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Fanfiction

Was im Verborgenen liegt - Von guten Geistern und dunklen Prinzen

von Alex2303

۩ ۞ ۩


„. . . Miss Granger? Hören Sie mich?“, echote Hermione, nach einer halben Ewigkeit, eine bekannte Stimme durch den Geist. Sie klang verwaschen, wie durch Wasser. „Miss Granger?“, rief die Stimme nochmal. Kurz darauf spürte sie etwas Kühles, Feuchtes an den Lippen, die sie einen Spaltbreit öffnete und aus einem Reflex heraus die Flüssigkeit schluckte.
Es war Wasser. Stinknormales Wasser, doch half ihr dieses gerade enorm, denn sie tauchte damit wieder auf und blinzelte erschöpft. Über sie gebeugt stand Madam Pomfrey, die sie noch immer ernst musterte, dann aber zu einem kleinen Lächeln zurück fand.
„Geht es Ihnen besser?“, erkundigte sie sich, worauf Hermione knapp nickte, dabei jedoch erneut ein leichtes Schwindelgefühl verspürte. Die Medihexe erkannte es und mahnte sie zur Ruhe.
„Bleiben Sie schön liegen. Sie haben eine kleine Beule und zudem eine mittelschwere Gehirnerschütterung. Ich habe Ihnen bereits etwas dagegen gegeben. Es wird allerdings noch ein paar Stunden dauern, bis das Mittel seine volle Wirkung getan hat und der Schwindel und die Kopfschmerzen komplett abklingen. Sie sollten versuchen noch ein wenig zu schlafen.“ „Wie komm ich hier her?“, fragte Hermione erschöpft. Es hatte sie auf dem Gang weggeleiert, da war sie noch gar nicht in der Nähe des Krankenflügels.
„Das kann ich Ihnen leider nicht sagen“, meinte Madam Pomfrey und legte ihr ein kaltes Tuch auf die Stirn. Eine wahre Wohltat. „Ich hatte die Tür gehört und dachte, jemand wollte etwas von mir. Stattdessen habe ich Sie reglos in einem der Betten vorgefunden. Jemand scheint Sie hergebracht zu haben. Ich kann Ihnen aber leider nicht sagen wer, da dieser jemand danach gleich wieder verschwunden ist. Allerdings hat er Ihnen zuvor noch einen der kalten Umschläge auf die Stirn gelegt, weswegen ich gleich nach Ihrem Kopf gesehen und so die Beule entdeckt habe. Ihre Hand sieht ja auch nicht so gut aus“, deutete die Schwester auf das aufgequollene Etwas, was Hermione einen gehörigen Schreck versetzte, als sie die Kartoffel sah, die mal ihre Hand war.
„Es heilt bereits, keine Sorge. In ein paar Stunden ist auch das weg und dann können Sie wieder gehen. Aber sagen Sie, was ist denn passiert? Sind Sie gestürzt?“ „Ich. . . Ja. Bei uns auf der Treppe zum Gemeinschaftsraum. Ich bin mit ein paar Leuten zusammengestoßen und auf die Stufen geknallt. Mit dem Kopf an die Brüstung.“ „Ich verstehe. Sie hätten gleich zu mir kommen sollen“, warf die Schwester ihr etwas vor, sodass sich Hermione genauer erklärte.
„Das bin ich doch. Dabei ist mir schwindlig geworden und. . . Haben Sie wirklich niemanden gesehen?“ „Nein. Hat man Sie denn nicht begleitet? Sie sagten doch, Sie seien mit jemandem zusammengestoßen?“ „Ja. Die hatten es dann aber eilig nach Hogsmeade zu verschwinden“, murrte Hermione halblaut. Madam Pomfrey schnaubte auf die Erklärung.
„Also es ist doch nun wirklich nicht zu viel verlangt, dass man Sie kurz bis zu mir begleitet? Gerade wenn etwas mit dem Kopf ist!“, empörte sie sich. „Wenn man andere Dinge vorhat, schon“, murmelte Hermione wiederum bitter, wie auch traurig. Sie fragte sich ernsthaft, ob Ron sie hätte liegen lassen, wenn es sie gleich weggeleiert hätte? Das hätte er nicht. Oder? Ach, verdammt. . .
Sie verlor sich erneut in diesen Zweifeln und schloss ein wenig schmerzlich die Augen, worauf die Schwester ihr beruhigend durch die Haare strich.
„Die Kopfschmerzen gehen bald weg, keine Sorge. Versuchen Sie ein wenig zu schlafen. Das wird die Heilung noch zusätzlich fördern“, sprach sie ihr gut zu, sodass Hermione ihren Worten nachgab und die Lider schloss. Dabei grübelte sie noch kurz, wer wohl ihr heimlicher Retter war? War es am Ende vielleicht derjenige, der ihr die Briefe schrieb? Vielleicht, ja. Mit diesen Gedanken schlief sie ein.

۩ ۞ ۩


Als Hermione ein paar Stunden später aufwachte, fühlte sie sich voll erholt. Ihr Handgelenk sah wieder normal aus, genauso wie die Beule am Hinterkopf weg war. Madam Pomfrey hatte wirklich magische Hände, dachte sich die Gryffindor schmunzelnd und wollte aufstehen. In dem Moment kam die Schwester.
„Miss Granger. Sie sind wach? Sehr schön. Geht es Ihnen besser?“ „Ja. Danke, Madam Pomfrey.“ „Oh, nicht doch. Dafür bin ich schließlich da. Sie können dennoch von Glück sprechen, dass Sie jemand gefunden und gleich zu mir gebracht hat. Sie hätten sich auch weitaus schlimmer am Kopf verletzen können.“ „Ich weiß“, meinte Hermione und stand auf.
„Wenn Sie doch noch Beschwerden haben, Schwindelgefühl oder derartiges, kommen Sie am besten nochmal zu mir. Ansonsten würde ich Ihnen empfehlen, sich noch ein wenig auszuruhen. Das kann nicht schaden“, lächelte die Dame in Weiß, worauf Hermione knapp nickte und in den Gängen verschwand. Diesmal mit dem festen Vorsatz, wirklich in ihren Turm zu gehen, was nun auch ohne Probleme klappte.
Kaum im Gemeinschaftsraum angelangt, machte sie es sich in ihrem Lieblingssessel mit einem Buch vor dem Kamin gemütlich. Allerdings konnte sie nicht sonderlich lange darin lesen, da es sie doch noch etwas anstrengte und sie stattdessen die Augen kurz schloss. Keine fünf Minuten später nickte sie aufs Neue weg.

۩ ۞ ۩


„. . . Nein wirklich, Ginny. Das hättest du sehen müssen“, drang Rons penetrante Stimme irgendwann viel zu deutlich in ihr Unterbewusstsein vor und riss sie aus einem zwar leicht wirren, aber dennoch faszinierenden Traum.
So hatte ihr Geist ihr vorgegaukelt, sie wäre mit ihrem Unbekannten auf einem Muggleweihnachtsmarkt. Dort war sie mit ihm Schlittschuhlaufen, wo er sich anfangs etwas ungeschickt angestellt hatte. Am Ende hatten sie aber gemeinsam ihre Bahnen gezogen.
Er hatte in ihrem Traum die Gestalt eines hochgewachsenen, schlanken, sportlichen jungen Mannes angenommen, der sie um fast einen Kopf überragte, was dennoch sehr angenehm war. Besonders beim Küssen, wenn er sich ein wenig zu ihr herabbeugen musste. Sie hatte recht deutlich seine Lippen spüren können, genauso die weichen Haare, durch die sie ihre Finger hatte gleiten lassen, wenngleich sie leider kein Gesicht dazu gesehen hatte. Aber was wunderte es sie?
Nun war alles wieder weg und sie zurück in ihrem Turm, der absolut nichts Weihnachtliches an sich hatte, da erst Mitte Oktober war. In zwei Wochen stand die Halloweenfeier an, aus der Dumbledore kurzerhand einen Ball gemacht hatte. Sehr zur Freude der Schüler. Um das Bündnis der Häuser in diesen dunklen Zeiten zu stärken, hatte er gemeint. Schön und gut. Die Häuser vertrugen sich soweit ja miteinander, nur nicht das Eine. Daran würde sich vermutlich aber nie etwas ändern. Leider.
„Wieder wach?“, riss Ginny sie ungeahnt aus ihren trüben Gedanken, zu der Hermione sah. Als sie das tat, wurde die Miene ihrer Freundin allerdings ein wenig besorgt. „Alles okay, Süße? Du siehst ein bisschen blass aus.“ „Mir fehlt nichts. Ich bin nur etwas müde“, beruhigte sie Ginny mit einem kleinen Lächeln und sah letztlich auf, wo ihr erneut Ron mit diesem Biest ins Auge fiel. Die hing nach wie vor wie eine Klette an ihm. Wie konnte man nur so penetrant sein?
„Sicher?“, bohrte Ginny auf Hermiones Anblick behutsam. Nicht zuletzt auch, da ihre Freundin ein wenig knurrte. „Ja. Ich. . . Ich leg mich aber lieber schon schlafen.“ „Jetzt schon? Es ist noch nicht mal Acht“, mischte sich Ron verwundert dazwischen, den Hermione wütend anfauchte. „Ich hab Kopfschmerzen, Ronald!“ Damit war sie auf der Treppe und ließ ihre Freunde stutzig zurück, die unten nur wieder die Tür zum Schlafsaal laut zuschlagen hörten.
Drinnen warf sich Hermione aufgebracht auf ihr Bett und riss die Vorhänge zu, über die sie zusätzlich einen Zauber legte, um in dem kleinen knapp 1x2 Meter Bereich gänzlich ihre Ruhe zu haben. Als sie sich auf den Rücken legte, knisterte etwas in ihrer Hosentasche.
Verwirrt griff sie hinein und förderte ein paar Blatt Pergament hervor. Der Brief! Verdammt, sie hatte ihm noch zurückschreiben und seine Fragen beantworten wollen. Die waren allerdings erstaunlich wenig und bezogen sich zudem auch mehr auf ihre Kindheit und die Familie, was ihr ihre Vermutung bestätigte, dass er sie doch um einiges besser kannte, als sie dachte. Ahnte. Das bedeutete dann aber auch, dass es jemand aus ihrer Nähe sein musste. Nur wer? Wer kam dafür in Frage? Auf wen passten die Dinge, die er ihr verraten hatte?
Er hatte geschrieben, er wäre sportlich. Spielte er vielleicht in einer der Quidditchhausmannschaften? Das würde den Kreis der Kandidaten stark eingrenzen. Wenn er am Ende noch so alt war wie sie. . . Plus minus ein Jahr? Das waren nur eine Handvoll Jungs. Ron und Harry fielen da aber gleich ganz raus. Harry hatte sich zum einen Hals über Kopf in Ginny verknallt, wo Hermione auch keinen Zweifel daran hatte, dass Harry sie wirklich wollte und liebte. Ron wiederum. . . Was Ron wollte war und blieb ihr ein Rätsel. Zumal er nie solche Briefe hinbekommen würde und falls doch, sie hätte sofort seine krakelige Handschrift erkannt. Nein, die Beiden kamen definitiv nicht in Frage.
Damit hörte es in ihrem Haus auch schon auf und zu den anderen Häusern hatte sie eigentlich keinen Kontakt weiter. Zumindest nicht so, dass diese Typen so viel von ihre wissen konnten. Blaise vielleicht, wobei. . . Nein. Der würde ihr genauso wenig Briefe schreiben wie Ron, Harry oder noch verrückter, Malfoy!
Schließlich zog sie sich seufzend das Kissen über den Kopf. Sie wurde einfach nicht schlau daraus. Ihr Unbekannter war und blieb ihr ein kleines Mysterium. Eines, was sie sich fest vornahm zu lüften. Irgendwie. Irgendwann. Heute aber nicht mehr. Dafür rauschte es ihr schon wieder viel zu sehr in den Ohren.
Verdammt, hatte Madam Pomfrey nicht gesagt, das würde nach ein paar Stunden aufhören? Offensichtlich nicht, weswegen sie sich nur nochmal kurz hoch quälte, um sich bettfertig zu machen. Wenn das morgen noch immer so war, musste sie wohl oder übel doch noch einmal zu der Schwester. Heute aber nicht mehr. Sie wollte bloß noch ihre Ruhe. Ruhe, Frieden und schlafen. Und in diesem Schlaf vielleicht nochmal etwas träumen.

۩ ۞ ۩


Am darauffolgenden Morgen wurde Hermione völlig unverhofft von Ginny aus dem Bett geworfen.
„Aufstehen!“, trällerte die Rothaarige voller Energie. Hermione blinzelte jedoch verkatert und steckte den Kopf kurzerhand wieder unters Kissen, von wo sie ihre Freundin anmurrte: „Lass mich schlafen.“ „Hey, sag mal was ist denn mit dir los? Du bist doch sonst nicht so verpennt?“, kroch Ginny zu ihr aufs Bett und zog ihr das Kissen vom Kopf, der mehr an einen Afro erinnerte. Der Brünetten standen die Haare sonst wo, da sie gestern nach dem Duschen, so wie sie war, mit ihrem halbnassen Schopf ins Bett gekrochen war. Ginny hatte auf den Anblick dann auch sichtlich zu tun, sich das Grinsen zu verkneifen. Hermiones verpennter, leicht verpeilter Anblick erschien ihr einfach zu göttlich.
„Was?“, knurrte Hermione, worauf Ginny nicht mehr an sich halten konnte und laut losprustete. „Oh Gott, tut mir leid. Merlin nochmal, aber. . . Weißt du, wie drollig du aussiehst?“, lachte sie noch immer und kriegte zur Strafe mit leichtem Nachdruck das Kissen ins Gesicht.
„Danke für die Info, ich lach später drüber!“, knurrte Hermione weiter und fuhr sich grob mit den Fingern durch das Sturmchaos ihrer Haare, was sich damit kaum legte. Das Beste würde sein, sie wusch die nochmal, so bekam sie wenigstens etwas Ordnung rein.
„Und?“, fragte Ginny wieder ruhiger und lugte hinter dem Kissen hervor, sodass Hermione sie ansah. „Was?“ „Geht’s dir besser? Du sahst gestern wirklich ganz schön käsig aus. Was war denn los?“ „Nichts ich . . . ich hatte mir ein bisschen den Kopf angeschlagen. Madam Pomfrey hat mir zwar was gegeben, aber scheinbar hat das doch nicht so geholfen wie gedacht“, murmelte Hermione, worauf die jüngste Weasley nickte.
„Okay. Das erklärt deinen Winterschlaf. Geht’s denn jetzt wieder?“ „Werd ich sehen. Wie spät ist es überhaupt?“ „Fast 11:00 Uhr.“ „WAS?!“, schrie Hermione entsetzt und sah ihre Freundin dementsprechend an. Der klingelten ordentlich die Ohren, die sie sich prompt zu hielt.
„Ah. . . Ich bin taub“, stöhnte sie und massierte sich kurz das eine Ohr, bevor sie meinte: „Mensch Mione, was denkst du, warum ich dich wecken komme? Ich hab mir Sorgen gemacht, weil du beim Frühstück gefehlt hast und auch so noch nicht im Gemeinschaftsraum warst. Und wo ich gerade dabei bin, ich habe deine Post“, flötete Ginny und zwinkerte verschwörerisch, als sie ihr den dicken Brief reichte. Oben auf Hermiones Name, in der ihr langsam vertrauten Schrift.
„Wann hast du. . .“, nahm Hermione ihr den kleinen Schatz gleich ab. „Hyperion war zum Frühstück bei uns. Ich glaube, er hat dich gesucht, ist dann aber zu mir gekommen. Ich schätze der Kleine weiß, dass ich zur Not auch mal Postbote spiele“, griente sie, während Hermione den Brief behutsam in den Händen hielt.
„Willst du ihn nicht aufmachen?“ „Doch.“ „Aber?“ „Ähm. . . nichts“, lächelte Hermione die kleine Unsicherheit weg und öffnete vorsichtig das Kuvert. Zum Vorschein kam jedoch nur eine recht kurze, aber dennoch sehr deutliche Nachricht, zusammen mit einer Phiole, die sie sich verwirrt nahm.

Liebe Hermione,

ich hoffe, es geht dir heute wieder besser. Ich habe mir Sorgen gemacht, als du auf einmal auf dem Gang zusammengebrochen bist. Aber ich denke, Madam Pomfrey hat das sicher wieder hinbekommen. Bitte achte in Zukunft mehr auf dein hübsches Köpfchen. Ich möchte nicht, dass das Schaden nimmt.
Falls dir deine Beule doch noch etwas Probleme bereitet, in der Phiole ist ein starkes Schmerzmittel. Ein Familienrezept eines guten Freundes. Wirkt wahre Wunder.
Ruh dich heute noch ein bisschen aus und lass deine Bücher zur Abwechslung mal im Regal stehen. Das wird deinen süßen Kopf vielleicht noch zu sehr anstrengen. Auch wenn es dir schwer fällt, tu mir den Gefallen und nimm dir heute noch eine kleine Auszeit. Wenn du wieder ganz gesund bist, würde ich mich über eine Nachricht von dir sehr freuen.

Gute Besserung


„Oha. Okay. Wenn ich das jetzt richtig lese, dann hast du dir wohl nicht nur ein bisschen den Kopf gestoßen“, sah Ginny mit einem mahnenden Molly Blick zu ihr. Hermione war aber mit etwas anderem gerade zur Gänze überfordert.
Madam Pomfrey hatte gesagt, sie hatte niemanden kommen und gehen sehen. Und so wie es schien, hatte von ihren Freunden gar keiner mitbekommen, dass es sie umgehauen hatte. Dass, was er ihr jetzt aber schrieb, das. . . Da konnte doch nur er sie in den Krankenflügel gebracht haben. Eine andere Möglichkeit gab es nicht. Er musste es gesehen und sie gleich zu sich genommen haben. Verdammt, sie . . . sie war ihm da ganz nahe gewesen, ohne es zu merken, geschweige denn zu wissen!
„Hermione!“, echote ihr Ginnys Stimme nun wirklich energisch in den Ohren nach, sodass sie zu dem Rotfuchs sah. „Was?“ „Das frag ich dich! Was war gestern noch los? Was ist passiert? Er schreibt, du wärst umgekippt“, deutete sie auf den Brief, worauf Hermione kurz schluckte, auf den Brief, dann die kleine Phiole mit der Medizin und schließlich zurück zu Ginny sah, der sie letztlich erklärte. Als sie geendet hatte, guckte Ginny sie ein bisschen überfahren an, bevor sie lautstark herum keifte.
„Spinnt der?!“ „Aber er hat mich doch zu Madam Pomfrey. . .“ „Ich rede von meinem hormongesteuerten Bruder! Der kann dich doch nicht einfach liegen lassen!? Es wäre doch nicht das erste Mal, dass sich einer auf den Steintreppen was bricht!“, schimpfte sie mit Hermione, die jedoch betreten schwieg, da sie sich ja auch ein wenig von Ron vernachlässigt fühlte. Er hätte wenigstens fragen können, ob alles in Ordnung ist. Wenn sie ja gesagt hätte, wäre es ihr Problem gewesen. So aber. . .
„Da kannst du von Glück reden, dass er dich anscheinend gleich gefunden hat. Wahrscheinlich hat er es sogar gesehen“, mutmaßte Ginny nun, worauf Hermione nickte. „Vermutlich.“ Er hielt sich tatsächlich in ihrer Nähe auf, nur bemerkte sie nie jemanden. Er schien ihr mehr wie ein Schatten zu sein. Es war ein Gedanke, den Ginny dann auch ansprach.
„Dein ominöser Verehrer wird wirklich immer mysteriöser. Da hilft er dir, verschwindet dann aber wieder wie ein. . .“ „Schatten“, beendete Hermione ihren Satz, worauf Ginny nickte. „Das ist schräg aber irgendwie auch richtig faszinierend. Ich frag mich, ob er sich dir irgendwann mal zeigt? Dass er sich nicht gerade wenig Sorgen um dich macht, zeigt das hier nochmal recht deutlich“, deutete sie ihr auf den Brief und die Phiole.
Zwar hatte Hermione keine Ahnung, ob es sich bei der Flüssigkeit, in dem kleinen Gläschen, tatsächlich um ein Schmerzmittel handelte. Inzwischen vertraute sie aber doch mehr und mehr darauf, dass der Fremde, wie Ginny sagte, wirkliches Interesse an ihr und ihrer Gesundheit hatte. So machte sie die Phiole jetzt auch kurz auf und schnupperte an dem goldgelben Inhalt, der ganz mild nach Honig roch, bevor sie es Ginny hinhielt.
„Riecht nach Honig.“ „Ja.“ „Willst du es nehmen?“, fragte sie ihre Freundin vorsichtig, als Hermione den Pfropfen wieder aufsetzte. „Ich weiß nicht. Wenn ich es brauchen sollte, dann schon. Ja.“ „Ohne Kontrolle?“, maß Ginny sie prüfend, sodass Hermione nochmal kurz auf die kleine Phiole sah, bevor sie Ginny wieder ganz in Augenschein nahm.
„Ich denke, das kann ich jetzt riskieren.“ „Wir machen Fortschritte, Miss Granger“, lobte Ginny sie, erkundigte sich dann aber dennoch nochmal bei ihr. „Und dir geht’s jetzt besser? Also ich mein, wenn ich das alles gewusst hätte, hätte ich dich schlafen lassen. Er hat bestimmt nicht ganz unrecht, wenn er sagt, dass dein Kopf noch etwas Ruhe braucht. Du hast gestern ja schon fast den kompletten Tag gepennt und jetzt auch beinahe bis Mittag.“ „Es geht schon wieder. Außerdem bekomme ich langsam ein bisschen Hunger.“ „Ich kann dir was holen, wenn du willst“, bot Ginny an. Ihre Freundin schüttelte aber dankend mit dem Kopf. „Ist nicht nötig. Es geht mir wirklich schon wieder besser. Ich geh nur nochmal fix duschen, sonst amüsiert sich die halbe Schule über das!“, fasste sie sich an das Chaos auf ihrem Kopf, dem Ginny nickend beipflichtete.
„Könnte durchaus passieren. Ich warte unten.“ „Danke.“ Damit verschwand Ginny nach unten und Hermione im Bad. Eine gute Viertelstunde später, machte sie sich mit der Rothaarigen auf den Weg in die Große Halle, um das versäumte vom Vortag nachzuholen. Im Anschluss wurde sie von ihrer Freundin aber wieder zur Ruhe genötigt, wo es Hermione in der Tat recht schwer fiel, ihre geliebten Bücher mal Bücher sein zu lassen. Als sie dann doch nach einem griff, bekam sie sofort von Ginny auf die Finger.
„Keine Bücher. Du weißt, was er gesagt hat.“ „Was er nicht weiß. . .“, versuchte Hermione zu argumentieren, dem Ginny dennoch etwas entgegenzusetzen wusste. „Das wird er von mir erfahren. Ich könnte ihm zur Abwechslung ja auch mal einen Brief schreiben und sagen, dass du dich nicht schonst“, wackelte sie halb tadelnd, halb im Spaß drohend mit dem Zeigefinger.
„Vielleicht zeigt er sich dann ja und fesselt dich ans Bett, damit du dich nicht übernimmst“, griente sie durchtrieben. „So wären gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.“ „Gutes Argument. Weißt du, ich hab langsam den Eindruck, du bist nicht weniger daran interessiert, sein Geheimnis zu lüften wie ich.“ „Ich hab auch nie etwas anderes behauptet“, sah Ginny sie verschwörerisch an. „Der Typ hat was und davon, so hab ich das unbestimmte Gefühl, seeehr viel“, grinste sie nun ein wenig dreckig, sodass Hermione nur eine Sekunde später knallrot anlief und ihre Freundin in spielerischer Art von sich stieß.
„Du bist unmöglich.“ „Hey! Das ist kein uninteressanter Aspekt. Tote Hose ist schließlich auch scheiße. Du könntest ihn ja mal danach fragen.“ Damit wurde ihr Grinsen noch dreckiger, was Hermione nun wirklich unangenehm wurde. „Ich werd ihm ganz bestimmt nicht so eine bescheuerte Frage stellen. Ich weiß doch überhaupt nicht, mit wem ich es zu tun habe.“ „Offensichtlich mit einem guten Geist Hogwarts’.“ „Geister können einen nicht tragen“, gab Hermione ihr trocken zurück. Ginny grinste.
„Im übertragenden Sinne.“ „Ja, schon klar. Aber. . .“, wurde Hermione nun wieder ernster. „Ich geh ständig alle möglichen Jungs durch, finde aber keinen, auf den seine Erzählungen passen und wo ich mir auch sagen würde, der könnte es sein. Ich hab irgendwie ein bisschen das Gefühl, dass es ihn, so hier bei uns, gar nicht richtig gibt. Dass es seinen Grund hat, dass ich ihn nicht sehe, weil. . . Wenn mir jemand nach schleicht, dann merk ich das. Schon alleine wegen Malfoy, damit ich dem Idioten aus dem Weg gehen kann“, knurrte Hermione.
„Apropos Malfoy. Ist dir schon mal aufgefallen, dass er in letzter Zeit nicht mehr ganz so zerknirscht guckt?“ „Du, selbst wenn ihm jemand das Grinsen ins Gesicht tackern und in ein Amor Kostüm stecken würde, wär mir das scheißegal.“ „Uh, Hermione. Du hast mir gerade ein sehr eigenwilliges Bild von Malfoy in den Kopf projiziert“, blinzelte Ginny mehrmals und schüttelte letztlich mit dem Kopf.
„Soll ich mal den großen Hammer holen, um es zu löschen?“ „Lass mal. Hat sich, glaube ich, eben verflüchtigt. Ähm. . . Wo waren wir eigentlich vor Malfoy?“ „Bei Geistern und geisterhaften Typen, die sich zwar um einen kümmern aber nicht zeigen.“ „Kommt sicher noch. Immerhin. . . Er hat dir geholfen und dich zu Madam Pomfrey geschafft. Du hättest währenddessen ja wieder zu dir kommen und ihn sehen können. So groß kann sein Geheimnis dann auch nicht sein, sonst hätte er das nicht riskiert. Oder aber. . .“, holte Ginny plötzlich in einem scheinbaren Geistesblitz weit aus. Den Zeigefinger hoch erhoben.
„Oder. . .?“, setzte Hermione nochmal an, als es in Ginnys Augen zu funkeln begann, bevor sie ihrer Freundin ihre Erkenntnis mitteilte. „Oder aber du bist ihm um ein Vielfaches wichtiger, als sein dunkles Geheimnis.“ „Sind wir jetzt schon bei dunklen Geheimnissen? Vorhin waren wir noch bei guten Geistern.“ „Na ja, so ein kleines Geheimnis hat doch auch seinen Reiz. Und ein Kleines, Dunkles ist manchmal noch reizvoller. Was hältst du denn von einem dunklen Prinzen?“ „Solange du mir nicht mit einem Eisprinzen kommst.“ „Na das wäre ja wirklich absoluter Humbug.“ „Horror!“, lachte Hermione, in was Ginny sofort einstimmte.
Gott wie hatte ihr das gefehlt, mal wieder so richtig herzhaft zu lachen? Das tat ihr unwahrscheinlich gut. Genauso das Gespräch mit Ginny. Dieses leise Rätselraten über ihren Unbekannten, wo sich die Beiden bis spät abends in ihrer Ecke am Kamin wirklich jeden Schüler Hogwarts’ in diese Rolle bastelten, in der schwachen aber dennoch amüsanten Hoffnung eines Geistesblitzes, der jedoch aus und ihr Unbekannter so auch weiter unbekannt blieb.

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