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Fanfiction

Was im Verborgenen liegt - Trauma, Sehnsucht und ein Kuss

von Alex2303

۩ ۞ ۩


Am nächsten Abend, wie auch wieder halbwegs nüchtern, traf sich die Meute erneut. Diesmal jedoch im Fuchsbau, da das Wetter einfach zu schön war, um in den doch recht muffigen Räumen des Grimmauld Place zu feiern.
Im Garten der Weasleys stand für die Feier ein großes Zelt bereit, um vor der Wärme der Sonne flüchten zu können. Molly hatte es sich dahingehend auch nicht nehmen lassen, ein äußerst umfangreiches Buffet vorzubereiten, obwohl Harry extra noch gesagt hatte, dass sie eigentlich nur grillen wollten.
Molly hatte es nicht interessiert. Jeder Geburtstag wäre etwas Besonderes und sollte dementsprechend gefeiert werden. Warum Molly das so sah, war nicht schwer zu erahnen. Harry hatte sie am Ende resigniert machen lassen, sodass die Meute später am Abend, wie auch ein wenig angeheitert, in dem bunt beleuchteten Zelt saß.
George hatte hin und wieder einen Scherz zum Besten gegeben, allerdings merkte man ihm an, dass es ihm nach wie vor schwer fiel, normal am Alltag teilzunehmen. Und gerade bei solchen Dingen fehlte seine andere Hälfte, um das Amüsement perfekt zu machen.
Dennoch war auch dieser Abend rundum gelungen und zudem feucht fröhlich. Molly mahnte die Jugend zwar, es nicht zu übertreiben, dennoch waren irgendwann vier Flaschen Firewhiskey leer. Neville tanzte zu der Zeit bereits eine halbe Ewigkeit, ohne die kleinste Müdigkeitserscheinung zu zeigen, mit Luna, während sich Harry und George immer mal bei Ginny abwechselten.
Ihr Bruder konnte es einfach nicht ertragen mit anzusehen, wie Harry ihre Füße malträtierte. Auf Georges Vorschlag, auch einmal mit Hermione zu tanzen, da Ron bekanntermaßen genauso zwei linke Füße hatte, hatte die junge Hexe lächelnd abgelehnt.
Ihre Stimmung war und blieb trotz allem gedrückt. Daran hatten auch Ginnys Ablenkungsmanöver am Vorabend, wie auch an diesem Abend nichts geändert. Der Blonde schien sich irgendwie in einem kleinen Teil ihres Geistes eingenistet zu haben. Und dieser Teil hatte sich primär sehr weit in den Vordergrund geschoben. Egal was sie auch machte, sie bekam ihn nicht aus dem Kopf.
Schließlich ging sie etwas auf dem Grundstück spazieren, um der lauten, freudenvollen Kulisse ein wenig zu entfliehen. Sie hoffte ihren Kopf dadurch vielleicht frei zu bekommen.
Warum? Wieder und wieder fragte sie sich das. Warum beanspruchte er ihr Denken so sehr? Lag es an ihrem schlechten Gewissen? An der Tatsache, dass sie ihr Versprechen nicht hatte halten können? Etwas sicherlich. Was ihr jedoch wahrscheinlicher war, war die Tatsache, dass er ihr inzwischen ein Freund war. Man hatte einen ihrer Freunde in diesem Loch weggesperrt und das tat ihr weh. Es war, als wäre es Harry oder Ron oder Blaise.
„Hier bist du“, hörte sie Ron angeheitert, der breit grinsend, ein Butterbier in der Hand, zu ihr an den Teich schlenderte. Auf seinen Wangen zeichnete sich ein leichtes Rot ab, was teils dem erhöhten Alkoholpegel geschuldet war. Allerdings funktionierte das mit dem Reden noch um einiges besser, als gestern Abend, oder mehr noch heute Morgen. Da war sogar ein Kleinkind deutlicher zu verstehen gewesen.
„Oh! Hallo. Ja, ich. . . Ich wollte mir ein bisschen die Beine vertreten“, erklärte sie, womit er näher trat. „Langweilst du dich?“ „Was? Nein. Nein, es ist nur. . . Ich bin im Moment nur nicht so richtig in . . . in Feierlaune“, meinte sie ausweichend, worauf er kurz an seinem Butterbier nippte, bevor sein Blick ein wenig über ihre Gestalt wanderte.
Sie hatte sich heute, wie Ginny und Luna, ein weißes Sommerkleid angezogen, das ihrer Figur angenehm schmeichelte. Die Haare trug sie, bis auf ein paar einzelne Strähnen, hochgesteckt, während auf ihren Zügen ein dezentes Make-up schimmerte, welches ihre Augen jedoch noch besser zur Geltung brachte. Alles in allem sehr verführerisch.
„Warum nicht? Wir haben tolles Wetter. Mom hat ein erstklassiges Buffet gezaubert. Es ist alles perfekt.“ Nein, dachte sie. Nicht für mich. Dennoch nickte sie, um von sich und dieser Sache abzulenken.
„Was ist los?“, bohrte Ron allerdings weiter und nippte erneut an seinem Butterbier. Hermione war doch etwas überrascht, dass ihm ihre gedrückte Miene so stark aufgefallen war. Für gewöhnlich passte sein Feingefühl ja zumeist auch nur auf einen Teelöffel. Wenn überhaupt.
„Nichts. Ich. . . Ich bin einfach bloß nicht richtig in Stimmung“, versuchte sie sich, aus der Sache zu winden. Wenn sie Ron sagte, warum das so war, war der Streit bereits vorprogrammiert und sie wollte sich einfach nicht mehr mit ihm streiten, selbst wenn das hieß, ihre Gedanken und teils auch Empfindungen runterzuschlucken.
„Vielleicht kann ich dich ja ein bisschen ablenken und in Stimmung bringen?“, meinte er plötzlich recht lustvoll, was sie verwirrt aufsehen ließ. Rons Blick lag inzwischen allerdings erneut mehr auf ihrer übrigen Erscheinung, als auf ihren Zügen. Und das ziemlich anzüglich, wie sie fand. Sie konnte nicht sagen warum, aber irgendwie bereitete ihr dieser Blick Unwohlsein.
„Da fällt mir ein, ich wollte noch etwas mit Ginny besprechen“, warf sie rasch ein und wollte zurück zum Zelt, als er sie am Handgelenk festhielt, worauf sie verschreckt den Kopf zu ihm drehte.
„Jetzt bleib doch mal da. Wir haben schon so lange nichts mehr zusammen unternommen. Alleine. Oder überhaupt irgendwie geredet.“ „Uhm. . .“ Mehr bekam sie nicht raus, da Ron sofort näher trat und ihr den anderen Arm um Rücken und Taille schlang. Er zog sie so noch stärker an sich, sodass sie den Firewhiskey riechen konnte. Über seinen Augen lag zudem bereits ein leicht glasiger Schimmer. Offensichtlich hatte er doch schon etwas mehr intus, als sie anfangs gedacht hatte.
„Du fehlst mir“, hauchte er, was sie schlucken ließ. Mehr noch, als sein Blick erneut über ihre Züge wanderte, über die er letztlich mit dem Handrücken strich, was ihr eine unangenehme Gänsehaut bereitete.
„Du bist umwerfend, weißt du das?“, säuselte er und legte ihr richtig die Hand auf die Wange. Mit dem Daumen strich er über ihre Lippen, was die Gänsehaut noch mehr schürte. Diese wurde noch etwas schlimmer, als sie das dunkle Verlangen in seinen Augen las.
„Ron, ich. . .“ Der Rest ihrer Worte erstickte an seinen Lippen, die er ihr in einem recht ungestümen Kuss aufdrückte. Er ließ seine Flasche fallen und schlang ihr im Kommenden den Arm gänzlich um den zierlichen Körper, den er auf diesem Weg noch stärker an sich drückte, sodass sie sich kaum noch rühren konnte.
„Ron. . .“, murmelte sie etwas unglücklich gegen seine Lippen, als er die Ihren kurz freigab. Das jedoch nur, um etwas Luft zu holen, bevor er wieder lustvoll danach gierte. Er biss ihr auf die Unterlippe und zwang ihr letztlich den Mund gewaltvoll auf. Keine Sekunde später suchte sich seine Zunge einen Weg in ihre Mundhöhle und plünderte diese rücksichtslos, während seine Hand in ihren Nacken wanderte. Seine Finger krallten sich damit in ihren Schopf, wo er ihren Kopf fixierte und diesen leicht nach hinten zwang. Dabei drückte er ihn noch mehr an sich. Genauso ihren weichen Körper, dessen Rundungen ihr übriges taten, dass sein Blut vermehrt nach unten schoss. Zeitgleich glitt seine andere Hand an ihr herab, über ihre Beine, tiefer an den Saum ihres Sommerkleides. Er schob sie schließlich darunter und ging den Weg ungestüm, auf der Innenseite ihres Oberschenkels, zurück nach oben.
Hermiones Herz hämmerte daraufhin immer stärker und panischer, denn neben seiner Hand gewahrte sie noch etwas ganz anderes. Sie spürte, wie sich etwas in seiner Hose regte und immer härter gegen ihren Bauch drückte.
Das alles, es sorgte dafür, dass die mühsam aufgebaute Wand in ihrem Geist begann zu zerfallen, womit die Dunkelheit der Dinge sie ungeahnt überrannte und damit regelrecht erschlug. . .

„. . . Na Schlammblut? Wie ist es so im Dreck zu liegen?“, echote es ihr dumpf, wie auch gehässig in den Ohren nach, worauf sie benommen den Blick hob und zwei Gestalten erkannte, die sich in den Kerker geschlichen hatten. Beide waren recht groß und bullig, wobei der eine ein wenig gedrungen war.
Als sie noch zwei Schritte näher traten, erkannte Hermione die hirnlosen Gorillas Crabbe und Goyle, die mit einem abfälligen Grinsen und gezückten Zauberstäben auf sie herabsahen. Tief in den Augen ein unheilvolles, schwarzes Funkeln.
„Wo hast du denn Potter und den Trottel Weasley gelassen?“, begann Goyle. „Wollten dich wohl loswerden?“, ätzte Crabbe, was sie bitter schlucken ließ. Sie betete nach wie vor, dass ihre Jungs hatten entkommen können und sicher waren. Die beiden Gorillas traten indes noch einen Schritt näher, den sie wiederum nach hinten kroch.
„Angst, Schlammblut?“, schnarrte Goyle, der offensichtlich versuchte, Malfoy nachzumachen. Gelang ihm allerdings nicht sonderlich gut, dennoch wich sie weiter nach hinten. Nur einen Augenblick später hatte sie jedoch die kalte Steinwand im Rücken.
„Verschwindet!“, warf sie den Slytherins so kraftvoll, wie sie momentan konnte, entgegen, was die zwei Idioten nur herablassend grinsen ließ.
„Du denkst doch nicht wirklich, dass wir uns von solchem Abschaum wie
dir etwas sagen lassen?“, schnarrte Goyle erneut, bevor er ihr den Cruciatus durch den Körper jagte. Kurz darauf stimmte Crabbe in sein Treiben ein, worauf sie sich die Lunge aus dem Leib schrie, während die Beiden überheblich grinsten und lachten.
Irgendwann senkten sie die Zauberstäbe wieder, nur zierte ihre Gesichter auch weiter ein abfälliges Grinsen. Zeitgleich nahm das dunkle Funkeln in ihren Augen gefährlich zu.
„Was meinst du?“, begann Goyle und sah mit schräg gehaltenem Kopf unheilvoll auf Hermione, die halb bewusstlos noch immer nach Atem rang.
„Sollten wir der kleinen Schlampe mal eine Lektion erteilen?“, schnarrte er weiter und fuhr sich lüstern mit der Zunge über die Lippen, während sein Blick gierig über ihre verletzte, geschwächte Erscheinung wanderte, was sie das Schlimmste fürchten ließ.
„Nein“, zitterte ihre Stimme, worauf er nur noch mehr grinste. „Was ist los, Granger? Kein Interesse an ein bisschen
Spaß.“ Mit dem letzten Wort schwang Goyle seinen Zauberstab, worauf ihr T-Shirt der Länge nach zerriss, was sie verschreckt keuchen ließ. Kurz darauf hielt sie die Stofffetzen krampfhaft vor der Brust zusammen, um diese zu verstecken. Im Hinterkopf bereits das bittere Wissen, dass ihr das gegen die Bullys auch nichts nützen würde.
„Lasst mich in Ruhe. Bitte“, flehte sie wider besseren Wissens, denn Goyle lachte dreckig, bevor sein Blick erneut unheilvoll, wie auch dunkel auf sie fiel.
„Ich hab mich seit dem Weihnachtsball immer wieder gefragt, was du unter der hässlichen Schuluniform versteckst? Schätzte, ich kann das Geheimnis jetzt lüften“, raunte er tief und warf sich schließlich ohne einen weiteren Kommentar auf sie.
„NEIN!“ „Halt’s Maul!“, blaffte er und verpasste ihr eine schallende Ohrfeige, als sie ihrerseits verzweifelt nach ihm schlug, trat, kratzte und versuchte, sich unter seiner Gestalt hervorzuwinden. Zwecklos. Binnen weniger Sekunden bekam er ihre Handgelenke zu fassen, die er ihr energisch auf den kalten Steinboden drückte.
„Vince, komm her. Halt die kleine Schlampe fest“, wies er Crabbe an, der kurz darauf grinsend ihre Handgelenke unbarmherzig auf dem Boden fixierte, während Goyle es sich auf ihren Oberschenkeln bequem machte und ihr schließlich das T-Shirt gänzlich auseinander riss.
„Bitte nicht.“, weinte und wimmerte sie, was die Beiden bloß noch schadenfroher grinsen ließ. Nur einen Augenblick später hatte Hermione die großen, grobschlächtigen Hände von Goyle auf den Brüsten liegen, die er ihr schmerzhaft zusammen drückte.
„Nette Titten, Granger. Durften Potter und Weasley da schon mal ran?“, sülzte Goyle, während Crabbe belustigt wie ein Schwein grunzte. Zeitgleich schob Goyle seine Hände richtig unter ihren BH und malträtierte ihre Brüste aufs Neue. Seine rauen Finger gruben sich unbarmherzig in das zarte Gewebe und zerkratzten ihr dieses, bevor er ihre Nippel energisch zwirbelte, was sie vor Schmerz aufstöhnen und wimmern ließ.
„Hör auf. Verdammt, hör auf“, weinte sie bitterlich verzweifelt, doch er ließ nicht von ihr ab. Stattdessen gierte er noch mehr nach ihrem Körper. Er ließ seine Zunge über ihr Brustbein wandern bis hinauf zu ihrem Ohr, an dem sie seinen heißen Atem spürte.
„Schon mal richtig durchgefickt worden, Granger? Hm? Ich wette nicht. Unser prüder Bücherwurm ist garantiert noch Jungfrau. Das sollten wir schleunigst ändern“, knurrte er leise und begann schließlich an ihrer Jeans herum zu zerren und zu reißen.
„NEIN!“, schrie sie wieder und wand sich unter den brutalen Händen, die ihr eine weitere schallende Ohrfeige verpassten, wodurch ihr die Unterlippe erneut aufplatzte und sie frisches Blut schmeckte.
„Du kannst dich geehrt fühlen, Schlammblut. Dass du von einem Reinblut durch
stoßen wirst. Ich werd dir dein beschissenes, neunmalkluges Hirn rausficken“, spie er und zerrte ihr die Jeans von den Hüften. . .

„HÖR AUF!“, schrie sie und bäumte sich unter Goyles Gestalt auf. Kurz darauf hatte sie das Gefühl, der Boden unter ihr würde verschwinden, womit sie noch tiefer fiel und plötzlich warmes Gras unter den zitternden Knien und Händen hatte. Zeitgleich platschte es irgendwo, was sie getrieben, mit rasendem Herzen und Tränen in den Augen, aufschauen ließ.
„Sag mal, spinnst du? Was sollte das denn?“, keuchte Ron und wischte sich mit den Händen über das nasse Gesicht, wie auch die Haare, in denen sich ein paar Teichrosenblätter wiederfanden.
Hermione konnte nur verstört auf ihn sehen, bevor ihr Blick, noch immer getrieben, durch die Gegend huschte und sie so langsam die Umgebung des Fuchsbaus erkannte. Die Tatsache was war. Dass das eben nicht mehr war, als einer ihrer tiefdunklen Träume und Erinnerungen, die sie verzweifelt versucht hatte, irgendwo in sich zu vergraben. So tief, dass diese Dinge nie wieder an die Oberfläche zurückkehrten. Jetzt aber. . .
Sie hatte diese Augen erneut vor sich. Sie fühlte noch immer diese widerlichen Hände, die sie quälten. Sie spürte die Tränen, die ihr unentwegt aus den Augen rannen. Ihr Körper fühlte sich furchtbar schwach an. Sie hatte überhaupt keine Kraft mehr in den Beinen. Und sie fror. Sie fror mit einem Mal entsetzlich, obwohl es ein warmer Sommerabend war. Diese Wärme kam jedoch nicht mehr in ihrem Innern an. Dieses schien inzwischen zu Eis erstarrt.
„Hermione!“, fauchte Ron wütend, der durch sein unfreiwilliges Bad im Teich wieder klarer im Kopf geworden war. Auf seinen aggressiven Ruf schrak sie allerdings wie geschlagen zusammen und sah ihn verschreckt an. Sie realisierte jetzt erst, dass sie offensichtlich nicht Goyle von sich gestoßen hatte, sondern ihren Freund.
„Ich . . . ich. . .“, stotterte sie, während sich Ron aus dem dreckigen Wasser kämpfte und sauer vor ihr aufbaute. „Ich hab dich was gefragt?! Warum schubst du mich in den Teich?!“, fauchte er noch immer. Sein Gesicht war inzwischen knallrot angelaufen.
„Es . . . es tut mir leid. Ich wollte nicht . . . hab dich nicht . . . ich . . . ich. . .“, stammelte sie unkontrolliert und versuchte schließlich, sich irgendwie aufzurappeln, was ihr jedoch nicht gelang. Ron zog sie dann allerdings recht ruppig auf die zitternden Beine und funkelte sie erneut sauer an.
„Sag mal, was ist eigentlich dein Problem? Ich küsse dich und du . . . du. . .“, fand er keine Worte. Genauso wenig sah er den brennenden Schmerz und die noch immer aufflammende, tiefe Angst in Hermiones Augen.
„Ich dachte, wir wären zusammen?“, keifte er sie auch weiter wütend an, worauf sie zusammenzuckte und ihr noch mehr die Tränen aus den Augen kullerten.
„Ich. . . Es . . . es tut mir leid“, versuchte sie sich erneut zittrig zu entschuldigen, ertrug den Zorn in seinen Augen aber kaum, sodass sie den Blick senkte.
„Ach ja? Und was? Dass du keine Zeit für mich hast und mich ständig zurückweist?“, warf er ihr vor, worauf sie einmal mehr wie geschlagen zusammenzuckte. Sie versuchte sich aus seinem Griff zu winden, denn dieser wurde immer schraubstockartiger.
„Lass mich los, du tust mir weh“, wisperte sie furchtbar zerbrechlich und zittrig. Er überhörte ihre gequälten Worte jedoch gänzlich und zog sie stattdessen noch mehr zu sich. Dabei taxierte er sie vermehrt mit den wütenden Augen, unter denen sie zu zerbrechen drohte.
Ihr Herz. . . Es schrie nach Wärme, Zuwendung, Halt und Schutz. Einfach nur einer Schulter, an die sich lehnen konnte. Jemanden, der sie beruhigend in den Armen hielt und ihr Trost versprach.
„Ron, bitte“, weinte sie, ihr Freund ließ sie aber nicht los, sondern brachte sie mit seinem Blick beinahe um, dem sie sich zu entziehen versuchte. Erfolglos, denn er ergriff sie rasch auch noch am anderen Arm, sodass sie sich nicht mehr von ihm und seinem aufbrausenden Temperament abwenden und fliehen konnte.
„Liebst du mich überhaupt?“, fragte er schließlich. Und das noch immer zornig, worauf ihr Kopf verstört nach oben ruckte und sie so erneut in diese kalten, blauen Augen blickte, in denen sie ihrerseits gerade nicht einmal das kleinste Gefühl von Liebe, Zuwendung oder gar Wärme fand. Diese dunklen Augen schienen sie regelrecht zu verschlingen. Und das auf eine Art und Weise, die sie innerlich erfrieren ließ.
Sie bekam auf den Anblick keinen Ton mehr heraus, was ihn wütend schnauben ließ. Es machte ihn zunehmend zorniger und schürte zudem die wildesten Vermutungen für das Warum? Es dauerte nicht sonderlich lange, bis ihm ein Gedanke kam. Und dieser sorgte dafür, dass etwas Mordlüsternes in seinen Augen aufflackerte.
„Malfoy, ja?“, knurrte er gefährlich, was sie erneut zusammenzucken ließ. Und das allein aufgrund seiner eiskalten Stimme.
„Was?“, zitterte ihr Stimmchen, da sie absolut nicht verstand, wie er plötzlich auf Draco kam? Ron schnaubte inzwischen wie ein Walross, während sich seine Finger energisch in ihre Oberarme bohrten, was sie schmerzlich die Augen zusammenkneifen ließ. Es fehlte nicht mehr viel und sie würde unter seinem Griff zusammenbrechen.
„Du . . . du. . .“, stammelte er, als sich die wüstesten Vorstellungen in seinem Kopf breitmachten. „Hast du was mit dieser Schlange?“ „Was?“, konnte sie wieder nur zittrig fragen. Wie um alles in der Welt kam er denn jetzt darauf?
„Wie . . . wie kommst du darauf?“, fragte sie ihn noch immer verängstigt. Ron schnaubte allerdings nur, bevor er zynisch fragte: „Wie ich darauf komme?“ ehe er halb brüllte: „Du treibst dich doch nur noch bei dem rum! Du . . . du machst alles Mögliche für dieses widerliche Frettchen. Alles andere interessiert dich doch gar nicht mehr! Für mich hast du überhaupt keine Zeit!“, warf er ihr vor, was sie erneut zusammenzucken ließ. Allmählich meldete sich aber ihr Verstand etwas zurück. Nicht zuletzt auch aufgrund seiner letzten Aussage.
„Das stimmt nicht! Außerdem bist du in letzter Zeit auch nie im Fuchsbau gewesen, wenn ich da war.“ „Jetzt ist es also meine Schuld?“, schnappte er sauer, während sich Hermione mühevoll aus seinem Griff wand, von dem sie morgen sicherlich blaue Flecke haben würde.
„Das hab ich nicht gesagt, aber. . .“ „Was aber?!“ „Verdammt, Ron. Du verstehst das völlig falsch. Ich. . .“ „Ich versteh gar nichts falsch! Dieses blöde Frettchen ist dir wichtiger als ICH!“ Daraufhin klappte ihr der Mund auf, nur kam kein Ton heraus. Eine weitere Bestätigung für Ron, der wieder nur schnaubte.
„Oh man, Hermione. Wie . . . wie kannst du. . .“, japste er, brach ab und schüttelte schließlich mit dem Kopf. „Ich fass es nicht. NACH ALLEM!?“, schrie er sie ein weiteres Mal an, was inzwischen unter Garantie auch die Anderen im Zelt gehört hatten. Mittlerweile rannen Hermione auch immer stärker die Tränen über die blassen Wangen. Ihr war das gerade einfach alles zu viel. Sie spürte, dass sie innerlich drohte zusammenzubrechen.
„Du hast keine Ahnung“, flüsterte sie gequält, bevor sie sich umdrehte, zwei, drei wacklige Schritte ging und schließlich disapparierte. Weg von ihm, dem fürchterlichen Schmerz, wie auch den grauenvollen Erinnerungen. Sie flüchtete vor der Kälte, mit der bitteren Gewissheit im Herzen, selbst zu zweit allein zu sein.

۩ ۞ ۩


Ungeachtet der Tatsache, dass sie jeder sehen konnte, tauchte sie direkt vor ihrem Elternhaus aus dem Nichts auf, löste kurz die zahlreichen Banne und verschwand im Innern des Hauses. Sie stolperte dort wie ferngesteuert ins Wohnzimmer, wo sie auf der Couch zusammensackte und erneut bitterlich in Tränen ausbrach. Sie rollte sich auf dieser, gequält in ihrer Einsamkeit und der Kälte, zusammen und schluchzte in eines der Couchkissen, welches sie fest an die Brust drückte.
Ihr Herz. . . Es brannte fürchterlich. Es schrie nach Wärme. Warmen Armen, die sich um sie legten und sie einfach nur hielten. Arme, die ihr Trost spendeten und auf diesem Weg eine Zuflucht waren. Die ihr Schutz boten vor der Kälte und den furchtbaren Erinnerungen, über die sie einfach nicht imstande war, mit jemandem zu reden. Zu sehr quälten sie diese Dinge, als dass sie all das erneut durchleben wollte.
Da war niemand, der sie verstehen könnte. Niemand, der ihr helfen könnte. Sie war allein, mit sich und ihrem Leid. Genauso wie damals in dem Kerker. Dann aber. . . Nach und nach fiel es ihr wieder ein, dass das so nicht ganz stimmte, was die Sache im Moment nur noch schlimmer machte.
„Draco. . .“, schluchzte sie in ihr Kissen, als nun wirklich alles zurückkam. Er hatte ihre Peiniger ja erst vertrieben. Er war als Schatten tief in der Nacht zu ihr zurückgekehrt und hatte sie gehalten, beruhigt und gewärmt. Er war da gewesen. Einfach so. Mit dieser Erkenntnis wollte sie nichts sehnlicher, als das er jetzt auch bei ihr war. Sie wollte, dass er sie hielt, wärmte und beruhigte.
Doch er konnte nicht bei ihr sein. Diesmal nicht. Und sie konnte nicht zu ihm, was ihr Herz noch mehr in Brand steckte. Es war ein Feuer, was scheinbar nur er löschen konnte, denn er wusste es. Alles. Er hatte ihr in den dunkelsten Stunden ihres Lebens so viel gegeben. Sie hatte seine Zuwendung aufgesogen wie ein ausgetrockneter Schwamm. Eine, die so anders war. In der so viel Wärme gelegen hatte. Mit jeder Berührung, jeder Geste, jedem Wort, jedem Blick. Diese Fürsorge in seinen Augen hatte ihr die meiste Kraft gegeben. Die meiste Hoffnung. Die meiste Wärme. Nichts von dem würde sie jetzt hier jedoch erreichen.
Es war verdammt nochmal restlos egoistisch, wo es ihm selber so dreckig ging. Dennoch wollte sie ihn hier haben, damit er ihr half und all diese Dinge erneut gab. Sie wollte jetzt nicht alleine sein und dennoch war sie es und blieb es auch.
Wie lange sie letztlich schluchzend auf der Couch gelegen hatte, wusste sie beim besten Willen nicht mehr. Sicherlich ein paar Stunden, denn ihre Augen brannten wie Feuer, die mitunter in einer sinnlosen Leere vor sich hinstarrten. Hinter dieser Leere hauste auch weiter der Schrecken. Nur ab und an gelang es ihr, einen kurzen Moment zu erhaschen, der das Ende ihrer Tortur darstellte. Der kurze Augenblick, als sie nicht alleine war.
Irgendwann rappelte sie sich zittrig auf. Sie fror erbärmlich und stolperte auch mehr vor sich hin, als das sie wirklich lief. Dabei trugen ihre Füße sie mehr schlecht als recht aus dem Wohnzimmer, die Treppen hinauf in den ersten Stock ins Bad. Kaum in diesem streifte sie ihr Kleid, wie auch den Rest ihrer Wäsche ab und verschwand zittrig unter der Dusche.
Sie ließ eine halbe Ewigkeit lang das heiße Wasser einfach nur auf ihren Körper prasseln, der dennoch nicht aufhören wollte zu zittern, obwohl ihre Haut bereits krebsrot war. Irgendwann begann sie sich noch zusätzlich mit einem Schwamm zu schrubben. Mehr und mehr. Es war wie ein Zwang, den Schmutz abzuwaschen. Dieses widerliche Gefühl.
Tief in ihrem Innern wusste sie nur zu genau, dass es dumm war. Dass da nichts war. Und dennoch. . . Dennoch war da plötzlich dieses Gefühl von oben bis unten besudelt zu sein. Nicht nur äußerlich, sondern allen voran innerlich.
Während den Kriegswirren und in der Zeit danach, waren diese Empfindungen irgendwie untergegangen und scheinbar begraben worden. Das jedoch nicht tief genug. Diese Wunden waren noch da. Und das viel zu schmerzlich. Sie waren lediglich betäubt aufgrund der Dinge, die waren.
Da war erst die Sorge um ihre Jungs, als sie sicher in Arizona war. Dann die Schlacht an sich, die Sache mit Draco, als sie selbst noch im Mungos gelegen hatte. Dann seine Verhandlung und nun diese Ungewissheit des Wartens.
Letzteres schien inzwischen allerdings nicht mehr genug Ablenkung für ihren Geist zu sein, sodass diese Dinge aufs Neue aus den Untiefen ihres Geistes emporgekrochen kamen. Sie erhoben sich aus dem kalten Grab, in welches sie diese Erinnerungen und Gefühle verzweifelt versucht hatte zu verbannen. Jetzt krochen sie wieder hervor wie Untote, um sie erneut zu quälen.
Am Ende schrubbte sie sich den Körper restlos wund, mit dem lausigen Ergebnis, dass ihr dadurch nur noch mehr weh tat, während dieses abscheuliche Gefühl, von unten bis oben befleckt zu sein, blieb.
Als sie irgendwann völlig erschöpft aus der Dusche kam, wurde es draußen bereits zunehmend heller, was sie nur am Rande registrierte. Sie warf sich einen der flauschigen Bademäntel über und schlurfte ausgebrannt durch den Flur, bevor sie in ihrem Zimmer verschwand und sich fertig aufs Bett fallen ließ. Kurze Zeit später nickte sie in einen mehr als unruhigen Schlaf weg, der die alten Dämonen noch lebendiger machte, als sie es ohnehin schon waren.

۩ ۞ ۩


Zwei Tage nach Harrys Geburtstag, war es wieder Mittwoch. Ein Mittwoch, auf den sie gelauert hatte, denn die beiden Tage, nach ihrem kleinen, mentalen Zusammenbruch, waren für sie kaum zu ertragen gewesen. Sie hatte so gut wie gar nicht geschlafen und wenn doch, dann waren da die Fratzen von Crabbe und Goyle, die sie quälten und misshandelten. Dagegen hatten nicht einmal Charlies Tränke geholfen.
Nach Stärkeren hatte sie sich nicht getraut zu fragen, da er garantiert gefragt hätte, Warum? Was los wäre? Weder konnte noch wollte sie mit ihm darüber sprechen. Dafür war ihr das alles viel zu unangenehm und belastend. Sie fand ja nicht einmal die Kraft, Ginny etwas zu sagen, die nach Harrys Geburtstag bei ihr aufgeschlagen war und sich, auf Hermiones völlig verkaterten und aufgelösten Anblick, erstmal nach ihr erkundigt hatte.
Sie hatte die Rothaarige am Ende mit einer Halbwahrheit abgewürgt. Dass sie eine kleine Panikattacke gehabt hätte. Ein Überbleibsel des Krieges, weswegen sie Ron weggestoßen und er sich dann mit ihr gestritten hätte. Ginny hatte es anfangs skeptisch aufgenommen, bevor die Füchsin noch ein Wort in den Raum geworfen hatte. Nämlich das Manor, worauf Hermione unwissentlich zusammengezuckt war. Ginny hatte die Geschichte damit ohne weitere Fragen so hingenommen und ihr versprochen, mit Ron zu reden und ihm ihre Reaktion zu erklären. Etwas, was nicht schwer werden dürfte, da er fast zwei Tage mit seinem Kater zu kämpfen hatte und ohnehin nicht mehr alles wusste. Dass er bereits mehr getrunken hatte, als es zum Streit gekommen war, war Ginny zuvor schon aufgefallen. Nach diesem war er selbst ja auch verschwunden und hatte sich offensichtlich noch mehr volllaufen lassen.
Schließlich war Hermione wieder alleine und hatte sich einen Teil der Zeit damit vertrieben, den Dachboden aufzuräumen, ganz einfach, um irgendetwas zu tun zu haben. Sie musste sich ablenken. Dabei hatte sie eines der Fotoalben entdeckt. Kein normales, sondern eines, mit magischen Bildern.
Es waren nicht viele. Die meisten davon hatte sie von Colin Creevey bekommen. Wenn sie jetzt im Nachhinein darüber nachdachte, war er wirklich ein kleiner Stalker gewesen, denn er hatte über die Jahre verteilt dutzende Fotos von Harry gemacht. Aber auch von ihr und den Anderen. Ihre etwas gewagten Unternehmungen waren ja auch nie besonders lange geheim geblieben. Erst recht nicht unter den Gryffindors.
Die Bilder, die dann allerdings ihre Aufmerksamkeit erregt hatten, waren keine von ihm, sondern von der Schulleitung. Es waren ihre Jahrgangsbilder, die immer am ersten Wochenende im September gemacht wurden. Fotos, die sie sich sonst nie weiter besehen hatte. Diesmal war ihr Blick jedoch vermehrt auf diesen haften geblieben, denn auf ihnen waren sie alle zu sehen.
Ein Jahrgang aus 40 Schülern, wo sie sich auf einen Schüler ganz besonders konzentriert hatte und letztlich das Foto aus dem dritten Jahr mit in ihr Zimmer genommen hatte, da es das einzige von den Sechsen war, auf dem er, dank Blaise, mal kurz lachte. Als sie dieses Lachen gesehen hatte, hatte es die Dämonen kurzzeitig etwas vertrieben. Es hatte sie abgelenkt und selbst lächeln lassen. Der Gedanke an ihn, auch wenn diese Gedanken teils alles andere als schön waren, aufgrund seiner momentanen Situation.
Sie hoffte inständig, dass das Gamot bald zu einem vernünftigen Schluss kam und sie ihn aus diesem Loch rausholen konnte. Lange würde er diese Tortur auch mit ihren Mittelchen nicht mehr aushalten. Da konnte er ihr sagen, was er wollte. Seine Augenringe, und der erschöpft stumpfe Schleier über seinen Augen, sprachen eine gänzlich andere Sprache. Eine, die sie nur etwas später wieder zu Gesicht bekam, als der blöde Wärter sie endlich zu ihm gebracht hatte.
Er saß, wie die vergangenen Wochen auch, in einer der vier Ecken. Die Beine hatte er angewinkelt und dicht an den Körper gezogen. Die Arme waren darum geschlungen, während er den Kopf in der so entstandenen, schützenden Mulde vergraben hatte. Und wie immer zuckte er leicht zusammen, als die schwere Tür ging.
„Malfoy!“, schnauzte der Gibson giftig, worauf er erneut zuckte. Eigentlich kaum zu erkennen, Hermione sah es dennoch. Er versuchte es zu unterdrücken. Dass er es jedoch nicht konnte, bewies mal einmal mehr, wie sehr sie ihn trotz allem drangsalierten. So schob sie sich jetzt auch gleich an dem blöden Wärter vorbei, noch bevor der mehr sagen konnte, und war keine zwei Sekunden später bei ihm.
„Draco?“, hauchte sie ihm zu, worauf er den Kopf hob und sie wieder in diese gequälten Augen sehen konnte. Auf ihren Anblick verflüchtigte sich der Schleier ein wenig und machte stattdessen einem kleinen, warmen Lächeln Platz. Es war für sie verrückt, dass er trotz allem immer noch lächeln konnte.
„Hey“, flüsterte er matt, wie auch kratzig, was sie damit quittierte, dass sie ihm die Arme um den Nacken schlang und sich über diese fest zu ihm zog. Keine zwei Sekunden später flog die Tür donnernd ins Schloss und sperrte sie für die nächsten zwei Stunden aufs Neue mit ihm ein.
„Wie geht’s dir?“, hauchte sie ihm zu und sah ihm schließlich in die Augen. Nebenher strich sie ihm behutsam über die blassen Wangen. Sie wusste bereits jetzt, was er ihr antworten würde. Nämlich das Gleiche, was er ihr seit sechs Wochen sagte. Und wie immer glaubte sie ihm das nicht.
„Geht schon“, murmelte er und strich ihr ein paar der widerspenstigen Haare zurück. Zeitgleich tasteten seine Augen vermehrt über ihre Züge. Sie wusste, was er sah und das er in der Richtung fragen würde.
„Was ist mit dir? Du siehst ziemlich fertig aus. Ist irgendetwas passiert?“ „Nein. Ich. . . Ich hab die letzten Tage bloß ein bisschen schlecht geschlafen“, erklärte sie ihm ausweichend, worauf er zweifelnd eine Augenbraue hoch zog.
„Weswegen?“ „Nicht so wichtig“, versuchte sie von sich abzulenken, was ihn noch skeptischer schauen ließ, bevor er schnippisch meinte: „Du siehst aus wie ein Inferi.“ „Reizend“, gab sie ihm spitzzüngig zurück. Dass er sich nur seine Gedanken um sie machte, wusste sie. Und sie fand diese Tatsache nach wie vor ein wenig unwirklich. Nicht zuletzt auch, da sie ja hier war, um ihn aufzumuntern und abzulenken und nicht umgekehrt.
„Also?“, fragte er nochmal. Und das nun mit merklichem Ernst, was sie seufzen ließ. Sie hatte das blöde Gefühl, dass er nicht so schnell locker lassen würde, sodass sie ihm die Dinge grob erklärte.
„Es ist wirklich nichts weiter. Ich. . .“, wieder seufzte sie und sah ihn schließlich ein wenig bitter an. „Die Dinge, die während des Krieges passiert sind. . . Es kam die letzten Tage wieder etwas mehr hoch. Das ist alles.“ „Lass dir von Charlie doch was geben“, schlug er ihr vor, worauf sie matt lächelte.
„Hab ich schon.“ Daraufhin zog er skeptisch eine Augenbraue hoch, sodass sie weiter meinte: „Ich versuch’s heute Abend mal damit“, versprach sie. Die Skepsis in seinen müden Augen blieb jedoch.
„Und sonst?“ „Nichts. Wirklich“, beteuerte sie, doch er glaubte ihr nicht. Warum auch? „Hör zu. Auch wenn ich hier drin ein bisschen handlungseingeschränkt bin und alles, bin ich trotzdem weder blind noch blöd. Also, was ist los? Du hast doch noch was.“ Daraufhin seufzte sie. Waren ihre Regungen inzwischen so offensichtlich?
„Hast Ärger wegen irgendetwas?“ „Nein.“ „Stress mit Potter und Weasley?“, vermutete er weiter, worauf sie ihn verdutzt ansah.
„Volltreffer, oder?“, grinste er leicht. „Woher. . .“ „Du hast dich in den letzten Jahren oft genug mit den Beiden gestritten. Irgendwann hat man dir angesehen, wenn Ärger im Paradies war.“ Daraufhin seufzte sie und lehnte sich letztlich an ihn, wo sie ihren Kopf auf seine Schulter sinken ließ.
„Mit Harry ist soweit alles in Ordnung. Es ist. . .“ „Weasley. Mal wieder“, nuschelte er den Rest des Satzes in sich hinein, während sie knapp nickte. „Hm.“
Kurz darauf legte Draco ihr etwas zögerlich den Arm um Rücken und Schulter. Es war eine Geste, die sie wie ein ausgetrockneter Schwamm auf sog, denn die Sehnsucht nach seiner Wärme, war auch nach den zwei Tagen noch immer ungebrochen. Am Ende drehte sie sich mehr zu ihm und schlang ihm ihrerseits etwas unsicher die Arme um die Mitte. Sie zog sich so noch etwas stärker zu ihm und kuschelte sich ein, was er recht überrascht zur Kenntnis nahm.
Ermutigt aufgrund ihrer Regungen, schloss er sie wie erhofft richtig in die Arme. Er zog sie noch mehr zu sich und letztlich auf den Schoß, damit sie nicht auf dem kalten Steinboden sitzen musste. Hermione lächelte daraufhin ein wenig schwermütig, bevor sie das Gesicht vermehrt an seiner Brust barg.
„Wird schon wieder“, meinte er solidarisch, obwohl er sich zeitgleich innerlich diebisch darüber freute, dass sie Stunk mit dem Schwachkopf hatte. Leider hatte diese Freude einen bitteren Beigeschmack, denn dieser Ärger machte ihr wie immer stark zu schaffen.
Er fragte sich einmal mehr, wie oft dieser Idiot sie noch verletzen durfte, bis sie merkte, was für ein Arschloch er war? Vermutlich zu oft, da sie mit dem Trottel die ganzen letzten Jahre so viel erlebt hatte. Nicht zuletzt war sie einfach viel zu warmherzig. Sie konnte verzeihen. Wieder und wieder und immer wieder. Auch ihm hatte sie verziehen und war nun hier und opferte ihm ihre Zeit, obwohl es ihr selbst nur zu offensichtlich schlecht ging.
So dachte er zumindest. Die neue Zankerei mit Ron und sein unmögliches Verhalten waren für Hermione diesmal jedoch nur zweitrangig, denn diese andere Sache belastete sie um ein vielfaches mehr. Umso dankbarer war sie insgeheim dafür, dass Draco genau das tat, wonach sie sich gesehnt hatte. Dass er sie einfach nur fest in den Armen hielt und sie so diese besondere Nähe und Wärme von einem anderen Menschen bekam. Ein wenig Trost, auch wenn er keine Ahnung hatte, worauf dieser Trost in Wahrheit hinaus lief.
Sie sagte ihm auch nichts, sondern schmiegte sich noch stärker an seine Gestalt, die aufgrund ihrer Spezialcockies wieder kräftiger geworden war. Eine Tatsache, die die Typen hier in Azkaban doch recht verwunderte, weswegen sie und die Jungs bei ihren Besuchen inzwischen wirklich penetrant gefilzt wurden. Nur fanden die Kerle logischerweise nie etwas, da Draco diese Dinge bereits bei sich hatte. Und auf diesen Gedanken waren sie offensichtlich noch nicht gekommen. Sie vermuteten noch immer, dass seine Freunde ihm irgendwie etwas zuschusterten. Merlin sei Dank.
So kehrte unter den Beiden, anders als sonst, Stille ein. Doch es war seltsamerweise keine unangenehme, sondern wohltuende Stille, blendete man die verfluchte Umgebung aus, was sich recht einfach gestaltete, indem Hermione, das Gesicht auch weiter an seine Brust gekuschelt, die Augen schloss, während Dracos Blick ungebrochen auf ihr lag. Er musterte ihre blassen Züge aufs Genaueste und strich ihr irgendwann behutsam über die Wange. Er ließ seine Fingerspitzen sanft über diese wandern, bevor er ihr ein paar vereinzelte Haarsträhnen aus den Augen und der Stirn strich.
„Hermione?“, flüsterte er nach einer Weile leise, doch sie reagierte nicht. Sie atmete inzwischen auch sehr flach aber dennoch ruhig, was ihm mit der Zeit deutlich machte, dass sie eingeschlafen war. Sie musste wirklich völlig erschöpft sein, wenn sie in diesem Loch schlafen konnte. Bei ihm.
Als er sich die momentane Situation etwas mehr vor Augen hielt, konnte er nicht anders, als bitter zu lächeln, denn es war bereits einmal so gewesen. Sie hatten schon einmal zusammen in einem Kerker gehockt. Sie schlafend auf seinem Schoß, fest an ihn gekuschelt. Nur war er es diesmal, der in einem derartigen Loch gefangen gehalten wurde. Eine seltsame Ironie und dennoch war ihm diese Kehrtwende lieber. Dass er mit diesem Dunkel leben musste. Er hatte sich die ganze Scheiße irgendwo ja selber eingebrockt. Er hatte Dinge getan, wenn auch nicht freiwillig, die diese Situation in einem bestimmten Rahmen rechtfertigten. Leider.
So fiel sein Blick zurück auf die junge Hexe, die ihm das alles hier auf der einen Seite etwas erträglicher machte. Auf der anderen quälte es ihn. Zwar wusste sie nicht um sein kleines Geheimnis, die Begebenheiten waren nun aber dennoch genau die, vor denen er sich vor wenigen Monaten noch so gefürchtet hatte.
Weder hasste noch verabscheute sie ihn, sondern hatte ihm im Gegenteil ein Friedens- und Freundschaftsangebot gemacht, welches er nur zu gerne angenommen hatte. Sie hatte so viel für ihn getan und war nun auch hier bei ihm in diesem Loch, um ihm etwas beizustehen. Es war Zeit, die er lieber anders mit ihr verbringen wollte. Darüber hinaus wollte er auch sein Versprechen halten, nur ging es nicht. Er konnte nicht. Weder heute, noch morgen, noch sonst irgendwann.
Auch wenn ihm bis jetzt keiner etwas in der Richtung gesagt hatte, so sah er seine dunkelsten Befürchtungen immer mehr als realistisch gegeben. Wenn er mit seiner Schätzung richtig lag, musste es inzwischen auch schon August sein.
Zwei Monate war die Verhandlung mittlerweile her. 60 Tage, wo jeder weitere Tag seine Hoffnungen, doch noch zeitnah aus diesem Loch zu kommen, immer mehr begrub. Hoffnung auf etwas Normalität, eine zweite Chance und damit die Möglichkeit, sich den Dingen hinzugeben, die er wollte. Nach denen er sich sehnte. So sehr.
Schließlich fiel sein Blick zurück auf Hermione, die nach wie vor ruhig in seinen Armen lag und friedlich schlief. Es war eine etwas unwirkliche Situation, wie er fand und dennoch Realität. Eine, von der er sich erneut überzeugen musste, indem er ihr vorsichtig ein paar vereinzelte Haarsträhnen aus der Stirn und dem Gesicht strich.
Seine Fingerspitzen wanderten im Kommenden sanft über ihre Wange, tiefer bis hin zu ihren rosigen Lippen, die ein Stück weit geöffnet waren. Auch hier strich er behutsam mit Zeige- und Mittelfinger darüber. Sie waren ganz weich. Auch konnte er ihren warmen Atem spüren, der diese in einem ruhigen Rhythmus verließ.
Diese minimalen Regungen weckten ein leises Verlangen in ihm. Eine tiefe Sehnsucht und damit den kleinen Wunsch, nach etwas Halt, Wärme, Nähe und Zuwendung. Er wusste, dass es nicht mehr als eine süße Illusion wäre, die er sich schaffen würde. Es wäre ein kurzer Moment, dem er sich hingeben könnte. Eine Täuschung, die bittere Nachwehen mit sich führen würde, sobald die Kälte zurückkam. Und sie würde zurückkommen. Schneller als ihm lieb war.
Es war ein Fehler. Es war falsch und das wusste er nur zu gut, dennoch überwog sein Egoismus. Das Verlangen. Die Sehnsucht. Der Wunsch, für ein paar Sekunden einen leisen Frieden in sich zu schaffen. Er wollte vergessen, was gerade war und die Welt still stehen zu lassen. Nur für ein paar Sekunden. Merlin allein wusste, ob er irgendwann überhaupt noch einmal diese Möglichkeit bekam. Bei seinem Glück eher nicht.
So strich er ihr auch weiter behutsam über die Wange und achtete sehr genau auf ihre Atmung. Diese blieb beständig in ihrem Ruherhythmus, der ihm nochmal verstärkt deutlich machte, dass sie tief und fest schlief.
Dieser Aspekt ließ ihn letztlich eine Schwelle überschreiten, von der er wusste, nur zu gut wusste, dass es falsch war. Dass er kein Recht hatte, sich einfach zu nehmen, was er wollte. Dennoch erlag er seinem inneren Dämon und damit hungrigen Herzen, was sich so immens nach ihr verzehrte. Nach ihrer Wärme, ihrem Duft und ihren Lippen, die er schließlich zittrig und äußerst behutsam mit seinen streichelte. Dabei spürte er noch intensiver ihren Atem an seinen Lippen. Es war ein Hauch von Leben, den er mit ihr teilen wollte.
So überbrückte er die letzten Millimeter und legte seine Lippen zärtlich auf ihre. In der Sekunde, in der er sie fühlte und schmeckte, schien ein kleines Feuerwerk in ihm hervorzubrechen, welches ungeahnte Lebensgeister in seinem Innern weckte. Diese mehrten sich sogar noch etwas, als er einen sanften Gegendruck spürte, dem ein leises Seufzen folgte. Eine Sekunde, zwei, drei, vier, fünf vergingen, bis die kurzzeitig gekappte Sauerstoffzufuhr zu seinem Hirn wieder einsetzte und er realisierte, was er gerade tat. Und das schon viel zu lange, denn offensichtlich hatte er sie geweckt.
Rasch aber dennoch behutsam, löste er seine Lippen von den ihren, die ihm für einen winzigen Moment folgten. Kurz darauf sah er klopfenden Herzens auf die zierliche Hexe in seinen Armen, die ihre Augen noch immer geschlossen hatte. Dabei kam ihr ein leises, undefinierbares Murmeln über die Lippen. Beinahe zeitgleich entwich ihrer Kehle ein weiteres, mildes Seufzen, bevor sie wieder vollkommen ruhig wurde.
„Her-Hermione?“, hauchte er leise und zudem furchtbar unsicher, da er sich jetzt erst im vollen Umfang seines Handelns klar wurde. Wenn sie irgendetwas gemerkt hatte dann. . . Sie würde das doch nie verstehen! Sie würde ihn wieder meiden, verfluchen ja vielleicht sogar verabscheuen.
Erst Sekunden später, als sich bereits eine dumpfe Verzweiflung tief in seinem Hinterkopf drohte breitzumachen, realisierte er, dass er sich gerade unnötig verfluchte, denn sie schlief nach wie vor. Sie hatte offensichtlich nur im Unterbewusstsein auf seinen Kuss reagiert, was ihn einerseits erleichterte, andererseits bedrückte. Er fragte sich unweigerlich, mit wem ihr Geist diese Geste assoziierte? Wahrscheinlich mit Weasley.
Auf die Vorstellung wurde ihm gleich mal gehörig schlecht. Kurz darauf verbannte er diesen widerlichen Gedanken ans andere Ende der Welt und sah stattdessen zurück auf das Mädchen in seinen Armen, welches zu träumen schien. Unter ihren Lidern begann es ein wenig zu zucken, ebenso wie sich ihre Mundwinkel zu einem zarten Lächeln kräuselten. Es war ein Anblick, der ihn selbst matt lächeln ließ. Wenigstens konnte sie jetzt schön träumen. Etwas, was die letzten Tage wohl nicht der Fall gewesen war, wie sie ihm verraten hatte.
So beugte er sich erneut zu ihr, berührte ihre Lippen diesmal aber wirklich nur hauchzart, bevor er seine auf Wanderschaft schickte und sie letztlich zärtlich auf die Stirn küsste. Kurz darauf vergrub er die Nase mitsamt dem Gesicht halb in ihren Locken und schloss die Augen. Er versuchte sich so, eine andere Realität zu erschaffen. Eine, in der er mehr mit ihr teilen konnte, als nur einen geraubten Kuss.
Es war eine Realität, aus der Beide irgendwann durch eine grantige Stimme gerissen, voneinander getrennt und wieder in unterschiedliche Welten verbannt wurden.

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