Forum | Chat | Galerie
 
Startseite | Favoriten
Harry Potter Xperts
Harry Potter Xperts
Startseite
Newsarchiv
Link us
Sitemap
Specials
Shop
Buch 7
Buch 6
Buch 5
Buch 4
Buch 3
Buch 2
Buch 1
Lexikon
Lustige Zitate
Gurkensalat
Hörbücher
Harry, A History
Steckbrief
Biographie
Werke
Erfolgsgeschichte
Interviews
Bilder
Harry Potter & Ich
JKRowling.com
Film 7, Teil 1 & 2
Film 6
Film 5
Film 4
Film 3
Film 2
Film 1
Schauspieler
Autogramme
Galerie
Musik
Videospiele
Downloads
Lesetipps
eBay-Auktionen
Webmaster
RSS-Feed
Geburtstage
Gewinnspiele
Twitter
Fanart
Fanfiction
User-CP
Quiz
Währungsrechner
Forum
F.A.Q.
Über uns
Geschichte
Impressum

Fanfiction

Of Crimson Joy - Kapitel 11

von Nitsrek

Ich nehme an, es ist sehr viel angenehmer, verrückt zu sein und es zu wissen, als bei Verstand zu sein und daran zu zweifeln. ~G.B. Burgin

::

Draco verstand zum ersten Mal, wie gut er es als Einzelkind und jetzt als Waise hatte, als er Zeuge wurde, wie Molly bei den Neuigkeiten über Freds Verschwinden zusammenbrach. Man wusste nicht viel. Nur, dass er gekämpft hatte – einen aussichtslosen Kampf – und als sich der Staub hob und es sicher war, die Toten zu zählen und aufzusammeln, war er fort. Sie fanden ihn erst drei tage später, relativ unbeschadet, in einer Gefangenenzelle in Kent. Das Ereignis hatte ihn erschüttert, aber wer auch immer ihn verschleppt hatte, war dumm genug gewesen, ihn nicht als Weasley zu erkennen, und von so niedrigem Rang, dass niemand die Gefangenen überprüfte.

Aber es waren nicht die Umstände von Freds Verschwinden, die Draco so trafen. Es war Molly Weasleys Gesicht, als sie hörte, dass ihr Sohn vermisst wurde. Die Art, wie es zu zerbrechen schien, direkt in der Mitte, so dass sich Fältchen um ihre Augen legten und ihre Lippen sich auf unwirkliche Art nach unten zogen, wie bei diesen Muggel-Clowns, die er einmal im Zirkus gesehen hatte. Sie hatte nicht geweint und auch sonst keinen Laut von sich gegeben. Sie war nur dort in der Küche gesessen, und die Resignation verlieh ihren Augen einen tieferen, dunkleren Blauton als gewohnt. Und er konnte nicht anders, er dachte an seinen Vater, der in seiner Ecke im Manor gesessen hatte, zitternd, ohne Zauberstab, wartend auf den nächsten Befehl des Dunklen Lords. Oder an seine Mutter, und die Wochen und Monate und Jahre, die sie krank gewesen war, und Draco hatte nur zusehen können, wie sie nach und nach verkümmerte.

Sie waren fort und nur noch er stand auf dem Schlachtfeld, ohne all die Schatten irgendwelcher Brüder und Schwestern, Söhne und Töchter, Onkel, Tanten, die seinen Verstand benebelten. Seine Körperteile, wie zum Beispiel seine langen Beine oder die lebenswichtigen Organe, standen permanent in seinem Fokus. Aber dann sah er Freds Rückkehr und wie sich das ganze Haus freute, Weasley mit Umarmungen, Küssen und Triumphschreien begrüßte. Er beobachtete, wie Molly ihren Sohn in den Arm nahm und so arg lächelte, dass ihr Tränen aus den Augen rollten. Und Draco überlegte, dass er diese Extraportion Sorge ertragen könnte, wenn man dafür so angesehen wurde.

::

Harry war in der Küche, als Draco eintrat, und diese Anwesenheit hielt auch Hermine davon ab, einen eiligen (und, ja, feigen) Abgang zu machen, sobald sie den Blonden erkannte. Sie hätte es vielleicht trotzdem riskiert, hätte nicht Harry eine betont beiläufige Bemerkung über die plötzliche Änderung ihrer Schlafgewohnheiten gemacht und sie fragte, ob – auch wenn es ihm nichts ausmachte, sein Zimmer zu teilen – es einen bestimmten, ‚Malfoy-bezogenen’ Grund gäbe, der zur Folge hätte, dass er und Ron ‚diesem Albino-Mistkerl einen Fluch auf den Hals hetzen müssten, den selbst Lucius in seinem Grab spüren würde’. Sie hatte ihm eilig versichert, dass er sich lächerlich machte, und dass es einfach praktischer war, ein eigenes Bett zu haben, solange ihr Bauch noch nicht ganz verheilt war – sie hatte ein schlechtes Gewissen, weil sie Ron gezwungen hatte, bei Neville zu schlafen.

(Außerdem stand zum ersten Mal seit zwei Jahren wieder Kakao auf der Nahrungsmittelliste und sie würde nicht zulassen, dass ihr jemand die Freude darüber verdarb.)

Also blieb sie an ihrem Platz und beschloss nur, der Szene ihren Rücken zuzukehren und ihre heiße Schokolade zu genießen, während sie auf den überwucherten Garten hinaus blickte. Sie konnte ihren Verstand allerdings nicht davon abhalten, jede Bewegung von ihm wahrzunehmen. Und als er den Wasserhahn aufdrehte und dabei mit seinem Arm gegen ihren stieß, schmiegte sie sich auf keinen Fall übereifrig an seine Wärme, wie Krummbein vor dem Kamin im Gemeinschaftsraum.

::

Es war der schlimmste Kampf seit langem. Draco hatte außer den Schreien der Zerstörung nichts gehört, und plötzlich explodierte etwas nur einen halben Meter entfernt und er hörte gar nichts mehr. Er stolperte ziellos umher, schrie Flüche, die er nicht hören konnte, in jede beliebige Richtung. Der Nebel war so dick, dass er nicht einmal dreißig Zentimeter weit sehen konnte, und er hexte fast Freds Arm ab, als dieser aus dem Dunst auf ihn zukam.

Er schrie wohl etwas – zumindest sah Draco, wie sich seine Lippen bewegten – und als Draco ihn nur anstarrte, zog er seinen Zauberstab und richtete ihn direkt auf Dracos Gesicht. Sein Mund formte einen Zauber, den Draco nicht kannte. Ein unerträglicher Druck füllte seinen Kopf und für einen kurzen Moment glaubte Draco, verflucht worden zu sein. Aber dann erklang ein Plopp und die Geräusche kamen in Form von Schreien, Gekreische und Explosionen zurück. Fred sprach wieder, gab aber auf, als Draco ihn nur leer anstarrte, signalisierte ein ungeduldiges ‚Komm mit’, bevor er im Nebel verschwand.

Andere liefen in die gleiche Richtung; Gesichter, die er kannte und welche, die er nicht kannte. Nach kurzer Zeit tauchten Gebäude durch den Nebel auf, alte Ruinen von Geschäften, in denen Draco einst seine Schulsachen gekauft hatte. Fred tauchte plötzlich in den Schutt ab und Draco verpasste die Öffnung fast, bis er direkt rein trat, und dann fiel er, die Beine rissen Steine und verrottetes Holz mit sich, bis er mit dem Hinterkopf auf ein Brett aufprallte und bewusstlos wurde, bevor sein Körper überhaupt vollständig den Boden berührte.

Seine Augen öffneten sich einer undurchdringbaren Dunkelheit, die eine Person völlig verschlucken konnte, und für einen kurzen Moment geriet er in Panik, bis Fred ihn erreichte und ein leises Lumos sprach.

„Wo bin ich?“, fragte er stöhnend und setzte sich mit einiger Schwierigkeit auf. Der Boden war kalt, aber merkwürdig weich, und während die Decke nur einen guten Meter über dem Boden war, war es nicht beengend.

„Unter den Ruinen von Madam Malkin’s“, antwortete Fred. „Du warst fast eine Stunde weg. Der Befehl lautet, bis auf Weiteres hier zu warten.“ Was übersetzt soviel hieß wie: Wir verlieren und werden in ein paar Stunden hier rausgeholt um die Leichen aus den Trümmern zu buddeln und wieder einmal mit leeren Händen heimzukehren. Vielleicht hätte er etwas geantwortet, aber seine Augen bemerkten eine Bewegung und zum ersten Mal realisierte er, dass sie nicht allein in dem Loch saßen. Neville Longbottom, Dean Thomas und Lavender Brown saßen zusammengepfercht in der entfernten Ecke. Lavender hatte einen Schnitt am Kopf, war jedoch nur etwas blass, und der Rest der Gruppe sah relativ unbeschadet aus.

Granger saß abseits vom Rest, deshalb brauchte er einen Moment länger, um sie zu entdecken. Die Panik traf ihn nur eine Sekunde später, überflutete seine Sinne, brachte ihn fast dazu, dem Kampf-oder-Flucht-Adrenalin in seinem Körper nachzugeben. Es war anstrengend, die mentale Mauer nicht aufzurichten und sie wegzuschubsen, bis ihre Sorge nur noch am Rand seines Bewusstseins flimmerte.

„Was ist mit Granger? Ist sie verletzt?“

Fred schüttelte den Kopf, sein Zauberstab zuckte mit der Bewegung. „Klaustrophobisch.“

Draco fluchte. „Was können wir tun?“

„Nichts.“ Er zuckte die Schultern, als Draco ihn böse ansah. „Ich habe sie schon öfter so gesehen. Es geht ihr gut, sobald sie über die Panikattacke hinweg ist. Dann schläft sie fast nur noch. Aber wenn du sie jetzt anfasst, wird sie durchdrehen.“

Sie drehte bereits durch. Ihre Beine waren an ihre Brust gezogen, und da sie ihren Kopf nach hinten lehnte, konnte Draco das wilde Zucken ihres Pulses an ihrem Hals erkennen. Er glaubte, ihre Lippen würden sich bewegen, zittrig über ein lautloses Gebet stolperten, aber dann verschwand das Licht und diese verzehrende Dunkelheit verschluckte sie alle.

„Keine Magie“, keuchte Fred. „Befehl von Shacklebolt.“

„Haben wir keins von diesen Licht-mach-Dingern?“

„Die laufen anscheinend nur mit Batterie.“ Draco konnte das schräge Lächeln im Dunkeln fast fühlen. „Wer denkt schon an sowas?“

Manchmal hasste Draco es, Zauberer zu sein.

::

Es dauerte genau dreizehn Minuten, bis ihr Herz sich weit genug verlangsamte, um ihren Lungen eine Chance zu geben, zu atmen. Fünfzehn Minuten später debattierten Fred und Neville, ob es wohl völlig unangebracht war, sich aneinander zu kuscheln, um Körperwärme zu teilen. Lavender löste die Diskussion abrupt, indem sie sich zwischen die beiden quetschte und Nevilles Schnarchen schloss sich dem schweren Atmen der anderen nach nur sieben Minuten an. Hermine hielt ihre Augen weiterhin auf die Armbanduhr fixiert, die Harry ihr zum achtzehnten Geburtstag geschenkt hatte. Es war genau elf Minuten nach Mitternacht. Wenn sie im Grimmauld Platz wäre, läge sie in einem Bett, warm, bequem, und immer noch pappsatt von einer von Mollys selbstgemachten Mahlzeiten.

Sie versuchte, ihren Körper zu entspannen, ihren Verstand glauben zu lassen, dass sie dort war, die Decke bis zum Kinn hochgezogen. Aber das ließ sie nur noch stärker zittern und ihr Bauch schmerzte vor Hunger, also konzentrierte sie sich wieder auf den permanenten Zeitfluss um ihr Handgelenk.

Siebzehn Minuten nach Mitternacht bewegte sich etwas zu ihrer Linken. Sie wusste schon, dass es Draco war, bevor sein vertrauter Geruch ihre Sinne attackierte. Er war der Einzige, der noch wach war, und sie konnte sich nicht vorstellen, dass die Anderen ihr warmes Nest verlassen würden, nur um zu ihr zu kommen. Sie hielt ihre Augen auf den Zahlen, ignorierte seine Anwesenheit an ihrem Rücken, unternahm aber auch nichts dagegen. Die Stille hielt bis siebenundzwanzig Minuten nach Mitternacht.

„Verdammt, ist das kalt hier unten.“ Seine Stimme war kaum ein Flüstern, aber er war näher, als sie gedacht hatte, und sie erschrak ein wenig.

„Ich bin mir sicher, dass Neville nichts dagegen hätte, wenn du dich an ihn kuschelst“, erwiderte sie nach einer Pause.

Er schnaubte leise. „Das wette ich. Als ich neulich aus der Dusche kam, hat er mich angeglotzt. Wenn er nicht so offensichtlich in Hannah Abbott verknallt wäre, würde ich ihn für schwul halten.“

Hermine versteifte sich leicht. „Neville und Hannah?“

„Merlin, du bist echt blind.“

Sie antwortete nicht und wieder kehrte Ruhe ein. Draco zappelte rastlos neben ihr rum. Sie überlegte kurz, ihn anzumotzen, war aber erschöpft von ihrem kleinen Zusammenbruch, und ihr Körper zitterte so sehr, dass sie fast zuckte. Er bewegte sich wieder und sein Arm streifte ihren Rücken.

„Frierst du?“

„Nein, ich koche fast.“ Das Bibbern in ihrer Stimme ruinierte den Effekt, aber sie nahm an, dass er den Sarkasmus erkannte. Vielleicht hätte sie seinen Arm wegschlagen sollen, als er ihn um ihre Taille gelegt hat, oder sich wehren soll, wenn auch nur aus Trotz, als er ihren Körper an sich gezogen hatte, ihren Rücken an seine Brust. Aber er war wärmer als der Boden und weniger beengend als der Menschenhaufen auf der anderen Seite des großen Lochs, und ihr Körper war bereits an seinen geschmolzen, während sie noch überlegte, was sie tun sollte.

„Wie lang, glaubst du, müssen wir noch hier bleiben?“ Es klang verzerrt und abgehackt, dank ihrer fast tauben Lippen, aber er schien sie zu verstehen.

„Bis die Apparier-Blockaden verschwinden. Oder bis die Verstärkung auftaucht und diese Mistkerle alle macht.“ Sie kannten beide die Wahrscheinlichkeit letzterer Möglichkeit. Die Zahl voll ausgebildeter Auroren war bestenfalls deprimierend, und die meisten von ihnen wurden zur Strategieplanung und zur Ausbildung weiterer Auroren benutzt. Sie hätten Glück, wenn noch fünfzig Mitglieder am Leben waren.

Dracos Hand wanderte, streichelte ihren Bauch, ihre Schenkel, ihre Hüften, glitt an ihren Armen hinauf und rieb, um Wärme zu produzieren. Es war eher unschuldig, und vielleicht war sie perverser als sie glaubte, weil es sie so aus der Ruhe brachte, aber es war Wochen her, dass sie das letzte Mal zusammen gewesen waren, und sie war viel zu sehr daran gewöhnt, ihn als eine Art Erlösung von den täglichen Ärgernissen zu benutzen. Sie hielt sich gerade so davon ab, zu keuchen, als seine raue Handfläche an ihrem Körper hinaufglitt, versehentlich ihr Shirt mit sich zog und ihre nackte Haut berührte. Er musste jedoch etwas bemerkt haben, denn seine Bewegungen wurden langsamer. Berechnender. Er stützte sich leicht auf und drückte sein Gesicht in ihre Haare, pustete heißen Atem über ihr empfindliches Ohr.

„Nicht…“, versuchte sie schwach. Seine Lippen drückten sich an sie, Zähne zogen an ihrem Ohrläppchen.

„Du frierst.“ Seine Stimme war ein Flüstern auf ihrem Hals und ein automatisches Zittern stellte die Haare auf ihren Armen auf, versteifte ihre Brustwarzen unter dem dünnen Stoff ihres Shirts. Sein Mund wanderte zu ihrem Hals, seine Lippen stoppten an ihrer Schulter, um zu saugen und zu necken. Seine Hand glitt von ihrem Bauch, Finger geisterten über die Rundung ihrer Brüste. Sie sehnte sich danach, dass er es wagte, sich enger an sie drückte, fester. Aber seine Hand blieb ruhig, seine Lippen glitten zurück an ihr Ohr. „Lass mich dich berühren.“

Er dachte doch wohl nicht, dass sie ihn jetzt noch aufhalten würde? Sie nickte, und als er sich nicht schnell genug bewegte, drückte sie ihre Brust in seine Hand. Er traf sie auf halben Weg, hob das Gewicht in seiner Hand und beide stöhnten leise und lustvoll. Er berührte ihre Brust, zog die Hand zurück, um mit dem Daumen über ihren steifen Nippel zu streicheln, bevor er sie wieder umfasste. Bei dem leisen Stöhnen, das von ihren Lippen kam, wurde er ungeduldiger, zog ihr Bluse und BH mit einem fast unbeholfenen Ziehen über die Brüste. Seine Finger fanden ihre linke Brustwarze, rollten sie zwischen Finger und Daumen, und als er sie auf ihren Rücken schob, fiel sein Mund zu ihren Brüsten, seine Lippen saugten drängend an ihr.

Sie ließ ihre Finger in seine Haare gleiten, bog sich ihm verzweifelt entgegen. Als seine Hand ihren Bauch herunter wanderte, erstarrte sie. „Nicht hier. Die Anderen…“

„Sie schlafen.“

„Sie werden aufwachen.“

„Nicht, wenn du leise bist.“

Die Knöpfe ihrer Jeans lösten sich problemlos und seine Hände glitten unter das Gummiband ihrer Unterhose. Sie keuchte laut, ihre Hüfte stieß seiner Hand entgegen, selbst als ihre Hand sich um sein Handgelenk legte, um es zu stoppen. „Zu laut.“

Er grinste und nahm ihre Hand, küsste ihre Handfläche und drückte sie dann auf ihren Mund. Sie hätte vielleicht noch weiter protestiert, aber seine Finger bewegten sich inzwischen und sie konnte nur hilflos mitmachen und ihre Handfläche fest auf ihren Mund drücken. Es war anstrengend, die Geräusche zurückzuhalten, die so verzweifelt in die Freiheit wollten. Der Druck in ihr stieg, füllte jede Pore, breitete sich bis in ihre Zehen und Finger aus. Draco hatte bereits einen gleichmäßigen Rhythmus gegen ihren Oberschenkel gefunden. Sie drückte ihr Bein an ihn, als er schneller wurde, ihre freie Hand fuhr über seine Schultern und spürte die angespannten Muskeln unter der weichen Haut.

Sie fühlte sich, als würde sie explodieren, und als Dracos Daumen ein, zwei, dreimal über ihren Kitzler strich, versteifte sich ihr Körper, ihre Gliedmaßen erstarrten für eine Millisekunde unterdrückter Bewegung. Sie kam an seinem Körper, die Intensität ihres Orgasmus durch den Versuch, ruhig zu bleiben, nur noch verstärkt. Es dauerte mehrere lange Sekunde, bis sie weit genug bei Bewusstsein war, um Dracos Kopf an ihre Halsbeuge gepresst zu spüren, seine Atmung genau so schwer wie ihre, sein Körper schlaff.

„Es liegt nicht am Blut.“

„Was?“

Draco drehte seinen Kopf, stützte sich auf die Unterarme, so dass ihre Köpfe sich nicht länger berührten, sie aber seine geflüsterten Worte verstehen konnte. „Das hier. Dass ich dich will. Es liegt nicht am Blut oder der Verbindung oder daran, dass ich dir mein Leben verdanke, oder an was auch immer für dummen Gedanken, die dafür sorgen, dass du mir aus dem Weg gehst.“ Er hielt inne und sie dachte, dass er es vielleicht dabei belassen würde. Aber dann fuhr er aufgewühlt mit einer Hand durch seine Haare und machte einen Laut, der so leise war, dass sie ihn nicht genau wahrnahm. Sie fand, dass er frustriert klang. „Es ist… Du bist so stur.“

„Bin ich nicht!“

„Und du hast schlimmere Zwangsneurosen als alle anderen Menschen, die ich kenne. Du machst mich generell wahnsinnig. Und deine Augen“, fügte er hinzu, als wäre ihm der Gedanke gerade erst gekommen.

„Meine Augen?“

„Sie werden ganz dunkel, wenn du wütend bist. Oder geil. Das mag ich.“

„Ich bin immer noch sauer auf dich“, sagte sie nach einer Pause, aber sie widerstand nicht, als er sie in seine Arme zog, ihren Kopf unter sein Kinn steckte, und plötzlich schien dieses Loch nicht mehr so beängstigend eng. Mit ihm.

::

Draco beobachtete, wie Hermine den wohl schlechtesten Versuch, unauffällig zu bleiben, unternahm, seit er Longbottoms ‚Anschleichen’ an Fred beobachtet hatte. Sie stieß ihren Zeh am Bettrand und dachte erst während ihrem Fluch daran, zu flüstern. Sie stolperte über ihre eigenen Füße, als sie ihre Beine in die Jogginghose steckte.

„Granger, so amüsant die Show auch sein mag, ich hoffe, es gibt einen Grund, warum du wie ein Elefant durch den Raum stapfst…“, er blickte auf seine Uhr und stöhnte, „um drei Uhr morgens.“

„Teddy hatte einen Albtraum.“ Selbst ihr Flüstern war laut. „Er will nicht allein sein.“

„Also machst du was? Mit ihm spazieren gehen?“

Sie sah ihn finster an. „Nein. Aber ich dachte, du hättest vielleicht etwas dagegen, wenn ich nur in deinem T-Shirt in sein Bett schlüpfe.“

„Guter Punkt“, sah er ein. Er betrachtete sie noch einen Moment. „Warum holst du ihn nicht hierher zu uns?“

Die Art, wie sie plötzlich erstarrte, wäre komisch gewesen, wäre er nicht so verdammt müde. Selbst in dem schwachen Licht des Raumes konnte er praktisch den Unglauben in Wellen von ihr strömen spüren. „Das würde dir nichts ausmachen?“

„Dann hätte ich es nicht angeboten.“ Das warme Lächeln, das ihre Lippen hob, verursachte Unbehagen in ihm. Er drehte sein Gesicht in das Kissen und schloss die Augen. „Beeil dich, bevor ich einschlafe und du mich wieder aufweckst.“

Teddy schniefte immer noch erbärmlich, als sie ihn in das Zimmer führte. Draco rollte auf seine Seite, um Platz zu schaffen. Die Matratze war schmal, aber mit Hermine an seinen Körper gedrängt und Teddy an sie gekuschelt, schafften sie es mit nur wenig Aufwand. Er legte seinen Arm um Hermines Taille und legte seine Hand auf Teddys Bauch. Es war merkwürdig, wie diese beiden Körper in seine Umarmung passten, und eine überwältigende Welle aus Etwas, das er nicht erkannte, sorgte dafür, dass er die beiden näher zu sich zog.

Er schlief schon halb, als die Stimme seines Vaters plötzlich an die Oberfläche seines Verstandes schwamm. Es war Etwas, was er Draco gesagt hatte, als sie merkten, dass der Dunkle Lord ihn töten wollte. Das ist nun deine Verantwortung, Draco. Pass gut auf sie auf. Er hatte über seine Mutter und ihre sich rapide verkleinernde Familie gesprochen. Um ehrlich zu sein, war Draco sich sehr sicher, dass sein Vater sich im Grab umdrehen würde, wenn er Draco jetzt sehen könnte. Aber sein Arm legte sich fester um die beiden Bündel aus Wärme neben ihm. Und als er am nächsten Morgen aufwachte, Grangers Ellbogen in der Magengrube, Teddy quer über sie beide ausgebreitet, war es schwierig, böse auf sie zu sein.

::

„Was tust du da?“

„Ich versuche, mit dir zu tanzen.“

Hermines Augenbraue hob sich zu dem Gesichtsausdruck, den sie normalerweise für Rons Versuche, einen Witz zu machen, aufhob. Aber Draco ignorierte sie, oder vielleicht zeigte der Blick bei ihm auch einfach keine Wirkung, denn er zog weiter die gelben Gummihandschuhe von ihren Händen und warf sie mit einem angewiderten Blick in das Spülbecken. Die Küchentür war offen, und sollten Ron oder Harry sie so sehen, würde das zu einem Streit führen, für den Hermine im Moment einfach zu müde war. Aber sie hielt Draco nicht davon ab, ihre eine Hand um seine Schultern zu legen, während er die andere festhielt. Er legte seine freie Hand um ihre Taille und zog sie an seinen Körper, und als er sich bewegte, bewegte sie sich mit ihm. Sie hatte bisher nur mit einem anderen Typen getanzt, und das war Viktor Krum. Aber es war nicht so gewesen. Zum einen hatten sie sich nicht umarmt. Er war zu sehr Gentleman gewesen, um es zu versuchen und sie war damals zu schüchtern, um selbst die Initiative zu ergreifen.

Sie stellte fest, dass sie gerne so tanzte. Oder vielleicht war es gar nicht das Tanzen. Sie konnte Mollys kratzige Schallplatte, die aus dem Wohnzimmer durch den Flur hallte, kaum hören. Aber ihr Kopf lag an seiner Brust, ihr Gesicht drückte sich in seine Halsbeuge. Und sein Arm lag um ihren Rücken, hielt sie an ihn, seine Hand auf ihrer Hüfte zog leise Kreise über die weiche Wolle ihres Pullovers. Seit ihrem Streit war das, abgesehen von Schlaf und sexuellem Kontakt, der engste körperliche Kontakt, den sie hatten. Hermine spürte, wie ein Teil der Anspannung in ihrem Magen davon kroch. Sie drückte sich noch etwas enger an ihn und er summte, ein tiefes, befriedigtes Geräusch.

Für drei glückliche Minuten gab es nichts Anderes als die schwankende Stimme irgendeiner Sängerin, die sie nicht kannte, und das sanfte Reiben ihres Pullovers an seinem Hemd. Kein verbittertes Streiten oder ungewisse Stille. Nur Ruhe. Und Hermine fragte sich, ob es darum nicht schon von Anfang an ging.

::

„Warum sagst du mir das?“

Draco blinzelte. Blickte Hermine an und runzelte verwirrt die Stirn. „Was?“

„Du hast gesagt…“ Aber sie verstummte, ein vorsichtiger Blick in ihren Augen, den er nicht mochte, und schnitt mit einem kleinen Schulterzucken weiter Teddys Wiener klein. „Egal.“

„Nein, was habe ich gesagt?“ Sie sah ihn an, voller Zögern und Unsicherheit, und er spürte, wie etwas in seinem Magen kalt wurde. „Ich habe es schon wieder getan, oder?“

„Egal, Draco. Du warst nur einen Moment lang weg.“

Aber das war das Problem. Denn jetzt, wo er nicht mehr darüber nachdachte, erinnerte er sich, dass Hermine Teddy gefragt hatte, was er zum Tee wollte, und er sah, wie sie das Essen in mundgerechte Stücke schnitt, aber dazwischen fehlte etwas. Keine Reise von A nach B. Seine Faust öffnete sich und ein schwarzer Stift fiel auf das Blatt Papier. Drei Ziffern standen dort – 572 – und der Name Bogswallow in der vorsichtig geübten Handschrift eines Malfoy. Hermine sank langsam auf den Stuhl gegenüber von ihm, ihre Augen suchten sein Gesicht behutsam ab.

„Erzähl es mir“, flüsterte Draco.

Sie schluckte und er dachte, sie würde ihn wieder ignorieren. Aber dann seufzte sie und sagte, „Du hast mit Teddy über Quidditch gesprochen. Und dann… hast du plötzlich aufgehört und nach Stift und Papier gefragt. Du hast Nummer und Name aufgeschrieben und mir gesagt, sollte ich jemals in Gefahr sein und du wärst nicht da -“ Ihre Stimme klang leicht erstickt und sie räusperte sich mit roten Wangen. „Sollte es so weit kommen, sollte ich zu Gringotts gehen und nach einem Kobold namens Bogswallow fragen. Er würde mich zu Tresor 572 bringen. Du sagtest, dort wäre genug Geld für mich und Teddy zum Überleben.“ Sie hielt inne. „Du sagtest, der Kobold würde uns erwarten. Dass er bereits Vorkehrungen getroffen hat, uns sicher rauszubringen.“

Draco starrte auf die Zeichen, bis sie am Rand verschwommen, die Ziffern und Buchstaben formten unleserliche Flecken auf der blendend weißen Seite. „Ich erinnere mich nicht“, flüsterte er. Er hatte nie etwas von Tresor 572 oder Bogswallow gehört. Hermines Hand wanderte über den Tisch und er dachte, sie würde seine nehmen. Aber in letzter Minute entschied sie sich um, schnappte sich stattdessen das Blatt Papier und zerknüllte es einfach in ihrer Handfläche.

„Egal“, wiederholte sie fest. Sie stand auf, nahm Teddys halbleeren Teller und stellte ihn auf den kleinen Stapel wartenden Geschirrs. Teddy beobachtete ihn, stellte Draco fest, und sein Haar hatte einen Blauton, der ihn an den See in Hogwarts erinnerte und einen Himmel spiegelte, der sich bald dem Regen öffnen würde.

„Stirbst du?“, fragte er und in seiner Stimme lag eine resignierte Angst, die Dracos Brust schmerzen ließ.

„Niemand stirbt“, motzte Hermine und als sie die Teller mit zuviel Kraft in das Becken fallen ließ und seifiges Wasser auf ihre Bluse spritzte, machte sie keine Anstalten, es zu trocken. Sie lehnte schwer an der Theke, den Kopf geneigt und außer Sicht.

Draco beobachtete sie, auch als Teddy fast schmerzhaft auf seinen Schoß kletterte. Sie atmete einen langen Moment lang durch. Aber dann spülte sie wieder ab und die Anspannung verließ ihren Körper mit einem Seufzer.

„Keine Sorge“, flüsterte Teddy und Draco merkte, dass er auch Hermine ansah. „Manchmal vergesse ich auch Dinge.“

„Ja“, nickte Hermine. „Es ist nur der Stress oder die Erschöpfung.“ Und dann, fast zu sich selbst, „Es geht dir gut.“

::

Sie schliefen zum ersten Mal miteinander, als Fred mit begehrten Feuerwerksraketen zum Grimmauld Platz zurückkehrte, zusammen mit dem Versprechen eines Spektakels, das alle Bewohner des Black’schen Hauses aus ihren Löchern holen würde. Sie hatte es nicht wirklich geplant. Nicht einmal, als Draco ihren Blick auffing, das vertraute Grinsen auf dem Gesicht, als seine Augen einmal zur Tür huschten und er die Treppen hoch verschwand. Aber sie hatte schon eine Weile darüber nachgedacht. Denn auch wenn dieses Ding, das sie hatten, kaum als gesunde, funktionierende Beziehung bezeichnet werden konnte, verstand sie langsam, was Ginny vor all den Jahren gesagt hatte. Dass man Jemanden brauchte, nur um die Wärme eines anderen Menschen zu spüren.

Aber es war nicht irgendjemand; es war Draco, und als er ihren Rücken aufs Bett drückte und bereits versuchte, ihren Körper entlang nach unten zu wandern, zog sie ihn wieder nach oben. Er verstand zuerst nicht und sie errötete (denn sie würde ihn sicher nicht danach fragen). Außerdem glaubte sie, dass sie kneifen würde, wenn sie erst das Diskutieren anfingen. Also hob sie ihre Hüfte an, damit ihre Absichten deutlich wurden, und errötete wieder, als er eine neugierige Augenbraue anhob. Zuerst zögerte er, überhaupt nicht so fordernd wie gewohnt. Sie stellte fest, dass ihr das nicht gefiel und saugte an diesem Fleck an seinem Hals, der noch nie enttäuscht hatte, wenn sie eine starke Reaktion wollte. Sie grinste kurz triumphierend, als seine Handlungen weniger bedacht wurden.

Es war überhaupt nicht wie mit Ron. Nicht, dass es mit Ron schlecht gewesen wäre. Aber damals waren sie so unerfahren gewesen, und es ging mehr darum, dass sie zusammen waren, weil es von ihnen erwartet wurde, als um das brennende, fast süchtige Verlangen, das dafür sorgte, dass sie sich an Dracos Schultern klammerte, sich unter ihm, mit ihm bewegte, bis sie nicht mehr sicher war, wer hier den Ton angab. Sie kam vor ihm, den Kopf nach hinten gebeugt, den Körper fast schmerzhaft gebogen. Ihre Augen flogen auf, um seine Erlösung zu betrachten, und sie trank gierig seinen Anblick, die Augen fest geschlossen, der Mund zu einem lautlosen Stöhnen geöffnet.

Sie glaubte, dass sie ihn immer so in Erinnerung behalten würde, ohne diese ganzen Mauern, verletzlich und komplett ihrer, wenn auch nur für diesen Moment. Sie hielt ihn fest, als er versuchte, wegzurollen, und er gab den Kampf schnell auf, legte seinen Kopf auf ihre Brust. Und als sie am nächsten Morgen aufwachte, errötend und unsicher, küsste er ihre Zweifel weg, bis sie vergaß, dass es jetzt eigentlich peinlich und anders zwischen ihnen sein sollte. Bis sie komplett vergaß, überhaupt zu denken.

::

An dem Tag, als Marcus Flint starb, setzte Shacklebolt ihren Experimenten ein Ende. Menschen in ihrem Verstand gefangen zu halten, war eine Sache, hatte er gesagt. Aber bis in den Verstand vorzudringen ist falsch. Falsch. Als wäre es so einfach. Zieh einfach mal eine Linie über den Boden. Richtig und falsch. Es war richtig, Leute, mit denen er aufgewachsen war, mit denen er einen Schlafsaal geteilt hatte, in einen lebendigen Albtraum zu werfen. Falsch war es, etwas zu tun, was zu Papierkram führte und eine Untersuchung nach dem Krieg nach sich zog.

Er starrte auf Flints toten, kalten Körper und die scharfen Gesichtszüge, die so viele Menschen verwundert hatten. Wie konnte ein Kind so schöner, reiner Eltern so hässlich sein? So fehlerhaft. Seine Augen waren still hinter seinen Lidern. Seine Lippen waren nicht länger nach unten gezogen. So friedlich hatte Draco ihn zuletzt gesehen, als er sechzehn Jahre alt gewesen war und Flint von zu viel Feuerwhiskey eingeschlafen war.

Er ging nicht zur Beerdigung, trotz einer überraschenden Einladung von Greg. Er trank sich selbst bewusstlos, verbrauchte die letzten Reste des Black’schen Whiskey-Vorrats. Er wachte mit einem Kater auf, blickte in Grangers strenges Gesicht und entdeckte einen Brief von Shacklebolt, in dem ihm mitgeteilt wurde, dass Fred und er nicht länger finanziert wurden.

::

„Manchmal könnte ich einen von ihnen heiraten.“

Hermine sah Dean mit gerümpfter Nase an, aber Neville lachte nur. Hannah und Lavender tauschten vielsagende Blicke, die eindeutig Deans Sexualität in Frage stellten, aber er ignorierte sie beide und starrte den schlafenden Todesser mit einer Mischung aus Stolz und Verbitterung an. Er war noch jung, kaum älter als Hermine bei Kriegsbeginn, also war der gewohnte Hass noch nicht vollständig ausgeprägt.

Drei weitere Körper beschmutzten den Boden, alle in tiefem Schlaf, die Fäuste um die Traumkugeln geballt, die Draco und Fred geschaffen hatten. Es waren ursprünglich zwölf gewesen, hauptsächlich Frischlinge, zusammen mit ein paar erfahreneren Augen, die Wache hielten. Eine Trainingsübung, hatte Ron gedacht. Rose Riley, eine Aurorin mittleren Alters, die Kuchen backen konnte, der Mollys Konkurrenz machte, und einen Augenschlag später einen Mann töten konnte, hatte zugestimmt. Die anderen Auroren und Ordensmitglieder hatten auch zugestimmt. Eine Einführung in den Krieg – zeig den Kindern, was sie tun können, wenn Mami und Papi nicht mehr da sind, um auf sie aufzupassen.

Hier und dort kämpften immer noch ein paar – diejenigen, die erst aufgaben, wenn man ihnen die Traumkugeln in die Handflächen zwang. Hermine entdeckte Neville, wie er mit einer besonders Wilden kämpfte, die es trotz ihrer engen Fesseln schaffte, Nevilles Lippe mit dem Ellbogen zu treffen. Neville warf ihr ein dankbares Lächeln zu, als Hermine zur Hilfe eilte. Sie war so beschäftigt damit, die Traumkugel in die verkrampfte Faust der Todesserin zu drücken – ohne sie selbst zu berühren – dass sie nicht mitbekam, wie Parvati Patil starb. Vielleicht nahm sie aus den Augenwinkeln ein grünes Licht wahr – obwohl sie später eher vermutete, dass ihre Erinnerung dieses Detail selbst hinzugefügt hatte. Parvati machte keinen Mucks. Als Hermine sich umdrehte, war sie bereits gefallen, ihre Augen leuchteten im Smaragdgrün ihres Todes.

Andere rannten zu ihr – als ob das helfen würde. Als ob es auch nur irgendetwas bringen würde. Parvati war tot. Tottottottottot. Und Hermine wusste, dass es gar nicht möglich gewesen wäre, es durch all den Lärm zu hören. Durch all das Gekreische, die Rufe und die plötzliche Flut aus Todessern. Ihre Augen huschten zu der Stelle, wo Blaise stand, den Zauberstab, der vorher auf Parvati gezeigt hatte, sinken ließ, und vielleicht hatte ihr Verstand den Rest später nur erfunden, als sie endlich die Zeit hatte, alle Einzelteile in ihrem Kopf zusammenzufügen. Denn es war einfach nicht möglich, dass sie sein Lachen durch all den Lärm aus zwölf Metern Entfernung hören konnte.

Hass, stärker als je zuvor, loderte in ihr auf. Wuchs, mahlte, pulsierte, bis er sie verzehrte, sie ausfüllte. Sie rannte über das Schlachtfeld, und die Flüche und Zauber, die sie verfehlten, erschienen nicht einmal für eine Sekunde auf ihrem Radar. Ihre Augen fixierten den Mann, und er hatte sie gesehen, sie gesehen und gegrinst. Und sie wusste, dass sie ihn in Ruhe hätte lassen sollen, als er floh. Dass sie an Moodys Warnungen während der Ausbildung vor all den Jahren hätte denken sollen – dass, egal, was passierte, egal, wer es war, man sich nie allein fortziehen lassen durfte. Aber sie rannte trotzdem, sprintete, flog über Leichen und Abfall. Etwas explodierte ein paar Zentimeter zu ihrer Linken und sie stolperte, fing sich mit den Händen ab. Aber sie blieb nicht stehen, rannte weiter, bis das Schlachtfeld verblasste und es nur noch sie und Zabini und sein wahnsinniges Grinsen gab.

Der lila Strahl aus ihrem Zauberstab sagte ihr, dass sie einen Zauber gesprochen hatte; noch bevor ihr Gehirn die Tat verarbeitete. Zabini wehrte problemlos ab, den nächsten auch, machte aber keine Anstalten, selbst Flüche abzufeuern.

„Wie Gryffindor von dir, Granger“, rief er und seine Stimme vertrieb die Stille, die sie umgab. „Dich selbst als Opfer anzubieten, damit deine kleine Freundin vielleicht nicht allein in die Geisterwelt treten muss.“

Sie brüllte einen weiteren Fluch, und diesmal war der Lichtstrahl smaragdgrün – Harrys Augenfarbe, wenn er wütend war. Zabini lachte, und vielleicht hätte er ihr sogar applaudiert, wenn er dabei nicht seinen Zauberstab hätte loslassen müssen.

„Schon besser, Granger. Sehr mutig. Aber leider nicht gut genug.“

Sie wollte ihm wehtun. Sie wollte, dass er das gleiche saure Brennen spürte, das sie jedes Mal in ihrer Brust fühlte, wenn ein Freund oder ein Klassenkamerad vor ihren Füßen starb. Ihre Brust hob und senkte sich und ihre Kehle brannte. Aber sie konnte nicht die passenden Worte aufbringen. Konnte ihren Verstand nicht weit genug beruhigen, dass er nachdachte. Zabini machte einen Schritt nach links, und sie realisierte, dass sie sich nun bewegten, einen langsamen Kreis abliefen, wie in einer Art perversem Tanz.

„Wie fühlt es sich an, Granger? Zu wissen, dass du nie eine wirkliche Hexe sein wirst.“

„Wie fühlt es sich an, zu wissen, dass ein dreckiges, kleines Schlammblut so viel Macht und Intelligenz besitzt, dass du nicht einmal im Traum dagegen ankommen wirst?“

Seine Ruhe bröckelte und Wut blitzte in seinen schwarzen Augen auf. „Du bist nur eine Fälschung! Nichts anderes!“ Oranges Licht preschte durch die Luft auf sie zu und sie duckte sich nach links, bevor sie daran dachte, es einfach abzublocken. Zabini verlor nun sichtbar seine Kontrolle. Seine Augen brannten, seine Haare waren zerzaust, weil seine Hand aufgewühlt durch sie glitt, wenn er sprach. „Deine Magie – sie ist keine wirkliche Magie! Es ist wie bei diesen Muggel-Zauberern, die mit einem Plastikzauberstab wedeln und Kaninchen aus dem Hut ziehen! Es ist nicht echt!“

Hermine war sich fast sicher, dass er nun völlig den Verstand verloren hatte, und der Gedanke reichte aus, um eine Flamme aus Angst durch die Wut und das Adrenalin zu jagen. In einem Duell mit einem geistig gesunden, vernünftigem Mann wäre er keine Konkurrenz. Sie war die bessere Kämpferin. Sie war wütend. Aber an diesem Mann gab es nichts Gesundes oder Vernünftiges mehr. Lichtstrahlen schossen gefährlich nah an ihrem Körper vorbei, rot, orange, lila, grün. Sie duckte sich, tauchte, vergaß alles, was sie gelernt hatte zu Gunsten ihres Instinkts, zu überleben. Ein roter Blitz kam nahe genug, und sie berührte schmerzvoll eine Gesichtshälfte. Warme Flüssigkeit tropfte auf ihre Fingerspitzen und Zabinis Lippen verzogen sich zu einem höhnischen Grinsen. Der nächste Fluch traf sie in der Brust. Sie stolperte und der nächste Fluch brachte sie auf die Knie.

Zabini kam nun näher, und ihr Zauberstab – ihr Zauberstab! Sie entdeckte ihn zeitgleich mit ihm. Sie sprang danach, streckte ihren Arm, aber er stand aufrecht und war schneller, trat den Stab zur Seite, bevor sie mehr tun konnte, als kurz mit den Fingern das Holz zu streifen. Es gab eine Pause, dann krachte sein Fuß auf ihren Arm. Ihr eigener Schrei übertönte trotzdem nicht ganz das Brechen ihrer Knochen. Ihr Magen verkrampfte sich. Zabini sah nur wenig mehr angeekelt aus, als sie sich vor seinen Füßen übergab.

Als sie fertig war, packte er sie und zog sie an den Haaren nach oben, so dass sie vor ihm kniete. „Rauch und Spiegel, Granger. Illusionen. Alles nur Täuschung. Crucio.“

Ein Schrei zerriss ihre Kehle, ihr Körper wand sich, krümmte sich verzweifelt unter der quälenden Hitze, die ihre Knochen kitzelte. Es hörte schon nach ein paar Sekunden auf, und der Fuß, der sie in den Magen trat, raubte ihr nur noch den Atem; ihr Verstand war zu erschöpft, um den Schmerz wahrzunehmen. Wieder zog er sie nach oben, eine Faust in ihren Haaren, und bog ihren Kopf nach hinten, so dass ihr Hals komplett frei war. Er sprach mit seinen Lippen an ihre Haut gedrückt. „Es ist dein Fehler, dass er so geworden ist. Deine Schuld. Du hast ihn krank gemacht. Krank im Kopf.“ Seine Lippen fuhren nach oben, bis seine Worte in ihr Ohr fielen, und ihre Kehle brannte mit dem erneuten, säuerlichen Drang, sich übergeben zu müssen. „Du hast ihn vergiftet. Aber wenn du erst tot bist, wird er es verstehen. Und zu uns zurück kommen.“

Das Lachen wallte in ihrer Brust auf, bevor ihr Gehirn es verarbeitete. Der Laut war rau und bitter, und feucht von dem Blut, das aus ihrer Nase lief. „Ich wette, das macht dich echt fertig, war? Ich wette, es bringt dich zum Kotzen. Zu wissen, dass er seine Hände und seinen Mund auf meinem Körper hatte und ausgerechnet mich und mein dreckiges, widerliches Blut begehrt.“

Seine hand traf sie hart an der Seite ihres Kopfes, und helle Punkte füllten lange Sekunden ihre Sicht. Sie glaubte, sich wieder übergeben zu müssen, und als Zabini mit seinem Zeigefinger über ihre Wange fuhr, mit ihm das Blut aufsammelte und ihn in seinen Mund steckte, war sie sicher, dass es gleich soweit war.

„Du bist wahnsinnig“, schluchzte sie, die Worte verfingen sich in ihrem Hals. Zabini kicherte und das Geräusch verursachte ihr Gänsehaut.

„Wahnsinnig sein ist eine Freude, die nur die Wahnsinnigen kennen.“ Sein Zauberstab drückte in ihren Halsansatz und sie wusste plötzlich nicht mehr, warum sie früher unbedingt eine Hexe hatte sein wollen. Als sie sieben oder acht Jahre alt war. Sie hatte ein Buch über Magier gelesen und der Wunsch kam so plötzlich, dass sie später überlegte, ob es nicht die unterbewusste Erkenntnis ihrer eigenen Magie gewesen war. Ihr Vater hatte ihr an jenem Wochenende einen Zaubertrick-Kasten besorgt. Sie hatte den spitzen Hut aufgesetzt, den mit Sternen gesprenkelten Umhang angezogen und ihren Plastikzauberstab hochgehalten. Sieh genau hin, hatte sie gesagt und eine Münze hinter dem Ohr ihrer Mutter hervorgezogen, eine falsche Blume aus dem Nichts, und den Ball unter einem Plastikbecher verschwinden lassen.

Zabinis Hand in ihren Haaren verstärkte ihren Griff schmerzhaft und es war schwierig, die qualvollen Tränen wegzublinzeln. „Noch irgendwelche letzten Worte, Schlammblut?“

Ihre Augen zuckten nach links. Wo Neville sich näherte, langsam, lautlos, den Zauberstab über den Kopf gehoben. Er sah sie nicht an, und sie fragte sich, ob sie verzweifelt oder nur resignierend wirkte. Aber sie sah, wie er Luft holte, und wandte ihren Blick schnell wieder Zabini zu, ihre Lippen zuckten zu einem Grinsen. „Sieh genau hin“, flüsterte sie.

Er schrie nicht, obwohl der Fluch schmerzhaft gewesen sein musste, wenn so viel Blut, überall Blut, aus den großen, klaffenden Wunden rann, die seine Brust bedeckten. Er lag vor ihren Knien auf dem Rücken und sie wusste nur, dass er noch lebte, weil ein toter Mann sie nie mit solch purem Hass hätte ansehen können. Sie atmete nicht, merkte sie, und stürzte nach vorne auf ihre Hände, während sie nach Luft schnappte. Sie schwebte nun ruhig über ihm, ihre Gesichter kaum dreißig Zentimeter voneinander entfernt. So nach konnte sie das Rasseln seines Atems hören, als das Blut wie Galle in seiner Kehle aufstieg.

„Es ist nicht wirklich, weißt du“, röchelte er, und Hermine würde nie verstehen, wie er noch im Sterben so grausam sein konnte. „Was auch immer er zu dir gesagt hat. Oder dich glauben lässt. Es sind nur Lügen.“ Er packte ihren Arm, bevor sie sich zurückziehen konnte und zog sie nach unten. Sein Kopf hob sich, seine Augen bohrten sich in ihre, und es ähnelte merkwürdig jener Zeit, als Draco im Grimmauld Platz aufgetaucht war, das Staunen in seinen Augen, als er das Blut auf ihrem Kinn beobachtete. Zabini lächelte höhnisch. „Du glaubst, er ist so verdammt perfekt? So verdammt voller Reue? Frag ihn, wie seine Mutter gestorben ist. Frag ihn ruhig.“

„Hermine.“ Neville stand vor ihr. Einer seiner Arme blutete und er hielt ihn an seine Brust. In seiner guten Hand hielt er ihren Zauberstab. Sie nahm ihn und er half ihr auf, zog eine Grimasse unter der Anstrengung, ließ sie aber nicht los, bis sie wieder fest auf ihren Beinen stand – oder fest genug für den Moment.

Zabini blutete immer noch auf dem Boden zwischen ihnen. Seine Augen waren geschlossen, aber sie wusste, dass er zuhörte. Wartete. In ihrer Tasche lag eine Traumkugel. Sie hätte sie in seine Handfläche drücken und zusehen können, wie er einschlief. Vielleicht hätten die Heiler im St. Mungo etwas für ihn tun können. Sie hob ihren Zauberstab und richtete ihn auf ihre Brust. „Avada Kedavra“, sagte sie und er war fort.

::

Draco war bei Teddy, als sie heimkamen. Es waren nicht vielen – ein paar waren in andere Unterschlupfe geschickt worden, andere warteten noch im St. Mungo. Die Mitglieder, die zum Grimmauld Platz zurückkehrten, waren still. Anfangs war noch jeder Sieg groß gefeiert worden – ein Schritt in die richtige Richtung. Inzwischen war jeder Tod ein Versagen, und ein Sieg heute konnte morgen schon zu Versagen werden. Die Auroren, die nur vorübergehend da waren und in ein paar Wochen durch andere ersetzt werden würden, hielten nicht in der Küche. Aber Neville fiel in einen Stuhl, während Hannah den Erste-Hilfe-Kasten holte, und Lavender schaltete den Wasserkocher an und starrte anschließend aus dem Fenster. Fred kramte den Whiskey unter der Spüle hervor, wollte sich ein Glas einschenken, entschied sich dann aber um und trank direkt aus der Flasche.

Der dünne Pfeifen des Wasserkochers füllte schnell den Raum, aber Lavender bewegte sich nicht und das Wasser kühlte unberührt von selbst ab. Auf dem Küchentisch war nun viel Blut, dank Neville, der alles volltropfte, und Draco fragte sich kurz, ob er Teddy aus dem Zimmer schicken sollte. Aber der Junge hatte es sich auf seinem Schoß bequem gemacht – wie so oft in letzter Zeit – und beobachtete eher neugierig als schockiert, wie Hannah Neville verarztete.

„Wer?“, fragte Draco, weil Hannah lautlos weinte und Lavender sich immer noch nicht bewegte.

„Parvati“, antwortete Fred. Draco merkte erst, wie viel Angst er davor gehabt hatte, Grangers Namen zu hören, als sein Körper gegen Teddy sackte. Aber er hatte gewusst, dass es nicht sie sein konnte, denn Hermine Grangers Tod wäre das Ende des Krieges, wie sie ihn bisher kannten. Er hätte Freds wissendes Grinsen riskiert und gefragt, wo sie war, aber an der Hintertür gab es einen Aufruhr und alle sprangen auf ihre Füße, die Zauberstäbe gezogen.

Granger stürmte, stolperte halb herein. Als Erstes sah Draco nur Blut – endlose Mengen, die ihre Haut und ihre Kleidung bedeckten und ihre Haare verklebten, so dass sie fade um ihre Schultern hingen. An ihrer Stirn war ein Schnitt und sie hielt ihren rechten Arm in einer Art und Weise an ihre Brust, die Draco sagte, er war gebrochen.

„- und einen Heiler sehen, Hermine.“

Sie hielt inne, drehte sich aber nicht zu Dean um. Sie atmete tief ein, bevor sie antwortete, und Draco fand, dass ein kluger Mann inzwischen die Warnsignale bemerkt haben sollte. Man sah es an ihren geballten Fäusten, an den zusammengekniffenen Augen. Jeder, der kein Gryffindor war, wäre geflohen. Aber Dean gab nicht nach, eindeutig frustriert.

„Dein Arm ist gebrochen, dein Bauch blutet – du hast einen verdammten Crucio gegen die Brust bekommen!“

Hermine atmete hörbar durch die Nase ein und Draco hob Teddy von seinem Schoß. „Such deine Oma“, flüsterte er in das Ohr des Jungen und schubste ein wenig, als er zögerte. Draco rechnete mit Geschrei, Gekreische, rückte sogar schon den Stuhl vom Tisch weg, falls er aufstehen und eingreifen musste. Aber die Luft wich aus Granger, als wäre nichts mehr in ihrem Körper übrig. Ihre Schultern sackten ab, ihr Kopf neigte sich.

„Hermine.“ Freds Stimme war leise und tröstend, und als er seine Hand auf ihre Schulter legte, zuckte sie nicht zurück. „Warum lässt du nicht Mum nach deinem Arm schauen, hm? Wir besorgen dir ein paar Schmerzmittel, und dann bringen wir dich auf Vordermann, okay? Hermine?“

Sie entfernte sich aus seiner Reichweite, und als sie auf ihn zuhumpelte, glaubte Draco fast, sie würde ihn um Hilfe bitten. Aber sie griff in ihre Tasche und drückte ihre Handfläche vor ihm auf den Tisch. Er erkannte den Zauberstab noch, bevor ihre Hand weg war. Musste nicht das vertraute Emblem in dem dunklen Holz sehen, um zu wissen, wer sein Besitzer war. Er blickte auf, aber Hermine hatte nicht gewartet, und die Tür fiel leise hinter ihr ins Schloss.

::

Hermine schaffte es, die nötige Energie aufzubringen, um die drei Treppenabsätze zum Badezimmer zu erklimmen und die Dusche anzudrehen, bevor sie zusammenbrach. Nicht wörtlich. Sie funktionierte noch. Schaffte es, sich am Toilettensitz festzuklammern, während sie sich übergab, bis nur noch saure Galle in ihrem Magen war. Zeigte genug Willen, sich aufzuraffen und in die Badewanne zu klettern, voll angezogen, der gebrochene Arm an ihrer Brust. Es tat inzwischen nicht mehr so weh, aber ihr Verstand pulsierte mit dem dumpfen Schmerz. Sie konnte nicht aufhören, zu zittern, und sie wusste, dass sie direkt zu Molly hätte gehen sollen. Die Nachwirkungen von Zabinis Crucio bebten immer noch durch ihren Körper, verfingen sich in ihrem Hals und ließen ihr Bein zwischendurch zucken. Aber ihr war so verdammt kalt! Die Art von Kälte, die durch Kleidung, haut und Blut drang und sich an die Knochen heftete.

Zabinis Blut verschwand von ihrer Haut und ihren Klamotten, sammelte sich in der Wanne unter ihr, vermischte sich mit ihrem Blut – ihrem dreckigen, schrecklichen, wertlosen, falschen Blut. Für eine kurze Sekunde glaubte sie fast, den Unterschied ausmachen zu können – zu sehen, wo er aufhörte und sie begann. Aber dann trug das Wasser alles in den Abfluss und es spielte sowieso keine Rolle mehr.

Die Badezimmertür öffnete sich und sie hoffte auf Ron oder Harry. Draco zog den Vorhang zurück, sein blasses Gesicht leicht verschwommen durch den aufsteigenden Dampf in der Wanne. Sein Gesichtsausdruck war unergründlich, aber sie dachte plötzlich an den Hass in Zabinis Augen, den starken Ekel, als er ihr Blut probierte, und etwas in ihr zerbrach. Ihr Kopf bog sich nach hinten, krachte gegen die geflieste Wand und ein Schluchzen entstand irgendwo zwischen ihrem Hals und ihrer Brust. Draco war im nächsten Moment bei ihr. Er zog sie in seine Arme und sie sorgte sich kurz, dass sie ihn volltropfen würde, bevor sie feststellte, dass er schon triefend nass war. Sie wickelte ihre gute Hand in den schweren Stoff seines nassen Hemds und drückte ihr Gesicht in seine Brust.

„Hasst du mich jetzt?“

Draco erstarrte bei der Frage. Sie dachte, er würde sie allein lassen, aber er lehnte sich nur zurück, um ihr Gesicht in die Hände zu nehmen und ihren Kopf zu ihm zu drehen. „Ich könnte dich nie hassen. Niemals. Verstehst du? Niemals.“

Er drückte seine Lippen in einem harten, schmerzlichen Kuss, der nur ein paar Sekunden dauerte, auf ihre. Die nächste Berührung war sanfter – kaum ein Streicheln seines Mundes. Er nahm ihre Unterlippe zwischen seine Lippen und saugte leicht, berührte kaum ihre Zunge mit seiner, bevor er den Kopf neigte und seinen Kopf an ihre Stirn lehnte.

„Hat er…“ Seine Stimme stockte und zitterte. Er räusperte sich. Fing noch einmal an. „Er hat dich nicht berührt, oder?“

„Nein. Nicht… nicht auf diese Art.“

„Und du bist okay?“

„Ich bin okay.“

Sie erwartete, dass er noch mehr sagen würde, fragen würde, wie es passiert war oder ob Zabini noch etwas gesagt hatte, bevor es vorbei war. Aber er nickte nur, sein nasser Pony klebte an ihr, und dann stand er auf und stellte die Dusche ab. Er zog sie an ihrem guten Arm nach oben und half ihr aus der Wanne.

„Und jetzt päppeln wir dich etwas auf“, sagte er und sie sprachen nie wieder darüber.


Wenn Du Lob, Anmerkungen, Kritik etc. über dieses Kapitel loswerden möchtest, kannst Du einen Kommentar verfassen.

Zurück zur Übersicht - Weiter zum nächsten Kapitel

Top-News
Suche
Updates
Samstag, 01.07.
Neue FF von SarahGranger
Freitag, 02.06.
Neue FF von Laurien87
Mittwoch, 24.05.
Neue FF von Lily Potter
Zitat
Aber ich habe gelernt, auf allen möglichen Arten von Papieren zu schreiben. Die Namen der Hogwarts-Häuser sind auf einer Flugzeug-Kotztüte entstanden - ja, sie war leer.
Joanne K. Rowling