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Fanfiction

Was im Verborgenen liegt - Zwischen Schein ...

von Alex2303

۩ ۞ ۩


Als sich Hermione und Tonks dem Mungos näherten, begann Hermione zu verstehen, was Tonks meinte. Ihr war es in den vergangenen Tagen nicht aufgefallen, oder anders, sie hatte nicht weiter auf die Leute geachtet. Jetzt stach es ihr überdeutlich ins Auge, dass sich ein empörter Pulk lautstark am Eingang des Mungos tummelte.
„Das darf doch nicht wahr sein“, murmelte sie fassungslos, ehe die dumpfe Wut in ihr wieder hochkochte. Dafür würde sie Skeeter nachträglich noch eins reinwürgen, damit der elende Mistkäfer nie mehr auf die Beine kam!
„Lass uns schnell reingehen bevor. . .“ Doch da war es schon zu spät. Tonks kam nicht dazu, ihren Satz zu beenden, geschweige denn sich ungesehen mit Hermione ins Mungos zu stehlen, als sie von ein paar der Hexen und Zauberer entdeckt wurden, die prompt zu ihnen traten und aufgebracht auf Hermione einredeten.
„Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen!“ „Man wird Ihre Familie sicher bald finden.“ „Lassen Sie sich nicht von den Death Eatern erpressen!“ „Das Ministerium wird die Verantwortlichen finden.“ „Diese Bastarde gehören alle hinter Schloss und Riegel!“ Ein Satz jagte den nächsten, sodass der Vulkan in der Löwin immer stärker brodelte und letztlich ausbrach.
„ES REICHT!“, schrie die Gryffindor, da sie auf das verlogene Gerede einfach nicht mehr an sich halten konnte, worauf die Anwesenden sie irritiert musterten. Tonks versuchte die Brünette zu beruhigen.
„Komm, lass dich nicht stressen.“ „Skeeter dreh ich den Hals um!“, fauchte sie dann aber auch Tonks an, die jedoch schmunzelte.
„Die bekommt schon noch was sie verdient.“ „Das ist nicht genug! Dieses Biest gehört nach Azkaban! Am besten für 100 Jahre!“, keifte sie weiter und erntete dafür noch verwirrtere Blicke seitens der ganzen Hexen und Zauberer. Tonks nahm sie dann allerdings bei der Hand und zog sie zügig hinter sich her ins Mungos.
„Jetzt komm. Du wolltest doch deine Bücher holen.“ „Hm“, knurrte Hermione dennoch giftig, während der Mob hinter ihnen zurückblieb. Hermiones Laune wurde deswegen aber auch nicht besser.
Schließlich erreichten sie das entsprechende Zimmer, vor dem einer der Auroren sichtlich gelangweilt herumlungerte. Er war jünger als Tonks und hatte scheinbar erst vor kurzem seine Ausbildung beendet. Darüber hinaus schien er, mit der ihm zugedachten Aufgabe, auch alles andere als glücklich zu sein.
„Oh man, Tonks! Gut das du kommst. Ich weiß echt nicht, was die sich im Büro gedacht haben, mich hierher zuschicken, um auf so einen dreckigen Death- Hermione?“, stutzte er, da er sie jetzt erst bei Tonks entdeckte. In der Hexe brodelte es auf das blöde Gequatschte jedoch aufs Neue gefährlich, sodass sie mit den Zähnen mahlte. Tonks legte ihr auf den Anblick beschwichtigend die Hände auf die Schultern, bevor sie sich an ihren recht vorlauten, jungen Kollegen richtete.
„Jede Aufgabe hat ihre Gründe, Nate. Auch wenn du sie nicht siehst, sie dir unnötig oder gar falsch erscheinen.“ „Sicher. Aber mal ehrlich? Warum muss ich Bodyguard für einen Death Eater spielen? Der Penner gehört nach Azkaban und nicht. . .“ Auf diese Aussage hakte endgültig etwas bei Hermione aus.
Ohne ein Zeichen der Vorwarnung holte sie aus und schlug Nate die Faust direkt ins Gesicht. Den kurz aufflammenden Schmerz in ihren Fingerknöcheln nahm sie nur am Rande zur Kenntnis, während Nate bedeutend mehr Schmerzen hatte, denn er taumelte schwer zurück und schlug mit dem Rücken gegen die Wand. Nur einen Moment später lief ihm das Blut aus der Nase, an die er sich gleich griff, bevor er fassungslos auf Hermione sah. Die zitterte noch immer vor Wut und schnaubte verächtlich. In den sonst so warmen, braunen Augen lag nun ein eiskaltes, dunkles Funkeln.
„Was . . . soll das?“, konnte Nate nur stammeln, worauf Hermione ihn giftig anblaffte: „Was das soll? WAS DAS SOLL? Ich hab die Schnauze voll! Mir steht dieses ganze dämliche Gequatsche bis hier!“, deutete sie mit ihrer Hand eine abschneidende Bewegung in Halshöhe an, bevor sie Nate sagte, was das sollte.
„ER IST UNSCHULDIG!“, platzte es aus ihr heraus. In der nächsten Sekunde riss sie die Zimmertür auf, huschte hinein und donnerte keinen Herzschlag später die Tür lautstark von innen ins Schloss, sodass Tonks und Nate draußen auf dem Gang ordentlich zusammenzuckten.
„U-Unschuldig?“, konnte Nate nur stammeln, bevor es ihn schüttelte und er völlig bedeppert zu Tonks sah, die schwermütig seufzte.
„Sag mal, was ist denn mit der los? Setzen die Typen sie wirklich so sehr unter Druck das. . .“ „Nate, hör auf. Dieses Geschmiere von Skeeter ist eine einzige Lüge. Hermiones Eltern geht es gut und sie und Harry werden auch von niemandem erpresst. Skeeter hat zugegeben, dass sie sich das alles nur ausgedacht hat, um einen besseren Absatz zu haben. Wir haben sie gerade festgenommen.“ „Was?“, sah Nate nun verdutzt zu Tonks. Diese behandelte nur schnell seine ramponierte Nase, bevor sie düster meinte: „Du als Auror solltest dich nie von der öffentlichen Meinungen verleiten und beeinflussen lassen, sondern musst neutral bleiben, auch wenn dir das manchmal nicht passt. Wir haben objektiv zu entscheiden. Mir ist das in der Anfangszeit auch hin und wieder schwergefallen, aber nur so können wir unseren Job gewissenhaft erledigen.“ „Ja, schon klar. Aber wir reden hier von Malfoy! Der Typ ist eine Krankheit. Eine Plage. Das weiß jeder, der mit ihm und seiner gestörten Familie zu tun hatte!“ „So?“, sah Tonks ihn spitz an.
„Hm. Na dann willst du wahrscheinlich mit mir auch nichts weiter zu tun haben.“ „Was meinst du?“ „Ganz einfach. Weil ich auch zu dieser gestörten Familie gehöre.“ „Wie . . . wie jetzt?“, stammelte Nate aufs Neue und sah Tonks bleich an.
„Der kleine Blödmann da drin, ist mein Cousin. Meine Mutter, seine und Bellatrix sind Schwestern.“ Daraufhin klappte Nate der Kiefer runter, bevor ihm klar wurde, dass er Tonks gerade irgendwie ziemlich heftig beleidigt hatte. Er kam dann auch nicht mehr dazu, sich rauszureden, zu entschuldigen oder allgemein um irgendetwas zu sagen, da Tonks ihm nun doch den Marsch blies und so auch erstmal darüber aufklärte, was wirklich alles während der Schlacht vorgefallen war.
Es war ein Streitgespräch, welches Hermione auf der anderen Seite der Tür noch deutlich vernahm, gedanklich aber immer mehr weg driftete. Im Innern eine beinahe erschlagende Frustration, starrte sie aus leeren Augen in die Ferne. Nebenher lauschte sie Tonks’ Schimpfkanonade, genauso wie Nates Gedanken, die leider nicht nur Nate hatte, sondern viel zu viele andere in der Magischen Welt.
Das Ganze konnte doch nur in einer Katastrophe enden. Skeeter hatte mit ihren Artikeln zudem alles noch schlimmer gemacht. Selbst wenn morgen eine Gegendarstellung im Daily Prophet zu lesen sein würde, würde der von ihr bereits angerichtete Schaden kaum mehr wiedergutzumachen sein. Die Leute würden dem nicht glauben, sondern stattdessen glauben, was sie glauben wollten. Nämlich, dass Draco so ein Schicksal verdiente, womit sich ihr Blick wieder mehr im Hier und Jetzt einfand und sie auf das einzige Bett im Zimmer sah. Zu der einzigen Person die hier war.
Schließlich stieß sie sich von der Tür ab und schlich beinahe lautlos zu ihm. Er war noch immer furchtbar blass und ausgemergelt. Allerdings schlief er inzwischen um einiges ruhiger. Seine Atmung ging zwar nach wie vor recht schwer, im Allgemeinen aber doch etwas gleichmäßiger, womit sie ihm die Hand auf Stirn legte. Kurz darauf umspielte ihre Lippen ein teils erleichtertes, teils bedrücktes Lächeln.
Sein Fieber hatte begonnen leicht zu fallen, was nur heißen konnte, dass es ihm langsam ein wenig besser ging. Damit wanderten ihre Finger etwas mehr in seinen Schopf, wo sie ihm durch die verschwitzten Haare strich, bevor sie sich die Kompresse griff und zurück auf seine Stirn legte. Als sie die Hand wegnahm, blinzelte er schwach und sah aus kleinen Augen erschöpft an die Decke.
„Hey“, hauchte Hermione ihm auf den Anblick leise, wie auch sanft zu. Auf den Lippen nun etwas mehr ein Lächeln. Der Blonde reagierte aber nicht gleich, sondern machte kurz die Augen wieder zu, um den Schwindel und das Dröhnen in seinem Schädel ein wenig in die Schranken zu weisen. Hermione stimmte diese Regung allerdings unruhig.
„Draco?“, rief sie nach ihm und hatte ihre Hand erneut an seinem Kopf, wo sich ihre Finger in seinen Haaren verloren, durch die sie behutsam strich. Es war eine Geste, die ihn jedoch schmerzlich die Lider schließen und den Kopf leicht zur Seite wegdrehen ließ, sodass Hermione ihre Hand unsicher zurücknahm.
„Was ist? Hast du Schmerzen?“, fragte sie besorgt, worauf sich seine Miene kurz noch stärker verzog, was die Unruhe in der Hexe ungezügelt wachsen ließ.
„Jetzt sag schon. Was ist los?“, stützte sie sich auf dem Bett ab, um näher nach ihm zu sehen. Mit ihren Fingerspitzen berührte sie ihn dabei flüchtig auf der blassen Wange, doch zuckte er daraufhin dermaßen heftig zusammen, als hätte sie ihn mit aller Gewalt geschlagen.
„Hör auf“, wisperte er leise, wie auch heiser, weswegen sie ihre Hand nun gänzlich zurücknahm, ihn jedoch zunehmend verwirrt ansah.
„Was ist denn?“, fragte sie nochmal. Draco sah sie aber nicht an, als er seinerseits bitter, sowie leise fragte: „Warum hast du das getan?“ „Was meinst du?“, fragte sie irritiert. War es ihm jetzt etwa unangenehm, wenn sie ihn anfasste? Er hatte seine Finger die letzten Male doch nicht wirklich von ihr lassen können. Er hatte sie nach der Schlacht in der Bibliothek doch beruhigend in den Armen gehalten und auf die Stirn geküsst. Oder. . . Hatte sie sich diese sanfte Geste am Ende doch nur eingebildet?
„Warum musstest du nach Azkaban kommen? Wieso hast du mich nicht einfach gelassen?“ „Was gelassen?“, verstand sie auch weiter nicht, bis ihr ein bitterböser Gedanke kam, als er sich zitternd unter der Decke zusammenrollte und verkrampfte. Auf den Zügen ein unsäglicher Schmerz, der keinem körperlichen Leid zugrunde lag, sondern viel tiefer reichte. Tief im Innern. Es war ein seelischer Schmerz, der Hermione selbst zu quälen begann, was für einen kurzen Moment sogar noch schlimmer wurde, als er ihre dunkelsten Gedanken und damit sein Leid aussprach.
„Warum hast du mich nicht einfach dort sterben lassen? Das wäre für alle das Beste gewesen“, brach ihm halb die Stimme weg. Und das in einer derart dumpfen Verzweiflung, dass es Hermione wie ein kalter Schlag ins Gesicht war. Sie konnte ihn auf seine Worte, auf diesen scheinbar stillen Wunsch, nur völlig überfordert ansehen.
„Das ist jetzt nicht dein Ernst? Du . . . du kannst mir nicht erzählen, dass du lieber tot wärst?!“, sah sie ihn fassungslos an, bekam nur einen Augenblick später aber die fürchterliche Bestätigung.
„Besser das, als ein Leben in dieser Kälte und dem Schmerz“, murmelte er bitter und fügte noch sehr leise, sodass Hermione es beinahe nicht verstanden hätte: „Es interessiert doch eh keinen“ an, was sie im Kommenden aufbrausen und laut werden ließ.
„Sag mal, geht’s noch?!“, motzte sie, worauf er wie geschlagen zusammenzuckte. Hermione schimpfte jedoch weiter. „Mir ist es nicht egal! Genauso wenig deiner Mutter, Blaise, Charlie, Tonks. . . Verdammt, wir versuchen dir zu helfen! Hast du überhaupt ‘ne Ahnung, was wir alles veranstaltet haben, um dich aus Azkaban rauszuholen und jetzt dafür zu sorgen, dass sie dich nicht wieder dort einsperren? Der Orden, McGonagall, die Anderen und ich, wir suchen schon die ganze Zeit nach einer Lösung, damit dir das Gamot aus allem keinen Strick dreht. Damit wir dir das ersparen können, also red nicht solchen Blödsinn! Ich hab inzwischen eigentlich gedacht, dass du nicht so feige wärst. Das Leben ist nun mal nicht immer einfach. Es gibt immer irgendwelche Schwierigkeiten und scheinbar unüberwindbare Mauern, die man alleine nicht bewältigen kann. Für so etwas hat man dann aber Freunde, die einem dabei helfen. Wir versuchen dir zu helfen, also lass dich nicht so hängen!“ „Und was soll das bringen?“, drehte er sich bitter zu ihr. In den Augen noch immer diese dumpfe Verzweiflung.
„Der Name Malfoy ist vorgeprägt. Denkst du allen Ernstes, jemand würde einem Malfoy so etwas wie eine zweite Chance geben?“ „Bin ich niemand?“, blaffte sie ihn daraufhin wütend an, sodass er ein weiteres Mal zusammenzuckte und sie nun kurz verwirrt, aber auch überrascht ansah. Hermione wurde auf den Anblick jetzt erst bewusst, dass er offensichtlich wirklich nicht damit gerechnet hatte, dass sie ihm besagte zweite Chance geben wollte, weswegen sie nun auch ruhiger zu ihm sprach.
Im Hinterkopf inzwischen ein leises Verständnis für seine Gedanken, denn die waren in der Tat nicht unbegründet, wie sie heute recht deutlich hatte sehen und vor allem hören müssen. Dass er eigentlich von fast jedem derartig leicht verurteilt wurde, ohne, dass jemand tatsächlich etwas Genaues über ihn wusste. Mit dieser bitteren Gewissheit im Kopf, nahm sie auf der Bettkante Platz und sah ihn versöhnlich an.
„Denkst du wirklich, ich hätte so einen Terror im Ministerium und alles gemacht, wenn es mir egal wäre, was mit dir ist? Du hast Scheiße gebaut. Eine Menge Scheiße.“ „Danke“, murmelte er daraufhin recht geknickt, sowie matt, weshalb sie weiter sprach.
„Trotzdem bin ich der Meinung, dass du eine zweite Chance mehr als verdient hast. Zumal. . . Du hast gerade selbst gesagt, dass der Name Malfoy vorgeprägt ist. Du selbst kannst aber nichts für deine Familiengeschichte oder deinen Namen. Man hat dich doch nach ihren Regeln und Vorstellungen erzogen und dir damit diese Denkweise aufgezwungen und. . . Blaise hat mir mal ein bisschen was erzählt. Über dich“, gab sie ihm behutsam zu verstehen und musterte ihn so auch ein wenig unschlüssig. In Dracos Augen blitzte es auf ihre Worte auch gleich gefährlich.
„Was hat Zabini dir erzählt?“, fragte er vorsichtig, mehr noch lauernd. Hermione ging daraufhin etwas in sich und rief sich das Gespräch von damals wieder verstärkt ins Gedächtnis.
„Er hat mir ein bisschen was über deine Familie und deinen . . . deinen Vater erzählt.“ „Lucius ist nicht mein Vater. Er ist bloß mein Erzeuger!“, gab Draco ihr auf ihre Worte kalt und hasserfüllt zurück. Es war eine Kälte, die sich rasend schnell begann in seine Augen zu fressen. Hermione nickte.
„So etwas in der Richtung meinte auch Blaise. Ich weiß ja selber, dass dein Va-, dass Lucius ein Tyrann und Death Eater durch und durch ist. Blaise meinte, du hättest es unter ihm nie wirklich leicht gehabt. Mittlerweile versteh ich auch, was genau er damit meinte.“ „Wann hat er dir das erzählt?“, maß er sie immer lauernder und verfluchte Blaise bereits jetzt kurzzeitig. Als Hermione ihm den Zeitraum nannte, sogar noch etwas mehr.
„Mitte des Sechsten“, murmelte sie leise, worauf das Eisfeuer in Dracos Blick noch stärker hoch flackerte. Kurz darauf ergriff die Gryffindor wieder das Wort, um die langsam wachsende Spannung zwischen ihnen so gut es ging zu ersticken.
„Hör mal. Auch wenn das alles am Anfang sicher nicht leicht wird, solltest du trotzdem versuchen dich da durchzubeißen und nicht einfach aufgeben. Auch wenn dir das im Augenblick leichter erscheint. Hast du denn gar keine Träume und Wünsche, die du gerne erfüllt sehen willst?“, lächelte sie aufmunternd. In seiner Mimik machte sich auf ihre Frage jedoch mit einem Schlag etwas unendlich Deprimiertes breit. Noch im gleichen Moment verlor sich sein Blick auf fast schon beängstigende Art und Weise im Nichts, als er leise meinte: „Nicht mehr.“ „Und warum nicht mehr?“, fragte Hermione ruhig und musterte ihn sehr genau. So glaubte sie auch recht deutlich in dem Grau seiner Augen zu sehen, wie irgendetwas in ihm zusammenbrach, was vermehrt das Bedürfnis in ihr weckte, ihn zu trösten und aufzumuntern. Ihm wieder Mut zu machen. Mut auf das Leben.
„Irgendwann werden die Leute vergessen was war und dann. . .“ „Wie soll man DAS vergessen?!“, schrie er sie ohne Vorwarnung nun wirklich verzweifelt an. Zeitgleich hielt er ihr die Brandmarkung auf seinem linken Unterarm entgegen, auf dem nach wie vor das Dunkle Mal mit der Schlange und dem Totenkopf prangte. Eine Stigmatisierung, die er nie mehr verlieren würde, genauso wenig wie sie ihre Wunde verschwinden lassen konnte.
Als sie das Mal sah, schluckte Hermione den dicken Kloß, der ihr die Kehle zuschnürte, schnell runter und griff schließlich nach seiner linken Hand. Ihre andere Hand legte sie beruhigend auf das hässliche Etwas, um es zu verstecken, bevor sie Draco direkt ansah. Dieser hatte inzwischen nicht mehr einfach nur mit den Tränen zu kämpfen, da ihm diese bereits aus den Augen rannen. In diesen schimmerte eine scheinbar grenzenlose Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit, die Hermione selbst kaum noch ertragen konnte.
Sie sah ihre eigene Bewegung nicht wirklich kommen, geschweige denn, dass sie darüber nachdachte. Stattdessen beugte sie sich zu ihm und zog ihn ungefragt mit einem leisen „Mensch, Draco“ zu sich in die Arme, wo sie ihn einfach nur hielt, während er sich wie ein Ertrinkender an ihr festklammerte.
„Es findet sich für alles eine Lösung. Dafür auch“, begann sie ruhig. „Du stehst damit nicht so alleine da, wie du denkst. Wir werden dir helfen. Wir werden das Gamot schon irgendwie davon überzeugen, dass sie dich freisprechen und dann . . . dann sehen wir weiter“, hauchte sie ihm beruhigend zu und hielt ihn warm in den Armen. Sie hielt ihn einfach nur fest, um der dumpfen Verzweiflung, die sich in ihm breitgemacht hatte, etwas die Kraft zu nehmen, denn so fertig wie er jetzt gerade war, so hatte sie ihn noch nie gesehen.
Ihr war es, als hätte man ihn bereits gänzlich gebrochen und sämtlichen Mut genommen. Alle Hoffnungen. Es war eine tief gequälte Seele, die sie nun warm und tröstend in den Armen hielt, während ihm auch weiter bitterlich schmerzlich die Tränen kamen. Er klammerte sich dermaßen verzweifelt an ihr fest, als wäre sie ihm der letzte Halt. Ein Halt, der ihn davor bewahrte, in eine bodenlose Dunkelheit zu stürzen.
„Ich werd dir helfen, so gut ich kann. Versprochen. Also lass den Kopf nicht hängen. Wir kriegen das hin, da bin ich mir sicher. Und mit der Zeit da . . . da wird sich schon alles geben. Wenn du dich selbst auch darum bemühst und zeigst, dass du nicht das bist, wofür man dich verurteilt, denke ich, werden die Menschen das irgendwann auch anerkennen und dir genauso noch eine Chance geben wie ich. Dass du ganz anders kannst, wenn du willst, hab ich inzwischen zur Genüge mitbekommen“, lächelte sie und strich ihm nebenher durch die zerwühlten Haare, als sie an all diese Dinge dachte, die sie in den letzten zwei, drei Monaten von ihm gesehen hatte. Die Tatsache, dass er sich ihr mehr als ein Freund gezeigt hatte. Dass er für sie da war, als die Dunkelheit gedroht hatte, sie zu verschlingen. Er war für sie da gewesen, genauso wie sie nun versuchte für ihn da zu sein.
„Es wird alles gut werden. Da bin ich mir sicher. Auch wenn es im Moment noch etwas düster aussieht. Das ist nur eine Phase. Die geht auch wieder vorbei. Dafür werde ich sorgen. Ich, Blaise, Charlie, Tonks, deine Mutter, Ginny, Remus, McGonagall, Harry. . .“ „Potter wird mir nicht helfen“, unterbrach er sie matt in ihrer Aufzählung. Und das noch immer sehr leise, wie auch irgendwie tonlos. Hermione konnte jedoch lächeln.
„Ich glaube, ich kenne Harry etwas besser als du. Er ist nicht so rachsüchtig, wie du denkst. Er hat mir versprochen, dass er für dich aussagt. Ginny auch. Und so wie ich ihn verstanden habe, würden auch Neville und Luna sich zu deinen Gunsten äußern. Genauso Tonks und Remus. Das ist es, was ich vorhin meinte. Du bist mit alldem nicht alleine“, meinte sie sanft und hielt ihn auch weiter beruhigend in den Armen, wo er allerdings eine ganze Weile schwieg, sodass Hermione schon des Gedankens erlegen war, er wäre eingeschlafen. Dann hörte sie ihn aber wieder sehr, sehr leise.
„Warum wollt ihr mir helfen? Ich bin nicht euer Freund“, murmelte er bitter, worauf sie matt seufzte, bevor sie meinte: „Weil es richtig ist. Weil du nicht nach Azkaban gehörst. Was sie dir mit alldem antun und zumuten, das hast du nicht verdient. Und das seh mittlerweile nicht mehr nur ich so. Zumal sich Dinge auch ändern können. Oder warum hast du mir geholfen?“, erinnerte sie ihn an seine Taten.
„Du hast damit angefangen und dich so doch für einen ganz anderen Weg entschieden. Dass man dir diesen Weg jetzt aber verbaut, wegen all den Dingen, die vorher waren, das werde ich nicht zulassen. Von der Sache mit den Death Eatern in der Schule einmal abgesehen, hast du nichts getan, was es wirklich rechtfertigen würde, dich so hart zu verurteilen.“ „Ich habe das Mal“, murmelte er leise gegen ihre Schulter, dem sie gleich etwas entgegenzusetzen wusste.
„Hast du dir das selbst so ausgesucht?“ „Nein.“ „Also. Du. . .“ „Es spielt für die doch aber keine Rolle, ob ich das wollte oder nicht“, unterbrach er sie auch weiter leise und machte sich langsam von ihr los. Sein kleiner Verzweiflungsausbruch hatte sich soweit erstmal gelegt, wenngleich man die nun wieder versiegten Tränen dennoch auf seinen blassen Zügen erkennen konnte.
„Man wird dem Wort eines Death Eaters nicht glauben, selbst wenn ich ihnen alles unter Einfluss von Veritaserum erklären würde“, murmelte er weiter tonlos und ließ sich ausgelaugt in sein Kissen sinken. Hermione blieb auf der Bettkante sitzen und musterte ihn nachdenklich. Sie nahm sich dann auch wieder seine Hand und drückte diese tröstend.
„Dann suchen wir einen anderen Weg. Allerdings. . .“ „Was?“, sah er müde zu ihr. Die grauen Augen erschöpft, klein und furchtbar leer.
„Du sagst sie würden dir nicht glauben. Mir und Harry werden sie aber sicherlich glauben. Wenn wir für dich sprechen, erscheint deine Aussage doch in einem ganz anderen Licht. Dazu muss ich allerdings wissen, welcher Teufel dich geritten hat, diese Irren in die Schule zu holen?“ „Kannst du dir das nicht denken?“, maß er sie bitter, worauf sie nickte.
„Er hat dich dazu gezwungen. Das wird dem Gamot als strafmildernde Begründung aber nicht reichen. Also, was genau war da alles? Ich kann dir nur helfen, wenn ich die Einzelheiten genau kenne“, hielt sie ihn ruhig zum Erklären an, worauf sich sein Blick jedoch drohte im Nichts zu verlieren.

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Mike Newell