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Fanfiction

Inquietum est cor nostrum, donec requiescat in te. - Offene Augen

von Hoppenstedt

Danke ihr lieben Kommentatoren! Ich weiß, die Geschichte ist gerade sehr schlimm. Umso froher bin ich, dass ihr trotzdem Worte findet. Aber es wird auch wieder bessere Zeiten geben: Haltet durch!


Die nächsten Wochen verliefen langsam und träge. Amber kümmerte sich rund um die Uhr um den Tränkelehrer. Er musste künstlich ernährt werden. Außerdem musste sie immer wieder die Heilcreme auf seinen zerstörten Körper auftragen und danach neue Verbände anlegen.

Es stank jedesmal abscheulich nach verbranntem oder verfaultem Fleisch. Amber rümpfte jedoch nur die Nase und ging dann äußerlich unbeeindruckt ihrer Arbeit nach. Es hätte auch nichts genützt, wenn sie ständig in Tränen ausgebrochen wäre. Ihr nichts und Severus schon gar nichts.

Im Laufe der Zeit hatte sie auch einige sehr starke Auseinandersetzungen mit Albus und anderen Ordensmitgliedern. Amber wusste, dass sie es nur gut meinten. Aber das war ihr egal. Sie wollte Severus auf gar keinen Fall sterben lassen. Er war eine starke Persönlichkeit. Vielleicht bestand noch Hoffnung?

Daran klammerte sie sich und blendete sämtliche Vorwürfe von Dumbledore aus, sie würde ihn nur nicht gehen lassen, weil sie ihr schlechtes Gewissen beruhigen wollte. Dass ein ganz anderer Grund ihr Handeln vorantrieb, erkannte er jedoch nicht.

Neben diesen Streitigkeiten machte Amber noch ein weiterer Grund schwer zu schaffen. Voldemort war unglaublich wütend, dass es geglückt war, seinen Gefangenen zu befreien und gleichzeitig sein geheimes Quartier ausfindig zu machen.

Amber konnte deswegen nicht zum nächsten Todessertreffen, da alle im Orden fürchteten, dass es ihr genauso ergehen könnte, wie Severus.

Aus Wut über die Flucht des Verräters Snape hatten die Todesser nun begonnen, Einzelheiten der Folterung öffentlich publik zu machen. Zum größten Teil erzählten sie dabei jedoch nicht nur die Wahrheit, sondern erfanden widerliche Details. Wie zum Beispiel die Aussage, dass Severus unter Tränen um sein Leben gebettelt hätte.

Aber das war eine Lüge. Amber war sich dessen sicher. Und zur Abwechslung pflichteten ihr die anderen Ordensmitglieder zu. Severus hatte nicht eine einzige Information preisgegeben und war bis zum Ende standhaft geblieben. Dafür sprach allein der Umstand, dass sie alle noch am Leben waren und keine ihrer geheimen Aktionen aufgedeckt worden war.

***

Jetzt war sie erneut auf dem Weg in sein Zimmer. Niemand anders hatte Zutritt, das hatte sie sich strikt verbeten. Immerhin wusste sie nicht, wieviel Severus von seiner Umgebung mitbekam und sie wollte ihn nicht unnötig aufregen, indem er plötzlich die Stimme von Sirius Black hören musste.

Letzterer ging ihr sowieso reichlich auf die Nerven. Erst gestern hatte sie ihm ziemlich lautstark klar machen müssen, dass sie nichts von ihm wollte.

Nachdem sie die Tür geschlossen hatte, stellte sie ein Glas Wasser auf den Tisch am Bett und goss ein. Gerade wollte sie dem Tränkelehrer das Getränk an die Lippen setzen, als sie zusammenzuckte. Severus hatte die Augen geöffnet.

"Severus?" flüsterte sie ängstlich, um dann noch einmal zu wiederholen: "Severus?"

Aber er reagierte nicht. Seine Pupillen bewegten sich keinen Millimeter. Er starrte einfach nur völlig ausdruckslos an die Decke. Amber griff schließlich mit zitternden Händen zu dem Glas auf dem Tisch, um ihm zu trinken zu geben, und musste, als sie ihn erneut ansah, feststellen, dass er die Augen wieder geschlossen hatte.

Fassungslos ließ sie sich auf die Bettkante sinken. Er hatte nicht reagiert. Er hatte nichts wahrgenommen...


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