
von Hoppenstedt
Es war zu spät. Alles war zu spät. Zu spät hatte er erkannt, welche Informationen er an den Dunklen Lord weitergegeben hatte... Diese furchtbare alles zerstörende Prophezeihung war über seine Lippen gekommen und hatte Lilly Potter getötet.
Warum? Warum? Warum nur?
Diese einzige Frage kreiste seit einer halben Ewigkeit in Severus´ Kopf. Er hatte seinen Meister doch darum gebeten, sie zu verschonen! Sogar Dumbledore hatte er sich anvertraut, war auf die andere Seite gewechselt und hatte diesen unsäglichen Job als Zaubertranklehrer eingenommen, um seine Lilly zu beschützen.
Aber alle hatten ihn betrogen und belogen!
Nur Amber hatte Recht gehabt. Jetzt war ihm auch das klar geworden. Er hatte sich völlig verrannt. Wäre er damals mit ihr gegangen und hätte sich von den Todessern gelöst - seine einstige Freundin Lilly würde noch leben.
Jetzt war sie tot. Vor wenigen Stunden war Severus in das zerstörte Haus an jenem trostlosen Ort eingetreten, das sie einmal ihr zuhause genannt hatte. Ungerührt war er über die Leiche von James Potter gestiegen. Sein schneller Herzschlag galt einzig einer Person. Und dann hatte er sie gesehen. Ihre Augen, ihre wunderschönen grünen Augen hatten kalt zur Decke geblickt. Kein Lebenshauch war mehr in ihnen gewesen. Ihr ganzer Körper nur noch eine trostlose Hülle.
Wie ein Kind hatte Severus sie in den Armen gehalten, hatte sie gewiegt, sich die Seele aus dem Leib geschrien und seinen Tränen freien Lauf gelassen. Jetzt war nichts mehr in ihm. Kein Gefühl außer dumpfer Hass gegen Voldemort. Der Zauberer, der ihm alles genommen hatte... der Magier, der noch immer irgendwo, irgendwie lebte...
Dumbledore hatte gesagt, nun wäre es Severus´ Aufgabe, Lillys Sohn zu schützen. Nicht umsonst sollte sie gestorben sein.
Und immerhin hatte Harry ihre Augen. Dieselben grünen Augen...
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