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Fanfiction

Was im Verborgenen liegt - Verhandlung II: Angriff

von Alex2303

۩ ۞ ۩


. . . Als Hermione wieder zu sich kam, lag sie verletzt auf einem eisigen, feuchten Steinboden. Ihr Kopf lastete unendlich schwer, während der Rest ihres Körpers eine einzige, schmerzende Masse war. Um sie herum war es dunkel und kalt. Einsam und verlassen. Es war unheimlich. Sie hatte Angst. Fürchterliche Angst. Was würde hier noch kommen? Was würden ihr diese Monster noch alles antun?
Als die Verzweiflung drohte sie aufzufressen, hörte sie hastige Schritte auf dem Boden widerhallen. Mit diesen näherte sich ihr ein kleines Licht, dessen kühler, weißblauer Schein von einem Zauberstab kam, was ihr im ersten Moment entsetzlich in den Augen stach. Als sie blinzelte, erkannte sie noch einen Schatten, der sich bei ihr niederließ, die schwarze Kapuze des Umhanges zurückschlug und damit einen blonden Schopf preisgab. Nur Sekunden später blickte sie in ein paar besorgte, graue Augen.
„Draco. . .“, kam es ihr zittrig, mit Tränen in den Augen, über die Lippen. Ihr Gegenüber sagte jedoch nichts, sondern nahm sie behutsam auf die Arme. Er drückte sie wärmend an sich und setzte sich letztlich in Bewegung. Hinaus aus dem eisigen, modrigen Loch, direkt in ein tosendes Flammeninferno hinein, was sie kurz darauf als die zerfallenen, teils brennenden Ruinen Hogwarts’ identifizierte. Die Schlacht.
„DRACO!“, schepperte es unsäglich wütend über den freien Platz, worauf der Blonde zur Salzsäule erstarrte. Hermione folgte zittrig, mit schwerem Kopf der Stimme und entdeckte in einigen Metern Entfernung, eine ganze Schar von Death Eatern, in ihren tiefschwarzen Gewändern.
Unter ihnen in der ersten Reihe Mitte stand Lucius, der mit gefährlich erhobenem Zauberstab auf seinen einzigen Sohn deutete. Mit bei ihm war die Lestrange Sippe, Greyback, Rowle, Jugson, Dolohov, die Carrows, Travers, Yaxley und noch dutzend andere. Hinter dieser fürchterlichen Meute zeichnete sich, als zusätzliche Bedrohung, die bleiche Erscheinung Voldemorts ab. Auf diesen Anblick klammerte sich Hermione noch mehr an Draco und konnte so überdeutlich seinen beschleunigten Herzschlag spüren.
„Das war ein Fehler“, raunte Bellatrix ihrem Neffen zu, der daraufhin einen Schritt zurückwich. „Glaubst du allen Ernstes, du kommst damit ungeschoren davon?“, hörte die Gryffindor eine weitere, zornige Stimme, zu der sich Draco hastig drehte.
Hinter ihm baute sich, ähnlich bedrohlich, die halbe Schülerschaft Hogwarts’ auf. Ganz vorne Ron, Megan, Zacharias, Justin, Kevin und noch viele mehr, die überhaupt nicht gut auf ihn zu sprechen waren. Sie maßen ihn mit schier tödlichen Blicken, die denen der Death Eater alle Ehre machten. Zusätzlich zu den Schüler kamen auch noch Auroren, sowie der übermächtige Rest der magischen Gesellschaft.
„Dreckiger Death Eater“, raunte Ron düster, während Megan mit einem sadistischen Grinsen hinzufügte: „Jetzt bist du fällig, Malfoy.“ Noch als Hermione versuchte, diese beiden Sätze zu verinnerlichen, wurde sie ihm entrissen.
Dunkle Wogen und Schatten brachen über ihr zusammen und nahmen ihr den Halt. In der nächsten Sekunde stolperte sie und schlug der Länge nach hin. Als sie verschreckt aufblickte, war das Inferno um die Schlacht verschwunden. Ebenso diese beängstigende Schwärze. Stattdessen tat sich ihr eine Umgebung auf, die alles andere als beruhigend war. Azkaban.
Sie fand sich in einem der dunkelsten Verliestrakte wieder, was ihr das Herz bis zum Hals hämmern ließ. Panisch, wie auch getrieben sah sie sich um und entdeckte schließlich am Ende des Ganges eine Zelle. Diese hatte keine Tür, wie sonst üblich, sondern Gitterstäbe, sodass man auf den ersten Blick den Insassen ausmachen konnte. Dass sich hinter der Gitterverstrebung tatsächlich jemand befand, konnte sie deutlich sehen. Sie erkannte eine Gestalt, die auf dem Boden an der Wand saß.
„Nein“, kam es ihr nur zittrig über die Lippen, als ihr klar wurde, wer dieser Schatten war, zu dem die schwere Atmung gehörte, die selbst über diese Distanz an ihre Ohren drang. Kurz darauf stürzte sie den Gang hinter und fiel vor der Vergitterung auf die Knie. Sie klammerte sich in einer schmerzlichen Verzweiflung an den einzelnen Streben fest, von wo aus sie hilflos auf das Häufchen Elend sah.
Er hockte am gegenüberliegenden Ende der Zelle auf dem Boden. Seine Hände lagen in Fesseln, die man ihm über dem Kopf rabiat mit einem rauen Hanfseil an einen Eisenring festgemacht hatte, welcher in der Steinwand eingelassen war. Die Gelenke waren dadurch bereits bis aufs Fleisch blutig wund gescheuert. Viel erschreckender, war jedoch der übrige Anblick.
Seine Erscheinung war vollkommen ausgemergelt und ausgezehrt war. Der zerbrechlich wirkende Körper, der nur noch aus Haut und Knochen zu bestehen schien, war übersäht mit unzähligen Wunden. Hämatome, Striemen, Schnitte, Stiche, Verbrennungen, eitrige Ekzeme. Es war ein Bild, das ihr unablässig die Tränen aus den Augen trieb. Als sie sein Gesicht zur Gänze erfasste, wurde es sogar noch schlimmer.
Dieses war stark eingefallen, bleich, blut- und dreckverschmiert, glänzte allerdings wächsern durch den kalten Schweiß, der ihm von der Stirn perlte. Seine Lippen waren ähnlich blass, wie auch spröde und rissig, aus denen sein heißer Atem schwer und zittrig strömte. Die sonst so schönen, blonden Haare klebten dreckig, mit altem Blut verschmiert, strähnig an seinem Kopf. Am allerschlimmsten waren und blieben jedoch seine Augen.
Sie waren massiv in die Höhlen gekrochen und umrahmt von dunklen, tödlich wirkenden Schatten. Seine Augen selbst erweckten nicht einmal mehr ansatzweise den Eindruck, dass sie jemals gelebt hatten. Dass, für Hermione in letzter Zeit weichere, Grau, war schmutzig und matt. Dunkel. Ausgezehrt. Ausgebrannt. Leblos. Seelenlos. Er schien nur noch eine leere Hülle zu sein. War das möglich? Hatten die Dementoren ihm etwa. . .
„Da haben wir ihn ja. Den letzten, lebenden Death Eater“, schnarrte eine Stimme schadenfroh hinter ihr, sodass sie den Kopf panisch herumriss. Sie entdeckte zwei kräftige Männer, deren Gesichter oberhalb der Lippen in einem Schatten verschwanden, der es ihr unmöglich machte, die Gestalten zu identifizieren.
„Nenn es nicht gleich leben“, gluckste der Andere amüsiert, worauf beide abfällig grinsten. „Eigentlich würde ich ihn gerne noch länger so sehen, aber man hat ihn ja jetzt
begnadigt“, murrte wieder der Erste und verzog die Lippen zu einem verärgerten Flunsch. Hermione atmete indes ein wenig auf. Das hieß, sie ließen ihn gehen.
Zwischenzeitlich waren die Männer in der Zelle und gingen rechts und links von ihm in die Hocke, wo sie ihn auch weiter durchtrieben musterten.
„Wollen wir das wirklich mit einem Zauber machen? Das geht doch viel zu schnell. Außerdem ist es langweilig“, moserte der Eine, was Hermione verstört aufsehen ließ.
Was sollte das? Was bedeutete das?
„Wie wahr“, sinnierte der Andere und zog plötzlich einen kleinen Dolch aus der Hinterhand. „Was meinst du? Wollen wir mal sehen, wie viel Blut er noch vorzuweisen hat? Wie dreckig es tatsächlich ist?“ „Hm. . . Gute Idee. Die Sauerei haben wir dann ja schnell beseitigt.“ Damit wurde das Grinsen der Männer erneut breiter, Hermiones Augen wiederum vor Panik und Angst immer größer. Dieses Gefühl wuchs sogar noch mehr an, als der Eine seine Hand brutal in Dracos Schopf krallte und ihm den Kopf nach hinten zwang, wo die Beiden kurz amüsiert das quellende Pulsieren seiner Halsschlagader beobachteten.
Nein. Nein, nein, nein, nein!, schoss es Hermione auf den Anblick mit blankem Entsetzen und tödlicher Panik in einem einzigen Blitzschlag durch den Geist. Sie wollte noch zu Draco stürzen, ihm helfen, als der Typ ihrem Freund auch schon das Messer an die Kehle setzte und diese in einem Zug zerschnitt.
„NEIN!“, schrie sie schmerzlich, verzweifelt, gequält, als die Umgebung, und alles was war, plötzlich in einem blutrot verschwand. So tief und dunkel. . .

„. . . NEIN!“, schrie sie bestialisch und zuckte wie unter einem Hieb zusammen. Nur einen Moment später kniff sie die brennenden Augen zu, sodass ihr noch stärker die Tränen aus diesen rannen, wie schon zuvor. Dabei verkrampfte sie sich gefährlich und schlang die Arme schluchzend um den zitternden, plötzlich so kalten Körper.
„Nein. . .“, wisperte sie heiser, wie auch gequält und presste die Lider erneut so fest aufeinander, dass ihr schwindelte und sie bunte Lichtblitze sah.
„. . . nein“, schluchzte sie verzweifelt, während ihr noch mehr die Tränen kamen. Zeitgleich zog sich ihr Innerstes auf fürchterliche Art und Weise zusammen, sodass sie das beklemmende Gefühl hatte, keine Luft zu bekommen, und letztlich immer heftiger keuchte.
„. . . hyperventiliert. . .“, hörte sie nur eine verschreckte, verwaschene Stimme weit weg an ihrem Ohr. Kurz darauf mischte sich leises Murmeln darunter, worauf sich der dicke Knoten in ihrer Brust löste. Im nächsten Moment strömte die Luft wieder besser durch ihre Kehle, an die sie sich zittrig fasste.
Sie hatten ihn umgebracht. Verdammt, sie hatten ihn getötet! Es war die pure Verzweiflung, die sie überrannte. Dieser folgte ein fürchterlicher Schmerz, der erneut drohte, ihr das Innerste zuzuschnüren. Bevor es jedoch dazu kam, spürte sie, wie sich jemand behutsam ihre verschlossene Gestalt nahm und ihr etwas Kaltes, Glattes an die Lippen legte.
„. . .mione . . . trinken. . .“, hörte sie nun eine andere Stimme, als man ihr eine Flüssigkeit einträufelte. Nur wenig später brach die Panikattacke zusammen und trug damit auch das beklemmende Gefühl zu ersticken hinfort. Stattdessen kam der trockene Schmerz zurück, der sie kaum hörbar schluchzen ließ.
„. . . Draco.“ „Süße“, gewahrte sie erneut eine Stimme, die ihr nun deutlicher in den Ohren nachklang. Zudem war da eine Hand, die ihr beruhigend über den Kopf und durch die Haare strich. Diese fielen ihr plötzlich offen über die Schultern und lagen teils wirr auf ihrem Gesicht, welches sie zu der Stimme neigte, die sie glaubte Blaise zuordnen zu können. Als sie die noch immer brennenden Augen öffnete, konnte sie tatsächlich ihren Freund ausmachen, der sie furchtbar besorgt und schon irgendwie, auch wenn das nicht ging, blass musterte.
„Geht’s langsam wieder?“, erkundigte er sich vorsichtig, worauf sie den Blick erschöpft wandern ließ und damit hinter, wie auch neben ihm, Charlie, Daniel, Madam Pomfrey, Neville, Luna, Molly, Arthur, Ron und Minerva entdeckte. Zudem merkte sie jetzt erst, dass sie auf einer recht breiten Couch lag. Verdammt, was war passiert? Sie konnte sich kaum mehr richtig an etwas erinnern.
„Was’ passiert?“, murmelte sie Blaise schwach entgegen, der einen unsicheren Blick mit Daniel tauschte. Dieser war es dann auch, der ihr antwortete.
„Megan hat dich mit dem Unverzeihlichen angegriffen. Der Fluch hat zwar nur kurz auf dich gewirkt, du bist dadurch allerdings nach hinten gestolpert und hast dir ziemlich schwer den Kopf angeschlagen. Vermutlich hast du eine Gehirnerschütterung.“ „Was?“, sah sie Daniel aber auch weiter leicht überfordert an, sodass Blaise noch ergänzend meinte: „Dracos Verhandlung.“ Damit war sie wieder wach und wollte sich in einem Ruck aufsetzen, als das Schwindelgefühl zurückkam und sie stöhnend zusammensackte.
„Mensch Mione, langsam! Komm, bleib liegen“, schimpfte Blaise sacht mit ihr, während sich die Gryffindor die Hand an den hämmernden Schädel presste.
„Ich glaub das nicht“, murmelte sie schwach und ließ die Lider erstmal zu, um den Schwindel abklingen zu lassen. „Hast du Schmerzen?“, erkundigte sich Daniel ernst. „Bloß schwindlig und . . . übel.“ „Bist du sicher? Ich mein, . . . der Fluch. . .“, warf Daniel ein, was die Löwin bitter lächeln ließ.
„Ich hat das zweifelhafte Vergnügen, Bekanntschaft mit dieser gestörten Lestrange und IHM zu schließen. Das vorhin war . . . nichts“, brachte sie dünn, noch immer etwas benebelt, hervor. Den rechten Arm legte sie dabei über die Augen, um eine tiefere Schwärze zu erzeugen, was sich die Anwesenden unsicher besahen. Ganz besonders Ron, dessen schlechtes Gewissen sich wieder verstärkt meldete.
Keiner von ihnen wusste, was Hermione wirklich durchgemacht hatte. Der bloße Gedanke an eine Folterstunde mit Bellatrix, oder noch schlimmer IHM, ließ allerdings die wildesten und dunkelsten Phantasien zu. Lediglich Blaise und Charlie konnten sich halbwegs eine Vorstellung von allem machen, da sie durch Draco vermehrt im Bilde waren. Ihr Freund selbst war der Einzige, der zum Großteil wusste, was tatsächlich vorgefallen war und der zudem ihren Schmerz auch richtig nachempfinden konnte.
„Was ist jetzt mit der Verhandlung?“, murmelte Hermione erschöpft, als sie versuchte, sich wieder besser in ihrem Körper zurechtzufinden. Dieser spannte unangenehm, genauso wie ihr auch weiterhin diese abscheulichen Szenen durch den Kopf rauschten.
„Sie haben die Sitzung erstmal für eine Stunde unterbrochen. Megan wurde in Gewahrsam genommen.“ „Die gehört in die Geschlossene!“, giftete Ron lauthals, dem die Übrigen im Stillen beipflichteten, während Hermione zischte: „Man, schrei nicht so!“
Daraufhin biss er sich auf die Zunge und murmelte kleinlaut: „Tut mir leid. Aber das Weib ist doch völlig gestört!“, murrte er gefährlich, dem die Gryffindor jedoch ruhig entgegenhielt: „Sie hat ihre ganze Familie verloren.“ „Das ist noch lange kein Grund dich anzugreifen!“, mischte sich nun Blaise dazwischen, worauf Hermione schwieg, ehe sie ihre Gedanken erklärte.
„Sie wird sich in ihrer Verzweiflung und Trauer verrannt haben. Sie hat sich Draco als Sündenbock gesucht und den hab ich ihr weggenommen. Ich hab sie ja auch irgendwo bloßgestellt.“ „Jetzt sag nicht, die tut dir leid?“, fragte Charlie zweifelnd, worauf Hermione kurz schwieg, ehe sie meinte: „Etwas.“ Daraufhin schauten sich die Anwesenden skeptisch an, bevor Blaise seufzte.
„Dein Helfersyndrom in allen Ehren. Aber du bist echt noch 1’000-mal Schlimmer als Potter.“ Auf seine Worte schmunzelte die Löwin matt und nahm schließlich den Arm weg, da sich der Schwindel hinter ihrer Stirn zunehmend beruhigte. Im Anschluss sah sie erschöpft zu Daniel.
„Kannst du bei Gelegenheit vielleicht mal sehen, ob du ihrer Mutter helfen kannst?“ „Das ist jetzt nicht dein Ernst?“, maß Ron sie zweifelnd, und bekam zur Belohnung ihren finsteren Blick zu spüren.
„Oh doch, Ronald! So wie sie mich angesehen hat, da. . . Sie wird nie Ruhe geben, solange sie das Gefühl hat, keine Gerechtigkeit für ihre Familie bekommen zu haben. Greybacks Tod scheint ihr ja nicht zu genügen. Sie will jemanden bluten sehen. Und wenn sie das will, wird sie sich früher oder später selbst ins Verderben stürzen. Dass sie mich angegriffen hat, ist ja schon ein Schritt in die falsche Richtung. Wenn sie ihre Mutter aber vielleicht zurückbekommen könnte, denke ich, würde ihr das helfen. Davon abgesehen ließe sich Draco dadurch auch noch mehr entlasten.“ „Oh man, Hermione. Das Frettchen ist doch schuld an allem!“ „Halt’s Maul, Weasley!“, zischte Blaise, der schlagartig auf Krawall gebürstet war. Charlie nicht weniger, sodass sich die drei jungen Männer schier tödlich anfunkelten, bis Hermione erneut dazwischen ging.
„Kannst du nicht endlich damit aufhören?“, rappelte sie sich mühsam auf und maß den Rotschopf durchdringend. „Er hatte mit diesem Attentat nichts zu tun! Ich hab ihn an dem Abend selbst im Schloss gesehen, als er vom Essen gekommen ist. Und so wie er zu der Zeit aussah, da. . . Er wäre nie dazu fähig gewesen, einen Unschuldigen kaltschnäuzig mal eben umzubringen. Er hat getötet. Ja. Aber wenn ich dich nochmal daran erinnern darf, es waren Death Eater, die er erledigt hat! Allen voran Greyback und die komplette Lestrange Sippe. Megan sucht jetzt nur nach einem Sündenbock, genauso wie du!“ Damit drehte sie sich von ihm zu Minerva.
„Wie geht es jetzt weiter? Verschieben sie die Verhandlung?“, fragte sie wieder recht erschöpft. Ihre Professorin schüttelte jedoch mit dem Kopf.
„Leider nein. Wir haben um eine Vertagung gebeten, diese wurde aber abgelehnt. Nach der Stunde wollen sie weitermachen. Dieser Prozess stößt auf recht großes öffentliches Interesse, weswegen sie es wohl in einem Rutsch beenden wollen.“ „Wie lange dauert die Unterbrechung noch?“ Damit sah Minerva auf die Uhr und meinte entschuldigend: „In 17 Minuten wollen sie fortfahren. Ich habe vorhin allerdings schon mit Remus gesprochen. Er und Arthur werden die Verhandlung weiterführen. Die Beiden kennen sich auch ganz gut mit den Gesetzen aus und. . .“ „Ich mach das“, unterbrach Hermione ihre Professorin jedoch, die ihr widersprechen wollte.
„Sie wurden mit einem Unverzeihlichen angegriffen und haben eine Gehirnerschütterung. Sie haben vorhin, als Sie bewusstlos waren, immer wieder schmerzlich gemurmelt und geweint. Sie sind viel zu erschöpft, um die Sitzung weiterzuführen. Sie. . .“ „Es geht mir gut, Professor. Ich. . . Das war nur ein blöder Albtraum und mir tut soweit auch nichts weh. Es spannt nur etwas. Ich mach weiter.“ „Hermione. . .“, mahnte Molly sie nun auch sanft und musterte sie äußerst besorgt, worauf sie der Rothaarigen ein kleines Lächeln zukommen ließ.
„Es ist nichts, Molly. Wirklich. Ich. . .“, brach sie ab und schaute zu Daniel. „Hast du vielleicht noch was, um die . . . die Nerven ein bisschen zu beruhigen? Ich hab noch immer diese Bilder im Kopf“, sah sie ihn leicht gequält an, denn sie wollte das, was sie geträumt hatte, keinesfalls als Realität wissen.
„Sicher“, murmelte er, kramte in seiner Tasche und reichte ihr letztlich eine Phiole „Danke“, die sie recht schnell leerte.
„Wenn doch etwas ist. . . Dir schwindlig wird oder so, dann lass es uns sofort wissen. Poppy war vorhin nochmal im Mungos, ein paar andere Tränke besorgen.“ „Ist gut. Ich. . . Lasst ihr mich kurz allein? Ich will mich bloß ein bisschen frisch machen.“ „Sicher.“ Damit verschwanden die Anwesenden bis auf Minerva, die ihre Schülerin noch immer besorgt musterte. Am Ende trat sie zu ihr, als Hermione versuchte sich aufzurichten. Ihr schwindelte es trotz allem auch weiter im Kopf.
„Hermione?“ „Ja, Professor?“, sah sie ihre Direktorin noch leicht benommen an. Diese ließ sich auf der Couch neben der Gryffindor nieder.
„Darf ich Sie etwas fragen?“ „Natürlich.“ „Was verbindet Sie plötzlich so sehr mit Draco Malfoy?“ „Was meinen Sie?“ „Nun, es ist kein Geheimnis, dass Sie beide sich während Ihrer gesamten Schulzeit spinnefeind waren. Oder irre ich mich da?“, musterte die alte Hexe ihre Schülerin aufmerksam, die matt lächelte.
„Nein wir. . . Ich hätte ihn immer wieder auf den Mond fluchen können. Ich hab mich nur mit Blaise und Charlie so gut verstanden.“ „Ich verstehe. Nun. . . Umso überraschender erscheint mir nun Ihr Engagement. Verstehen Sie mich nicht falsch. Ich bin beeindruckt und empfinde es als richtig, was Sie tun. Ich schätzte es aufs Höchste, dass Sie sich so für Ihren Mitschüler einsetzen. Aber gerade jetzt durch den Vorfall. . . Ich kann es nicht ganz nachvollziehen. Mr. Weasley scheint mir auch nicht sonderlich begeistert darüber zu sein, dass Sie sich so um Mr. Malfoy bemühen und für ihn kämpfen. Und Harry, nun. . .“ Daraufhin seufzte Hermione und sah betreten auf ihre Hände.
„Harry hatte mir eigentlich fest versprochen, dass er auch eine Aussage für Draco machen wollte, genauso wie Ginny. Ich weiß nicht, warum die Beiden jetzt nicht hier sind. Ob sie es sich doch wieder anders überlegt haben, so wie Ron gesagt hat. Und Ron, der. . . Er kann oder will es einfach nicht verstehen. Die Sache mit Blaise und Charlie geht ihm schon gehörig gegen den Strich, deswegen hab ich auch nie etwas in der Richtung erwähnt. Und Draco, er. . .“ Sie seufzte und schloss kurz die Augen, bevor sie Minerva grob ihre Gründe nannte.
„Er war da, als sonst keiner mehr da war, der mir hätte helfen können. Er hat mich vor den Death Eatern in Sicherheit gebracht und sich so zwei Seiten zum Feind gemacht. Er hat versucht, mir zu helfen. Wirklich zu helfen. Und dabei, da. . . Er hat noch wesentlich mehr riskiert, als was ich jetzt aufgrund meiner Hilfe riskiere. Er . . . er hat mich vor allem beschützt und. . . Wenn er nicht gewesen wäre, würde ich jetzt nicht hier sitzen und mir den Kopf darüber zerbrechen, wie ich ihn am besten aus dieser ganzen Scheiße raus bekommen.“ Damit kamen die Bilder zurück und somit auch die Tränen, die ihr still über die blassen Wangen kullerten, als sie recht leise weiter sprach.
„Er hat mir das Leben gerettet und das nicht bloß einmal. Auch während der Schlacht. Er war plötzlich da, als Lestrange und Greyback mich und Ginny umbringen wollten. Er hat erst Greyback hinterrücks erledigt und sich dann kurz mit seiner Tante duelliert, bevor er sie mit einem Fluch getroffen hat. Als abzusehen war, dass sie das nicht überlebt, da. . . Er hatte eine wahnsinnige Genugtuung in den Augen, als ob er das schon lange hatte machen wollen. Es hatte auf mich irgendwie . . . befreiend gewirkt. Er hat Ginny dann noch geholfen und uns schließlich in die Bibliothek gebracht, damit man uns nicht so leicht findet. Er war in den letzten Monaten immer wieder für mich da und hat am Ende, während der Schlacht, auch noch Andere bei ihren Kämpfen gegen die Death Eater unterstützt. Nur wollen die das jetzt nicht wahrhaben. Draco meinte selbst zwar, dass er das nicht bewusst gemacht hat, sondern sich nur auf seine Flüche und die Death Eater konzentriert hat. Dabei hat er aber einigen den Arsch gerettet, die jetzt zu feige sind, dazu Stellung zu nehmen, weil sie um ihr eigenes Ansehen Angst haben, wenn sie ihm im Gegenzug nun helfen.“ Bei dem Gedanken an Ernie und die Übrigen verzog sie bitter das Gesicht.
„Ich hab in den vergangenen Wochen und Monaten gemerkt, dass er wirklich ganz anders ist, als er sich immer gegeben hat und ich gedacht habe. Charlie und Blaise haben mir früher schon ständig ein Ohr abgekaut, dass er nicht so schlimm wäre, wie wir ihn sehen. Na ja, und nach allem, was ich mittlerweile weiß, da konnte er durch seinen Vater nicht anders. Blaise hat mir letztens im Mungos noch gesagt, dass Draco ihn hasst. Und ehrlich gesagt, kann ich das inzwischen verstehen. Und da. . . Er hat doch so gut wie jeden gegen sich. Keiner will ihm noch eine Chance geben, obwohl er den Meisten, bis auf seine blöden Sprüche, nie ein Leid getan hat. Er hat sich doch fast nur auf Harry, Ron, mich und vielleicht noch Neville konzentriert. Von den Jungs kann ich aber kaum Hilfe erwarten, auch wenn Neville versprochen hat, etwas Nettes zu sagen. Ich hab mich auf Harry verlassen, weil. . . Wenn er es neben mir auch so sieht, dass man Draco noch eine Chance geben sollte, würden andere vermutlich auch darüber nachdenken. Allen voran das Gamot, damit er nicht zurück nach Azkaban muss. Er würde dort zerbrechen, wenn sie ihn nicht schon vorher umbringen. Und das. . . Das hat er absolut nicht verdient. Nach allem, was zuletzt war, ohnehin nicht. Ich mein. . . Er konnte doch nicht anders, als dieses kranke Spiel mitzuspielen. Seine Mutter hat ja noch gesagt, dass man ihn, sie und seine Freunde dann getötet hätte. Ich weiß nicht, was ich an seiner Stelle getan hätte? Mein Leben hätte ich opfern können, aber das meiner Freunde oder Eltern?“ Daraufhin schüttelte sie mit dem Kopf. In den Augen nun wieder die Tränen.
„Ich will ihm helfen und für ihn da sein. Ich will ihm zeigen, dass die Welt auch verzeihen kann und er nicht so alleine ist, wie er sich im Moment fühlt. Ich weiß, dass er vor dem, was kommt, Angst hat. Das hätte ich genauso und. . . Ich hab ihm versprochen, dass ich ihm helfe. Ich will es aber auch selbst. Ich will ihm diese Chance geben, was ich nicht kann, wenn er nach Azkaban muss. Und wenn er das muss, da. . . Ich hab wirklich Angst, dass sie ihn dort wieder so übel zurichten und am Ende zu Tode foltern, nur weil er durch andere in dieses Dunkel gedrängt wurde“, schniefte sie bitter, da diese Gedanken und Bilder plötzlich glasklar in ihrem Kopf widerhallten.
„Ich hatte es vorhin bereits vor Augen. Dass er durch Folter halb tot in einer Zelle festgekettet ist. Dass die Dementoren ihm scheinbar schon seine Seele genommen haben und er nur noch eine leere Hülle ist, die atmet. Am Ende haben sie ihm die Kehle zerschnitten und wie Vieh ausbluten lassen und . . . und. . .“, brach sie endgültig zusammen, worauf Minerva sie tröstend zu sich zog und ihr die Möglichkeit ließ, sich auszuweinen. Ihre Fragen hatte sie damit mehr als deutlich beantwortet bekommen.
„Es wird nicht so kommen. Haben Sie etwas mehr Vertrauen. Ich denke, Umbridge wird nicht wirklich etwas so Schwerwiegendes vorlegen können, dass man ihn tatsächlich zurück nach Azkaban bringt. Die Anschuldigung des Mordes, was mit das Schwerste ist, konnten Sie doch schon widerlegen. Und die Sache mit Albus, nun. . . Wir wissen inzwischen ja, dass Severus den Fluch gesprochen hat und vor allem warum. In Verbindung mit dem Zwang, den man Draco auferlegt hat, denke ich, lässt sich dieser Anklagepunkt auch stärker aushebeln.“ „Wenn Harry hier wäre, könnte er dem Gamot auch nochmal sagen, dass Draco Dumbledore nicht töten wollte. Dass er seinen Zauberstab runter genommen hatte. Wenn die Death Eater nicht gekommen wären, er hätte sicherlich aufgegeben“, schluchzte sie, worauf Minerva nickte und ihre Schülerin noch ein wenig in den Armen wiegte.
„Es wird schon werden, glauben Sie mir. Bisher läuft alles eigentlich auch recht gut. Sehr viel besser, als ich erwartet hatte. Ich habe die Mitglieder des Gremiums beobachtet. Sie haben bereits jetzt vermehrt deren Interesse geweckt. Einige von ihnen scheinen sich allmählich die ersten ernsteren Fragen zu stellen und das ist gut. Dass sie nicht mit einer völligen Gleichgültigkeit an diese Verhandlung herangehen. Versuchen Sie sich auch weiter, so konsequent und sachlich zu verhalten. Die nötige Aufmerksamkeit für Ihre Worte haben Sie. Nutzen Sie diese.“ „Das werde ich. Danke Professor“, murmelte Hermione, blickte wieder auf und sah ihre Direktorin mit einem kleinen, unschlüssigen Lächeln an. Diese nickte.
„Dann werde ich Ihnen noch die Möglichkeit lassen, sich etwas frisch zu machen. Sie schaffen das.“ „Danke.“ Daraufhin erhob sich die alte Hexe und verschwand aus dem Aufenthaltsraum, in den man Hermione nach dem Vorfall gebracht hatte.
Die Gryffindor sah Minerva nur noch kurz hinterher, bevor sie aufstand, um sich wieder etwas ansehnlicher herzurichten. Dass sie, trotz der Ruhe, die sie gehabt hatte, doch noch nicht ganz so fit war, wie sie wollte, merkte sie, als sie ein paar Schritte machte.
Ihre Beine zitterten und schmerzten nach wie vor, sodass sie ihre Pumps kurzerhand in Ballerinas verwandelte. Ihre Haare versuchte sie mit einem einfachen Pferdeschwanz zu bändigen, ließ diese dann aber doch offen, da der kleine Knoten ihre Kopfschmerzen nur wieder verstärkte.
Am Ende wusch sie sich lediglich das Gesicht, womit ihr dezentes Make-up wich und sie stattdessen erneut mehr wie eine unschuldige Schülerin wirkte. Eine Kränkliche, denn sie war noch immer extrem blass. Egal. Es musste jetzt so gehen.
Sie strich die Bluse glatt und zog sich den Blazer samt Umhang über, bevor sie darum bemüht war, ihrer Erscheinung und Mimik dennoch wenigstens etwas Professionelles zurückzugeben. Kurz darauf trat sie aus dem Zimmer und schlich zu der entsprechenden Tür. Vor dieser stand einer der Saaldiener, aber auch Blaise, der auf sie gewartet hatte. Die Anderen waren bereits wieder drin.
„Blaise.“ „Täusch ich mich, oder bist du auf einmal geschrumpft?“, neckte er sie und bekam dafür einen kleinen Rüffel in die Seite.
„So gefällt mir das“, grinste er und hauchte ihr einen sanften Kuss auf den Haaransatz, bevor er sie durchtrieben anfunkelte.
„Auf zum Angriff.“ „Oh ja“, bestätigte sie ihm mit funkelnden Augen, womit auch die letzten beiden Personen in dem dunklen Raum verschwanden.

۩ ۞ ۩


„Ah, Miss Granger. Geht es Ihnen besser?“, erkundigte sich Griselda ein wenig besorgt bei der Gryffindor, die knapp nickte, was die ältere Hexe ihr gleich tat.
„Gut. Das Gremium bedauert diesen schändlichen Übergriff zutiefst. Derartiges ist bisher noch nie vorgekommen.“ „Es ist ja nichts weiter passiert.“ „Nun, das sehen wir zwar anders, aber bitte. Sie haben das Wort.“ „Danke sehr. Ich würde nun gerne näher auf den Vorwurf der Anklage eingehen, was die kämpferische Beteiligung, am 02. 05. in Hogwarts betrifft.“ Damit drehte sie sich zu Umbridge, die Hermione nun doch etwas intensiver musterte.
„Mrs. Umbridge. Dürfte ich erfahren, wie sich das kämpferische Verhalten Mr. Malfoys, Ihrer Ansicht nach, zugetragen hat?“ „Da gibt es, glaube ich, nichts zu sagen. Er hat mit seiner Handlungsweise die Death Eater unterstützt.“ „Hat er das?“, zog die Löwin fragend eine Augenbraue hoch und ging weiter.
„Haben Sie für diese Behauptung irgendwelche Beweise?“ „Selbstverständlich“, säuselte Umbridge zuckersüß. Nun war Hermione gespannt. Die rosa Kröte richtete sich derweil an die Zuschauer.
„Mr. Smith? Bitte“, deutete sie ihm, Platz zunehmen, allerdings mischte sich da auch noch Minerva dazwischen. „Dürfte ich kurz mit Miss Granger sprechen?“, fragte sie freundlich an das Gremium gerichtet, welches nickte, sodass Hermione zu ihrer Direktorin eilte, die knapp mit ihr flüsterte, worauf die Brünette nickte. „Ich verstehe. Danke“, lächelte sie, was sich Umbridge spitz besah.
„Dürfte ich ebenfalls erfahren, was es hier so Geheimes zu tuscheln gibt?“ „Natürlich. Sehr gern sogar. Vorher möchten Sie aber sicherlich Ihren Zeugen befragen“, lächelte Hermione höflich. Zacharias wurde jedoch unsicher und schielte zu Umbridge, die ihm entschieden auf den Befragungsstuhl deutete, auf welchem er letztlich Platz nahm.
„Mr. Smith, würden Sie dem Gremium bitte schildern, wie sich Ihre Begegnung mit Mr. Malfoy zugetragen hat?“ „Ähm. . .“, begann Zacharias unschlüssig und linste zu Hermione. Diese bedachte ihn mit einem kühlen, sicheren Lächeln, was ihn schaudern ließ.
„Bitte, Mr. Smith. Erklären Sie sich. Ich möchte sehr gerne Ihre Sicht der Dinge hören“, meinte nun auch die Löwin recht selbstsicher. Sie konnte deutlich erkennen, dass sie ihn damit vermehrt aus der Fassung brachte, denn er sagte noch immer nichts.
„Mr. Smith?“, wurde nun auch das Gremium ungeduldig. „Ich . . . ich möchte. . .“ „Ja?“, sah Hermione ihn freundlich an. In ihren Augen funkelte es jedoch gefährlich, worauf er schluckte. So hatte er die Gryffindor noch nie gesehen. Sie war eine waschechte Löwin. Zweifellos. Dieses lauernde, wissende, listige, tückische aber, was jetzt ebenso in ihrem Blick schimmerte, ließ ihn unweigerlich an die Schlangen denken. Sie führte etwas im Schilde. Und er hatte keine Lust herauszufinden was.
„Mr. Smith!“, wurde das Gremium nun doch etwas erbost, worauf er schluckte. „Es . . . es tut mir leid, aber ich möchte mich nicht dazu äußern.“ „Wie bitte?“, stutzte Umbridge, womit kurz ihre scheinbar freundliche Maske fiel und sie Zacharias perplex ansah. Dann hatte sie sich allerdings wieder unter Kontrolle.
„Mr. Smith. Sie sind hier Zeuge einer wichtigen Anhörung und nicht in der Schule. Man hat Sie gebeten, etwas zu sagen. Dieser Bitte sollten Sie auch nachkommen!“, versuchte Umbridge auf ihn einzureden, aber auch Hermione, was die fette Kröte irritierte.
„Mrs. Umbridge hat Recht. Bitte. Sie haben das Wort.“ Doch der Hufflepuff sagte nichts. Nichts außer: „Ich habe dazu nichts zu sagen.“ „So?“, monierte Hermione und sah ihn mit schräg gehaltenem Kopf an. Umbridge wurde sich auf den Anblick immer mehr bewusst, dass sie aus Smith nichts herausbekam, weshalb sie die Taktik wechselte und sich stattdessen pikiert an die Gryffindor richtete.
„Miss Granger, ich möchte Sie bitten, meinen Zeugen nicht einzuschüchtern!“ Daraufhin guckte Hermione kurz blöd, fing sich allerdings gleich wieder.
„Ich bitte um Verzeihung, aber wie schüchtere ich Mr. Smith ein?“ „Sie bedrängen Ihn!“ „Oh, keineswegs. Ich wollte ihm nur etwas entgegenkommen, aber bitte. Wenn Sie es wünschen, werde ich mich zurückhalten“, lächelte sie höflich und überließ Umbridge das Wort. Diese sah zu den Gremiumsmitgliedern.
„Verehrte Rat. Offensichtlich wurde mein Zeuge unter Druck gesetzt. Möglicherweise wird er von noch frei herumlaufenden Death Eatern bedroht, weshalb er sich nicht äußern möchte.“ Frechheit!, dachte sich Hermione. Währenddessen brach Gemurmel im Saal los und auch die Ratsmitglieder unterhielten sich, bevor sie Zacharias erneut verstärkt in Augenschein nahmen.
„Mr. Smith, bedroht man Sie?“, stellte man ihm offen diese Frage, worauf er zusammenzuckte und noch mehr auf seine Hände stierte, während Umbridge versuchte, die Situation zu retten.
„Ich denke, Mr. Smith wird zu sehr eingeschüchtert sein, um darauf eine Antwort geben zu wollen.“ „Nun, wenn dem so ist, können wir den Zeugen nicht mit ins Protokoll nehmen.“ „Wie bitte?“, krächzte Umbridge etwas und bekam urplötzlich Hilfe von Hermione.
„Ich bitte das Gremium, dies zu überdenken. Mr. Smith scheint mir wirklich ein wichtiger Zeuge zu sein.“ Daraufhin wurden die Mitglieder hellhörig, genauso, wie wieder vermehrt getuschelt wurde.
„Ähm. . . Miss Granger. Eine kurze Frage, aber. . . Warum unterstützen Sie die Anklage? Ihnen als Verteidigung sollte es doch gelegen kommen, wenn ein belastender Zeuge seiner Stimme enthoben wird?“ „Das ist richtig. Allerdings möchte ich keine Missverständnisse heraufbeschwören, die zu falschen Schlüssen und Ansichten führen.“ „Wie meine Sie das?“ Daraufhin begann Hermione zu schmunzeln da sie, wie Minerva sagte, die Aufmerksamkeit des Gamots zum Großteil für sich allein beanspruchte.
„Nun, ich habe meine eigene Vermutung, warum sich Mr. Smith nicht äußern möchte.“ „Diese wäre?“ „Bevor ich dem Gremium dies erkläre, möchte ich Mrs. Umbridge noch kurz die Möglichkeit lassen, mit Ihrem Zeugen zu sprechen, ehe er ganz mir gehört.“ „Nun gut. Mrs. Umbridge? Gibt es etwas, was Sie mit Ihrem Zeugen besprechen wollen?“ „Da er nicht mit mir sprechen will, kann ich das ja leider nicht. Nur denke ich, dass er Miss Granger auch nicht antworten wird“, mokierte sie. „Das muss er auch nicht“, gab Hermione Umbridge zuckersüß zu verstehen, die innerlich schäumte.
„Miss Granger, Sie haben das Wort. Bitte erklären Sie Ihre Vermutung.“ „Sehr gern. Wie ich eben noch von unserer geschätzten Professorin McGonagall erfahren habe, hat Mr. Smith das letzte Jahr nicht am Unterricht in Hogwarts teilgenommen. Er ist der Schule aus Sicherheitsgründen, wie viele andere auch, ferngeblieben.“ „Worauf wollen Sie hinaus?“, lehnte sich Tiberius neugierig vor.
„Lediglich auf die simple Tatsache, dass sich Mr. Smith in Wahrheit, während des Kampfes, gar nicht in Hogwarts aufgehalten hat.“ „Natürlich war er dabei!“, brauste Umbridge erbost auf, hatte sich allerdings gleich wieder unter Kontrolle, als einige der Gremiumsmitglieder sie skeptisch musterten. „Mrs. Umbridge, Bitte.“ Damit konzentrierte man sich wieder ganz auf Hermione.
„Das ist ein gänzlich neuer Aspekt. Wie kommen Sie darauf?“ „Nun, es ist im Augenblick nur eine Vermutung. Wenn mir Mr. Smith bloß eine kleine Frage beantworten würde, denke ich, könnte ich diese bestätigen.“ „Er wurde von den Death Eatern eingeschüchtert! Sie glauben doch nicht wirklich, dass er Ihnen etwas verraten würde, was Ihn in Gefahr bringt?“, monierte Umbridge pikiert, worauf die Gryffindor freundlich nickte.
„Das verstehe ich durchaus. Meine Frage dürfte ihn jedoch nicht in Misskredit bringen oder gar gefährden.“ „Wie würde diese denn aussehen?“, richtete sich Griselda interessiert an Hermione. Diese lächelte die alte Hexe freundlich an.
„Ich möchte von Mr. Smith nur wissen, was für Kleidung Mr. Malfoy an besagtem Abend getragen hat?“ Daraufhin schauten sich die Mitglieder des Gremiums verwundert an, konzentrierten sich dann aber auf Zacharias.
„Nun, Mr. Smith. Die Beantwortung dieser Frage dürfte in der Tat nichts Gefährliches an sich haben. Wären Sie so freundlich Miss Granger zu antworten?“ „Ähm . . . ich . . . er. . . So . . . so wie die Anderen halt. Ganz in Schwarz“, krächzte er unsicher und hoffte, dass es richtig war. Hermione grinste „Vielen Dank“ und sah wieder auf die Gremiumsmitglieder.
„Ich denke, der Rat könnte jeden meiner Zeugen einzeln befragen, diese würden Ihnen sicherlich alle die gleiche Antwort geben, in Bezug auf die Kleidungsweise Mr. Malfoys. Im Übrigen dürfte das auch auf die Auroren zutreffen, die ihn nach der Schlacht, ohne genauere Überprüfung, einfach mitgenommen haben.“ „Dann. . . Gehe ich recht in der Annahme, dass die Aussage von Mr. Smith falsch ist?“ Daraufhin nickte Hermione.
„Möchte das Gremium meine Zeugen dazu befragen?“ „Drei sollten genügen“, meinte Tiberius und besah sich Hermiones Unterlagen. Am Ende pickte er sich Remus, Arthur und Luna heraus. Diese verschwanden nacheinander in einem kleinen Extraraum, wo sie ihre Eindrücke kurz und knapp wiedergaben. Keine zehn Minuten später ging es weiter.
„Mr. Smith, Sie dürfen sich setzen!“, wies man den jungen Mann recht ungehalten zurück auf seinen Platz, bevor sich das Gremium selbst an die Zuschauer richtete.
„Die Befragung der Zeugen hat ergeben, dass sich Miss Grangers Vermutung bestätigt hat. Dennoch werden wir die in Gewahrsam genommenen Kleidungsstücke sichten“, sah man zu Hermione, die einfach nur nickte und sich schließlich zu Umbridge drehte.
„Haben Sie noch einen anderen Zeugen, den Mr. Malfoy während der Schlacht angeblich angegriffen hat?“ „Nein. Allerdings muss ich sagen, Mr. Smith klang mir sehr überzeugend bei seiner Schilderung. Ich wusste nicht, dass es sich hierbei offensichtlich um eine Lüge handelt!“, versuchte sich Umbridge rauszureden. Das fassungslose Aufklappen von Zacharias Mund machte Hermione jedoch klar, das das die rosa Pest ihn scheinbar zu dieser Aussage bequatscht hatte. Egal.
„Nun, wenn Sie niemanden haben, möchte ich gerne meine Zeugen aufrufen. Ich würde mit Nymphadora Lupin beginnen“, sah Hermione zu ihrer Freundin und Aurorin, deren Haarpracht kurz stärker ins Rote wechselte, da die Löwin sie korrekter weise beim vollen Namen nennen musste.
„Sorry“, flüsterte sie, als Tonks sich setzte. Die Aurorin grinste allerdings und zwinkerte der jungen Hexe vielversprechend zu.
„Mrs. Lupin. Bitte schildern Sie dem Gremium Ihre Eindrücke von der Schlacht.“ „Nur die?“, schmunzelte Tonks. „Fürs Erste“, lächelte Hermione, womit Tonks so sachlich wie möglich berichtete. Allen voran, dass Draco sie in ihrem Kampf gegen Bellatrix unterstützt und ihr damit das Leben gerettet hatte, da sie durch ihren Sturz gedroht hatte von der Irren getötet zu werden. Nur hatte Draco Bellatrix dann plötzlich angegriffen, sodass sie die schwarze Hexe zusammen vorerst zu Fall gebracht hatten, bevor sie auf den Vorplatz zu den Anderen geeilt waren, um ihnen zu helfen.
Als Nächstes nahm sich Hermione Luna ran, die ihre Erlebnisse schilderte. Insbesondere, dass Draco sie quasi hinter sich versteckt gehalten, und so vor Rodolphus geschützt hatte.
Lunas Aussage folgte die von Remus. Dieser berichtete dem Hohen Rat hauptsächlich von den wichtigen Informationen, die Draco ihnen hatte liefern können, um gegen die Death Eater anzukommen und Voldemort kleinzukriegen.
Im Kommenden schlüpfte auch Hermione in die Rolle der Zeugin und erläuterte ihre Eindrücke. Angefangen von der Sache im Raum der Wünsche, wo sie das Gremium zuvor noch über die Bewandtnis mit den Horcruxen aufklärte. Im Anschluss schwenkte sie zu ihrem Gespräch mit Ginny, in Binns’ Klassenzimmer, wo Bellatrix und Greyback sie angegriffen hatten. Sie erläuterte, wie Draco dazugekommen war, gegen die Beiden gekämpft, gewonnen und sie und Ginny versucht hatte, in Sicherheit zu bringen, wo Lucius sie dummerweise aufgespürt hatte. Dann waren aber ihre Jungs, Harry, Ron, Blaise und Draco, zur Stelle und hatten dem Ganzen ein Ende gesetzt.
Neville erläuterte dann auch noch kurz, dass Draco sich mit Blaise und Charlie, vor Voldemorts Fall, mit zwei Death Eatern duelliert hatte, denen Narcissa letztlich den Rest gegeben hatte. Im Anschluss waren sie mit Harry und Ron im Schloss verschwunden, um die Mädchen zu holen.
„Das ist alles äußerst interessant, Miss Granger, nur. . . Ich sehe auf ihrer Zeugenliste auch die Namen von Mr. Potter und Miss Weasley. Mr. Potter kann ich aber nirgends entdecken“, schienen die Mitglieder des Gamots enttäuscht, wo Hermione versuchte, sich in ein Lächeln zu retten.
„Scheinbar verspäten sich die Beiden etwas. Wenn es das Gremium gestattet, würde ich sie später gern noch zu Wort kommen lassen.“ „Sollten sie noch erscheinen, gerne“, lächelte Tiberius ihr zu, was sie zwar erleichterte, nur wo blieben die Beiden?! Der alte Zauberer blickte dann auch mal zu seinen Kollegen.
„Ich denke, wir könnten alle jetzt eine kleine Pause vertragen. Es ist bereits nach 13.00 Uhr.“ Auf diesen Hinweis nickte der Großteil, womit Tiberius verkündete: „Wir unterbrechen die Verhandlung für 45 Minuten. Bitte finden Sie sich alle 14:00 Uhr wieder im Saal ein. Wir möchten dann den Tatbestand des versuchten Mordes näher erläutern.“ Damit erhoben sich die Mitglieder und verließen ihre Ränge, genauso die Zuschauer, die inzwischen recht angeregt diskutierten.
Kaum dass die Pause eingeläutet war, überkam Hermione jedoch eine ungeheure Schwäche, die sie in die Knie zwang, sodass sie kurz darauf auf dem Holzboden hockte. Ihre Freunde hatten es gesehen, wo sich als erstes Blaise und Charlie bei ihr einfanden.
„Süße, was ist?“ „Nur ein bisschen müde“, murmelte sie erschöpft, worauf sich die Meute unsicher ansah, bevor Daniel das Offensichtliche ansprach.
„Du brauchst Ruhe. Der Fluch und die Gehirnerschütterung. . . Du bist immer noch ganz blass. Vielleicht ist es besser, du klinkst dich jetzt aus und jemand anderes macht weiter.“ „Nein. Wir . . . wir sind ja fast durch. Ich will nicht, dass Umbridge doch noch irgendwie Halt findet.“ „Halt ist etwas, was du gebrauchen kannst“, moserte Blaise und zog sie behutsam auf die Beine. Er hielt sie dicht bei sich, worauf sie sich, sehr zu Rons Missfallen, verstärkt an ihrem Freund festklammerte.
„Ich denke, es ist das Beste, du legst dich nochmal hin und trinkst ein bisschen was“, mahnte Daniel, worauf sie knapp nickte und sich von ihren Freunden erneut in den Nebenraum führen ließ. Dort richtete sich Tonks leise an sie.
„Brauchst du Remus noch für etwas Spezielles?“ „Nein. Eigentlich nicht“, murmelte sie müde und machte die Augen zu, sodass sie nicht bemerkte, wie sich der Auror schlich. Luna und Molly hatte sich ebenfalls ausgeklinkt, um allen ein paar Sandwiches zu besorgen. Tonks suchte wiederum das Mungos auf, wo ihre Mutter einmal ein Auge auf ihren Sohn, sowie Draco hatte. Letzterem wollte sie gerne einen kurzen Bericht liefern, sofern er wach war. Allerdings hatte Tonks gehörig ihre Zweifel, dass er am Tag seiner Verhandlung auch nur ansatzweise so etwas wie Ruhe fand.
Hermione driftete hingegen beizeiten geistig weg, wo die Freunde ihr die Ruhe ließen. Nichts ahnend, dass die Löwin alles andere, als einen erholsamen Schlaf hatte.

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