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Fanfiction

Was im Verborgenen liegt - Klare Ansagen

von Alex2303

۩ ۞ ۩


„Draco? Hey, hörst du mich?“ „Was?“, murmelte der Blonde halb im Tran. War er etwa eingenickt? Blaise war doch gerade erst weg, oder nicht?
„Du kannst gleich pennen. Blaise meinte aber, dass deine Schulter ziemlich übel aussieht“, erklärte Charlie, womit sich Draco erneut hoch quälte. Irgendwie hatte er dabei aber ein ganz komisches Gefühl im Körper. Als wäre der gar nicht mehr richtig da, dann aber doch, nur irgendwie wie in Watte eingepackt. In seinem Kopf schien zudem alles zu schwimmen, an den er sich benommen fasste.
„Oh, scheiße.“ „Was ist?“, bohrte Charlie. „Ich glaub, ich kotz gleich.“ „Siehst auch so aus“, wunderte sich Charlie, denn sein Freund war auf einmal noch blasser. Auch stand ihm plötzlich verstärkt der kalte Schweiß auf dem Gesicht.
„Was hast du ihm alles gegeben?“, richtete sich Charlie verunsichert an Blaise, der die ganzen Präparate aufzählte. Und je mehr er aufzählte, umso entsetzter wurde Charlies Blick.
„Bist du wahnsinnig?! Willst du ihn vergiften? Das ist viel zu viel auf einmal! Verdammt, damit kommt sein Körper auf die Schnelle nicht klar!“, schimpfte Charlie, worauf Blaise ein wenig verlegen wurde. „Na ich dachte, lieber alles mit einmal abstellen, bevor es noch schlimmer wird.“ „Glückwunsch! Das hast du damit aber hingekriegt! Die ganzen Tränke behindern sich in ihrer Wirkung so nur gegenseitig!“ „Schön, dass mich mein bester Freund auch noch um die Ecke bringen will“, klinkte sich Draco keuchend dazwischen, bei dem sich Blaise prompt entschuldigte.
„Tut mir leid, aber ich dachte, es hilft.“ „Das Einzige, was da noch hilft, ist Ruhe“, murrte Charlie, betrachtete sich dann aber endlich Dracos Schulter. Als er die Verletzung sah, verzog er ähnlich das Gesicht wie Blaise.
„Wie alt ist das?“, fragte er ernst. „‘ne Woche oder so.“ „Kriegst du das hin?“, bohrte Blaise. Charlie gab ihm allerdings nicht gleich Antwort. Stattdessen nahm er seinen Zauberstab und eine leere Phiole. „Was hast du. . . AU! Verdammt, spinnst du?“, fauchte Draco, als sich Charlie magisch eine kleine Probe des zerfressenen Gewebes abknapste, welches in der Phiole verschwand.
„Ich muss erstmal sehen, was das für Giftstoffe sind, um ein entsprechendes Mittel herzustellen. So wie das aber aussieht. . . Da bleibt ‘ne dicke Narbe zurück“, gestand ihm Charlie, was Draco herzlich egal. Eine mehr oder weniger, fiel doch schon gar nicht mehr auf. Allerdings erinnerte ihn das noch an etwas, was ihm wieder ein bitteres Gefühl durch die Magengegend schickte.
„Wie geht’s Hermione?“ „Hm? Im Moment etwas besser. Ihre äußeren Verletzungen konnte ich heilen. Mit dem Diptam ließ sich das verletzte Gewebe soweit auch problemlos regenerieren.“ „Und ihr Arm?“, fragte Draco unsicher, worauf sich Charlies Blick ein wenig in einer dumpfen Leere verlor. „Hast du das wegbekommen?“, bohrte der Blonde in einer schwachen Hoffnung, doch musste Charlie ihn enttäuschen, denn er schüttelte kaum merklich mit dem Kopf.
„Das sieht ähnlich aus wie deine Schulter. War das das gleiche Messer?“ „Keine Ahnung. Ja.“ „Wenn man es zeitnah behandelt hätte, wäre es vielleicht weggegangen. So aber. . .“, ließ er den Satz offen, womit sich etwas Bedauerndes, leicht Schuldiges auf seine Züge stahl. „Das bleibt.“ „Was?“, klinkte sich Blaise dazwischen, der nicht verstand, von was die Beiden sprachen, sodass sich Draco zu ihm drehte.
„Ich hab dir doch gesagt, dass hauptsächlich Bellatrix sie so zugerichtet hat.“ „Ja und?“ „Sie hat ihr, in ihrem Wahn, gleich am ersten Tag Schlammblut in den Unterarm geritzt“, erklärte Draco tonlos, während es Blaise kurz schüttelte und er zu Charlie sah, der kaum merklich nickte.
„Das ist. . .“, fand Blaise jedoch keine Worte, sodass unter den drei jungen Männern ein betretenes Schweigen einkehrte. Am Ende war es Charlie der dieses brach und Draco mit einem kleinen Schubs zurück in sein Kissen beförderte.
„Man, was. . .“ „Obdormiscunt“, murmelte der Brünette nur, sodass es seinem ohnehin restlos geschwächten Freund sofort die Augen zu zog. „Was machen wir jetzt?“, richtete sich Blaise an Charlie, der Draco die Decke über die Schultern legte und eine kalte Kompresse heraufbeschwor, die auf seiner Stirn ihren Platz fand.
„Ihn schlafen lassen, damit sein Körper richtig zur Ruhe kommt. Ich schau mir das inzwischen mal genauer an“, linste er in die Phiole mit der Probe. „Du bleibst hier und behältst ihn im Auge. Falls etwas ist, ruf mich. Ich sag Sally dann noch, dass sie dir ein paar Bücher aus der Bibliothek bringt. Dann kannst du schon mal gucken, ob du etwas wegen diesem komischen Fluch findest. Den Rest müssen wir dann sehen.“ Damit wollte Charlie gehen, Blaise hielt ihn allerdings noch kurz zurück.
„Warte mal.“ „Noch was?“ „Vielleicht. . .“, begann Blaise nachdenklich und hielt sich schließlich den Zauberstab an den Kopf, aus dem er einen silbernen Faden zog, den er in eine der leeren Phiolen gab, die er Charlie im Anschluss reichte.
„Draco hat mir vorhin alles noch einmal genau erklärt. Hör es dir selber an, bevor ich was Falsches erzähl. Vielleicht fällt dir zu allem noch etwas ein.“ „Mach ich.“ Damit war Charlie aus dem Zimmer raus, wo er um ein Haar mit Tonks zusammengestoßen wäre, die dem Gespräch der Drei interessiert gelauscht hatte. Als Charlie sie jedoch so unverhofft vor sich entdeckte, maß er sie kühl.
„Schnüffelst du uns nach?“, vermutete er frei heraus. Tonks versuchte sich daraufhin in ein Lächeln zu retten. „Ich wollte nur mal nach dem Dickkopf sehen und ob ihr mit ihm klar kommt.“ „Davon kannst du ausgehen“, meinte Charlie reserviert. Er spürte das Misstrauen der beiden Auroren, die seine Freunde begleitet hatten.
„Wenn du nichts dagegen hast, würde ich mich jetzt aber gerne noch um das kümmern“, hielt er ihr die Phiole unter die Nase und meinte ergänzend: „So wie es aussieht, hat nämlich nicht bloß Draco noch immer eine Vergiftung intus, sondern auch Hermione.“ Damit schob er sich an ihr vorbei, noch bevor Tonks ihr gemurmeltes „Sicher“ herausbringen konnte. Sie sah ihm am Ende nur kurz nach, ehe sich ihr Blick erneut klammheimlich in dem Zimmer einfand, wo Blaise auf einem Sessel neben dem Bett hockte und, wie angeordnet, ein Auge auf Draco hatte.
Irgendwann ploppte es und eine kleine Hauselfe tauchte mit einem dermaßen großen Bücherstapel neben dem Slytherin auf, der ihr weit über den Kopf ragte. Blaise nahm ihr diesen allerdings gleich ab und bedankte sich knapp, bevor er den ersten Schinken nahm und zu lesen begann. Es war ein Bild, was sich Tonks auch weiter äußerst fasziniert besah. Verrückt, dachte sie.
Draco hatte tatsächlich nicht gelogen. Die beiden Jungs waren ihnen wahrlich eine riesengroße Hilfe, womit sie in sich hinein lächelte und zurück zu Ginny ging, um zu sehen, ob Charlie mit seiner leisen Prognose Recht behielt und es Hermione wenigstens etwas besser ging.

۩ ۞ ۩


Die kommenden Stunden blieb es ruhig, sah man einmal davon ab, dass Charlie irgendwann völlig zerwühlt und auch ein wenig verrußt, erst bei Blaise aufschlug, der inzwischen den zweiten Schinken bearbeitete. In der Hand hatte er eine kleine Phiole mit einem Gegengift, die er Blaise hinstellte.
„Sobald Draco wach wird, gib ihm das.“ Damit war er wieder weg und nur etwas später bei Tonks und Ginny, die er akkurat links liegen ließ, als sie ihm stutzige Blicke aufgrund seiner Erscheinung zuwarfen. Stattdessen konzentrierte er sich ganz auf Hermione und nahm sie behutsam, um ihr das Mittel einzuflößen, was sie schwach murmeln ließ, bevor sie relativ ruhig weiter schlief.
„Was war das?“, fragte Ginny. „Ein Gegengift“, erklärte er knapp. Kurz darauf sah er sich um und entdeckte nur etwas später auch hier einen erheblichen Haufen von Büchern, die sich auf dem kleinen Glastisch vor der Couch stapelten. Er sah diese nur kurz durch, bevor er zwei davon nahm und sie Ginny und Tonks reichte.
„Macht euch mal nützlich und seht nach, ob ihr etwas findet, was auf diesen Fluch deutet, von dem ihr erzählt habt.“ Mit diesen Worten war er wieder weg, hatte aber auch noch zwei der Schwarten mitgenommen, mit denen er zu Blaise verschwand, der nur kurz zu ihm schielte, bevor er sich erneut in seine Lektüre vertiefte.
Charlie ließ seinen Blick nur nochmal kurz über Draco schweifen, der sich allmählich fing, bevor er sich ebenfalls einen der bequemen Ledersessel ran dirigierte und in diesen fallen ließ. Wenig später tat er es Blaise gleich und begann nach entsprechenden Flüchen zu suchen.
Am Nachmittag schlug auch endlich sein Vater Daniel auf. Und zwar restlos vollgepackt. Charlie klärte ihn lediglich mit allem etwas mehr auf, womit er sich Hermione nochmal näher besah und nach Charlie auch noch ein paar spezielle Zauber auf sie wirkte. Dass sie ihre Wirkung taten, genauso Charlies bereits vorangegangene Behandlung, zeigte sich nach einiger Zeit. Hermione murmelte irgendwann und kam, seit dem Vorfall im Cottage, das erste Mal wieder richtig zu sich kam.
„Süße“, hauchte Ginny, als sie erkannte, dass sie die Augen ein wenig offen hatte. Damit legte auch Tonks das Buch weg und beugte sich zu der jungen Hexe, die dennoch sichtlich Mühe hatte, die Augen offen zu halten.
„Ich sag Charlie Bescheid“, flüsterte Tonks und verschwand. Ginny konzentrierte sich da auch schon gänzlich auf die Brünette, der sie durch die Haare und über die blasse Wange strich.
„Hermione?“, hauchte sie, sodass sie den Kopf der vertrauten Stimme ein wenig zuneigte und nach einer Weile den Rotfuchs erkannte. „Ginny?“, murmelte sie erschöpft, wie auch verwirrt. Ihre Freundin nickte und zwang sich zu einem Lächeln.
„Geht’s dir besser?“, fragte sie behutsam. Hermione sah sich allerdings außerstande ihre Frage zu beantworten, da in ihrem Kopf ein heilloses Chaos herrschte. Sie hatte irgendwie noch immer das beklemmende Gefühl, in ihrem Albtraum festzuhängen, in den sie irgendwann gestürzt war. Das Letzte, an das sie sich wirklich noch klar erinnern konnte, war das Gespräch mit Malfoy, bevor es geknallt hatte.
„Was . . . wo. . .“, murmelte sie auch weiter völlig fertig und ließ die erschöpften Augen ein wenig wandern. Allerdings ohne Ergebnis, denn ihr kam diese Umgebung vollkommen fremd vor.
„Sch. . . Es ist alles gut, Süße. Die Jungs haben sich schon um dich gekümmert“, versicherte Ginny ihr, womit Hermione allmählich wieder der Grund für die Explosion im Cottage einfiel. Die Stimmen. Sie war sich im ersten Moment nicht sicher gewesen, aber da Ginny bei ihr war, mussten es tatsächlich Harry und Ron gewesen sein, die plötzlich in der Tür gestanden hatten.
Sie hatten sie wirklich gefunden und scheinbar nach Hause geholt. Nur wo war dieses zuhause? Darüber hinaus stieg ihr die Frage in den Kopf, wo Malfoy war? Was war mit ihm? Sie hatte noch mitbekommen, dass es ihn durch den Angriff ihrer Freunde völlig ausgerußt hatte.
„Wo is. . .“ „Sie ist wach?“, hörte sie dann aber erstaunt eine Stimme, die sie schon eine halbe Ewigkeit nicht mehr vernommen hatte. Kurz darauf tauchte passend dazu der entsprechende Mensch auf, dem noch einer folgte, den sie genauso lange nicht zu Gesicht bekommen hatte. Mit bei den beiden Jungs, Tonks.
„Charlie?“, kam es ihr verblüfft über die schwachen Lippen. Als er und Blaise sahen, dass Tonks nicht übertrieben hatte, stahl sich auf die Gesichter der Beiden ein erleichtertes Grinsen.
„Hey! Unsere Prinzessin ist wieder wach“, strahlte Blaise noch etwas mehr und beugte sich zu ihr, wo er ihr direkt einen kleinen Kuss auf die Wange hauchte „Willkommen zurück“, was Tonks verblüfft zur Kenntnis nahm. Ginny wiederum lächelte furchtbar sanft und erleichtert, was Tonks endgültig verriet, dass zwischen den Vieren eine, zwar mehr als ungewöhnliche aber dennoch wohl umso tiefere, Freundschaft bestand. Für Hermione war die Gegenwart der beiden Slytherin Jungs gerade aber ein wenig zu viel, wenngleich sie sich freute die Zwei zu sehen, verstand sie dennoch nicht was sie hier machten?
„Wo . . . wo kommt ihr auf einmal her?“ „Aus dem Nebenzimmer?“, schmunzelte Blaise, während Charlie bereits näher nach ihr sah.
„Wie fühlst du dich?“ „Was?“ „Hast du noch sehr starke Schmerzen?“, wurde er ernst, worauf sie kaum merklich nickte, dann aber auch wieder leicht mit dem Kopf schüttelte, da sie die ganze Situation um sie herum vollkommen verwirrte.
„Was . . . was ist passiert? Wo . . . wo sind Harry und Ron und . . . und Malfoy?“ „Draco pennt im Nebenzimmer und wo die beiden Spinner sind, da fragst du besser Ginny“, schnalzte Blaise giftig, sodass Hermione noch immer fertig zu ihrer Freundin sah. Diese versuchte ihr zu erklären und die Lücken in ihrer Erinnerung zu füllen, was Hermione am Ende wieder zu Blaise und Charlie sehen ließ, als Ginny bei der Sache angelangt war, dass es wohl Malfoys Idee war, sie zu Charlie zu bringen. Mehr noch als dieser Aspekt überraschte sie, genauso wie zuvor Ginny, dass Malfoy ganz offensichtlich über die Verbindung Bescheid gewusst hatte, die sie und Ginny zu Blaise und Charlie pflegten.
„Er hat das gewusst?“ „Überrascht?“, grinste Blaise zufrieden, da ihr das doch recht deutlich ins Gesicht geschrieben stand. Hermione blieb dann auch etwas der Mund offen stehen. Fassungslos.
Er hatte das gewusst und augenscheinlich auch noch geduldet, dass sich seine besten Freunde mit ihr und Ginny abgaben? Das war doch total verrückt! Genauso verrückt, wie sich der Blonde schon die letzten Tage ihr gegenüber verhalten hatte.
„Tja, unser lieber Draco steckt voller Geheimnisse.“ „Die meistens keine Guten sind“, murrte Ginny und fing sich zur Strafe einen bösen Blick von Blaise ein. Hermione war hingegen noch immer versucht das Ganze zu verarbeiten, nur war das im Augenblick für ihren hämmernden Schädel auch weiter zu viel, sodass sie sich vorerst mit weniger zufriedengab.
„Wie geht’s ihm?“, richtete sie sich an Blaise, den ihre Frage kurz überraschte, bevor er griente. „Du machst dir doch nicht etwa Sorgen um den Dickschädel?“ Daraufhin schwieg sie, spürte zeitgleich aber ein noch heißeres Feuer durch ihre Venen kriechen, als die Frage gänzlich in ihrem Kopf ankam.
„Er wird’s überleben“, meinte Charlie, worauf Hermione zu ihm sah. Auf der einen Seite seltsam erleichtert, auf der anderen doch noch etwas unsicher. „Was . . . was war denn?“ „Nichts. Nur das der Schwachkopf Weasley ihn fast abgemurkst hätte“, schnalzte Blaise, sodass Ginny ihm gleich ins Wort fiel und Ron in Schutz nahm.
„Man, das war ein Unfall!“ „Unfall?“, zischte Blaise sie wütend an. „Ich war zwar nicht direkt dabei, aber ich hab das Chaos bei euch gehört, also komm mir nicht von wegen Unfall! Dieses Spatzenhirn hat es doch darauf angelegt. Draco konnte sich noch nicht einmal gegen den Fluch schützen!“ „Er ist doch selber schuld, wenn er Ron provoziert!“, fauchte Ginny zurück und meinte weiter: „Wenn er seine scheiß Klappe gehalten hätte, wäre es doch gar nicht erst soweit gekommen!“ „Draco kann seine Zunge aber nicht im Zaum halten. Davon abgesehen ist das kein Grund auf einen Wehrlosen loszugehen!“ „Ach nein? Dann sagt das mal euren Death Eatern! Die interessiert es doch auch nicht, ob sie einen Wehrlosen, Unschuldigen quälen und töten!“ „Steck uns ja nicht mit denen in einen Topf, das sag ich dir!“, wurde Blaise nun wirklich wütend, was sich überdeutlich in seinen dunklen Augen widerspiegelte und dafür sorgte, dass sich Ginny im Kommenden auf die Zunge bis, da sie schon den nächsten Spruch parat hatte. Nämlich, dass Malfoy zu denen gehörte, auch wenn das alles, was gerade war, für sie sehr suspekt war.
„Es reicht!“, sprach Charlie ein Machtwort, als beide nachfeuern wollten. „Wenn ihr zwei nicht sofort die Schnauze haltet, schmeiß ich euch raus!“, drohte er ihnen. „Wir haben im Moment noch ganz andere Probleme.“ Damit warf er Ginny das Buch wieder auf den Schoß, die durch das plötzliche Gewicht ein wenig zuckte. Blaise zerrte er dann auch noch vom Bett runter, bevor er sich pampig an Ginny wandte.
„Habt ihr irgendwas gefunden?“ „Nein“, murrte diese, sah allerdings etwas schuldig auf das dicke Buch, wo sie noch nicht einmal die Hälfte durchgesehen hatte. Charlie ließ es dann auch auf sich beruhen und sah nun wieder ruhig zu Hermione, der die Zankerei ihrer Freunde nicht geheuer war.
„Kannst du dich an irgendetwas erinnern? Weißt du vielleicht, was für Flüche es noch waren, außer dem Cruciatus?“ Daraufhin wurde sie kurz richtig weiß, bevor sie kaum merklich mit dem Kopf schüttelte und recht dünn „Nein“ murmelte. Etwas, was Charlie befürchtet hatte, seine Freundin dann aber aufmunterte.
„Okay dann. . . Ruh dich aus. Wir finden etwas. Wir stellen das alles ab und dann geht’s dir wieder gut. Versprochen“, lächelte er warm und strich ihr durch die zerwühlten Haare. „Versuch noch ein bisschen zu schlafen. Ich hab dir ein paar Tränke fertig gemacht. Die sollten die Schmerzen soweit eindämmen, damit du Ruhe hast“, deutete er auf das Tablett, was schon die ganze Zeit auf dem Tisch neben dem Bett stand.
„Danke“, zwang sie sich zu einem Lächeln und spürte recht deutlich, wie ihr die Tränen über die heißen Wangen kullerten. Die Beiden waren wirklich lieb.
„Aber nicht dafür. Wenn du jemandem Danke sagen willst, dann sag das Draco, wenn er wieder wach ist. Es war seine Idee, dich herzubringen. Und so wie ich das verstanden habe, hat er dich ja auch aus dem Manor rausgeholt.“ „Hm“, machte Hermione daraufhin, als sie an die Schattengestalt zurückdachte, die sich erst etwas um sie zu gekümmert und sie letztlich auch in Sicherheit gebracht hatte. Dass sich dieser Schatten nun zunehmend als Malfoy entpuppte, hätte sie nie gedacht. Überhaupt alles was war. Dennoch schien es so zu sein.
„Tja, unser lieber Draco steckt voller Geheimnisse“, hatte Blaise grinsend rausgehauen, was immer mehr den Tatsachen zu entsprechen schien und sie sich erneut fragte, was sich noch alles in ihm, wie auch hinter seiner eigentlichen Erscheinung verbarg, die sie sonst nur zu Gesicht bekommen hatte?

۩ ۞ ۩


Es war bereits spät am Abend, schon fast frühe Nacht, als sich die Wirkung des Schlafzaubers, aber auch der Tränke legte und Draco ziemlich verpeilt zwischen den beiden Kissen hervor blinzelte. Er war noch immer nicht richtig wach und der Versuchung unglaublich nahe, den Kopf schlicht und ergreifend einfach wieder unter den Kissen verschwinden zu lassen. Allerdings hatte Blaise es bemerkt und legte das Buch weg. In der nächsten Sekunde zog er seinem Freund eines der Kissen vom Kopf.
„Wieder unter den Lebenden?“ „Schnauze“, murrte Draco nur und sah sich müde um. Inzwischen war auch Charlie bei ihm. „Geht’s dir besser?“ „Hm“, murmelte er noch immer im Tran, während Blaise stichelnd meinte: „Siehst auch nicht mehr ganz so wie ausgekotzt aus.“ „Wer hat denn versucht mich zu vergiften?“, zischte Draco, doch der Dunkelhäutige grinste bloß. „Als ob du dich so leicht vergiften lässt.“ „Wo wir gerade dabei sind“, klinkte sich Charlie dazwischen und hielt dem Blonden eine Phiole hin, die er sich skeptisch besah.
„Noch mehr?“ „Das ist gegen die Vergiftung des Messers“, erklärte er und hatte damit die Hand kurz an Dracos Stirn liegen. „Damit sollte das Fieber weggehen, also frag nicht, sondern schluck es. Es müsste recht schnell wirken. Danach guck ich nochmal, ob ich deine Schulter halbwegs hinbekomme. Und dann isst du was! Du siehst aus, als hättest du seit Wochen nichts hinter gewürgt.“ Kam sogar hin, dachte Draco müde und nahm seine Medizin. Kurz darauf spürte er recht deutlich, dass Charlie nicht untertrieben hatte. Das Stechen und Brennen ebbte ab, womit sein Kreislauf allmählich zu einem normalen Rhythmus zurückfand und er sich seit Tagen doch etwas wohler fühlte.
„Zu viel versprochen?“, grinste Charlie, in was Draco matt einstimmte und ein wenig wirsch „Danke“ murmelte. „Das aus deinem Mund?“, zog Charlie ihn auf und bekam zur Belohnung den gewohnt genervten Malfoy Blick.
„Das sieht eher nach dir aus“, schmunzelte er, wurde aber gleich wieder ernst. „Ich sag Sally wegen Essen Bescheid. Du kannst dich solange ja noch etwas hinlegen.“ „Ich wär mehr für eine Dusche zu haben.“ „Oder so was. Dann seh ich mir aber nochmal deine Schulter an. Klar?“ „Klar.“
Daraufhin kroch Draco aus dem Bett, wo Blaise ihm nur kurz auf das angrenzende Bad deutete, in dem er dankbar verschwand. Er huschte unter die Dusche und ließ sich die ersten zehn, fünfzehn Minuten einfach nur von dem angenehm warmen Wasserstrahl berieseln. Dabei ließ er den ganzen Stress, die Angst, Unruhe und was ihn nicht noch alles erdrückt hatte, einfach in den Abfluss fließen.
Es war ihm eine unvergleichliche Wohltat, mehr schon ein längst vergessen geglaubter Luxus, mal richtig abschalten zu können und alles hinter sich zu lassen. Vergessen zu können, gleich so, als wäre der Schrecken der letzten Jahre nie gewesen. Dieser holte ihn in Form von Charlies Ruf jedoch viel zu schnell wieder ein, womit ihm erneut klar wurde wo er war, allen voran warum. Was passiert war.
Als das der Fall war, drehte er den Wasserstrahl nochmal kurz auf eiskalt, um richtig wach zu werden und seinem noch immer etwas müden Kreislauf einen ordentlichen Tritt in den Hintern zu verpassen, bevor er den Eisregen abstellte und aus der Dusche trat.
„Bist du eingeschlafen?“, rief Blaise und steckte den Kopf ins Bad. Zum Dank wurde er mit einem genervten Blick belohnt. Blaise ließ sich allerdings nicht davon stören, sondern legte Draco nur schnell ein paar frische Sachen hin, bevor er meinte: „Komm in die Hufe, das Essen wird kalt.“ Damit war er weg und Draco bei dem Klamottenhaufen, wo er rasch in die dunkelgraue Jeans, das weiße Shirt und hellblaue Hemd schlüpfte. Keine fünf Minuten später betrat er wieder das Schlafzimmer. Nebenher rubbelte er sich die Haare trocken, durch die Blaise ihm gleich neckisch strich.
„Nimm die Pfoten weg“, knurrte Draco, der dieses Gefummel auf den Tod nicht ausstehen konnte. Und genau deswegen machte Blaise fröhlich weiter, bis Draco ihn wütend am Handgelenk ergriff, was er ihm doch etwas fester abdrückte.
„Wenn du nicht sofort aufhörst, vergeß ich mich.“ „Nur zu“, grinste Blaise und rekte ihm einladend das Kinn hin. Draco kam allerdings nicht dazu, ihm den unausgesprochenen Wunsch zu erfüllen, da Charlie ihn zurück und damit auch das Hemd über der Schulter ein wenig runter zog.
„EY!“ „Jetzt halt still“, murrte Charlie und deutete mit seinem Zauberstab auf die Wunde, über die er leise „Episkey“ murmelte. Damit schloss sich die Wunde gänzlich, da die Giftstoffe die Heilung nicht mehr behinderten. Allerdings blieb um den Einstich eine deutliche Vernarbung zurück. Genauso wie Charlie befürchtet hatte. Auf diese träufelte er Draco noch etwas von dem Diptam, um wenigstens die Wulst des zerstörten Gewebes verschwinden zu lassen, sodass nur noch ein großer, heller, fast weißer Fleck, auf Dracos Schulter prangte. Dieser tastete kurz mit der Hand darüber, um festzustellen, dass da nichts mehr war.
„Und jetzt?“ „Essen“, grinste Blaise. „Ich hab keinen Hunger“, muffelte Draco. „Das kannst du sonst wem erzählen. Setzen“, scheuchte Blaise ihn zum Tisch, sodass Draco murrte: „Ihr seid schlimmer als zwei Glucken!“ „Selber schuld. Wir hatten ausgemacht, dass du dich meldest“, meckerte Charlie. „Ich konnte halt nicht, okay? Oder denkt ihr ernsthaft, ich lass mich freiwillig mit diesen Psychopathen wegschließen?!“, fauchte er, worauf sich Blaise und Charlie kurz schuldig ansahen, sich diese Schuld aber nicht weiter anmerken ließen.
„Die bist du jetzt aber los.“ „Merlin sei Dank“, murmelte er und sah etwas angewidert auf seinen Teller. Zwar stimmte es, dass er die letzten Tage, mehr noch Wochen, so gut wie gar nichts in den Magen bekommen hatte, das dumpfe Hungergefühl hatte irgendwann aber soweit nachgelassen, dass es ganz verschwunden war und auch keine Anstalten machte zurückzukommen.
„Iss“, drängte Charlie, allerdings wusste sich Draco geschickt um die Aufforderung zu drücken. „Wie geht’s ihr?“ „Was?“ „Hermione.“ Daraufhin sahen sich Charlie und Blaise ein wenig unschlüssig an, was Draco unruhig stimmte.
„Was?“ „Nichts. Sie war vor ein paar Stunden kurz wach.“ „Sie war wach? Richtig wach, oder. . .“ „Richtig wach“, wusste Blaise ihn zu beruhigen und lümmelte sich schließlich in den nebenstehenden Sessel.
„Sie war anfangs noch ein bisschen neben sich, bis wir ihr alles erklärt haben.“ „Was erklärt? Ihr habt ihr doch nicht etwa. . .“, wurde Draco bleich. „Natürlich nicht. Sag mal. . . ?“, schüttelte Blaise mit dem Kopf, bevor er spitz grinste, und meinte: „Das erklärst du ihr alles schön selber.“ Daraufhin schwieg Draco. Sie würde das alles doch ohnehin nicht glauben. Dafür war zu viel passiert. Dafür klang es zu verrückt.
Schließlich stand er auf und war weg, noch bevor Blaise oder Charlie ihn zurückhalten konnten. Sie riefen zwar noch nach ihm, doch er ignorierte die Beiden und verschwand in das Zimmer, in dem Hermione lag. Charlie und Blaise im Nacken.
„Man, was hast du jetzt. . .“, brach Blaise allerdings ab, als Draco an der Tür zum Schlafzimmer stehen blieb und auf das vor sich sah. Nachdenklich aber auch bedrückt, weshalb ihm sein Freund beruhigend die Hände auf die Schultern legte und sich zu ihm beugte.
„Sie wird wieder gesund. Wir finden etwas. Also mach dir keinen Kopf. Und dann erklärst du ihr endlich alles. Und zwar von Anfang an. Hast du mich verstanden?“ Draco gab ihm auf den Hinweis jedoch keine Antwort. Stattdessen fraß sich sein Blick an Hermione fest, was nun auch Tonks und Ginny bemerkten. Die Rothaarige maß ihn recht kühl, während Tonks zufrieden grinste.
„Wieder unter den Lebenden?“, scherzte auch sie, worauf Ginny kaum hörbar „Leider“ murmelte und die Nase zurück in ihr Buch steckte. Draco schenkte den Beiden allerdings nur kurz minimale Beachtung, bevor er ganz ins Zimmer trat, um richtig nach Hermione zu sehen. Sie schlief relativ ruhig, war aber noch immer so bleich, ebenso wie ihr der kalte Schweiß auf dem Gesicht glänzte. Auf den Anblick legte er ihr die Hand auf die Stirn, bevor er im Kommenden stinkig zu Charlie sah.
„Hast du nicht gesagt, du hast dich um sie gekümmert?“ „Hab ich auch. Dass sie noch immer so sehr glüht liegt an etwas anderem.“ „Eine Lungenentzündung?“, warf Draco in den Raum, worauf Charlie mit dem Kopf schüttelte.
„Es sind weder ihre Verletzungen noch die Lungenentzündung. Darum haben Paps und ich uns gekümmert. Es hängt vermutlich mit diesem Fluch zusammen.“ Damit richtete er sich an Tonks.
„Habt ihr etwas gefunden?“ „Noch nicht.“ „War sonst noch was? War sie nochmal wach?“ „Nichts“, erklärte Tonks, während Ginny Draco gefährlich im Auge behielt. Ihr war das nach wie vor nicht geheuer, dass er ihrer Freundin so nah war, auch wenn er wohl wirklich nichts Böses im Sinn hatte. Sie traute ihm dennoch nicht weiter, als sie Kingsley werfen konnte.
Draco hatte die Anwesenden inzwischen komplett ausgeblendet, als er Hermione durch die Haare und schließlich über die blasskalte Wange strich. Es interessierte ihn nicht, dass Tonks und allen voran das Miniwiesel, ihn spitz musterten. Tonks wusste durch seine Mutter ohnehin schon viel zu viel und was Weasley anging, die war ihm scheißegal. Sollte sie denken was sie wollte. Er würde sich jetzt hier, solange es Hermione noch so schlecht ging, nicht wie der letzte Arsch benehmen, nur weil gewisse Leute so ein Verhalten von ihm erwarteten.
Schließlich richtete er sich auf und verschwand in dem angrenzenden Bad, wo er sich einen der Lappen nahm und in dem frischen Eiswasser tränkte, bevor er zurück kam und Hermione den kalten Umschlag auf die Stirn legte, was sie leise seufzen ließ. Ginny konnte auf das Bild jedoch nicht mehr an sich halten.
„Okay, was soll das?“, fragte sie frei heraus und sah ihn wütend an, sodass er sie giftig von unten taxierte. „Was?“ „Frag nicht so blöd. Das weißt du ganz genau! Ich will wissen, was du vorhast? Was das soll!? Wieso tust du das alles? Warum mimst du uns hier auf einmal den ach so hilfsbereiten und besorgten Freund? Denkst du ernsthaft, das würde dir irgendjemand abkaufen? Dass es irgendetwas ändern würde? Denkst du wirklich, du könntest so alles was du getan hast ungeschehen machen? Dass man einem Death Eater wie dir glaubt?!“ „Ginny!“, fuhr Tonks ihr daraufhin scharf dazwischen, doch die junge Hexe funkelte den Blonden auch weiter wütend an, der sie seinerseits giftig taxierte. Am liebsten hätte er sie auf alles was sie ihm vorwarf angeschrien. Stattdessen fraß er es in sich hinein und rauschte ab, wo Blaise ihm gleich folgte. Charlie drehte sich hingegen kurz giftig zu Ginny.
„Du hast keine Ahnung was du da gerade gesagt hast.“ Damit war auch er weg. Ginny sah ihm allerdings nur kurz sauer nach, bevor sie sich erneut ihr Buch nahm, um dort weiterzulesen, wo sie aufgehört hatte. Tonks sah sich auf alles jedoch etwas im Regen stehen.
Auf der einen Seite wollte sie mit Draco reden und ihn . . . nun ja, wieder aufmuntern, dass Ginny das sicher nicht so gemeint hatte. Auf der anderen war da die Rothaarige, der sie überlegte ein paar von den Dingen zu erklären, die sie durch ihre Mutter und Tante erfahren hatte.
„Ginny, das war . . . gemein.“ „Ich hab nur die Wahrheit gesagt“, knurrte sie und blätterte um. Tonks erkannte daran überdeutlich, dass sie sich so schnell nicht von ihrer Meinung und den Gedanken abbringen ließ. Dass es vergebliche Liebesmüh war, ihr andere Dinge vor Augen zu halten, womit sie sich ebenfalls ihr Buch nahm, damit sie diesen verdammten Fluch endlich fanden.

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Hoch motivierte Angestellte vergessen morgens aus der S-Bahn auszusteigen, weil sie unbedingt das Kapitel zu Ende lesen müssen. Seit die Potter-Bücher auch in den Chef-Etagen aufgetaucht sind, häufen sich im Management die plötzlichen Krankmeldungen.
Meike Bruhns, Berliner Zeitung