
von nine88
Ihr Herz schlug heftig, als sie sich nach kurzer Zeit vor dem Haupttor Hogwarts‘ wiederfand. Es sah anders aus, als sie es zuletzt gesehen hatte. Kein Zeichen der Zerstörung war zu erkennen und Emilia lächelte, bevor sie den Türklopfer in Form eines Warzenschweinkopfes betätigte. Sie schluckte, als Hagrid nach zwei Minuten vor ihr stand.
„Was kann ich für sie tun Miss?“, fragte er skeptisch. Emilia räusperte sich.
„Ähm, meine Eltern haben entschieden mich ab diesem Jahr doch nach Hogwarts zu schicken. Ähm, es ist alles mit Professor Dumbledore abgesprochen.“
„Seltsam, die anderen Schüler kommen erst in zwei Stunden an, aber kommen sie.“, sagte Hagrid und führte sie über das Gelände.
„Professor, diese Miss meinte sie wäre ab diesem Jahr eine neue Schülerin und ihre Eltern hätten das mit ihnen abgesprochen.“, Emilia wurde knallrot. Albus sah sie nur interessiert an.
„Danke Hagrid, sie können dann gehen, wir sehen uns beim Abendessen.“, Hagrid zog die Tür hinter sich zu.
„Professor Dumbledore…ich, es tut mir leid…“
„Setzen sie sich Miss Waterloo.“, sagte er und Emilia ließ sich geplättet im Sessel fallen.
„Ihre Eltern hatten mir bereits gesagt, dass sie sie hier absetzen würden, verzeihen sie, dass ich vergass Hagrid bescheid zu sagen, mussten sie lange warten?“
„Ich, also…nein.“, sagte sie total verwirrt und Albus lächelte freundlich.
„Ihre Eltern meinten, sie würden ihre Zeugnisse mitgeben?“, Emilia nickte und zog den Umschlag aus dem Umhang. Albus ordnete alles in eine bereits angelegte Schülerkartei und bot ihr Tee an, den sie erneut ablehnte. Sie drehte sich im Sessel, als es an der Tür klopfte.
„Herein.“, sagte Albus und herein kamen Professor McGonagall, Professor Flittwick, Professor Sprout und Professor Slughorn.
„Vielen Dank, dass ihr gekommen seid. Sind sie bereit für die Hauseinteilung Miss Waterloo?“, Emilia nickte und knetete etwas aufgeregt ihre Hände. Absoluter Blödsinn, wusste sie doch in welches Haus sie gehörte.
„RAVENCLAW.“, rief der Hut auch schon nach einigen Sekunden.
„Ausgezeichnet.“, hörte Emilia das Quieken von Flittwick und musste lächeln.
„Vielen Dank Minerva, Pomona und Horace, wir sehen uns zum Abendessen. Filius wenn du Miss Waterloo bis zum Abendessen bitte alles nötige erklären würdest.“, Filius nickte und bat Emilia ihm zu folgen. Kurz vor dem Abendessen stellten sie sich in die Eingangshalle und Filius rief anscheinend die Vertrauensschülerin des sechsten Jahrgangs zu ihnen ran.
„Miss Griffith, das ist Emilia Waterloo, sie wird ab diesem Jahr Hogwarts im sechsten Jahrgang besuchen und ich bitte sie, sich darum zu kümmern, dass sie sich gut einlebt.“, das Mädchen lächelte und versichterte ihrem Hauslehrer höflich sich darum zu kümmern.
„Herzlich willkommen, ich bin Belinda, endlich sind wir nicht nur noch drei im Schlafsaal.“, lächelte sie und nahm kurzerhand Emilias Hand und zog sie zum Ravenclawtisch.
„Hallo Leute, das ist Emilia, sie wird ab jetzt mit uns hier sein. Emilia, das sind Roger, Simon, Louise, Andrew, Thomas und Claudia.”, sagte Belinda und die anderen begrüßten sie freundlich. Sie sah sich am Tisch um und wandte den Blick ab, als sie ihre Mutter erblickte.
„Oh man, da kommt unser Albtraum.“, brummte Andrew und Claudia und Louise sahen sich an und senkten kichernd den Blick. Emilia sah an den Nachbartisch und verschluckte sich.
„Potter.“, krächzte sie und Belinda sah sie verwirrt an.
„Woher kennst du ihn?“
„Zufall.“, murmelte Emilia und musste sich von dem Schreck erholen, wie ähnlich Harry seinem Vater sah.
„Wo kann ich mich hinsetzen?“, fragte Emilia am nächsten Morgen in ihrer ersten Stunde in Zaubertränke und war verwirrt, als Belinda sie entschuldigend ansah.
„Miss Waterloo, setzen sie sich doch bitte auf den Platz neben Mr. Snape.“, Emilia folgte seinem ausgestreckten Arm und seufzte. Erste Reihe. Der Junge der da saß, senkte nach ihrer Reaktion den Blick und sah wieder in sein Zaubertränkebuch.
„Hallo ich bin Emilia.“, sagte Emilia schüchtern.
„Severus.“, nuschelte der Junge ohne sie anzusehen. Emilia packte ihre Sachen aus und sah gebannt an die Tafel. Sie liebte Zaubertränke, sie zog die Augenbrauen zusammen, als sie versuchte an ihren Lehrer zu denken, doch sie konnte sich einfach nicht erinnern. Hatte sie schon in den paar Stunden die Zukunft so sehr verändert? Sie schluckte hart und bekam so den Anfang der Stunde nicht mit.
„Du musst wohl nichts machen.“, Emilia drehte sich zu ihrem Tischnachbarn, der schon den Kessel aufstellte.
„Oh entschuldige, was müssen wir machen?“, fragte sie verlegen und Severus zuckte mit dem Kopf nur gelangweilt zur Tafel und entzündete das Feuer.
„Ah der Trank der lebenden Toten.“, sagte sie lächelnd und er schnaubte nur und begann mit den Vorbereitungen. Emilia seufzte und baute ihren eigenen Kessel auf und entzündete das Feuer. Emilia merkte, dass Severus immer wieder zu ihr rüber sah, doch schmunzelte, als er immer ertapt weg sah, als sie seinem Blick begegnete. Sie konnte sich nicht erinnern, so einen schüchternen Jungen in ihrem Jahrgang gehabt zu haben. Doch er schien überaus begabt für Zaubertränke zu sein, da er bereits nach einer halben Stunde fertig war und Notizen in sein Buch schrieb, dass er jedoch zuschlug, als sie ihm über die Schulter sah.
„Was hast du aufgeschrieben?“
„Wieso willst du das wissen?“, fauchte er und Emilia zuckte zurück.
„Entschuldigung.“, nuschelte sie und rührte ihren Trank um und räumte dann zusammen. Sie merkte den Blick von Severus, doch verbot sich ihn zu erwidern. Sie erschrak als neben ihr was fiel und Severus sofort aufsprang und es aufhob.
„Lily.“, rief er dem Mädchen hinterher, doch die machte auf dem Absatz kehrt und verließ den Klassenraum. Severus sah lange auf die Feder und steckte sie dann in seine verschlissene Schultasche und räumte zusammen.
„Man sieht sich.“, versuchte Emilia es freundlich, doch Severus reagierte nicht, schien vor sich hin zu träumen. Emilia folgte ihm aus dem Raum, wo schon Belinda wartete und sie fragend ansah.
„Was ist mit dir?“
„Dieser Junge, Severus…“
„Ach Snape, vergiss es, geh ihm einfach aus dem Weg.“
„Wieso? Was ist mit ihm?“
„Einer der zukünftigen Todesser, da wett ich drauf.“, Emilia schluckte und starrte auf seinen Rücken. Belinda hielt sie zurück und stöhnte leise.
„Was?“, Belinda antwortete nicht, nickte nur nach vorne, wo grad Harrys Vater mit drei Jungs auftauchte.
„Snivellus.“, Severus blieb auf der Stelle stehen und zog blitzschnell den Zauberstab.
„Potter.“, knurrte er und James grinste breit, mit Lily im Arm, die ihn bittend ansah.
„Ich denke du hast etwas, was meiner Freundin gehört.“, sagte er und Severus sah ihn angriffslustig an. Emilia schrie erschrocken, als James einen Fluch abwarf, doch Severus ihn abwehrte.
„Was soll das denn?“, rief sie und James, sowie Severus sahen zu ihr. Severus drehte sich genervt um und ging an James vorbei, der Emilia angewidert ansah.
„Snivellus hat doch nicht etwa ne Freundin aufgegabelt…“, er zischte, als ihn ein Fluch traf.
„Halt die Klappe Potter.“, fauchte Severus und ging in den Klassenraum. James hob seinen Zauberstab, doch Lily drückte ihn runter.
„Lass es bitte.“, bat sie und James küsste sie grinsend, doch Lily bat ihn allein vor zu gehen und sah Emilia misstrauig an.
„Lily Evans, du bist neu bei uns?“
„Emilia Waterloo und ja.“, sagte Emilia und erkannte erschrocken, dass Lily die selben Augen hatte wie Harry.
„Bist du mit John Waterloo aus der 5. verwandt?“, Emilia hätte beinahe ja gesagt, doch konnte sich im letzten Moment davon abhalten und schüttelte den Kopf. Lily lächelte.
„Herzlich willkommen in Hogwarts.“, Emilia lächelte und sie gingen gemeinsam rein und sogleich zog Lily sie neben sich auf den Platz.
„Kanntest du Severus vor der Schule schon?“, fragte Lily leise und Emilia schüttelte den Kopf.
„Was hat dein Freund gegen ihn?“
„Es sind Jungs oder?“, lächelte Lily und Emilia sah sie skeptisch an, doch zuckte dann die Schultern und sagte den Rest der Stunde kein Wort.
„Hallo.“, lächelte Emilia als sie in der Bibliothek an Severus vorbei lief, der sich ertappt umdrehte und rot wurde.
„Hi.“, brummte er, doch sah sie nicht an. Emilia sah nach hinten und erkannte, dass er wohl Lily beobachtet hatte.
„Ich…ähm kannst du mir vielleicht helfen?“, fragte Emilia und Severus sah genervt auf.
„Was?“, blaffte er. Emilia sah ihn verletzt an.
„Nichts, aber vielleicht solltest du sehen, dass Lily scheinbar nicht so angetan von dir ist, wie du von ihr.“, sagte sie angefressen und lief weiter. Severus sah ihr mit offenem Mund hinterher. Emilia glaubte selbst nicht, dass sie das gesagt hatte.
„Morgen.“, brummte Severus am nächsten Morgen in Zaubertränke.
„Hmm.“, murmelte Emilia nur und sah nachdenklich auf ihre Aufzeichnungen der vorherigen Stunde. Der Rest des ersten Monats verlief sehr ruhig. Nach langem Überlegen hatte sie auch ihre Mutter angesprochen, nachdem die heulend im Gemeinschaftsraum saß und ihr angeboten ihr in Zaubertränke zu helfen. Sie wusste dass ihre Eltern beide darin nicht gut waren, da sie sie immer aufgezogen hatten und entschied sich für einen Nachhilfekurs, zu dem sich auch ihr Vater schnell einschrieb.
„Passend zu Halloween Snivellus? Ach ne halt, du siehst ja immer so aus.“, dröhnte James‘ Lachen durch die große Halle und viele stiegen mit ein, auch einige der Slytherin. Severus wurde puterrot vor Wut und zog seinen Zauberstab.
„Stecken sie den Zauberstab web, Mr. Snape und kommen sie morgen um Acht in mein Büro.“, sagte Professor McGonagall und James und seine Gang lachten schallend. Emilia schnaufte und Professor McGonagall sah sie fragend an.
„Miss Waterloo?“, Emilia sah Severus hinterher, der auf der Stelle die Halle verließ.
„Nichts.“, sagte sie hastig und rannte ihm hinterher.
„Severus, warte.“, rief sie und er lief nur schneller und rauschte aus dem Schloss.
„Severus, bitte warte.“, schrie sie und er blieb mit dem Rücken zu ihr am See stehen.
„Was willst du?“, fragte er grob und Emilia stellte sich neben ihn.
„Tut mir leid, was James gesagt hat.“
„Interessiert mich nicht, was dieser Idiot zu sagen hat.“, sagte er bitter und schlug Emilias Hand weg.
„Wenn du Lily genauso behandelst ist es kein Wunder, dass sie mit James zusammen ist.“
„Lass mich doch in Ruhe.“, fauchte er und Emilia stampfte davon, unerwarteter Weise schwer getroffen. Dieser Junge hatte etwas an sich, dass Emilia magisch anzog und es ärgerte sie, dass es ihn nicht zu interessieren schien.
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