Forum | Chat | Galerie
 
Startseite | Favoriten
Harry Potter Xperts
Harry Potter Xperts
Startseite
Newsarchiv
Link us
Sitemap
Specials
Shop
Buch 7
Buch 6
Buch 5
Buch 4
Buch 3
Buch 2
Buch 1
Lexikon
Lustige Zitate
Gurkensalat
Hörbücher
Harry, A History
Steckbrief
Biographie
Werke
Erfolgsgeschichte
Interviews
Bilder
Harry Potter & Ich
JKRowling.com
Film 7, Teil 1 & 2
Film 6
Film 5
Film 4
Film 3
Film 2
Film 1
Schauspieler
Autogramme
Galerie
Musik
Videospiele
Downloads
Lesetipps
eBay-Auktionen
Webmaster
RSS-Feed
Geburtstage
Gewinnspiele
Twitter
Fanart
Fanfiction
User-CP
Quiz
Währungsrechner
Forum
F.A.Q.
Über uns
Geschichte
Impressum

Fanfiction

Was im Verborgenen liegt - Für einen Freund

von Alex2303

۩ ۞ ۩


Es war bereits spät am Abend. Blaise war schon seit einer ganzen Weile wieder weg, mit dem Versprechen, Hermione ihre gewünschten Unterlagen so schnell wie möglich zu besorgen. Bis sie diese hatte, wälzte sie auch weiter sämtliche Gesetze, auf der Suche nach einer Lücke oder Ausnahmeregelungen. Ein paar interessante Dinge hatte sie bereits gefunden, die sie mit einarbeiten konnte. Nur war ihr das nicht genug. Es war ihr nicht sicher genug, um anerkannt zu werden, weswegen sie unablässig in ihr Buch starrte, inzwischen aber kaum noch etwas Vernünftiges herauslesen konnte. Dafür war sie mittlerweile viel zu müde und abgespannt. Die ganze Situation zehrte zunehmend an ihren Nerven. Hinzu kam die neue Zankerei mit Ron, die ihre Konzentration zusätzlich beeinträchtigte.
Ihr ging es einfach nicht in den Kopf, wie er so verletzend sein konnte? Schön, er hasste Draco. Das war allerdings noch lange kein Grund, sie so sehr anzugreifen, nur weil sie dem Blonden helfen wollte.
Warum konnte er nicht verstehen, dass sie ihm dankbar dafür war, dass er ihr geholfen das Leben gerettet hatte? Einmal, zweimal, dreimal, viermal. . . Das waren ein paar Mal zu oft, als das es nichts bedeutete.
Irgendetwas war passiert. Irgendetwas an dem Slytherin hatte sich geändert. Oder anders. Nicht geändert, sondern war für sie mit allem nur deutlicher ans Licht gekommen.
Er hatte ihr gesagt, dass er diese Dinge nicht gewollt hatte. Dass es an dem war, hatte er ihr mit allem, was er in den vergangenen zwei Monaten getan hatte, eigentlich bewiesen. Etwas, was auch Harry gesehen hatte und allmählich zu verinnerlichen begann. Dass sie ihn nicht so einfach verurteilen konnten. Es war eine Einsicht, die ihn zwar etwas verzögert erreicht hatte und zum Großteil wohl auch Ginny geschuldet war. Dennoch hatte sie ihn erreicht. Warum nicht auch Ron?
Wenn sie Harry richtig verstanden hatte, dann war selbst Neville nicht mehr ganz so schlecht auf Draco zu sprechen, obwohl auch Neville allen Grund hätte, ihm eins reinzuwürgen. Nur hatte er das nicht und würde es wohl auch nicht, wenn er genauso zu Dracos Gunsten Aussagen wollte.
„. . . nein. . .“, drang plötzlich ein schwaches, gebrochenes Murmeln an ihre Ohren, worauf sie aus ihren Gedanken gerissen wurde und über das Buch hinweg auf Draco sah. Dieser wurde vermehrt unruhig, weswegen sie das Buch beiseitelegte und sich stattdessen beruhigend zu ihm beugte.
„Draco? Hörst du mich? Es ist alles gut. Dir passiert nichts“, sprach sie ihm gut zu und strich ihm durch die zerwühlten Haare. Auf die kleine Geste zuckte er jedoch ungeahnt zusammen und drehte den Kopf zittrig zur Seite. „. . . nein. . . bitte. . .“, keuchte er schwer, während es unter den verschlossenen Lidern heftig hin und her ruckte, was sie sich bitter besah.
Sie wollte sich keine Vorstellung davon machen, was die Typen ihm in den letzten zwei Wochen in Azkaban angetan hatten. Vermutlich hatten sie ihn genauso gequält, wie damals die Death Eater sie. Und da war sie dem ganzen Horror gerade mal halb so lange ausgesetzt gewesen wie er jetzt.
Letztlich beugte sie sich noch etwas mehr vor und legte ihm die Hand beruhigend an den Kopf, der noch immer wahnsinnig glühte, sodass sie unruhig auf der Unterlippe herumkaute. Schließlich versuchte sie ihn ein weiteres Mal anzusprechen.
„Draco? Sie sind nicht hier. Es wird alles gut. Wir werden dir helfen. Ich lass mir etwas einfallen. Sie werden dich nicht wieder einsperren. Versprochen. Ich. . . Draco?“, brach sie stutzend ab, als es vermehrt unter seinen Lidern zuckte und er letztlich erschöpft die Augen einen Spaltbreit öffnete.
„Draco?“, rief sie nun deutlicher und strich ihm nebenbei durch den zerwühlten Schopf. Zeitgleich lehnte sie sich richtig in sein Blickfeld, wo er noch kurz etwas erschlagen blinzelte, bevor sich die kleinen, glasigen grauen Augen mehr in ihre Richtung bewegten. Als sich ihre Blicke trafen, versuchte Hermione zu lächeln, was ihr kaum gelang, denn in dem getrübten Grau lag etwas seltsam Leeres, was sie beunruhigte.
„Erkennst du mich?“, fragte sie unsicher, als sein Blick sie streifte. Kurz darauf fielen ihm in einem schweren Keuchen die Lider wieder zu. Es war ein Anblick, der Hermione gänzlich aufscheuchte und sie damit stand. Sie beugte sie noch mehr zu ihm, die linke Hand auch weiter in seinem Schopf, während sie ihm mit der rechten Hand behutsam über die blasskalte Wange strich.
„Draco?“, zitterte ihr Stimmchen verängstigt, während die Unruhe in ihr zunehmend stieg, je länger seine Augen verschlossen blieben. Es waren ein paar quälende Sekunden, die Hermione wie Stunden vorkamen, bis er die Lider erneut ein wenig hob. Den Blick nun etwas klarer.
„. . .erms. . .“, kam es ihm brüchig über die bleichen Lippen, was sie jedoch unsagbar erleichtert lächeln und letztlich nicken ließ, bevor sie beruhigend meinte: „Ja. Es ist alles gut. Du bist hier sicher.“ „. . . wo. . .“, brachte er aber nur schwach eine Silbe hervor, was ihn unglaublich viel Kraft zu kosten schien, denn es zog ihm ein weiteres Mal die Augen zu.
„Schschsch. Ganz ruhig. Du bist im St. Mungos. Ich habe bei Kingsley eine vorübergehende Verfügung erwirken können, damit du Hilfe bekommst. Daniel und Madam Pomfrey haben sich um dich gekümmert. Daniel meinte, das wird alles wieder. Du musst dich nur ausruhen und. . . Wir werden dir helfen. Ich werde tun was ich kann, damit du nicht nach Azkaban musst. Wir werden dieses bescheuerte Urteil aufheben. Hörst du? Draco? Hey?“, wurde sie erneut unruhig und schlug ihm sacht auf die Wange, jedoch ohne Erfolg. Er machte die Augen nicht mehr auf, was sie sich bitter besah und letztlich geschlagen zurück auf ihren Stuhl sank. Frustriert, wie auch betrübt.
Sie blieb eine Weile still so sitzen und musterte ihn bedrückt, bevor sie ihm die kalte Kompresse wieder auf die Stirn legte. Ihre Finger konnte sie aber nicht wirklich still halten und strich ihm geistesabwesend durch die Haare, über die Schläfe und Wange. Während sie das tat, versank sie stärker in ihren Gedanken über ihn. Irgendwann nickte sie allerdings auf das Bett gelümmelt ein.

۩ ۞ ۩


„. . . Der Typ ist ein Schwachkopf. Ich würde mir deshalb keine Sorgen machen“, richtete sich Blaise aufmunternd an Narcissa, als sie zum frühen Vormittag zufällig im Mungos aufeinandertrafen. Narcissa hingen Rons verhasste Worte und Gedanken jedoch noch immer nach. Sie hatte wahnsinnige Angst, dass der Rotschopf ihrem Jungen aus allem einen Strick drehen könnte. Grund genug hätte er.
Sie wusste immerhin von den Dingen, die Draco im Sechsten in seiner Verzweiflung getan hatte. Dass er Dumbledore auf indirektem Weg versucht hatte zu töten, was zweimal gehörig schiefgegangen war und damit die Falschen getroffen hatte.
Da war dieses Mädchen gewesen, Katie Bell, die durch die Berührung mit der verfluchten Opalhalskette fast gestorben wäre, wie auch der Weasley Junge durch den vergifteten Met, der eigentlich Dumbledore hatte erreichen sollen.
„Blaise hat Recht. Weasley hat nichts zu melden und das alles vor allem nicht zu entscheiden“, stimmte Charlie seinem Freund zu, was Narcissa dennoch nicht beruhigte.
„Wenn er zur Verhandlung aber befragt wird und dann so etwas anbringt. . . Dass Draco versucht hat ihn zu vergiften. . .“ „Das war ein Unfall. Ein Versehen!“, meinte Charlie rasch, dem Blaise zustimmte.
„Genau. Er hatte es ja nicht auf Weasley abgesehen. Ich könnte zwar verstehen wenn doch, nur war es nicht so. Außerdem hatte er doch gar keine andere Wahl, als dieses kranke Spiel mitzuspielen“, wurde Blaise wieder ernst, worauf sich auf Narcissas Züge etwas unsagbar Schuldiges und Gedrücktes legte.
„Es ist nur meine Schuld, dass er sich an niemanden gewandt hat. Wenn er mich nicht hätte schützen wollen, dann wäre es doch gar nicht erst soweit gekommen. Er wäre in der Schule sicher gewesen und vielleicht hätte ihm dann jemand geholfen und. . .“ „Das wird schon“, unterbrach Blaise sie, da ihr immer mehr die Stimme wegbrach und die ersten Tränen kamen.
Mittlerweile waren die Drei auch fast an seinem Zimmer, wo ihnen einige der Heiler mit recht dunklen Blicken folgten. Abneigung, was Narcissa nicht verwunderte nach allem. Sicher stieg es auch hier sehr vielen gewaltig in die Nase, dass ihr Junge zur Pflege im St. Mungos lag, und nicht länger in Azkaban dahinvegetierte.
Sie war ja auch heilfroh, dass sich Daniel und Madam Pomfrey um ihn kümmerten. Zu allen anderen Heilern hatte sie kein Vertrauen. Im Gegenteil. Sie hatte die dumpfe Befürchtung, dass Andere ihm eher noch schaden und am Ende vielleicht vergifteten würden.
„Sie werden ihn nicht wieder nach Azkaban verfrachten. Zumal. . . Hermione hat mir gestern Nachmittag noch erzählt, dass Potter wohl für ihn aussagen würde. Genauso, dass er und Ginny auch eine der Bürgschaften unterschrieben haben.“ „Wirklich?“, sah Narcissa Blaise nun wieder mit einer leisen Hoffnung an. Dieser nickte und grinste.
„Ja. Davon abgesehen hat Hermione garantiert schon jede Menge Schlupflöcher gefunden, damit sie ihn in Ruhe lassen. Sie wird ja auch für ihn sprechen. Damit steht es im Zweifelsfall zwei gegen einen. Selbst wenn Weasley irgendetwas Negatives sagt, denke ich, zählt da Potters und Miones Wort sehr viel mehr als seins“, erklärte Blaise, als die entsprechende Tür in Sicht kam, aus der gerade Daniel trat.
„Wie geht’s ihm?“, erkundigte sich Charlie gleich, womit auch Blaise und Narcissa fragend zu dem Heiler schauten. Dieser konnte ein wenig lächeln.
„Es scheint langsam zu werden. Die letzten Werte sahen besser aus.“ „Ist er wach?“ „Das nicht. Sein Fieber ist aber etwas zurückgegangen. Ich denke, er wird in nächster Zeit zu sich kommen. Dann sehen wir weiter.“ „Können wir sonst noch irgendetwas tun?“, richtete sich Blaise an Daniel, der mit dem Kopf schüttelte.
„Er braucht auch weiter Ruhe und. . . Wenn ihr rein geht, macht bitte leise. Hermione schläft.“ „Sie ist da?“, staunte Narcissa. Daniel lächelte.
„Immer noch. Ja. Sie muss die Nacht irgendwann weggenickt sein, von daher. . .“, ließ Daniel den Satz offen, während Charlie die Tür leise öffnete, um ihre Freundin nicht unnötig zu wecken.
Diese saß noch immer auf ihrem Stuhl, mit dem Oberkörper lag sie jedoch auf das Bett gelümmelt. Über ihrer Erscheinung lag eine Wolldecke, die ihr Daniel kurz zuvor über gelegt hatte. Den rechten Arm hatte sie zusammengeschoben und ihren Kopf darauf gebettet. Die Hand des Linken lag noch immer an Dracos Kopf. Die Finger ein wenig in seinen Haaren, was Blaise vermehrt schmunzeln ließ.
Narcissa besah es sich interessiert, ehe sie sich leise an Blaise und Charlie wandte: „Weiß sie es?“ „Was?“, stutzte Blaise und sah zu der Blonden.
„Die Wahrheit. Dass Draco eigentlich. . . Nun ja, dass er sie wohl liebt?“, sprach sie es vorsichtig aus, worauf Blaise und Charlie kurz auf ihre Freundin sahen, bevor Blaise mit dem Kopf schüttelte.
„Nein, ich denke nicht. Als sie bei uns waren, wollte er nichts sagen, weil er Angst vor dem hatte, was kommen könnte. Und während der Schlacht wird er mit Sicherheit kein tiefgründiges Gespräch mit ihr geführt haben“, flüsterte er.
„Dann. . . Vielleicht sollten wir es ihr sagen? Vielleicht hilft ihm das ja noch zusätzlich und. . .“ „Nein“, unterbrach Blaise Narcissa nachdenklich, zu dem sie unsicher sah.
„Denkst du nicht?“ Daraufhin schüttelte er mit dem Kopf und musterte Hermiones schlafende Erscheinung eine Weile. Er ließ die Tatsache auf sich wirken, dass sie in den vergangenen drei, vier Tagen dieses Zimmer offensichtlich gar nicht groß verlassen hatte. Sie schien sich keinerlei Gedanken um irgendetwas anderes gemacht zu haben, als der Tatsache, eine Lösung für dieses Problem zu finden, denn sie trug noch immer die gleichen Sachen, die sie getragen hatte, als sie Draco aus Azkaban geholt hatten. Ihre Mähne glich seit langem auch mal wieder einem aufgeplatzten Kopfkissen. Darüber hinaus war sie merklich blass. Das alles. . . Es war unschwer zu erkennen, dass ihr das mit Draco keine Ruhe ließ, was Blaise allerdings ein kleines Lächeln ins Innerste zauberte.
Auch wenn sie nichts von Dracos Intentionen wusste, so schien sie trotz allem langsam eine gewisse Zuneigung zu seinem Freund aufzubauen, denn grundlos schlug sie sich nicht tagelang die Nächte mit allen möglichen komplizierten Büchern um die Ohren. Sie wollte ihm wirklich helfen. Helfen, aufgrund der Dinge, die sie in den letzten Monaten mit eigenen Augen gesehen und erlebt hatte, auch wenn sie das Warum nach wie vor nicht verstand. Ihr das Warum jetzt allerdings zu erklären, würde vermutlich alles verkomplizieren und im schlimmsten Fall nach hinten losgehen, was Blaise Narcissa dann auch erklärte.
„Ich glaube nicht, dass das etwas bringt. Am Ende versteht sie es nicht oder völlig falsch. Außerdem ist das, denke ich, Dracos Aufgabe. Ich hab ihm versprochen, mich weitestgehend rauszuhalten, solange er es ihr erklärt. Wenn die Verhandlung durch ist und er gehen kann, werd ich ihm deswegen aber nochmal in den Hintern treten. Dann hat er keine Ausreden mehr. Solange wir aber nicht wissen was wird, da. . . Ich kann ihn da schon irgendwo verstehen, dass er sich keine Hoffnungen machen will, falls . . . falls doch irgendetwas schief geht. Hermione das alles zu erklären, dürfte auch nicht so einfach sein, immerhin hat sie die ganzen Jahre nur eine Seite von ihm gesehen.“ „Seit wann geht das eigentlich? Also. . .“, wusste Narcissa nicht so richtig, wie sie fragen sollte. Charlie und Blaise sahen sich daraufhin auch etwas ratlos an.
„Wann genau es ihn richtig erwischt hat, weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass er. . .“, brach Blaise jedoch schlagartig ab, als Hermione ein Grummeln entwich und sie letztlich tranig den Kopf hob, wo sie noch immer mehr schlafend als wach mit kleinen Augen blinzelte. Ihre rechte Wange war knallrot und zeigte ein Knittermuster ihrer Strickjacke.
„Hermione?“, rief Charlie leise, worauf sie, noch immer völlig verpeilt, zu den Dreien blickte und sie verschlafen anblinzelte.
„Charlie?“, murmelte sie irritiert und versuchte, ihre Augen scharfzustellen, die ähnlich rot waren, wie ihre Wange. Als sie sich nebenher aufrappelte, verzog sie schmerzlich das Gesicht.
„Nicht gerade eine bequeme Position zum Schlafen, Süße“, stichelte Blaise mitleidig und trat zu ihr. „Hab ich geschlafen?“, murmelte sie Charlie entgegen, der zwar nickte, dann aber meinte: „Obwohl ich das nicht unbedingt schlafen nennen würde, so wie du aussiehst.“ „Was?“, verstand sie jedoch nicht und rieb sich über die Augen, um die Müdigkeit zu vertreiben.
„Ich bring dich jetzt nach Hause und dann legst du dich in ein richtiges Bett“, meinte Blaise und zog sie behutsam von ihrem Stuhl hoch, worauf sie erneut leicht schmerzlich das Gesicht verzog.
„Das ist für deinen Rücken allemal besser.“ „Mir geht’s gut“, murrte sie leise, was Blaise pflegte zu überhören. „Das sagen sie alle“, grinste er und sah sie kurz durchtrieben an, bevor er sie ohne Vorwarnung ansackte und sich mühelos über die Schulter warf, was sie verschreckt schreien ließ. Damit war sie hellwach und schimpfte lauthals.
„Sag mal, spinnst du? Lass mich runter!“, keifte sie und schlug mit ihren kleinen Fäusten gegen seinen Rücken. Blaise grinste allerdings weiter.
„Der reinste Engelsgesang, nicht wahr?“, sah er zu Charlie. Dieser gluckste amüsiert, während sich Narcissa das Spielchen verblüfft besah.
„Du blödes Arschloch. Verdammt, lass mich runter, Zabini!“ „Wenn du zu Hause bist, Schnucki“, lachte er vergnügt, wofür sie ihm erneut die Fäuste in den Rücken schlug.
„Ich geb dir gleich was von wegen Schnucki. Wenn du mich nicht sofort runter lässt, reiß ich dir den Arsch auf!“ „Das will ich sehen!“, lachte er, richtete sich dann aber an Charlie.
„Bleibt ihr so lange hier? Ich komm wieder, sobald ich unsere Prinzessin ins Bett gebracht hab.“ „Vielleicht solltest du sie dort dann auch festbinden.“ „WAS?!“, schrie Hermione auf den Vorschlag entsetzt und sah Charlie völlig entgeistert an. Blaise gefiel der Gedanke.
„Gute Idee. Ich wollte dich schon immer mal ans Bett fesseln“, richtete er sich freudig grinsend mit dem Kopf zu Hermione, wofür sie ihm am liebsten eine geklatscht hätte. „Wenn du das machst, vergeß ich mich!“ „Das Risiko geh ich ein“, amüsierte es ihn noch immer, womit er loslief.
„Blaise! Verdammt, meine Bücher!“, schimpfte sie, doch er machte weder kehrt, noch irgendwelche Anstalten sie runterzulassen.
„Die bleiben hier, ansonsten schläfst du wieder nicht.“ „Aber ich muss noch was durcharbeiten und. . .“ „Dafür ist nach ‘nem Nickerchen noch genug Zeit. Du brauchst selber Ruhe. Und wenn du dir die nicht freiwillig nimmst, dann helf ich da etwas nach. Verstanden?“, funkelte er sie über seine Schulter hinweg nun doch etwas böse an, was sie schlucken ließ. Am Ende sah sie zurück nach vorn, während Blaise sich etwas umständlich an der Tür zu schaffen machte. Sie nahm Narcissa jetzt erst wirklich zur Kenntnis, die ziemlich stutzig auf das Bild sah, was sich ihr gerade bot.
Mittlerweile hatte Blaise auch die Tür offen, aus der er mit einem freudigen „Bis später“ mit Hermione verschwand. Diese hörte Charlie auf dem Gang noch kurz lautstark schimpfen, bevor ihre Stimme verhallte, was ihm sagte, dass Blaise mit ihr auf dem Weg zum Ausgang war.
„Immer das gleiche“, murmelte Charlie, zu dem Narcissa sah. Fragend. „Was war das denn?“ „Hm? Nichts eigentlich.“ „Nichts?“, verstand sie dennoch nicht und musterte Charlie verwirrt.
„Er kann sie doch nicht so behandeln. Ich mein. . . So was macht man doch nicht.“ „Blaise stänkert halt gerne mit ihr“, schmunzelte Charlie. Narcissa konnte auf die Aussage allerdings nur skeptisch die Augenbrauen krausziehen.
„Ich dachte, sie ist eure Freundin?“ „Ist sie ja auch. Das bei Blaise aber. . . Das könnte man als liebevolle Stichelei bezeichnen. Das ist nicht böse gemeint und das weiß Hermione auch. Aber wie gesagt, er stänkert gerne etwas mit ihr. Und das eben. . . Auch wenn er mit der Aktion vielleicht etwas übertrieben hat, hat er mit seinem Grundgedanken schon Recht. Sie gehört ins Bett. Und ich denke, das weiß auch Hermione, nur ist ihr da ihr Dickkopf mal wieder im Weg“, lächelte Charlie ein wenig matt. Narcissa wiederum hing das Bild von eben noch deutlich im Kopf nach, genauso Charlies Erklärung, womit Narcissa ein paar sehr prägnante Fragen in den Sinn kamen.
„Wie lange kennt ihr euch? Also. . . Seid ihr befreundet?“ „Seit Mitte des Dritten. Blaise hatte damals die Idee. Er wollte sich unbedingt mit Hermione treffen und. . . Na ja, sie besser kennenlernen“, kratzte sich Charlie unschlüssig am Kopf, was die Blonde noch neugieriger machte.
„Kennenlernen?“ „Hm.“ „Einfach so?“ „Na ja. . .“, wusste Charlie nicht, wie er sagen sollte, da sie eigentlich nie weiter über das Thema gesprochen hatten. Das war so mehr ein kleines Geheimnis zwischen ihm und Blaise. Und dieses wollte er jetzt auch nicht unbedingt an Narcissa weitertragen, zumal die Würfel vor ein paar Jahren ohnehin gefallen waren. Da musste er die Sache jetzt nicht wirklich wieder aufwärmen. Leider hatte Dracos Mutter ein untrügliches Gespür für bestimmte Wahrheiten. Eines, was nur Mütter haben konnten.
„War Blaise mal mit ihr . . . zusammen?“, fragte sie vorsichtig, worauf Charlie seufzte und gedanklich weg driftete. Zu einem Gespräch, was er vor längerer Zeit mit Blaise geführt hatte. Dieses hatte zu einer Entscheidung beigetragen, die gewisse Dinge stärker ins Rollen gebracht und letztlich zu dem geführt hatte, was nun war.
„Nein, das nicht. Nur. . .“

۩ ۞ ۩


„Lass ... mich ... runter!“, warf Hermione Blaise wieder zu und betonte jedes Wort überdeutlich, nachdem sie mit einem leisen Plopp ungesehen in einer Seitenstraße zu Hermiones Elternhaus aufgetaucht waren. Der Slytherin ignorierte ihr Geknurre jedoch und trug sie, zur allgemeinen Verwunderung der Passanten, auch weiter fröhlich geschultert zu dem verlassenen Haus der Grangers.
„Man Blaise, das ist peinlich“, flüsterte sie letztlich und kriegte langsam einen hochroten Kopf, als ihr ihre alten Nachbarn verwirrt hinterher sahen. So auch Josh Lincoln, mit dem sie zur Grundschule gegangen war. Dem war das Bild dermaßen suspekt, dass er ihnen sogar folgte, und versuchte Blaise anzuhalten.
„Hey! Sag mal, was wird das?“ Blaise kümmerte sich jedoch nicht um den Muggle. Ja er ignorierte ihn sogar konsequent, gleich so, als wäre er gar nicht da. Etwas, was Josh kurz irritierte, bevor er nochmal sein Glück versuchte.
„Ich hab dich was gefragt! Lass sie runter!“, stellte er sich Blaise letztlich in den Weg, der ihn von oben herab musterte, da er ein gutes Stück größer war, als der Siebzehnjährige.
„Blaise, komm schon“, bat Hermione, wo er nun doch mal den Kopf zu ihr nach hinten neigte. „Kennst du den abgebrochenen Zwerg?“ „Wen nennst du hier Zwerg?!“, brauste Josh auf und versuchte sich größer zu machen.
„Jetzt lass mich runter. Ich kann allein laufen.“ „Nein“, meinte Blaise stur und schob sich an Josh vorbei, der auch weiter blöd guckte.
„HEY!“ „Ah. . . Alles in Ordnung, Josh. Wir. . . das. . . Er ist mein Freund“, meinte Hermione einfach nur, damit hier keiner auf den dummen Gedanken kam, die Polizei oder Ähnliches zu verständigen. Das konnte sie jetzt absolut nicht gebrauchen, von daher gab sie sich ruhig, lächelte Josh zu und winkte ihm zum Abschied, was alles andere als elegant aussah, wie sie da so wie ein Schluck Wasser über Blaise’ Schulter hing. Den knurrte sie sofort wieder an, kaum dass Josh weit genug zurückgeblieben war, um sie nicht mehr zu hören.
„Das kriegst du wieder, Zabini“, zischte sie, was Blaise noch mehr zum Grinsen brachte. Am Ende nahm er sich auch noch die Frechheit heraus, ihr mit der freien Hand einen sanften Klaps auf den Hintern zu geben.
„Ich bring dich um!“, zischte sie daraufhin erneut. Blaise feixte auf die Drohung nur, bevor er den Kopf nochmal zu ihr nach hinten neigte.
„Hab ich dir das noch nicht gesagt? Ich bin Masochist.“ „Duuu. . .“, knurrte sie wütend, doch er gluckste weiter. Schließlich kam er am Haus der Grangers an, welches er mit einem unauffälligen Schwenk seines Zauberstabes öffnete, eintrat und die Tür gleich wieder hinter sich zufallen ließ, damit die Gaffer nichts mehr zu glotzen hatten.
„Sooo. . . Wo könnte es denn sein?“, überlegte er. Hermione indes war kurz vorm Platzen. „Lass ... mich ... runter, verdammt!“ „Oben!“, dachte sich Blaise und stieg die Treppe hoch. Im Flur angelangt probierte er erst eine Tür aus, die zum Bad gehörte. Mit der zweiten Tür hatte er allerdings Glück, denn es war ein großes Schlafzimmer.
„Das ist das Zimmer von meinen Eltern!“ „Die aber nicht da sind“, erinnerte er sie, was sie mit den Zähnen knirschen ließ, ehe sie zischte: „Danke, dass du mich daran erinnerst!“ Damit stand er vor dem Doppelbett, wo er die Löwin nun an den Hüften packte, um ihrem lange gehegten Wunsch nachzukommen und sie runter zu holen. Doch anstatt sie auf die Füße zu stellen, ließ er sie auf das weiche Bett fallen, von wo aus sie ihn kurz verdutzt ansah, bevor sie sich aufrappeln wollte, um ihm eine zu donnern. Blaise war wie immer schneller.
Er ergriff sie bei den Handgelenken und zwang sie über diese zurück in die Kissen. Ihre Gelenke drückte er dabei rechts und links von ihrem kleinen, lockigen Dickkopf in die Laken und musterte sie mit einem zuckersüßen Lächeln, während Hermione ihn so ansah, als würde sie ihm in der nächsten Sekunde die Augen auskratzen.
„Du kriegst Falten, Süße“, schmunzelte er lieblich, was die Zornesfalten in ihrer Stirn nur noch mehr anwachsen ließ. „Und du fängst dir gleich eine, wenn du mich nicht sofort loslässt.“ „Hm. . . Ich finde diese Position aber gerade äußerst anregend“, grinste er anzüglich. Wenig später hatte er die Lippen direkt an ihrem Ohr, wo der warme Hauch seines Atems sie kurz schaudern ließ.
„Du machst jetzt brav die Augen zu und schläfst dich richtig aus“, flüsterte er, doch sie blieb bockig. „Man, jetzt hör auf mit dem Scheiß. Ich bin kein kleines Kind mehr!“, funkelte sie ihn wütend an, worauf er sie wieder ansah. Ihre Handgelenke behielt er jedoch in seiner Gewalt, sodass sie zu kaum einer Regung imstande war.
„Sicher. Nur. . . Ich hab jemandem versprochen, auf dich aufzupassen. Allerdings hab ich das bis jetzt eher schlecht hinbekommen.“ „Was?“, stutzte Hermione und sah ihn kurz verwirrt an, bevor ihr ein Gedanke kam.
„Ginny wird dir schon nicht den Kopf abreißen. Außerdem geht es mir gut.“ „Hm“, machte er daraufhin nur und lächelte etwas schwermütig, ehe er sie endlich losließ. Als sich die Gryffindor gerade aufrappeln wollte, zog Blaise aber seinen Zauberstab, mit dem er auf sie deutete und ruhig „Obdormiscunt“ murmelte.
Hermione kam so nicht mehr dazu, sich gegen den Zauber zu wehren, der ihr innerhalb von zwei, drei Sekunden die Augen so schwer werden ließ, dass sie gleich nach hinten kippte. Blaise fing sie allerdings auf und hielt sie noch kurz in den Armen, wo er behutsam über ihre blasse Wange streichelte. Mit dem Daumen fuhr er ebenso über ihre Lippen und musterte letztlich nachdenklich die schlafende Erscheinung seiner so temperamentvollen Freundin.
Am Ende wanderte seine Hand an ihren Hinterkopf, an dem er sie ein wenig mehr zu sich zog und ihr sanft einen kleinen Kuss auf die Stirn hauchte. Kurz darauf ließ er sie ins Kissen sinken, wo er ihr lediglich die Jacke, sowie Schuhe auszog, bevor er sich die Decke nahm und ihr über legte. So blieb er dann noch etwas bei ihr sitzen und wachte über ihren Schlaf.
„Übernimm dich nicht so sehr, Süße. Ich weiß, dass er das nicht will“, murmelte er leise. Irgendwann erhob er sich allerdings, um zurück ins Mungos zu apparieren.

۩ ۞ ۩


Wenn Du Lob, Anmerkungen, Kritik etc. über dieses Kapitel loswerden möchtest, kannst Du einen Kommentar verfassen.

Zurück zur Übersicht - Weiter zum nächsten Kapitel

Top-News
Suche
Updates
Samstag, 01.07.
Neue FF von SarahGranger
Freitag, 02.06.
Neue FF von Laurien87
Mittwoch, 24.05.
Neue FF von Lily Potter
Zitat
Schauspielern ist schwerer, als die Leute denken, aber es ist fantastisch. Ich liebe jede Sekunde davon.
Daniel Radcliffe