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Fanfiction

Kind of Romeo and Juliet... - 3.

von Elbe

Hallo... es tut mir Leid, dass es diesmal so lange gedauert hat. Das Kapitel war zwar schon länger fertig, aber ich war einfach mit ein paar Kleinigkeiten nicht ganz zufrieden und dieser Feinschliff hat noch ganz schön gedauert. Und dann hat auch noch meine Beta ein wenig geschlafen... ;)
Aber hier präsentiere ich euch nun das wirklich fertige 3. Kapitel! Viel Spaß beim Lesen! =)

Achja und Re-Kommis wie immer im Thread! =)


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Die Wochen verflogen und Cedrella und Septimus hatten es sich zur Routine gemacht, sich jeden Sonntag in einem kleinen Versteck zu treffen. Während dieser Treffen redeten sie jedoch nur und freuten sich, ungestört die Zeit miteinander verbringen zu können. Keiner der Beiden traute sich, Annäherungsversuche beim Anderen zu machen, da sich keiner vorstellen konnte, dass der Andere gleich empfinden könnte.
Was sich allerdings als ziemlich schwierig gestaltete, war das heimliche Wegschleichen von den Freunden. Septimus wurde des Öfteren beim Lügen erwischt, doch seine Freunde wussten, dass er ein Geheimnis hatte, das er nicht so schnell preisgeben würde und ließen ihn gehen. Da er es durch seine Billigung Lester und Ramona überhaupt erst ermöglichte, dass sie so viel Zeit und Nähe teilen konnten, billigten sie auch, dass er nun ein Geheimnis hatte. Natürlich waren sie neugierig und Lester hielt auch weiterhin an seiner Theorie mit der heimlich Geliebten fest, mit der er ja nicht ganz Unrecht hatte, doch sie löcherten ihn kaum noch und ließen es dann auch schnell auf sich beruhen. Sie mussten einfach darauf vertrauen, dass er es ihnen irgendwann doch einmal erzählen würde.
Das größere Problem waren Cedrellas Freundinnen. Cedrella hatte Schwierigkeiten, sich authentische Ausreden einfallen zu lassen. Schließlich konnte sie nicht immer in die Bibliothek gehen, vor allem, da sie in dem Fall oft Begleitung bekommen würde. Gerade die ehrgeizige Marjory verbrachte dort gerne Stunden. Und warum sollte die bei strömendem Regen einen Spaziergang auf dem Gelände – dazu noch ganz alleine – machen wollen?
So kam es manchmal, dass Cedrella sich nicht loseisen konnte und nicht auftauchte. Das erste Mal, als das passierte, war Septimus traurig und enttäuscht gewesen, doch als Cedrella ihm, fast unter Tränen, erklärt hatte, dass Marjory und Delilah sie mit in die Bibliothek begleitet hatten und sie somit wirklich dorthin hatte gehen müssen, hatte er ihr sofort verziehen. Er hatte ihr versichert, dass er verstehe, dass die Situation sehr schwierig für sie sei und dass ihm das nichts ausmache.
Das stimmte so zwar nicht ganz; wann immer sie nicht auftauchte, fühlte er sich schlecht, teils auch weil er manchmal immer noch nicht glauben konnte, dass sie sich wirklich mit ihm treffen wollte.




Bald war es Zeit für das erste Quidditchspiel der Saison, Gryffindor gegen Slytherin, die traditionelle Eröffnungspartie. Septimus und die anderen Gryffindorspieler hatten die letzten Wochen hart trainiert und waren vorbereitet, sie konnten die Slytherins schlagen.
Das Spiel fand an einem trockenen, aber sehr windigen Samstag Mitte November statt. Schon am Morgen war Septimus leicht aufgeregt, doch das gehörte nun mal dazu. Er war sich sicher, dass sie das Spiel gewinnen könnten. Nach einem leichten Frühstück, gingen er und die anderen Spieler zu den Kabinen. Tiberius hielt seine übliche Ansprache, während man draußen die lärmenden Schüler ihre Plätze auf den Tribünen einnehmen hörte. Dann gingen sie nach draußen. Das Spiel begann.
Schnell kamen sie dank dem hervorragenden Zusammenspiel von Septimus, Ramona und Felicia Longbottom, der neuen Jägerin, in Führung. Die Slytherins schienen mit diesem Dreiergespann überfordert, schon nach 15 Spielminuten lag Gryffindor 60 zu 0 vorne. Doch ihre Treiber, Markus Burke und Tyler Price, schliefen ein wenig, ganz im Gegensatz zu den Slytherin'schen, die ganze Arbeit leisteten und somit den ein oder anderen Angriff der Gryffindors vereitelten.
Nachdem sie eine Stunde gespielt hatten, stand es 160 zu 30 für Gryffindor und das Spiel wurde härter. Die Slytherins wurden ungeduldig und wütend, dass sie den Gryffindors nicht genug Paroli bieten konnten, ihr Jäger McBrian rammte Felicia einmal fast von ihrem Besen. Doch auch die Gryffindors waren nicht zimperlich und schlugen zurück. So kam es dank einiger Freistöße, bei denen der Torhüter Gryffindors Dorian Grey seine Glanzparaden zeigte, zu dem Stand 190 zu 40.
Septimus bereitete mit Ramona gerade einen Angriff vor, als er plötzlich von einem Klatscher am Hinterkopf getroffen wurde. Alles wurde schwarz um ihn. Er hörte noch, wie jemand schrie und spürte, wie er langsam von seinem Besen rutschte...


Auf der Tribüne verfolgte Cedrella das Spiel aufgeregt. Sie hatte schon immer eine Leidenschaft für Quidditch gehegt, doch dieses Spiel übertraf alles. Denn sie war nicht nur für ihre Mannschaft, sondern fieberte insgeheim auch für einen Spieler der gegnerischen Mannschaft mit. Das zeigte sie natürlich nicht von Außen und pfiff genauso wie die anderen Slytherins bei jedem Tor von Septimus Weasley, doch ihr Herz machte jedes Mal einen Hüpfer. Sie musste zugeben, die Gryffindors lagen zu Recht vorne. Ihre Mannschaft spielte so grottig, dass es fast an ein Wunder grenzte, dass sie überhaupt vier Tore erzielt hatten. Und dann sah sie, wie einer der Treiber, Ernest Bulstrode, einen Klatscher in Richtung Septimus schlug, wie Septimus, der gerade einen Angriff vorbereitete, nicht aufpasste, wie die gryffindor'schen Treiber an ganz anderen Ecken des Spielfelds waren, wie er direkt am Kopf getroffen wurde, wie er langsam von seinem Besen rutschte...
Cedrella stockte der Atem. Sie schrie leise auf. Er fiel und fiel und fiel... er würde auf den Boden knallen, er würde sterben! Cedrella hielt die Luft an. Und dann endlich, es schien nach einer Ewigkeit, hatte der Schulleiter seinen Zauberstab gehoben und Septimus wurde langsamer, bis er ganz sanft auf einer Bare landete. Sie atmete langsam wieder aus.



Septimus wachte auf, sein Kopf dröhnte. Stöhnend richtete er sich auf und öffnete die Augen. Draußen war es bereits dunkel.
„Er ist wach!“, rief jemand aufgeregt. Mona und Lester kamen in sein Blickfeld. „Wie geht’s dir?“, fragte Mona besorgt.
„Mein Kopf...“, stöhnte Septimus als Antwort. „Was is passiert? Das Spiel...?“
Die betretenen Blicke von seinen Freunden sagten bereits alles.
„Wir... haben verloren?“ Er schluckte, als Lester schließlich nickte. „Aber... wir lagen doch vorne, oder?“
„Ja, das schon. Aber nachdem du von einem Klatscher getroffen wurdest, hat McBrian noch ein Tor geschossen und gleich darauf hat Rosier den Schnatz gefangen. Das ging so schnell, wir waren noch ganz benommen, weil du abgestürzt warst. Das Tor fiel noch während du fielst. Damit stand es dann 200 zu 190 für die Slytherins.“
Aufstöhnend ließ Septimus sich in die Kissen fallen. Eine Niederlage nach diesem bis zu seinem Sturz grandiosen Spiel, das hatte ihm noch gefehlt.
„Wie viel Uhr ist es eigentlich?“
„Schon 20 Uhr. Die ganze Mannschaft war gleich nach dem Spiel da, aber du hast die ganze Zeit geschlafen.“
In dem Moment kam auch schon Madam Mummble und scheuchte sie aus dem Schlafsaal. Sie verabreichte Septimus noch einen widerlich schmeckenden Trank und verkündete ihm, er müsse die ganze nächste Woche im Krankenflügel bleiben. Nach einer unruhigen Nacht, in der er aufgrund seiner Schmerzen kaum schlafen konnte, wusste er dann auch warum er nicht schon früher entlassen werden konnte.
Auch wenn Ramona und Lester ihn oft besuchen kamen, wurde ihm schnell langweilig in dem großen weißen Saal, in dem er der einzige Patient war.
Umso erstaunter war er, als Sonntag Abend ein Mädchen mit Verbrennungen am Arm hineingebracht wurde, umringt von einer Horde besorgt tuschelnder Freundinnen, die jedoch gleich wieder von Madam Mummble hinausgescheucht wurden.
Als er Cedrella erkannte, blieb ihm fast das Herz stehen. Was hatte sie denn getan?
„Hallo“, sagte Cedrella schüchtern, sobald Madam Mummble in ihr Zimmerchen zurückgekehrt war.
„Cedrella. Was machst du denn hier?“, fragte Septimus sie, immer noch erstaunt, mit Blick auf ihren verbundenen Arm.
„Ich hab mich verbrannt...“
„Aber wie? Warum?“
„Naja, ein Zauber is etwas schief gegangen...“ Sie sah ihn an, sie wirkte peinlich berührt. „Okay, um ehrlich zu sein: Ich wollte, nein musste, dich sehen!“
„Und deswegen hast du dich selbst verletzt?“ Septimus starrte sie fassungslos an. „Aber warum?“
„Naja, das sagte ich doch bereits...“ Sie errötete und blickte auf ihre Bettdecke.
Septimus konnte nicht anders, er musste einfach lächeln. „Komm mal her...“
Zögerlich stand sie auf und setzte sich auf sein Bett. Er nahm ihre unverletzte Hand. Vorsichtig strich er ihr über die Wange. Sie wich nicht zurück. Dies als gutes Zeichen deutend nahm er all seinen Mut zusammen.
„Cedrella, ich mag dich wirklich sehr gerne.“
Sie blickte ihn lächelnd an. „Ich dich auch, Septimus. Deswegen musste ich dich sehen. Aber auch, weil ich wissen musste, wie es dir geht. Ich habe diese Unwissenheit kaum ausgehalten. Dafür habe ich selbst eine kleine Verletzung in Kauf genommen, denn sonst wäre ich nie hier hinein gekommen, ich wusste ja auch nicht, ob du alleine hier bist oder ob du Besuch hast. Wenn ich dich beruhigen kann, wirklich wehgetan habe ich mir nicht. Es war nur eine kleine Blessur, die ich künstlich vergrößert habe, damit ich vielleicht sogar eine Nacht hier bleiben muss.“ Sie grinste ihn kurz an, wurde dann jedoch wieder ernst. „Wenn ich ganz ehrlich bin, Septimus, ich will keinen einzigen Augenblick mehr ohne dich sein.“ Sie beugte sich langsam vor und hauchte ihm einen Kuss auf den Mund. Septimus legte eine Hand auf ihren Hinterkopf, drückte sie an sich und erwiderte den Kuss.
Der Moment war schöner als er sich je erträumt hatte. Nach einer gefühlten Ewigkeit lösten sie sich von einander.
„Cedrella“, flüsterte er in ihr Ohr. Lange blickte er sie an, bevor er mit krächzender Stimme weitersprach. „Nie hätte ich geglaubt, dass du jemals ähnlich empfinden würdest.“
Lächelnd kuschelte sie sich an ihn. Diese Nähe. Er konnte es nicht fassen. Sie empfand das Gleiche wie er. Sein Kopf dröhnt zwar immer noch, doch er merkte es kaum, so viele Glückshormone schüttete sein Körper in dem Moment aus.

„Und jetzt?“, fragte er, nachdem sie eine lange Zeit einfach nur dagelegen und geschwiegen hatten, sich an der Anwesenheit des Anderen erfreut hatten. „Wie geht es jetzt weiter? Ich nehme mal nicht an, dass du unsere Beziehung öffentlich machen möchtest, oder?“
Schuldbewusst blickte Cedrella in seine Augen. „Dafür ist noch nicht die richtige Zeit, finde ich. Es wird vielleicht schwierig werden, das Alles zu verheimlichen, schwierig werden mit den Treffen, doch ich bitte dich, meinen Wunsch zu respektieren. Meine Familie... es wäre schrecklich, würden sie das erfahren. Sie sind einfach so fürchterlich voreingenommen und sie werden all ihre Vorurteile nicht ablegen, auch wenn ich ihnen versichere, was für ein toller Mensch du bist, Septimus. Sie würden mich enterben, verstoßen. Und meine Familie, die ist mir nun einmal wichtig! Genauso wie du...“
„Natürlich respektiere ich das, Cedrella.“
„Ist das denn bei deiner Familie und deinen Freunden nicht genauso?“
„Ganz ehrlich, ich weiß es nicht, wie sie reagieren würden. Ich kann dir versichern, sie wären nicht begeistert. Aber ob sie deswegen den Kontakt brechen würden? Ich hoffe einfach, dass sie es akzeptieren werden.“



Die nächsten Wochen vergingen für Cedrella und Septimus wie im Flug und Weihnachten rückte immer näher. Die Schule verlangte ihnen zwar Einiges ab, doch sie waren so glücklich und voller Euphorie, dass ihnen alles leicht von der Hand ging. Sie sahen sich jede Zaubertränkestunde und trafen sich wann immer es nur ging an verschiedenen Verstecken im großen Schloss. Bisher waren sie noch nicht aufgeflogen, doch Cedrellas Freundinnen wunderten sich immer mehr, warum und wohin Cedrella heimlich verschwand.
„Wir sollten ihr einmal hinterher schleichen“, meinte Ruth, nachdem sich Cedrella wieder einmal weggeschlichen hatte. „Ich glaube ihre Geschichten, die sie uns immer auftischt einfach nicht. Was macht sie denn so oft in der Bibliothek? Und wenn eine von uns sie begleiten will, dann ist ihr das doch eigentlich gar nicht recht! Oder diese ganzen Spaziergänge auf dem Gelände. Bei strömendem Regen! Und wenn sie wiederkommt ist sie nicht einmal nass!“
„Nun ja, es gibt ja auch einen Trockungszauber...“, erwiderte Marjory. „Du hast zwar Recht, ich finde es auch seltsam, aber wir können doch nicht unserer Freundin nachlaufen.“
„Dass du an so etwas überhaupt nur denken kannst! Sie ist unsere Freundin, Ruth!“ Delilah war mehr als entsetzt über den Vorschlag. „Selbst wenn sie nicht immer an den Ort geht, an den sie sagt, dass sie geht, so müssen wir ihr doch vertrauen!“
„Ich sage dir, Delilah, sie verbirgt irgendwas vor uns. Sie vertraut uns doch auch nicht!“, empörte sich Ruth.
„Sie wird schon ihre Gründe haben. Vielleicht erzählt sie uns ja eines Tages, was sie immer macht. Es gehört sich einfach nicht, jeder Mensch hat ein Recht auf Privatsphäre und gerade wir als Freundinnen sollten das berücksichtigen. Wir werden ihr nicht folgen!“ Delilah beendete die Diskussion damit und ging in den Schlafsaal. Ellinor folgte ihr, Marjory und Ruth blieben noch eine Weile am Feuer sitzen.
Das Thema ging Ruth einfach nicht aus dem Kopf und sie fühlte sich in ihrem Verlangen nach Wahrheit und Aufrichtigkeit von Cedrella betrogen.



Ruth ließ sich fürs Erste von Marjory beruhigen und beschloss, Cedrella nicht hinterher zu schleichen, doch sie vertraute sich ihrer Schwester an.
So klopfte es am ersten Ferientag, als Cedrella an ihrem Schreibtisch saß und einen Brief an Septimus schreiben wollte, an ihrer Zimmertüre und Charis, ihre zwei Jahre jüngere Schwester trat ein.
„Hallo“, sagte sie und setzte sich auf ihr Bett. „Störe ich dich?“
„Nein, ähm, ich hab nur eben... ach nichts.“ Cedrella lächelte ihre Schwester an. Schon viel zu lange hatte sie nicht mehr mit ihr richtig geredet. In der Schule hatten sie aufgrund ihrer verschiedenen Freundeskreise nie viel Kontakt, noch dazu hatte Charis dieses Jahr auf ihre ZAGs und sie auf ihre UTZs zu lernen. „Wie geht’s dir so?“
„Es geht. Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube, Caspar Crouch mag mich.“
„Caspar Crouch aus Hufflepuff aus meinem Jahrgang?“
„Ja, genau der. Aber ich weiß nicht, ob ich ihn auch mag.“
„Du hast ja noch genug Zeit, ihn kennen zu lernen und dich zu entscheiden, ob du ihn magst oder nicht. Du bist gerade mal 15!“, lachte Cedrella.
„Fast 16...“ Charis lächelte. „Aber jetzt zu dir.“ Ihr Gesichtsausdruck wurde ernster. „Ich habe von Ruth gehört, dass du dich in letzter Zeit etwas seltsam benimmst. Du schleichst dich anscheinend immer weg. Hast du irgendetwas zu verbergen?“
Cedrella starrte sie an. „Ruth hat dir WAS erzählt?“ Sie konnte es nicht fassen. Sie wusste, sie hätte vorsichtiger sein müssen. „Ich habe gar nichts zu verbergen! Ich muss lernen und gehe dazu gerne an ungestörte Orte. In die Bibliothek, nach draußen und so weiter. Ich kann mich nun mal nicht konzentrieren, wenn zwanzig Leute um mich herum quatschen und ich möchte einen guten Abschluss haben!“
„Ist ja okay. Vielleicht erklärst du das deiner Freundin auch mit so viel Nachdruck, wie du es mir gerade erklärt hast...“ Beleidigt verschwand Charis wieder.
Cedrella seufzte. Sie hatte immer gewusst, dass Ruth bei dem kleinsten Misstrauen sofort zu jemandem aus ihrer Familie rennen würde. Zum Glück war es nur Charis gewesen, die zuerst Cedrella befragen würde und nicht gleich alles ihren Eltern erzählen würde.
Callidora, ihre ältere Schwester, die vor zwei Jahren Hogwarts verlassen hatte, hätte sie sofort verpetzt. Sie hatte sich zwar eine gute Ausrede einfallen lassen, doch sie bezweifelte, dass sie diese ihren Eltern so überzeugend hätte vortragen können wie ihrer kleinen Schwester. Vor ihren Eltern fühlte sie sich einfach immer so klein, sie hatte noch nie ein Geheimnis vor ihnen bewahren können.


Sie setzte sich wieder an den Brief.

23.12.1934

Liebster Septimus,

ich hoffe, es geht dir gut. Mir geht es gut, auch wenn ich dich jetzt schon sehr vermisse, aber es ist auch schön, die Familie wieder zu sehen.
Eben kam meine Schwester Charis zu mir. Ruth hatte ihr gesteckt, dass ich mich öfter weggeschlichen habe. Ich kann nicht fassen, dass Ruth mir so etwas wirklich antut. Aber ich konnte Charis beruhigen.
Wir müssen in Zukunft also noch mehr aufpassen. Beziehungsweise ich muss noch mehr aufpassen. Aber wir werden das schon schaffen, denn jeder Moment in dem ich dich nicht sehen kann, ist ein verschwendeter Moment.
Ansonsten ist hier alles normal. Meine Mutter verlässt die Küche schon gar nicht mehr, denn morgen kommen alle Verwandten zu unserem jährlichen Weihnachtsessen. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob ich mich darauf freuen soll, denn die meisten meiner Verwandten haben sehr idealistisches Gedankengut und ich weiß nicht, ob ich mich dieses Mal zusammenreißen kann, sollten sie etwas über deine Familie sagen, nun, da ich dich kenne .
Anbei sende ich dein Weihnachtsgeschenk, auch wenn du es nicht vorher öffnen darfst.

In Liebe,
Cedrella



Cedrella lächelte, als sie ihr Geschenk für ihn einpackte und an den Brief band. Am letzten Tag vor den Ferien durften sie noch einmal nach Hogsmead gehen und dort hatte sie ein interessantes Buch über Quidditch gefunden. Es hatte sie einige Mühe gekostet, ihre Freundinnen zu überzeugen, dass es ein Geschenk für ihren Cousin war, und sie hoffte sehr, dass es Septimus gefallen würde.



Cedrellas Weihnachtsfest war anders als die letzten Jahre. Zumindest für sie, denn an sich blieb der Ablauf beim Alten. Am Weihnachtsabend trafen ihre Onkel und Tanten mit ihren Cousins und Cousinen ein, ihre Mutter tischte reichlich Essen auf, es wurde geschlemmt, gescherzt und gelacht, alle waren bester Laune. Außer Cedrella, denn ihr war vorher nie wirklich bewusst gewesen, wie sehr ihre Familie in alte Traditionen und Denkweisen festgefahren war. Vielleicht hatte es sie vorher auch einfach nicht gestört. Es fiel ihr schwer, so zu tun, als sei nichts.
Ihr Onkel Phineas fehlte natürlich, wie auch die letzten Jahre. Sie konnte sich noch gut an Weihnachten vor sechs Jahren erinnern, als es eine große Auseinandersetzungen über Muggel und Muggelgeborene gab, nach der Phineas aus dem Haus gestürmt war und nie wieder zurückgekehrt war. Gleich am nächsten Tag war er von Onkel Sirius' Wandteppich mit dem Familienstammbaum weggebrannt worden. Er gehört von da an nicht mehr zur Familie. Und das nur weil er eine andere Ansicht hatte, weil er der Ansicht war, dass Muggel auch Menschen waren, die es verdienten zu leben, glücklich zu leben.
Sie fragte sich, was dann passieren würde, wenn herauskäme, dass sie eine heimliche Beziehung zu einem Blutsverräter hatte. Wahrscheinlich würde sie das gleiche Schicksal wie ihr Onkel teilen.
Ebenso war ihr Cousin Marius, der im selben Alter wie sie war, nicht dabei. Sobald seine Eltern herausgefunden hatten, dass sie ein Kind ohne magische Fähigkeiten gezeugt hatten, hatten sie ihn an ein Waisenhaus abgegeben. Von diesem Tag an hatten sie nur noch drei Kinder und Marius wurde nie wieder erwähnt, noch wurde erwähnt, dass sie einmal ein viertes Kind gehabt hatten.
Cedrella wunderte sich, was wohl aus ihm geworden war. Er war ein paar Monate älter als sie und würde bald 18 Jahre alt werden. Hatte er eine nette Familie gefunden, die ihn aufgenommen hatte? Lebte er noch in der magischen Welt oder hatte er sich in der Muggelwelt zurückgezogen?
Alles in allem konnte sie das Fest nicht richtig genießen.
Konnte es denn sein, dass nach den paar Wochen mit Septimus sich all ihre Ansichten geändert hatten? Sie erkannte nun, wie falsch ihre Familie in Allem lag. Und trotzdem war es noch ihre Familie. Trotzdem spürte sie immer noch, dass sie sie liebte und brauchte.





Septimus dagegen hatte ein glückliches Weihnachten. An Weihnachten versammelte sich die ganze Familie, die sich sonst im ganzen Land verstreut hatte. Er und Ramona waren schließlich die Einzigen der acht Kinder, die noch zu Hause wohnten.
Muriel, seine älteste Schwester, war nicht verheiratet, hatte aber alle paar Monate einen neuen Freund, bis ihr wieder etwas an ihm nicht passte. Seine Eltern hießen ihr Verhalten zwar nicht gut, doch sie sagten nichts, denn Muriel wurde schnell beleidigt. Dieses Weihnachten brachte sie Thomas Boot mit, den Septimus schon im Sommer kennengelernt hatte. Er versuchte zwar immer, sich mit Muriels Geliebten nicht allzu sehr anzufreunden, da man nie wissen konnte, wie lange er noch diese Stellung innehaben würde, doch bei Thomas war das unmöglich gewesen. Septimus wunderte sich, wie lange Thomas es mit der Giftspritze, die seine Schwester sein konnte, bisher ausgehalten hatte, da Thomas ein sehr netter Mensch war. Zudem war er sieben Jahre jünger als Muriel.
Sein ältester Bruder Henry war mit seiner Frau Regina und den Kindern Elisabeth, Victoria und Mary da. Elisabeth und Victoria gingen bereits nach Hogwarts, doch beide waren nach Ravenclaw eingeteilt worden – vermutlich die ersten Weasleys, die nicht in Gryffindor waren.
Dagobert, seine Frau Lynn und die beiden Söhne Elton und Elmar sah Septimus häufig, da sie ihr Haus direkt neben das Elternhaus gebaut hatten. Er mochte Lynn sehr, da sie eine kluge und witzige Frau war. Er passte auch oft auf seine Neffen auf, wenn Dug und Lynn ausgingen.
Sein Bruder Archer war etwas eigenbrötlerisch. Er arbeitete in der Mysteriumsabteilung und manchmal scherzten die Geschwister, dort habe er als Unsäglicher das Reden gänzlich verlernt. Dennoch kam Septimus gut mit Archie aus, denn mit ihm konnte man auch schweigen.
Seine Schwester Imogen hatte im September Cole Crouch geheiratet und war im vierten Monat schwanger. Septimus hatte Cole einmal getroffen und er war ihm sofort unsympathisch gewesen. Imogen hatte er immer sehr geliebt, umso weniger glücklich war er mit ihrer Heirat gewesen.
Und schließlich sein Bruder Melvin, der witzigste Mensch, den er kannte. Letzten Sommer war er ausgezogen, da er ein Jahr in Frankreich studieren wollte. Nach drei Monaten war er wieder nach England zurückgekehrt und hatte sich eine Wohnung in London gesucht. Er hätte einfach das englische Essen so sehr vermisst, war seine Erklärung gewesen. Septimus wusste noch nicht, ob er dies glauben sollte, doch er beschloss, sich nicht in die privaten Angelegenheiten seines Bruders einzumischen, wenn dieser nicht auf ihn zukam.

Sein Vater hatte den Küchentisch vergrößert und ins Wohnzimmer gestellt, damit alle Platz hatten. Ramona und er hatten das Haus weihnachtlich dekoriert, und seine Mutter stand den ganzen Tag in der Küche und bereitete das Essen vor. Ab und zu verteilte sie an Septimus und Ramona noch weitere Aufgaben.
Und dann trudelten schließlich seine Geschwister ein.
Septimus hatte jeden Einzelnen von ihnen vermisst, den Einen mehr, den Anderen weniger, und so freute er sich, endlich alle wiederzusehen. Es wurde geschlemmt, gescherzt und gelacht, alle waren bester Laune. Das Fest dauerte bis spät in die Nacht, bis selbst die letzten müde und erschöpft ins Bett fielen.



29.12.1934

Liebste Cedrella,

vielen Dank für deinen Brief . Ich habe mich sehr darüber gefreut, ein paar Worte von dir zu lesen, wenn ich dich schon nicht sehen kann, mit dir reden kann, dich berühren kann. Vielen Dank auch für dein Geschenk, auch wenn ich keines erwartet hatte. Ich habe mich sehr darüber gefreut und schon einige Kapitel verschlungen.
Ich hatte ein wunderschönes Weihnachtsfest. Es tut wirklich gut, mal wieder die Familie zu sehen. Ich hoffe, dein Fest war auch schön, auch wenn du im Vorhinein einige Zweifel hattest. Ich möchte nicht, dass du wegen mir Probleme mit deiner Familie hast, nur weil meine Familie andere Ansichten hat als deine.
Natürlich werden wir mehr aufpassen. Ich weiß, dass wir nicht erwischt werden dürfen; undenkbar wenn deine Familie dich verstoßen würde. Mir ist noch einmal mehr bewusst geworden, dass meine Familie wahrscheinlich ähnlich reagieren würde, wüssten sie von unserer Liason. Dennoch bist du mir das Risiko auf jeden Fall wert. Und ich kann nur hoffen, jedoch nicht erwarten, dass du genauso weiterhin dieses Risiko eingehen möchtest.
Und verzeih mir, ich weiß, dass Ruth deine Freundin ist, und du hast mir schon einmal erzählt, dass sie sehr streng erzogen wurde, dennoch finde ich es unerhört, was sie dir angetan hat. Gerade weil sie deine Freundin ist. Ich bin richtig sauer geworden, als ich das gelesen habe. Du wirst es wahrscheinlich schon selbst wissen, doch sei lieber vorsichtig in ihrer Nähe, noch vorsichtiger als du es ohnehin schon bist.
Nur noch eine Woche, meine Liebe, dann sehen wir uns wieder. Ich werde in der Bibliothek auf dich warten, falls du dich nicht loseisen kannst und du begleitest wirst, verstehe ich sofort. Und wenn du es schaffst, alleine zu kommen, dann können wir zu unserem üblichen Ort gehen.

In Liebe,
Septimus






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So, das wars. Fragen, Lob, Kritik? Immer her damit! =)


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