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Fanfiction

Was im Verborgenen liegt - Die Gnadenfrist

von Alex2303

۩ ۞ ۩


„DU!?“, zischte er, während ihm dutzende Zauber durch den Kopf schossen, die er seinem Gegenüber am liebsten anhexen wollte. Nur stellte sich Luna ganz schnell schützend vor Draco.
„Nicht!“, hielt sie Neville an, aber auch Ginny mischte sich dazwischen und drückte seinen Arm runter. „Ich glaube nicht, dass das nötig ist. Oder?“, sah sie warnend zu Draco, der sie seinerseits schnippisch ansah, seinen blöden Spruch allerdings runterschluckte und stattdessen das Thema wechselte.
„Hast du Blaise und Charlie gesehen?“ „Nicht mehr, seit sie die Jüngeren mit Madam Pomfrey evakuiert haben“, erklärte Ginny nun wieder ruhiger, was Neville noch mehr verwirrte. Dass Hermione bei den beiden Slytherins gestanden hatte, als sie noch in der Großen Halle waren, hatte ihn bereits maßlos irritiert. Das aber, was sich gerade vor seiner Nase abspielte, war beinahe noch verrückter. Luna, die sich vor Malfoy stellte, genauso Ginny? Hier lief doch irgendwas völlig falsch.
„Was willst du hier? Uns linken?“, hakte Neville wütend nach. Der Blonde sah allerdings recht blasiert zu ihm, bevor er sich an Ginny richtete. „Wärst du so freundlich, den Idioten aufzuklären?“ „Wenn nennst du hier. . .“, brauste Neville auf, doch Ginny hielt ihn rasch zur Ruhe an, während sie Draco böse ansah.
„Wenn du doch noch ein paar aufs Maul haben willst, mach ruhig weiter, ansonsten. . .“, schaute sie zurück zu Neville, dem sie bemüht ruhig zu verstehen gab: „. . . schätze ich, ist er hier, weil er uns, wie Blaise und Charlie, helfen will.“ „DER?!“, deutete Neville fassungslos auf den Slytherin.
„Dankeschön“, säuselte Draco Ginny daraufhin süß zu, sodass Neville noch ungläubiger auf den Blonden starrte. Zeitgleich versuchte er, die ganzen wirren Fäden in seinem Kopf so zusammenzuziehen, damit Ginnys Worte für ihn Sinn machten. Taten sie aber nicht. Stattdessen sah er Draco weiter überfordert an, registrierte jetzt im zweiten Ansatz allerdings, dass die Schlange, wie sie alle, extrem ramponiert aussah. Am Ende blickte er erneut zu Boden, auf den Toten, und wieder zurück zu Malfoy, auf den Luna vorhin gedeutet hatte.
„Du . . . du willst uns helfen? Auf einmal?“, kapierte Neville auch weiter nicht, sodass Draco mit der Zunge schnalzte. „Blitzmerker.“ „Wieso?“, verstand er nach wie vor nicht, bekam aber keine konkrete Antwort.
„Ich habe meine Gründe“, meinte Draco lediglich, worauf Neville der Mund offen stehen blieb, bevor er verdattert zu Ginny sah. Er wollte sie irgendetwas fragen, nur ging ihm der Mund immer wieder auf und zu, wie bei einem Fisch auf dem Trockenen.
„Ich erklär dir später alles“, meinte sie und richtete sich letztlich an Draco. „Wo sind Harry, Ron und Hermione?“ „Weg.“ „Wie, weg?“ „Frag nicht mich, frag deinen hirnlosen Bruder. Er ist mit den Beiden gewissermaßen vorweg gestürzt. Wahrscheinlich den letzten Horcrux kalt stellen.“ „Hor- was?“, kapierte Neville genauso wenig. Ginny machte sich für den Anfang jedoch nicht die Mühe, ihm das auch noch zu erläutern, zumal sie es selbst kaum verstand.
„Das heißt, sie haben das Diadem gefunden und konnten es zerstören?“ „Also wenn das Teil nach allem noch heil ist, dann weiß ich auch nicht mehr.“ „Was meinst du?“ „Vergiss es. Ich. . .“ „Da seid ihr!“, mischte sich erleichtert noch eine Stimme unter die gemischte Truppe, die zu Tonks gehörte. Hinter ihr, leicht ramponiert, Remus.
„Alles okay bei euch?“, erkundigte sie sich bei den jungen Leuten, worauf Ginny und Luna nickten, während sich Neville und Draco weiter belauerten. In den Zügen des Löwen stand noch immer überdeutlich das Misstrauen. Da Tonks und Remus, der zwar etwas skeptisch guckte, allerdings auch nichts wegen Dracos Anwesenheit sagten, schien die doch nicht so seltsam zu sein, wie er dachte.
„Lasst uns erstmal in die Große Halle gehen und nach den Anderen sehen. Es sind sehr viele verletzt und. . .“, stoppte Remus, als er den Toten zu den Füßen seiner ehemaligen Schüler erblickte. Genauso Tonks, die ihn erkannte und überrascht „Rodolphus“ murmelte, was ihr fragende Blicke sicherte.
„Kennst du den?“ „Unser Onkel“, erklärte sie, bevor ihr Blick auf Draco fiel, der Bellatrix zuvor bereits so aggressiv bekämpft hatte. Von den Vieren traute sie es nur ihm zu, den Fluch gekonnt anzuwenden. Er war da einfach kühler und rationaler als die anderen Drei. Neville verstand aber auch weiter nur Bahnhof und auch Luna guckte verwundert.
„Wie . . . wie jetzt, Onkel?“ „Hm? Ähm. . . Rodolphus Lestrange. Er ist . . . war mit Bellatrix verheiratet, die die Schwester meiner bzw. seiner. . .“, deutete sie auf Draco. „. . . Mutter war.“ „Was?“, sah Neville noch ungläubiger zwischen Tonks und Draco hin und her. Die Punk Hexe schmunzelte daraufhin amüsiert, bevor sie meinte: „Der kleine Blödmann hier, ist mein Cousin“ und Draco nebenher die Haare verwuschelte, wofür er sie am liebsten gelyncht hätte. „Nimm die Pfoten weg oder du fängst dir eine!“, keifte er und schlug ihr die Hand weg. Tonks grinste aber nur, was stetig mehr wurde, als Neville der Kiefer runter klappte.
„Vielleicht erklärt ihr das ein andermal. Wir haben im Augenblick jede Menge andere Probleme“, unterbrach Remus ihr Gespräch ernst und deutete auf das Schloss, sodass sie es dem Rest auf dem Vorhof gleichtaten und erstmal nach drinnen verschwanden.
Draco hielt sich dabei leicht versteckt hinter Tonks, damit man ihn nicht gleich entdeckte. Aber da Longbottom schon etwas gebraucht hatte, um ihn von Nahem zu erkennen, würde es den Übrigen von Weiten wahrscheinlich gar nicht gelingen.
In der Halle angekommen, schlug der Gruppe vornehmlich ein Bild ins Auge. Nämlich die unzähligen reglosen Körper, die noch immer von einigen hergetragen worden. Tote aber auch Schwerverletzte. Draco erkannte dutzende seiner ehemaligen Mitschüler, sowie Auroren, die bereits gefallen waren.
Dann sah er die Medihexe, die bemüht war, sich um all die Verletzten zu kümmern und so immer wieder zwischen den vielen Leuten hin und her schwebte. Vermutlich hatte sie die Meisten gesehen und behandelt. So vielleicht auch Blaise und Charlie, weshalb er zu ihr schlich in der leisen Hoffnung, dass niemand von ihm Notiz nahm.
Die Dame in Weiß kniete da gerade bei einer jungen Frau mit schwarzen Haaren, die bewusstlos schien, sodass er sich ganz zu der Hexe stahl und sie leise ansprach.
„Madam Pomfrey? Ich. . .“, brach er jedoch gleich ab, als er die Dunkelhaarige erkannte. Es war Katie Bell. Sie hatte damals der Fluch der Opalhalskette getroffen, welche er eigentlich für Dumbledore vorgesehen hatte, was ihn schlucken ließ. Inzwischen hatte sich Poppy auch zu ihm gedreht und sah ihn aus großen Augen an.
„Sie?“, entwich es ihr geschockt, sodass er die Dame versuchte zu beruhigen. „Ich will niemandem etwas tun. Ich . . . ich suche bloß Blaise und Charlie. Weas-. . . Ginny hat gesagt, sie hätten mit Ihnen die Unterstufen evakuiert. Ich hab sie aber noch nicht gesehen und ich. . . Ich mach mir Sorgen um die Beiden“, gestand er ihr, was sie kurz irritierte. Dann aber fing sie sich und ließ den Blick durch die Halle schweifen, bevor sie ihm auf eine teils versteckte Ecke deutete.
„Mr. Harper und Zabini sind dort drüben. Sie sind nur leicht verletzt und kümmern sich um die Anderen“, erklärte sie, als er ihrem Fingerzeig folgte und letztlich Blaise entdeckte. „Danke“, murmelte er der Schulschwester nur noch zu, sah jedoch nochmal kurz auf Bell. Er nahm sich in dem Moment fest vor, sich bei ihr zu entschuldigen, sollte das alles gut ausgehen.
Am Ende schlich er in besagte Ecke zu seinen Freunden, wurde dann allerdings langsamer, als er erkannte, dass einige der Leute, um die sie sich kümmerten, wach waren. Unter anderem Hannah Abbott, Seamus Finnigan, Lee Jordan, Ernie Macmillan und Oliver Wood.
Wenn die ihn bemerkten, würden sie genauso reagieren wie Longbottom, weshalb er sich fürs Erste damit zufriedengab, zu sehen, dass Blaise und Charlie, Merlin sei Dank, nichts passiert war. Als er sich von ihnen abwandt, drehte sich Blaise gerade nach hinten und entdeckte ihn, weswegen er kurz wie versteinert innehielt. Charlie registrierte es beinahe im selben Moment und stieß Blaise den Ellenbogen in die Seite.
„Man, jetzt träum hier nicht rum!“, meckerte er, sodass Blaise zu ihm sah. „Sorry, ich . . . ähm. . . Bin gleich wieder da“, murmelte er, stand auf und huschte zu Draco, den Charlie nun auch bemerkte. „Blödmann“ nuschelte er, da er tatsächlich hierher gekommen war. Am Ende konzentrierte er sich erneut auf Hannah, die ziemlich starke Schmerzen hatte, allerdings, wie er und Blaise, Draco nun auch gesehen hatte und sich leicht panisch an Charlie richtete.
„Was macht der hier?“ „Uns helfen“, gab Charlie ihr beruhigend zurück, worauf es jedoch verstört in ihren Augen blitzte und sie Blaise mit Blicken folgte, der mittlerweile bei Draco war.
„Bist du wahnsinnig?“, zischte er leise. „Hierher zu kommen ist das Dümmste, was du machen konntest!“, ereiferte er sich. Draco blieb allerdings ruhig und linste etwas unsicher zu Charlie und Hannah, die noch immer panisch in seine Richtung sah. Blaise tat es ihm gleich und zog ihn letztlich in eine Nische, wo man sie nicht sofort bemerkte.

۩ ۞ ۩


Etwa zur selben Zeit fanden sich Ginny und Luna in einer anderen Ecke ein, wo Ginny etwas hilflos nach ihrer Familie Ausschau hielt. Irgendwann entdeckte sie aber ein halbes Dutzend roter Haarschöpfe, die alle auf einem Fleck hockten, zu denen sie sich begab.
Als sie ihrer Familie näher kam, hörte sie ihre Mutter jedoch fürchterlich schluchzen und auch ihr Vater hatte Tränen in den Augen, was dafür sorgte, dass sich in ihrem Magen ein dicker Knoten bildete. Hier stimmte etwas nicht und dieses Etwas würde ihr absolut nicht gefallen.
„Mom?“, fragte sie leicht zittrig, womit sich Molly mit tränennassem Gesicht zu ihr drehte, ebenso ihre Brüder. Bill, Charlie, Percy, der den Blick sofort fallen ließ und George. Wen sie nirgends entdeckte, war Fred.
„Wo . . . wo ist Fred?“, fragte sie ängstlich, worauf sich gerade Georges Miene in eine Maske unendlichen Schmerzes verwandelte, während Molly und ihrem Vater neue Tränen kamen. Percy drehte sich am Ende ganz von seiner Familie weg, zu dem Bill dann trat und ihn zu sich nahm. Nur Sekunden später spürte Ginny, wie es ihr die Tränen in die Augen trieb.
Obwohl noch niemand etwas gesagt hatte, sah sie es dennoch in den Gesichtern ihrer Familie. Sie spürte es irgendwo in sich selbst, dass einer von ihnen fehlte. Nicht einfach nur fehlte, sondern nie wieder zurückkommen würde.
„Oh, Ginny“, zog Molly ihre einzige Tochter schluchzend zu sich heran. Einerseits furchtbar erleichtert, dass ihrem kleinen Mädchen nichts zugestoßen war, anderseits noch mehr vom Schmerz zerfressen, da sie trotz allem eines ihrer Kinder für immer verloren hatte.
„Er ist weg“, weinte Molly und hielt sich schier verzweifelt an ihrer Tochter fest, die es ihr gleich tat und letztlich gänzlich in Tränen ausbrach.

۩ ۞ ۩


„Was willst du jetzt machen?“, richtete sich Hermione fertig an Harry, als sie das Schloss betraten. Im Kopf noch immer die Geschehnisse aus der Heulenden Hütte, aber auch sonst alles, was ihnen auf dem Weg dorthin passiert war. So fiel ihr Blick wiederholt auf Ron, der nach wie vor recht in sich gekehrt war, wofür sie nur allzu großes Verständnis hatte.
„Ich weiß es nicht. Aber ich denke, es wird seinen Grund haben, dass Snape sie mir gegeben hat. Ich. . .“, brach Harry ab, als sie an der Großen Halle ankamen und in diese blickten. Dort sahen sie jede Menge reglose Gestalten auf dem Boden liegen. Teils hockten andere um sie herum und weinten schier herzzerreißend.
Am Ende fielen Harry die Weasleys ins Auge, wo Molly Ginny beinahe erdrückte. Ihm selbst stach und brannte dieser Anblick mehr denn je im Innern. Die Tatsache, dass bereits so viele für diesen Kampf ihr Leben gelassen hatten, der doch eigentlich seiner war. Verdammt, er hatte nicht gewollt, dass es soweit kam. Er hatte allein die Horcruxe suchen und zerstören wollen. Aber nein. . . Hermione und Ron hatten ihn unbedingt begleiten müssen. Eine Entscheidung die beide, allen voran Hermione, schon fast das Leben gekostet hätte. Und jetzt das hier. Es war seine Schuld, dass es so weit gekommen war.
„Harry?“, holte Hermiones Stimme ihn wieder zurück, zu der er noch immer gequält sah. „Ich . . . ich seh mir das erstmal an“, deutete er auf die Phiole, wo sie Anstalten machte mit ihm zu gehen, doch er schüttelte mit dem Kopf.
„Kümmert ihr euch um die Verletzten. Ich komm klar“, versprach er und zwang sich zu einem Lächeln. Die Sorge in Hermiones Zügen blieb aber bestehen.
„Mach keinen Blödsinn. Bitte. Geh ja nicht auf diesen Deal ein“, mahnte sie, worauf er auch weiter matt grinste. „Keine Sorge. Ich seh mir das nur an und dann reden wir weiter, was wir machen.“ „Versprochen?“ „Versprochen.“ Daraufhin nahm sie ihn in die Arme und hielt sich energisch an ihm fest.
„Wir stehen das gemeinsam durch und wir werden gewinnen. Hörst du?“, flüsterte sie ihm zu, worauf er seine Umarmung noch etwas verstärkte und ihr einen Kuss auf den Schopf hauchte.
„Werden wir. Ich komm gleich wieder. Kümmerst du dich derweil um Ron und Ginny?“ „Hm“, nickte sie und ließ Harry mit einem mulmigen Gefühl ziehen. Kurz darauf verschwand er in den Gängen der Schule in Richtung Schulleiterbüro.
Als sie ihn nicht mehr sah, trat sie zu Ron, dessen Hand sie nahm, worauf er gar nicht reagierte, sondern mit leeren Augen zu seiner Familie sah, zu der Hermione ihn letztlich führte.

۩ ۞ ۩


„Das. . .“ Mehr bekam Blaise für den Moment nicht heraus, nachdem Draco ihm unter Zwang alles gesagt hatte, was passiert war, seit er im Schloss war.
„Und du hast keine Ahnung, wo sie jetzt sind?“ „Nein. Aber. . . Da ER Potter noch sucht, geh ich davon aus, dass sie noch hier irgendwo rumschwirren.“ Damit glitt Dracos Blick erneut suchend durch die Große Halle und blieb am Ende bei der Meute mit den roten Haaren hängen, die alle sichtlich fertig aufeinander hockten. Zu dieser gesellten sich dann noch ein roter und ein brünetter Schopf.
„Wenn man vom Teufel spricht“, murmelte er erleichtert, als er sah, dass ihr nichts fehlte. Das Wiesel wirkte allerdings erheblich mitgenommen. Und wo war Potter?
„Wo ist Potter?“, sprach Blaise Dracos Gedanken verwundert aus. „Keine Ahnung. Weit weg kann er aber nicht sein. Hermione würde ihn nie so ohne weiteres gehen lassen. Mich würde mehr interessieren, was das Wiesel gestochen hat?“ „Weißt du das noch nicht?“ „Was?“, sah Draco zu Blaise. „Einen der Zwillinge hat es erwischt.“ „Was?“, entwich es ihm doch etwas geschockt.
Die Zwei waren mit die Letzten, denen er derartiges gewünscht hätte. Auch wenn ihn selbst viele Male ihre Streiche getroffen hatten, woran er irgendwo auch selbst schuld war, so hatte er dennoch keinerlei wirklichen Groll gegen die Beiden gehegt. Im Gegenteil. Auf eine gewisse Art und Weise waren sie ihm sogar sympathisch gewesen. Sie waren eigensinnig und rebellisch. Und ihm Kopf hatten sie, neben jeder Menge Unfug, ja auch etwas, andernfalls hätten sie ihre Geschäfte nie so groß aufziehen können.
„Ja. Vor fast zwei Stunden oder so. Bei einer Explosion im Westflügel“, erklärte Blaise noch etwas genauer, bevor er zurück zu den Weasleys sah. Hauptsächlich zu Hermione, die versuchte das Wiesel zu stützen, während Molly drohte ihre Tochter zu erdrücken, die sich behutsam von ihrer Mutter löste. Nur wenig später trat McGonagall zu den Weasleys und redete kurz mit Arthur, der knapp nickte und ihr folgte.
„Draco?“ „Was?“, schrak er leicht zusammen und blickte auf. Vor sich hatten er und Blaise plötzlich Tonks. „Kommst du mal? Remus will alles Weitere durchgehen und. . . Vielleicht fällt dir noch etwas ein, was uns hilft.“ „Ich wüsste nicht was“, murmelte er und sah erneut zu Hermione, die noch immer Seelentröster für Ginny und deren blöden Bruder spielte.
„Vielleicht doch. Ich weiß nicht, was genau Remus vorhat.“ „Na schön“, gab sich Draco geschlagen. „Wenn was ist, ich bin bei Charlie“, meinte Blaise und verschwand in die andere Richtung. Als Draco Tonks folgte, huschte sein Blick nochmal unsicher durch die Halle über die Gesichter der Anwesenden. Doch so wie es schien, hatte ihn noch immer niemand zur Kenntnis genommen. Er hoffte, dass das so blieb. Als er sich Lupin näherte, sah er auch McGonagall, die mit Mr. Weasley zu ihnen trat. Ebenfalls in der Runde, Longbottom.
Ganz toll, murte er knurrig für sich, als sie zu der Gruppe stießen. McGonagall bedachte ihn allerdings nur kurz mit einem Blick, wie auch einem kaum merklichen Nicken. Offensichtlich hatten Tonks und Lupin sie insoweit bereits aufgeklärt. Was Mr. Weasley anging, der wirkte überrascht und auch verwundert, während Longbottom ihn auch weiter misstrauisch taxierte. Und damit war er nicht allein, denn die übrige Weasley Sippe war Arthur mit Blicken gefolgt und entdeckte ihn so teils jetzt erst.
„Was macht der denn hier?“, murmelte Percy verwirrt mit leiser Stimme, worauf Ron knurrte: „Uns sabotieren.“ „Fang nicht schon wieder an“, mahnte Hermione ihn ruhig, doch er brauste sofort auf.
„Der ist doch an allem schuld!“, deutete er wütend in die Richtung der Sechs. Es war ein Fingerzeig, dem Molly gequält folgte und so noch sah, dass der Blonde Arthur irgendetwas sagte, der daraufhin kurz überrascht guckte, bevor sich ein bitterer, leicht schmerzlicher Ausdruck in seine Züge stahl. Am Ende zwang er sich zu einem kleinen Lächeln, nickte knapp und redete weiter mit Remus.
„Wenn wir nicht wegen dem aufgehalten worden wären, hätten wir Fred noch helfen können! Bloß weil du und Harry einen auf Samariter machen musstet, haben wir einen Haufen Zeit verloren. Aber nein, das blöde Frettchen ist ja sooo wichtig“, ätzte er. „Jetzt wirst du unfair und das weißt du auch!“, wurde Hermione lauter und zudem etwas böse.
„Wenn er Crabbe und Goyle nicht von uns abgelenkt hätte, hätten sie uns erledigt!“, kam sie nochmal auf den eigentlichen Punkt zurück, was ihn erneut knurren ließ, wo sich dann auch Percy beschwichtigend zu Wort meldete.
„Selbst wenn ihr früher da gewesen wärt, hättet ihr auch nichts machen können. Fred war. . . Er war zur falschen Zeit am falschen Ort. Ihr hättet die Explosion auch nicht verhindern können und. . .“ „Das weißt du doch gar nicht!“, fauchte Ron Percy an, der wie geschlagen zusammenzuckte und schuldig den Blick senkte. Ron richtete sich dann auch wieder an Hermione.
„Mir ist es echt ein Rätsel, warum du dem vorhin geholfen hast! Aber wahrscheinlich steckst du nicht bloß mit Zabini und Harper unter einer Decke, sondern auch mit DEM!“, schnauzte er, was Ginny aufbrausen ließ.
„Du bist so ein ignoranter Schwachkopf! Was hat das denn jetzt mit Blaise und Charlie zu tun? Nichts! Dir stinkt das doch einfach nur, dass wir uns mit den Jungs vertragen! Und was Malfoy angeht. . . Wenn er uns sabotieren wollte, dann verrat mir mal, warum er Luna vorhin gegen einen Death Eater geholfen und den dann auch erledigt hat? Genauso diese Irre Lestrange, die Tonks beinahe umgebracht hätte?“ Daraufhin knurrte er nur angefressen, was Ginny nicht daran hinderte, ihn noch mehr zur Schnecke zu machen.
„Du bist sowas von engstirnig und kleinkariert, dass ich dir manchmal am liebsten pausenlos eine reinhauen würde. Ich kann Malfoy ja auch nicht ab, deswegen verdreh ich trotzdem nicht die Tatsachen, so wie es mir passt! Du suchst doch nur nach einem Sündenbock für alles. Dass Fred von einem Querschläger getroffen wurde, dafür kann keiner was! Ob ihr jetzt dort gewesen wärt oder nicht, das hätte nichts geändert. Verdammt, er ist weg und er kommt nicht zurück!“, kamen ihr wieder die Tränen, womit sie drohte zusammenzubrechen.
„Ginny. . .“, versuchte Molly sie zu nehmen, doch sie wand sich aus dem Griff ihrer Mutter und lief weinend aus der Großen Halle. Hermione folgte ihr nur kurz mit Blicken, bevor sie nochmal zu Ron schielte, der noch immer unbändig knurrte. Letztlich ging sie Ginny nach. Ihre Freundin würde im Moment eher jemanden brauchen als er.

۩ ۞ ۩


Ein Schwachkopf. Ron war einfach nur ein Schwachkopf, der es immer wieder schaffte, irgendwelchen Müll abzulassen.
Sicherlich war es das Einfachste, irgendjemandem die Schuld zu geben, um sich nicht mit den kalten Tatsachen abfinden und dem was passiert war auseinandersetzen zu müssen. Und gerade Malfoy war eigentlich der perfekte Kandidat, um ihm alles anzulasten, da er teils ja auch wirklich eine erhebliche Mitschuld an dem ganzen Desaster hatte.
Hätte er die Scheiße letztes Jahr nicht verzapft, wäre Dumbledore noch am Leben und es wäre vielleicht nicht zu der Situation gekommen, wie sie jetzt war. Andererseits wäre es vermutlich nur eine Frage der Zeit gewesen, bis der Krieg ausgebrochen wäre. Möglicherweise wäre er ohne all das später gekommen, oder sogar früher.
„Ginny, warte“, durchbrach eine leicht gehetzte Stimme ihre Gedanken, sodass Ginny stehen blieb und sich die Tränen aus den Augen wischte, bevor sie sich zu Hermione drehte. Ihre Freundin nahm sie dann auch gleich ohne ein Wort in die Arme, womit sie aufs Neue bitterlich das Gesicht verzog und anfing, ihr in die Schulter zu schluchzen. Scheinbar eine kleine Ewigkeit, wo die Brünette sie in eines der noch halbwegs intakten Klassenzimmer zog, damit sie sich setzen konnten.
„Er ist so ein Schwachkopf“, murmelte Ginny wieder und rieb sich ein weiteres Mal die Tränen aus den Augen. „Ist doch ein offenes Geheimnis“, meinte Hermione müde lächelnd, was ihre Freundin kurz in ihren Tränen auflachen ließ.
„Ja.“ „Du hättest dich trotzdem nicht mit ihm streiten sollen. Die ganze Situation ist gerade ohnehin ziemlich überspannt.“ „Ich weiß. Es ist nur. . . Er macht das ständig. Er sucht immer die Schuld bei anderen und das regt mich einfach auf. Oder findest du, dass er Recht hat?“, sah sie die Ältere an, die mit dem Kopf schüttelte.
„Nein.“ „Genauso, dass er wieder mit Blaise und Charlie angefangen hat. Dass er dir so etwas vorgeworfen hat. Als ob wir über Malfoys Machenschaften Bescheid gewusst oder ihm irgendwas verraten hätten. Er spinnt sich andauernd Blödsinn zusammen, wenn ihm was nicht passt.“ „Ich weiß. Als wir noch unterwegs waren, war es auch so. Das Medaillon hatte uns mürbe gemacht und ständig irgendwelche Dinge einsuggeriert, die uns haben zweifeln lassen. Ron zum Beispiel, dass ich was mit Harry hätte, weswegen wir uns gestritten haben und er am Ende einfach abgehauen ist.“ „Typisch“, murmelte Ginny, worauf Hermione nickte.
„Ich weiß nicht warum, aber zurzeit lässt er sich ziemlich schnell und einfach durch alle möglichen Sachen erschüttern. Deshalb hat Harry ihm wohl auch nicht gesagt, woher er das mit den letzten beiden Horcruxen wusste.“ „Was meinst du?“, sah Ginny sie verwirrt an, sodass sie erklärte.
„Malfoy hat es ihm gesteckt, kurz bevor ihr mit mir nach Arizona seid.“ „Deswegen hat er mit ihm geredet?“, kriegte Ginny große Augen, worauf Hermione nickte. „Harry hat es ihm dann ja auch geglaubt, ansonsten wären sie kaum bei Gringotts eingebrochen. Wenn Ron allerdings gewusst hätte, von wem Harry den Tipp bekommen hat, was denkst du, was dann losgewesen wäre? Als ich Harry vor ein paar Stunden gefragt hab, wie er auf das Diadem gekommen ist, und dass es im Raum der Wünsche liegt, hat er gemeint, er hätte so ein Gefühl. Nur wegen einem Gefühl wäre er aber nie dieses Risiko eingegangen.“ „Nein“, wurde Ginny ruhiger und kam sichtlich ins Grübeln.
„Aber sag mal, was hast du vorhin eigentlich mit Luna und Tonks gemeint? Was hat Malfoy da wieder gemacht?“, erkundigte sich Hermione neugierig, worauf Ginny nicht umhinkam, angenehm überrascht zu schmunzeln, bevor sie erzählte.

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Mike ist Engländer, ein sehr englischer Engländer. Jeden Tag trug er seine Anzugweste, was mir gut gefällt – man erlebt es heute kaum mehr, dass jemand Westen trägt. Er hat ein unglaubliches Charisma und flößt uns großen Respekt ein. Doch er verinnerlicht den britischen Humor total und kann sich bestens in die Internats-Teenager hineinversetzen.
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