„Mr. Potter!“ „Harry!“, konnte Hermione nicht an sich halten, als sie ihren Freund zusammen mit Ginny und Remus sah. Nur wirkten die Drei ziemlich angefressen, was sie ein wenig verunsicherte. Bevor sie jedoch über das Warum nachdenken konnte, klärte Remus die Anwesenden auf.
„Verehrte Ratsmitglieder, bitte entschuldigen Sie die rüde Unterbrechung. Allerdings wurden wir von einigen Mitarbeitern des Ministeriums vom Verhandlungssaal ferngehalten. Offensichtlich. . .“, schielte Remus gefährlich zu Umbridge, die ihre Unterlagen im Unterbewusstsein zerriss. „. . . haben gewisse Personen ein Interesse daran, Mr. Potter von einer Aussage abzuhalten.“ „Ist das so?“, zog Griselda ungehalten eine Augenbraue nach oben, als sie Remus’ Blick folgte, während Harry nickte.
„Nun, wir sind noch mitten in der Verhandlung. Dahingehend ist es kein Problem, Ihre Aussage noch mit einzubinden. Offen gestanden sind wir sehr daran interessiert, Ihre Sicht der Dinge zu hören, Mr. Potter“, richtete sich Tiberius freundlich, vielmehr aber neugierig an ihn und deutete ihm auf das Podium, zu dem er sich direkt begab. Im vorbei gehen, warf er Hermione ein flüchtiges Lächeln zu, was ihr alles sagte. Jetzt konnte sie Umbridge richtig fertigmachen!
„Nun, Mr. Potter. Was können Sie uns über den Angeklagten sagen? Uns ist bekannt, dass Sie ein eher recht gespanntes Verhältnis zu Mr. Malfoy pflegten.“ „Wir sind keine Freunde, wenn es das ist, worauf Sie hinaus wollen.“ Daraufhin nickten einige, bevor Tiberius wieder das Wort ergriff.
„Dennoch haben Sie sich, laut unseren Unterlagen, dazu bereit erklärt für die Verteidigung auszusagen.“ „Das ist richtig. Ich habe so meine Probleme mit ihm, aber das tut hier nichts zur Sache. Die Meinungsverschiedenheiten, die ich mit ihm habe. . . Das sind meine ganz persönlichen Belange“, erläuterte Harry ruhig.
„Da haben Sie wohl Recht. Nun, wo fangen wir denn da an?“, sah Tiberius etwas ratlos in die Runde, womit sich Hermione einschaltete.
„Wenn ich einen Vorschlag machen dürfte?“ „Oh. Nur zu. Bitte.“ Damit richtete sich die Gryffindor wieder mehr an das komplette Gremium.
„Die Anklage hat bezüglich den Geschehnissen auf dem Astronomieturm moniert, dass es für dieses Ereignis keine Zeugen gibt. Dem ist nicht so. Mr. Potter hatte dem Vorfall beigewohnt, jedoch nicht die Möglichkeit einzugreifen.“ „Ist das so?“, sah man Harry interessiert an, der lediglich nickte.
„Da hätten wir doch einen Ansatz. Mr. Potter, bitte erklären Sie uns, wie Sie diese Situation beobachtet haben.“ Damit ging es los. Harry sprach ruhig, klar und sachlich und gab alles so genau wieder, wie er sich daran erinnern konnte. So auch Dumbledores Worte, was die Morddrohungen gegen Malfoy selbst und seine Familie anging. Dass ihr Direktor darüber im Bilde war und seinen Tod, durch Severus Snape, geplant hatte.
Kaum dass dieser Punkt geklärt war, schwenkte Harry auf die Sache im Hauptquartier um. Beginnend damit, dass er von Draco erfahren hatte, was die letzten drei Horcruxe waren und wo er zwei davon suchen musste, um Voldemort endgültig vernichten zu können. Im Anschluss war er mit den Mädels und Kingsley nach Arizona verschwunden.
An der Stelle meldete sich Kingsley auch noch einmal zu Wort. Nicht als Minister, sondern als Ex-Auror, der doch ein paar interessante Dinge hatte beobachten und vor allem belauschen können. Unter anderem die Tatsache, dass Draco, trotz der Gewissheit, was ihn hier erwarten würde, zurück nach Großbritannien gekommen war, um sie im Kampf zu unterstützen. Wäre er in Arizona geblieben, man hätte seiner nie habhaft werden können.
Damit ging es weiter, wo Harry dem Gamot, Hermiones Aussage, bezüglich des Vorfalles im Raum der Wünsche, auch noch bestätigte. Dass Draco ihnen dort den Rücken gegen Crabbe und Goyle freigehalten und so das Leben gerettet hatte.
Am Ende ließ er es sich auch nicht nehmen, nochmal deutlich zu erwähnen, dass Narcissa ihm im Wald zur Flucht verholfen und ihn im Anschluss vor den Death Eatern versteckt hatte. Wenn nicht, wäre die Schlacht vermutlich ganz anders ausgegangen. Es war eine Anmerkung, die Hermione sanft lächeln ließ.
Schließlich kam Harry zum Schluss, wo er auch nochmal die Sache in der Bibliothek erklärte. An diesem Punkt nahm sich Hermione Ginny mit dazu, die ihrerseits ebenfalls etwas ausholte. Sie schilderte, dass Draco sich in einem, für andere nicht vorstellbaren Maß, um Hermiones Gesundheit bemüht hatte. Dass die Jungs mit nach London gekommen waren, um ihnen zu helfen.
Sie erzählte, wie sie und Hermione von Greyback und Lestrange angegriffen worden waren. Dass Draco dem dann aber dazwischen gefunkt hatte. Im Kommenden füllte sie auch noch die Lücken, die zwischen Hermiones Erinnerungen lagen.
Am Ende meinte auch Ginny, dass es Pech war, dass sein Vater sie in der Bibliothek gefunden hatte, denn Draco hatte sie ursprünglich lieber in Gryffindor Turm bringen wollen. Dort wären sie gänzlich sicher gewesen. Schließlich kam Ginny ebenfalls zum Schluss, was Hermione nutzte und sich wieder an das Gremium richtete.
„Ich denke, Sie können sich mit all diesen Erklärungen ein deutliches Bild von Mr. Malfoys wahren Absichten machen. Ebenso der Tatsache, was wirklich am 02. Mai in Hogwarts vonstattengegangen ist, wie auch die Geschehnisse auf dem Astronomieturm.“ Daraufhin nickten die Mitglieder, wo Tiberius mit einem doch recht süffisanten Schmunzeln zu Umbridge blickte.
„Haben Sie Fragen, Einwände oder Zeugen, die die gemachten Aussagen widerlegen könnten, Mrs. Umbridge?“ „Nein“, brachte sie gepresst hervor. Inzwischen waren ihre Lippen gänzlich zu einem schmalen Strich geworden. Das sonst immer vorhandene süße Lächeln war vollkommen verschwunden.
„Nun gut. Miss Granger, haben Sie noch Zeugen oder Anträge, die Sie anbringen möchten?“ „Nein. Ich denke, die Fragen des Gamots wurden ausreichend geklärt. Ebenso die Anschuldigungen und Vorwürfe der Anklage“, schielte sie zu Umbridge, zu der sich dann auch das Gremium wandte.
„Haben Sie noch etwas vorzubringen?“ Daraufhin kehrte kurzes Schweigen ein. Man konnte deutlich erkennen, wie es in ihrem Kopf arbeitete und sie krampfhaft nach etwas suchte, was sie Draco noch anlasten könnte.
„Nein“, gab sie am Ende nur knapp, wie auch leicht bissig, von sich, was Hermione mehr als erleichtert aufatmen ließ.
„Gut. Um die Beweisaufnahme zu vervollständigen und die Aussagen zu sichern, behalten wir uns vor, die entsprechenden Erinnerungen einiger Zeugen noch einmal zu prüfen. Zu diesen gehören Mrs. Malfoy, Miss Granger, Mr. Potter, Miss Weasley, Mrs. Lupin, Mr. Lupin, Mr. Shacklebolt, Miss Spinnet, Mr. Macmillan, Miss Lovegood, Mr. Wood sowie Mr. Longbottom. Wir würden Sie bitten, einzeln noch einmal zu uns zu kommen. Welche Erinnerungen wir genau prüfen möchten, wird Ihnen ein Kollege mitteilen. Miss Granger“, sah Tiberius nun wieder auf die junge Hexe und ließ ihr ein großväterliches Lächeln zukommen.
„Ihnen als Verteidigerin und stellvertretende Sprecherin Mr. Malfoys gehört das Schlusswort.“ „Danke sehr. Nun, ich weiß eigentlich nicht, was ich noch sagen soll? Ich denke, jeder der hier Anwesenden hat heute Dinge erfahren, von denen er sich zuvor keine Vorstellung hat machen können oder machen wollen. Dinge, die zum Nachdenken angeregt haben und uns noch ein anderes Bild von Draco gezeigt haben, als das, was wir in den vergangenen sechs, sieben Jahren von ihm gesehen haben. Wie viel und was jeder hier heute von diesem anderen Bild mit sich nimmt, oder gewillt ist zu sehen, bleibt jedem selbst überlassen. Ich kann so nur für mich persönlich sprechen und sagen, dass ich ihm seine Handlungsweise nachsehe, verzeihe und nur zu gerne dazu bereit bin, ihm noch eine Chance zu geben. Jeder hat eine zweite Chance verdient, die er sich in dem Fall wirklich wortwörtlich verdient und auch versucht hat zu erkämpfen. Er ist sich seiner Fehler bewusst und bereut diese, wie auch seine frühere Handlungsweise, zutiefst und aufrichtig. Dies möchte ich stellvertretend an Sie alle weitergeben, da er aufgrund seiner momentanen gesundheitlichen Verfassung leider nicht selbst dazu imstande ist, sich hier vor Ihnen dazu zu äußern. Mir persönlich hat er diese Entschuldigung zukommen lassen und das auf eine Art und Weise, die mir keinerlei Zweifel an der Ehrlich- wie auch Aufrichtigkeit seiner Worte ließ. Mir ist durchaus bewusst, dass der verehrte Rat keine leichte Aufgabe hat, hier in diesem besonderen Fall ein gerechtes Urteil zu fällen, aufgrund der allgemeinen öffentlichen Meinung im Zusammenhang mit der Gruppierung der Death Eater. Allerdings sollte diese Meinung, über die Handlungsweise und die Taten anderer, nicht das Schicksal eines einzelnen Menschen so leichtfertig besiegeln, der versucht hat, sich gegen diese Dinge zu stellen und zu wehren. Der versucht hat, seinen eigenen Weg zu finden und diesen, möchte ich sagen, auch gefunden hat. Einen sicher sehr steinigen, dafür diesmal aber den Richtigen. Wie steinig liegt nun in Ihren Händen. Ich, in meiner Funktion als Verteidigung, beantrage aufgrund der umfassenden, entlastenden Beweislage einen Freispruch und möchte so nur noch eines sagen. Gerechtigkeit ohne Gnade, . . .“, linste sie gefährlich zu Umbridge, in der es siedend heiß brodelte, während Hermiones Blick so eisig war, dass die Hölle hätte zufrieren müssen, als sie ihre letzten Worte direkt an Umbridge richtete.
„. . . ist nichts anderes, als Unmenschlichkeit. Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit.“ Mit diesen Worten senkte sich das Podium, auf dem sie stand wieder gen Boden. Zeitgleich erhoben sich die Mitglieder des Rates.
„In Anbetracht der vielen Information und Eindrücke, nimmt es sich der Rat vor, sich zu einer Urteilsfindung zurückzuziehen, um, wie Miss Granger sagte, ein gerechtes Urteil zu finden. Wir werden die einzelnen Fakten, Aussagen und Erinnerungen in den kommenden Tagen sehr genau prüfen. Bis zu einer endgültigen Urteilsverkündung bleibt der Angeklagte, aus Sicherheitsgründen, unter Verschluss. Wir möchten die aufgerufenen Zeugen nun bitten, dem Saaldiener in den Nebenraum zu folgen. Die Verhandlung ist damit vertagt.“ Mit diesen Worten verschwanden die Ratsmitglieder von ihren Rängen, während die Zeugen ihre Erinnerungen zur Prüfung zurückließen. Die letzten Beiden waren Harry und Hermione, die im Saal dann nochmal von Tiberius und Griselda angehalten wurden.
„Miss Granger, ich muss sagen, das war eine äußerst interessante und sehr geschickte Handlungsführung. Sie sollten sich ernsthaft Gedanken machen, eine Ausbildung in diesem Bereich einzuschlagen“, schmunzelte Tiberius. Hermione winkte dankend ab.
„Ich glaube nicht, dass das etwas für mich ist. Zu nervenaufreibend.“ „Nun, das hat man Ihnen nicht wirklich angemerkt“, schmunzelte auch Griselda. Es war ein Lob, was der Gryffindor jedoch herzlich egal war. Sie interessierten ganz andere Dinge.
„Darf ich Sie nach Ihrer Meinung fragen?“ „Inwiefern?“ „Die Verhandlung? Also . . . ähm. . . Ich weiß, dass der Rat sich zu 96% über ein Urteil einig sein muss, aber. . . Könnten Sie mir vielleicht sagen, wie Sie die Dinge nach allem nun sehen? Ich. . . Draco belastet das wahnsinnig, nicht zu wissen was wird und wenn ich ehrlich bin, mir geht es genauso. Er hat diese Dinge wirklich nicht gewollt“, erklärte sie nochmal, worauf Tiberius nickte.
„Das haben Sie uns sehr anschaulich dargelegt. Aber wie Sie selbst sagten, muss sich der Rat zu 96% einig sein. Wir können Ihnen jetzt keinerlei Versprechungen machen, nur so viel, dass wir kein leichtfertiges Urteil fällen werden. Wir werden mit den neuen Fakten arbeiten, die wir durch Sie bekommen haben und diese in unsere Entscheidung mit einfließen lassen.“ „Ähm. . .“, meldete sich Harry da etwas leise zu Wort und kramte in seiner Jackentasche.
„. . . Ich hab da vielleicht noch etwas. Ich weiß nicht, inwieweit Sie das noch mit einbinden können, aber. . .“, zog er eine kleine Phiole, mit einer zähen, silbrigen Flüssigkeit hervor, auf die Hermione stirnrunzelnd sah.
„. . . Das sind die Erinnerungen von Severus Snape. Er hat sie mir gegeben, damit ich weiß, was ich zu tun habe, um Voldemort endgültig erledigen zu können. Es zeigt deutlich seine Tätigkeit als Doppelspion für den Orden und. . . Zwei der Erinnerungen haben mit Malfoy und dir. . .“, sah er zu Hermione, die immer verwirrter wurde. „. . . zu tun.“ „Was meinst du?“ „Na ja. . .“, kratzte sich Harry ein wenig verlegen am Kopf, als er ihr und den beiden Ratsmitgliedern erklärte.
„Ich hab, als ich sie mir in Dumbledores Büro angesehen habe, nicht wirklich kapiert, was Snape damit wollte. Das Gespräch, was er mit Dumbledore geführt hatte, ist auch nur zufällig auf Malfoy gefallen. Mittlerweile denke ich aber, dass Snape mir diese zwei Sachen bewusst noch zusätzlich gegeben hat. Ich mein. . . Er war ja Malfoys Patenonkel und hat scheinbar gehofft, dass. . . Nun ja, dass ihm das helfen könnte.“ „Was?“, wurde Hermione ein wenig hibbelig, sodass Harry endlich richtig mit der Sprache rausrückte.
„In einer der Unterhaltungen der Beiden hat Dumbledore Snape dazu angehalten, dass er, wenn er eine Möglichkeit sieht, dir helfen soll aus dem Manor zu fliehen. Snape hat da nur rumgeknurrt, dass er das nicht könnte, ohne aufzufliegen, Malfoy allerdings etwas vorhätte, da er sich zu dir in die Kerker geschlichen und sich um dich gekümmert hätte. Snape wüsste nur nicht was, weil er seinen Kopf ständig verschlossen hält. Dumbledore meinte dann, dass Malfoy nicht so verdorben wäre, wie wir ihn alle sehen. In der Zweiten kam dann raus, dass Malfoy Hals über Kopf mit dir und seiner Mutter aus dem Manor geflohen ist, Snape aber keine Ahnung hätte wohin“, endete Harry. Hermione guckte auf die Erklärung kurz blöd, bevor sie ihn sauer anfuhr.
„Das fällt dir jetzt erst ein?“ „Merlin nochmal! Ich hatte während der Schlacht andere Probleme! In Snapes Erinnerungen musste ich mir anhören, dass ich mich von Voldemort töten lassen muss, damit er selbst seinen letzten Horcrux zerstört, der ich war! Also entschuldige bitte vielmals, dass ich da nicht so sehr auf die Sache mit Malfoy geachtet habe!“, zischte Harry. Hermione funkelte ihn aber auch weiter aufgebracht an.
„Und seit wann erinnerst du dich wieder an diese Sache?“ Daraufhin schluckte er, da es ihm wieder eingefallen war, als er mit Hermione über Malfoys Krankenbett mit ihr über die Schlacht, und alles, was passiert war, gesprochen hatte. Er hatte im Kommenden ziemlich oft und intensiv über diese Szenen nachgedacht.
„Schätzungsweise nicht erst seit eben. Und wo ich gerade dabei bin, wo zum Teufel warst du die letzten Tage überhaupt?! Ich hab noch ein paar Sachen mit dir und Ginny klären wollen!“ „In Frankreich! Wir wollten ein bisschen unsere Ruhe haben. Hast du eigentlich ‘ne Ahnung wie sehr uns die scheiß Presse belagert hat? Es ist nach allem ja wohl kaum zu viel verlangt, mal ein paar Tage seine Ruhe haben zu wollen?!“, moserte er wieder, worauf Hermione nur kurz schnaubte, sich dann aber zurück an Tiberius und Griselda richtete.
„Könnte man das noch zu den Beweisen dazu nehmen? Quasi die Meinung von Albus Dumbledore?“ Daraufhin sahen sich die alte Hexe und der ebenso alte Zauberer kurz an, bevor Tiberius lächelnd die Hand nach der Phiole ausstreckte.
„Ich denke, wir können diesen kleinen Punkt noch irgendwo unterbringen“, zwinkerte er Hermione zu, worauf Harry das Fläschchen weiterreichte und es damit, im Saum der pflaumenblauen Robe, verschwand.
„Ihnen Beiden scheint wirklich sehr viel daran gelegen, dass der junge Malfoy frei kommt“, stellte Griselda nochmal fest, worauf Harry und Hermione kurz einen etwas unschlüssigen Blick miteinander tauschten, bevor Harry meinte: „Er hat im Grunde ja nichts so Gravierendes getan, wie die übrigen Death Eater. Und die Sache mit Dumbledore, da. . .“ „Er wollte das alles nicht“, fiel Hermione Harry ruhig ins Wort.
„Er konnte durch sein Umfeld nur nicht anders handeln, sonst wäre es ihm wahrscheinlich schlecht bekommen. Und die ganzen Anfeindungen in der Schule, da. . . Das war zum einen nicht nur er, sondern auch andere und zum anderen. . . Auch wenn das jetzt seltsam klingt, aber anscheinend hat er uns nur dieses Arschloch vorgespielt. Ich mein, wenn er wirklich so einen abgrundtiefen Hass auf uns gehabt hätte, dann hätte er nie so sehr seinen Hals riskiert, um uns zu helfen. Er hätte uns nicht nach Hogwarts folgen müssen, wo er zwei Seiten zum Feind hatte. Hat er aber. Er hat das Richtige tun wollen und so ja auch getan“, erinnerte sie die beiden Mitglieder nochmal, die einfach nur nickten.
„Wie gesagt, wir werden sehen, was wir für Sie, bzw. Mr. Malfoy, tun können. Die Urteilsverkündung kann sich jedoch ein paar Wochen hinziehen.“ „Wochen?“, stutzte Harry. Tiberius nickte.
„Auch wenn Griselda und ich, nach Ihrem Bericht, Ihre Meinung durchaus teilen, so haben wir im Rat dennoch andere Mitglieder, die für härtere Strafen sind. Diese müssen wir vermutlich erst noch etwas mehr von Ihrer Meinung überzeugen. Es besteht in der Tat die Möglichkeit, dass sich eine Urteilsfindung auf einen längeren Zeitraum ausdehnen könnte.“ „Solange Sie es irgendwie hinbekommen, dass er nicht zurück nach Azkaban muss“, murmelte Hermione verunsichert, was nicht gerade besser wurde, als Tiberius sie schuldig maß.
„Ich fürchte, dass können wir Ihnen nicht versprechen. Auch wenn Sie die Schwere der Anschuldigungen entkräften konnten, bleiben gewisse Dinge dennoch im Raum stehen.“ „Er wollte das mit den Death Eatern nicht. Was hätte er denn dagegen machen sollen? Sich vergiften oder vom Astronomieturm springen?“, warf Hermione ein, der auf all das zwangsläufig Dracos eigene Worte wieder in den Sinn kamen. Dass er wohl mehr als einmal im Sechsten mit dem Gedanken gespielt hatte, sich das Leben zu nehmen.
„Wir verstehen, was Sie meinen. Und Sie haben unser vollstes Verständnis. Aber wie gesagt, nicht alle Mitglieder des Gremiums werden so nachsichtig sein. Wir werden versuchen, ein so mildes Urteil wie möglich durchzusetzen. Einen rückhaltlosen Freispruch, wie Sie ihn gefordert haben, werden wir dennoch nicht erwirken können. Vielleicht ein Bewährungsurteil. Wir werden sehen.“ „Besser als 25 Jahre“, versuchte Harry seine Freundin aufzumuntern, die dennoch ein Gesicht machte, als müsste sie zu ihrer Hinrichtung. Harrys Kommentar machte es nicht gerade besser.
„Wie tröstlich“, entfuhr es ihr sarkastisch, bevor sie sauer hinten ansetzte: „Muss ich dich wirklich daran erinnern, wie schlecht es ihm ging, als wir ihn aus Azkaban geholt haben? Er war mehr tot als lebendig!“, zischte sie, worauf er etwas zusammenzuckte. Tiberius und Griselda horchten wiederum auf.
„Dürften wir erfahren, wie Sie das meinen?“ Daraufhin erklärte Hermione den Beiden, die, mit jedem Wort mehr, was sie hörten, immer bestürzter wurden.
„In einem solchen Fall ist es vielleicht besser, Sie beantragen bis zur Urteilsverkündung Hausarrest für Mr. Malfoy. Andernfalls wird er bei ausreichender Genesung zurück nach Azkaban verlegt.“ „WAS?“, entwich es Hermione entsetzt, die die zwei Gestalten bleich ansah, als sie nickten.
„Justus hat es verlesen. Dass Mr. Malfoy bis zur Urteilsverkündung aus Sicherheitsgründen in Gewahrsam bleibt. Wenn Sie das umgehen wollen. . .“, zog Tiberius seinen Zauberstab und ließ mit einem kurzen Schlenker ein entsprechendes Formular erscheinen, was er Hermione reichte.
„Ich war so frei, mich und Griselda als Zustimmung seitens des Gremiums bereits zu vermerken. Zwei Auroren werden sich sicherlich auch finden, die es ebenso absegnen“, zwinkerte Tiberius ihr zu, worauf sie wieder etwas erleichtert lächelnd das Papier nahm.
„Vielen Dank.“ „Danken Sie mir nicht zu früh. Der Antrag muss trotz allem noch von anderen Stellen bewilligt werden.“ „Wird schon“, meinte Harry zuversichtlich und legte Hermione die Hände beruhigend auf die Schultern, die trotzdem nochmal zu den Ratsmitgliedern sah.
„Und Sie versuchen wirklich. . . Also . . .“ „Wir werden uns eingehend mit den Kollegen beraten, bis wir eine für alle zufriedenstellende Lösung finden“, versicherte Griselda ihr ebenfalls, was sie lächelnd abnickte, bevor sie sich mit einem „Vielen Dank“ zusammen mit Harry von den Beiden verabschiedete und aus dem Saal verschwand.
Im Vorraum zu diesem herrschte noch immer geschäftiges Treiben. Es waren noch sehr viele Leute da, die sich angeregt unterhielten, was kurzzeitig mehr wurde, als Blaise mit Charlie und Ginny zu den zwei Löwen trat. Blaise recht übermütig, der Hermione in eine feste Umarmung zog, sie dabei etwas hochhob und ihr letztlich einen Kuss auf den Schopf hauchte.
„Du warst große Klasse, Süße. Besser hätte es niemand sonst hinbekommen. Bei allem was war, da müssen sie ihn doch gehen lassen.“ „Ich hoffe es“, murmelte Hermione jedoch noch immer wenig überzeugt, als sie wieder festen Boden unter den Füßen hatte. Die Erklärungen der beiden Ratsmitglieder hatten ihrer Hoffnung erneut einen ordentlichen Dämpfer verpasst, dass die Sache so reibungslos ablaufen könnte, wie sie sich das wünschte.
„Erdrück sie nicht, Zabini“, gewahrte sie dann noch eine andere Stimme, die Katie gehörte, die inzwischen zu dem kleinen Grüppchen gestoßen war. Als Blaise die dunkelhaarige Hexe sah, grinste er sie breit an.
„Weißt du, was ich jetzt gerne mit dir machen würde, Bell?“ „Ich glaube, ich bin nicht so scharf darauf, das herauszufinden“, maß Katie ihn mit einer hochgezogenen Augenbraue. Ihr behagte sein Grinsen nicht.
„Hm. Na ja, das ist Pech. Ich mach es nämlich trotzdem.“ Und noch ehe Katie sich versah, wurde sie auch schon von dem Slytherin in eine feste Umarmung gezogen und auf die Wange geküsst, wo er ihr dann auch gleich ein tief ehrlich gemeintes „Danke“ ins Ohr hauchte, was sie doch etwas blöd gucken ließ.
„Wa-Was. . . Wofür?“, konnte sie nur stammeln und sah unsicher zwischen ihm und Hermione hin und her. Diese tat es Blaise gleich. Zumindest was die kleine Umarmung anging.
„Er hat Recht, Katie. Vielen dank. Danke, dass du Draco nicht in die Pfanne gehauen hast.“ „Ich hab nur die Wahrheit gesagt. Es war ja irgendwo ein unglücklicher Unfall“, gab Katie ein wenig peinlich berührt zurück, da ihr Blaise’ Schmuseattacke nach wie vor nicht so ganz behagte. Der hatte sich inzwischen wieder Hermione geschnappt und hielt sie erleichtert umschlungen.
„Das ja, aber das andere, was du noch gesagt hast. . . Draco meinte, er hätte dich nur kurz in der Großen Halle gesehen, als Madam Pomfrey dich versorgt hat.“ „Na ja, es kann ja sein, dass ich ihn vielleicht vorher in einem der Gänge gesehen habe“, meinte Katie verschwörerisch, worauf ihr Blaise erneut gefährlich nahe kam, sodass sie abwehrend die Hände hob.
„Einmal reicht, Zabini. Nicht, dass ich mich noch an euch gewöhne“, lachte sie leicht. „Huh, wär das so schlimm? Charlie und ich, wir sind eigentlich handzahm zu lieben, kleinen Löwinnen.“ „Seh ich. Und ich bin doch recht . . . überrascht“, musterte Katie nochmal in Ruhe das Bild, wie Ginny und Hermione, wie selbstverständlich, zwischen den zwei Slytherins standen.
„Hey, nicht jede Schlange ist ein giftbeißendes Monster. Wenn man uns die Chance dazu gibt, können wir auch ganz friedlich sein. Nicht wahr, Süße?“, richtete er sich an Hermione, die lächelnd nickte.
„Du hast vorhin von den Beiden gesprochen. Richtig?“ „Von dem Dickkopf hier. . .“, deutete sie auf Blaise. „. . . der mich manchmal wahnsinnig macht. Ja. Wir sind seit dem dritten Jahr befreundet“, erklärte sie, was sich Katie noch immer recht verblüfft besah.
„Das ist wirklich erstaunlich, dass gerade du. . . Also, versteh mich jetzt nicht falsch. Aber das ausgerechnet ihr euch gefunden habt. Ich mein. . . Reinblut und Slytherin und. . .“ „Eine temperamentvolle Gryffindor, mit ordentlich Feuer im Arsch“, lachte Blaise und handelte sich zur Strafe einen Hieb mit dem Ellenbogen ein.
„Werd nicht ausfallend“, warnte Hermione, was ihn dennoch nicht daran hinderte weiterzumachen. „Ich hab dir das schon mal gesagt. Ich bin Masochist. Allen voran bei dir.“ Daraufhin rollte sie mit den Augen. „Kindskopf.“ „Ja, ja“, gluckste er und hauchte ihr noch einen Kuss auf die Schläfe, bevor er ihr leise „Ich hab dich lieb, Prinzessin“ ins Ohr flüsterte.
Mittlerweile war das Treiben der nun mehr vier Gryffindors mit den zwei Slytherins auch noch anderen aufgefallen, die ebenso zu der Gruppe stießen. Angefangen bei Tonks, die sich Hermione kurz eroberte und mit einem „Das war super!“ fest an sich drückte, während Luna die beiden Schlangen aufmerksam musterte. Neville stand ein wenig abseits bei Harry, der sich trotz allem noch immer recht schwer damit tat, dass seine beste Freundin, wie auch seine Freundin, schon so lange gemeinsame Sache mit den Slytherins machten.
Es war seltsam, aber irgendwie fühlte er sich unter der Meute fehl am Platz, was wohl auch Neville so ging, der ebenfalls nur beobachtete. Hermiones Blick erhaschte in der Zwischenzeit Ernie, der sich gerade auf den Weg machen wollte, den sie dann jedoch abfing.
„Ernie, warte.“ „Ah. . . Hey“, wusste er nicht so richtig, was er sagen sollte und wirkte zudem wieder ziemlich unsicher und nervös. Die Gryffindor überbrückte dies, indem sie ihn, wie Blaise zuvor Katie, kurz in die Arme nahm.
„Danke, dass du doch noch etwas gesagt hast. Du hast damit Alicia und den Anderen den nötigen Anstoß gegeben.“ „Na ja. . . Wenn . . . wenn Katie nicht mal so nachtragend ist. Ich hatte ja selber nie echte Reibereien mit Malfoy und. . . Was du da alles erzählt hast, da. . . Tut mir leid, dass ich mich am Anfang so stur gehabt hab. Es war nur. . .“ „Schon okay“, unterbrach sie ihn mit einem Lächeln.
„Ich bin jetzt erstmal bloß froh, dass die Leute wissen, was wirklich los war.“ „Da bleibt für Malfoy nur zu hoffen, dass das Gamot das auch so sieht wie du.“ „Ja“, hauchte sie auf seine Worte wieder leicht gedrückt, was Ernie irritierte.
„Denkst du nicht?“ „Es wird sich zeigen. Nochmal danke für deine Hilfe. Ich weiß das sehr zu schätzen. Und Draco auch. Glaub mir.“ Daraufhin wurde Ernie ein wenig verlegen. Dass Malfoy dazu fähig sein sollte, so etwas wie Dankbarkeit zu zeigen, konnte er sich absolut nicht vorstellen. Andererseits. . . Wenn er da an die Geschichte mit Hermione dachte. . . Das war, neben allen anderen seltsamen Sachen, das Verrückteste und eigentlich Unglaublichste. Und trotzdem stand die Gryffindor Hexe gesund und munter vor ihm, wo Malfoy wohl keinen unerheblichen Teil dazu beigetragen hatte. Der Typ war und blieb ihm echt ein einziges Rätsel.
Schließlich ging die Löwin zurück zu ihren Freunden, wo noch ein paar Leute mehr dazu gekommen waren. Unter anderem Remus, Molly, Arthur, Daniel, Minerva, Narcissa, Horace und, was Hermione verblüffte, Sally Roper.
Hermione hatte sich in all den Jahren mit ihr, und den übrigen Mädchen, einen Schlafsaal geteilt. Allerdings hatte sie in all der Zeit nie wirklich etwas mit ihr zu tun gehabt, da sie sehr schüchtern war. Umso überraschter war sie vorhin gewesen, dass sich Sally ebenfalls als eine unverhoffte Zeugin gemeldet hatte. Die blonde Hexe trat dann auch direkt zu ihr, noch bevor sie ganz bei ihren Freunden war.
„Sally. Ähm. . . Danke für deine Aussage“, meinte Hermione, die nicht so richtig wusste, was sie ihr sonst sagen sollte. Sally nickte auch nur knapp, ehe sie fragte: „Uhm. . . Du warst die letzten Tage doch ab und zu bei . . . bei Malfoy, oder?“ „War ich. Ja. Warum?“ „Ich . . . also. . . Wie . . . wie geht es ihm?“, brachte Sally unschlüssig hervor, was die Brünette überrascht schauen ließ. War das wirklich, ehrliches Interesse an seiner Verfassung?
„Ein wenig besser. Er erholt sich allmählich. Allerdings wird es wohl noch etwas dauern, bis er wieder ganz gesund ist. Sie haben ihm in Azkaban extrem zugesetzt.“ „Hm“, machte Sally betreten und senkte kurz den Blick, der scheu auf die Meute hinter ihnen, insbesondere die beiden Slytherins fiel, bevor sie zurück zu Hermione sah.
„Ich . . . ich muss auch langsam gehen. Könntest du. . . Kannst du ihm gute Besserung von mir ausrichten und . . . ähm. . . Na ja, ich . . . ich hoffe, dass das alles gut ausgeht.“ „Sicher“, brachte Hermione leicht verwirrt heraus, während Sally nickte und sich mit einem „Mach’s gut“ verabschiedete. Die Brünette konnte jedoch nicht anders, als ihr konfus nachzusehen. Was war das denn?
Es war ja jetzt nicht so, dass sie sich nicht darüber freute, dass ihm scheinbar ein paar Leute doch etwas wohlgesonnener waren. Aber aus der Sache gerade wurde sie absolut nicht schlau. Andererseits. . . Sally war seit jeher recht ruhig gewesen. Und wenn Draco ihr während des Kampfes auch irgendwie geholfen hatte, nun. . . Vermutlich war sie ihm dafür tatsächlich einfach nur dankbar. Immerhin eine.
Damit verschwand sie ganz zu ihren Freunden, die ihr teils noch immer für diese gelungene Verhandlungsführung gratulierten. Nur fühlte es sich für die Löwin dennoch nicht wirklich wie ein Sieg an. Sie hatte irgendwo tief im Hinterkopf gehofft, dass das alles, was sie zu erzählen hatte, reichen würde, um die Sache noch heute geklärt zu wissen. Sie hatte gehofft, dass sie zu Draco ins Mungos gehen konnte, um ihm zu sagen: Es ist vorbei.
„Was hast du? Du siehst so bedrückt aus“, richtete sich Luna schließlich an die Brünette, die als einzige richtig registrierte, dass Hermione trotz allem nicht zum Lachen zumute war. Auf Lunas Frage musterten die Anderen sie nun auch wieder genauer.
„Was ist? Lief doch soweit alles super“, wunderte sich auch Blaise, dem Minerva zustimmte. „Sie haben ausgezeichnete Arbeit geleistet. Sie können stolz auf sich sein.“ „Ich fühl mich aber nicht so“, murmelte die Hexe bedrückt, was Blaise abwinkte.
„Du hast alles aufgefahren, was ging. Und davon sogar noch mehr. Sie müssen ihn freisprechen. Alles andere wäre pure Schikane.“ Daraufhin sah Charlie düster zu Blaise und murrte: „Diese ganze Show hier ist Schikane! Das weißt du.“ „Hm“, brummte Blaise etwas ungehalten, während Remus einwandte: „Sie gehen einfach nur auf Nummer sicher. Und nach allem, was im letzten Jahr passiert ist, ist das nicht verwunderlich. Auch wenn es in Dracos Fall ziemlich unglücklich gelaufen ist. Die Öffentlichkeit ist nach wie vor stark verunsichert. Nicht zuletzt, da noch einiges an Death Eatern auf der Flucht ist. Das Ministerium, und gerade die Abteilung der Strafverfolgung, wird sehr kritisch beobachtet. Es waren nicht grundlos so viele Leute von der Presse vertreten. Allerdings dürftest du denen keinen Grund gegeben haben, um etwas Negatives über die Verhandlung zu schreiben, was mit Draco zu tun hat“, richtete sich Remus an Hermione.
„Das einzig Fragwürdige waren Umbridges nichtssagende Zeugen. Sie hat nicht wirklich etwas gegen Draco vorbringen können, was du nicht hast entkräften können.“ Damit fiel sein Blick kurz auf Katie, die noch immer bei den Freunden stand und dem Auror aufmerksam lauschte.
„Du warst ihre einzige Zeugin, die Draco einen Strick hätte drehen können. Dass du die Größe gezeigt hast, über den Vorfall so hinwegzusehen, ich denke, dafür wird er dir ewig dankbar sein.“ Auf die Lorbeeren wurde Katie ein wenig verlegen und redete sich schließlich raus.
„War ja eigentlich wirklich nur ein Unfall.“ „Unfall hin oder her. Du hättest ihm damit das Genick brechen können“, meinte Charlie, dem Blaise nickend beipflichtete.
„Charlie hat Recht. Nochmal Danke, dass du. . . Na ja, dass du das so gesehen hast.“ „Ja, danke“, stimmte auch Charlie mit ein, was Katie sichtlich unangenehm wurde.
„Oh man, hört auf. Ihr macht mir Angst, wenn ihr so nett seid.“ „Ah sorry, aber wir werden dir nicht den Gefallen tun und in unser altes Spielchen zurückfallen“, grinste Blaise, worauf Charlie zustimmend nickte.
„Ist mit zu viel Stress verbunden.“ „Und Ärger!“, pflichtete Blaise ihm bei, was nicht nur Charlie, sondern auch dessen Vater, nicken ließ. Katie runzelte daraufhin mit der Stirn, bevor ihr Blick auf Hermione fiel, die ihre Slytherin Jungs mit einem verständnisvollen Lächeln bedachte.
Es war verrückt, im Endeffekt aber. . . Hermione hatte mit ihrer Ansprache zur Verhandlung Recht. Sie hatten ihnen nie eine Chance gegeben, sondern waren von vorn herein wie selbstverständlich davon ausgegangen, dass sie alle gleich waren. Durchtrieben, arrogant und allen voran Böse.
„Tja, wenn das so ist, dann tut mir auch den Gefallen und nennt mich nicht mehr Bell. Ich heiße Katie“, schmunzelte die Gryffindor und hielt Blaise symbolisch die Hand hin, worauf sich die beiden Jungs kurz stutzig anguckten, bevor Blaise in ihr Schmunzeln einstimmte und nach ihrer Hand griff.
„Ist das so? Hm, na dann. . . Das hier. . .“, schlug er Charlie aufs Kreuz, sodass er leicht nach vorn stolperte und meckerte.
„EY!“ „. . . ist Charles Daniel Harper.“ „Wenn du mich nochmal Charles nennst, kannst du dir deine Knochen neu sortieren lassen!“, zischte Charlie, der es auf den Tod nicht ausstehen konnte, wenn man ihn mit seinem, seiner Meinung nach, total altbackenen Namen ansprach. Da musste er immer an diesen Muggleprinzen denken. Der mit den fürchterlichen Segelohren und dem unattraktiven Gesicht.
„Und meine überaus charmante, gut aussehende Wenigkeit schimpft sich Blaise“, stellte er sich mit einer angedeuteten Verbeugung selbst vor, was Ginny prusten ließ.
„Du und charmant? Das wär mir neu.“ „Ich kann dich ja mal ganz charmant verführen, mein kleines, süßes Miniwieselchen“, lehnte er sich verführerisch zu ihr und säuselte ihr ein paar andere Dinge ins Ohr, was sie kichern ließ. Harry nahm es etwas angefressen zur Kenntnis, während sich Katie noch immer reichlich verblüfft zu Hermione neigte.
„Sind die immer so?“ „So ziemlich“, schmunzelte die Brünette, als Ginny ihrem Freund mit der flachen Hand vor die Brust schlug, da er allmählich albern wurde.
„Wirklich erstaunlich.“ „Nicht wahr? Schauspielern können die Beiden perfekt.“ „Na du und Ginny aber auch. Man hat euch nie etwas angemerkt“, gestand Katie ihr zu, worauf Hermione nickte. Das nun allerdings wieder leicht gedrückt.
„Es ist mir seltsamerweise nie besonders schwergefallen, in der Öffentlichkeit so zu tun, als könnten wir uns nicht riechen.“ „Hm. Und Malfoy?“ „Was?“ „Denkst du, er hat auch so. . . Na ja, du hast so etwas angedeutet, dass er nicht so ist, wie wir ihn immer gesehen haben.“ „Ist er auch nicht. Also. . . Ich glaube ihm inzwischen ehrlich gesagt, dass er sich auch nur so aufgeführt hat, um den lieben Schein zu wahren. Er meinte letztens noch zu mir, dass er nie etwas gegen mich gehabt hat, aber wegen allem, was war, einfach nicht nett zu mir sein durfte. Und da er ja auch darüber Bescheid wusste, dass Ginny und ich uns mit Blaise und Charlie treffen da. . .“, ließ sie den Satz offen und zuckte mit den Schultern.
„Verstehe“, murmelte Katie und nickte für sich, ehe ihr Blick erneut auf die beiden Slytherins fiel. Blaise war nach wie vor damit beschäftigt, Ginny zu necken, die es sich gefallen ließ.
„Ich werd dann auch langsam losmachen. Wenn noch irgendetwas sein sollte, lass es mich wissen. Und. . . Du kannst Malfoy ja gute Besserung ausrichten. Wird schon schief gehen“, zwinkerte Katie ihr verschmitzt zu und verschwand, noch bevor Hermione darauf reagieren konnte.
„Danke“, murmelte sie nur noch verblüfft und sah ihrer ehemaligen Hauskameradin mit einem kleinen Lächeln nach. Schließlich trat sie wieder zu den Anderen, die sich noch immer angeregt unterhielten.
„Blaise?“ „Hm?“ „Ich verschwind ins Mungos. Kommt ihr mit?“, sah Hermione ihn und Charlie abwechselnd an. „Solltest du doch wissen“, meinte Blaise, dem sich Harry noch ganz überraschend anschloss.
„Wenn ihr nichts dagegen habt, komm ich auch mit.“ Daraufhin sahen die Drei ihn erstaunt an. Hermione nickte letztlich nur und sah in die Runde.
Molly, Arthur, Neville und Luna verabschiedeten sich allerdings, wo Luna ihr aber auch noch ein paar nette Worte für Draco mit auf den Weg gab. Ebenso Minerva und Horace.
Am Ende blieb dennoch ein etwas größerer Pulk, der ins Mungos verschwand, wobei Tonks und Remus ja auch noch Teddy abholen mussten. Daniel wiederum wollte sich nochmal ein Bild von Dracos Verfassung machen.
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Selbst Muggel wie wir sollten diesen freudigen, freudigen Tag feiern! Jenen nämlich, da sich der Londoner Verlag Bloomsbury entschloss, die Manuskripte der britischen Autorin Joanne K. Rowling zum Druck anzunehmen und sie der breiten, nichtmagischen Öffentlichkeit zugänglich zu machen.