
von Hoppenstedt
@Bella87: Eine Fledermaus! Oh ja! Aber wirklich faszinierend sind die nicht... eher hässlich. ;) Und leider sollen sie auch ziemlich dumm sein und dann sehen sie nichts... also keine gute Wahl, wenn man vor Todessern auf der Hut sein muss. Ein Panther bietet ebenfalls nicht viel Deckung - zumindest nicht in Großbritannien auf offener Straße :D Mit der Krähe könnte ich mich schon eher anfreunden... :)
Ein leises Zischen durch den erloschenen Kamin ließ Amber die Augen aufschlagen. Sie hatte schon lange nicht mehr geschlafen und wollte lediglich den ruhigen Moment im warmen Bett genießen. Severus neben ihr schien es ähnlich zu ergehen. Auch sein Atem war nicht der eines Schlafenden.
Bewegen musste die Hexe sich jedoch nicht, denn der Tränkemeister hatte bereits seinen Arm gehoben und ein kleines Stück Pergament rauschte nun direkt in seine Hand. Ohne es anzuschauen oder überhaupt die Augen zu öffnen, hielt er es der Frau neben sich vor die Nase.
„Albus ist wieder in Hogwarts. Er möchte uns heute sehen. Um sechs. Auf dem Astronomieturm.“ fasste Amber die Botschaft des Schulleiters kurz zusammen.
„Er weiß, dass wir ein Paar sind.“
„Woher?“ fragte die Hexe verblüfft. „Davon schreibt er nichts.“
„Allein, dass er die Nachricht in die Kerker schickt und an uns beide adressiert, sagt alles.“ bemerkte der dunkle Mann trocken.
„Hm...“, überlegte Amber laut „...dann soll es wohl so sein.“
Zufrieden aber auch mit etwas Scheu kuschelte sie sich an den Slytherin, der sich bei ihrer Berührung zurückzog und sie mit fragenden Augen ansah.
„Was?“ flüsterte sie leise und fuhr ihm sanft durch das zerzauste schwarze Haar.
„Sind wir denn noch zusammen?“ wollte er mit Ernst in der Stimme von ihr wissen.
„Noch? Was meinst du denn mit noch?“
„Nach dem, was du heute Nacht erfahren hast, würde ich verstehen, wenn du... das nicht mehr willst.“ brachte der Zauberer stockend hervor.
Amber war ehrlich verwirrt. „Was hat denn das eine mit dem anderen zu tun?“
„Ich bin nicht das, was sich eine Frau... wünscht. Ich... ich habe versagt. Und ich... kann dir nicht das... nicht das bieten, was du brauchst.“ die Tristesse in seiner Stimme raubte der Hexe fast den Atem.
„Sieh mich an, Severus.“, hauchte sie sanft und legte ihre Hand auf seine Wange „Was passiert ist, ist grauenhaft. Aber du trägst keine Schuld daran. Andere haben schlimm an dir gehandelt. Du bist frei von jeglicher Schuld. Und du musst dich auch nicht dafür schämen. Es gab keine Möglichkeit, dich zu wehren. Du hast nicht versagt.“ redete Amber ernst auf den Mann neben ihr ein, der angestrengt mal auf die Bettdecke mal auf ihren Mund starrte, gerade so als müsste er sich Gewissheit verschaffen, dass die Worte wirklich von ihr stammten.
„Und zu deiner Befürchtung: Erstens können wir uns alle Zeit der Welt lassen. Ich werde nichts tun, was du nicht auch willst. Aber du musst ehrlich zu mir sein. Wenn du etwas nicht möchtest, musst du es mir sagen, Severus. Verstanden?“
Er nickte leicht, rückte dann näher an sie heran und schloss sie in die Arme. Dass er sich dabei verstohlen einige Male über das Gesicht wischte, ignorierte Amber taktvoll.
Dennoch konnte sie sich einen kleinen Kommentar nicht verkneifen und warf ihn nach einigen Minuten der Stille ein: „Und zweitens weißt du überhaupt nicht, was ich brauche. Aber das werde ich dir noch zeigen... “
Sie lachte leise, nachdem Severus mit einem empörten Schnauben reagiert hatte. Alles in allem schien er nun schon um einiges glücklicher und entspannter als kurz nach dem Aufwachen.
***
Beide Zauberer machten sich kurz vor sechs auf zum Astronomieturm. Minuten vorher hatten sie noch einen kleinen Disput auszutragen gehabt, weil Severus nicht ohne seinen langen Umhang gehen wollte. Amber fand ihn jedoch gerade mit Hemd anziehend und wollte sich die Aussicht nicht verderben lassen. Murrend und grummelnd ließ der Slytherin schließlich von seiner Robe.
Gerade hatte das Abendbrot in der Großen Halle begonnen, so dass sie relativ ungestört durch die Gänge huschen konnten. Nur wenigen brenzligen Begegnungen mussten sie dabei ausweichen. Oben im Turm angekommen, wehte ihnen eine laue Brise ins Gesicht und ließ Ambers offenes Haar leicht flattern.
Albus Dumbledore sah den Ankömmlingen lächelnd entgegen. „Ich schätze die Aussicht, deswegen habe ich euch herbestellt. Wahrscheinlich wird es heute einen fantastischen Sonnenuntergang geben!“
Mit schnellen Schritten kam er dann auf die Hexe zu, umarmte sie fröhlich, bevor er sich Severus zuwandte. Dessen Hand ergreifend sah er ihm prüfend ins Gesicht und warf ihm nach einigen Momenten einen wissend-erleichterten Blick zu.
Innerlich kochte Severus deswegen, aber leugnen war zwecklos. Erst recht, als sie sich alle auf den Boden gesetzt hatten und Amber im Verlauf des Gesprächs seine Hand ergriff und gedankenverloren über sie strich.
Auf dem Gesicht des Tränkemeisters erschien dabei ein leichtes Rot, während Dumbledore nur noch ausgelassener zu erzählen begann. Offensichtlich hatte er auf seiner längeren Reise einige Kuriositäten erlebt. Von brennenden Wasserkunstwerken bishin zu Kuchen-spuckenden-Hagebuttensträuchern war alles dabei. Er ließ sich selbst dann nicht vom Erzählen abbringen, als Severus offenkundig mit verdrehten Augen seinen Unmut bekundete.
Endlich schien er sich jedoch gefangen zu haben und sah nun beide Zauberer vor sich ernst an. „Ich habe jedem von euch bereits gesagt, dass ich eine Aufgabe habe. Und jetzt, wo ich weiß, dass ihr euch wirklich (bei diesem Wort glitzerten seine Augen) gern habt-“
„Komm bitte zum Punkt, Albus.“ herrschte der Tränkemeister seinen Gegenüber wütend an.
„-ihr euch wirklich gern habt, - Denn dieser Punkt, Severus, ist von äußerster Wichtigkeit! - schicke ich euch in die Hölle. Erst jetzt kann ich mir sicher sein, dass ihr euch unbedingt vertraut und für den anderen Notfalls euer Leben geben würdet.“
Severus warf bei diesen Worten einen kurzen Blick auf seine Hand, die immer noch von Amber gestreichelt wurde, umfasste dann deren Rechte und drückte sie leicht.
Dem Schulleiter war diese Geste natürlich nicht verborgen geblieben und zufrieden fuhr er in seiner Rede fort. „Wie ihr sicherlich schon geahnt habt, möchte ich, dass ihr Voldemorts neues Versteck ausfindig macht.“ erklärte der Schulleiter weiter.
„Um dort einen Horcrux zu finden?“ warf der Tränkemeister kühl ein.
Wenn Dumbledore überrascht war, verbarg er es gut. „Ich hätte wissen müssen, dass du darauf kommen würdest.“ antwortete er lächelnd.
„Entspricht meine Vermutung also der Wahrheit?“ fragte Severus scharf.
Amber neben ihm starrte wie gebannt auf den Schulleiter und hoffte wider besseren Wissens immer noch darauf, dass dieser es verneinen würde.
„Ja. Aber das wird nicht eure Aufgabe sein. Findet dieses Versteck. Wenn ihr es habt, werdet ihr den nächsten Auftrag bekommen. Es hängt viel davon ab. Ich habe die Vermutung, dass Voldemort noch andere Dinge vorbereitet hat, um sich vor einem möglichen Tod zu schützen. Welche, dass werdet ihr hoffentlich herausfinden.“
Severus und Amber sahen sich nach einigen Minuten stillen Nachdenkens und mit Blick auf den Sonnenuntergang entschlossen an und Dumbledore entließ sie dankend.
Kurz bevor sie den Turm herabstiegen, fügte der Schulleiter jedoch noch einen Satz zu seinen bisherigen Ausführungen hinzu: „Und ihr werdet ab sofort wieder zu den Treffen des Ordens erscheinen und Bericht abliefern.“
Der Tränkemeister wollte daraufhin zu einem bissigen Kommentar ansetzen, als Amber auch schon die Tür zur Plattform zuschlug und ihrem Gegenüber eine Hand auf den Mund legte. „Aber, aber...“ tadelte sie ihn leise, bevor sie dicht an ihn heranrückte und reichlich sinnlich seinen Hals hinabküsste und knabberte.
„Kannst du mir nicht einmal meine zynisch-boshafte Art lassen?“ knurrte Severus dunkel und legte den Kopf schief, damit Amber besser an seine empfindliche Haut kam.
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