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Fanfiction

Was im Verborgenen liegt - Hinter verschlossenen Türen

von Alex2303

۩ ۞ ۩


Hermione war sauer. Stinksauer. Und das war noch die Untertreibung des Jahrhunderts! Sie war sich sicher, würde sie Umbridge alleine irgendwo in einer Gasse über den Weg laufen, die rosa Kröte würde nicht einmal auf allen vieren wieder aus dieser kriechen.
Nicht nur, dass die Pestbeule versucht hatte, Harry und Ginny, mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln, vom Verhandlungssaal fernzuhalten. Nein, sie hatte ihr dann auch noch einen Strich durch die Rechnung gemacht, was den Hausarrest anging. Und als wäre das nicht schon schlimm genug, hatte sie es tatsächlich unterbinden können, dass sie Draco erneut mittels Bürgschaften vorerst aus Azkaban herausbekamen. Diese Frau war wirklich aalglatt, mit allen Wassern gewaschen und hatte zudem noch zu viel Einfluss, sowie Gleichgesinnte im Ministerium, die es Hermione verdammt schwer machten, etwas für Draco zu tun.
Mittlerweile konnte sie Kingsley auch besser verstehen. Die Probleme, die er hatte. Er musste diesen ganzen Saustall, den Fudge hinterlassen hatte, wie auch die Probleme, die sich während des Jahres unter Voldemort ergeben hatten, erstmal aufräumen. Dazu gehörte es auch, solche Leute wie Umbridge irgendwie aus ihrem Amt zu befördern. Das Problem war das Wie? Da er selbst das Amt des Ministers im Augenblick nur interimsweise bekleidete und momentan nicht wirklich die große Menge an Mitarbeitern im Ministerium hinter ihm stand, musste auch er aufpassen, was er tat. Andernfalls hatten sie vielleicht schneller jemanden von der Sorte Fudge, oder schlimmer noch, Umbridge selbst, auf dem Stuhl des Ministers sitzen. Und das war so ziemlich das Letzte, was sie nach allem gebrauchen konnten.
Dass Kingsley sich zu Dracos Verhandlung für ihn ausgesprochen hatte, war in der Öffentlichkeit nicht gerade auf Gegenliebe gestoßen. Dafür hatte der Daily Prophet gesorgt, indem er Kingsley, quasi zwischen den Zeilen, als eventuellen Death Eater Sympathisanten hingestellt hatte. Sie hatten es zwar nicht wirklich so geschrieben, allerdings versteckt so formuliert, dass sich die Leute das in die Geschichte hineindenken konnten, was sie wollten.
Und nach allem, was vorgefallen war, war der Name Malfoy von der Gesellschaft geächtet. Und damit Draco selbst, wie auch seine Mutter. Sie hatte im Nachhinein auch noch von Arthur erfahren, dass sich Lucius, nach Voldemorts erstem Fall, fein rausgeredet hatte, wie auch andere Death Eater, von wegen er hätte unter dem Imperius gestanden.
Dass sich der alte Malfoy auch sonst immer aus allen unschönen Angelegenheiten herausgewunden, oder gar herausgekauft hatte, wusste sie selbst. Es war eine Tatsache, die nun drohte Draco zum Verhängnis zu werden, da die Gesellschaft all diese Dinge auf ihn übertrug. Man setzte ihn mit seinem Vater gleich, oder maß ihn sogar direkt an den Vergehen Lucius’. Dass er sich die ganzen Jahre über selbst nicht gerade mustergültig verhalten und mit Ruhm bekleckert hatte, tat noch sein übriges.
Mit einer besorgten Öffentlichkeit war Umbridge ihr gekommen, die diese Meinung per Petition kundgetan hatte. Eine, die Umbridge selbstredend vorbereitet, eingereicht und über die entsprechende Stelle genehmigt bekommen hatte. Logisch als Leiterin der Strafverfolgung! Kingsley hatte dagegen nichts tun können, ohne sich selbst und seine Ideale, die er versuchte aufzubauen, um ein korruptionsfreies System zu schaffen, zu untergraben. Es hätte ihm, und damit ihnen allen als Widerstand, das Genick gebrochen, hätte er dagegen gesteuert.
„So leid es mir um Draco tut, ich kann nicht wegen einer einzelnen Person alles aufs Spiel setzen, was wir versuchen aufzubauen. Oder willst du, dass sich jemand wie Umbridge hier breit macht?“ „Nein“, hatte sie zur Antwort gemurrt. Und das furchtbar angesäuert. Allerdings hatte er Recht. Leider.
Inzwischen waren 10 Tage vergangen, seit sie Draco zurück nach Azkaban gebracht hatten. 10 Tage, in denen man ihm alles Mögliche hatte antun können. 10 Tage, in denen sie nach allen erdenklichen Schlupflöchern gesucht hatte. 10 Tage, in denen sie es immer wieder per Eilantrag mit der Zustimmung für einen Hausarrest versucht hatte. 10 Tage, in denen sie erneut mit Griselda und Tiberius gesprochen hatte, um eine positive Urteilsverkündung voranzutreiben. Doch hatte nicht nur Hermione mit der Starrsinnig-, um nicht zu sagen, Böswilligkeit gewisser Leute zu kämpfen. Den beiden Ratsmitgliedern erging es nicht viel besser.
Das einzig Gute an diesem Mittwoch war, je nachdem wie man es sehen wollte, dass heute ihr Besuchsrecht griff. Das war das Einzige, was Kingsley, mehr oder weniger problemlos, hatte arrangieren können. Nur leider mussten die entsprechenden Anträge eine Woche zuvor eingereicht werden, worauf nun bestanden wurde, weswegen sie jetzt erst nach ihm sehen konnte. Sie hoffte trotz allem inständig, dass man ihm nicht wieder so sehr geschadet hatte.
Zwar hatte Kingsley ihr versichert, dass inzwischen stärkere Kontrolle in Azkaban gemacht wurde, nur was hieß das schon? Wenn solche Leute wie Umbridge unbescholten ihre Triebe walten lassen konnten, traf das auch auf andere Abteilungen zu.
Sie dachte dabei zwangsläufig an die beiden Auroren, die sich die rosa Kröte als Verstärkung mit ins Mungos geholt hatte. Vermutlich war dieses Intrigennetz, was Umbridge umgab, größer, als was gut für ihre Interessen war. Und mit einer aufgescheuchten, noch immer so stark verunsicherten Öffentlichkeit, ließ sich leicht spielen. Manipulieren.
Das war auch etwas, was die Kröte viel zu gut konnte. Irgendwann aber, das schwor sich Hermione, als der Fährmann sie auf die Gefängnisinsel in ihrem dunstigen Nebel übersetzte. Irgendwann würde sich Umbridge in all ihren Stricken verheddern, während Hermione selbst die Stricke immer fester zog, sodass diese Pestbeule nicht mehr da raus kam.
Schließlich erreichte sie ihr Ziel, wo sie ziemlich ungehalten von einem der Wachposten in Empfang genommen wurde, auf dessen Namensschild Gibson stand. Er war groß, kräftig, schon irgendwie bullig, hatte kurze schwarze Haare und ebenso dunkle braune Augen. Sein Gesicht war markant, recht kantig und spiegelte nur zu deutlich Ablehnung, sowie Abscheu wieder.
Scheinbar hatte sie mit allem einen bleibenden Eindruck bei diesen Bastarden hinterlassen, denen sie nichts weiter als einen eiskalten Blick zukommen ließ, als man sie in einen kleinen Vorraum führte, wo der Typ barsch „Zauberstab!“ raunzte. Seine Hand hielt er ihr dabei auffordernd hin, auf die sie mehr als skeptisch sah.
„Ich werde Ihnen ganz sicher nicht meinen Zauberstab geben!“ „Tja, dann darf ich Sie leider nicht rein lassen. Vorschrift, Miss“, zischte er, worauf Hermione mit den Zähnen mahlte, als der Typ ihr einen Aktenordner unter die Nase schob und dort auf einen Absatz deutete, der ihr wohl formuliert eben dies kund tat.
Arschloch, dachte sie und knallte ihm letztlich ihren Zauberstab hin. Das war doch wieder nur Schikane!, zischte sie auch weiter in Gedanken, während der Kerl ihren Stab wegschloss. Kurz darauf drehte er sich mit einem überheblichen Grinsen zu ihr, worauf sie abwehrend die Arme vor der Brust verschränkte.
„Was ist jetzt?!“, giftete sie. Höflichkeiten waren hier ohnehin fehl am Platz. „Ganz schön vorlaut, Missy“, sülzte der Typ nun selbstgefällig und ließ seinen Blick anzüglich über ihre Erscheinung wandern, was ihr einen kalten Schauer des Ekels durch den Körper jagte. Diesen zeigte sie ihm aber nicht, sondern reckte provokant das Kinn nach oben und blieb auch weiter im Angriffsmodus.
„Hören Sie, wenn Sie mich nicht sofort zu ihm lassen, werde ich dafür sorgen, dass Sie Ihren Job schneller los sind, als Sie mich verfluchen können. Ich denke Sie wissen, dass ich die entsprechenden Beziehungen dazu habe“, erinnerte sie ihn daran, wer sie war und wer alles auf ihrer Seite stand. Ihr Gegenüber schnaubte daraufhin nur, ehe er vor ihr her ging und nun wortlos einen der Verliestrakte ansteuerte. Er öffnete die schwere Eisentür und zischte „Sie haben zwei Stunden!“, bevor er die Tür hinter ihr zuknallte und verriegelte.
„Arschloch!“, giftete sie kurz gegen die Tür, ehe sie sich umdrehte. Als sie Draco dann auf dem kalten Steinboden liegen sah, fühlte sie sich auf beklemmende Art und Weise an den Anblick vor knapp einem Monat erinnert.
„Von wegen Kontrollen“, murmelte sie bitter und trat zu ihm, wo sie sich auf die Knie sinken ließ und ihn behutsam zu sich in die Arme zog. Sie konnte dadurch recht deutlich das Zittern spüren, welches von seinem Körper ausging. Dieser war erneut mit blutigen Wunden übersät, die drohten sich zu entzünden. Er war extrem blass, genauso wie sein Körper eine mehr als ungesunde Kälte abstrahlte. Sein Kopf glühte jedoch, was sie leider befürchtet hatte. Er war ja nicht einmal ansatzweise gesund gewesen, als sie ihn hierher geschleppt hatten. Dann noch das mit den Flüchen. . .
Hermione schüttelte nur mit dem Kopf, um die dunklen Gedanken und Vorstellungen erstmal zu verbannen, bevor sie in eine ihrer Jackeninnentaschen griff und eine kleine Phiole hervorholte. Merlin sein dank hatte der Typ es nicht für nötig gehalten, sie zu filzen. Offensichtlich war er davon ausgegangen, dass sie ohne ihren Zauberstab ohnehin nichts machen konnte. Nur hatte sie aus ihrem ersten Besuch gelernt und prophylaktisch ein paar Dinge vorbereitet und mitgenommen. So auch zwei von Daniels Tränken.
Der eine war in etwa der Gleiche, wie der, den Charlie ihnen vor der Schlacht gegeben hatte. Einer zur Regeneration. Daniel hatte die Rezeptur in den letzten Tagen aber nochmal verbessert und den Trank bestimmten Begebenheiten angepasst. Er hatte quasi versucht, ihn blind auf die Dinge abzustimmen, die Draco jetzt vermutlich am meisten brauchte. Nämlich ein starkes Mittel zur Schmerzlinderung, sowie gegen Fieber. Diesen träufelte sie ihm behutsam ein, allerdings begann er sofort gequält zu husten.
„Schlucken, Draco“, hauchte sie ihm zu. Hoffend, dass er sie hörte und auch verstand. Als der letzte Tropfen das Fläschchen verlassen hatte, zog sie einen kleinen Flachmann aus der hinteren Hosentasche und legte ihm stattdessen den an die Lippen. Auch hier hustete er kurz, bis er instinktiv das frische Wasser schluckte. Und das schon fast gierig, sodass Hermione den Flachmann immer wieder wegnehmen musste.
„Langsam“, flüsterte sie ihm beruhigend zu und strich nebenher über seine zerkratzte Wange, als sie das Gefäß, was keinen Boden zu haben schien, erneut an seine Lippen führte.
Sie konnte nicht sagen, ob er sie gehört hatte oder ob es mehr ein Reflex war, allerdings trank er diesmal kontrollierter. Sie ließ ihn nun auch so lange, bis er den Kopf, noch immer keuchend, zur Seite drehte. Dadurch lag er direkt an ihrer Schulter, sodass sie sogar durch ihre Klamotten seinen heißen Atem recht deutlich auf ihrer Brust spürte.
„Draco? Hörst du mich? Ich bin’s, Hermione“, versuchte sie ihn anzusprechen, als er sich schwach in ihren Armen regte. Er drehte sich leicht und legte zittrig seine Arme um ihre schlanke Gestalt. Kurz darauf drängte er sich noch stärker an sie und winkelte die Beine an, um sich kleiner zu machen und dadurch ein wenig Wärme zu sammeln. Etwas, bei dem sie ihm noch zusätzlich half, indem sie ihren Umhang ab nahm und ihm diesen stattdessen wärmend über legte. Kurz darauf umschloss sie ihn ihrerseits und zog ihn noch fester zu sich. Nebenbei strich sie ihm durch die verschwitzen, teils mit altem Blut verklebten Haare.
„Es wird alles gut. Wir kriegen dich schon irgendwie hier raus. Versprochen. Du musst nur noch ein bisschen aushalten. Auch wenn es schwer ist. Halt noch ein bisschen aus, okay? Wir werden dich nicht hängen lassen. Ich werd dich nicht im Stich lassen“, flüsterte sie ihm beruhigend zu und hauchte ihm schließlich einen kleinen, sanften Kuss auf die fiebrige Stirn. Kurz darauf senkte sie den Kopf und legte ihren etwas an seinen. Sie zog ihn so noch mehr zu sich und begann ihn geistesabwesend, wie ein Kleinkind in ihren Armen zu wiegen.

۩ ۞ ۩


Es war ein eisiger Ozean, in dem er scheinbar die Ewigkeit zu fristen hatte. Dieser war kalt, dunkel und einsam. Das waren die einzigen drei Dinge, die er wahrnahm. Die Kälte des Ozeans. Das Dunkel der Nacht. Die Einsamkeit des Seins. Drei Dinge, die die Unendlichkeit zu einer unaussprechlichen Qual machten. Vor allem das Letzte, denn mit der Kälte und Dunkelheit wäre er irgendwie klargekommen. Diese Aspekte hatten ihn im Leben ohnehin ständig begleitet. Ganz besonders die letzten beiden Jahre.
Das Gefühl der Einsamkeit jedoch. . . Die Gewissheit, irgendwo im nirgendwo allein zu existieren, falls er überhaupt noch existierte, war das Schlimmste. Sonst war da trotz allem immer irgendwer um ihn. Und seien es nur Menschen, die ihm ihren Hass entgegengebracht haben. Menschen, die er selbst gehasst hatte. So aber. . .
Er war allein, mit sich und seinen Gedanken. Allein für die Ewigkeit, so schien es. Eine Ewigkeit, in der er sich über alles was war, seine Gedanken machen konnte. Es gab nichts, was für Zerstreuung gesorgt hätte. Stattdessen quälte er sich mit den Dingen, die in seinem Leben waren. Mit der Katastrophe selbst, die sich sein Leben genannt hatte.
Dabei versuchte er verzweifelt, sich nur das Positive vor Augen zu halten, was irgendwann allerdings einen noch quälenderen Effekt auf ihn hatte, als all diese dunklen Aspekte, die sich in seinem Dasein zugetragen hatten. Es machte keinen Unterschied. Es war eins. Alles. Eine dumpfe Verzweiflung. Ein Schmerz, der weit über den des körperlich möglichen hinausging. Es war ein Schmerz, der sich tief in sein Innerstes fraß und dieses mit glühend heißen Nadeln traktierte. Wieder und immer wieder. Eine Ewigkeit eben.
Irgendwie hatte er es sich anders vorgestellt. Den Tod. Entweder, so hatte er gedacht, hörte seine Existenz mit einem Schlag auf. Wie eine Kerze, die verlosch. Kein Licht, kein Dunkel. Keine Wärme, keine Kälte. Keine Erfüllung, kein Schmerz. Oder das andere. Dass hinter dem Schleier noch etwas auf ihn wartete. Sei es nun eine Welt, die ihm das gab, wonach er sich in seinem Leben gesehnt hatte, oder halt das Gegenteil. Dass er das bekam, was er wohl verdiente. Nicht aber das, was er jetzt hatte. Diese Leere und Einsamkeit. Einen derartigen Stillstand. Da war Nichts und dennoch viel zu viel.
Er wollte nicht mehr denken können. Nicht mehr über alles was war oder was hätte sein können nachdenken müssen. Er wollte einfach nur aufhören zu existieren, um dieser Einsamkeit damit zu entfliehen. Dieser Leere, die ihn quälte.
Vermutlich, so dachte er sich mit der Zeit, war es aber genau das, was er offensichtlich verdiente. Eine fortwährende Existenz für die Ewigkeit in dieser Leere und Einsamkeit. Es war eine Qual, die weitaus schlimmer war, als körperlicher Schmerz, denn dieser konnte einen ablenken.
Fühlte es sich so an, wenn man von den Dementoren geküsst wurde? Hatten die Typen ihm am Ende eine dieser Kreaturen auf den Hals gehetzt? Hatten sie ihm die Seele genommen? Sie verschlungen in der Dunkelheit und Kälte, die die Dementoren sonst immer umgab? Es wäre eine Erklärung für all das. Und es war bitter, da er sich nicht einmal dagegen hatte wehren können. Er hatte nicht aufgeben wollen. Er hatte die Bemühungen seiner Freunde, Hermiones, nicht mit Füßen treten wollen. Und dennoch. . .
Als seine Gedanken, in der Leere des Seins, in diese Richtung gingen, narrte ihn sein Geist erneut mit fremden Eindrücken. Er quälte ihn so wieder mehr, da er glaubte, neben seinen tristen Gedanken, ihre Stimme zu hören, die nach ihm rief. Warm aber auch sorgenvoll.
Er hatte sich immer gefragt, wie es klingen könnte, sollte sie mal besorgt um ihn sein? Ein Ding der Unmöglichkeit. Jetzt und Hier gaukelte ihm sein einsamer Geist dies vor. Ja, er narrte ihn am Ende nicht nur mit ihrer sorgenvollen Stimme, sondern auch mit dem angenehmen Duft eines im Tau des Morgens liegenden Frühlings. Er meinte, ihren Geruch wahrzunehmen, zu dem sich mit der Zeit noch eine wohlige Wärme gesellte. Ähnlich, einer schützende Hülle. Wie eine Seifenblase, die ihn umschloss und so das Gefühl der Einsamkeit und Kälte zunehmend vertrieb.
„Draco. . .“, glaubte er sie wieder zu hören. Die Stimme so sanft und klar, wie der Klang eines silbernen Glöckchens. Es war ihm wie Engelsgesang.
„‘erms. . .“, murmelte er dünn und wurde erneut mit dem Klang ihrer Stimme belohnt. „Sch. Es wird alles gut“, hauchte sie scheinbar sanft, wie auch fürsorglich. Darunter mischte sich allmählich noch zusätzlich ein Gefühl. Eines, was eigentlich gar nicht mehr sein konnte, denn er hatte doch gar keinen Körper mehr. So dachte er zumindest. Und dennoch. . .
Es war ihm, als ob er in der Seifenblase eine kleine, warme Hand spürte, die ihn streichelte. Es waren ein paar weiche Finger, die behutsam über seine Wange strichen, bevor sie kurz in seinen Haaren verschwanden. Wenig später lag die warme Hand auf seiner Stirn, über die die schlanken Finger ebenfalls beruhigend streichelten.
Es war eine Regung, die ein tiefes Gefühl von Geborgenheit in ihm zurückließ. Dem Verlangen nach mehr. Dem Wunsch, dieses Gefühl, und damit die kleine Hand, festzuhalten, die ihm etwas Zuwendung versprach.
So versuchte er sich noch mehr in die Seifenblase zurückzuziehen und deren Kern zu umschließen, von dem all diese Dinge ausgingen. Tief im Kopf nahm so der irrationale Gedanke Form an, dass sie vielleicht bei ihm war, weswegen sich seine Arme von selbst um ihre zarte Erscheinung schlossen.
Das war angenehmer. Viel, viel angenehmer. So erschien ihm die Ewigkeit durchaus erträglich, wenn nur alles so blieb, wie es jetzt war. Und sei es nur eine süße Illusion. Diese war ihm genug. Die Gewissheit, nicht allein zu sein. Diese Leere und Kälte nicht mehr ausschließlich um sich zu haben.
„Draco? Hörst du mich?“, rief die liebliche Stimme, der er nur ein erschöpftes, heiseres „Hm“ entgegenbrachte, bevor er sich versuchte, noch etwas mehr dem warmen Kern zuzuwenden.
„Mach die Augen auf“, richtete sich die Stimme erneut an ihn, wo er jedoch leise, kratzig, zittrig, erschöpft, wie auch heiser „Nein“ murrte. Er würde den Teufel tun, und sich die süße Illusion von irgendwem oder irgendetwas kaputtmachen lassen. Merlin allein wusste, was dann tatsächlich auf ihn lauerte.
„Was? Draco, komm schon. Mach die Augen auf. Sieh mich an. Bitte“, hörte er die bittersüße Illusion nochmal. Zeitgleich spürte er wieder diese warmen, weichen Finger, die ihm behutsam über die Wange streichelten. Dann verschwanden sie und etwas bewegte sich. Kurz darauf spürte er etwas Kaltes an den rauen Lippen. Noch bevor er ganz begriff, was es damit auf sich hatte, hatte er auch schon eine bittere Flüssigkeit auf der Zunge und teils im Rachen, die ihn gequält husten ließ.
„Nein. . .“, keuchte er schwer und versuchte den Kopf wegzudrehen. Er würde sich ganz bestimmt nicht auch noch zusätzlich vergiften lassen. Wenn ihm sein Verstand Streiche dieser Art spielte, wie er sie ihm gerade spielte, nur zu. Alles andere aber. . .
„Hey. Ruhig. Es ist alles gut. Noch ein bisschen, dann geht’s dir besser. Daniel hat es extra so hoch konzentriert. Es wird schnell wirken.“ Daniel?, schoss es ihm auf die Erklärung irritiert durch den Kopf und ließ ihn für eine Millisekunde so perplex zurück, dass er seinen Vorsatz vergaß und doch mal verhalten, mit kleinen, verklärten Augen, blinzelte.
Was ihm diese dann leicht verschleiert zeigten, ließ ihn erneut an seinem scheinbar letzten Rest Verstand zweifeln, denn die Illusion der schönen Stimme hatte sogar die entsprechende Gestalt, die ihm recht matt, aber dennoch irgendwie erleichtert, entgegen lächelte.
„Hey“, hauchte seine Traumvorstellung, die er eine gefühlte Ewigkeit einfach nur erschöpft musterte. Er blinzelte ein paar Mal, um das verschwommene Bild scharf zu bekommen. Irgendwann gelang es ihm und er hatte sie deutlich vor sich. Damit machte sich ein dickes Fragezeichen auf seinen Zügen breit.
„. . .‘erms?“, entwich es ihm kratzig. Die Angesprochene nickte. Auf den Lippen noch immer ein kleines Lächeln. „Geht’s etwas?“, erkundigte sie sich, wo er nicht umhinkam, kurz die Umgebung mit den Augen abzutasten, die noch genauso aussah, wie zuletzt. Nämlich wie eine nasskalte, steinerne Zelle.
„Was. . .“ „Sch. Ich erklär dir dann alles. Trink das erstmal. Auch wenn’s Scheiße schmeckt, es wird dir helfen“, hielt sie ihn erneut an und damit die kleine Glasphiole ein weiteres Mal an die Lippen. Diesmal kam er ihrer Aufforderung ohne zu Zögern nach, als er allmählich realisierte, dass er scheinbar doch nicht tot war. Irgendwie. Das widerliche Gebräu in seinem Rachen schien ihm die Sache noch zusätzlich zu bestätigen, denn er fing unweigerlich an, schwer zu husten, als es ihm die Kehle hinab ran.
„Hier“, hörte er Hermione wieder, die ihm erneut ein kleines Gefäß an die Lippen hielt. „Ist nur Wasser“, fügte sie an, was er dankend annahm und den Höllentrank rasch wegspülte. So eklig schmeckte ja nicht einmal das Skele-Wachs.
„Geht’s?“, erkundigte sie sich, kaum dass sein Hustenanfall abgeebbt war und er recht erschöpft mit dem Kopf an ihrer Schulter lehnte. Die Augen waren ihm zwischenzeitlich aufs Neue zugefallen, wenngleich sich sein Bewusstsein von Minute zu Minute mehr einen Weg zurück in die Realität bahnte. Damit schien auch die Schwäche, Benommenheit und vor allem der dumpfe Schmerz etwas aus seinem Körper zu weichen.
Daniel, fiel es ihm wieder ein. Das erklärte eigentlich schon alles, womit er die Augen öffnete und so erneut in das Gesicht seines Gryffindorschutzengels, anders vermochte er es nicht mehr zu beschreiben, blickte, die noch immer lächelte. Bitter jedoch. Und auch irgendwie . . . schuldig.
Daraufhin wollte er sich aufrappeln, wo sich nun doch noch seine ganzen Verletzungen und die malträtierten Muskeln äußerst unangenehm meldeten. Genauso seine kleine Hexe, die ihn mit ein paar raschen Worten zur Ruhe mahnte.
„Nicht! Bleib liegen“ Das musste sie ihm nicht zweimal sagen. Erst recht nicht, da sie ihn ihrerseits verstärkt zu sich zog und warm umschlossen hielt. Merlin, er hätte es nie für möglich gehalten, ihr mal bewusst so nahe zu sein. Dass sie ihn je von sich aus in die Arme nahm und auf diese Weise gleichermaßen beruhigte, sowie wärmte. Dass sie auch weiterhin für ihn da war und ihm versuchte zu helfen. Sie war wirklich etwas Besonderes. Ein ganz besonderer Mensch, dem er sich wieder richtig hingab, seine Arme erneut um ihre Gestalt legte und kurz die schweren Augen schloss, um diese grässliche Umgebung wenigstens für einen Augenblick zu vergessen.
So versuchte er sich, in eine andere Vorstellung zu flüchten. Zum Beispiel der, an einem gemütlichen Abend, mit ihr auf einer bequemen Couch zu kuscheln. Ein illusorischer Wunschgedanke, der sich allerdings noch ein wenig verstärkte, als sie ihm beruhigend durch die Haare strich. Schließlich wanderten ihre Finger leicht und strichen stattdessen hauchzart über seine Stirn, auf die sie ihre Hand richtig legte.
Im nächsten Moment entwich ihr ein leiser Seufzer und ihre Hand verschwand, was er gedrückt zur Kenntnis nahm. Dieses Gefühl nahm kurz sogar noch zu, als sie ihren Arm, den sie ihm etwas um den Körper gelegt hatte, ebenfalls löste und sich zudem recht umständlich drehte und wand.
Wollte sie ihn abschütteln? Diese für ihn so beruhigende Nähe und Wärme wieder lösen? Konnte es sein. . . War ihr das alles vielleicht doch irgendwie unangenehm? So verdreckt wie er war, eigentlich kein Wunder, sodass tief in seinem Kopf der bittere Gedanke aufkeimte, sie lieber loszulassen, ehe er ihr lästig wurde und dieses dünne Band zwischen ihnen zerriss.
Doch noch bevor dieser Gedanke sich richtig zu einer entsprechenden Entscheidung entwickeln konnte, lag ihr Arm bereits wieder beruhigend, wie auch wärmend über ihm. Ebenso wie sich ihre Hand erneut auf seiner Stirn einfand. Jetzt lag dazwischen noch ein kühles, feuchtes Tuch, was ihn zwangsläufig blinzeln ließ. Als sich ihre Blicke trafen, lächelte sie sanft.
„Besser?“ „Hm“, murmelte er dünn. Erleichtert, dass sich seine Befürchtung im Nichts verloren hatte. Stattdessen keimten andere Gedanken in ihm heran, die sich letztlich zu entsprechenden Fragen formten.
„Haben sie. . . Hat das Gamot sein Urteil. . .“, brach er jedoch ab, als sich allein auf die Vorstellung, dass sie ihn für mehrere Jahre in diesem Loch weggeschlossen hielten, ein dicker Kloß in seiner Kehle bildete. Dieser löste sich kurzzeitig auf, als Hermione knapp mit dem Kopf schüttelte.
„Nein. Und . . . uhm. . . Das alles hier tut mir furchtbar leid.“ „Was?“, murmelte er verwirrt, da er nicht verstand, für was sie sich entschuldigte? Sie hatte getan, was sie konnte, ohne etwas davon zu müssen und sich obendrein seinetwegen selbst in Schwierigkeiten gebracht.
„Ich hab dir versprochen, dass du nicht wieder hier hin musst und. . .“, brach sie ab und musterte ihn schuldig. Dracos Mundwinkel zuckten auf ihre Erklärung jedoch nur schwach nach oben.
„Ich hab, ehrlich gesagt, nicht wirklich mit etwas anderem gerechnet“, murmelte er tonlos, wie auch ergeben. „Ich. . .“ „Das hier ist falsch!“, unterbrach sie ihn aufgebracht, was man sehen konnte, wie man wollte. Er ging auch gar nicht darauf ein, sondern führte seinen Satz ungehindert fort.
„Ich habe das Mal und danach werden sie sich im Endeffekt alle richten und. . .“ „Draco. . .“ „Ich hab zu viel falsch gemacht. Vielleicht hätte ich doch mal mit jemandem reden und mir Hilfe suchen sollen. Wobei ich nach wie vor nicht weiß, wer mir mit dieser ganzen Scheiße wirklich hätte helfen können? Das jetzt aber. . . Das hier hab ich mir selber zuzuschreiben. Ich. . .“ „Hör auf damit! Klar hast du Mist gebaut, aber das rechtfertigt all das hier in keiner Weise. Die Sache im Sechsten, da konntest du doch nicht anders und alles, was danach war, da. . . Du hast getan, was du konntest, um uns zu helfen. Es gibt keinerlei Grund dir das hier anzutun. Das ist pure Schikane, mehr nicht. Und mit der werden sie nicht durchkommen. Wir kriegen dich hier schon irgendwie raus. Es läuft nur leider nicht so glatt, wie ich gehofft hatte“, seufzte sie, bevor sie ruhiger, aber auch resignierter weiter sprach.
„Es ist alles noch immer viel zu chaotisch. Die Öffentlichkeit ist trotz allem extrem verunsichert und misstrauisch dem Ministerium gegenüber. Der Daily Prophet schürt das Ganze noch zusätzlich. Zudem laufen im Ministerium auch noch zu viele Arschlöcher rum. Allen voran Umbridge“, knurrte Hermione gefährlich. In Dracos Innerem grummelte es auf den Gedanken an diese Frau ebenfalls unheilvoll, ehe er seinen Griff um Hermiones Erscheinung verstärkte, während sie erklärte.
„Diese Pestbeule legt mir permanent Steine in den Weg. Sie hat sogar versucht zu verhindern, dass Harry seine Aussage machen kann. Sie torpediert alle meine Aktionen und. . .“ „Warum ist die nach allem überhaupt noch im Ministerium?“, unterbrach Draco sie ehrlich verwirrt, was Hermione mit Zähnen knirschen ließ.
„Das frag ich mich auch immer wieder. Kingsley kriegt sie allerdings nicht so einfach raus, weil sie einen hohen Posten bekleidet. Er steht im Augenblick ja selber im Brennpunkt der Öffentlichkeit. Dass er sich irgendwo hinter dich gestellt hat, hat ihm nicht gerade Sympathiepunkte eingebracht. Wie gesagt, die Allgemeinheit ist misstrauisch. Er muss aufpassen, was er tut, sonst finden solche wie Umbridge wieder mehr Halt.“ „Bloß nicht“, murrte er leise, was Hermione schwach lächeln ließ.
„Aber warum kann er die fette Kröte nicht aus dem Ministerium werfen? Ich mein. . . Nach allem was sie getan hat. . .“, wurde er aufs Neue wütend, als er an den Angriff auf seine Freunde dachte. Hermione seufzte und strich ihm schließlich beruhigend durch die Haare.
„Bürokratie.“ „Was?“ „Ja. Es ist bescheuert, aber im Endeffekt. . . Sie hat streng genommen, darauf beruft sie sich zumindest, nur ihre Arbeit erledigt.“ „ARBEIT!?“, spie Draco und funkelte Hermione wütend an, die ihn jedoch gleich wieder beschwichtigend zu sich zog und die Hand auf die Stirn legte, als er anfing zu keuchen.
„Ich geh doch stark davon aus, dass du weißt, was sie das ganze letzte Jahr über getrieben hat!?“, knurrte er, was sie seufzen ließ.
„Das tu ich. Glaub mir. Ich war mit Harry und Ron im vergangenen Jahr ja auch einen Tag im Ministerium, um das Medaillon zu stehlen. Wir haben dabei noch ein paar der Mugglegeborenen befreien können, die sie verhört hatten und . . . uhm. . .“ „Und das ist kein Grund, der die Hölle heiß zu machen?“ „Bürokratie, wie gesagt. Sie hat sich den wechselnden Machtverhältnissen bereitwillig angepasst und so wieder einen recht hohen Posten bekommen. Sie hat getan, was ihr das Ministerium aufgetragen hat. Sie hat das alles für sich genutzt. Und damit war sie nicht die Einzige.“ „Ja, ganz toll!“, zischte er wieder, was sie seufzen, innerlich aber etwas lächeln ließ, da ihm Umbridges Tätigkeiten ziemlich offensichtlich gegen den Strich gingen.
„Mir schmeckt das doch auch nicht, genauso wenig wie Kingsley. Von der Seite kommt er vorerst allerdings nicht an sie ran.“ „Und was ist mit der Geschichte aus dem Fünften? Sie wollte euch mit dem Cruciatus foltern und hat Veritaserum an den Schülern angewandt! Von anderen Sachen ganz zu schweigen.“ Daraufhin stutzte Hermione. Sie war überrascht, dass er diese Dinge nannte, zog für sich dann jedoch ein nüchternes Resümee.
„Da war sie direkt Fudge unterstellt und hat, wenn du so willst, nach seinen Interessen gehandelt.“ „Aha. Schüler zu foltern, war also im Interesse des Ministers?“, zischte er noch immer giftig, worauf sie mit den Schultern zuckte, was ihn erneut knurren ließ.
„Ich weiß es nicht. Fakt ist, dass sie es uns am Ende nur angedroht, aber nicht getan hat.“ „Wie edelmütig. Man sollte ihr ‘nen Orden verleihen“, schnarrte er sarkastisch, was sie lächeln ließ, da er zum einen so dachte und zum anderen seine Bissigkeit doch nicht verloren hatte. Genauso, wie er allmählich munterer wurde. Daniels Tränke schienen langsam vermehrt anzuschlagen.
„Umbridge kriegt schon noch was sie verdient. Es kommt alles irgendwann zu einem zurück.“ „Ja“, murrte er. Das jedoch bitter, ehe er den Blick fallen ließ, der zur Seite glitt und sich in der Leere des Raumes verlor.
Hermione realisierte da erst, dass sie ihn, ohne es zu wollen, mit ihrer Aussage zurück in eines dieser tiefen, dunklen Löcher gestoßen hatte, obwohl sie eigentlich etwas ganz anderes wollte, weswegen sie nochmal genauer auf das Thema einging. Dabei nahm sie ihn wieder fester zu sich.
„Du gehörst nicht hier hin. Auch wenn die Gesellschaft vielleicht dieser Meinung ist. Es ist nicht so. Und das seh eben nicht nur ich so. Wir werden dich hier rausholen“, hauchte sie ihm beruhigend zu, bevor sie mit sanfter, wie auch warmer Stimmer weiter meinte: „Und dann . . . dann gehen wir schön Tee trinken.“ Daraufhin zuckte sein rechter Mundwinkel kurz schwach nach oben, allerdings ging er nicht darauf ein. Stattdessen gab er sich erneut mehr ihren Armen und damit ihrer Wärme hin, worauf sie wehmütig auf ihn sah. Schließlich legte sie ihm die Hand an den Kopf und strich ihm gedankenverloren durch die Haare.
„Lass den Kopf nicht hängen. Es ist noch rein gar nichts entschieden. Und. . . Ich weiß, dass das jetzt leicht dahin gesagt ist, aber lass dich von alldem hier nicht fertigmachen. Du hast mehr Menschen hinter dir stehen, als du denkst. Wir werden dich nicht im Stich lassen. Und. . . Bevor ich es vergesse, ich hab auch noch etwas für dich.“ Daraufhin runzelte er mit der Stirn und schielte fragend zu ihr auf. Hermione kramte unterdessen in ihrer Jackeninnentasche.
„Ich hab mich die letzten Tage mal mit Daniel und Charlie zusammengesetzt. Wir sind momentan noch dran, dass Daniel eine Sondergenehmigung bekommt, damit er dich weiter behandeln kann, bis dahin. . .“, zog sie nun ein kleines, dunkelblaues Stoffsäckchen heraus, in welches sie griff und schließlich etwas hervorholte, was wie ein Keks aussah.
„Kekse?“, fragte er skeptisch. Hermione schmunzelte. „Mehr oder weniger. Weißt du, bei den Mugglen gibt es Kohlehydrate Riegel.“ „Was für’n Zeug?“, stutzte Draco. Er hatte durch Charlie zwar schon einiges an Mugglegedöhns gehört, was teils ja auch wirklich praktisch und interessant war, aber so ein Zungenbrecher war ihm noch nicht untergekommen.
„Das sind Energie Riegel für Sportler, damit sie mehr Kraft und Ausdauer haben. Auf jeden Fall hab ich mir das Prinzip ausgeliehen und mit Daniel und Charlie ein bisschen verbessert. Das hier. . .“, hielt sie ihm den Keks vor die Nase, den er sich verwundert nahm. „. . . ersetzt eine ausgewogene Mahlzeit. Es sind alle wichtigen Vitamine, Mineralien, Ballaststoffe und eben auch Kohlenhydrate enthalten. Und. . .“, machte sie eine kurze theatralische Pause, während er sie auch weiter skeptisch musterte. „. . . ein paar Aufbaupräparate von Daniel. Sie ersetzen zwar keine richtige medizinische Behandlung, sollten fürs Erste aber dafür sorgen, dass du bei Kräften bleibst und verhindern, dass du ernsthaft krank wirst.“ Ihre letzten Worte kamen ihr recht schwermütig und bitter über die Lippen, da es ihm erneut so schlecht ging. Eigentlich gehörte er in ein warmes Bett, genauso wie man seine Wunden versorgen musste. Sie hoffte inständig, dass das mit der Genehmigung für Daniel klappte, immerhin stand ihm eine ärztliche Betreuung zu. Da konnte Umbridge meckern, wie sie wollte. Draco guckte auf ihre Erklärung noch immer blöd und sah letztlich auf den Keks.
„Und das wirkt?“, fragte er skeptisch. „Ich hab’s ausprobiert. Ich war hinterher satt“, schmunzelte sie, bevor sie gespielt empört meinte: „Denkst du, ich würde dich als Versuchskaninchen benutzen?“ „Na ja, es gab Zeiten, da hättest du mich mit Freuden vergiftet“, stichelte er und bekam zur Strafe einen sanften Klaps auf den Oberarm.
„Arsch.“ „Sie, wenn dann schon. Wir wollen doch die Höflichkeiten wahren, Miss Granger.“ „Arsch“, wiederholte sie aufs Neue, grinste diesmal allerdings kurz, ehe sie wieder ernst wurde. „Jetzt quatsch nicht weiter und iss ihn. Es wird dir helfen“, legte sie ihm nahe, dem er gleich nachkam.
„Schokolade?“, stutzte er, als er das kleine Etwas zerkaute. Hermione lächelte matt, nickte und legte ihm die Hand zurück auf die Stirn. „Du hast doch gesagt, du magst Schokolade.“ „Unter anderem.“ „Hm. Und?“, bohrte sie, nachdem er hinter geschluckt hatte. Draco blinzelte dann auch schon überrascht, als das schmerzende Gefühl in seinem Magen beinahe zur Gänze verschwand.
„Satt.“ „Okay dann. . . Versteck das Säckchen irgendwo in einer Ecke. Ich hab es mit einem unaufspürbaren Ausdehnungszauber belegt. Ich weiß nicht mehr, wie viele von den Dingern ich reingepackt hab, aber es sind mehr als genug. Du musst damit nicht haushalten“, erklärte sie ihm mit einem matten Lächeln und drückte ihm das kleine Etwas in die Hand.
„Ich. . . Danke. Hermione, ich. . .“ Zu mehr kam er nicht, da sie ihm nun den schwarzen Flachmann vor die Nase hielt, der von seiner äußeren Erscheinung nicht mehr als 100-ml fasste.
„Auf dem Flachmann liegt der gleiche Zauber und noch ein anderer, der das Wasser frisch hält. Ich hatte ihn die letzten Tage ununterbrochen unter dem Wasserhahn stehen also. . . Vermutlich könntest du damit ganz Azkaban unter Wasser setzen.“ „Interessanter Gedanke“, murmelte er und kam nicht umhin, sich das bildlich vorzustellen, während sich auf Hermiones Zügen ein weiteres Mal ein schuldiger Ausdruck stahl.
„Mehr kann ich dir im Moment leider nicht helfen. Es ist nicht viel, aber. . .“ „Nicht viel? Merlin, Hermione! Du machst dir keine Vorstellung, wie sehr mir das hilft. Ich. . .“ „Sie haben dir nichts gegeben. Oder?“, unterbrach sie ihn wissend und musterte seine blasse, schmächtige Erscheinung.
Das bisschen, was er in der Zeit im Mungos zugenommen hatte, war bereits jetzt wieder ausgezehrt. Sie konnte recht deutlich seine Schulterblätter spüren, genauso das Schlüsselbein, das recht spitz hervorstach. Ebenso seine Wangenknochen, über die sie schließlich behutsam strich.
„Was?“, hakte Draco nach, als sich in seinem Hinterkopf die entsprechende Antwort auf seine eigene Frage breitmachte.
„Zu Essen und zu Trinken. Sie haben dir nichts zukommen lassen.“ „Kaum“, gestand er ihr leise, obwohl das sogar noch geschmeichelt war. Verschimmeltes Brot und ein Becher mit Wasser, wo er nicht wissen wollte, wo sie das hergeholt hatten. Doch so widerlich diese Dinge auch waren, wenn er sich nicht beeilt hatte, sie in seinem Innern verschwinden zu lassen, hatte er am Ende gar nichts gehabt.
„Wir holen dich hier raus. Irgendwie. Und wenn alle Stricke reißen, haben wir immer noch Blaise’ Idee.“ „Und die wäre?“, wunderte er sich. Wenn Hermione schon nichts mehr einfiel, was sollte Blaise dann für eine rettende Idee haben? Hermione schmunzelte schwach.
„Dich nach Timbuktu entführen.“ Daraufhin herrschte geschlagene fünf Sekunden eine beinahe tödliche Stille unter den Beiden, sodass man nur noch das Donnern der Wellen an der Steilküste Azkabans hören konnte. Dann brach Draco jedoch in schallendes Gelächter aus, was im Nachhinein keine gute Idee war, denn damit verkrampften sich seine Muskeln schmerzhaft, sodass aus dem Gelächter ein gequältes Husten wurde.
„Schschsch. Ruhig!“, mahnte Hermione und richtete ihn etwas auf, damit er besser Luft bekam. Nach ein paar Minuten beruhigte er sich, sodass sie ihn erneut richtig zu sich nehmen und in die Arme schließen konnte. Ihren Umhang drapierte sie aufs Neue über ihm, bevor sie die Hand auf seine Stirn legte und ihre Finger in einem sanften Streicheln unentwegt darüber gleiten ließ.
„Ich werde mein Versprechen halten“, gab sie ihm nach einer Weile leise zu verstehen, sodass er sie wieder schwach anblinzelte.
„Wenn es sein muss, auch auf illegale Weise.“ „Mach dir meinetwegen nicht noch mehr Ärger.“ „Ärger hab ich die vergangenen Jahre durch Harry und Ron schon zuhauf gehabt. Ich weiß, wie ich damit umzugehen hab. Davon abgesehen, hab ich dir gesagt, dass das hier falsch ist. Du gehörst nicht hierher. Und du wirst auch nicht hier bleiben. Immerhin. . . Du bist mir noch ein Dinner schuldig“, erinnerte sie ihn etwas neckisch an seine Worte.
„Dinner. Shoppen in Paris. Was immer du willst.“ „Ich wär für den Anfang erstmal für Tee und Kuchen mit den Jungs und Ginny zu haben.“ „Den Jungs?“ „Blaise, Charlie und du. Meine anderen Jungs werden im Moment schätzungsweise nicht so viel Wert auf slytherinsche Gesellschaft legen.“ „Und das Miniwiesel dürfte keinen Wert auf meine Gesellschaft legen.“ „Wenn du frech wirst und sie so nennst.“ „Hey! Die Bezeichnung hat sich Blaise ausgedacht!“, protestierte er. „Ich weiß. Blaise meint das aber neckisch.“ „Ja, ja.“ „Hm. Davon abgesehen, glaube ich, hat Ginny inzwischen weniger ein Problem mit dir, als du ahnst.“ „So?“, sah er sie skeptisch an. Hermione nickte.
„Ich denke, spätestens seit der Schlacht sieht sie bestimmte Dinge anders. Sie hat sich ja auch für dich verbürgt und ausgesagt. Genauso wie Harry, Neville und Luna. Das wird irgendwann schon alles. Auch wenn es gerade scheiße läuft. Das ist nur eine Phase, die vorbei geht. Wir kriegen dich hier irgendwie raus. Wir. . .“ In dem Moment ging die Tür auf und der Wärter trat grunzend mit gezücktem Zauberstab ein.
„Besuchszeit ist vorbei!“, raunzte er kaltschnäuzig und blickte angewidert auf die jungen Leute. Sein Blick fraß sich dabei förmlich an Draco fest, den Hermione weiterhin schützend und warm in den Armen hielt. Allerdings sah sie dann mal auf ihre Uhr, ehe sie den Typen ihrerseits giftig anschnauzte: „Ich hab noch acht Minuten und in denen will ich meine Ruhe haben, also RAUS!“ Der Mann grunzte nur und sah nochmal abfällig auf Draco, bevor er verschwand und die Tür hinter sich schwungvoll ins Schloss donnerte.
„So ein blödes Arschloch“, zischte Hermione, während Draco seufzte und in einer leichten Tristes versank. „Du musst gehen?“ „Tut mir leid, aber ich hab nur eine Genehmigung für zwei Stunden bekommen. Das ist bereits das Maximale für einen Tag.“ „Verstehe“, murmelte er dünn.
Die Zeit war ihm gar nicht so lange vorgekommen, aber vermutlich war sie schon etwas länger da, als was er mit ihr gesprochen hatte. Schließlich rappelte er sich mühsam auf, damit sie aufstehen konnte. Dabei schwindelte ihm leicht. Als er halbwegs auf dem kalten Steinboden saß, löste sich verstärkt das Gefühl der Seifenblase in Luft auf, da die an und für sich so intime Nähe weg war. Als er ihr den Umhang reichte, schüttelte sie mit dem Kopf.
„Du brauchst ihn mehr. Ich hab nicht umsonst noch einen Wärmezauber darauf gelegt“, erklärte sie, worauf er ergeben die Augen schloss, lächelte und ein wenig für sich mit dem Kopf schüttelte.
„Du bist Gold wert, weißt du das? Kein Wunder, dass immer alle von Gryffindors Goldmädchen gesprochen haben.“ Daraufhin wurde sie peinlich berührt rot und starrte auf ihre Finger, mit denen sie am Saum ihrer Jacke nestelte, bis sie ihre Sprache wiederfand.
„Ist ja jetzt nichts weiter dabei“, nuschelte sie kaum hörbar, ein wenig verlegen, aber auch gedrückt. Sie hatte nach wie vor ein entsetzlich schlechtes Gewissen, weil er hier sein musste. Weil sie ihr Versprechen nicht hatte halten können. Überhaupt, weil die ganze Situation so furchtbar falsch war. Es war nicht fair, dass sie ihn hier festhielten, quälten und aufs Neue verletzten.
So wusste sie jetzt auch nicht so richtig, wie sie sich von ihm verabschieden sollte? Alles, was ihr in den Sinn kam, erschien ihr aufgrund der Gesamtsituation unpassend und deprimierend. Immerhin konnte sie dieses Loch verlassen und gehen, wohin sie wollte, während er. . .
Ihr Blick fiel auf diesen Gedanken bedrückt auf ihn, wo sie begann, seine schmale, blasse Gestalt, mit den ganzen Kratzer und anderweitigen Verletzungen aufs Neue zu mustern. Sie wollte nicht gehen. Absolut nicht. Vielmehr wollte sie ihn hier nicht zurücklassen. Sie wollte ihn mitnehmen. Raus aus dieser grässlichen Dunkelheit und Kälte.
„Ich . . . uhm. . .“, brachte sie jedoch nur unbeholfen hervor. Es kam einfach nichts. Sie wusste ihm nichts zu sagen. Sie wollte ja auch nicht auf Wiedersehen sagen, sodass eine angespannte Stille zwischen ihnen einkehrte, die noch nervenaufreibender war, als der bevorstehende Abschied.
Am Ende sorgte diese dafür, dass sich ein unkontrollierter Gedanke in Hermiones Kopf stahl, was sie tun könnte, um ihn etwas aufzubauen und zu zeigen, dass er nicht alleine war. Dass jemand für ihn da war, der ihn auch gern hatte. Diese Idee hatte sich noch gar nicht richtig mit allen Konsequenzen in ihrem Kopf zusammengesetzt, als sie sich zu ihm beugte, während er den Blick noch immer recht in sich gekehrt auf ihrem Umhang liegen hatte.
Schließlich legte sie ihm eine Hand auf die zerkratzte Wange, was ihn fragend aufschauen ließ. In der nächsten Sekunde hauchte sie ihm da aber schon einen kleinen Kuss auf die andere Wange, worauf er verdattert blinzelte. Nur einen Moment später erhob sich Hermione und kehrte ihm den Rücken zu, da sie irgendwo in sich Angst vor seiner Reaktion hatte.
Sie stand noch gar nicht richtig, als Draco plötzlich selbst auf den eben noch so wackligen Beinen war und ihr hinterrücks die Arme um den Körper schlang. Er zog sie über diese fest zu sich, sodass sie mit dem Rücken an seiner Brust lehnte. Seinen leicht fiebrigen Atem konnte sie überdeutlich im Nacken spüren, während ihr Herz mit einem Mal unglaublich schnell schlug. Nur eine Sekunde später wurde es noch schlimmer, als er die Lippen an ihrem Ohr hatte. Sein Gewicht lastete dabei vermehrt auf ihr, was ihr nochmal deutlich machte, dass er kaum Kraft hatte.
„Warte. . .“, begann er leicht zittrig und verstärkte seinen Griff noch etwas, was sich parallel auf ihr Herzklopfen auswirkte. „Ich. . . Ich weiß, dass ich absolut kein Recht habe, noch irgendetwas von dir zu verlangen, nur. . .“, flüsterte er unsicher und vergrub schließlich das Gesicht in ihrem Hinterkopf in den weichen Locken.
„. . . Bitte komm wieder. Ich. . . Ich ertrag das sonst nicht lange. Bitte“, wurde er immer leiser, während sich sein Griff noch weiter verstärkte und ihr deutlich machte, dass er sie nicht gehen lassen wollte. Dass er sie offensichtlich mehr brauchte, als sie ahnte. Die Nähe und Wärme eines Menschen. Ihre.
Sie ließ all das kurz sacken, bevor sie warm lächelte und sich in seinen Armen zu ihm drehte. Sie schlang ihm ihrerseits die Arme um den Nacken und zog sich darüber ganz zu ihm, ehe sie beruhigend meinte: „Nächsten Mittwoch. Der Antrag dafür ist bereits genehmigt. Früher kann ich leider nicht. Ich darf dich nur einmal die Woche besuchen kommen. Die anderen Tage sind dann aber Blaise, Charlie, deine Mutter, Daniel, Tonks und Remus da. Wir haben soweit einen Plan aufgestellt, damit wir regelmäßig nach dir sehen können. Wir lassen dich nicht alleine“, versicherte sie ihm nochmal, worauf er seine Umarmung noch etwas verstärkte. Er spürte, wie sich ihm, auf ihre Worte der Zuwendung, allmählich die Tränen in die Augen stahlen, die er mit Mühe nieder rang.
„Danke“, hauchte er. Auf Hermiones Züge machte sich daraufhin jedoch ein bedrücktes, schwaches Lächeln breit. Es quälte sie einfach zu sehr, ihn in diesem Loch zu wissen, weswegen sie ihn auch weiter festhielt. Sie ließ nicht einmal von ihm ab, als die Tür geöffnet wurde und der Wärter seinen Kopf in die Zelle steckte.
Dieser nahm das Bild, das sich ihm bot, missbilligend zur Kenntnis. Nur wenig später verdunkelten sich seine Augen gefährlich, als er einen Schritt auf die Beiden zutrat und die Hexe giftig grunzend „Besuchszeit ist vorbei!“ von Draco wegriss.
„Au“, entwich es der Gryffindor, aufgrund der rabiaten Behandlung, was Draco wütend aufstieß. Er sah seine Handlung selbst nicht kommen und wusste auch nicht, wo er auf einmal die Kraft dafür her nahm.
Mit einem entschlossenen Schritt war er allerdings bei Gibson und versenkte seine Faust krachend im Gesicht des Mannes, der daraufhin zurück stolperte. Zeitgleich ließ er Hermione los, die recht verdattert zwischen Draco und dem Wärter hin und her sah. Letzterer drückte die Hand auf die blutende Nase, bevor er kurz verwirrt aufschaute. Sein Blick fiel beinahe verblüfft auf Draco, der schwer atmend, an einer der Wände abgestützt, noch immer auf den Beinen war und ihn todbringend mit den Eisaugen taxierte.
„Dreckiger Death Eater“, knurrte der Wärter und schleuderte ihn mit einem Schlenker seines Zauberstabes an die gegenüberliegende Steinwand, gegen die er hart schlug und letztlich benommen auf dem Boden liegen blieb.
Hermione konnte auf den Anblick nur verschreckt nach Luft japsen „Draco!“ und wollte gleich wieder zu ihm. Allerdings wurde sie von dem Wärter am Arm festgehalten und ruppig zurückgezogen.
„Hier geblieben, Missy“, zischte er sauer und handelte sich nun von Hermione einen tödlichen Blick ein. Nur einen Augenblick später, riss sie sich giftig von ihm los. Sie holte ihrerseits aus, um dem Typen eine so deftige Ohrfeige zu verpassen, von der er sich die nächsten zwei Wochen nicht mehr erholen würde. Doch der bullige Mann war diesmal gewappnet und fing ihre Hand in der Luft ab, die er brachial festhielt und nach unten drückte.
„Vorsicht, Missy. Du willst doch nicht, dass ich ungemütlich werde?“, raunte er unheilvoll. „Arschloch!“, fauchte sie daraufhin nur und verfluchte ihn alleine mit ihren Augen auf abertausende Arten, die ihr irgendwie alle zeitgleich durch den Kopf schossen.
Schließlich ließ er sie los und schielte nochmal kurz in die Zelle. Draco lag noch immer keuchend am Boden, funkelte Gibson von dort allerdings ähnlich wütend an, wie Hermione. Der Wärter nahm es mit einem abfälligen Schnauben zur Kenntnis, ehe er Hermiones Umhang zu sich schweben ließ und der Hexe energisch vor den Brustkorb drückte.
„Den kann er behalten!“, zischte sie, worauf der Typ überheblich grinste. „Bedaure. Almosen sind nicht gestattet.“ Daraufhin knurrte Hermione gefährlich, während sich der Mann noch kurz in seiner Überlegenheit sonnte, bevor er sie giftig anfuhr.
„Und jetzt raus!“ Mit diesen Worten versuchte er wieder, sie zu ergreifen, diesmal konnte sie sich dem allerdings entziehen und keifte: „Die Pfoten weg, ich kann allein gehen!“ Der Typ schnaubte daraufhin nur, ehe er mit der Hexe verschwand. Zuvor warf er Draco jedoch noch einen unheilvollen Blick zu.
Der Blonde wusste, was das bedeutete. Die kommende Nacht würde alles andere als angenehm werden. Doch bevor sie ihn erneut heimsuchen konnten, rappelte er sich mühselig auf und ließ Hermiones Mitbringsel unter zwei der losen Bodensteine verschwinden.
Zwar stachen die Steine durch den Flachmann leicht hervor, dennoch hoffte er, dass den Typen das nicht auffallen würde. Keine Viertelstunde später ging die Tür wieder auf und Gibson trat mit gezücktem Zauberstab in die Zelle.
„Das war ein Fehler, Malfoy“, raunte er düster. Draco rührte sich jedoch nicht in seiner Ecke, sondern fixierte den Wärter seinerseits dunkel und kalt. Es war ein Blick, der Gibson kurz irritierte, bis er sich fing und gefährlich näher trat. Seinen Stab hielt er dabei bedrohlich auf Dracos Gesicht gerichtet.
„Du scheinst dir deiner Situation nicht wirklich bewusst zu sein. Du kommst hier nicht mehr raus. Da können sie dir sonst was erzählen. Ihr Death Eater gehört alle abgefackelt, damit endlich Ruhe wird. Du wirst dich nicht aus der Sache herauswinden. Keiner von euch Bastarden. Dafür werden die richtigen Leute im Ministerium und das Gamot schon sorgen, verlass dich drauf. Du wirst hier verrotten. Und wenn du nicht willst, dass es sich unerträglich in die Länge zieht, wirst du deiner Freundin das nächste Mal klipp und klar sagen, dass du sie nicht mehr sehen willst. Dass sie dir gestohlen bleiben kann.“ „Den Teufel werd ich!“, zischte er jedoch gefährlich.
Auf keinen Fall würde er auf sie verzichten, ganz egal, was das hieß. Foltern würden sie ihn so oder so. Allerdings hatte er, dank Hermiones kleinen Geschenken, nun die Chance seinen Körper, soweit es ging, bei Kräften zu halten. Dadurch konnte er sich geistig auch besser gegen alles wappnen.
Sollten sie doch versuchen, ihn fertigzumachen. Er hatte unter den Death Eatern und Voldemort bereits Schlimmeres durch. Und mit der Hilfe, die er nun hatte, würde es halbwegs erträglich werden.
„Wenn das so ist. . .“, sah der Typ abfällig auf ihn, bevor sich ein teuflisches Grinsen auf seine Züge stahl und er die ersten Flüche auf ihn losließ. Stundenlang. Der Kerl ließ ihm in dieser Zeit nicht einmal die Chance, sich in die Bewusstlosigkeit zu flüchten, da er ihn immer wieder mit einem Strahl eiskalten Wassers an die Realität band.
Irgendwann, es war schon später Abend, beinahe frühe Nacht, hatte der Kerl vorerst genug und verschwand schnaubend, da er seinem Opfer kein einziges Mal einen kleinen Schrei hatte entlocken können. Die Genugtuung wollte Draco ihm trotz allem nicht geben. Von ihm aus sollten sie sich an ihm die Zähne ausbeißen. Irgendwann würden sie genug haben. Und wenn seine Freunde, wie Hermione gesagt hatte, wirklich nach ihm sahen. . . Daraus würde er wieder etwas Kraft schöpfen können. Selbst wenn sie nur kurzzeitig kommen konnten, dieser Gedanke war ihm trotz allem ein kleiner Lichtblick und ließ ihn diese Hölle auch weiter stillschweigend ertragen.

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Als ich das erste Harry-Potter-Buch las, habe ich mir meinen Bademantel angezogen und so getan, als ob ich Harry wäre. Ich rannte im ganzen Haus herum uuund... kann nicht fassen, dass ich das gerade erzählt habe.
Matthew Lewis