einem lauten Knall in einen blendend weißen Raum. Stimmen überfluteten sie. Die Wärme seines Körpers verschwand, eine Änderung, die sie durch die frische Welle aus Qualen kaum bemerkte, die ihre Wirbelsäule vom Bett hob.

„- müssen ihre Bewegungen stoppen.“

Sie hörte die unbekannte Stimme und kämpfte gegen den plötzlichen Druck, als sich jemand über sie beugte, bis er frustriert knurrte und ihre Hände neben ihren Kopf zwang.

„Granger, öffne deine Augen, verdammt!“

Sie gehorchte, wenn auch nur, weil sie Angst bekam, dass sie vielleicht blind war und bisher noch gar nicht gemerkt hatte, dass ihre Augen zu waren. Draco schwebte, gerötet und keuchend, über ihr, sein Pony kämmte ihre Stirn. Ein weißes Aufleuchten und ihre Augen wanderten nach unten, zur anderen Seite des Bettes, wo der Heiler ihre Bluse zerschnitt.

„Augen auf mich, Granger“, befahl Draco und fixierte sie mit einem festen Blick. Druck auf ihren Magen, dann gab etwas nach und sie schrie, schrie, weil es so verdammt wehtat! Draco hielt sie auf dem Bett, drückte sie in die dünne Matratze. „- ihr einen verdammten Trank!“

„Wir müssen sie wach halten, Mister Malfoy. Reden Sie mit ihr. Lassen Sie sie nicht einschlafen.“

„Was stimmt nicht mit mir?“ Es war ein verschlungenes Chaos aus Worten, aber Draco schien sie zu verstehen.

„Mach dir keine Sorgen. Du hast nur eine kleine Schnittwunde.“ Draco war außer Atem und sie fragte sich, warum, bevor sie feststellte, dass sie sich wieder unter ihm wand; ihre Brust bebte vor Schluchzen. Ihre Augen schlossen sich und als sie sie wieder öffnete, ohrfeigte er sie, die Bewegung riss ihren Kopf schmerzhaft zur Seite. „- einschlafen! Erzähl mir etwas über dich, was ich nicht weiß, Granger.“

Schmerz wusch durch sie, und verließ ihren wunden Rachen mit einem Schrei. „Ich kann nicht denken“, weinte sie.

„Dann geh an einen Ort, wo es nicht wehtut. Denk an einen Ort, der dich glücklich macht.“

Sie driftete wieder ab, erwachte unter seiner saftigen Ohrfeige, bevor sie sich erinnerte. „Die Hollywoodschaukel.“

„Was?“

„Die Hollywoodschaukel. In diesem Haus. Ich weiß nicht mehr… mit diesen blauen Fensterläden?“ Er nickte und sie zwang ihre Augen, der Bewegung zu folgen. „Das war… das erste Mal, dass wir miteinander gesprochen – ah!“ Ihre Wirbelsäule bog sich vor Schmerz und Draco drückte sie wieder nach unten. Sie keuchte nun, und schluchzte, und Schweiß und Tränen hingen in ihren Haaren, klebten es an ihr Gesicht. „Das war das… einzige Mal, dass du sagtest, ich sei hübsch.“

Verwirrung blitzte kurz in der Konzentration auf seine Aufgabe auf. „Was?“

„Du hast gesagt, mein ‚hübscher kleiner Kopf’ würde in Stücke gesprengt werden… wenn ich nicht aufpasse. Du hast mich noch nie zuvor hübsch genannt.“

Die Überraschung stand deutlich in seinem Gesicht, und als er lachte, rumpelte der Klang durch ihre Brust, vermischte sich mit den Nachwehen der Schmerzen. „Du bist die dümmste, kluge Person, die ich je getroffen habe, weißt du das, Granger?“

Sie hätte etwas dazu gesagt, aber plötzlich wuchs der Schmerz ins Unermessliche, erschütterte sie, und im nächsten Moment war sie weg.

::

„‚- klong machte der einzelne Fuß des Kessels auf dem Boden, aber diesmal war sein Gezeter mit dem Gebrüll eines Esels und dem hungrigen Stöhnen der Menschen gemischt, die in der Tiefe des Kessels widerhallte.’“ Draco sah auf, bevor er die Seite umblätterte und stellte fest, dass Granger ihn ansah, ein belustigter Blick, der den Nebel der Tränke durchschnitt. Er klappte das Buch zu und lehnte sich beunruhigt vor, bevor ihm einfiel, dass er gelassen aussehen sollte. „Du bist wach.“

„Du hast mir vorgelesen?“

Er erwiderte ihren Blick gleichmäßig, weigerte sich, sich zu schämen. „Die Märchen von Beedle dem Barden. Das war das erste Buch in deiner Truhe. Die Heiler haben gesagt, ich solle mit dir sprechen, aber anscheinend bin ich viel zu sehr daran gewöhnt, dass du mich alle fünf Sekunden unterbrichst, denn irgendwann wusste ich nicht mehr, worüber ich sprechen sollte. Also habe ich das hier geholt.“ Er zuckte mit den Schultern. „Meine Mutter hat sie mir früher immer vorgelesen.“

„Welches hast du gelesen?“

„Der Zauberer und der Hüpfende Kessel. Obwohl ich sagen muss, dass ich diese Version noch nicht kannte.“

„Das Buch gehörte Dumbledore“, antwortete Granger mit einem Schulterzucken, das zu einer Grimasse wurde. „Er hat es mir nach seinem Tod überlassen.“

„Die Version, die ich kenne, war nicht so… versöhnlich wie diese hier.“

„Inwiefern?“

„Nun, in der Version meines Vaters fraß der Kessel die meisten Nachbarn des Zauberers, bis der Rest versprach, ihn in Ruhe zu lassen und sich entschuldigte, so genervt zu haben.“

Granger lachte, aber nach ein paar Sekunden wurde es ein Husten, und es dauerte lange, bis es wieder aufhörte. „Das klingt furchtbar.“

Er zuckte mit den Schultern und schenkte ihr ein schelmisches Grinsen. „Ich mochte seine Version.“ Seine Augen verfolgten ihr Gähnen, bemerkten die dunklen Schatten unter ihren Augen und die farblose Haut ihrer Wangen. Er verdrängte das unangenehme Ziehen in seiner Brust und bedachte sie mit einem eisigen Blick. „Jetzt hör auf zu reden und schlaf weiter, bevor sie mich rauswerfen, weil ich dich störe.“

„Liest du mir weiter vor?“ Er vermutete, dass sie nicht gefragt hätte, wenn nicht die Tränke ihren Verstand benebeln und bereits ihre Augenlider zudrücken würden. Er öffnete das Buch wieder und fand die Seite, und als er anfing zu lesen, war sie bereits eingeschlafen. Er hörte trotzdem nicht auf.

::

Heiler Matthews machte schon seit längerem Notizen auf seinem Klemmbrett, und als er sie schließlich ansah, lächelte er; müde Augen leuchteten auf eine Art, die ihn plötzlich jünger scheinen ließ.

„Na, hallo. Ich dachte schon, Sie würden nie aufwachen.“

„Wie spät ist es?“, krächzte Hermine.

„Fünf Uhr früh, drei Tage nach Ihrer Ankunft“, antwortete er sanft. „Wie fühlen Sie sich?“

Sie dachte einen Moment über ihren Zustand nach. „Hungrig“, entschied sie schließlich. „Und wund. Was ist passiert?“

„Soweit ich weiß, gab es eine Explosion. Irgendein Rohr hat ein Loch durch Ihren Bauch geschlagen. Zum Glück hat es die wichtigen Organe verfehlt, sonst würden Sie auf keinen Fall hier liegen und mit mir sprechen.“ Er zog vorsichtig an ihrem Schlafanzughemd und sie beobachtete mit einer Mischung aus Neugier und Grauen, wie es an ihrem Bauch hinaufglitt. Die Wunde wurde durch eine Vielzahl von Verbänden verdeckt, aber sie konnte das Blut sehen, das die Verbände verfärbte. „Es wird gut verheilen, aber Sie werden für eine Zeit lang außer Gefecht sein.“

„Haben Sie mich geheilt?“

Er lächelte sie an. „Nein, ich bin hier nur aus Neugierde. Als ich gehört habe, dass meine Lieblingspatientin wieder hier ist, musste ich letzte Nacht einfach vorbeikommen und nachschauen, ob alles okay ist. Ich bin ehrlich gesagt gerade auf dem Heimweg von meiner Nachtschicht.“ Er steckte ihr Krankenblatt zurück in den Spalt am Bettende und lächelte. „Gut, ich lüge. Ich habe einen anderen Grund für meine Anwesenheit. Aber ich habe mir natürlich auch Sorgen um Sie gemacht.“

Sie beobachtete mit müden Augen, wie er zu dem Stuhl neben ihrem Bett wanderte und bemerkte zum ersten Mal den Kleiderbeutel dort. Er zog ein dickes, in Leder gebundenes Buch hervor. „Ich wollte es Ihnen schon nach dem Vorfall mit Mr. Malfoy vor ein paar Monaten geben, aber Sie waren schon weg, bevor ich die Chance hatte.“

Hermine runzelte die Stirn und griff nach dem Buch. Es war nicht alt, obwohl das Leder schon abgenutzt war, und anhand der geknickten Ecken merkte sie, dass es schon oft gelesen wurde. Große, spinnenartige Buchstaben nannten es ‚Cruorem Alicia – ein ausführlicher Leitfaden zu Blutmagie’ von Eldred Worple.

„Es ist nicht in allzu gutem Zustand“, entschuldigte sich Matthews. „Ich habe es gebraucht erworben, als ich Fortgeschrittenes Heilen studierte, und schon damals war es schäbig. Aber man kann die Worte erkennen. Ich habe auch ein paar Bemerkungen mit rein geschrieben, falls Sie interessiert sind.“

„Danke.“ Hermines nutzloser Versuch, ihre Begeisterung zurückzuhalten, blieb nicht unbemerkt und obwohl dieses Wissen über ihre Liebe zu Büchern sie vor ein paar Jahren geschockt, vielleicht sogar beängstigt hätte, war sie inzwischen älter. Klüger. Nicht so naiv, zu glauben, dass ihr Dasein als Harry Potters geniale Freundin nicht schon allein eine Art von Berühmtheit mit sich brachte.

Matthews lächelte sie schief an und warf seine Tasche über seine Schulter. „Ich dachte, es wäre interessant für Sie. Wegen Ihrer Situation, meine ich.“

Panik, kalt und frisch, rauschte durch ihren Kopf, löschte die Begeisterung über das Geschenk. Denn er konnte einfach nicht über Harrys Geheimnis und die Blutmagie, die Lily ausgeübt hatte sprechen; sie hatten alle drei beschlossen, dass es zu gefährlich war, das Geheimnis zu teilen. Aber Matthews lächelte immer noch, zog abgelenkt seinen Mantel an, und sah nicht auf, als er sagte, „Ich habe auch schon versucht, es Ihrem Freund zu geben, Mr. Malfoy? Aber er bestand darauf, dass er schon alles wusste, was er wissen müsste. Und, zwischen uns beiden, er kann ganz schön einschüchternd sein, wenn er will.“

Hermines Lächeln verklang mit dem plötzlichen Wissen, dass sie diese Unterhaltung nicht verstand. Ihre anfänglichen Gedanken – dass er das Buch gebracht hatte, um ihr Interesse am Heilen zu wecken – zerbrachen in der Sekunde, als Dracos Name fiel. Sie kannte Draco. Kannte seine Wünsche, nach dem Krieg zu verreisen, und wusste, Ordensmitglied hin oder her, dass er immer noch ein Malfoy war, und ein Malfoy würde nie eine Karriere wählen, wo er sich um andere Leute kümmern musste. Aber sie blieb ruhig und nickte (denn sie war Hermine Granger und trotz dem Wandel von der nervenaufreibenden Elfjährigen bis heute, hatte sie nie ihren Stolz verloren und konnte sich definitiv nicht dazu überwinden, zuzugeben, dass sie nicht verstand, worum es ging).

„Naja, ich hoffe, Sie finden es interessant, auch wenn Sie beide schon alles Notwenige wissen“, sagte Matthews und lief leise zur Tür. „Vor allem Kapitel Sieben sollte hilfreich sein. Und ruhen Sie sich aus. Ich möchte Sie frühestens in ein paar Monaten wieder hier im Krankenhaus sehen.“

„Ich versuch’s.“ Hermine grinste; das Lächeln blieb, als sie auf das schwere Buch blickte. Sie blätterte durch die vergilbten Seiten, zu gespannt, um vorsichtig mit dem gealterten Papier umzugehen. Es brauchte allein zwei Minuten, um die verklebten Seiten zu trennen und das ersehnte Kapitel Sieben zu erreichen, weitere vier, um sich aufzusetzen und das Buch gemütlich auf ihrem Schoß zu öffnen.

„Kapitel Sieben“, murmelte sie und folgte den Worten mit ihrem Zeigefinger. „Partis Cruor – der Bluttransfer von einer magischen Person zur anderen…“

Das Lächeln verschwand irgendwo während der dritten Zeile. Kurz darauf kam die Übelkeit. Und als die letzte Seite umgeblättert wurde, das Kapitel zu Ende, konnte sie nur an zwei Worte denken, die Matthews gesagt hatte – ‚er … wusste’. Draco wusste es. Schon von Anfang an. Und sie war so ein verdammter Idiot gewesen.

::

„Man nennt eure Generation die Meister der Magischen Kriege.“ Shacklebolts Ton war lässig, fast gelangweilt, und Draco roch den Alkohol im Atem des Mannes vom anderen Ende des Sofas. Wieder ein Abend, an dem er den Raum kommentarlos hätte verlassen können. Aber das Whiskeyglas, das in seinen eigenen Händen lag, hatte seinen Bauch gewärmt und den gewohnten Drang, sarkastisch zu sein, gedämpft. „Dieser Krieg ist anders. Die Leute, die jetzt kämpfen, sind hinein gewachsen. Ihr habt ihn geerbt, bevor ihr überhaupt alt genug ward, um zu verstehen, womit ihr zu tun haben werdet. Eine der schrecklichen Nebenwirkungen einer Generation, die im Krieg aufwächst – eine merkwürdige Immunität gegen den Tod.“

Draco dachte an Theo. Daran, wie er Pansy von seinem leblosen Körper losreißen musste. Sah Ginny Weasley in jener Nacht in diesem Unterschlupf. Dachte an seine eigenen Eltern, Seite an Seite, irgendwann, als er noch klein war, wie sie zusammen zu Musik aus dem Radio schaukelten, zu eingenommen voneinander, um seine kleine, spionierende Präsenz zu bemerken. „Es gibt keine Immunität gegen den Tod“, sagte er.

Shacklebolt grunzte und es folgte gesegnete Ruhe.

„Es wird uns gut gehen. Uns Briten“, verdeutlichte Shacklebolt, als Draco ihn fragend ansah. „Wir sind aus starkem Holz geschnitzt. Eine Generation gefüllt mit Männern und Frauen, die dazu auserkoren sind, Kriegshelden zu werden.“

„Sei stolz auf ein Land mit so vielen Helden.“ Draco leerte sein Glas. „Aber habe Mitleid mit der Generation, die so viele Helden braucht.“

::
Der Unterschlupf, in dem Hermine zwei Wochen zur Genesung untergebracht war, war so klein, dass er eher überfüllt als gemütlich war, aber immerhin lebten hier nur vier weitere Personen. Von dem Fenster in ihrem Schlafzimmer, das sie mit Ginny teilte, konnte man das Meer sehen – es streckte sich meilenweit und verschwand am Horizont. Tagsüber drangen die dumpfen Schreie der Seemöwen durch die Fenster, aber nachts hörte sie nur den Ozean, das Rauschen der Gezeiten. Es war ein einfaches Geräusch, aber es lenkte von Freds erbärmlichen Erheiterungsversuchen oder Ginnys erschöpftem Schweigen ab. Es gab noch zwei weitere Auroren, aber Hermine kannte sie nicht und normalerweise blieben sie auch unter sich.

Draco kam am dritten Tag an, voll stiller Wut und Frustration, als er wortlos in den Raum stürmte; außer, dass er jeden ihm bekannten Schließ- und Stillezauber auf die Schlafzimmertür legte. Er wollte sie nicht reden lassen, knurrte, als sie sich aufsetzen wollte. Das Schweigen verging, nur durchbrochen von dem Ticken der rostigen Uhr an der Wand. Es dauerte genau sieben Minuten. Irgendwo darin spürte Hermine Ironie, aber sie war zu müde, um sich darum zu kümmern.

„Wirst du die ganze Nacht nur da sitzen oder hast du auch etwas zu sagen?“ Sie musste sich zusammenreißen, um bei ihren rauen Worten nicht das Gesicht zu verziehen. Sie wollte nicht streiten, war viel zu müde, und plötzlich wünschte sie, sie hätte ihre letzte Dosis Schmerztrank nicht genommen, damit ihr Verstand klarer wäre. Draco machte ein Geräusch, irgendwo zwischen Verärgerung und Erschöpfung. Er griff in seine Tasche und zog das Buch raus, das Matthews ihr gegeben hatte – das sie in ihrem Krankenhausbett zurückgelassen hatte, wo Draco es hundertprozentig finden würde. Sie wandte ihren Blick in Richtung Fenster, konzentrierte sich schwer auf das Rauschen des Ozeans anstelle von Dracos Frustration.

„Komm schon, Granger. Normalerweise schaffe ich es nicht, dass du den Mund hältst. Ich finde es schwierig zu glauben, dass du einfach ruhig daliegen wirst, bis ich irgendwann gehe.“

„Lies doch einfach meine Gedanken.“

Seine Lippen formten eine dünne Linie, seine Fäuste ballten sich. „So funktioniert das nicht.“

„Nun, woher soll ich das wissen? Das hier ist alles neu für mich, also verzeih mir, wenn ich die genauen Details noch nicht nachgelesen habe.“ Sie konnte nicht nachforschen. Zum ersten Mal in ihrem Leben konnte sie sich nicht auf den vertrauten Trost von Fakten und Zahlen verlassen. Es machte ihr Angst, dass er das konnte.

Es entstand eine Pause.

„Du bist wütend“, sagte Draco. Hermine schnaubte, ein Geräusch, das vielleicht verbittert oder amüsiert klang. „Auf mich.“ Er seufzte in die Stille, fuhr aufgewühlt mit einer Hand durch seine Haare, bis es in alle Richtungen abstand, ein vom Wind erzeugter Heiligenschein, den sie zu gern geglättet hätte. „Okay, ich bin nicht gut in dieser ganzen… Gesprächsache. Du wirst mir helfen müssen oder wir sitzen hier noch bis zum Ende des Krieges.“

„Du hast mich angelogen.“

„Habe ich nicht.“

„Etwas zu verheimlichen kommt einer echten Lüge sehr nah.“

Er dachte darüber nach. „Ich sehe nicht ganz, warum das überhaupt eine Rolle spielt. Wenn ich es dir gesagt hätte, hättest du jedes Mal, wenn wir zusammen gewesen wären, darüber nachgedacht.“

„Darum geht es nicht, Draco! Du bist in meinem Kopf! Jeden Tag! Jede verdammte Minute! Und ich wusste es nicht einmal!“ Schreien verursachte Schmerzen. In ihrem Unterleib. Sie zwang sich, weiterzuatmen, ein durch die Nase, aus durch den Mund. Draco wartete, bis sie sich beruhigt hatte, dann antwortete er.

„Ihr Gryffindors seid so melodramatisch. Erst einmal bin ich nicht in deinem Kopf. Ich weiß nicht, was du denkst. Nur deine Gefühle. Und die Barriere, die ich geschaffen habe, ist so gut, dass ich nur die starken lese.“

„Wann hast du es zum ersten Mal bemerkt?“

„In der Nacht als Potter von keine Ahnung woher zurück kam und du mich angesprungen hast. Ich war beunruhigt. Und ich wusste, dass das sicher nicht an Potter lag. Auf den war ich nur wütend.“

„Wusstest du sofort, dass es am Blut lag?“

Er schüttelte langsam den Kopf. „Ich weiß nicht, ob du dich an die Nacht erinnerst, aber verzeih mir bitte, wenn ich damals andere Dinge im Kopf hatte. Zum Beispiel mit der doppelten Portion Lust klarzukommen. Es war anstrengend, mich nicht wie so ein unerfahrener Jugendlicher zu blamieren.“

Hermine zog eine Grimasse, weigerte sich aber, mitfühlend zu sein. „Wie lange hast du gebraucht, um dahinter zu kommen?“

„Nicht lang. Eine Woche, vielleicht zwei. Als ich das letzte Mal auf Malfoy Manor war, gab es dort mehrere Bücher über Blutmagie. Ich hatte damals etwas Ähnliches gelesen und setzte das Puzzle zusammen.“

„Was kann es noch?“

Draco zuckte mit den Schultern, verschränkte die Arme vor der Brust, als er sich in dem Stuhl zurücklehnte, der eigentlich zu klein für ihn war. „Nicht viel. Bluttransfer war ein Ritual, das wohlhabende Reinblüter mit ihren Frauen durchführten, um Treue zu garantieren. Er würde ihr Blut nehmen und sofort wissen, ob sie log oder ihn betrog. Es kann auch zum Auffinden benutzt werden, aber nur, wenn eine besondere Zeremonie drei Vollmonde nach dem ursprünglichen Ritual durchgeführt wird, also müssen wir uns darüber keine Gedanken machen.“

„Nichts weiter?“

„Irgendwie kann man Macht, Stärke vom anderen beziehen, sollte einer von uns in solcher Gefahr schweben, dass man beide braucht. Aber wenn das nicht sowieso nur ein Mythos ist, habe ich keine Ahnung, wie das funktioniert.“

Hermine schloss die Augen. Sie atmete tief durch die Nase ein, spürte, wie ihre Lungen sich mit der süßen Flut aus Sauerstoff dehnten. Der Knoten in ihrer Brust ließ nicht nach. Draco rutschte auf dem Stuhl neben ihr hin und her.

„Granger -“

„Nein.“ Ihre Stimme war ein leises Flüstern, aber er erstarrte und wartete, dass sie weitersprach. „Ich… Ich will…“

„Was willst du, Granger?“ Seine Fingerspitzen strichen über ihren Handrücken, die Bewegung stockend und ungewiss. Es wäre so leicht gewesen, ihre Hand umzudrehen, ihre Finger zu verweben und sie vergessen zu lassen. Sie öffnete ihre Augen und sah ihn mit einem ernsten Blick an.

„Ich denke… Ich will, dass du gehst.“

Zuerst dachte sie, er könnte sich weigern. Aber seine linke Hand verschwand nach nur einer kleinen Pause. Sie schloss wieder die Augen und öffnete sie erst, als sie das laute Klicken der schließenden Tür hörte.

::

„Also, um was geht es?“

„Hm?"

Fred hob eine Augenbraue, als würde er Draco mitteilen wollen, wie unintelligent er manchmal sein konnte. „Du und Hermine. Euer kleiner Ehekrach.“ Er machte eine Pause und setzte sich leicht aus seiner lümmelnden Position neben Draco auf, um ihn streng anzusehen. „Es liegt doch nicht etwa an meinem Bruder, oder? Ron kann manchmal ein neidisches, kleines Arschloch sein, aber -“

„Es liegt nicht an ihm.“ Draco knurrte fast, wenn auch nur, weil allein die Idee, dass Weasley Konkurrenz für ihn sein könnte, absolut absurd war. Fred sackte wieder gegen die Wand, die Zigarette vorsichtig zwischen den gelblichen Fingerspitzen balanciert.

„Oh. Was denn dann? Ihre Zeit des Monats? Hast du etwas Dummes gesagt? Merlin, bitte sag mir nicht, du hast diese ‚Sieht-mein-Hintern-hierdrin-dick-aus?’-Falle beantwortet.“

„Nichts in der Richtung.“ Und Draco sehnte sich nach der Normalität so einer Beziehung. Aber das war es eben. Er und Granger hatten keine Beziehung. Sie hatten eine Übereinkunft. Und er war sich nicht sicher, ob er sich über ihre plötzliche Distanziertheit ärgern konnte, denn sie hatten sich nie gegenseitig verpflichtet. Sie war nicht an ihn gebunden. Der Gedanke machte ihn nur noch wütender und er drückte das kurze Ende seiner Zigarette mit mehr Nachdruck als nötig an der Wand aus.

„Mach dir keine Sorgen“, sagte Fred nach einiger Zeit. „Du bist zu sehr wie Belfer.“

„Wie bitte?“

Fred grinste nur und zwinkerte, als er seine eigene Zigarette über die Hecke schnipste. Draco öffnete seinen Mund. Schloss ihn. Manchmal verursachte es Kopfschmerzen, Weasley zu verstehen.

::

Hermine lag da und starrte durch die Dunkelheit auf die deformierten Flecken an der Decke. Das Haus war zu ruhig und sie strengte ihre Ohren an, aber der Ozean schien diese Nacht weit weg. Ginny lag schon lange neben ihr, die Matratze neigte sich unter ihrem Gewicht. Sie zappelte nicht herum, aber Hermine wusste, dass sie wach war. Sie hörte die Stille in ihrem Schweigen und die fehlende tiefe, gleichmäßige Atmung.

„Ich habe Malfoy geküsst.“ Sie wusste nicht, wo das Geständnis herkam, oder was sie dazu bewegt hatte, ausgerechnet Ginny davon zu erzählen. Während Fred vermutete und Harry wohl Verdacht schöpfte, hatte sie nie etwas zugegeben.

„Wenn ich du wäre, hätte ich mehr getan als ihn nur zu küssen.“ Die Antwort war wirklich das Letzte, was Hermine erwartet hatte, deshalb konnte sie ein amüsiertes Kichern nicht unterdrücken. Sie spürte, wie Ginny sich auf ihren Ellbogen stützte und stellte sich das andeutende Lächeln vor, das einst ein vertrauter Zug auf dem Gesicht der Rothaarigen gewesen war. „Also, Hermine, du böses Mädchen. Hast du ihn gevögelt?“

„Ginny!“ Aber sie lachte, kicherte, wie das letzte Mal, als sie ein vierzehnjähriges Mädchen gewesen war, sie zusammen um ein unanständiges Magazin mit animierten Bildern gestanden hatten und sie sich mit den anderen Gryffindor-Viertklässlern krank gelacht hatte. Ginny lachte auch, und als sie beide wieder Luft bekamen, lagen sie näher und versuchten nicht länger, peinlich genau so fern wie möglich von einander zu liegen.

„Seid ihr… irgendwie zusammen?“

Hermine rümpfte die Nase. „Ich weiß nicht. Ich glaube nicht.“ Sie atmete laut aus. „Wenn wir zusammen waren, sind wir es jetzt nicht mehr.“ Sie dachte, Ginny würde Fragen stellen, aber vielleicht spürte sie, dass Hermines Hals brannte und sie nicht darüber reden wollte, denn sie beließ es dabei. „Er ist anders, weißt du“, fügte sie hinzu, weil sie fand, dass das gesagt werden sollte.

„Wow“, atmete Ginny nach einer Pause. „Hermine Granger und Draco Malfoy. Ich werde nicht so tun, als hätte ich das erwartet.“

„Ich weiß, okay?“

„Und ich werde nicht sagen, dass ich es verstehe. Aber ich denke, das ist deine Entscheidung.“

Hermine lächelte. „Er macht es erträglich. Verstehst du? Als müsste ich nicht mehr jede Sekunde des Tages Angst haben.“

Ginny war so lange still, dass Hermine glaubte, sie wäre eingeschlafen. Aber dann rollte sie auf ihren Rücken und ihre Stimme war freundlich, als sie sagte, „Ich denke, dann ist es gut.“

„Ja“, sagte Hermine. „Das ist es wohl.“

::

Draco öffnete seine Augen und erblickte Chaos. Die Vorhangstange lag zusammen mit den Samtvorhängen auf einem Haufen auf dem Boden. Ein Stuhl war umgekippt worden, ziemlich gewaltsam, so wie es aussah. Andromeda bewegte ihren Zauberstab über das zerbrochene Fenster; das Glas flog wie tausend Eistropfen, die sich zu einer einzigen Wasserlache zusammenfanden, zurück an seinen Platz. Potter kniete über ihm, die Brille leicht schief.

„Schon wieder?“, keuchte Draco und zitterte so stark, dass es ihm egal war, dass Potter wieder einmal Zeuge seiner Schwäche geworden war, oder dass seine eigene Tante im Raum war. Potter antwortete nicht, half ihm aber auf und lehnte ihn gegen das unordentliche Sofa. Draco führte seine Hand an seinen Kopf, nur um die klebrige Wärme von Flüssigkeit zu spüren. Blut, dich und dunkel, quoll aus einer Wunde an seiner linken Hand. Er konnte nichts gegen die Welle aus Panik tun, die in seinem Rachen aufstieg; auch nichts dagegen, dass seine Augen instinktiv zu Potter flogen. „Was passiert mit mir?“

Potters Mund öffnete sich, schloss sich. Öffnen, schließen. „Es tut mir leid“, flüsterte er, die Worte verschmolzen zu einem, als er aus dem Raum floh. Draco lümmelte weiter an dem alten Ledersofa, dass in einem anderen Leben toll ausgesehen haben könnte; Feuchtigkeit füllte seine Nasenlöcher mit jedem keuchenden Atemzug. Wahrscheinlich wäre er lange so da gesessen, um wieder zu Sinnen zu kommen, wäre da nicht die blasse, schmale Hand gewesen, die vor ihm herumwedelte. In einem anderen Leben hätte Andromeda seiner Mutter vielleicht sehr ähnlich gesehen. Aber nun hatten Stress und Zeit ihr Gesicht weicher werden lassen und die Mundwinkel, die früher zu einem vollen, gleichmäßigen Mund gehört hatten, nach unten gezogen. Ihre Augen waren ein wenig zu hell, ihr Haar ein wenig zu dunkel.

„Komm“, sagte sie und legte ihre Finger um sein Handgelenk. „Bringen wir dich auf Vordermann.“

Und obwohl sie nicht seine Mutter war, nicht einmal ansatzweise, erlaubte er ihr, sich um ihn zu kümmern, wie es seit seinem fünfzehnten Lebensjahr keiner mehr getan hatte. Sie schenkte ihm ein Lächeln, als er auf seine Füße stolperte – das erste, seit sie sich hier getroffen hatten; eine tröstende Geste, von einem Blutsverräter für den anderen.

::

Hermine hatte Schmerzen und fror und hätte nichts lieber getan, als sich in Dracos vertrauter Wärme einzulullen, bis er sie vergessen ließ, warum sie solchen Schmerzen hatte. Aber das war keine Alternative, also suchte sie nach Harry und versuchte, die Schuldgefühle zu verdrängen, weil sie ihn nur als zweite Wahl sah – der Trostpreis, weil sie nicht bekam, was sie wirklich wollte. Er versuchte zuerst, eine Unterhaltung anzufangen, erzählte von Kleinigkeiten, las seinen neuesten Brief von Luna vor und ihre Geschichten über Archies schnell heranwachsenden Körper. In solchen Momenten erinnerte Hermine sich daran, dass er schon endlose Monate in diesem Friedhof von einem Haus eingesperrt war und sie versprach sich eilig, mehr Zeit für ihn zu haben. Aber im Moment konnte sie nicht mitmachen, und nach einiger Zeit verstummte er.

„Wofür kämpfen wir eigentlich?“ Sie dachte, er hatte angenommen, dass sie eingeschlafen war, so wie sein Körper neben ihr auf dem Bett zusammenzuckte.

Es entstand eine lange Pause, und sie fragte sich, ob er antworten würde. Aber dann sagte er, „Dass die Welt nicht nur schlecht ist. Und dass es sich lohnt, für das Gute zu kämpfen. Wir kämpfen, weil wir das Licht in der Dunkelheit sind.“

„Wie der Orden.“

„Ja.“

„Wie Dumbledore.“

„Ja. Wie Dumbledore. Ich bin mir sicher, dass er stolz darauf ist, was wir tun, auch wenn wir es nicht so schnell schaffen, wie wir gehofft hatten.“

Eine Sekunde lang loderte die Wut schnell und heiß in ihr auf, und dann sprang sie vom Bett, lief ziellos durch den Raum, wie ein eingesperrtes Tier. Ihre Hände waren in ihren Haaren, zogen frustriert daran, und sie gab den Schmerzen die Schuld an ihren Tränen. „Ich weiß nicht mehr, wofür wir kämpfen! Alle vertrauen auf uns! Alle! Und alle, die gestorben sind, und alles, was wir bisher gemacht haben, ist nur Verschwendung! Denn wie kann es irgendwann wieder gut werden, Harry? Wie können wir alles richtig machen? Wenn wir nur jemandem sagen würden -“

„Dumbledore hatte seinen Grund, ein Geheimnis daraus zu machen, Hermine.“ Harry beobachtete sie vorsichtig, folgte ihren Bewegungen mit den Augen, und es machte sie nur noch wütender.

„Du denkst, er ist bei uns? Du denkst, er ist da oben und führt Punktelisten Gut gegen Böse? Vergibt Goldsternchen, wenn wir besonders gut sind? Es gibt keine Goldsternchen, Harry. Und niemand ist bei uns.“

Die Wut verblasste nach und nach, wie immer, und nach wenigen Minuten sank sie zurück aufs Bett, ihr Körper neben Harrys, gerade so weit entfernt, dass sie sich nicht berührten. Sie atmete ruhig, gleichmäßig, aber ihre Stimme zitterte, als sie weitersprach. „Manchmal hasse ich Dumbledore dafür, was er uns hinterlassen hat. Und weil wir ein Geheimnis daraus machen müssen.“

Lange herrschte Stille. Sie dachte, dass Harry sauer auf sie war, oder verletzt, weil sie den Mann erwähnt hatte, der so einen Konflikt in seinem Inneren ausgelöst hatte. Aber nach einer Weile legte er seinen Arm um ihre Taille und zog sie an sich, vergrub sein Gesicht in ihren Haaren. „Ja“, sagte er, so leise, dass nur sie ihn hören konnte. „Manchmal hasse ich ihn auch.“


Wenn Du Lob, Anmerkungen, Kritik etc. über dieses Kapitel loswerden möchtest, kannst Du einen Kommentar verfassen.

Zurück zur Übersicht - Weiter zum nächsten Kapitel

Top-News
Suche
Updates
Samstag, 01.07.
Neue FF von SarahGranger
Freitag, 02.06.
Neue FF von Laurien87
Mittwoch, 24.05.
Neue FF von Lily Potter
Zitat
Weil Trelawney ständig über die Gegenwart hinaus in die Zukunft blickt, bekommt sie überhaupt nicht mit, was direkt vor ihren Augen passiert.
Emma Thompson über ihre Rolle