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Fanfiction

Was im Verborgenen liegt - Ein verhängnisvoller Fehler

von Alex2303

۩ ۞ ۩


„GINNY!“, schrie Hermione entsetzt, als beinahe der gesamte Schutt über der Rothaarigen zusammenkrachte und das Mädchen unter den Trümmern begrub. Noch im gleichen Moment wurde sie von Bellatrix entwaffnet. Als sie verschreckt den Kopf herumriss, sprang Greyback sie an und holte sie gänzlich von den Füßen.
„Frisches Fleisch“, gefeierte er freudig und legte eine seiner klauenartigen Hände auf Hermiones Brustkorb, um diesen zu zerfetzten.
„Nicht so schnell!“, hielt Bellatrix ihn knurrend zurück und trat zu Hermione, der das Herz bis sonst wo schlug. Kurz darauf machte sich eine tödliche Panik in ihr breit, als die Irre mit dem Zauberstab auf sie deutete.
„Wo ist er?!“ „Was?“, keuchte sie verstört. „Falsche Antwort. Crucio!“, zischte Bellatrix, womit dieser fürchterlich reißende Schmerz in Hermiones Innern aufflammte und sie wie wahnsinnig schrie. Ihr Schrei ging jedoch in den übrigen Kampfgeräuschen und Explosionen gänzlich unter.
„Wo ist der kleine Blutsverräter?“, keifte Bellatrix erneut aufgebracht und nahm für einen Moment ihren Stab runter, um eine Antwort zu bekommen. Hermione keuchte aber weiter schwer und war bemüht, einen Sinn in dieser Frage zu sehen. Wirklich darüber nachdenken konnte sie allerdings nicht, da Bellatrix ihr aufs Neue den Cruciatus durch den Körper jagte. Scheinbar für Stunden, so kam es ihr vor, doch waren es nur ein paar Minuten. Diese hatten dennoch genügt, um ihr beinahe zur Gänze den Atem zu nehmen.
„Wo hat er sich versteckt?“, schrie die Irre, nachdem sie sich halb auf ihr niedergelassen hatte. Dabei bohrte sie ihr gefährlich den krummen Zauberstab in die Kehle.
„Wo ist Draco? Wo hat er sich verkrochen?“, fragte sie endlich deutlich. Doch selbst wenn Hermione es gewusst hätte, hätte sie es nicht sagen wollen. Zumal sie auch keine Ahnung hatte, ob er in dem ganzen Chaos überhaupt noch lebte.
„Rede, du Drecksstück!“, keifte Bellatrix erneut und schlug ihr ins Gesicht, während es Greyback zunehmend in den Fingern juckte, sie zu zerfleischen. Ihr Blutgeruch stieg ihm immer verführerischer in die Nase, sodass er eine seiner kräftigen Hände um ihr rechtes Bein krallte. Im nächsten Moment drückte er zu, um sich zur Beherrschung zu zwingen. Dabei brach er der Gryffindor den Unterschenkelknochen, was sie wieder schreien und nach Luft japsen ließ. Zeitgleich stahl sich ein freudiges Grinsen in Bellatrix’ Gesicht.
„Wenn du nicht willst. . . Crucio!“, sprach sie erneut den Unverzeihlichen und höhnte: „Diesmal wird dir keiner helfen, Schlammblut“, als sich Hermione vor Schmerzen unter ihr wand. Doch all das war der dunklen Hexe nicht genug, die der Löwin schließlich noch die Luft abdrückte, sodass sie an ihrem Schrei drohte zu ersticken. Für Lestrange ein sichtlicher Genuss, denn damit funkelte es umso stärker in ihren seelenlosen, schwarzen Augen.
„Ich weiß nicht, was du mit dem kleinen Feigling angestellt hast, aber wenn ich ihn finde, wird er sich wünschen tot zu sein. Ich werde dafür sorgen, dass er nach so etwas banalem, wie süßem Schmerz betteln wird. Genauso wie du. Crucio!“, kreischte sie erneut, worauf es ungleich schlimmer von vorn begann. Hermiones Körper bäumte sich gefährlich unter dem Fluch auf, der sie wie wahnsinnig schreien und sich winden ließ, während Fenrirs Blick gierig auf ihr lag.
„Lass sie mich zerfleischen!“, drängte er die schwarze Hexe, die ihn jedoch aufgebracht anfauchte „Halt’s Maul!“, und dadurch kurz von Hermione zu Greyback aufblickte. Sie erkannte so lediglich aus den Augenwinkeln, wie ein grüner Lichtblitz unvermittelt auf sie zuschoss.
Als sie den grellen Schein gewahrte, ließ sie instinktiv von Hermione ab und wich rasch zur Seite. Greyback blieb dieses Glück verwehrt. Der Werwolf wurde von dem Unverzeihlichen getroffen und sackte nur eine Sekunde später haltlos zusammen. Bellatrix konnte im ersten Moment nur entsetzt auf ihn starren, ehe sie von Fenrirs Leiche aufblickte und in die Richtung sah, aus der der Todesfluch gekommen war.
Aus dieser schoss bereits der nächste auf sie zu, den sie geradeso abwehren konnte, bevor sie hinter eine der Steinwände huschte, gegen die der kommende Zauber prallte. Und noch einer und noch einer, wodurch die Wand zusammenbrach und sie damit ihren Schutz verlor.
Sie hatte keine Zeit zu reagieren, da weitere Flüche auf sie zuschossen, die sie mit ihren versuchte zu parieren, ohne überhaupt zu wissen, von wo sie kamen. Sie sah nicht, wer ihr hier so erbitterten Widerstand bot.
Dann aber zischte einer der Lichtblitze knapp an ihr vorbei, sodass sie ihren Gegner für den Bruchteil einer Sekunde in der Staubwolke erkannte. Es war Draco dem sie, kaum dass sie ihn sah, ihrerseits den Avada beibringen wollte. Doch noch als ihr die Worte auf den Lippen lagen, traf sie selbst völlig unverhofft etwas von hinten ins Kreuz. Es war ein Gefühl wie tausend mit Dornen besetzte Peitschenhiebe, die ihr das Rückgrat regelrecht zerfetzte und ihr schier den Atem raubte.
Zeitgleich stahl sich auf die Züge ihres verhassten Neffen eine unwahrscheinliche Genugtuung, die sogar noch wuchs, als sie keuchend zusammenbrach. Sie spürte, wie ihr das Blut unaufhörlich aus Dutzenden von tiefen, tödlichen Wunden über den Rücken rann und ihr allmählich das Bewusstsein nahm. Ihre Kräfte verloren sich dadurch komplett im Nichts, sodass sie nicht mehr dazu fähig war, ihren Zauberstab zu heben, geschweige denn sich zu wehren.
Damit war Draco ganz bei ihr und trat ihr mit dem Fuß so kräftig auf die Hand, dass der Stab darunter zerbrach. Bellatrix kam allerdings nur ein halb ersticktes Röcheln über die Lippen, aus denen mit jedem Atemzug nur noch stärker das Blut floss.
„Nettes Gefühl, nicht wahr Tante Bella?“, gab Draco ihr kühl zu verstehen und hockte sich schließlich vor die Sterbende. Er sah ihr fest in die dunklen Augen, die vor Hass, Verachtung und Abscheu nur so sprühten. Dracos Augen waren hingegen so kalt wie Eis und hart wie Diamant. In diesen loderte etwas Tödliches.
„Es war ein Fehler mich zu unterschätzen“, raunte er ihr leise und eiskalt zu, sodass nur sie es hören konnte. „Mir euren Willen aufzuzwingen. Sie zu verletzen.“ Mit diesen Worten flackerte ein schwarzes Feuer in dem stählernen Grau auf, worauf Bellatrix ihr letztes bisschen Kraft darauf verschwendete, ihm röchelnd „Blutsverräter!“ entgegen zu spucken, was ihm ein genüssliches Lächeln auf die Lippen zauberte.
„Wie Recht du doch hast“, säuselte er beinahe lieblich. „Grüß deinen Rodolphus und Rabastan von mir“, meinte er nur noch und begab sich stattdessen zu Hermione, dem Bellatrix kurz wütend folgte, bevor ihr der Blutverlust und die sich zuschnürende Kehle restlos die Sinne und damit endgültig das Leben nahmen.
„Dich kann man echt nicht allein lassen!“, schimpfte Draco leicht mit der Gryffindor, die er versuchte behutsam aufzusetzen und zu sich zu nehmen. Daraufhin meldete sich ihr geschundener Körper jedoch aufs Neue ziemlich schmerzhaft, sodass sie gequält stöhnte und wimmerte.
„Ganz ruhig“, hauchte Draco ihr beruhigend zu und wollte sie vorsichtig hochheben, allerdings wand sie sich schwach in seinem Griff und begann letztlich zu weinen.
„Ginny. . .“, schluchzte sie aufgelöst, was ihn irritierte. Den Rotfuchs hatte er, seit dem knappen Gespräch in der Halle, gar nicht mehr gesehen. Nur einen Moment später kam ihm ein bitterböser Verdacht.
„Haben die sie. . .“ „Sie . . . sie liegt unter den Trümmern“, weinte Hermione und sah in die entsprechende Richtung. „Die Decke ist vorhin runtergekommen und. . . Hol sie da raus. Bitte!“, flehte sie ihn zunehmend verzweifelt an. Inzwischen war er ihrem Fingerzeig auch gefolgt und lehnte die Gryffindor behutsam an eine der Wände, bevor er sich dem Schuttberg widmete und diesen, Stück für Stück mit dem Wingardium abtrug. Irgendwann kam unter dem Geröll ein zerschrammter Arm zum Vorschein, dem schließlich der Rest folgte, was Hermione nur noch mehr schluchzen ließ. Draco zog den reglosen Körper dann auch gleich vorsichtig zu sich, um festzustellen, dass sie noch atmete.
„Weasley? Hey“, versuchte er sie anzusprechen, doch die Rothaarige reagierte nicht, weswegen er sie zu Hermione legen und mit einem gemurmelten „Ich such Charlie“ verschwinden wollte. Die Löwin hielt ihn aber zurück.
„Warte! Charlie hat. . . In ihren Taschen. Sie muss irgendwo in ihren Taschen eine kleine Phiole haben. Charlie hat uns allen. . .“ Zu mehr kam sie nicht, da Draco sich Ginny wieder nahm und nach besagtem Fläschchen suchte. In ihrer rechten Hosentasche entdeckte er den Flakon dann endlich.
„Gib es ihr. Es ist irgendein Trank zur . . . zur Zellregeneration und. . .“, erklärte Hermione schniefend, wie auch schluchzend, dem er unverzüglich nachkam. Kurz darauf war zu sehen, wie die ganzen Schrammen auf Ginnys Zügen verheilten, was Draco mit dem Episkey noch zusätzlich zu unterstützen wusste.
„Ginny? Hörst du mich?“, hauchte Hermione ihrer Freundin zu, die halb bei ihr lag, aber auch noch etwas von Draco gehalten wurde. Auf den leisen Ruf zuckte es nach einer Weile schwach unter den Lidern der Jüngeren, die letztlich ein wenig schwerfällig die Augen öffnete und die Beiden erkannte.
„Was’ passiert?“, murmelte sie fertig, während Draco noch ein paar einfache Heilzauber auf sie wirkte. Ginny besah es sich matt und hielt sich schließlich die Hand an den hämmernden Schädel. „Scheiße.“ „Geht’s?“, fragte Hermione unsicher, worauf ihre Freundin die Andeutung eines Nickens zustande brachte, was sie erleichtert. Ginny kam jedoch nicht umhin, sich verwirrt umzusehen. Sie wunderte sich zum einen über Malfoy und zum anderen darüber, wie sie Lestrange und Greyback losgeworden waren? Dann sah sie die beiden reglosen Gestalten. Beim Anblick des halb zerfetzten, blutüberströmten Leibes der schwarzen Hexe, fuhr sie unweigerlich zusammen. Genauso, als sie keinen Meter neben Hermione Greyback, ebenfalls tot, entdeckte.
„Was . . . wie. . .“, konnte sie nur stammeln, während Hermione zu Draco sah, der mittlerweile dazu übergegangen war, die Heilzauber, die er von Charlie kannte, auf Hermione zu wirken.
„Danke.“ Auf dieses eine Wort starrte Ginny den Blonden fassungslos an. „Sag mir nicht, dass du die Beiden erledigt hast?“, keuchte sie völlig perplex. „Oh! Wolltest du gerne?“, höhnte er daraufhin etwas, kaum dass er fertig war, was sie nur noch mehr glotzen ließ. Und das vollkommen ungläubig.
„Wie. . . Wie hast du. . .“ „Sie haben mich nicht gesehen“, erklärte er ihr ruhig. „Aber wie hast du den einen Fluch so umgelenkt?“, verstand Hermione noch immer nicht. Draco grinste auf die Frage jedoch zufrieden und meinte: „Spiegel“, wo er Hermione nur noch auf das nun leicht verrußte Glas deutete, da wo sich sein Fluch reflektiert und Bellatrix schließlich hinterrücks getroffen hatte.
„Respekt“, meinte Ginny ehrlich beeindruckt, worauf er gar nicht weiter einging, sondern wieder ernster wurde. „Kannst du aufstehen?“ „Was? Ich. . . Ja, ich denk schon“, murmelte Ginny und rappelte sich etwas umständlich, mit leicht weichen Knien, auf. Als Hermione ihrem Beispiel folgen wollte, wurde sie nur eine Sekunde später schmerzlich an ihr kaputtes Bein erinnert. Darüber hinaus begann ihr Körper unter der neuen Belastung zu protestieren und schickte ein dumpfes Pfeifen durch ihre Ohren. Kurz darauf sank sie stöhnend zusammen.
„Was ist?“, richtete sich Ginny nervös an ihre Freundin, bekam dann aber leise von Draco Antwort, der die Brünette etwas mehr zu sich zog und behutsam umschloss. „Sie haben sie gefoltert.“ „Was?“, stieß Ginny geschockt aus, der damit sämtliche Farbe aus den Zügen wich. Draco blickte sie auf ihre Regung nur sauer an.
„Was hast du erwartet? Dass sie mit euch Tee trinken? Man, ich hab euch gesagt, ihr hättet nicht hierher kommen sollen!“, keifte er Ginny an, die auf seine Worte unweigerlich zusammenzuckte, während Hermione „Mir fehlt nichts“ murmelte. Das allerdings extrem schwach, worauf Draco sie furchtbar wütend angiftete.
„Wie oft willst du dich eigentlich noch vor Potter werfen und in die Bresche stürzen? Wie oft wärst du wegen ihm und der ganzen Scheiße jetzt schon fast krepiert?!“, fauchte er, sodass sie zurück polterte: „Kann dir doch egal sein!“ „Ist es aber nicht!“, platzte es aus ihm heraus, wofür er sich in der nächsten Sekunde am liebsten die Zunge abgebissen hätte. Mehr noch als Hermione ihn verdutzt ansah.
„Was?“ Er antwortete allerdings nicht, sondern knurrte nur angefressen, sodass sie kurz verwirrt zu Ginny sah, die auch nur ratlos mit den Schultern zuckte. Letztlich sah Hermione ihn erneut an.
„Wieso?“, bohrte sie, bekam aber dennoch keine Antwort, womit ihr alles, was sie seit ihrer Flucht aus dem Manor mit ihm erlebt hatte, wieder in überdeutlicher Klarheit durch den Kopf rauschte. Wie er da gewesen war. Nicht zuletzt auch sein Wutausbruch vor ein paar Stunden im Hauptquartier. Er hatte sie nicht nach Hogwarts gehen lassen wollen.
Sollte er ihretwegen tatsächlich besorgt sein? Nur warum? Das passte nicht zu ihm. Absolut nicht. Das war nicht er. Er war nicht der, der er sonst immer gewesen war. Und das seit diesem Zeitpunkt im Manor.
„Was soll das alles?“, fragte sie leise und sah ihn durchdringend an. Sie versuchte etwas in seinen Augen zu erhaschen, was ihr vielleicht eine Antwort gab. Doch diese waren so unergründlich wie in all den vorangegangenen Jahren.
„Wer bist du?“, setzte sie nochmal an. Die Stimme inzwischen nur noch ein Flüstern, worauf er sie wieder anfauchte. „Brauchst du neuerdings ‘ne Brille?“ „Ich. . . AU!“, fuhr sie zusammen, als er die Hand auf ihrem gebrochenen Bein liegen hatte und eigentlich behutsam darüber tastete. Doch selbst diese kleine Berührung jagte ihr einen höllischen Schmerz durch den Körper.
„Ferula“, murmelte er dann nur, wodurch sich eine Schiene samt Bandagen um ihr kaputtes Bein legte, um es etwas zu stabilisieren. Schließlich sah er sie wieder an.
„Wo ist dein Trank?“ „Was für ein Trank?“ „Du hast vorhin gesagt, Charlie hätte euch Tränke gegeben. Du solltest ihn besser nehmen“, empfahl er ihr, worauf sie unverständliches Zeug murmelte.
„Was?“, bohrte Draco. „Hab ihn schon verbraucht“, gab sie ihm nuschelnd zurück, behielt allerdings für sich, dass sie ihm den Trank gereicht hatte. Das musste er nicht wissen, zumal er auf ihre Erklärung ohnehin schon stöhnte.
„Klasse.“ Im Anschluss sah er zu Ginny. „Hast du Charlie irgendwo gesehen?“ „Was? Ich. . . Nein. Er . . . er war zuletzt in der Halle. Warum?“ Doch anstatt ihr eine Antwort zu geben, sackte er Hermione nun behutsam an und hob sie hoch, worauf sie ihm verschreckt die Arme um den Nacken schlang. Noch im selben Moment begann ihr Herz plötzlich schneller zu schlagen, als sie ihm seit langem wieder so unglaublich nah war.
„Was hast du vor?“, sah Ginny ihn verwirrt an. „Ich werd Charlie suchen. Ihr zwei versteckt euch so lange.“ „Ja, aber. . .“ „Nichts aber!“, fauchte Draco Ginny an. „So ramponiert wie ihr seid, seid ihr leichte Beute für die! Besonders du!“, sah er zu Hermione. „Du kannst nicht mal mehr laufen!“ Daraufhin wollte sie ihm bockig widersprechen, doch er zischte weiter.
„Du hältst jetzt die Klappe, ansonsten helf ich nach!“ „Sag mir nicht, was ich zu tun oder zu lassen hab!“, giftete sie zurück und rappelte sich unbewusst etwas stärker in seinen Armen auf. Auf die Regung meldete sich ihr Körper allerdings aufs Neue schmerzhaft und schickte ein Signal an ihren Kopf, welches nach Ruhe verlangte, denn in diesem begann es ihr plötzlich zu schwindeln. Nur Sekunden später krallten sich ihre Hände ohne ihr Zutun in seine Sweatjacke, an der sie sich mehr zu ihm zog, sodass ihr Kopf an seiner Schulter lag. Beinahe zeitgleich fing sie an zu zittern und schwer zu keuchen.
„Mione?“, hauchte Ginny besorgt und auch Draco sah verunsichert auf sie. Unter ihren verschlossenen Lidern zuckte es unruhig. „Kannst du laufen?“, fragte er Ginny nochmal. „Ja, klar.“ „Dann los. Ihr könnt nicht hier bleiben. Hier finden sie euch zu schnell.“ „Und wohin dann?“ „Ist euer Turm in der Nähe?“ „Nein. Die Treppen sind teils auch eingestürzt“, erklärte Ginny nervös, sodass er sich im Geiste orientierte. Er überlegte, welcher Raum in der Nähe war, in dem man sie hoffentlich nicht so leicht aufspüren oder gar vermuten würde.
„Komm mit“, meinte er schließlich und linste um die Ecke. Er konnte hier oben deutlich die Kampfgeräusche hören. Diese schienen teils aus der Halle zu kommen. Aber auch so sah er aus allen möglichen Winkeln Lichtblitze umher fliegen. Zwischen diesen züngelte Feuer auf, während das Schloss allgemein von immer wiederkehrenden Erschütterungen heimgesucht wurde.
Die Kämpfe waren noch immer im vollen Gange und keiner wusste, wie sie enden würden. Draco hatte SEINEN letzten Appell gehört, als er verlangt hatte, dass Potter in den Verbotenen Wald ging, um sich zu stellen. Das war allerdings schon weit über eine Stunde her. Er schätzte, dass der Gryffindor nicht so dämlich gewesen war, auf diesen Deal einzugehen, denn wenn ER hatte, was er wollte, würde er hier jeden töten. Da konnte er zuvor sonst was versprechen.
Nur wo war der Schwachkopf jetzt? Genauso die Hohlbirne Weasley? Das gab ihm gehörig zu denken, dass die Mädchen allein gegen Greyback und Bellatrix gekämpft hatten. Gerade gegen diese beiden Monster!
Wieder krachte etwas, als ein paar Meter vor ihnen auf dem Gang eine der Wände einstürzte und sie durch den aufgewirbelten Staub kurz blind wurden. Als sich dieser legte, konnten sie bei näherem Hinsehen den Grund dafür erkennen. In dem Loch fand sich plötzlich ein riesiger Steinbrocken wieder, der die Außenwand und die dahinter liegende Innenwand eines der Klassenzimmer zertrümmert hatte. Damit hatten Draco und Ginny ungewollt einen freien Blick auf den Innenhof des Schlosses, wo einer der Riesen wütete und sich mit noch einem zweiten Riesen prügelte.
„Grawp“, murmelte Ginny, worauf Draco fragend zu ihr sah. „Was?“ „Hagrids Halbbruder. Der kleinere Riese“, deutete sie geistesabwesend auf ihn, als er gerade den abgeknickten Baum, der sonst immer im Hof gestanden hatte, nahm und damit auf den anderen Riesen einzudreschen begann. Dieser stolperte nach hinten, und zwar genau in die Richtung der Beiden.
„Oh scheiße. LAUF!“, brüllte Draco Ginny panisch an, als der Koloss das Gleichgewicht verlor und rücklings in das bereits so stark ramponierte Gemäuer fiel, wodurch die Schlossmauern erneut von einem urgewaltigen Schlag zum Beben gebracht wurden, bevor sie noch mehr zusammenbrachen.
„Scheiße“, fluchte Draco, während Ginny aufschrie, als sie durch die Erschütterung den Halt verloren und von den Beinen gerissen wurden. Sie schlugen hart auf dem Steinboden auf, während von draußen zorniges Gebrüll zu hören war. Nur einen Augenblick später flog der Baum hinter ihnen durch das Loch und nagelte den anderen Riesen fest, was mit neuen Beben einherging. Kurz darauf kam ein Teil der Decke runter und drohte sie zu erschlagen.
„CONFRINGO!“, schrie Draco, worauf die Gesteinsbrocken zerbarsten und sie so glücklicherweise nur unter kleinerem Schutt und dickem Staub begraben wurden.
„Das war knapp“, murmelte Ginny leicht hustend, als sie sich wieder aufrappelte. Genauso Draco mit Hermione, die inzwischen zur Gänze das Bewusstsein verloren hatte.
„Los, weiter. Wir müssen hier weg“, drängte er die Rothaarige und huschte mit ihr ungesehen durch die Gänge. Nur einmal hatten sie einen weiteren Death Eater vor sich, dem Ginny mit einem Stupefy erst schockte, bevor Draco ihm eine Sekunde später den Rest gab.
Irgendwann kamen sie an einer großen Eichenholztür an, die bereits gefährlich in den Angeln hing. Der Raum dahinter, die Bibliothek, lag in einem ähnlichen Chaos dar, wie auch sonst das komplette Schloss. Die Regale waren teils umgeworfen, sodass überall die Bücher verstreut lagen. Stühle und Tische waren unter den Explosionen zersplittert, ebenso wie eine der Wände eingestürzt war.
„Hier?“, richtete sich Ginny verunsichert an Draco, der sich auf die umgefallenen Regale zubewegte und letztlich unter diesen hindurch verschwand, dem sie nach einem kurzen Zögern folgte.
„Ich denke, hier wird so schnell keiner auftauchen“, murmelte er nachdenklich und schlich noch tiefer in den Raum, wo er unter den ganzen Trümmern eine Couch entdeckte, die er wieder halbwegs intakt hexte und Hermione darauf ablegte.
„Episkey“, flüsterte er, vermischt mit anderen Heilzaubern, um ihre Blessuren zumindest etwas abklingen zu lassen. Dass sie ihre Wirkung taten, zeigte sich ein wenig später, als sie ihn unter einem schmerzlichen Stöhnen schwach anblinzelte.
„Was. . .“ „Du und Ginny, ihr bleibt hier. Ich seh, ob ich Charlie und Blaise finde“, gab er ihr eindringlich zu verstehen, bevor er zurück zu der Rothaarigen sah, die ihn stutzig anguckte, da er sie gerade beim Vornamen genannt hatte.
„Pass auf, dass sie liegen bleibt und seid vor allem leise.“ Damit stand er auf und verschwand, dem die junge Hexe noch immer baff nachsah. „Spinn ich?“, fragte sie sich selbst, während Hermione versuchte sich aufzurappeln, allerdings gleich wieder vor Schmerz aufstöhnte, sodass sich der Rotfuchs zu ihrer Freundin drehte.
„Nicht. Bleib liegen. Er hat Recht.“ „Es geht schon. Ich. . .“ „Nein, geht es nicht. Mensch Hermione, du kannst nicht mal mehr laufen. Du hast vorhin das Bewusstsein verloren. Also bleib liegen“, drückte Ginny sie sacht zurück auf die Couch. „Ruh dich aus. Wenn etwas ist. . .“, zückte sie ihren Zauberstab und grinste. „Ich bin gewappnet.“

۩ ۞ ۩


Kaum aus der Bibliothek raus, stürzte Draco auch gleich durch das Chaos zurück in Richtung Halle und Vorhof, um Hilfe zu holen. Nichts ahnend, dass man ihn beobachtet hatte.
Er war noch gar nicht richtig weg, da löste sich ein Schatten aus der Dunkelheit und begab sich lautlos in den zerfallenen Saal. Er schlich mit gezogenem Zauberstab geräuschlos, durch die teils von Regalen eingestürzten Gänge, auf der Suche nach dem, was Draco glaubte sicher in der Bibliothek versteckt zu wissen.
Nach einigen Minuten hatte die dunkle Gestalt die hinterste Ecke des Raumes erreicht, wo er seine Beute fand. Aus seiner Position verborgen, begannen sich die kalten, stahlgrauen Augen an seinen Opfern festzufressen. Allen voran an der Brünetten, die der Ursprung allen Übels war.
Sie war dafür verantwortlich, dass er sein Gesicht verloren hatte und sein Name in den Dreck gezogen worden war. Dass er vor den übrigen Death Eatern bis aufs Blut verspottet, gedemütigt und lächerlich gemacht worden war. Allen voran vor seinem Herrn. Seit seiner letzten Begegnung mit ihr, war er sich inzwischen restlos sicher, warum diese Dinge vorgefallen waren. Er hatte es gesehen. Damals in Dracos Blick. Dieser tiefe, spezielle Hass.
Er hätte bereits viel früher etwas merken müssen, doch hatte er in der Tat nicht damit gerechnet, dass Draco wirklich so dumm sein würde. Er hätte nie auch nur ansatzweise in Erwägung gezogen, dass sich diese verlogene Missgeburt tatsächlich etwas aus einem Schlammblut machte. Da es nun aber so schien, würde er sich etwas ganz Besonderes für sie einfallen lassen. Er würde sie nicht einfach töten. Nein, das wäre zu langweilig.
Er würde sie leiden lassen. Er würde sie in den Wahnsinn foltern, bis Draco zurückkam, um sie zu holen. Und wenn er das tat, dann würde er sie umbringen. Er würde sie aufschlitzen, ausweiden und ihr das verkommene Herz zerfetzen, an dem Draco nur zu offensichtlich hing. Danach würde er den kleinen Bastard töten.
Damit trat er aus den Schatten und richtete den Zauberstab zuerst auf die lästige Weasley. Diese blickte auf das leise Knirschen einiger Steine von der Brünetten auf und sah mit vor Schrecken geweiteten Augen zu ihm. Er selbst grinste nur tückisch, als das Schlammblut ihn ebenfalls bemerkte und ihrerseits schlagartig bleich wurde.
Die beiden Mädchen kamen am Ende auch nicht mehr richtig dazu, ihre Zauberstäbe auf ihn zu richten, als er den ersten Fluch gegen die Rothaarige schleuderte. Sein Lichtblitz traf auf die der Löwinnen, die jedoch viel zu schwach gegen seine Magie waren, sodass es Ginny schwer nach hinten warf.
Sie schlug mit dem Rücken voran gegen eine der noch massiven Wände, bevor ihr Körper haltlos zusammensackte und hart auf den Boden knallte. Nur einen Augenblick später bildete sich in Kopfhöhe eine Blutlache, die unentwegt anwuchs.
„GINNY!“, schrie Hermione entsetzt, als dieses fürchterliche Monster auch schon bei ihr war. Er fluchte ihr rasch den Zauberstab aus der Hand, bevor sich seine Hand wie eine Dampframme um ihren Hals schloss, an dem er sie hoch zerrte und gewaltsam in eine aufrechte Position riss.
„Diesmal wirst du sterben, Schlammblut“, knurrte er düster, während sich ihre Hände verzweifelt um diese eine große, kräftige legten, die ihr immer mehr die Luft abdrückte. Doch ehe sie drohte in dem Würgegriff zu ersticken, riss er sie herum und warf sie brutal zu Boden, wo sich die ganzen herumliegenden Trümmerstücke schmerzhaft in ihren Rücken bohrten. Und es wurde noch schlimmer, als sich die Schlange halb auf ihrem Oberkörper niederließ, sodass ihr das Geröll noch stärker in den Rücken stach. Kurz darauf lag seine linke Hand auf ihrem Brustkorb, auf den er erheblichen Druck ausübte. In der Rechten hielt er seinen Zauberstab und deutete auf ihr Gesicht.
„Wenn er zurückkommt. . .“, raunte er dunkel. In den Augen ein flammender Hass, vermischt mit einer seltsamen Vorfreude, die ihr das Herz bis an die Kehle schlagen ließ, als er weiter meinte: „. . . wirst du tot sein. Danach ist er dran. . . Crucio“, sprach er schließlich den Unverzeihlichen, sodass in dem ohnehin herrschenden Tumult, noch ein Schrei mehr durch den frühen Morgen hallte.

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