
von Hoppenstedt
@Bella87: JAAAA! Endlich! Ob er sich ihr zuwenden wird, weißt du vielleicht schon nach diesem Kapitel! :)
@*Lilian*: Er ist und bleibt ein Meister... wenn auch "nur" Meister der Zaubertränke :D
"Und was machen wir jetzt mit unseren neuen Erkenntnissen?" flüsterte der Tränkemeister mit samtiger Stimme in das lange Haar Ambers. Es roch beruhigend nach ihr, bemerkte er zufrieden.
Sie hielten sich noch immer in ihrer Umarmung fest. Beiden Zauberern tat dies in diesem Moment gut. Wenn auch aus ganz unterschiedlichen Gründen.
Die Hexe zitterte leicht. Zum einen war sie noch etwas benommen von ihrem Flug. Zum anderen war sie unendlich froh und erleichtert, dass sie mit ihrer Vermutung Recht gehabt hatte. Der Mann in ihren Armen konnte also wieder zaubern. Und sie glaubte recht sicher zu wissen, was er als Nächstes fragen würde.
"Wenn du es weißt, brauche ich es ja nicht zu artikulieren." hörte sie plötzlich eine dunkle Stimme in ihrem Kopf. Sie musste lächeln - so schnell war er also wieder der Alte. Kaum hatte er seine Magie wieder, stöberte er auch schon in ihren Gedanken herum.
"Also?" forschte er noch einmal nach einer Antwort.
"Wir werden jetzt nicht weiter üben." sagte Amber schlicht.
Severus ließ sie los und sah sie ernst an: "Warum nicht?"
Ihre Gesichter waren nur um eine Handbreit voneinander entfernt. Augenblicklich durchlief Severus ein warmer Schauer. Verdammt!
"Es ist zu gefährlich. Morgen zeige ich dir, wie du die Magie kontrollieren kannst. Wir haben noch einen langen Weg vor uns. Für heute musst du dich erst einmal ausruhen-" Severus setzte bereits zu einer Erwiderung an, aber Amber kam ihm zuvor: "Und vorallem muss ich mich ausruhen."
Mit einem leisen Stöhnen versuchte sie sich zu erheben. Severus half ihr, fasste sie bei den Händen und zog sie hoch. Etwas peinlich berührt, ob dieses erneuten Körperkontaktes sahen sich beide geschäftig in der Halle um.
"Ich räume auf!" sagte Amber schlicht und mit einer einfachen Handbewegung sah die Halle so aus, wie die Schüler sie kannten: Vier Haustische standen ordentlich nebeneinander und alle Kissen waren verschwunden.
Anschließend gingen beide den dunklen Geheimgang zurück. Sie schwiegen. In Severus tobte eine Mischung aus Freude, Tatendrang und Selbstbewusstsein. Keines dieser Gefühle hatte ihn seit der Folter erfüllt.
Amber hingegen war äußerst zufrieden mit ihrem Schüler. Am liebsten hätte sie sofort weiter mit ihm geübt und sicherlich hätte auch er das präferiert. Aber ihr war ernsthaft schlecht. Das musste auch Severus bemerkt haben, denn er ging dicht hinter ihr. Für den Fall der Fälle wollte er sicher gehen, dass sie nicht auf einer der Treppen stürzte. Ihre Gesichtsfarbe war unnatürlich blass.
Als sie endlich in den privaten Räumen des Tränkemeisters angekommen waren, sah Amber sich etwas irritiert um. Was genau wollte sie hier eigentlich? Sie hätte längst in ihr Bett gehen sollen. Stattdessen hatte sie den üblichen Weg nach dem Unterricht eingeschlagen. Denn eigentlich war ihr Schüler bisher derjenige, der sicher in sein Zimmer gebracht werden musste, damit er nicht auf halbem Weg umkippte.
Ohne ein weiteres Wort zu sagen, ging Severus zügig an ihr vorbei und auf eines der Sofas zu. Mit einer schnellen Handbewegung räumte er einige Kissen an das Kopfende und verschwand dann für Momente in einem Nebenraum, in dem Amber das Schlafzimmer vermutete.
Die Hexe zögerte nicht lange, ahnte sie doch, was er vorhatte. Also löste sie ihren Umhang, schlüpfte aus ihren Schuhen und kuschelte sich auf die breite, gemütliche Couch. Mit geschlossenen Augen wartete sie auf die Rückkehr des Tränkemeisters. Doch diese nahm sie schon nicht mehr wahr.
Als Severus wenige Minuten später einen Scheit Holz in den Kamin gelegt hatte und mit einer Decke über der Schulter zum Sofa zurückkehrt war, erblickte er eine schlafende Hexe. Interessiert und auch mit etwas Scheu betrachtete er die Frau vor sich, bevor er die kurze Distanz überbrückte und Amber die warme Decke über den Körper legte.
Sie seufzte wohlig und bewegte sich leicht, wachte aber nicht auf. Für einen kurzen Moment hatte der Zauberer ernsthaft das Bedürfnis, ihr über das Gesicht zu streichen. Im letzten Augenblick hielt ihn jedoch seine eigene Schüchternheit davon ab. Wie hätte er Amber seine Berührung erklären sollen, wenn sie es bemerkt hätte?
Schließlich zog auch er seinen Umhang aus, faltete ihn ordentlich und platzierte ihn auf einen Stuhl. Dann legte er sich auf die Couch gegenüber und besah sich noch lange die tief und fest schlafende Frau. "Wie hatte er noch vor einer Stunde ernsthaft darüber nachdenken können, Hogwarts zu verlassen?" fragte er sich jetzt tatsächlich halb belustigt über seine impulsive, unüberlegte Art, aber auch halb beschämt. Immerhin hatte er Amber nicht vertraut. Und Dumbledore auch nicht. Mit diesen Gedanken versank er schließlich in das Land der Träume.
Wovon er wohl träumt? Wovon sie wohl träumt? Ob sie beide dasselbe träumen? :O
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