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Fanfiction

Was im Verborgenen liegt - ... und Sein

von Alex2303

۩ ۞ ۩


„Draco?“, rief sie ihn leise. Er schloss allerdings die Lider, was sie sich bekĂŒmmert besah, da er offensichtlich nicht mit ihr reden und sich ihr trotz allem nicht anvertrauen wollte. Als er die Augen kurz darauf wieder öffnete, war sein Blick noch immer seltsam leer. Zeitgleich rann ihm eine einzelne TrĂ€ne aus den Augenwinkeln, bevor er doch recht leise zu sprechen begann.
„Es ging nicht bloß um mich. Wenn er nur mir damit gedroht hĂ€tte, mich zu töten, dann hĂ€tte ich mich dem verweigert. Er hĂ€tte mir damit eher noch einen Gefallen getan“, murmelte er seinen letzten Satz sehr, sehr leise, was Hermione bitter auf ihn schauen ließ, als sie ihre Gedanken anbrachte.
„Er hat dich mit dem Leben deiner Eltern erpresst. Oder?“, vermutete sie, da Harry so etwas erwĂ€hnt hatte. Draco nickte.
„Nicht nur mit dem. Lucius war mir egal. Wenn er ihn getötet hĂ€tte, hĂ€tte ich vermutlich noch grinsend daneben gestanden. Ich wollte aber nicht, dass er meiner Mutter nochmal Derartiges antut. Genauso wenig Blaise und Charlie und. . .“, brach er ab, was sie etwas verwirrte. Am Ende kam sie jedoch auf besagte Taten noch einmal deutlicher zu sprechen.
„Was genau war da? ErzĂ€hl’s mir bitte. Auch wenn es schwer ist. Je mehr ich weiß, umso besser kann ich dich spĂ€ter verteidigen“, erklĂ€rte sie ihm, worauf sich sein Blick noch stĂ€rker im Nichts zu verlieren drohte. Dann aber glaubte sie in dem Grau seiner Augen, einen tiefen Schmerz aufflackern zu sehen.
„Als er mir das Mal eingebrannt und gesagt hat, was er von mir verlangt, hat er mir zeitgleich vor Augen gehalten, wie er mich bestrafen wĂŒrde, wenn ich ihm nicht gehorche oder seine Forderung nicht zu seiner vollen Zufriedenheit erfĂŒlle. Er hat erst mich, als kleinen Vorgeschmack hat er es genannt, mit dem Cruciatus belegt, ehe er auf meine Mutter los ist und den Fluch mehrere Stunden an ihr ausgeĂŒbt hat. Ich musste dem zusehen und. . . Er meinte, es wĂ€re nur der Anfang. Dass er jeden, der mir wichtig ist, zu Tode foltern wĂŒrde, bevor er mich umbringt. Ich wusste, dass ich meinen Kopf nicht ewig vor ihm verschließen könnte. Dass er diese Leute irgendwann, irgendwie finden wĂŒrde. Das war das Letzte, was ich wollte und da. . . Ich wusste, dass es falsch ist aber. . . Verdammt, was hĂ€ttest du denn gemacht?“, sah er sie verzweifelt an. Inzwischen rannen ihm wieder vermehrt die TrĂ€nen aus den Augen, wĂ€hrend Hermione ihn schuldig musterte, denn sie wusste ihm keine Antwort zu geben.
„Ich wusste, dass es ein Fehler ist. Dass ich damit alles nur noch schlimmer mache, aber ich war verzweifelt. Ich hatte keine Ahnung, wie ich das hĂ€tte so biegen sollen, dass Niemandem was passiert. Ich hab Blaise und Charlie ja noch gesagt, sie sollen aus England verschwinden. Die Idioten haben aber nicht auf mich gehört und dann. . . Sie haben mich immer mehr unter Druck gesetzt und mir gedroht. Sie wollten Ergebnisse sehen, die ich ihnen nicht liefern konnte. Ich wusste, dass ich Dumbledore nicht mit dem Avada hĂ€tte töten können. Verdammt, ich wollte das ja nicht einmal. Irgendetwas musste ich aber machen und da ist mir die Idee mit der Opalhalskette und dem Met gekommen. Irgendwie ist das aber alles schief gegangen und. . . Ich hab nicht gewollt, dass Bell und Weasley zu Schaden kommen. Ich hab mir dann ja noch angefangen einzureden, dass Dumbledore irgendwas merken könnte. Dass er misstrauisch werden und mir dazwischen funken wĂŒrde. Was glaubst du, warum ich anfangs noch so großkotzig damit geprahlt hab, ich hĂ€tte eine Aufgabe fĂŒr IHN zu erfĂŒllen? Weißt du, ich. . . Ich hab mitgekriegt, wie sich Potter zu uns ins Abteil geschlichen hat, als Blaise zurĂŒckgekommen ist. Ich wusste, dass er lauscht und. . . Wie deutlich hĂ€tte ich es denn noch sagen sollen? Keiner hat das aber irgendwie ernst genommen. Keiner! Nicht einmal, als die Sachen mit Bell und Weasley passiert sind und. . .“ „Dumbledore hat es gewusst“, unterbrach sie ihn ruhig, worauf er sie fassungslos, wie auch entsetzt ansah.
„WAS?“ „Er hat gewusst, dass du und deine Familie durch ihn bedroht werdet. Dass du etwas planst und wohl auch, dass du ihn töten solltest.“ „Wa. . . Warum hat er dann nichts gemacht?! Warum hat er mir nicht das Handwerk gelegt?“ Draco konnte nicht fassen, was er da gerade hörte. Hermione wiederum sah ihn schuldig an, da hier offensichtlich beiderseitig alles schief gelaufen war, was nur schief gehen konnte.
„Er hat dich schĂŒtzen wollen.“ „SCHÜTZEN?“, japste Draco aufgebracht. „Indem er zulĂ€sst, dass ich weiter daran arbeiten kann, diese Psychos ins Schloss zu schleusen und andere versehentlich fast umbringe? Was ist das denn bitteschön fĂŒr eine kranke Denkweise?“ „Er kannte die genauen Einzelheiten nicht. Wenn Dumbledore dich allerdings hĂ€tte auffliegen lassen, hĂ€tte ER seine Drohungen dir gegenĂŒber vermutlich wahr gemacht. Und ich denke, das hat er vermeiden wollen“, erklĂ€rte Hermione ihm ruhig. Draco konnte auf all das aber nur noch mit dem Kopf schĂŒtteln. Und das völlig fertig.
„Ich glaub das nicht. . . Die ganze Zeit hab ich gedacht, dass das doch irgendwer merken muss und jetzt sagst du mir, dass der alte Tattergreis absichtlich die Augen vor allem verschlossen hat? Das ist ein Witz. Das ist ein einziger Witz!“, stammelte er allmĂ€hlich hysterisch und fuhr sich wirsch mit den HĂ€nden ĂŒber das Gesicht und durch die Haare, die ihm damit sonst wo standen.
„Er hat mich in dem Jahr wirklich durch die Hölle gehen lassen, weil er mir angeblich helfen wollte?!“, japste Draco noch immer aufgebracht, weshalb Hermione ihn beruhigend bei der Hand nehmen wollte. Doch er entzog sich ihrem Griff und ließ stattdessen weiter den ganzen angestauten Frust, wie auch die zurĂŒckgebliebene Verzweiflung raus.
„Was hĂ€tte er denn bitte gemacht, wenn ich mich in die Große Halle gestellt und laut nach Hilfe geschrien hĂ€tte? Mich fĂŒr geistesgestört erklĂ€rt? Hast du eigentlich ‘ne Ahnung, wie oft ich in dem Jahr auf dem Astronomieturm gestanden hab und krampfhaft versucht hab einen Schritt nach vorn zu machen, damit all das ein Ende nimmt? Damit nichts passiert? Damit ER keine Möglichkeit mehr bekommt, in meinem Kopf nach den Menschen zu suchen, die mir etwas bedeuten, um sie zu töten? Weißt du, wie verfĂŒhrerisch es neben dem Schmerz war, als Potter mich aufgeschlitzt hat, einfach die Augen zu schließen, einzuschlafen, um nie wieder aufzuwachen? Aber nein, Snape musste ja dazwischen pfuschen. Er. . .“ „Er wollte dir helfen“, gab Hermione ihm leise zu verstehen, der sich mit allem, was er gerade gesagt hatte, zunehmend ein verzerrtes Bild auftat.
„HELFEN?“, schrie Draco nur, worauf sie nickte und seine Hand ergriff, die sie auch nicht mehr frei gab, egal wie sehr er sich dagegen strĂ€ubte.
„Er war ein Spion des Ordens. Er hĂ€tte dich nicht sterben lassen. Im Gegenteil. Er sollte dich von Dumbledore aus mit deinem Auftrag unterstĂŒtzen und dir helfen. Er sollte dich schĂŒtzen“, versuchte sie ihm zu erklĂ€ren, worauf er sie nur noch entsetzter ansah und sich seinerseits schließlich wĂŒtend Luft machte.
„Das ist doch völlig krank! Mich bei einem Mordversuch zu unterstĂŒtzen und denn dann auch noch zu decken! Scheiße, und ich hab die ganze Zeit gedacht, Snape schnĂŒffelt mir hinterher, um mich zu kontrollieren. Dass er nach Fehlern sucht, um mich ans Messer zu liefern, damit er selber besser da steht. StĂ€ndig hatte ich die Fledermaus im Nacken und hab gedacht, er merkt etwas. Dass ich das nicht will!“, entwich es ihm aufgebracht, bevor er völlig fertig in sein Kissen sank und bitter die Augen schloss.
„Wieso hab ich mich nicht vom Astronomieturm gestĂŒrzt?“, murmelte er verbissen, wie auch erschöpft, ehe er sich selbst recht zynisch Antwort gab „Ich bin doch zu allem zu feige“, worauf Hermione mit dem Kopf schĂŒttelte. Seine linke Hand hielt sie auch weiter fest, bevor sie am Ende auch noch ihre andere Hand auf seine legte und das kalte, zittrige Etwas warm, sowie beruhigend umschloss.
„Das bist du nicht. Feige ist es, sich dem Leben, und damit seinen Problemen, zu entziehen, anstatt sich ihnen zu stellen, und nach einer Lösung zu suchen“, widersprach sie ihm ruhig, ehe sie weiter meinte: „Was hĂ€tte es denn gebracht, wenn du dir das Leben genommen hĂ€ttest? Gar nichts. Dumbledore wĂ€re so oder so im FrĂŒhsommer des Sechsten gestorben. Zwar nicht durch Snape oder jemand anderen, sondern durch eine Verfluchung, die er sich bei der Zerstörung einer der Horcruxe zugezogen hatte. Es wĂ€re am Ende alles vermutlich genauso gekommen, wie es jetzt gekommen ist. Wahrscheinlich wĂ€re es sogar noch schlimmer geworden, denn. . . Wer hĂ€tte mir dann geholfen?“, sah sie ihn mit einem schĂŒchternen LĂ€cheln an. Auf diesen kleinen Hinweis blitzte etwas in Dracos Augen auf, was sich noch ein wenig mehrte, je mehr Hermione sagte.
„Wie hĂ€tte Harry sonst so schnell die verbliebenen zwei Horcruxe finden sollen? Was wĂ€re mit Tonks, Ginny, Luna und einigen Anderen passiert, wenn sie nicht plötzlich UnterstĂŒtzung bekommen hĂ€tten? WĂ€ren Harry und Ron wĂ€hrend der Schlacht ohne deine Hilfe heil aus dem Raum der WĂŒnsche herausgekommen? Ich denke nicht. Du hast uns allen irgendwie geholfen und damit dazu beigetragen, dass wir diesen Frieden jetzt haben“, lĂ€chelte sie aufmunternd.
„Auch wenn es fĂŒr viele so aussieht, als hĂ€ttest du gegen uns gearbeitet. . . Mit allem was du mir gerade erzĂ€hlt hast, denke ich, kriegen wir das Gamot sicher weit genug von deiner Unschuld ĂŒberzeugt, damit sie dich freisprechen. Du hast keine Unschuldigen getötet und gefoltert, oder?“ „Nein“, murmelte er nun wieder recht leise und ließ Hermiones letzte Worte sacken. Allen voran was gewesen wĂ€re, hĂ€tte er diesen einen Schritt ins Leere doch gemacht? Er hĂ€tte seinen Frieden gehabt, nur hatte ihn ein und dieselbe Frage stets aufs Neue zurĂŒckgehalten. NĂ€mlich die: Was wĂ€re dann?
Was wĂ€re aus seiner Mutter geworden? HĂ€tte dieser Irre sie in verschont, oder aus Wut getötet, weil er sich seinem Willen entzogen hatte? Was wĂ€re mit Blaise und Charlie geworden? HĂ€tte man sie vielleicht irgendwie ausfindig gemacht und ihnen geschadet, weil er so eng mit ihnen befreundet war? Am meisten hatte ihn jedoch die Frage gequĂ€lt, was mit Hermione werden wĂŒrde?
Voldemort hatte nichts von ihr gewusst. Allerdings war es weitestgehend bekannt, dass sie Potters beste Freundin war und damit stand sie zwangslĂ€ufig sehr weit oben auf der Liste der potenziellen Mordopfer. Draco hatte geahnt, um nicht zu sagen gewusst, dass das Wiesel und Potter zu blöd dazu waren, um sie zu schĂŒtzen oder irgendwo versteckt zu halten. Immerhin wĂ€re es nicht das erste Mal, dass sie durch Potters halsbrecherische Aktionen zu Schaden kam.
Da war im Zweiten, die Sache mit dem Basilisken gewesen. Im Dritten hĂ€tte der blöde Werwolf Lupin sie fast gefressen, genauso wie die Dementoren gedroht hatten, ihr die Seele zu rauben. Im Vierten waren es irgendwelche eifersĂŒchtigen HĂŒhner, die ihr verĂ€tzte Briefe hatten zukommen lassen, weil sie dachten, sie hĂ€tte was mit Potter am Laufen gehabt. Dann im FĂŒnften die Ministeriumsgeschichte und Umbridge. An die ganzen Katastrophen im Sechsten wollte er gar nicht nĂ€her denken, genauso wenig an die Geschichte vor ein paar Monaten, wie auch die Schlacht an sich.
„Draco?“, holte ihre sanfte Stimme ihn dann aber wieder aus seinen dunklen Gedanken ins Hier und Jetzt zurĂŒck. In eine Welt, in der er nicht gesprungen war. Eine Welt, in der er lebte. Nicht nur er, sondern auch sie. Es war eine Welt, aus der das Dunkel gewichen war. Eine, in der sie nun völlig friedlich, wie auch ruhig mit ihm redete und ihm noch eine Chance geben wollte. Es war eine Welt, in der sie ihm helfen wollte. Ihn so allmĂ€hlich vielleicht auch zu mögen begann, womit er etwas in der Richtung bohrte.
„Du nennst mich Draco?“, brachte er scheinbar verwundert, mit einem leicht spitzen Unterton an, was sie im Kommenden schmunzeln ließ. Dieses sĂŒĂŸe LĂ€cheln, was er schon lange nicht mehr gesehen hatte. Nicht zuletzt auch, da es bisher nie in irgendeiner Form ihm gegolten hatte.
„Du nennst mich neuerdings ja auch Hermione“, entgegnete sie ihm, wo er allerdings ernsthaft ĂŒberlegte, wann und wo er sich da mal wieder nicht unter Kontrolle gehabt hatte? Kurz darauf fiel es ihm ein.
Es war nach der Schlacht gewesen, als er Lucius am liebsten einen Kopf kĂŒrzer gemacht hĂ€tte. Scheinbar war sie da doch nicht so sehr im Delirium, wie er gedacht hatte. Er hoffte instĂ€ndig, dass sie das andere von ihm nicht weiter mitbekommen hatte, denn ihr das jetzt zu erklĂ€ren, dazu war er absolut nicht imstande. DafĂŒr hatte er nach wie vor viel zu große Angst vor ihrer Reaktion. Von den eigentlichen UmstĂ€nden, dass er im Grunde in Azkaban sitzen mĂŒsste, ganz zu schweigen. Wenn er nun dort bleiben mĂŒsste und sie wĂŒsste um sein kleines Geheimnis, er wĂŒrde es nicht ertragen. So oder so.
Es wĂŒrde ihn zerreißen, wĂŒrde sie es verstehen und darĂŒber hinaus seine Zuneigung auch noch erwidern, da er durch die Gefangenschaft nicht bei ihr sein und an ihrem Leben teilnehmen könnte. Ebenso wĂŒrde es ihn zugrunde richten, wenn sie sich aufgrund dieser Sache angewidert von ihm abwenden und mit einer Form des Hasses und der Abneigung begegnen wĂŒrde, die 1’000-mal schlimmer war, als die Jahre zuvor.
Beides konnte er im Augenblick nicht ertragen, sondern nur diesen schmalen Pfad, auf dem er zurzeit balancierte, womit er sie wieder ansah. Offensichtlich wartete sie noch immer auf eine entsprechende Reaktion von ihm. Da allerdings nichts kam, fragte sie: „Oder ist dir Malfoy lieber?“ Auf die Frage musste er gar nicht ĂŒberlegen, denn er schĂŒttelte nur den Bruchteil einer Sekunde spĂ€ter leicht mit dem Kopf.
„Nein“, gab er ihr ruhig, wie auch leise zu verstehen, was sie erneut mehr lĂ€cheln ließ. „Dann ist doch alles gut, oder nicht?“, lĂ€chelte sie auch weiter warm und hielt ihn beruhigend bei der Hand, sodass er gar nicht anders konnte, als zu nicken. Zeitgleich machte sich eher ungewollt die Andeutung eines kleinen LĂ€chelns auf seinen ZĂŒgen breit, welches das Hermiones noch weiter mehrte. Kurz darauf nahm sie ihn ohne Vorwarnung in die Arme, worauf er noch weniger zu reagieren wusste, als zuvor, da er da einfach nur dankbar fĂŒr den plötzlichen Halt war.
„Wir kriegen das hin“, flĂŒsterte sie, was ihm jedoch kurz einen spitzen Stich durch die Venen jagte, da er dadurch wieder bewusst an das dachte, was ihm noch blĂŒhte. Damit wurde der Wunsch nach Halt erneut schier ĂŒbermĂ€chtig und schließlich stark genug, dass sich seine Arme in einem halben Eigenleben um ihre zierliche Gestalt legten und er sie kurz darauf seinerseits festhielt.
Dabei zog er sie etwas mehr zu sich aufs Bett, wo er das Gesicht in ihrem Schopf vergrub und so den wohligen Duft einer sonnendurchfluteten FrĂŒhlingswiese seit langem wieder so intensiv in sich aufnahm. Am liebsten hĂ€tte er sie jetzt gar nicht mehr losgelassen, doch war es nun Hermione, die diese Bindung durchbrach und ihn wieder ansah. Auf den ZĂŒgen noch immer ein sanftes LĂ€cheln.
„Ruh dich aus, okay? Die Verhandlung ist erst Ende nĂ€chster Woche. Solange bleibst du hier und erholst dich. Das hat Daniel den Typen vom Ministerium auch schon verklickert. Dass du Ruhe brauchst. Zum Prozess sagst du dem Gremium dann das gleiche, was du mir gesagt hast. Entschuldige dich fĂŒr dein Handeln. Sag ihnen nochmal deutlich, dass du wusstest, dass es falsch war, aus gegebenen GrĂŒnden allerdings keine andere Wahl hattest. Um den Rest kĂŒmmer ich mich, okay?“ „Hm“, machte er nur leise, aber auch nachdenklich, wĂ€hrend Hermione sich gĂ€nzlich von ihm löste, um noch ein paar BĂŒcher zu Rate zuziehen und ihrer Ansprache so ein wenig mehr Feinschliff zu geben.
Sie sammelte die Unterlagen, die hier im Zimmer lagen, ein und wollte gerade mit einem „Bis spĂ€ter“ verschwinden, als Draco sie etwas verschĂŒchtert zurĂŒckhielt. „Her-Hermione, warte.“ Daraufhin hielt sie inne. Innerlich lĂ€chelnd, da er sie nun wirklich beim Vornamen nannte.
„Was denn?“ „Ich . . . Ă€hm. . .“ „Was? Sag schon“, trat sie nochmal zu ihm und wartete geduldig darauf, dass er seine Worte formulierte. „Kannst du mir. . . Kannst du mir noch einen kleinen Gefallen tun?“ „Gefallen?“, stutzte sie, was ihn wieder vermehrt unruhig stimmte.
„Ja. Ich. . . Versteh das jetzt nicht falsch, aber. . . Könntest du. . . Weißt du, wie es Bell geht?“ „Katie?“, stutzte Hermione nun wirklich verwundert. Draco nickte.
„Ja. Ich. . . Ich hab sie wĂ€hrend der Schlacht im Schloss gesehen, als ich Charlie und Blaise gesucht hab. Sie war bewusstlos und Madam Pomfrey hatte sich da gerade um sie gekĂŒmmert und. . .“ „Katie geht es gut“, lĂ€chelte Hermione nun wieder, worauf er nickte und damit seine Bitte anbrachte.
„Ich hĂ€tte es ihr schon im Schloss gesagt, aber weil sie . . . na ja. . . Ich. . . Kannst du ihr von mir ausrichten, dass es mir leidtut, dass sie meinetwegen zu Schaden gekommen ist? Ich hab sie wirklich nicht verletzen wollen“, sah er sie bittend an, was Hermione innerlich noch stĂ€rker lĂ€cheln ließ. Nach außen ließ sie ihn allerdings recht kĂŒhl auflaufen.
„Nein“, meinte sie kurz angebunden, womit sich schlagartig eine drĂŒckende Frustration und leise Trauer in seine Mimik schlich. Damit war sie erneut ganz bei ihm und nahm nochmal kurz auf der Kante des Bettes Platz, sodass er sie wieder direkt ansah.
„Das sagst du ihr selbst“, erklĂ€rte sie ihm nun wieder wĂ€rmer. Dracos Miene blieb jedoch. „Sie wird deswegen nicht nach Azkaban kommen“, gab er ihr gedrĂŒckt zurĂŒck, wo sie ihn gleich zu korrigieren wusste.
„Das muss sie auch nicht. Ganz einfach weil du nicht mehr nach Azkaban zurĂŒckgehen wirst“, redete sie ihm erneut gut zu. Sein rechter Mundwinkel zuckte allerdings nur kurz schwerfĂ€llig nach oben.
„Deinen Optimismus hĂ€tte ich wirklich gerne“, murmelte er leise, was sie seufzen ließ, bevor sie ihn nochmal beschwor: „Du wirst nach der Verhandlung nicht zurĂŒck nach Azkaban gehen. Stattdessen lĂ€dst du Katie in ein nettes CafĂ© ein und erklĂ€rst es ihr. Du sagst ihr, was du ihr sagen willst. Katie versteht das sicher. Sie wird dir dann bestimmt nicht mehr allzu böse sein. Dass es nicht sie hat treffen sollen, wird sie inzwischen auch wissen. Wenn du dich ehrlich bei ihr entschuldigst, wird sie dir das verzeihen. Da bin ich mir sicher“, lĂ€chelte sie aufmunternd, was er dennoch nicht erwidern konnte.
„Mach dir nicht so viele Gedanken deswegen. Selbst wenn das nĂ€chsten Freitag nicht ganz nach Plan laufen sollte, was es aber wird, heißt das nicht, dass die Sache damit erledigt ist. Das ist sie erst, wenn sie dich freigesprochen haben. Und so lange werde ich auch nachtreten. Verstanden? Und jetzt mach nicht mehr so ein langes Gesicht. Du siehst so schon scheiße genug aus“, stichelte sie und erntete dafĂŒr den typisch genervten Malfoy Blick, was sie seltsamerweise spitz grinsen ließ.
„Du kriegst Falten“, stĂ€nkerte sie, sodass sein Blick noch hĂ€rter wurde. Nur kam diese HĂ€rte nicht mehr wirklich so kalt in ihrem Innern an, wie es sonst immer der Fall gewesen war. Stattdessen animierte sie sein Blick plötzlich vermehrt zu einem frechen Grinsen.
„Schön, dass du was zum Lachen hast!“, moserte er auf ihr Grinsen, was es nur noch schlimmer machte. Am Ende schĂŒttelte sie es dennoch ab und lĂ€chelte wieder normal.
„Schlaf dich richtig aus. Wir diskutieren ein andermal weiter darĂŒber“, versprach sie ihm, was ihn nicht daran hinderte, mehr auf ihre Worte einzugehen. Und das leicht hoffend.
„Kommst du nochmal?“ „Wenn es dem werten Mr. Malfoy genehm ist?“ Und da war er wieder. Der blöde Malfoy Blick aufgrund ihrer doofen Frage, die sie sich damit mit einem Ja beantworten konnte.
„Ruh dich aus. Ich recherchier noch ein bisschen. Wenn dir noch etwas einfĂ€llt, was die Sache fĂŒr uns einfacher macht, lass es mich wissen, damit ich es richtig einarbeiten kann. Wenn wir eine gute Verteidigung haben, ist das schon die halbe Miete. Wenn sie keinen wirklichen Angriffspunkt finden.“ „Strategie, hm?“ „Quasi. Also. . .“ Damit richtete sie sich erneut auf, um zu gehen, wo er sie diesmal jedoch am Handgelenk festhielt, sodass sie zu ihm zurĂŒcksah.
„Was denn?“ „Ich. . . uhm. . . Danke“, brachte er dann nur noch hervor. Ein Wort mit den Lippen aber auch mit den Augen gesprochen, was dafĂŒr sorgte, dass es einen Teil in ihrem Innern wohlig wĂ€rmte. Es war eine WĂ€rme, die sich kurz darauf ebenso auf ihre ZĂŒge legte und am Ende erneut in einem sanften LĂ€cheln verlor.
„Gerne.“ Damit ließ er sie schweren Herzens los, da ihm nichts mehr einfiel, wie er sie noch lĂ€nger hĂ€tte hierbehalten können. Sie einfach darum zu bitten, traute er sich nicht. Es war verrĂŒckt, doch er traute sich tatsĂ€chlich nicht, sie um so etwas Banales, wie ihre Gegenwart zu bitten. In Arizona hatte er es zwar recht ganz gut hinbekommen, ihr aus dem Weg zu gehen und den gefĂŒhllosen Eisklotz zu spielen. Jetzt aber. . . Es fiel ihm von Mal zu Mal schwerer, seine kalte Maske aus Arroganz und GleichgĂŒltigkeit wieder aufzusetzen.
Es war nicht so, dass er das wollte. Gerade ihr gegenĂŒber. Im Grunde freute er sich ja darĂŒber, dass er allmĂ€hlich normal mit ihr reden konnte. Dass sie inzwischen sogar ein warmes LĂ€cheln fĂŒr ihn ĂŒbrig hatte und alles. Doch machte er sich damit angreifbar. Und das war im Augenblick so ziemlich das Letzte, was er gebrauchen konnte. Anderen gegenĂŒber SchwĂ€che zu zeigen, so wie vorhin. Und sei es Hermione.

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Daniel ist total nett. Er ist klasse. Er spielte mir gute Musik vor. Ich hatte immer noch Beatles gehört bis ich hierher kam. Er ist sehr leidenschaftlich. FĂŒr sein Alter hat er einen guten Geschmack.
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