„. . . Was?“, keuchte Tonks zittrig, deren Gesicht noch bleicher wurde. Zeitgleich begann es Ginny zu schmeißen, während Blaise eine unbeschreibliche Wut befiel, die binnen einer Sekunde unkontrolliert aus ihm herausbrach.
„Nein!“, schnauzte er Charlie an, der noch immer mit seinen Gedanken irgendwo festhing. Kurz darauf packte Blaise Draco am Kragen und zerrte ihn im Sessel etwas mehr in eine aufrechte Position, bevor er die fahle Erscheinung unsäglich wütend anschrie.
„Malfoy! Verdammt, du blödes Arschloch! Das kannst du nicht bringen! Du kannst dich nicht einfach aus dem Staub machen! Was fällt dir ein, dich aus der Verantwortung . . . aus allem zu stehlen?!“, keifte Blaise, dem unkontrolliert die Tränen in die Augen schossen, bevor er mit der Faust auf den leblosen Körper einschlug. Wieder und wieder, bis es ihm den Blick zur Gänze zu verwässern drohte.
„DRACO!“, schrie er in einer haltlosen Verzweiflung und schlug dem Blonden ein weiteres Mal energisch auf den Brustkorb, worunter der reglose Körper erzitterte. In der nächsten Sekunde hatte Blaise einen ziemlich großen Blutfleck auf dem T-Shirt, was er sich verstört besah, bis ihm bewusst wurde, woher es kam.
Es war Blut, welches sich schlagartig einen Weg aus Dracos zugeschnürter Kehle nach außen gesucht hatte. Blut, was ihn halb erstickt hatte. Nun strömte rasend schnell die frische Luft in seine brennenden Lungen, mit der auch das eben noch stille Herz plötzlich wieder getrieben hämmerte und ihn zittrig, keuchend atmen ließ.
„Dray. . . ?“, konnte Blaise auf den Anblick nur krächzen und wischte sich rasch die Tränen aus den Augen, falls diese drohten ihm einen bitterbösen Streich zu spielen. Doch der neue Eindruck blieb. Sein Freund atmete. Atmete wieder, was sich Charlie mit einem flinken Griff an Dracos Kehle nachhaltig bestätigen musste. Diesmal fand er seinen Puls sofort, denn dieser raste unwahrscheinlich. Eine Tatsache, die ihm unter normalen Umständen Angst gemacht hätte. Jetzt sorgte diese Regung in ihm für eine unbeschreibliche Erleichterung.
„Merlin nochmal“, stieß er keuchend aus, als er sich auf dem Sessel abstützte, um besseren Halt zu finden, denn irgendwie hatte er schlagartig Gummibeine.
„Was . . . was . . . l-lebt er?“, stammelte Tonks, die es zwar sah, dass ihr Cousin plötzlich wieder atmete, womit auch die Schatten um seine Augen verschwanden. Dennoch brauchte sie eine akustische Bestätigung, da ihr Charlies tonlose Worte noch immer quälend durch den Kopf schwirrten.
„Ich . . . ich. . .“, kriegte Charlie kurz nur Gestammel heraus, als er zu Blaise sah, der ihren Freund heulend halb in den Armen liegen hatte und auf ihn schimpfte. „Du blöder Vollidiot! Du musst doch nicht ganz dicht sein, uns so einen Schreck einzujagen. Ich könnte dir pausenlos in den Hintern treten!“, fauchte er schluchzend, wie auch zitternd und zog Draco noch stärker zu sich.
„J-Ja“, zitterte Charlies Stimme noch immer, der es langsam zu begreifen begann. Allen voran das Warum. Offensichtlich hatte Blaise Dracos Pumpe mit den harten Schlägen irgendwie erneut in Gang gesetzt. Sein Herz schlug wieder, das aber viel zu getrieben. Er hatte durch alles anscheinend noch mehr abbekommen, als sie vermutet hatten. Allein die Tatsache, dass er angefangen hatte Blut zu husten, sprach dafür, dass mit seinem Körper noch irgendetwas anderes nicht stimmte, womit er sich an Blaise richtete.
„Blaise . . . BLAISE!“, musste Charlie ihn halb anschreien, da er nicht gleich reagierte, während Draco drohte gänzlich in den Armen des Schwarzhaarigen zu verschwinden. „Was?“, schnauzte Blaise zurück, allerdings brach ihm dabei die Stimme weg.
„Schaff ihn rüber und leg ihn hin. Ich seh mit Paps gleich nach ihm. Aber mach vorsichtig“, mahnte Charlie, als Blaise die zitternde, keuchende Gestalt seines Freundes umfasste.
„Wahrscheinlich hast du ihm ein paar Rippen gebrochen.“ „Scheiß auf die Rippen. Hauptsache er lebt.“ Damit hatte Blaise ihn richtig auf den Armen liegen und verschwand wie angeordnet im Nebenzimmer. Das ganze recht unsicher von Tonks und Ginny verfolgt, die noch immer halb auf ihrer Freundin hing, zu der Charlie stattdessen trat, um nach Hermione zu sehen.
„Man, geh runter“, zischte er Ginny wütend an, die ihm sofort Platz machte. Tonks wusste zwischenzeitlich nicht wirklich wohin. Auf der einen Seite wollte sie wissen, was nun mit der Löwin war, auf der anderen wollte sie nach Draco sehen. Am Ende blieb sie erstmal hier, da Charlie ohnehin noch mit Hermione beschäftigt war. Dieser murmelte noch ein paar Heilzauber, bevor er sich aufrichtete, um zu gehen, nur hielt Ginny ihn nervös an.
„Was . . . was ist jetzt mit ihr? Warum wacht sie nicht auf?“ Es waren nur diese zwei kleinen Fragen, die Charlie erneut explodieren ließen.
„Sonst hast du keine Probleme weiter, oder was? Sie wacht nicht auf, weil sie nach allem einfach viel zu erschöpft ist! Sie braucht noch Ruhe, also lass sie gefälligst schlafen, damit sich ihr Körper erholen kann. Ach ja. Und nochmal danke der Nachfrage. Ob Draco wieder gesund wird, weiß ich nicht!“, fauchte er und war weg.
„Charlie!“, rief Ginny ihm verzweifelt nach. Doch er war fort und blieb es auch, worauf die Rothaarige verweint zu Tonks sah. „Es tut mir leid. Ich wollte doch nicht. . . Ich hab deswegen doch nicht. . .“, brach sie schluchzend zusammen, womit Tonks bei ihr war und sie in die Arme nahm.
„Ich weiß, was du meinst. Ich kann Charlie aber auch verstehen. Lass ihn erstmal.“ „Ich hab doch echt nicht gedacht, dass er . . . er. . .“ „Sch. Ist schon gut“, hielt Tonks die Jüngere fest in den Armen, sah dann aber auch mal zu Hermione, die völlig ruhig da lag und nach wie vor keine Ahnung von alldem hatte, was um sie herum und mit ihr passiert war.
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In den kommenden Stunden blieb es ruhig und die Lager gespalten. Ginny traute sich nicht von ihrer Freundin weg, auf die sie noch immer bleich und verheult sah. Doch war es jetzt im Augenblick weniger Hermiones Zustand, der ihr so zusetzte, sondern der heftige Streit mit den Jungs. Charlies Worte.
Verdammt, sie hatte das doch nicht so gemeint! Hermione war aber ihre Freundin. Ein Mensch, der ihr wichtig war. Mit Malfoy hatte sie hingegen nichts am Hut und wollte es eigentlich auch nicht. Das hieß aber noch lange nicht, dass sie ihm den Tod wünschte, was Charlie und Blaise jetzt offensichtlich dachten.
Merlin, sie war doch einfach nur völlig fertig wegen dem, was sich in der knappen ¾ Stunde abgespielt hatte. Das war nicht nur unheimlich, sondern auch furchtbar beängstigend gewesen. Es war da doch ganz normal, dass sie erstmal an ihre Freundin dachte, anstatt an Malfoy.
Ihr Blick verlor sich damit wieder auf der Brünetten, die völlig ruhig da lag und scheinbar auch genauso friedlich schlief. Sie war noch immer sehr, sehr blass, was nach allem aber kein Wunder war, wo sich Ginny auch nochmal an Charlies Worte entsann. Sie hatte einiges mitmachen müssen und würde vermutlich auch noch eine Weile brauchen, bis sie wieder richtig auf den Beinen war. Egal. Hauptsache sie wurde wieder ganz gesund.
Damit kroch der Gedanke an Malfoy erneut stärker in ihr hoch. Die Tatsache, dass er sich das alles tatsächlich aufgelastet hatte. Warum war ihr noch immer ein einziges Rätsel, denn sie weigerte sich auch weiter zu glauben, dass er wirklich etwas anderes für Hermione übrig haben könnte, als Hass und Verachtung.
Nur waren und blieben da die vielen Eindrücke der vergangenen Tage. Wie er sich da Verhalten hatte, sowas konnte man nicht spielen. Erst recht nicht, wenn man nur Verachtung und Abscheu für einen Menschen empfand. Nur tat er das wirklich?
Diese Frage ließ sie schon seit Tagen nicht mehr los, weshalb sie sich etwas zittrig an Tonks richtete, die bei ihr geblieben war. Allerdings war der Aurorin ihre Unruhe anzusehen. Sie hatte in den letzten Stunden immer wieder auf die Tür gesehen, ob nicht vielleicht einer der Jungs zu ihnen kam, damit sie mit ihnen reden konnte. Blaise und Charlie blieben aber weg und damit offensichtlich bei Malfoy, von dem beide Frauen nach wie vor nicht wussten, was nun genau mit ihm war?
Ginny hatte es gesehen. Sie hatte überdeutlich mitbekommen, dass er nicht mehr geatmet hatte. Und so aufgebracht, wie Blaise dann noch war, da. . . Er war wirklich weg gewesen. Richtig weg. Er hatte sich tatsächlich mit allem selbst ins Jenseits befördert und das für einen Menschen den er, glaubte man den Eindrücken der vergangenen Jahre, am liebsten auf dem Boden oder mehr noch unter der Erde gesehen hätte.
Das war bescheuert und ergab absolut keinen Sinn. „. . . Egozentrisch.“ „Eingebildet.“ „Arrogant.“ „Selbstsüchtig.“ „Überheblich.“ „Nicht zu vergessen, fies“, wechselten sich Ginny und Hermione mal wieder gegenseitig in ihren Aufzählungen ab, als Blaise und Charlie Malfoy, wie so oft, vor ihnen in Schutz nahmen.
„Jetzt hört schon auf“, nölte Blaise und ließ sich mehr in den Sessel sinken. Sie hatten sich, wie so oft, heimlich abends in der Bibliothek, in einer der hintersten Nischen verabredet. Da Samstag war, waren sie gänzlich allein. Auch hörte Madam Pince sie dank des Muffliato in ihrer Ecke nicht weiter, sodass sie sich gehen lassen konnten.
„Sicher ist er hin und wieder ein bisschen eingebildet und alles, aber ihr übertreibt echt.“ „Findest du?“, sah Ginny Charlie spitz an. „Ja. Wenn er so schlimm wäre, wie ihr immer tut, denkt ihr wirklich, wir wären dann mit ihm befreundet?“, maß Blaise die beiden Mädchen mit hochgezogener Augenbraue, worauf sich Hermione knurrend mehr in ihren Sessel sinken ließ.
„Euch tyrannisiert er ja auch nicht!“ „Ach, Mione“, seufzte Blaise, während sich Charlie an sie richtete. „Okay, was hat er jetzt wieder abgelassen?“ „Er ist Malfoy, reicht das nicht?“, mischte sich Ginny ein, bevor Hermione fertig murmelte: „Ich kann hingehen wohin ich will, er verfolgt mich regelrecht, um mich noch mehr fertigzumachen. Verdammt, was hab ich diesem blöden Arschloch eigentlich getan?“, brauste sie mit ihrem letzten Satz wieder auf und funkelte Blaise wütend an.
„Nur weil ich mugglestämmig bin, terrorisiert er mich. Verdammt, ich bin eine gute Hexe!“ „Natürlich bist du das, Süße“, versuchte Blaise sie zu beschwichtigen und tätschelte ihr etwas den Kopf, was sie nur noch wütender machte und sie ihm die Hand wegschlug.
„Lass den Scheiß.“ „Bringt dem lieber mal Manieren bei!“, giftete Ginny, worauf Blaise mit dem Kopf schüttelte und schließlich grinste. „Da sind Hopfen und Malz verloren.“ „Dann verklickert ihm wenigsten, dass er mich in Ruhe lassen soll!“ „Das wird nichts bringen“, meinte nun Charlie, was Hermione erneut knurren ließ, bevor sie wütend aber auch fertig in ihrem Sessel zusammensank.
„Ich hab ihm nichts getan“, murmelte sie nun wieder leise, bitter aber auch ein wenig verzweifelt, sodass sich Charlie zu ihr beugte.
„Natürlich nicht, nur. . . Auch wenn das für dich jetzt blöd klingt, aber manche Dinge sind nicht immer so einfach zu durchschauen, wie man meint. Draco hat seine ganz eigene Art.“ „Ja! Mit der kann er uns aber gestohlen bleiben!“, hatte Ginny Charlie angezischt, womit das Thema Malfoy an diesem Abend ein Ende gefunden hatte. Wenn sie jetzt allerdings an dieses Gespräch zurückdachte, genauso an das, was sie die letzten Tage, allen voran vor ein paar Stunden, erlebt hatte. . . Konnte es sein. . . Hatte Charlie am Ende vielleicht diese Art gemeint? Dass er in Wirklichkeit gar nicht so ein Fiesling war, wie sie dachten? Aber wenn er das nicht war, was war er dann?
Mit dieser Vorstellung im Kopf neigte sie sich zu Tonks und sah die Aurorin noch immer leicht verweint an, als sich ihre Gedanken in Fragen wandelten, die sich letztlich einen Weg aus ihrer Kehle suchten.
„Tonks?“ „Hm?“ „Du bist doch mit Malfoy verwandt.“ „Das weißt du doch.“ „Denkst du, dass er . . . dass er auch mal zu jemanden nett sein könnte? Also richtig offen und ehrlich und alles? Dass er keine Spielchen spielt, um uns alle aufs Kreuz zu legen?“ „Hat er nicht bewiesen, dass er das kann?“, gab Tonks ihr ruhig in einer Gegenfrage Antwort, worauf Ginny schluckte und kurz auf ihre Freundin sah, bevor sie murmelte: „Ich versteh’s nur nicht. Warum auf einmal und. . . Mir ist das ein bisschen unheimlich. Er hat sonst immer etwas im Schilde geführt, uns tyrannisiert und Steine in den Weg gelegt. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass er nett sein kann. Dass er wirklich mal an andere denkt“, erklärte sie, was Tonks müde lächeln ließ.
„Versteh ich, aber. . . Wie erklärst du dir sonst alles, was jetzt passiert ist?“ „Ich weiß es nicht“, wurde Ginny allmählich verzweifelt, sodass Tonks ihre Gedanken näher schilderte.
„Ich kann nur vermuten, was er die ganzen Jahre für ein Stinkstiefel und alles gewesen sein muss, aber ich glaube, ich fange langsam an zu verstehen warum. Weißt du Ginny, ich. . .“ „. . .Malfoy. . .“, unterbrach ein leises Murmeln Tonks’ Worte jedoch, worauf sie und Ginny auf Hermione blickten, die leicht unruhig wurde und schwach unter der Decke wühlte.
Daraufhin legten beide ihre gesamte Konzentration auf die Brünette, zu der sich Ginny sofort beugte. Malfoy war damit fürs Erste vergessen, als sie Hermione beruhigend die Hand an den Kopf legte und ihr durch die zerwühlten Haare strich.
„Hermione? Hörst du mich?“, hauchte sie. Kurz darauf wurde das Murmeln kräftiger, mit dem Hermione schließlich die Lider hob und die Rothaarige noch immer völlig erschöpft anblinzelte. Ihre Freundin konnte auf den Anblick nicht anders, als zu lächeln, bevor sie Hermione behutsam in die Arme nahm.
„Oh Süße, endlich“, schniefte sie und sah Hermione wieder an, die nochmal tranig blinzelte und auch etwas Mühe hatte, die Rothaarige wirklich zu erkennen. „Ginny?“ „Ja“, strahlte diese und strich ihr beruhigend durch die verschwitzten Haare. Kurz darauf trat Tonks näher, die Hermione ebenfalls verwirrt musterte.
„Wie geht’s dir?“, erkundigte sich die Aurorin, womit sich das Chaos im Kopf der Löwin ein wenig legte und schließlich nach und nach die Erinnerungen zurückkamen.
„Hermione?“, hakte Tonks nach, da sie ihr nicht gleich Antwort gab, sodass die Brünette wieder zu ihr sah. „Verstehst du mich?“, bohrte Tonks, worauf sie nickte, den Blick dann aber träge durch das Zimmer schweifen ließ. In diesem war niemand weiter. Sie war mit den Beiden allein.
„Was’ passiert?“, murmelte sie müde und sah zu Ginny und Tonks zurück. Ginny noch immer ganz nah bei sich, die ihr auch weiter durch die Haare strich, als sie meinte: „Die Jungs haben ein Mittel gegen den Fluch gefunden.“ „Fluch?“, verstand Hermione jedoch nicht gleich, sodass Tonks ihr genauer erklärte.
„Gegen diese Anfälle, die du hattest. Und. . . Hast du noch Schmerzen?“, erkundigte sich Tonks ernst. Hermione sah sich aber außerstande halbwegs klar zu denken, wenngleich Tonks sie mit ihrer Frage auf etwas Wichtiges aufmerksam gemacht hatte. Nämlich ihre Schmerzen.
Dieses Brennen, Stechen, Ziehen und Reißen, was sich scheinbar in ihrem Innersten eingebrannt hatte, war weg. Oder. . . Nicht wirklich weg, aber im Gegensatz zu sonst so schwach, dass es mehr nur noch einem unangenehmen Ziehen und Spannen glich. Wie ein dicker Muskelkater.
„Hermione?“ „Was?“ „Hast du noch Schmerzen?“, fragte Tonks nochmal, worauf sie kaum merklich mit dem Kopf schüttelte. „Es . . . es spannt bloß etwas“, murmelte sie dünn, was Ginny erneut zum strahlen brachte und sie ihre Freundin ganz fest in die Arme nahm. Mehr als erleichtert. Auch Tonks lächelte, bevor sie aufstand.
„Ich sag den Jungs Bescheid. Dann kann Charlie oder Daniel nochmal nach dir sehen.“ „Daniel?“ „Charlies Vater“, lächelte Tonks und ging erstmal, sodass Hermione müde zu ihrer Freundin sah.
„Was war das?“ „Was?“ „Dieser Fluch. Was. . . Wie haben sie den gefunden?“ „Bücher über Bücher gewälzt“, schmunzelte Ginny und strich ihrer Freundin etwas über die blasse Wange, bevor sie versuchte, ihr alles so gut sie konnte zu erklären.
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In der Zwischenzeit schlug Tonks im Nebenzimmer auf und entdeckte Charlie und Blaise am Bett bei Draco, während Daniel eines der Bücher durchsah. Ihr Blick verlor sich dann auch verstärkt auf Draco, der noch immer so bleich war und recht schwer atmete. Sie konnte von ihrer Position aus deutlich erkennen, dass dem Blonden der kalte Schweiß auf dem Gesicht glänzte.
Das Ganze hatte ihm ordentlich zugesetzt, womit sie näher trat, sodass die Drei sie bemerkten. Blaise schielte sie allerdings nur kurz wütend an, bevor er seine Konzentration zurück auf seinen Freund legte. Charlie ähnlich.
„Wie . . . wie geht’s ihm?“, fragte Tonks leise, worauf Charlie giftig murrte: „Als ob dich das interessieren würde.“ Daraufhin schluckte Tonks und sah wieder auf die bleiche Erscheinung Dracos. So wie er aussah, hatte er hohes Fieber.
„Charlie, ich. . . Ginny hat das nicht so gemeint.“ „Natürlich hat sie das!“, fauchte Blaise die Aurorin aufgebracht an, zu dem sie sah und bitter mit dem Kopf schüttelte. Am Ende trat Daniel zu ihr und zog sie etwas mit sich.
„Lass die Beiden. Das bringt jetzt nichts.“ „Aber. . . Das war wirklich nicht so gemeint und. . . Was ist mit ihm? Wie geht’s ihm?“, fragte sie nun Daniel, da sie weder von Blaise noch Charlie eine Antwort bekommen hatte und wohl auch nicht bekommen würde. Als sie Daniel fragte, verfinsterte sich auch seine Miene. Kurz darauf trat er mit ihr an die Tür, wo er ihr leise erklärte.
„Nicht gut. Er hatte Blut in der Lunge.“ „Was?“, sah Tonks ihn entsetzt an, worauf er nickte. „Aber . . . woher?“ „Ich weiß es nicht. Ich vermute, dass es eine Nebenwirkung des Fluches war. Wir wissen noch immer nicht, was genau alles passiert ist, als er in Hermiones Geist eingetaucht ist. Dass da aber etwas nicht nach Plan gelaufen ist, war deutlich. Ich hab ihn soweit erstmal versorgt. Er braucht jetzt, wie eure Freundin, aber Ruhe. Er ist am Ende seiner Kräfte. Er war es vor der Aktion ja schon, weswegen es vermutlich zu diesen Komplikationen gekommen ist. Es stand geschrieben, dass man den Mindeater mittels Okklumentik abschirmen soll. Um die Okklumentik richtig auszuführen, benötigt es aber sehr viel Konzentration und Willenskraft. Einen wachen Geist. Jeder äußere Einfluss kann da ungemein störend sein. Und so erschöpft wie er war, da ist es nur umso offensichtlicher, dass er seinen eigenen Geist nicht einmal gut genug gegen die Wirkung des Fluches hat schützen können.“ „Aber . . . was ist jetzt mit ihm?“ „Wie gesagt, er braucht Ruhe. Alles andere müssen wir dann später sehen.“ „Hm“, machte Tonks daraufhin erschlagen. Daniel wollte sich damit auch wieder setzen und weiter seinen Recherchen widmen, als Tonks ihn nochmal kurz anhielt.
„Ähm . . . warte. Ich . . . äh. . . Es. . . Hermione ist vorhin aufgewacht und. . . Kannst du oder Charlie mal kurz. . . Könntet ihr. . .“ „Ich seh nach ihr. Charlie wird sich so schnell vermutlich nicht von seinem Platz wegbewegen“, meinte Daniel matt und schob Tonks mit sich aus dem Zimmer.
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