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Fanfiction

Was im Verborgenen liegt - Zuspruch mit Folgen

von Alex2303

۩ ۞ ۩


„. . . NEIN!“, fuhr Hermione mit einem schmerzlichen Aufschrei hoch und fegte das Glas Wasser, was auf dem Couchtisch stand, mit einer hektischen Bewegung um, sodass es nur den Bruchteil einer Sekunde später auf dem Parkettboden im Wohnzimmer zersprang.
Die Hexe bekam nichts davon mit. Zu sehr hingen ihr noch immer die grässlichen Bilder aus der Bibliothek nach, als Lucius Ginny K.o. gesetzt und sich stattdessen so intensiv mit ihr beschäftigt hatte. Als er sie mit dem Cruciatus gequält und ihr nebenher diabolisch grinsend vor Augen gehalten hatte, was er noch mit ihr anstellen würde.
Es war ihr wie eine quälende Unendlichkeit vorgekommen, in der er sie mit dem Unverzeihlichen gemartert hatte. Zeit, in der sie erneut geglaubt hatte, den Tod zu finden. Bis jetzt, wo sie sich nun getrieben in dem beleuchteten Wohnzimmer umsah. Dabei streifte ihr Blick die Wanduhr, wo es kurz vor 3:00 Uhr war. Auf den Anblick stöhnte sie fertig, bevor ihre Augen auf den Bücherhaufen fielen, über dem sie eingeschlafen war.
„Gott“, entwich es ihr fertig. Sie fuhr sich mit den Händen über das schweißnasse Gesicht und lehnte sich völlig erschöpft an der Couch an. Ihr Blick war so starr und leer auf die gegenüberliegende Wand gerichtet, wo er drohte sich im Nichts zu verlieren. In dem was war. Was dann wirklich war, denn die Jungs waren schließlich gekommen, und hatten diesen ganzen Wahnsinn beendet. Einer der Vier hob sich in ihrer Erinnerung besonders stark ab, weil er trotz allem nicht so richtig ins Bild passen wollte. Wahrscheinlich sah sie ihn gerade deswegen am deutlichsten.
„Warum?“, murmelte sie letztlich leise, als sie wieder über all das nachdachte, was war. Als sie ihn in Arizona gefragt hatte, hatte er sie ständig angegiftet, und von Blaise hatte sie auch keine plausible Erklärung bekommen. Nur so viel, dass er und Charlie aus Dracos Macken auch nicht immer schlau wurden. So auch aus dieser. Es war eine Sache, die ihr allerdings nach wie vor keine Ruhe ließ. Es war eine Frage, die sie endlich beantwortet haben wollte!
Sie würde später deswegen nochmal bei ihm bohren. Weglaufen konnte er ihr in seinem momentanen Zustand ja nicht, womit sie zwangsläufig zurück an ihren abendlichen Besuch dachte. Er war nicht wach gewesen. Und so wie sie Charlie verstanden hatte, war er das den kompletten Tag nicht. Auch so. . .
Er hatte noch immer sehr schlecht ausgesehen. Scheinbar hatte irgendeiner von Megans Flüchen seinen Effekt doch nicht so ganz verfehlt, wie sie anfangs gedacht hatten. Sie hoffte, dass Daniel in der Richtung bald etwas fand, damit es ihm wieder etwas besser ging. Denn was das für eine Qual und Belastung für den Körper war, mit irgendwelchen Flüchen zu Rande zu kommen, allen voran mit tief schwarzmagischen, wusste sie selbst zur Genüge.
Schließlich rappelte sie sich auf und verschwand hoch in ihr Zimmer, in der Hoffnung, noch etwas ruhigen Schlaf zu finden. Es war eine Hoffnung, die sich nicht erfüllte. Jedes Mal, wenn sie kurz weg nickte, schlichen sich aufs Neue die albtraumhaftesten Bilder in ihren Kopf, die sie immer wieder verschreckt zusammenzucken ließen.
Als die Sonne dann langsam zwischen den Häusern und Bäumen hervorkroch, es war noch nicht einmal 5:30 Uhr, stand sie völlig verkatert, und obendrein noch erschöpfter als vor ein paar Stunden, wieder auf. Kurz darauf schlurfte sie schlaftrunken ins Bad, um zu duschen.
Sie ließ den warmen Schauer eine halbe Ewigkeit auf sich wirken, der den angenehmen Nebeneffekt hatte, ihren aufgewühlten und verschreckten Geist ein wenig zu beruhigen und zu entspannen. Entspannen war allgemein ein guter Gedanke. Sie würde heute Abend ein schönes Bad nehmen. Vielleicht half das ja.
Schließlich kam sie zu einem Ende, frühstückte schnell etwas und klemmte sich letztlich hinter ihre Bücher, in denen sie zur Gänze versank, bis die Buchstaben irgendwann verschwammen und ihr Magen zeitgleich gefährlich grummelte.
Als sie aufblickte, wunderte sie sich über das Warum nicht wirklich. Es war bereits nach 16:00 Uhr. Sie hatte in ihrem Wahn erneut völlig die Zeit vergessen. Dafür hatte sie noch ein paar interessante Details gefunden, die sie mit einarbeiten konnte.
Im Anschluss machte sie sich eine Kleinigkeit zu Essen und verschwand letztlich ins Mungos. Sie wollte nochmal nach Draco sehen, aber auch ihre Fragen endlich beantwortet haben. Das Schicksal schien diesmal auch ein Einsehen mit ihr zu haben, denn er war gerade wach, als sie dazu kam. Allerdings wurde sie von den drei Jungs recht verwundert gemustert.
„Hey“, warf sie zur Begrüßung in den Raum, wo Blaise und Charlie sich kurz ansahen, bevor ihre Blicke zurück auf Hermione fielen, die ihrerseits mit der Stirn runzelte.
„Was ist?“ „Hast du wieder durchgemacht?“, fragte Blaise lauernd. Die Gryffindor sah ihn jedoch nur kurz verdutzt an, bis ihr klar wurde, was er meinen könnte. Wahrscheinlich sah sie noch immer ziemlich zerknittert und etwas blass aus.
„Schlecht geschlafen“, tat sie es als nichtig ab, was Charlie noch etwas mehr verwirrte. „Hat der Trank nicht gewirkt, den ich dir gegeben hab?“ „Was? Ach der. Ja. Nein, ich. . . Ich bin auf der Couch weggenickt und. . . Ich hab den ganz vergessen.“ „Aha“, machte Blaise nur und fing an zu grinsen, bevor er sich an Charlie richtete.
„Wolltest du nicht noch was holen?“ „Holen?“, stutzte Charlie jedoch und schob verwundert eine Augenbraue nach oben.
„Hast du doch vorhin gesagt. Wenn Mione jetzt da ist, können wir das schnell erledigen. Oder musst du gleich wieder weg?“, sah Blaise lauernd zu ihr. Sie schüttelte mit dem Kopf.
„Ich hab Zeit.“ „Perfekt. Los, komm mit.“ Damit zog er Charlie mit sich, der absolut keine Ahnung hatte, was Blaise eigentlich von ihm wollte? Wenig später waren die Beiden aus dem Zimmer raus, was sich Hermione irritiert besah. Am Ende drehte sie sich zu Draco, der noch immer extrem blass war und auch so ziemlich fertig aussah.
„Wie geht’s dir?“, fragte sie ruhig, worauf er sie nur müde ansah, sodass sie sich für ihre blöde Frage schallt. Wie sollte es ihm schon gehen? Beschissen, so wie er aussah. Nach der Sache mit Megan vermutlich noch mehr. Hermione hatte keine Zweifel daran, dass ihn das erneut stärker getroffen hatte. Weniger körperlich, sondern mehr seelisch.
Sie hatte das Gespräch von neulich damit auch wieder in den Ohren. Dass ihm doch ohnehin keiner glaubte und die Leute nur das sahen, was sie sehen wollten. Nämlich ihn als durchtrieben, bösen, dunklen Death Eater, der verurteilt und so hart wie möglich bestraft gehörte. Hermione hatte allein auf ihre eigenen Gedanken, sofort wieder das Bedürfnis, ihn aufzumuntern und in die scheinbare Schwärze, die ihn umgab, etwas Licht zu bringen.
„Ich hab noch ein paar Sachen gefunden, die wir zu deinen Gunsten nutzen können und. . .“ „Du solltest das lassen“, murmelte er ihr müde dazwischen, worauf sie ihn fragend ansah.
„Was lassen?“ „Das alles. Du schaffst dir nur Feinde, wenn du mir hilfst“, meinte er sehr leise, während sein Blick leer nach vorn ins Nichts ging.
„Wie kommst du darauf?“, fragte sie ihn ruhig, obwohl sie es ahnte. „Jones. Blaise hat von ihrem Ausraster erzählt. Dass sie dich angegriffen hat.“ „Das waren bloß Worte“, beruhigte sie ihn. Verblüfft, dass er sich über die Sache Gedanken machte.
„Dabei wird es aber nicht bleiben. Willst du dir wirklich deine Zukunft wegen einem Death Eater ruinieren?“ „Du bist kein Death Eater. Zumindest nicht so, also fang jetzt nicht mit sowas an. Du hast mir letztens doch selber noch gesagt, dass du das nicht wolltest“, erinnerte sie ihn, doch er zeigte auch weiter keinerlei Regung. Stattdessen schien er immer stärker in einen gefährlichen Dämmerzustand zu gleiten, der ihn gefangen hielt.
„Was spielt das noch für eine Rolle? Selbst wenn ich tatsächlich nicht zurück nach Azkaban muss, werd ich diese Schatten dennoch nicht los. Ich werd nie Ruhe haben. Die Leute werden immer nur das sehen und danach handeln. Genauso dir gegenüber, wenn du so weitermachst. Also lass es. Früher oder später wirst du es bereuen. Es reicht doch, dass ich mir mein Leben mit allem versaut hab. Ich will nicht auch noch für deins verantwortlich sein, also lass mich in Ruhe. Verschwinde“, murmelte er tonlos, worauf sie ihn für einen kurzen Moment völlig verwirrt ansah, bevor eine dumpfe Wut in ihr hochkochte, da er sie irgendwie gerade rausgeworfen hatte.
„Den Teufel werd ich, Malfoy!“, zischte sie ihn sauer an und stand nun richtig neben dem Bett, auf dem sie sich abstützte, um ihm in die Augen sehen zu können. Doch sein Blick war auch weiter leer und ging schon regelrecht durch sie hindurch ins Nichts.
„Du wirst mir hier jetzt nicht in Selbstmitleid ertrinken. Hast du verstanden? Klar war das mit Megan scheiße. Du hast ihr nichts getan und trotzdem dreht sie so frei. Das heißt aber noch lange nicht, dass alle so verbohrt sind. Die Leute wissen es bloß nicht besser und lassen sich von ihrem allgemeinen Eindruck leiten und. . . Hör zu, ich war gestern Nachmittag bei Katie“, begann sie, worauf kurz etwas in seinen Augen zuckte. Ob es gut oder schlecht war, konnte sie nicht deuten, von daher erklärte sie rasch weiter.
„Sie war anfangs noch sauer und wollte nicht mit mir reden. Als ich ihr dann aber alles soweit erklärt hab da, . . . Sie hat es verstanden und war auch nicht mehr so wütend. Wirklich. Und bis auf die eine Sache, hast du ihr doch auch nie etwas getan. Die Geschichte mit der Halskette war ein Unfall, den sie dir, mit allem, was ich ihr sagen konnte, nicht weiter nachträgt. Sie war verständig. Und das werden andere auch sein, wenn sie die genauen Hintergründe kennen. Also hör auf dich irgendwelchen Depressionen hinzugeben und dir die Leute zu vergraulen, die dir helfen wollen. Du kriegst meine Hilfe, ob dir das schmeckt oder nicht“, drohte sie ihm, worauf er die Augen schloss und „Du bist echt bescheuert“ murmelte, was ihr gerade herzlich egal war. Da war sie ganz andere Sachen von ihm gewohnt.
„Deine blöden Beleidigungen kannst du dir sonst wo hinschieben. Ich lass mir von dir nicht sagen, was ich zu tun oder zu lassen hab, also versuch’s erst gar nicht. So schnell wirst du mich nicht wieder los“, drohte sie ihm erneut, was ihn plötzlich schwach lächeln ließ. Damit nahm sie neben ihm Platz und redete nun ruhiger weiter.
„Auch wenn die Situation noch immer sehr angespannt ist, es ist dennoch Blödsinn kampflos aufzugeben. Zumal ich dich die letzten Monate ganz anders erlebt hab. Wo ist bitteschön dein Wille hin, dem Dunkel die Stirn zu bieten?“ „Potter hat ihm doch schon in den Arsch getreten“, murmelte er, was sie matt lächeln ließ.
„Du weißt, was ich meine“, hielt sie ihn auch weiter ruhig an, worauf er die trüben Augen schmerzlich schloss, was sie sich bedrückt besah und letztlich zögerlich mit ihren Fingern nach seiner Hand griff. Auf die plötzlich sanfte Berührung zuckte er zwar kurz, zog seine Hand aber nicht weg, sodass sie diese richtig nahm und beruhigend umschlossen hielt.
„Es wird sich mit der Zeit alles geben, glaub mir. Ich werd dir helfen. Das hab ich dir versprochen. Und meine Versprechen halte ich auch.“ Daraufhin sah er sie wieder an. „Ist das ‘ne Drohung?“, fragte er leise, worauf sie ihn durchtrieben anfunkelte und beinahe teuflisch grinste.
„Sieh es, wie du willst.“ „Du bist mir zu nichts verpflichtet“, murmelte er dann allerdings wieder recht matt, bevor sein Blick erneut gefährlich leer wurde, sodass auch ihr Grinsen verschwand und sie ruhiger, aber auch ernster weiter sprach.
„Ich weiß. Das warst du mir gegenüber aber auch nicht. Trotzdem warst du für mich da und. . . Ganz ehrlich jetzt. . . Warum auf einmal? Warum dieser Sinneswandel?“ „Ich wollte damit nichts zu tun haben“, murmelte er jedoch nur, worauf sie zwar nickte, nur war das nicht die Antwort, die sie gerne von ihm hören wollte.
„Ich weiß. Das hast du mir schon mal gesagt. Aber das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Warum hast du trotzdem auf einmal so viel für mich getan? Du hättest mir nicht so weit helfen müssen“, fragte sie ihn ruhig, wie auch offen, doch er reagierte nicht, sondern starrte nach wie vor ins Leere, bevor er die Augen schloss und Hermione damit vergeblich auf Antwort wartete.
„Draco?“, rief sie ihn nach einer Weile leise, wo er recht erschöpft „‘bin müde“ murmelte. Für Hermione ein deutliches Zeichen. Er wollte nach wie vor nicht mit ihr über das Warum sprechen, was sie recht verbissen aber auch traurig stimmte. Schließlich legte sie ihm die Hand auf die Stirn, die extrem glühte.
Sie glaubte ihm, dass er tatsächlich müde war. Es musste ihn tierisch anstrengen, sich mit ihr zu unterhalten. Ja selbst die simple Tatsache wach zu sein, schien ihn einiges an Kraft zu kosten. Er sah ja auch wieder schlechter aus, als vor Megans Attacke. Sein Gesicht war grau und glänzte wächsern durch den kalten Schweiß. Zudem hatte er tiefe, dunkle Schatten unter den Augen. Seine Augen selbst wirkten schon irgendwie leblos.
Am Ende ließ sie von ihm ab und stand auf, worauf er die Augen wieder ein stückweit öffnete und nur noch sah, wie sie sich zur Tür bewegte. Kurz darauf schloss er die schweren Lider und drehte den Kopf bitter zur anderen Seite. Im nächsten Moment ging leise eine Tür.
Es war ein kaum hörbares Klack, welches ein heißes Stechen in ihm zurückließ. Es war ein Schmerz, für den er allein verantwortlich war. Doch war ihm dieser noch immer lieber, als ein gänzlich anderer. Es war ein Schmerz, der ihn zerreißen und damit völlig zerstören könnte.
„Draco?“, hörte er sie dann aber unverhofft wie aus dem Nichts wieder, worauf er den Kopf in die Richtung ihrer ruhigen, warmen Stimme drehte. Sie stand nun etwas am Kopfende des Bettes und hielt ein Glas Wasser in der Hand.
„Trink mal was“, hielt sie ihn ruhig an und stützte ihn letztlich, bevor sie ihn behutsam zurück in sein Kissen gleiten ließ, in welches er erschöpft sank und die Augen schloss. Nur einen Augenblick später ruhte auf seiner hämmernden Stirn etwas angenehm Kühles, ebenso wie er einen leichten Druck verspürte. Als er erneut blinzelte, hatte Hermione ihre Hand mit dem kalten Umschlag noch immer darauf liegen.
„Besser?“, fragte sie leise, worauf er knapp nickte. „Hm.“ „Okay“, lächelte sie, wo sie, wie immer, den linken Mundwinkel etwas höher zog, sodass sich dort vermehrt das kleine Lächelfältchen bildete. In ihren Augen lag ein warmes Schimmern, als sie sich wieder setzte und erneut behutsam seine Hand ergriff. Diesmal zuckte er nicht, sondern konnte stattdessen einen gänzlich anderen Reflex nicht unterdrücken, denn seine Hand schloss sich auch ein wenig um die ihre. Hermione spürte diese kleine Geste überdeutlich und lächelte ihn beruhigend an.
„Es wird sich alles finden, glaub mir. Und. . . Sag’s mir bitte. Ich will dir wirklich helfen und. . . Ich will dich vor allem auch besser verstehen.“ „Das wirst du nie“, murmelte er tonlos, womit aus dem warmen Lächeln ein Gedrücktes wurde.
„Das hast du mir schon mal gesagt. Und es stimmt. Ich kann es nicht verstehen, wenn du mir nicht die Möglichkeit dazu gibst. Hältst du mich nach allem tatsächlich noch für so engstirnig, dass ich deine Ansichten und Beweggründe nicht nachvollziehen könnte?“, maß sie ihn ruhig, worauf er schwieg, was sie zum Weiterreden animierte.
„Erklär’s mir. Ich werd dir zu hören und versuchen es zu verstehen“, sah sie ihn aufmunternd an, worauf er tief seufzte und nach einem ersten Ansatz suchte, denn vorher würde sie wohl keine Ruhe mehr geben.
„Ich. . . Ich hatte im Grunde nie was, gegen . . . gegen dich persönlich“, murmelte er auch weiter recht leise, worauf sie sofort die Augenbrauen skeptisch krauszog. Es war ein Anblick, der ihn bereits jetzt völlig resignieren ließ.
Er hatte es gewusst. Sie konnte nicht einmal diese simple Tatsache verstehen. Wie um alles in der Welt dann alles andere? Es ging einfach nicht, weshalb er den Blickkontakt zu ihr abbrach, den Kopf zur anderen Seite drehte und sich von ihrer Hand lösen wollte. Hermione hielt seine Linke auf den kleinsten Wink jedoch wieder stärker fest.
„Du hattest nie etwas gegen mich?“, wiederholte sie langsam, wie auch betont, um diese Worte nochmal richtig für sich zu hören und setzen zu lassen. Draco seufzte.
„Siehst du? Du glaubst mir nicht. Kannst es nicht oder willst es nicht. Das macht keinen Unterschied“, sah er sie bitter mit den kleinen, fiebrigen Augen an, in denen ein tiefer Schmerz ruhte, den sie jedoch nicht weiter auf sich wirken lassen konnte, da er die Lider schloss und sich erneut von ihr wegdrehte. Dabei versuchte er wieder, sich aus ihrem Griff zu lösen, doch sie gab ihn partout nicht frei.
„Warum?“, fragte sie stattdessen, sodass er den Kopf nochmal zu ihr neigte. „Was?“ „Warum dann das alles? Wenn du tatsächlich kein Problem mit mir gehabt hast. . . Mit der Tatsache, dass ich mugglestämmig bin, warum dann all die Gemeinheiten und Schikanen?“ Daraufhin lachte er bitter.
„Ist das wirklich so schwer nachzuvollziehen?“, maß er sie ruhig, was sie kurz gekränkt die Miene verziehen ließ, bevor er sie auf das Offensichtliche stieß, was sie doch nur zu gut selbst wusste.
„Warum hast du dich denn immer mit Blaise und Charlie in der Öffentlichkeit bekeift, sobald andere in der Nähe waren?“ „Na weil sie uns doch dann. . .“, wollte sie ihm aus einem Reflex heraus antworten, verstummte dann aber schlagartig, als ihr die Bedeutung dessen regelrecht ins Gesicht sprang. Kurz darauf sah sie ihn ungläubig an, worauf er müde lächelte.
„Doch noch von selbst drauf gekommen?“ „Ja, aber . . . aber. . .“, begann sie zu stammeln, sodass er müde seufzte, bevor er versuchte, sich noch ein wenig besser zu erklären.
„Die erste Zeit konnt ich dich wirklich nicht ab. Du konntest einem manchmal aber auch echt den letzten Nerv rauben, mit deiner Besserwisserei und allem, nur. . .“, holte er tief Luft und setzte nochmal neu an.
„Je älter wir geworden sind. . . Je mehr um uns herum passiert ist. . . Als alles von Jahr zu Jahr dunkler geworden ist, da. . . Ich hab irgendwann angefangen, alles für mich infrage zu stellen. Was ist richtig und was nicht? Genauso was ich eigentlich will? Und ich. . . Ich wollte dieses Dunkel nicht, nur war es mir irgendwo schon vorbestimmt. Ich hatte nicht die Möglichkeit mich alldem so zu entziehen, wie Blaise und Charlie. Ich konnte mich nicht den Dingen hingeben, die ich wollte, ohne Gefahr zu laufen mich selbst zu verraten. Ich konnte nicht nett zu dir sein. Durfte es nicht. Wenn irgendjemand mitbekommen hätte, dass ich gewisse Dinge nicht so sehe, wie man es mir beigebracht hat. . . Wie man es von mir erwartet hat, verlangt hat, hätte das üble Konsequenzen nach sich gezogen. Und das nicht nur für mich“, wurde er immer leiser, seine Miene derweil immer dunkler, aufgrund der ganzen Erinnerungen.
„Deswegen hab ich dich auch weiter angegriffen und versucht niederzumachen, obwohl es mir selbst immer mehr zuwider wurde. Ich wollte all das nicht, und. . . Als sie dich dann im März angeschleppt haben, da. . . Das war mir zu viel. Ich wusste nicht wie oder was ich machen sollte, nur so viel, dass ich was unternehmen musste. Dass ich . . . ich. . . Ich wollte dich dem nicht aussetzen. Ich wollte nicht, dass sie dich umbringen. Dass sie dir überhaupt irgendwas antun, weil. . . Ich. . . Es war mir irgendwo unerträglich, nur hab ich viel zu spät reagiert und. . .“, warf er sich sein Zögern erneut vor, was sein Gewissen abermals belastete und quälte.
„Es tut mir schrecklich leid, was alles passiert ist. Glaub mir bitte. Ich hab . . . ich wollte nicht. . .“, brach er allmählich in sich zusammen und so auch in Tränen aus.
Hermione war im Augenblick jedoch zu kaum einer Handlung fähig, außer ihn auch weiter überfordert anzusehen, aufgrund der Dinge, die er gerade gesagt hatte. So hatte sie, während seiner Erzählung, irgendwann auch seine Hand losgelassen, mit der er sich nun fertig übers Gesicht fuhr.
„Es tut mir leid. Ich hab das wirklich nicht . . . ich. . .“, brach ihm erneut die Stimme weg, während Hermione allmählich wieder zu sich kam und nur noch kurz auf seine gequälte Erscheinung sah, bevor sie sich zu ihm beugte und ihn beruhigend in die Arme schloss.
„Ist schon okay. Ich glaube dir“, hauchte sie ihm sanft zu, womit sich seine Arme fest um ihren Körper schlangen und er ihr schließlich in die Schulter schluchzte.
„Verzeih mir bitte. Es tut mir alles so schrecklich leid, was ich dir angetan hab. Ich hab das nicht gewollt. Ich hab dich nicht verletzen wollen. Ich hab. . .“ „Es ist okay. Wirklich.“ „Ist es nicht! Verdammt, ich . . . ich. . .“ „Sch“, hauchte sie ihm furchtbar sanft, wie auch beruhigend zu und hielt ihn auch weiter warm umschlungen. Inzwischen lag sie bereits halb auf dem Bett, auf das er sie aus der Bewegung heraus gezogen hatte und sich nun schier verzweifelt an ihr festklammerte.
„Es tut mir leid, Hermione. So furchtbar leid“, schluchzte er immer stärker mit zerbrechlicher Stimme. Die Arme nach wie vor fest um ihren Körper geschlungen, als die Tür leise geöffnet wurde, in der nur einen Moment später zwei Köpfe auftauchten und sich das Schauspiel lediglich kurz besahen, bevor die beiden Köpfe wieder aus dem Spalt verschwanden und die Tür von außen so leise geschlossen wurde, wie sie kurz zuvor aufgegangen war. Nichts davon hatten die Beiden mitbekommen.
Draco lag Hermione auch weiter in den Armen, immer wieder eine Entschuldigung hervorbringend, sodass die Gryffindor es fast nicht mehr ertrug, so sehr tat es ihr inzwischen selbst weh, wie er sich mit alldem quälte. Mehr als entschuldigen konnte er sich doch nicht, zumal er ja schon so viel für sie getan hatte, dass sie ihm die anderen kleinen Gemeinheiten, aus den vergangenen Schuljahren, gar nicht mehr wirklich übel nahm. Immerhin waren es nur Worte gewesen, mit denen sie irgendwann gelernt hatte umzugehen. Und wenn er jetzt sagte, dass er das noch nicht einmal so gemeint hatte, sondern, wie Blaise und Charlie, es wohl nur getan hatte, um die Wahrheit der Sicherheit wegen zu verstecken. . .
Es war absurd, machte aber dennoch Sinn und erklärte in der Tat sein ganzes Handeln. Warum er sich so sehr um sie gekümmert hatte. Zwar hatte er es jetzt nicht deutlich gesagt, offensichtlich schien er sie aber tatsächlich irgendwie gern zu haben. Und das scheinbar mehr als sie gedacht hatte, denn er hatte sie, seit dieser Flucht aus dem Manor, immer irgendwie versucht zu beschützen. Vor den Death Eatern, ihren dunklen Träumen, seinem Vater. Sie glaubte ihm. Mehr und mehr, womit ihr selbst langsam die Tränen kamen.
„Es ist alles gut. Ich bin dir nicht böse. Ich glaube dir“, versuchte sie ihn zu beruhigen und hielt ihn auch weiter fest, wie auch warm in den Armen, während sich seine allmählich von ihr lösten, je ruhiger er wurde. Irgendwann ruhig genug, dass sie sich nochmal an ihn richtete.
„Draco? Komm, leg dich wieder hin, du brauchst Ruhe“, mahnte sie ihn sanft, nur reagierte er absolut nicht. Als sie ihn behutsam zurück in sein Kissen gleiten ließ, bemerkte sie auch erst, dass er die Augen geschlossen hatte. Und das scheinbar schon eine ganze Weile.
„Draco? Hey“, schlug sie ihm sacht auf die Wange. Reaktion blieb allerdings aus. Entweder er war eingeschlafen oder aber, was sie mehr befürchtete, er hatte durch die Aufregung das Bewusstsein verloren. Sein Puls raste ja auch noch immer, genauso wie er schwer atmete. Schon fast keuchte.
Sie ließ, aufgrund dieser Dinge, kurz gänzlich von ihm ab, um nochmal ein frisches Tuch zu holen, mit dem sie ihm behutsam den Schweiß vom Gesicht tupfte, bevor sie die Eiskompresse auf seine Stirn legte und ihn warm zudeckte. Ihre Finger konnte sie allerdings nicht sonderlich lange bei sich behalten, weshalb ihre Rechte in seinem Schopf verschwand und sie ihm ein wenig durch die verschwitzten Haare strich. Ihr Blick war nun auch wieder nachdenklich auf seine blassen Züge gerichtet, während ihre Finger in einem Eigenleben diese behutsam nachzeichneten. Dabei strich sie ihm immer mal über die Schläfe und die leicht knochige Wange.
Am Ende driftete sie stärker mit ihren Gedanken ab, sodass sie nicht bemerkte, dass die Tür erneut geöffnet wurde. Diesmal schlichen sich Charlie und Blaise jedoch wieder dazu, als sie sahen, dass ihr Freund schlief.
„Hermione?“, rief Blaise leise und riss sie so aus ihren Gedanken, denn sie sah ihn verwirrt an. „Was?“ „Das frag ich dich. Ist alles in Ordnung?“ „Ich. . .“, begann sie, brach jedoch gleich wieder ab und sah zurück auf Draco, dessen Wange sie auch weiter geistesabwesend mit den Fingern streichelte.
„Mione?“, bohrte nun auch Charlie, doch sie schwieg kurz, bevor sie sich an Blaise richtete. Und das recht nachdenklich, ehe sie ihn vorwurfsvoll fragte: „Warum hast du mir nichts gesagt?“ „Was gesagt?“, verstand er nicht gleich und musterte sie ruhig.
„In Arizona. Ich hab dich gefragt, was sein Problem ist? Warum er mir damals geholfen hat und alles. Du hast gesagt, du wüsstest nicht warum. Du kannst mir nicht erzählen, dass du wirklich nichts davon gewusst hast!“, brauste sie ein wenig auf, während sich Blaise rege in Bedrängnis sah.
Scheinbar hatte Draco doch endlich mal den Mund aufbekommen. Nur stellte sich ihm nun die schwere Frage, was sein Freund ihr gesagt hatte? Alles mit Sicherheit nicht, weshalb er vorsichtig versuchte, sich das entsprechende Terrain abzustecken.
„Was . . . was hat er dir denn gesagt? Ich. . . Hermione, ich weiß grad wirklich nicht, was du von mir willst“, versuchte er völlig unschuldig eine Antwort aus ihr herauszukitzeln und hatte damit sogar Glück.
„Er hat mir gesagt, dass er wohl nie ein Problem mit mir gehabt hat und mich nur immer angegriffen hätte, um den lieben Schein zu wahren und Problemen aus dem Weg zu gehen. Dass er sich dem ganzen Dunkel nicht so entziehen konnte, wie ihr. Er meinte, dass er . . . er. . .“, brach sie ab und verzog bitter das Gesicht.
„Ich versteh nicht, warum er mir das in Arizona nicht schon gesagt hat? Ich hab ihm gesagt, dass ich ihm zuhöre und alles. Warum hat er sich dann trotzdem wieder wie so ein Ekel benommen? Wir waren doch unter uns. Er hätte doch vor niemandem etwas verstecken müssen“, sah sie Blaise hilflos. Dieser nickte knapp und versuchte ihr Dracos Verhalten von damals zu erklären.
„Er hatte Angst, Süße. Er hat gedacht, du glaubst ihm ohnehin nicht und. . . Er offenbart Anderen nicht gerne etwas, womit sie ihn angreifen und verletzen können. Es war für ihn immer einfacher, den gefühllosen, kalten Eisklotz zu spielen. Er hat sich auf die Art versucht zu schützen, indem er sich für jeden unantastbar macht. Er hat all die Jahre in der Schule anderen gegenüber, nicht mal unseren Leuten, irgendeine Art von Schwäche oder sonstige Gefühlsregung gezeigt, die ihm vielleicht hätte zum Verhängnis werden können. Bei mir und Charlie hat er es irgendwann immer mal rausgelassen. Alles was er sonst in sich reingefressen hat. Den ganzen Stress mit seiner Familie und alles und. . .“ Damit sah Blaise kurz auf seinen Freund. Nachdenklich, bevor er Hermione verschwörerisch in Augenschein nahm.
„Wenn er raus kriegt, was ich dir jetzt gleich sage, wird er mich lynchen, also versprich mir bitte, bitte das für dich zu behalten“, hielt Blaise bittend die Hände zusammen, was Hermione matt lächeln ließ, ehe sie nickte, sodass Blaise weiter sprach.
„Ich weiß, dass ihr ihn immer als verwöhnten, arroganten, reichen Schnösel angesehen habt. Papas kleiner Liebling, dem alles vorne und hinten reingesteckt wird. Nicht wahr?“ Daraufhin nickte sie knapp. Dass es nicht ganz so war, wusste sie inzwischen ja. Wie genau es wirklich aussah, konnte sie nur ahnen.
„Das war es, was ihr sehen solltet. Tatsachen waren aber ganz andere, die Charlie und ich auch erst mit der Zeit herausgefunden haben, weil Draco von alleine nicht den Mund aufmacht. Er hat die vergangenen Jahre aber nie in einem goldenen Käfig gesteckt.“ „Eher in einem modrigen Kerker“, murmelte Charlie angefressen, zu dem Blaise kurz sah und nickte, bevor er Hermione weiter erklärte.
„Da war nichts von wegen heile Familienwelt. Das war nur das Bild, was Lucius gerne nach außen getragen hat. Eine alte, stolze, mächtige, und intakte Reinblutfamilie. Neun Jahrhunderte strenge Familientradition. Du könntest seine Mutter fragen. Sie wird dir das bestätigen, jetzt, wo ihr niemand mehr im Nacken sitzt. Weißt du. . . Sein Alter hatte an allem immer etwas auszusetzen. Nichts war gut genug. Er hat ständig irgendwelche Erwartungen an Draco gestellt und ganz egal was und wie er es gemacht hat, irgendetwas war immer falsch. Es hat seinem Alten nie genügt und. . . Lucius ist ein Tyrann. Draco hasst ihn.“ „Hassen ist noch geschmeichelt“, gab Charlie erneut seinen Senf dazu. Und das mit recht finsterer Miene.
„Als wir euch nach der Schlacht in der Bibliothek gefunden haben, hatte Draco zu tun, ihn nicht einfach umzubringen. Als wir wieder in die Halle runter sind, hab ich ihn gefragt, warum er es nicht gemacht hat? Er meinte, er würde ihm ganz bestimmt nicht den Gefallen tun, sich mit dem Tod Azkaban und damit den Dementoren zu entziehen. Draco weiß, dass er damit 1’000-mal mehr bestraft ist, als wenn er ihn schnell und schmerzlos mit dem Avada getötet hätte. Er hatte mehr als genug Hass auf seinen Alten, um den Fluch problemlos anzuwenden, das kannst du mir glauben. Er konnte sich aber irgendwie beherrschen. Und. . . Um nochmal auf die Sache in Arizona zurückzukommen. Ginny hatte ihn, nachdem ihr bei uns aufgeschlagen seid und er nach dir gesehen hat, ziemlich angegiftet von wegen, warum er auf einmal einen auf besorgten Freund macht und dass ihm das ohnehin keiner glauben würde. Dass niemand einem Death Eater wie ihm glauben würde. Das hat ihn ordentlich getroffen und er hat angefangen es immer stärker so für sich zu sehen. Nachdem du mich wegen allem gefragt hast, hab ich ja auch nochmal versucht mit ihm zu reden, warum er sich plötzlich wieder so abschottet, wo doch gerade eigentlich alles gut war. Er kam mir dann mit Ginnys Worten. Dass sie Recht hätte und ihm ohnehin keiner glauben würde, was er wirklich wollte und was nicht. Dass er die Sache mit den Death Eatern eben nicht wollte. Er hat dir nichts gesagt, weil er sich nicht angreifbar machen wollte. Er hatte Angst vor dem, was jetzt ist. Davor, dass er als Death Eater verurteilt wird und ewig nach Azkaban muss oder Schlimmeres. Indem er sich allerdings wieder von allen abgeschottet hat, auch von Charlie und mir, hat er versucht, sich selbst wenigstens etwas zu schützen. Auch wenn er das nie zugeben würde, aber er kann langsam nicht mehr. Seine Psyche ist extrem angeknackst. Charlie und ich, wir sehen das schon lange. Das ist nicht erst durch die zwei Wochen in Azkaban so, sondern geht schon ewig. Er braucht außer Charlie und mir noch andere Leute, denen er vertrauen kann. Richtig vertrauen. Menschen, die ihm helfen, sonst geht er ganz ein. Und das. . . Das hat er nicht verdient. Absolut nicht. Er ist kein so schlechter Mensch, wie alle denken. Er konnte wegen seines Alten und dem Rest seiner Familie nur nie wirklich aus sich raus und. . .“ „Ich weiß“, unterbrach Hermione Blaise ruhig, der ein wenig nickte. Erleichtert.
„Na ja, und wenn er dir nun doch was gesagt hat, da. . . Er fängt scheinbar langsam an auf andere zu Vertrauen. Auf dich. Er braucht das. Und wenn er dich noch als Stütze hätte, das würde ihm unwahrscheinlich helfen.“ „Na ich mach das alles sicher nicht aus lieber Langeweile“, erinnerte sie Blaise, verstand aber, was er meinte. Dass Draco Hilfe brauchte. Nicht nur für den Prozess, sondern auch danach. Dass man ihn dann nicht allein im Regen stehen ließ.
So unterhielten sich die Drei noch bis spät abends, wo Blaise und Charlie ihr noch ein paar Dinge erklärten, ohne zu viel zu sagen, denn vieles, was die Beiden wussten, hatten sie über die Jahre auch nur durch Zufall erfahren. Es waren Dinge, über die Draco nie gesprochen hatte. Deshalb würden sie diese Dinge jetzt auch nicht so ohne weiteres an Hermione weitertragen, und damit das Seelenleben ihres Freundes schutzlos vor ihr ausbreiten. Dazu hatten sie kein Recht, auch wenn sie sich sicher waren, dass Hermione nicht darauf herumtrampeln würde. Dennoch blieb das eine Sache die wenn, dann nur Draco selbst ihr zu erzählen und zu zeigen hatte. Wenn er es denn wollte.
Gegen 21:00 Uhr verabschiedete sich Hermione von den beiden Jungs, da sich durch die neuen Informationen und Eindrücke noch ein paar kleine Feinheiten in ihrem Kopf zusammengeschoben hatten, die ihnen helfen würden.
So tauchte sie letztlich in einer Seitenstraße mit einem leisen Plopp wieder auf und suchte sich im Halbdunkel des anbrechenden Abends ihren Weg nach Hause. In Gedanken war sie allerdings noch immer bei dem, was Blaise und Charlie ihr erzählt hatten. Aber auch bei Dracos kleinem Gefühlsausbruch, als er sich bei ihr entschuldigt hatte, was eigentlich der beste Beweis war, um Blaise’ Erzählungen zu untermauern, denn es stimmte. Draco hatte nie irgendwelche wirklichen Gefühlsregungen gezeigt. Er schien Jahr für Jahr, Tag für Tag gänzlich in seiner Rolle des arroganten und kaltherzigen Slytherins zu stecken, dem alles egal war. Dem doch jeder gestohlen bleiben konnte. Den nichts und niemand kümmerte. Der so unnahbar war. So unantastbar.
Sie hatte heute nun aber schon zum zweiten Mal gesehen, dass er nicht so gefühlskalt und stark distanziert war. Sein Schutzwall, wie Blaise meinte, begann ein wenig zu bröckeln. Und das weit genug, dass sie allmählich an ihn herankam und so mehr Facetten seines wohl wahren Ichs zu sehen bekam. Und um dieses begann sie sich vermehrt zu sorgen.
„. . .ne!“, schallte ihr erneut nur ein Wortfetzen hinterher, dem schließlich eine Hand folgte, die sie am Arm festhielt und damit ganz aus ihren Gedanken riss. „Was?“, drehte sie sich verschreckt nach hinten, um festzustellen, dass Josh sie scheinbar schon eine Weile gerufen hatte.
„Josh, hallo. Ich hab dich gar nicht gehört.“ „Hab ich gemerkt“, grinste er und ließ sie los. „Alles okay bei dir?“ „Was?“, stutzte sie und sah ihn verwirrt an.
„Ja, warum?“ „Nur so. Weißt du, ich fand deinen Freund letztens einfach etwas seltsam“, erklärte er, worauf sich ihre Verwunderung legte.
„Blaise? Der ist immer so. Vorlaut, frech, unverschämt.“ „Toller Freund“, gab Josh zweifelnd von sich. Hermione schmunzelte allerdings und ging mit ihm noch ein Stück.
„Blaise ist völlig in Ordnung. Wirklich. Auch wenn er sich manchmal unverschämt benimmt, er ist mir trotzdem ein liebevoller Freund, der für mich da ist, wenn ich ihn brauche“, beruhigte sie Josh, der dennoch ein wenig brummelte, was sie wieder schmunzeln ließ.
„Mach dir keine Gedanken.“ „Woher kennst du den eigentlich? Aus deinem Internat?“ „Genau. Wir sind dort zusammen eingeschult worden. Ich hab ihn aber erst im dritten Jahr besser kennengelernt. Vorher konnte ich ihn nicht leiden, genauso wie ein paar Andere.“ „Und jetzt bist du mit dem zusammen?“ „Mit Blaise?“, stutzte sie und sah Josh kurz verdattert an, bevor sie lachte.
„Nein. Nein, wir. . . Wir sind nur sehr gute Freunde. Er ist ein bisschen so etwas wie . . . wie ein Bruder für mich. Charlie auch.“ „Noch so einer?“ „Jein. Ja. Charlie ist um einiges ruhiger und besonnener. Hat er vermutlich von seinem Vater“, schmunzelte Hermione, als sie sich dem Vorgarten näherten, vor dem Josh plötzlich wie angewurzelt stehen blieb und mit langsam weiß werdendem Gesicht, in welches sich zunehmend Entsetzen schlich, auf die Haustür der Grangers sah.
„Was ist?“, murmelte Hermione und folgte verwundert seinem Blick, wurde dann aber ähnlich bleich. Sie spürte, wie ihr ein unangenehm kalter Schauer durch den Körper schoss, der ihr ein seichtes Zittern bescherte.
Am Ende schloss sie bitter die Augen, als sie das Geschmiere las, was sich in einem knalligen Rot quer über die Haustür zog.

SLYTHERIN HURE


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