Forum | Chat | Galerie
 
Startseite | Favoriten
Harry Potter Xperts
Harry Potter Xperts
Startseite
Newsarchiv
Link us
Sitemap
Specials
Shop
Buch 7
Buch 6
Buch 5
Buch 4
Buch 3
Buch 2
Buch 1
Lexikon
Lustige Zitate
Gurkensalat
Hörbücher
Harry, A History
Steckbrief
Biographie
Werke
Erfolgsgeschichte
Interviews
Bilder
Harry Potter & Ich
JKRowling.com
Film 7, Teil 1 & 2
Film 6
Film 5
Film 4
Film 3
Film 2
Film 1
Schauspieler
Autogramme
Galerie
Musik
Videospiele
Downloads
Lesetipps
eBay-Auktionen
Webmaster
RSS-Feed
Geburtstage
Gewinnspiele
Twitter
Fanart
Fanfiction
User-CP
Quiz
Währungsrechner
Forum
F.A.Q.
Über uns
Geschichte
Impressum

Fanfiction

Was im Verborgenen liegt - Tödliche Schatten

von Alex2303

۩ ۞ ۩


Ohne jegliche Vorwarnung durchfuhr Draco ein heftiges Zucken, was sich allen voran Charlie unruhig besah. Er war jetzt schon seit gut einer halben Stunde weg und bis eben schien alles nach Plan zu laufen. Bis eben.
Sein Freund fing auf einmal aber an zu zittern und krampfte stärker nach Hermiones Hand. Er atmete immer schwerer, genauso wie es hektisch unter seinen Lidern zuckte, was auch den Anderen auffiel. Ganz besonders Tonks.
„Was passiert da?“, fragte sie Charlie unsicher, der selber keine Ahnung hatte, sondern nur vermuten konnte. Und seine Vermutungen schmeckten ihm nicht.
„Ich weiß es nicht, aber. . . Scheinbar hat er dieses Ding gefunden.“ „Oder es ihn“, flüsterte Blaise, worauf Charlie schluckte, bevor er knapp nickte und Draco die Hand auf die Stirn legte, da er ihm blasser erschien als zuvor. Kurz darauf wusste er auch warum. Er fing plötzlich an zu fiebern.

„Aufhören!“, schrie er getrieben in die Dunkelheit, die ihn drohte zu verschlingen. Dabei flammten Bilder, Geräusche und Gefühle in und um ihn herum auf, die er hatte vergessen und aus seinem Geist verbannen wollen. Jetzt waren sie so real wie eh und je.
„Hör auf!“, glaubte er seine Mutter verzweifelt rufen zu hören und hatte damit wieder vor Augen, wie Lucius sie maßregelte und schließlich verletzte.


„Draco? Hey“, versuchte Charlie ihn anzusprechen, als das Zittern und Zucken unter seinen Lidern noch schlimmer wurde. „Schirm deinen Kopf ab. Lass dieses Ding nicht in deinen Kopf!“, redete er auf ihn ein und hoffte, dass sein Freund ihn irgendwie hörte und die Okklumentik hinbekam. Er musste sich und seinen Geist vor dem Mindeater schützen, denn so wie es schien, hatte dieses Ding in ihm noch ein Opfer gefunden.
„Das geht schief“, murmelte Blaise unruhig und wurde selbst ein wenig blass, während Charlie es eindringlicher versuchte.

„. . . Draco!“, hallte es ihm, unter den ganzen Schreien, auf einmal leise in den Ohren nach. Er brauchte jedoch einen Moment, bis er die Stimme jemanden zuordnen konnte, was ihm mit dem nächsten Ruf gelang.
„. . . Okklumentik. . .“, vernahm er Charlie nochmal, womit er in der ersten Sekunde nichts anzufangen wusste, allerdings ohne nachzudenken auf die stille Aufforderung reagierte und diese Mauern um sich herum errichtete. Damit ebbten die Schreie ab und hörten schließlich ganz auf, genauso wie die dunklen Bilder der Vergangenheit verschwanden und ihm plötzlich klar wurde, was passiert war. Wo er war, allen voran aber warum.


„. . .mione. . .“, hörten die Freunde ihn gebrochen murmeln, als das Zittern etwas erstarb, worauf Ginny nervös zu Charlie sah.
„Hat . . . hat er sie gefunden?“ „Keine Ahnung. Anscheinend hat er mich aber gehört und auch verstanden, was ich ihm gesagt hab.“ „Denkst du, er konnte dieses Ding von sich fernhalten?“, mischte sich Tonks beunruhigt dazwischen.
„Vielleicht. Fragt sich nur, wie lange das gut geht“, murmelte Charlie unschlüssig und behielt jede noch so kleine Regung Dracos genauestens im Auge, um im Notfall gleich reagieren zu können.

Er sah es nun ganz deutlich. Diese Schatten, die um ihn herum tanzten und sich zeitweise zu Totenköpfen formten, die SEIN Gesicht trugen.
Das war es. Das mussten diese Dinger sein. Hermione hatte es ihm grob beschrieben. Das musste dieser Mindeater sein. Nur wie sollte er den vertreiben? Wie sollte er Hermiones Geist vor diesem Ding isolieren? Er hatte ja schon Mühe, sich selbst dieses Ding von der Pelle zu halten, denn es begann ihn stetig zu attackieren und versuchte durch seine Barriere zu dringen.
Doch damit nicht genug, suchten sich noch immer mehr dieser Schatten ihren Weg durch die Ritzen der Tür, gleich so, als hätten sie dort ihren Ursprung. Einen, den er vernichten musste, anstatt sich hier mit den kleinen Ablegern zu beschäftigen. Wenn er den Kern dieses Schattens fand und vertreiben konnte, würde sicher alles verschwinden, womit er sich gänzlich der Tür zudrehte. In sich aufs Neue diese Angst, die er letztlich runter schluckte und durch die schwere Tür trat.
Als sie aufschwang, schlug ihm jedoch eine einzige dunkle Woge entgegen, die drohte ihn unter sich zu begraben.


Wieder. Es geschah von neuem. Draco verkrampfte sich ein weiteres Mal gequält und riss mit der freien Hand an der Decke herum. Seine Atmung zog unwahrscheinlich an, ebenso wie es gefährlich unter seinen Augen zuckte. Aus diesen kamen ihm dann auch die Tränen. Nur waren es keine wirklichen Tränen, sondern Blut.
„Scheiße, DRACO!“

Er hatte schlagartig das Gefühl zu ersticken. Dass es ihn innerlich zerriss, verbrannte und, und, und. Es war ein Schmerz, der ihm um ein vielfaches schlimmer erschien, als der des Cruciatus. Er konnte kaum noch klar denken, da dieser Schmerz alles vertrieb, zerriss und letztlich seinen Geist komplett in Brand steckte.
Er wollte schreien, doch seine Kehle war wie zugeschnürt und ausgebrannt. Verdammt, er wollte einfach nur sterben, damit dieser Wahnsinn ein Ende fand. Um ihn tobte jedoch weiter eine abgrundtiefe Dunkelheit, in die er getrieben, wie auch keuchend sah und neben der unendlichen Schwärze noch etwas anderes ausmachte. Nämlich den Grund für alles.

Hermione!, schoss es ihm glasklar durch den Kopf. Er sah ihre bleiche Erscheinung, einige Meter von sich entfernt, die drohte von diesem tödlichen Dunkel verschlungen zu werden.
Sie hing reglos in den Schatten, die sich gänzlich um ihren zierlichen Körper legten. Bis auf ihren Kopf, mit dem blassen Gesicht, auf dem die Bluttränen schimmerten, ragte nur noch ihr Oberkörper teils aus dem Dunkel hervor. Ein kleines Stück der rechten Schulter. Etwas von ihrem linken Arm mitsamt der Hand, wie auch ein schmaler Streifen ihrer Taille.
„Scheiße“, fluchte Draco auf den Anblick und mühte sich abermals mit dem Okklumentik Schild ab. Er versuchte diesen gegen das schier übermächtige Dunkel erneut aufzubauen, was ihm mehr schlecht als recht gelang. Der Schmerz ebbte zwar leicht ab, ließ ihn aber nicht los. Dennoch versuchte er sich ihrer Gestalt zu nähern, während neben ihm immer wieder die fürchterlichsten Bilder aufblitzten, sodass er sich noch weniger auf seinen Schutz konzentrieren konnte, als ohnehin schon.
Er sah in aller Deutlichkeit, wie sie durch Bellatrix und auch die Anderen gefoltert wurde. Er sah die Dinge, die sich im Kerker abgespielt hatten. Da waren Crabbe, Goyle und letztlich Lucius, die sie noch zusätzlich verletzten und materten. Er hörte sie schreien, wimmern und flehen, sie mögen aufhören. Dann hörte er sie erneut wie wahnsinnig schreien, als Bellatrix ein weiteres Mal den Cruciatus durch ihren Körper jagte, was seine Wut nur noch mehr schürte, zeitgleich aber seine Konzentration immens schwächte und damit auch seinen Schutz.
Verdammt, er musste das abstellen! Er musste sich von diesen fürchterlichen Bildern losreißen, weshalb er versuchte nicht mehr darauf zu achten und stattdessen den Okklumentik Schild wieder mehr aufzubauen. Nur war dieser inzwischen bereits so bröckelig, dass ihn seine eigenen Gedanken und Erinnerungen aufs Neue quälten.
Da war der ganze Horror der vergangenen Jahre, in dem für einen kurzen Moment allerdings noch ein völlig anderes Bild in seinem Kopf aufblitzte, an das er den Mindeater keinesfalls heranlassen wollte. Es war ein Bild, was dafür sorgte, dass er sich wieder hoch quälte und weiter vorkämpfte. Mehr und mehr. Zeitgleich nahm dieses fürchterliche Gefühl von Schmerz, Kälte und Hoffnungslosigkeit erneut zu. Es war ihm, als würde es ihn zerreißen und verbrennen. Damit verbunden spürte er einen scharfen Schnitt in der Brust, der ihm drohte die Luft zum Atmen zu nehmen. Beinahe zeitgleich regte sich auch in dem Dunkel um Hermione etwas.
Der Schatten begann ihre Erscheinung noch stärker zu umhüllen und drohte sie gänzlich in die Schwärze zu ziehen. Er legte sich über ihre Züge und nahm die bleiche Gestalt am Ende vollkommen in sich auf.
„NEIN!“


„Hermione?“, hauchte Ginny zittrig, als ihre Freundin minimal die Augen aufschlug. Beinahe im gleichen Moment durchfuhr es Draco, der nur eine Sekunde später, in einem halb erstickten Keuchen, Blut hustete.
„Scheiße!“, stieß Charlie auf den Anblick panisch aus, fuhr hoch und warf dabei seinen Stuhl um. Ginny und die restlichen Anwesenden wurden dann auch schon bleich, als sie das Blut sahen, während Draco wie ein Irrer mit der freien Hand an der Bettdecke herumriss.
„Aber . . . aber. . .“, stammelte Ginny und sah völlig verstört zu Hermione, deren Augen zwar ein kleines Stück offen, jedoch seltsam getrübt waren. Dann sah sie noch etwas. Einen Schleier wie einen Schatten, der scheinbar in den trüben, braunen Augen ihrer Freundin umher huschte.
Noch als sie versuchte zu begreifen, was es damit auf sich hatte, weitete sich der Blick der Brünetten und sie fing an zu schreien. Nur einen Augenblick später kamen die Bluttränen und das Venennetz zurück, während sie sich unter Schmerzen wand.
„Das geht schief. Verdammt, das geht schief“, keuchte Blaise verstört, sodass Ginny Charlie anschrie: „Tu doch was!“ Dieser sah sich jedoch außerstande irgendwie zu reagieren. Er hatte keine Ahnung, was er machen sollte? Wie er all das unterbinden und aufhalten sollte, weswegen sich Ginny zu Malfoy beugte und versuchte seine verkrampfte Hand von der Hermiones zu lösen.
„Spinnst du, NICHT!“, schrie Charlie und hielt sie panisch zurück. „Wenn du die Verbindung zwischen den Beiden gewaltsam trennst, verliert sich Dracos Bewusstsein für immer in ihrem und er geht drauf!“ „Und wenn schon. Man, sie stirbt!“, schrie sie Charlie an, der ihr daraufhin eine schallende Ohrfeige verpasste, sodass es sie seitlich aufs Bett warf.
„Ginny!“, stieß Tonks entsetzt aus und war nur eine Sekunde später bei der Rothaarigen, die sich die Hand auf die feuernde Wange legte und kurz fassungslos zu Charlie sah. Der funkelte sie unglaublich wütend mit seinen tiefgrünen Augen an, was sie ihm schließlich gleich tat.
„Bist du übergeschnappt!?“, fuhr Tonks ihn an, während Hermiones Schrei kurz ein wenig in sich zusammenbrach, da sie drohte an diesem zu ersticken. Stattdessen entwich ihrer Kehle ein schmerzliches Stöhnen und Wimmern.
„Halt’s Maul!“, fauchte Charlie Tonks unsäglich zornig an, bevor er wieder zu Ginny sah und sich lauthals Luft machte. „Wenn Draco krepiert ist das völlig in Ordnung, oder was? Du bist manchmal echt genauso selbstgefällig, eingebildet und arrogant wie dein Bruder und Potter! Draco ist dir egal. Schön. Du kannst ihn nicht leiden. Dein Problem! Uns ist er aber nicht egal. Er ist unser Freund. Und um den machen wir uns Sorgen! Und jetzt sag ich dir noch was, Weasley. Wenn du die Beiden unbedingt trennen willst, nur zu. TU ES! Dann verreckt aber nicht bloß Draco, sondern auch Hermione! Entweder wachen beide wieder auf oder gar keiner! Ich hab Draco noch gesagt, dass er dabei draufgehen kann, aber es war ihm EGAL!“, schrie er sie an.
„Ihr seid zu uns gekommen, weil euer scheiß Orden es nicht auf die Reihe gekriegt hat! Weil Potter und Weasley zu dämlich waren, auf Hermione zu achten! Wir haben getan was wir konnten, weil Hermione auch unsere Freundin ist und wir ihr genauso helfen wollten. Es war aber Dracos Idee sie zu uns zu bringen. Er hat sich die ganzen letzten Tage und Nächte fast ununterbrochen um die Ohren geschlagen, um einen Weg zu finden, diesen Fluch zu lösen! Er quält sich jetzt gerade mit diesem Mindeater und ringt mit seinem Leben! Du aber. . . Dir fällt echt nichts anderes ein, als ihn auf die erstbeste Möglichkeit zu opfern, nur um deine eigenen scheiß Interessen zu wahren! Ich könnte kotzen bei sowas. Ihr bildet euch immer so viel auf euer verlogenes Haus ein, was in den letzten Jahren immer mehr zum Inbegriff der Überheblichkeit geworden ist. Genauso wie du! Also entweder verziehst du dich, oder du hältst den Rand und lässt uns machen!“ „Verdammt, Charlie!“, schrie Blaise zum x-ten Mal nach seinem Kumpel, der sich nun endlich wieder dem Bett zuneigte, welches vermehrt mit Blut besudelt wurde.
Inzwischen waren es bei Beiden auch nicht mehr nur diese Bluttränen, sondern auch Blut, welches ihnen in einem kleinen Rinnsal aus den Ohren kam. Draco hustete dann auch noch zusätzlich Blut, an dem er drohte zu ersticken, weswegen sich Charlie zu ihm beugte, um ihm mit dem Anapneo etwas zu helfen. Dabei erkannte er nun auch bei Draco diese dunklen Venen, die sich um seine verschlossenen Augen zogen.
„Scheiße, man. Draco!“, schrie er. Ein Schrei jedoch, der schon lange im Nichts verhallte.

Er hatte sie noch erwischt. Er hatte ihre eiskalte Hand noch greifen, sie aber nicht mehr von dem Schatten wegreißen können, der sie gänzlich verschlungen hatte. Nicht nur sie, sondern im Kommenden auch ihn, da er ihre Hand nicht losgelassen hatte. Dieses Ding hatte sie beide aufgefressen und in sein Inneres aufgenommen, welches dunkel, kalt, schmerzvoll und hoffnungslos war. Es glich dem Gefühl der Dementoren, nur war es 100-mal schlimmer als ein simpler Dementor, der drohte einen zu küssen.
Er fühlte sich haltlos. Gefangen in Kälte und Eis, die sich seltsamerweise den Platz mit einem Flammeninferno teilten, welches einem Dämonsfeuer in nichts nachstand, sondern eher noch mächtiger war.
Er hatte das Gefühl von abertausend glühend heißer Degen durchbohrt zu werden, während alles in ihm drohte zu zerreißen und zu verbrennen. Es trieb ihn zunehmend in den Wahnsinn. Dieses Gefühl ließ ihn nicht los, denn damit rasten auch all seine dunkelsten Erinnerungen unbarmherzig durch seinen Kopf. Es waren Bilder, die er krampfhaft versucht hatte zu verdrängen, zu vergessen und zu versiegeln. Jetzt brach alles wieder auf. Wirklich alles.
„Nein“, kam es ihm nach einer gefühlten Ewigkeit nur noch schwach über die Lippen, als der Mindeater erneut etwas entdeckt hatte, was er nie hatte finden sollen. Etwas, was Draco so tief in sich vergraben hatte und nicht gewillt war jemals irgendwem zu geben, denn es gehörte ganz allein ihm. Nur ihm, womit er mit aller Macht versuchte den dämonischen Schatten von sich und damit dieser einen, bittersüßen Erinnerung fernzuhalten.
„Sie gehört mir“, raunte er erschöpft in das Dunkel und baute den Okklumentik Schutz wieder stärker auf, wobei er jetzt erst bemerkte, dass er noch etwas hielt. Etwas Eisigkaltes, Zerbrechliches. Es war eine kleine, kalte Hand.

Hermione, begriff er nur einen Augenblick später. Sie war mit ihm hier oder besser gesagt, er mit ihr. Dieser Schatten lag in Wahrheit über ihrem Bewusstsein und nicht seinem. Sie war in diesem gefangen, nicht er. Dieses Ding konnte doch gar nicht so eine große Macht über ihn haben. Oder?
Den befallenen Geist mit der Okklumentik vor dem Mindeater isolieren. Das war es, was in dem Buch gestanden hatte. Natürlich! Wenn dieses Ding nichts hatte, woran es sich festhalten konnte, nichts hatte, wonach es suchen konnte, um sich daran zu nähren, musste es weichen. Er selbst hatte ihm mit seinen Erinnerungen ja nur noch zusätzlich Nahrung gegeben. Wenn er die aber nicht mehr hatte. . .
Er dachte gar nicht weiter darüber nach, sondern konzentrierte sich krampfhaft darauf, diesen Schild wieder aufzubauen, zu vergrößern und zu verstärken, damit dieses Ding keine Nahrung mehr fand.
So wich stückchenweise das Dunkel, je weiter er den Schutzschild ausdehnte und zeigte ihm irgendwann nicht mehr nur eine Hand, die er hielt, sondern auch noch den dazugehörigen Arm, über den er versuchte, sie richtig zu sich zu ziehen. Raus aus diesem Schatten. Weg von diesem Mindeater.
Zwar nahm es seine ganze Kraft in Anspruch, nach einer Weile hatte er ihre zierliche, blasse Gestalt aber soweit bei sich, dass er sie gänzlich zu sich holen und in die Arme schließen konnte, in denen er sie warm verborgen hielt. Schützend vor der Kälte und dem Dunkel, welches auch weiter wie ein Orkan um sie beide tobte und versuchte, irgendetwas von ihm oder ihr zu erfassen. Draco verwendete aber auch noch sein letztes bisschen Kraft darauf, nichts dergleichen zuzulassen, bevor ihm die Sinne zu schwinden drohten.
Er konnte einfach nicht mehr. Zu sehr zehrte all das inzwischen an ihm. Dieses Dunkel hier, aber auch das Dunkel, was bereits lange vorher gewesen war. Viel zu lange. Im Grunde da. . . Da wollte er eigentlich nur noch schlafen. Für immer schlafen. Irgendwo, wo es warm und ruhig und friedlich war.
Ein angenehmer Gedanke, mit dem er den Kopf in Hermiones Schopf vergrub, um der schwachen Wärme, die von ihr ausging, etwas näher zu sein und etwas davon halten zu können. So vielleicht auch mitnehmen zu können.
„‘s tut mir leid“, flüsterte er kaum hörbar, als ihn die Dunkelheit in seinem Kopf überrannte.


Mit einem Schlag brach Hermiones Schrei in sich zusammen, womit auch ihr Körper restlos erschlaffte. Sie verdrehte die Augen gefährlich nach oben, die nur einen Moment später von den sich senkenden Lidern verschlossen wurden.
„Hermione? Hermione!“, rüttelte Ginny aufgelöst, zunehmend panisch an den Schultern ihrer Freundin und sah verzweifelt auf das fahle, über und über mit Blut verschmierte Gesicht, in dem sich nicht der kleinste Muskel regte. Sie lag vollkommen schlaff da wie . . . tot.
„Hermione?“, zitterte Ginnys Stimme noch stärker, als sich dieses eine Wort, mit seiner fürchterlichen Bedeutung, unbarmherzig in ihren Kopf brannte und ihr noch mehr die Tränen aus den Augen trieb. Kurz darauf sah sie zittrig zu Malfoy, der genauso regungslos, bleich und blutig da lag, wie ihre Freundin, was ihr das Herz noch verstörender rasen ließ.
„Draco? Scheiße, Draco!“, rüttelten Charlie und Blaise an dem Blonden, der in keiner Weise reagierte, was sie noch mehr Panik schieben ließ. „DRACO!“, schrie Blaise, während Charlie die Hand an seinen Hals legte, und nach dem Puls des Blonden suchte.
„Was . . . was. . .“, stammelte Ginny, die abwechselnd zwischen Hermione und Malfoy hin und her sah. Als sie gerade wieder zu Hermione blickte, kriegte sie große Augen, als sich das bis eben scheinbar fest eingebrannte Venennetz löste. Doch verschwand es jetzt nicht wieder im Nichts, aus dem es gekommen war. Dieses Mal schien es auf ihrer bleichen Erscheinung wie ein Nebel zu verdampfen.
„Cha-Charlie“, stammelte sie auf den Anblick nach dem Brünetten, der noch immer verzweifelt nach einem Lebenszeichen seines Freundes suchte. Auf ihre zitternde Stimme sah er aber auf und machte selbst große Augen.
„Was ist das? Scheiße, was ist das?“, zitterte auch Blaise’ Stimme, als neben den kleinen Schleiern auf Hermiones Zügen auch noch eine etwas größere, schwarze Wolke hinzu kam, die sich ihren Weg aus ihrer Kehle über die bleichen, leicht geöffneten Lippen ins Freie suchte. Dabei bäumte sich ihr Körper kurz wie unter Schmerzen in einem leisen Keuchen auf, bevor sich diese Wolke im Nichts verflüchtigte. Zuvor hatten die Vier aber nur zu deutlich einen Totenkopf in dem Schatten erkennen können. SEINE Fratze.
„Was . . . was war das?“, sah Ginny entsetzt zu den beiden Jungs, die selbst für einen Augenblick zur Salzsäule erstarrt waren. Am Ende war es Tonks, die beinahe tonlos ihren Verdacht äußerte.
„Offensichtlich . . . der Fluch.“ „Was?“, sah Ginny zu ihr und konzentrierte sich letztlich wieder ganz auf ihre Freundin, die noch immer reglos vor ihr lag.
„Hermione? Sag was, bitte“, rüttelte sie die Brünette bei den Schultern und registrierte dabei erst jetzt, ihre extrem flache Atmung. Aber sie atmete und lebte, womit Ginny kein Halten mehr sah und sich halb zu ihrer Freundin aufs Bett warf. Sie schlang ihr überschwänglich die Arme um den Nacken und schluchzte der Bewusstlosen hemmungslos in die Schulter.
Es hatte geklappt. Malfoy hatte es hingekriegt. Er hatte es tatsächlich geschafft, dieses Ding aus ihr zu vertreiben, womit sie noch immer heulend und schniefend den Blick hob, der auf die bleiche, blutverschmierte Erscheinung des Blonden fiel, an dem sich Blaise und allen voran Charlie noch immer mühten. Dabei bemerkte sie jetzt erst, was Charlie schon die ganze Zeit fluchte und auch immer verzweifelter wurde, denn er fand nichts. Er konnte keinen Puls finden, weswegen er letztlich so energisch an seinem Freund zog, dass sich die inzwischen nur noch schwach umschlossenen kalten Finger Dracos, von den langsam warm werdenden Hermiones lösten.
„Verdammt, lass den Scheiß! Draco!“, rüttelte Charlie an ihm und suchte ein weiteres Mal vergeblich nach einem Lebenszeichen, was Tonks aufs Neue erbleichen ließ, als sie das Warum realisierte.
„Was . . . was ist mit ihm? Sag mir nicht, dass er. . .“ „DRACO!“, schrie Charlie, nur änderte es nichts an den Tatsachen. Sein Freund atmete nicht. Sein Herz schlug nicht. Nicht mehr, was verstärkt in Charlies Bewusstsein drang.
Nur wenig später lösten sich völlig kraftlos seine Finger von der leblosen Gestalt, als sich seine Gedanken, unter einem aufkeimenden Schock, aber dennoch mit einer quälenden Gewissheit, einen Weg zu seiner Kehle suchten.
Die Worte kamen ihm völlig ohne Sinn und Verstand über die Lippen. Ohne ein einziges Gefühl in der Stimme, die so tonlos, wie auch leer durch den Raum wanderte und damit in das Bewusstsein der Übrigen kroch.
„Er ist tot. . .“

۩ ۞ ۩


Wenn Du Lob, Anmerkungen, Kritik etc. über dieses Kapitel loswerden möchtest, kannst Du einen Kommentar verfassen.

Zurück zur Übersicht - Weiter zum nächsten Kapitel

Top-News
Suche
Updates
Samstag, 01.07.
Neue FF von SarahGranger
Freitag, 02.06.
Neue FF von Laurien87
Mittwoch, 24.05.
Neue FF von Lily Potter
Zitat
Ich bin nicht so blöd, mitten im Winter in Edinburgh eine unbeheizte Wohnung zu mieten.
Joanne K. Rowling