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Fanfiction

Was im Verborgenen liegt - Für Dich

von Alex2303

۩ ۞ ۩


Er hatte keine Ahnung, wie lange er jetzt schon aus dem vergitterten, schmalen Fenster blickte und die Sonne hinter den dunstigen Nebelschwaden beobachtete, wie sie allmählich an Azkaban, und damit seinem Blickfeld, vorbeizog.
Sie war gewandert. Weiter als sonst. Zwar hatte er keine Uhr oder dergleichen, allerdings hatte er irgendwann ein Gefühl dafür entwickelt, wie spät es ungefähr war. Er konnte anhand des Standes der Sonne sagen, wenn er sie denn sah, wie spät am Nachmittag es war. Zumindest eine bestimmte Zeit.
Er konnte inzwischen so ziemlich genau sagen, wann es 14:00 Uhr war, da sich dann immer die schwere Eisentür öffnete und er irgendein bekanntes Gesicht sah. Und anhand dieser Personen konnte er auch noch die Tage auseinanderhalten und damit, leider, zählen.
Nicht so heute, denn die Tür war verschlossen geblieben. Darüber hinaus hatte sich vor zehn, 15, 20 Minuten vielleicht, noch einer dieser Idioten bei ihm blicken lassen und ihm höhnisch unter die Nase gerieben, dass Hermione offensichtlich die Schnauze voll von alldem hier hatte. Von ihm.
Draco hatte sich nicht anmerken lassen, wie sehr ihn diese Vorstellung tatsächlich getroffen hatte. Stattdessen hatte er mit einer, zwar müden aber dennoch recht sarkastischen Spitze gekontert. Nur war sein Trotz gleich wieder schmerzlich bestraft worden, nachdem der Typ, nach endlosen Sekunden, kapiert hatte, dass er gerade beleidigt worden war.
Manchmal fragte er sich wirklich, wie diese Typen ihre Ausbildung überstanden hatten? Sonderlich intelligent schienen sie allesamt zumindest nicht zu sein. Alles nur Grobmotoriker, wie früher Crabbe und Goyle. Kein Wunder, dass sie diese Sorte Auroren als Wärter in Azkaban eingesetzt hatten. Eine verschlossene Tür zu bewachen, war ja nicht besonders schwer. Genauso wenig, einen Wehrlosen zu zweit mit ihren Zauberstäben fertigzumachen.
Schließlich fand sich sein Blick wieder oben an dem schmalen Fenster ein, wo er versuchte, noch mehr hinter den dunstigen Nebelschleiern zu erkennen. Zwecklos.
Selbst ohne die Dementoren war die Insel in einen unwirklichen Schleier gehüllt. Vermutlich, um sie vor allen anderen zu verbergen, damit niemand sie jemals entdeckte. Erinnerte ihn irgendwie an die Mythen Avalons. Nur das es dort sicherlich 1000-mal gemütlicher war.
Die bekannte Hexe und Hohepriesterin Morgan le Fay, war eine der wenigen, die die Nebel der Insel hatte teilen können. Sie könnte ihm bestimmt auch bei seinem Problem behilflich sein. Die Nebel, um Azkaban zu teilen und ihm so einen Weg aufzeigen, wie er von hier verschwinden konnte und. . .
„Scheiße“, fluchte er und fuhr sich fertig mit den Händen übers Gesicht, wie auch durch die Haare, bevor er den Kopf hängen ließ und die Finger im Nacken miteinander kreuzte.
Hör auf. Hör doch auf zu träumen, rief er sich bitter zur Ordnung. Es war lächerlich. Sie würden ihn doch nie mehr hier rauslassen. Wahrscheinlich war bereits alles durch und keiner traute sich, ihm etwas zu sagen. Dass Hermione heute nicht kam. . .
Vielleicht durfte sie nun nicht mehr oder sie hatte es inzwischen wirklich satt. Er könnte es verstehen. Sie konnte und würde das nicht auf die Dauer aufrecht erhalten können. Genauso die Anderen. Sie hatten immerhin alle noch ihr eigenes Leben. Und was die Gryffindor anging. . .
Ihr schien es im Augenblick selbst nicht so gut zu gehen, wenn er Charlie letztens richtig verstanden hatte. Dass sie schlecht schlief, hatte sie ihm gesagt und er hatte es zudem deutlich anhand der Tatsache bemerkt, dass sie hier in diesem Loch eingenickt war. Die Tränke, die sie sich von Charlie hatte geben lassen, waren ja auch nicht ohne. Die hatte er selbst immer mal gebraucht. Besonders während des Sechsten.
Oh, dieses verfluchte Jahr. Diese verdammte weiße Schlange. Es hätte alles so friedlich sein können. Es hätte alles anders sein können. Gut sein können. Aber nein. . .
Irgendetwas klackte dumpf, wo er nur den Bruchteil einer Sekunde später realisierte, dass es das verrostete Schloss der Zellentür war, die sich schwerfällig entriegelte. Vermutlich war es wieder dieses Arschloch Gibson, oder wie der hieß. Von der emotionalen Reife und Intelligenz hätte er Goyle, allen voran Crabbe, die Hand reichen können. Bedauerlicherweise würden sie sich die Drei so schnell nicht über den Weg laufen. Wirklich äußerst bedauerlich.
„Die Pfoten weg!“, hörte er dann aber unverhofft ein helles Stimmchen wütend keifen, mit dem er schon gar nicht mehr gerechnet hatte.
Auf den Laut schoss sein Kopf ungeahnt nach oben, wo er die heißblütige Gryffindor entdeckte, die gerade drohte, sich in eine Furie zu verwandeln da, es war tatsächlich Gibson, sie ziemlich rabiat am Oberarm festhielt und noch einmal zu sich zerrte. In seinen Augen lag ein gefährliches, dunkles Funkeln, was Draco nur zu gut von dem Kerl kannte.
„So haben wir nicht gewettet, Missy. Dass eine sag ich dir, wenn du. . .“ Zu mehr kam er nicht, da Draco mit einem Satz auf den Beinen und damit rasch vorn war. Dabei umschlang er mit dem rechten Arm Hermione an der Mitte, während er mit der linken Hand den Griff des Mannes in einer fließenden, recht schmerzhaften Bewegung für Gibson von ihr löste.
Keine Sekunde später wandte er sich, mit der verdatterten Hexe in den Armen, von dem Proleten ab. Der starrte wütend auf den Blonden und deutete gefährlich mit dem Zauberstab auf den Slytherin, dem er offensichtlich gerne einen Fluch ins Kreuz gebrannt hätte.
Draco taxierte den Typen allerdings unheilvoll und schien ihn mit seinen Eisaugen regelrecht zu verschlingen. Es war ein Ausdruck, der Hermione und viele andere in Hogwarts, all die Jahre gewaltig eingeschüchtert hatte. Es war ein Blick, der etwas tief Bedrohliches, beinahe Tödliches an sich hatte. Und wie schon damals in Hogwarts, vermochte es dieser Blick selbst jetzt andere zu verunsichern und einzuschüchtern. Sogar einen gestandenen Mann.
Zwar knurrte der Kerl noch kurz giftig, bevor er schnaubte und sein Augenmerk angewidert auf Hermione fiel. Die schaute noch immer verdutzt zu dem Blonden auf, der ihr keinen Millimeter schenkte und sie zudem von Gibson abschirmte.
„Darüber reden wir noch, Missy“, raunte er gefährlich und verschwand schließlich hinter der Eisentür, die er donnernd ins Schloss warf und verriegelte.
„ARSCHLOCH!“, schrie Hermione ihm hinterher und schnaubte wütend, während Draco allmählich die Erleichterung befiel, da sie doch gekommen war. Es ließ seine dunkle Welt wieder ein wenig leuchten. Die Tatsache, dass er sie gerade ganz fest im Arm halten, ihren Körper und damit auch ihre Wärme spüren konnte. Ihr blumiger Duft war dann noch das I-Tüpfelchen. In seiner derzeitigen Situation glichen diese einfachen Dinge vier Wochen im Luftkurort.
„Hat er dir etwas getan?“, hauchte er ihr schließlich zu und ließ seinen Blick besorgt über ihre Erscheinung wandern. Ihre Haare waren total zerzaust und ähnelten mehr einer Löwenmähne. Ihr Gesicht war stark gerötet und zeigte hier und da noch zusätzlich ein paar dunklere, rote Flecken.
„Was?“ „Hat er dich verletzt?“, wiederholte Draco, worauf sie schnaubte und sich behutsam aus seiner Umklammerung löste, um ihn direkt anzusehen.
„Nein. Dieses blöde Arschloch wollte mich aber nicht zu dir lassen und ist mir auch so dumm gekommen, von wegen. . .“ „Was hat er getan?“, unterbrach Draco sie wütend, allein auf die Vorstellung, dass der Kerl sie anderweitig vielleicht noch begrabscht haben könnte. Hermione winkte ab „Nicht so wichtig“, was er jedoch nicht so im Raum stehen ließ.
„Hermione, was?“, bohrte er. Und das in einem Ton, der eine Antwort verlangte, was sie schnauben ließ. Er wusste, dass sie sich nichts befehlen ließ. Falls man doch so dumm war und es versuchte, wagte man sich auf gefährliches Terrain, weswegen er sich genauer erklärte, da er keinen Streit riskieren wollte.
„Hör zu, bei dem Typen ist irgendeine Gehirnwindung völlig falsch gepolt. Er hat nicht sonderlich viel im Schädel und ist auch so leicht reizbar. Er. . .“ „Ich pass schon auf mich auf“, murrte sie ihm dazwischen, wo er sie noch an ein kleines, markantes Detail erinnerte.
„Du hast jetzt hier aber keinen Zauberstab!“ Daraufhin schwieg sie einen Augenblick, schüttelte dann allerdings mit dem Kopf.
„Der wird schon nicht so blöd sein und. . .“ „Doch! Also provozier nichts. Bitte. Ich . . . ich will nicht, dass er dir etwas tut!“, entwich es ihm, worauf sie überrascht blinzelte und ihm wieder direkt in die Augen sah. Diese hatten die Kälte, wie auch das Bedrohliche, was er dem Mann zuvor entgegengebracht hatte, gänzlich verloren und blickten sie nun mit unverhohlener Sorge an. Er machte sich wirklich Gedanken um sie. Mal wieder, was für sie noch immer ein bisschen etwas Surreales hatte. Schließlich fing sie sich, lächelte und schlang ihm die Arme um den Nacken, worauf er sie seinerseits erneut fest umschloss und die Nase in ihrer aufgebauschten Mähne vergrub.
„Ich pass auf. Okay? Mach dir keine Sorgen. Und. . .“, löste sie sich ein wenig und sah ihm nun richtig in die Augen. Sie legte ihm die Hände auf die Wangen, auf denen sich inzwischen vermehrt ein dickerer Flaum gebildet hatte.
„Es tut mir leid, dass ich jetzt erst komme. Das war nicht gewollt. Ich hab. . .“ Zu mehr kam sie nicht, da er sie gleich wieder ganz fest an sich drückte.
„Schon okay. Ich freu mich, dass du da bist“, gab er ihr ruhig zu verstehen. Hermione seufzte jedoch schuldig. Aber wenigstens hatte sie es überhaupt noch geschafft. Für seine blöde Idee würde sie Ron später noch in den Hintern treten.
„Es tut mir wirklich furchtbar leid“, meinte sie nochmal und machte sich erneut von ihm los, um ihn anzusehen. „Das ist nur Rons schuld! Erzählt mir was, von wegen einer Überraschung und bettelt wie ein Fünfjähriger, dass ich mitkomme. . .“, fing sie sauer an zu erklären, worauf Draco bereits verwundert eine Augenbraue nach oben zog. Die andere folgte, als Hermione ihm von der tollen Überraschung berichtete.
„. . . und wo schleppt er mich hin? Zu einem dämlichen Quidditchspiel seiner Lieblingsmannschaft!“ „Quidditch?“, wiederholte Draco mehr als skeptisch. Hermione nickte und begann sich zunehmend in Rage zu reden, während sie hektisch gestikulierte.
„Ja! Kannst du dir das vorstellen? Ich mein. . . Hallo? Zum einen weiß er ganz genau, dass ich kein Interesse an Quidditch habe und zum anderen, dass ich heute Nachmittag zu dir wollte!“ Daraufhin horchte er auf.
„Und trotzdem schleift er mich mit, wo diese Idioten einen derartig weitläufigen Apparierschutz um das Areal und Stadion gelegt haben, dass man dort nicht so schnell wegkommt. Nicht einmal die blöden Portschlüssel gingen! Wenn mich nicht jemand mit dem Besen aus der Begrenzungszone geflogen hätte, würde ich vermutlich immer noch dort rumlatschen!“, plapperte sie beinahe ohne Punkt und Komma, wo er sich schon fragte, wie sie das mit dem Luft holen hinbekam? Eines war aber Fakt. Sie war richtig sauer auf das Wiesel, wenn sie in einen solchen Redefluss geriet, der sie ein wenig außer Puste brachte. So machte er sich an seinem kleinen Versteck zu schaffen und holte den Flachmann, aus dem inzwischen erweiterten Hohlraum des Steinbodens.
„Ich weiß echt nicht, was er sich dabei gedacht hat! Und dann motzt er mich noch blöd voll, weil ich. . .“ Der Rest ihres Satzes blieb ihr in der Kehle stecken, da Draco ihr ohne Kommentar den Mund mit der freien Hand zu hielt, damit sie zu Atem kam.
„Besen?“, fragte er, da das etwas war, was er nicht wirklich schaffte, mit ihr in Verbindung zu bringen. Hermione nahm dann erstmal einen großzügigen Schluck aus dem Flachmann. Das Gelatsche unter der Nachmittagshitze hatte sie doch arg geschlaucht. Vier, fünf Meilen waren es bestimmt gewesen, bis eine der Sicherheitspatrouillen vorbeigeflogen war und sich über sie gewundert hatte.
„Korrigier mich bitte, aber du hasst es, auf einem Besen zu fliegen“, erinnerte er sie, worauf sie ihn verwirrt ansah. Sie hatten, Merlin sei Dank, nur in ihrem ersten Jahr Besenflugstunden. Dass sie sich bei denen, neben Neville, recht dämlich angestellt hatte, hatte die ganze Klasse mitbekommen. Dass sie diese Art der Fortbewegung allerdings so frenetisch hasste und zudem verweigerte, wussten nur ihre Freunde.
„Woher weißt du das?“ „Ist doch kein Geheimnis, dass du dich nicht freiwillig auf einen Besen setzt“, grinste er. Innerlich freute er sich wie ein kleiner König, dass sie zum einen Weasley quasi für ihn versetzt hatte, wo ihre Abneigung gegen Quidditch vielleicht noch zusätzlich mit reingespielt hatte. Die Tatsache, dass sie sich dann aber wirklich aus freien Stücken auf einen Besen gesetzt hatte, um doch noch zeitnah hier zu sein, ließ ungeahnte Hoffnungen in ihm aufkeimen. Dass sie sich das seinetwegen zugemutete hatte.
Schließlich zog er sie wieder zu sich und hauchte ihr „Ich weiß, dass du Angst vorm Fliegen hast“ ins Ohr. Daraufhin zuckte sie kurz zusammen. Mehr als verwirrt über sein Wissen.
Dass sie es hasste war ja eine Sache, aber dass sie zudem richtig Angst davor hatte eine ganz andere. Das einzige Mal, dass sie sich nach der ersten Klasse nochmal auf einen Besen gesetzt hatte, war im Raum der Wünsche, als dieser in Flammen gestanden hatte und es um ihr Leben gegangen war. Ansonsten. . . Nein.
„Dass du dich jetzt trotzdem getan hast, nur um noch herzukommen. . . Ich weiß das zu schätzen. Sehr sogar. Auch so, dass du dir immer wieder Zeit für mich nimmst. Mir hilft das wirklich.“ Mehr als du ahnst, fügte er in Gedanken an, während Hermione bedrückt seufzte und sich ein wenig an seine Brust schmiegte.
„Ich hab’s dir doch versprochen“, murmelte sie. „Außerdem war es ja nicht lange und so hoch ist er auch nicht geflogen. Nur ein bisschen . . . zügig“, nuschelte sie leise. Das erklärte das zerzauste Chaos auf ihrem Kopf, in welches er sich kuschelte und ihr kaum spürbar einen kleinen Kuss auf den Haaransatz hauchte.
„Eben durch und durch eine mutige Löwin“, schmunzelte er. Daraufhin grinste sie und sah schließlich zu ihm auf. Er tat es ihr gleich, bevor sie sich in einer Ecke nebeneinander niederließen. Er nahm sie bei der Hand, wo sie ihre Finger sofort mit seinen verflocht und damit eine tiefere Verbundenheit zu ihm aufbaute.
„Und wie geht’s dir? Helfen Charlies Tränke?“, erkundigte er sich, worauf sie matt lächelte. Kurz darauf neigte sie den Kopf zur Seite, sodass er auf Dracos Schulter zum liegen kam. „Passt schon“, meinte sie knapp, was er skeptisch aufnahm.
Dass sie gerne etwas in sich hinein fraß, und sich zudem nicht wirklich gehen ließ, oder gehen lassen konnte, war kein allzu großes Geheimnis. Sie versteckte es so lange, bis sie allein war. Genauso war es allgemein bekannt, dass Potter, und besonders der Schwachkopf Weasley, es entweder nicht merkten oder einfach so hinnahmen, anstatt ihr vielleicht entgegenzukommen. Dass jetzt noch immer nichts gut war, konnte er ihr trotz allem ansehen. Zwar sah sie nicht mehr so verkatert aus, wie letzte Woche, richtig auf der Höhe war sie allerdings auch nicht.
„Das klingt mir eher nach einem Nein“, gab er ihr zurück, worauf sie seufzte und sich noch etwas mehr an ihn lehnte.
„Sie helfen schon. Es ist aber auch viel passiert und. . .“, wieder seufzte sie. Es war verrückt, aber sie wusste, was ihr vermutlich ganz gut helfen würde. So legte sie sich jetzt auch ihrer beiden Hände in den Schoß und begann mit ihrer freien behutsam über seine zu streicheln. Ihr war früher nie aufgefallen, dass er so lange und schlanke Finger hatte. Sie waren jetzt trotz allem recht weich.
„Hermione?“ „Hm?“, murmelte sie, ohne von ihren Händen aufzusehen, die sie ein wenig in ihren Bann zogen. „Was ist los? Du hast doch etwas. Ist irgendwas passiert?“ „Nein. Es ist. . . Ach ich weiß auch nicht“, seufzte sie und hob nun doch den Blick, um ihm in die Augen zu schauen. In diesen lag eine leichte Verwirrung, vermischt mit tiefer Sorge.
Merlin Hermione, mahnte sie sich. Ihm geht’s selber Scheiße und alles, also reiß dich ein bisschen zusammen, schimpfte sie auf sich und versuchte, sich zur Ordnung zu rufen. Nur wollte es ihr nicht so richtig gelingen. Am Ende seufzte sie erneut und lehnte sich mehr an seine Schulter. Seine Hand lag inzwischen warm in ihren beiden verborgen.
„Es ist nur. . . Ich hab es mir irgendwie anders vorgestellt“, murmelte sie letztlich. „Was?“ „Das Ende des Krieges.“ „Ich auch“, gab er ihr matt zurück, worauf sie sich schon wieder in den Hintern treten wollte. Falsches Thema, Hermione. Ganz falsches Thema.
„Tut mir leid“, hauchte sie, doch er schüttelte kaum merklich mit dem Kopf „Schon okay“, bevor er diesen nach links neigte, sodass er auf ihrem Haupt behutsam zum liegen kam und er sich halb in ihren Wuschelkopf einkuschelte.
„Es ist nur. . . Die Dinge, die im letzten Jahr passiert sind und alles. . . Dass es heftig werden würde, war mir klar. Auch, dass hinterher nicht sofort alles glatt laufen und einfach in Ordnung sein würde. Aber so wie es jetzt gekommen ist, da. . . Ich habe so viele Menschen sterben sehen, die ich gekannt habe. Am schlimmsten war es bei Fred. Und auch so hat sich alles um uns irgendwie verändert. Der Krieg hat so vieles kaputt gemacht. Auch uns. Die Menschen um mich haben sich verändert, genauso wie ich mich verändert habe und. . . Ich erkenn mich manchmal selbst nicht mehr wieder. Ich bin mit manchen Situationen völlig überfordert. Ich fühl mich zeitweise unter meinen Freunden sogar richtig allein und unwohl und . . . fremd. Ich. . .“ „Hast du mal mit ihnen darüber gesprochen?“, unterbrach er sie ruhig, worauf sie sich auf die Unterlippe biss, bevor sie bitter „Nein“ murmelte und weiter meinte: „Tut mir leid, dass ich dir mit meinen Problemen jetzt so ein Ohr abkaue“, entschuldigte sie sich, worauf er matt lächelte und sich kurz seine Hand zurückeroberte. In der nächsten Sekunde legte er ihr den Arm um den Rücken und zog sie stärker zu sich. Es war eine Geste, die dafür sorgte, dass sie sich noch ein bisschen mehr bei ihm ankuschelte.
„Du kaust mir kein Ohr ab. Also was ist noch los?“, ermutigte er sie zum weitersprechen, worauf sie allerdings kurz schwieg und unsicher zu ihm aufschielte. Seine Augen wirkten auf der einen Seite müde und erschöpft. Etwas, was sie ohnehin seit Wochen waren. Auf der anderen fand sie darin aber auch eine tiefe Aufmerksamkeit, die ihr deutlich machte, dass er versuchte, sich ihres Problems anzunehmen. Er würde und wollte ihr wirklich zuhören. Verrückt und trotzdem. . . Es war irgendwo genau das, was sie wollte. Sie wollte mit ihm über gewisse Dinge reden, womit sie sich erneut an seine Brust schmiegte und nach einem Ansatz suchte.
„Ich hab dir letztens doch gesagt, dass ich schlecht schlafe.“ „Und Charlies Tränke helfen da nicht so gut?“, vermutete er. „Nein. Also. . . Doch. Soweit eigentlich schon. Es ist nur. . . Ich kenn das nicht von mir. So die Kontrolle über die Dinge und mein Denken zu verlieren. Es ist jetzt die Tage zwar wieder besser geworden, nur. . .“, brach sie ab und rückte noch stärker zu ihm auf. Draco griff auf ihre Regung allerdings richtig um sie und zog sie zu sich auf den Schoß. So konnte sie sich bequem bei ihm anlehnen und er sie im Gegenzug gänzlich in die Arme schließen.
Dass ihr diese neue Position ebenso lieb war, zeigte sich daran, dass sie sich vermehrt bei ihm einkuschelte. Dabei legte sie den Kopf an seine Schulter, während sich ihr Blick ein wenig in der Leere des Raumes verlor. Nur einen Moment später, bettete Draco seinen Kopf behutsam auf ihren.
„Ich hab in letzter Zeit immer mehr das Gefühl, mich selbst zu verlieren. Ich hab Angst vor eigentlich belanglosen Dingen und auch oft das blöde Gefühl, dass es mir von der einen Sekunde auf die andere den Boden unter den Füßen wegreißt. Ich fühl mich dann schwach, alleine und hilflos und alles und. . . Oh man, das ist bescheuert“, begann sie sich selbst zu strafen und zu verfluchen, während Draco ihr beruhigend über den Rücken rieb. Hermione kamen daraufhin etwas die Tränen.
„Es ist nur. . . Das alles, was gerade bei euch im Manor war. . . Deine Tante, die ganzen Death Eater und . . . und ER, und. . .“ „Es tut mir leid“, hauchte er ihr entschuldigend zu, als sich ihm ein wenig ein Bild von dem auftat, was genau ihr offensichtlich so schwer zu schaffen machte. Eigentlich logisch. Er bekam zudem langsam eine Vorstellung davon, warum sie nicht mit Potter und Co. gesprochen hatte. Es vielleicht auch nicht konnte. Bei dem fehlenden Feingefühl der beiden Idioten war es kein Wunder, dass sie lieber alles in sich hinein fraß und schwieg.
„Es tut mir leid, dass ich nicht früher da war“, entschuldigte er sich erneut. Hermione schüttelte aber nur knapp mit dem Kopf. Zeitgleich schmiegte sie sich noch etwas mehr an ihn. Sie suchte seine Wärme, die ihr Ruhe versprach und klammerte sich letztlich an dem dreckigen Leinenhemd fest.
„Du hast mich da rausgeholt und dich gegen sie gestellt. Du hast ihnen in den Arsch getreten, besonders Lestrange.“ „Oh ja. Und es war mir eine richtige Genugtuung. Glaub mir“, stimmte er grinsend ein, was sie selbst kurz schmunzeln und zu ihm aufblicken ließ.
„Das hab ich gesehen.“ Damit verschwand ihr Schmunzeln und machte wieder einer furchtbar gedrückten Miene Platz, als sie an das Eigentliche dachte.
„Aber gerade mit all diesen Dingen, da. . . Was sie dir hier zumuten. . . Überhaupt, dass sie dich hier festhalten. . . Wir haben zwar gewonnen, nur fühlt es sich für mich nicht danach an, weil . . . weil trotzdem irgendwie für mich so viel falsch läuft. Allen voran das mit dir“, hauchte sie ihm bitter zu und verlor sich so ein wenig in seinen Augen, die ihren so nahe waren, dass sie die Sprenkel seiner grauen Iris erkennen konnte. Hinter diesen lag ein leiser Schmerz, Kummer, wie auch etwas seltsam Leeres, was er jedoch versuchte wegzulächeln. Allerdings gelang es ihm nicht einmal ansatzweise.
„Mach dir keine Gedanken meinetwegen.“ „Tu ich aber!“, hielt sie ihm energisch entgegen, worauf sein Lächeln ein wenig an Kraft gewann. Schließlich schloss er die Augen und beugte sich mit dem Kopf ein Stück weit vor, sodass er mit der Stirn die ihre in einem tiefen Atemzug berührte.
„Hör zu, ich. . . Ich bin dem Schicksal auf eine gewisse Art dankbar dafür, dass ich noch die Chance bekommen habe, irgendwie mit mir selbst ins Reine zu kommen. Etwas wenigstens. Genauso mit dir. Ich weiß, dass ich dich die ganzen Jahre immer wieder, mit allem was ich getan und gesagt habe, tief verletzt habe. Und das tut mir aufrichtig leid.“ „Du hast doch gesagt, du hast das nicht gewollt. Dass es wie bei Blaise und Charlie nur wegen den Anderen war“, erinnerte sie ihn an seine Erklärung damals im Mungos.
„Mag sein, das spielt im Endeffekt aber keine Rolle mehr. Fakt ist, dass ich es getan habe. Warum auch immer. Umso dankbarer bin ich dafür, dass du mir, trotz allem, noch eine Chance gegeben hast. Dass du mir glaubst. Das bedeutet mir unendlich viel. Es hilft mir. Wirklich. Nur wird das die Gesellschaft nie so sehen. Dafür hab ich das Bild von mir bereits zu stark geprägt. Ich habe das Mal, und das ist es, was sie auch weiter alle sehen werden. Genauso andere Dinge.“ „Hör auf. Das ist Blödsinn“, widersprach sie ihm, sodass er sie wieder ansah und sie eine noch tiefere Bitterkeit, aber auch eine langsam wachsende Hoffnungslosigkeit in dem Grau seiner Augen erkannte. Eine seltsame Gewissheit.
„Ist es das?“, fragte er tonlos, schon irgendwie emotionslos, worauf sie nickte. Er schüttelte jedoch gleich mit dem Kopf.
„Sei mal ehrlich. Was würdest du als Außenstehende denken, wenn du meinen Namen hörst? Wenn du all die Dinge nicht wüsstest und nicht selbst gesehen hättest, die noch waren?“ Daraufhin wollte sie ihm sofort eine entsprechende Antwort geben, allerdings blieb ihr der Mund wortlos offen stehen. Eine bittere Bestätigung für ihn.
„Siehst du, was ich meine? Nach allem, was passiert ist, assoziieren die Leute mit dem Namen Malfoy nur Schlechtes. Und das bezieht sich nicht nur auf mich. Sie werden nicht nur mich und meine Fehler sehen, sondern noch einiges mehr. Lucius in seinem Treiben und den Intrigen, wie auch sonst meine Sippschaft. Allen voran Bellatrix, Rodolphus und seinen Bruder Rabastan. Denke nicht, dass ich es nicht weiß, aber die Drei haben Longbottoms Eltern mit Crouch Jr. in den Wahnsinn gefoltert. Wie Bellatrix drauf war, muss ich dir ja nicht sagen. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie viel Emotionen sie in ihre Flüche gelegt hat, sodass sie einen um den Verstand bringen konnten. Dagegen sind die Idioten hier Stümper.“ Daraufhin schluckte sie hart.
„Unsere ach so reine Blutlinie. . .“, schnarrte er sarkastisch. „. . . ist auf Blut aufgebaut. Die der Malfoys, Lestranges und Blacks. Es sind mit die ältesten, reinblütigen Familien, die mit allen Mitteln ihre Blutlinie versucht haben makellos zu halten. Und dabei sind sie häufig über Leichen gegangen. Viel zu oft. Der Zweig der Blacks war da noch der Humanste, weil sie ihre Kinder nur verstoßen haben, wenn sie anders dachten. Wobei ich mir da inzwischen auch nicht mehr so sicher bin, ob sie nicht vielleicht auch den einen oder anderen gemeuchelt haben, wenn er sich gegen ihre Vorstellungen aufgelehnt hat.“ „Sirius“, murmelte Hermione bitter, während Draco gerade an seine Mutter und ihre Geschichte dachte. Dass ihre Familie sie für ihre Entscheidung ebenfalls fast getötet hätte. Er vermutete, da Andromeda sich zuvor schon mit einem Mugglegeborenen aus dem Staub gemacht hatte und die alten Herrschaften nicht noch so einen Schandfleck im Stammbaum haben wollten. Auf Hermiones Flüstern fiel ihm dann auch noch etwas ein.
„Bellatrix hat ihn im Ministerium ermordet, richtig?“ „Hm.“ „So viel zu den zarten Familienbanden. Und wo wir gerade bei ihm sind. . . Wie war das denn mit Black?“, stellte er ihr leise die Frage, über die sie gar nicht näher nachdenken wollte. Darüber, dass er unschuldig gewesen war. In einem gewissen Sinne sogar noch unschuldiger, als Draco und dennoch hatte ihm sein Name und die Familienzugehörigkeit, am Ende das Genick gebrochen, obwohl er nichts Verwerfliches getan hatte.
Was sie bei ihm besonders bitter fand, war die Tatsache, dass sich seine Freunde, allein auf die Anschuldigung, bereits zur Gänze von ihm abgewandt hatten. Niemand hatte nachgeforscht, ob es stimmte. Weder Remus noch der Orden, dem sich Sirius verschrien hatte.
Sicherlich war es damals ein wenig dem Chaos geschuldet, was jetzt ähnlich war. Der Vorfall hatte sich direkt nach Voldemorts erstem Fall ereignet. Da hatte die magische Gesellschaft andere Dinge im Kopf, als sich darum zu kümmern, ob jemand schuldig oder unschuldig war. Dennoch fand sie es ungleich bitter, dass ihm keiner geholfen hatte. Ein Fehler, den sie nicht machen würde. Sie würde nicht zulassen, dass sich die Geschichte auf einem solchen Weg vielleicht wiederholte.
„Das mag alles irgendwo stimmen. Du vergisst aber etwas.“ „Und was?“ „Mich“, gab sie ihm ruhig zurück, worauf er sie still musterte, während Hermione ihn entschlossen ansah.
„Sirius wurde damals von seinen Freunden und dem Orden im Stich gelassen. Er hatte nicht einmal eine Verhandlung, im Gegensatz zu dir. Und. . .“ „Und die Leute sehen trotzdem nichts anderes“, unterbrach er sie matt, mit einer dumpfen Gewissheit, dem sie widersprach.
„Das stimmt nicht, also fang gar nicht erst an, dir so einen Blödsinn einzureden“, funkelte sie ihn ein bisschen sauer an. Als er den Mund wieder aufmachen wollte, hielt sie ihm den ganz schnell zu.
„Nein. Jetzt hörst du mir zu. Gedanken, Eindrücke und Einstellungen ändern sich leider nicht von heute auf morgen. Aber sie können sich ändern. Ich habe vor der Verhandlung mit Alicia und den Übrigen, die du mir genannt hast, gesprochen. Sie wollten meine Erklärungen damals nicht hören, haben sich während des Prozesses allerdings umentschieden, weil sie es am Ende doch verinnerlicht und begriffen hatten, was ich versucht habe, ihnen klarzumachen. Und Katie. . . Sie hat dir richtig verziehen und dann auch noch etwas geflunkert, damit du besser da stehst. Es mag ja sein, dass die Allgemeinheit an sich im Moment noch ein völlig falsches Bild von dir hat. Es ging zu der Verhandlung aber nicht darum, gleich die komplette Gesellschaft von dir zu überzeugen, sondern lediglich das Gremium.“ „Und was die sich für eine Meinung gebildet haben, wissen wir ja“, murmelte er bitter, was sie die Augenbrauen kraus ziehen ließ.
„Was meinst du?“ Daraufhin verlor sich sein Blick im Nichts und nahm etwas seltsam Leeres an. Schon irgendwie . . . leblos. Es war ihr unheimlich, in dem Moment erinnerten sie diese Augen jedoch mehr an die eines Toten. Es war ein Anblick, den sie nicht ertrug und schließlich sein Gesicht behutsam in die Hände nahm.
„Draco?“, rief sie ihn, doch er reagierte nicht. „Sieh mich an“, forderte sie, nur schien er bereits zu weit mit seinen Gedanken weggedriftet.
„Schau mich an!“, drängte sie ihn sanft und strich ihm die lang gewordenen Haare aus den Augen und der Stirn, worauf er die Lider schwach hob und damit das Leblose ein wenig verschwand, was sie erleichterte. Dennoch ließ sie nicht von ihm ab, sondern sah ihm beinahe beschwörerisch in die Augen.
„Es ist noch nichts entschieden. Hörst du? Ganz egal was dir diese Arschlöcher hier sagen. Es ist noch nichts entschieden“, betonte sie ihre letzten Worte nachhaltig.
„Ich warte selbst jeden Tag auf einen Bescheid. Und sobald ich etwas habe, ob jetzt positiv oder negativ, werden wir dir das sagen. Also red dir nichts ein, was nicht ist. Tu dir das nicht an. Es ist erst vorbei, wenn wir dich hier raus haben. Und wir werden dich hier rausholen. Irgendwie. Ich werde keine Ruhe geben, bis ich meinen Willen habe. Hast du mich verstanden?“, beschwor sie ihn und strich ihm nochmal durch die Haare. Sie suchte weiter nach den richtigen Worten, um ihn ein wenig aufzubauen und Mut zu machen. Hoffnung zu geben.
„Hör zu, ich. . . Ich kann mir nur grob eine Vorstellung davon machen, wie es dir wirklich geht. Wie dir mit all dem hier zumute ist. Eben auch mit dieser Ungewissheit und. . .“ „Ich kann nicht mehr“, murmelte er, als sich über seine gequälten Augen ein feuchter Schimmer legte.
„Wenn du. . . Wenn ihr nicht wärt, dann. . .“, brach er ab und schluckte hart. Kurz darauf schloss er fertig die Augen, aus denen sich zwei einsame Tränen stahlen, die sich an Hermiones Händen verloren.
Dieser zerriss es auf seinen Anblick fast das Herz. Ihr traten selbst die Tränen in die Augen, bevor sie ihn wieder zu sich zog und ihn beruhigend umschlossen hielt, während Draco sich inzwischen nur noch schlecht unter Kontrolle hatte.
Seine Arme schlangen sich in einem halben Eigenleben zittrig, aber auch unglaublich fest um ihre Erscheinung und drückten sie so sehr an sich, dass nicht einmal ein Pergament zwischen sie passte. Sein Gesicht vergrub er in ihrem Nacken in den Haaren, in die sich eine seiner Hände krallte, um irgendwie Halt zu finden. Um den Boden unter den Füßen nicht gänzlich zu verlieren, der ihm langsam drohte wegzubrechen.
„Sch. Es wird alles gut“, flüsterte die Gryffindor sanft, wie auch beruhigend und strich ihm tröstend durch die verfilzten Haare, sowie über den schmalen Rücken. Am Ende hauchte sie ihm einen liebevollen Kuss auf die Wange, was bewirkte, dass er seine Umarmung noch mehr verstärkte und sie schon halb erdrückte.
„Bitte. Ich . . . ich brauch dich“, entwich es ihm zittrig, in einem kaum verständlichen Flüstern. Hermione hatte es dennoch gehört und legte ihm, ihre Arme etwas mehr um, um ihm zu zeigen, dass sie für ihn da war.
„Ich lass dich nicht im Stich“, versprach sie, worauf sein Körper von einem unkontrollierten Zittern gebeutelt wurde, das von einem krampfhaft unterdrückten Schluchzen herrührte.
„Sch“, hauchte sie daraufhin beruhigend und meinte weiter: „Ich bin für dich da. Versprochen. Und. . . Wir müssen ja auch noch Tee trinken und Abendessen. Das hast du mir versprochen“, erinnerte sie ihn neckisch, aber dennoch furchtbar warm und sanft, worauf das Beben kurz stärker wurde, als er zeitgleich, zwar etwas gequält, leise auflachte. In der nächsten Sekunde verstärkte er seinen Griff erneut.
„Ja“, hauchte er gegen ihren zarten Nacken. Am Ende konnte er sich auch nicht mehr beherrschen, denn er streichelte mit seinen Lippen zärtlich über ihren Schwanenhals, bevor er diese sanft, in einem kleinen Kuss, richtig auf diesen legte. Es war eine Geste, die Hermione überdeutlich spürte und so etwas schluckte, während ihr Herz verräterisch zu schlagen begann, was sie gekonnt ignorierte.
Dracos Regungen und Handlung erklärte sie sich dann auch mit seiner angeknacksten, mentalen Verfassung. Dass er mit den Nerven und allem völlig runter war, war weiß Gott nicht zu verleugnen. Er war am Ende, weshalb sie sich fest vornahm, Kingsley nochmal in den Arsch zu treten. Reformen hin oder her. Sie konnten ihn unmöglich noch länger diesem Horror aussetzen. Wenn doch, er würde daran zerbrechen und elendiglich zugrunde gehen. Allein die Vorstellung ließ sie schaudern und schnürte ihr die Brust unangenehm zusammen.
Merlin, wann um alles in der Welt hatte sie angefangen, so viel für ihn zu empfinden, dass ihr der bloße Gedanke so unerträglich war, dass er hier drin den Tod finden könnte?
Er war ihr ein Freund geworden, keine Frage. Und um ihre Freunde hatte sie sich seit jeher Gedanken gemacht. Die Sorgen, die sie sich nun allerdings um ihn machte, reichten bereits so tief, wie die, die sie sich auch um Harry und sonst ihre langjährigen Freunde machte.
Dass das alles, was sie bisher mit ihm erlebt hatte, bereits eine derart tiefe Verbundenheit unter ihnen geschaffen hatte, war ihr schon fast ein bisschen unheimlich. Dennoch war es so.
„Ich hol dich hier raus. Ich versprech es. Also lass den Kopf nicht hängen, auch wenn es alles im Moment nicht leicht ist. Es wird besser werden. Ganz bestimmt. Vertrau mir“, hauchte sie und strich ihm beruhigend durch die struppig, strähnigen Haare.
„Lass dir nichts anderes einreden. Okay? Von niemandem.“ Daraufhin nickte er kaum merklich in ihren Schopf, machte allerdings keine Anstalten, die für ihn gerade so wichtige Verbindung zwischen ihnen zu lösen und sie loszulassen. Auch Hermione regte sich nicht weiter, sondern hielt ihn ihrerseits schweigend fest, bis sich viel zu früh die rostige Tür öffnete und Gibson selbstgefällig in die Zelle trat.
„Oh man, das ist ja widerlich“, schnalzte er abfällig, als er die Beiden so innig ineinander verschlungen vorfand. Draco hob auf den Kommentar leicht den Blick und taxierte den Mann unheilvoll mit seinen dunklen Augen. Kurz darauf löste er einen Arm von Hermione und zeigte Gibson recht provokant den Mittelfinger, was diesen zur Weißglut trieb.
Noch als Draco das tat, flüsterte er Hermione eindringlich „Sei vorsichtig“ zu. Daraufhin sah sie ihn an. Fragend. Wenig später bemerkte auch sie den Proleten und nickte rasch, ließ es sich diesmal aber nicht nehmen, sich von Draco zu verabschieden, ehe der Typ ihnen wieder dazwischenfunken konnte.
Sie nahm sein Gesicht in die Hände und hauchte ihm einen zarten Kuss auf die Stirn „Bis nächste Woche“, bevor Gibson dazu kam, sie brachial von ihm wegzuzerren.
„Raus jetzt, bevor mir das Kotzen kommt!“, giftete er, wofür Hermione ihm am liebsten eine geklatscht hätte. Da war Draco aber auch schon auf den Beinen und versuchte irgendwie die Wut und Aufmerksamkeit des Wärters auf sich zu lenken.
„Neidisch? Nachvollziehbar, bei so einer Bulldoggenvisage“, schnarrte er, mit der typisch überheblichen Malfoy Arroganz.
„Wie war das?“, keifte Gibson und ließ Hermione, wie erhofft, prompt los. In der nächsten Sekunde schlug er Draco die Faust in den Magen, der sofort keuchend zusammensackte und sich auf dem kalten Steinboden krümmte.
„Draco!“, japste Hermione und wollte zu ihm stürzen, als er den Blick gequält hob und sich ihre Augen ineinander verhakten. Just in dem Moment, als sie Blickkontakt hatten, echote ihr seine Stimme warnend im Kopf nach „NICHT!“, worauf sie in ihrer Bewegung innehielt und verwirrt zu dem Blonden sah, vor dem Gibson noch immer schnaubend, mit gezücktem Zauberstab stand. Offensichtlich überlegte er, was er mit ihm machen sollte. Gleich drangsalieren oder später?
„Provozier in ihn nicht. Lenk seine Aufmerksamkeit nicht auf dich. Verhalt dich ruhig!“, vernahm sie ihn eindringlich, sah sich für einen kurzen Moment jedoch gänzlich außerstande, zu verstehen, was gerade passiert war? So fanden ihre Hände dann auch von selbst den Weg in Richtung ihres Kopfes, wo sie mit den Fingern etwas an eines ihrer Ohren griff. Hatte sie ihn jetzt wirklich gehört?
Wie, um ihre unausgesprochene Frage und Gestik zu beantworten, nickte er kaum merklich, was Gibson diesmal registrierte und den Kopf zu Hermione herumriss. Diese stand nun vollkommen ruhig da, um den Wärter, wie Draco ihr einsuggeriert hatte, nicht zu reizen.
Kurz darauf lief ihr Kopf auch schon heiß, während sie schweigend mit Gibson durch die Gänge schlich. Sie fragte sich, wie der Blonde das gemacht hatte? Dann fiel ihr wieder ein, dass er Legilimentik und Okklumentik beherrschte und damit sicher auch andere mentale Zauber. Snapes Stimme hatte sie damals im Manor ja auch unverhofft im Kopf gehabt. Vermutlich hatte der alte Giftmischer Draco einiges in der Richtung beigebracht, was nicht in Hogwarts gelehrt wurde. Allen voran schwarze Magie und. . .
„Langsam, Missy“, raunte Gibson plötzlich tief und ergriff sie ruppig am Oberarm, über den er sie zu sich zerrte. „Was soll das?“, zischte sie und versuchte sich gleich aus seinem Griff zu winden. Ihr Gegenüber ließ ihr aber keine Chance, sondern packte sie rabiat bei den Handgelenken. Nur einen Moment später drängte er sie rücklings an eine der kalten Steinwände. Ihre Gelenke drückte er dabei brachial dagegen und nagelte sie so gnadenlos fest.
„Wir haben noch eine kleine Rechnung offen, meine Süße“, knurrte er bedrohlich, was sie schlucken ließ, bevor sie versuchte, sich zur Ordnung zu rufen und ihre Unsicherheiten, wie auch die leise Angst, zu verbergen.
„Loslassen!“, blaffte sie ihn kurz darauf lautstark, in einem befehlenden Ton an, während sich in ihrem Innern zeitgleich eine dumpfe Panik breitmachte. Der Typ war ihr auf dem Hinweg ja schon blöd gekommen. Jetzt aber. . . Er war nur zu offensichtlich noch immer wütend. Dracos Versuch, diese Wut auf sich zu ziehen, hatte scheinbar nicht ganz geklappt.
„Was denn, Missy? Hast du Angst?“, raunte er und grinste dreckig. „Du gibst dich doch auch mit diesem Abschaum von einem Death Eater ab“, meinte er düster und legte den Kopf schief. Kurz darauf ließ er seinen Blick mal wieder äußerst anzüglich über ihre zierliche Erscheinung wandern.
„Man hört ja auch so einiges über dich.“ „Ach ja?“, versuchte sie ihm zu trotzen, jedoch zitterte ihre Stimme dafür zu stark, fand sie. Gibson grinste einfach nur.
„Sollst wohl ‘ne Schlangenfreundin sein und auf miese Typen stehen.“ „Ganz bestimmt nicht.“ „Nicht?“, lallte Gibson und kam ihr gefährlich nahe. Mit seiner Nase war er bereits an ihrem Hals und sog wie ein Tier ihr Aroma ein, bevor er mit der Zunge über diesen leckte, sodass es sie schauderte. „. . .Schlammblut. . .“, hallte es ihr ungeahnt im Kopf nach. Und das mit einer Stimme, die nicht mehr existierte.
„Dann frag ich mich, was du von diesem kleinen, dreckigen Bastard willst? Na?“, bohrte Gibson, doch sie schwieg. Zum einen war sie nicht sicher, ob es klug war, ihm zu antworten und zum anderen begann, mit jeder Sekunde mehr, die der Typ sie festhielt, eine immer gefährlichere Panik in ihr hervorzukriechen. Mit dieser verbunden, regten sich Bilder, Stimmen, Gefühle und Empfindungen, die sie nicht in ihrem Kopf haben wollte und dennoch. . .
Sie spürte, dass sie anfing zu zittern und ihr Puls gefährlich anzog. Das bemerkte auch der Typ recht deutlich, da er ihre Handgelenke weiter so brachial zusammendrückte, dass sie zweifellos blaue Flecke davontragen würde.
„Wieso bestehst du so auf diesen Abschaum?“, fragte er neugierig. „Er ist kein Abschaum!“, widersprach sie ihm heftig, nur war ihre Stimme nicht einmal annähernd so stark und entschieden, wie sie gewollt hatte. Gibson lachte auf ihre Worte nur dreckig.
„Ja natürlich. So ein lieber, kleiner, unschuldiger Junge“, höhnte der Wärter belustigt. „Ist mir schon richtig ans Herz gewachsen“, meinte er weiter und legte den Kopf in einem teuflischen Grinsen zur Seite. Hermione wusste ganz genau, was er damit meinte. Was das bedeutete. Allen voran für Draco.
„Offen gestanden genieße ich seine Gesellschaft immer. Du ja auch, Missy. Scheinst wohl was mit der kleinen Kakerlake am Laufen zu haben, wie man so hört. Sollst ja generell gerne privat Hure für Schlangen spielen.“ Daraufhin zuckte sie wie geschlagen zusammen, als sich zudem noch andere Eindrücke verstärkt in ihren Kopf drängten.
„. . . Na Granger? Machst du uns die Hure?“, donnerte Goyles Stimme grölend durch ihren Geist, die sich gefährlich mit der Stimme des Wärters vermischte, der ihr noch zusätzlich unangenehm nahe kam, sodass kaum mehr eine Handbreite zwischen ihnen war.
„Hast du’s so nötig, dich von dem kleinen Flachwichser jede Woche durchnehmen zu lassen? Ist er so gut?“, bohrte Gibson und rückte noch weiter und bedrohlicher zu ihr auf. Sie konnte so deutlich seinen heißen Atem spüren, als er den Kopf senkte und die Lippen an ihr Ohr legte.
„Wie ist es, in einem feuchten, modrigen Kerker durchgevögelt zu werden? Gefällt dir das? Hast du so einen Fetisch, Missy?“ „. . . Wie ist das von ‘nem Reinblut mal richtig hart durchgefickt zu werden?“ „Turnt dich das an, ja? Das nach außen so brave und disziplinierte, kleine Mädchen steht im geheimen wohl auf dreckigen, brutalen Sex, hm? Ist doch so? Willst dich nach allem scheinbar richtig ausleben. Das kannst du bei mir auch haben“, sülzte Gibson weiter, sodass sie drohte immer mehr den Bezug zur Realität zu verlieren, je stärker sich die ganzen anderen Dinge in ihren Geist drängten. Bilder, Ängste, Schmerzen, Leid, Verzweiflung, Todessehnsucht. . .
„. . . Frank“, räusperte sich dann jedoch jemand recht knurrig, worauf Gibson den Kopf angepisst zur Seite drehte, wo er den Direktor erblickte. Neben ihm stand ein junger, hochgewachsener, gut durchtrainierter Auror, mit dunkelbraunen Haare und braunen Augen. Dieser zog skeptisch eine Augenbraue nach oben, während sein Blick zwischen dem bulligen Wärter und der zierlichen Hexe hin und her wanderte.
„Hermione?“, rief er, in einem Anflug von Verwirrung und Sorge, worauf sie zuckte und den Kopf verschreckt zu der warmen Stimme riss. Ihr Blick erfasste getrieben den fremden Mann, der deutlich die Panik und Angst in ihren feuchten Augen erkannte. Ebenso die Hände von Gibson, mit denen er sie noch immer recht brutal an die Wand drückte, womit sein Blick unheilvoll auf den Proleten fiel.
„Ich glaube, sie kann alleine stehen“, raunte er dem Typen warnend zu, der nicht gleich kapierte, was er meinte, sodass sein Blick zu seinem Chef glitt. Dieser schnaubte verärgert. In den dunklen, tückischen Augen blitzte es wütend, ehe er Zähneknirschend mit dem Kopf auf den jungen Mann deutete. Damit ließ Gibson Hermione los, die für einen Moment drohte zitternd an der kalten Steinwand zu Boden zu sinken. Der Fremde hielt ihr aber sofort die Hand entgegen, nach der sie ohne nachzudenken griff und sich rasch in einen sicheren Hafen ziehen ließ.
„Danke“, hauchte sie zittrig, worauf er sie noch mehr zu sich nahm und umschloss, bevor er sauer zu dem Älteren sah. Dieser schnaubte abfällig, während sich der Direktor mürrisch erklärte.
„Das ist Nate Brigson. Er wird sich heute ein bisschen umsehen“, gab der Direktor in wenig erfreutem Tonfall von sich. Hermione horchte auf den Namen jedoch auf und sah zu dem jungen Auror, mit dem freundlichen Gesicht, den sie jetzt erst erkannte. Richtig erkannte und sich so auch vermehrt an ihn erinnerte. Und zwar nicht nur daran, dass sie ihm vor ein paar Wochen im Mungos in ihrer Wut vermutlich die Nase gebrochen hatte. Nein, sie entsann sich auch wieder daran, dass er in Hogwarts zu den Löwen gehört hatte. Er hatte in ihrem Vierten seinen Abschluss gemacht.
„Schon wieder?“, entwich es Gibson auf die Erklärung des Direktors. Dieser nickte und schielte düster zu Hermione. Nate sah es, konzentrierte sich dann aber mehr auf Gibson.
„Vorschrift des Ministers. Haben Sie irgendein Problem damit?“, fragte er kühl. „Mitnichten“, gab Gibson angesäuert süßlich zurück und erinnerte dabei an Umbridge, wenn sie versuchte, ihre Wut zu kaschieren.
„Ich halte es nur für überflüssig. Wir gehen unserer Arbeit gewissenhaft nach.“ „Hab ich gesehen“, erwiderte Nate düster, ehe er auf Hermione sah. „Bei dir ist alles in Ordnung?“ „Hm“, brachte sie schwach hervor und sah ihn wieder an. Dankbar.
„Ich frag jetzt mal nicht, warum du hier bist“, grinste er leicht, was sie allerdings schlucken ließ. Kurz darauf fiel ihr Blick mehr als beunruhigt auf Gibson. Nate folgte diesem, bevor er sich an den Direktor richtete.
„Sie entschuldigen uns für einen Moment? Ich würde Miss Granger nur kurz vor die Tür begleiten wollen.“ „Sicher“, murrte der Direktor, womit sich Hermione noch knapp zu Wort meldete.
„Mein Zauberstab.“ „Hast du den nicht hier?“, wunderte sich Nate, worauf sie mit dem Kopf schüttelte und zu dem Direktor schielte. Dieser erklärte sich süffisant.
„Besuchern ist das Tragen aus Sicherheitsgründen nicht gestattet. Fluchtgefahr und Ähnliches. Sie verstehen?“ „Natürlich“, gab Nate erneut unterkühlt von sich.
„Aber da Miss Granger ja nun nach Hause möchte, wären Sie so freundlich?“, forderte Nate ihn indirekt auf, Hermione ihr Eigentum zurückzugeben, sodass die Drei im Vorraum verschwanden. Kurz darauf hatte sie den Stab zurück, wo Nate sie nochmal zur Seite zog.
„Haben sie dir was getan?“, fragte er leise, worauf sie knapp mit dem Kopf schüttelte. Jetzt, da sie das schmale aber mächtige Stückchen Weinstockholz mit der Drachenherzfaser wieder in den Händen hatte, fühlte sie sich besser. Nicht mehr so hilflos und schwach und angreifbar und was nicht noch alles.
Auf den Gedanken blitzte jedoch unweigerlich das Bild von Draco vor ihr auf, auf den all diese Dinge wiederum zutrafen. Er war diesen Bastarden nach wie vor hilflos ausgeliefert. Und so sauer, wie dieses Arschloch war, würde er seine Wut an Draco auslassen.
„Wirklich?“, bohrte Nate, der die Verunsicherung und Angst in ihrem Blick deutlich registrierte. Hermione sah dann auch gleich zu ihm auf.
„Mir nicht, aber. . . Kannst du nicht irgendetwas machen?“ „Was soll ich denn machen? Ich bin nur zu einem Kontrollgang hier“, erklärte er, sodass sie sich auf die Unterlippe biss. Zeitgleich räusperte sich der Direktor.
„Was ist jetzt? Wir haben nicht den ganzen Tag Zeit!“, knurrte er, worauf Hermione zu ihm sah und böses ahnte. Kurz darauf wollte sie sich losmachen, Nate hielt sie allerdings fest.
„Was war?“, fragte er nochmal, da ihm das Bild aus den Gängen keine Ruhe ließ. Es war nur zu deutlich zu erkennen gewesen, dass der Typ sie nicht nur belästigt, sondern massiv bedroht hatte. Ihr Blick hatte Bände gesprochen.
„Ich . . . ich muss mit Kingsley reden“, flüsterte sie und versuchte sich wieder loszumachen. Nate hielt sie jedoch weiterhin fest.
„Warte.“ „Lass mich los. Ich muss mit ihm reden. Es ist wichtig. Ich . . . ich. . .“, fing sie an zu stammeln und fuhr sich nervös, wie auch zittrig durch die Haare. Auf den Anblick zog Nate sie zu einer sperrigen Bank und zwang sie, sich hinzusetzen.
„Was ... war ... los?“, fragte er nochmal ruhig, aber auch eindringlich, sodass sie schluckte und ihn schließlich bitter ansah.
„Was denkst du wohl, was hier los ist?“, flüsterte sie und schielte kurz in Richtung des Direktors. Nate seufzte und nickte etwas für sich.
„Ja, ich weiß. Tonks hat sich letztens recht deutlich über alles Luft gemacht“, murmelte Nate, worauf Hermione ihn skeptisch ansah. Wenig später züngelte in ihren Augen eine dunkle Wut hoch.
„Findest du das etwa in Ordnung?!“ „Uhm. . . N-nein“, brachte er leicht unsicher heraus, da er sich noch rege an ihren Ausraster im Mungos erinnerte, sodass er rasch weitersprach.
„Natürlich nicht. Es ist nur. . . Hör zu, ich kann deine Wut ja verstehen. Wirklich. Tonks hat mir im Mungos schon in den Arsch getreten. Ich hab die Presseberichte über Malfoys Verhandlung ja auch gelesen und. . . Was du, Harry und die Anderen da gesagt haben, da. . . Es tut mir leid, dass ich mich damals zu so einem leichtfertigen Urteil habe hinreißen lassen. Ich kann Malfoy zwar nach wie vor nicht leiden, aber das tut nichts zur Sache. Was hier abgeht, ist unter aller Sau, lässt sich im Moment allerdings nicht unterbinden.“ „Wie bitte?!“, brauste Hermione auf, was Nate zügig zum weitersprechen animierte.
„Das Aurorenbüro ist völlig unterbesetzt. Ich denke, das weißt du“, mahnte er und sah sie beschwörerisch an. Hermione knurrte daraufhin nur.
„Während der Schlacht sind viele gefallen und im letzten Jahr kaum neue ausgebildet worden. Die, die fähig genug sind, verfolgen flüchtige Death Eater. Und was die Idioten hier angeht. . .“, wurde er immer leiser und zog so schon etwas scharf die Luft ein.
„. . . die taugen zu nichts anderem, als eine verschlossene Tür zu bewachen. Streng genommen gehören die nicht mal zu unserer Abteilung. Es sind keine ausgebildeten Auroren. Deswegen hat Remus auch keine Weisungsbefugnis über sie. Sie sind mehr Teil der magischen Strafverfolgungspatrouille und. . .“ „Umbridge“, schnaubte Hermione. Nate nickte.
„Seit Kingsley Remus zum neuen Leiter der Aurorenzentrale gemacht hat, hat er sich ständig mit der Schrulle in den Haaren, das kannst du mir glauben“, grinste Nate schwach.
„Sie versucht ihn aus der Leitung zu drängen, von wegen Werwolf und so. Bis jetzt schlägt er sich aber recht gut und Kingsley spielt da ohnehin nicht mit.“ „Merlin sei Dank“, murrte Hermione und schielte an Nate vorbei, zu dem untersetzten Direktor, der die Beiden ungehalten anfunkelte. Nate sah es und schaute selbst kurz zurück, ehe er sich mit der Zunge über die Lippen fuhr und wieder ganz auf Hermione konzentrierte.
„Wie gesagt, ich kann jetzt leider nichts weiter machen, außer den Kontrollgang, zu dem ich abgezogen wurde, aber. . .“, wurde er noch leiser, während sich in seinen Blick etwas Lauerndes stahl.
„Ich hab das vorhin doch richtig gesehen? Dieser Idiot hat dich bedroht, oder?“ Daraufhin schluckte die Brünette, bevor sie nickte, was Nate ihr gleich tat.
„Vielleicht lassen sich gewisse Dinge auch anders regeln.“ „Was meinst du?“ „Na ganz einfach. Wenn sich zum Beispiel vermehrt beweisen lässt, dass Umbridge ihre Leute nicht im Griff hat, oder anderweitig überfordert ist, könnte man sie ihrer Stelle unter Umständen vorübergehend entheben. Ich weiß, dass Kingsley sie mit allen Mitteln los werden will.“ Daraufhin nickte Hermione.
„Gut. Hör zu. Ich mach jetzt nur meinen Rundgang und mal sehen. . . Vielleicht finde ich etwas, was ich nicht finden soll. Danach machen wir einen Abstecher zu Kingsley und Remus und erklären ihnen, dass der Typ dich bedroht hat. Ich hab es gesehen. Ich bin dein Zeuge. Einverstanden? Vielleicht bringt das ja schon ein klein wenig etwas“, lächelte Nate aufmunternd, was ihm Hermione gleich tat.
„Danke.“ „Hey. Kein Ding. Wir haben schließlich alle ein Interesse daran, dass endlich richtig Ruhe wird.“ „Ja“, lachte Hermione bitter, während Nate sich dem Direktor zuwenden wollte. Hermione hielt ihn aber noch kurz zurück.
„Nate!“ „Hm?“ „Was ich noch sagen wollte. Tut mir leid, wegen der Sache im Mungos. Das ist sonst eigentlich nicht meine Art“, gab sie ihm peinlich berührt zu verstehen.
„Darüber reden wir noch“, meinte er, grinste dabei allerdings versöhnlich und zwinkerte ihr zu. „Warte draußen. Ich bin mit einem Portschlüssel hier. So kommen wir gleich im Ministerium raus.“ Hermione stöhnte.
„Ich liebe Portschlüssel“, schnarrte sie sarkastisch. „Wer nicht?“, lachte Nate, bevor er mit dem Dicken in den teils unterirdischen Trakten Azkabans verschwand.

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