Was im Verborgenen liegt - Rückkehr mit Überraschungen
von Alex2303
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Als Hermione am Morgen wach wurde, war es bereits weit nach 9:00 Uhr, wie sie verdutzt feststellte. Sie ließ die Ruhe des sonnigen morgens dann aber noch kurz auf sich wirken, ehe sie aufstand, sich für den Tag fertig machte und schließlich ans Gästezimmer trat. In diesem herrschte Ruhe, sodass sie klopfte. Reaktion blieb jedoch aus.
„Draco?“, rief sie, bevor sie vorsichtig die Tür aufschob, um zu erkennen, dass er noch immer schlief. Sein Bett ähnelte allerdings erneut einem Kriegsgebiet. Er schien die zweite Nachthälfte auch weiter sehr schlecht geschlafen zu haben.
So überlegte sie kurz, ihn noch länger schlafen zu lassen, nur hatte sie einiges mit ihm zu besprechen, er musste essen, genauso seine Tränke nehmen. Danach konnte er sich wieder ausruhen. Zur Not auch bei Madam Pomfrey, weshalb sie sich daran machte, ihn vorsichtig zu wecken. Allerdings schrak er bei der kleinsten Berührung bereits panisch in einem Aufschrei hoch „NEIN!“, sodass sie verschreckt nach hinten wich.
„Draco?“ „Was?“, keuchte er und sah noch immer leicht getrieben zu ihr, ehe sich dieser Ausdruck legte und in Verwirrung umschlug, die langsam zu einem Begreifen wurde.
„Alles in Ordnung?“, fragte sie dennoch, worauf er sich gestresst durch die verschwitzten Haare fuhr, ehe er abgehackt nickte.
„Ja. Ja, ich denk schon.“ „Okay dann. . . Ich mach uns erstmal Frühstück. Du kannst in der Zwischenzeit duschen gehen. Im Bad liegen frische Sachen und . . . uhm. . . Bevor du dich ganz anziehst, sag mir Bescheid. Daniel meinte, ich soll nochmal nach deinen Verletzungen sehen“, erklärte sie, worauf er knapp nickte, sodass sie wieder verschwinden wollte. Draco hielt sie jedoch kurz zurück.
„Warte. Ich . . . ähm. . . Wäre es in Ordnung, wenn ich ein Bad nehme?“ „Ja, natürlich“, lächelte sie warm und ging nach unten. Draco sah ihr noch einen Moment nach, ehe sein Blick müde durch das Zimmer glitt.
Es war ihm noch immer unwirklich. Mehr wie ein Traum, in den er plötzlich eingetaucht war. Gleich so, als ob sich alles verkehrt hätte. Als würde er jetzt schlafen und damit dem Entfliehen, was er bis eben noch gesehen und gespürt hatte. Als wäre diese Dunkelheit die Wirklichkeit und nicht das, was er jetzt zu sehen glaubte.
Letztlich stand er auf, und versuchte sich zu orientieren. Wo hatte sie gesagt, war das Bad? Ein bisschen hilflos schlich er durch den Flur und fand besagtes Zimmer hinter der dritten Tür. Auf dem Wäschekorb entdeckte er, wie versprochen, ein paar saubere Sachen, die er erstmal links liegen ließ und sich stattdessen mit der Badewanne beschäftigte. Wenig später versank er genüsslich in dem heißen Wasser und tauchte schließlich ganz ab. Er beschwor so für einen kurzen Moment eine alles umfassende Ruhe herauf und nahm diese gänzlich in sich auf.
Die Tatsache, dass er lebte und auch weiter leben durfte. Mehr noch, denn er würde seine Freunde ungezwungen auf freiem Fuß wiedersehen. Sie ließen ihn sogar seinen Abschluss nachholen, wo er sich nur zu gut vorstellen konnte, dass das eher McGonagalls Idee war, als wirklich eine Forderung der Strafverfolgung oder des Gamots. Ihm sollte es recht sein. Das Schloss war für ihn eigentlich immer mehr ein Zuhause gewesen, als sonst etwas.
Nach der Katastrophe im Sechsten, die er selbst heraufbeschworen hatte, hatte ihm das alles schrecklich gefehlt. Er hatte sich in die Sicherheit des Schlosses gewünscht. Er hatte sich die vergangenen Tage zurückgewünscht. Jetzt bekam er sie zurück und damit vielleicht auch die Chance auf etwas anderes, denn Hermione würde ihr Jahr ebenfalls nachholen. Er würde sie jeden Tag sehen und das diesmal ohne die ganzen dunklen Schatten im Nacken.
Damit tauchte er wieder auf, allerdings nur so weit, dass er vernünftig atmen konnte. Er lehnte sich entspannt nach hinten und begann sich vorzustellen, wie das werden würde? Allen voran wie sich das mit Hermione weiterentwickeln würde? Entwickeln könnte? Vielleicht bekam er nun wirklich die Gelegenheit, ihr alles zu erklären. Stück für Stück. Und vielleicht. . . Ja vielleicht verstand sie es. Mit dieser Vorstellung nickte er in dem heißen Wasser weg.
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Ein wenig in sich gekehrt, bereitete Hermione ein großes, ausgewogenes Frühstück zu. Das würde Draco nach allem brauchen. Allerdings machte sie sich weniger Sorgen um seine körperliche Konstitution. Diese Defizite würde er sicher recht schnell überwunden haben. Mehr Gedanken machte sie sich um seine Psyche.
Dass die Strafverfolgung ihn wirklich bis zur letzten Sekunde in einer derartigen Ungewissheit gelassen hatte, hatte Spuren hinterlassen. Vermutlich hatten sie versucht, ihm sonst was einzureden. Und so panisch und geschockt wie er reagiert hatte, waren diese Dinge alles andere als angenehm. Er hatte sie anfangs ja nicht einmal richtig erkannt. Erst, als sie ihn mehrmals angesprochen hatte, hatte er reagiert und sie zu guter Letzt fast erdrückt. Er hatte fürchterlich gezittert, während in seinen Augen die blanke Todesangst zu lesen war. Kein schönes Gefühl, wie sie selbst wusste.
Dass ihm das weiter nachhing, hatte sie vorhin erneut gesehen. Auch fragte sie sich einmal mehr, was diese ganzen Schikanen sollten? Warum hatte Umbridge mit allen ihr möglichen Mitteln versucht, ihn fertigzumachen? Warum wollte sie ihn wegsperren und mundtot machen? Was hatte die rosa Kröte davon? Hatte sie ihm tatsächlich nur aus martialischer Schadenfreude eins reinwürgen wollen?
Dass diese Frau sich am Leid anderer ergötzte, war ja kein Geheimnis. Nur warum hatte sie sich so auf Draco fixiert? Was hatte sie plötzlich für ein Problem mit ihm? Immerhin hatte er damals im Fünften ja brav Lakai für sie gespielt.
Am Ende seufzte Hermione. Sie konnte darüber nachdenken, so viel sie wollte, zu einem wirklichen Schluss kam sie dennoch nicht. Mit diesen Gedanken wurde sie allmählich fertig und setzte sich mit einem Earl Grey und dem Daily Prophet an den Tisch. Der Aufhänger des Tages und damit die Schlagzeile war, wie sie befürchtet hatte, Dracos Entlassung. Und dieser folgten natürlich recht zweideutige Spekulationen, Mutmaßungen und, und, und. Scheiß Klatschpresse!
Sie ließ die Zeitung sauer mit einem Schlenker ihres Zauberstabes in Rauch aufgehen, kaum dass sie den blöden Artikel gelesen hatte. Kurz darauf stand sie auf, um nach Draco zu sehen, bevor das Frühstück kalt wurde. Oben angekommen fand sie ihn allerdings nicht in seinem Zimmer, sodass sie an der Tür zum Bad klopfte.
„Draco?“, rief sie. Reaktion blieb aber aus. „Alles in Ordnung?“ Nichts. „Draco? Ich komm rein“, meinte sie und schob zögerlich die Tür auf, um ihn nicht gerade beim Anziehen zu überraschen. Die Gefahr bestand jedoch nicht, denn er lag noch immer in der schaumigen Wanne. Und das mit geschlossenen Augen, was sie seufzen ließ.
Im Grunde sollte es sie nicht wundern nach allem. So kniete sie sich neben ihn und strich ihm behutsam die nassen Haare aus der Stirn, ehe sie versuchte, ihn vorsichtig zu wecken.
„Draco? Aufwachen“, rüttelte sie ihn sacht, worauf er den Kopf zur Seite neigte und damit ordentlich Wasser in die Nase kriegte. Kurz darauf tauchte er unfreiwillig ab, bevor er prustend, wie auch keuchend wieder hoch kam und sich getrieben umsah.
„Was. . .“ „Sch. Alles okay“, gab Hermione ihm gleich beruhigend zu verstehen und legte ihm die Hände auf die schmalen Schultern, worauf er orientierungslos zu ihr sah. Sie lächelte sanft, was ihr teils ein wenig schwer fiel, denn neben dem leichten Rotstich, den das Wasser angenommen hatte, sah sie nun auch, woher dieser rührte. Seine Wunden auf dem Rücken hatten stellenweise wieder angefangen zu bluten.
„Frühstück ist fertig“, erklärte sie ihm ruhig, was er matt abnickte, sodass sie ihn kurz alleine ließ, damit er sich anziehen konnte. Hemd und T-Shirt nahm sie allerdings mit, damit er das noch nicht über zog.
Draco sah er ihr am Ende erschöpft nach, bevor er sich nochmal mit den Händen übers Gesicht und durch die Haare fuhr. Dabei fiel sein Blick ungewollt auf das hässliche, schwarze Etwas auf seinem Unterarm, was ihm noch immer einen kalten Schauer durch den Körper jagte.
Im Grunde war es unmöglich, da Voldemort tot war, dennoch hatte er das befremdliche Gefühl, dass sich dieses Ding aufs Neue bewegte. Es bescherte ihm unangenehmes Herzrasen, je länger er darauf blickte. Auch schien es ihm düster etwas zuzuraunen. Dabei drohte es ihn und seinen Geist in dunkle Untiefen zu reißen, aus denen er nie mehr entkommen würde.
Merlin, er hasste dieses Ding. Er konnte gar nicht sagen, wie sehr er es hasste. Die Verbindung, die er dadurch mit Voldemort hatte, wenngleich sie in einem einzigen Fall von unermesslichem Vorteil gewesen war. Davon abgesehen hatte es ihm nur Leid beschert und würde ihn auch weiter auf ewig begleiten. Es würde ihn immer an all das erinnern, was er nur zu gern vergessen wollte.
Es machte ihn zu einem Ausgestoßenen. Genauso sein Name. Sein ganzes Wesen im Grunde. Nichts war mehr so, wie es war, und würde es auch nie wieder werden. Über gewisse Dinge war er heilfroh. Dass diese nie zurückkommen würden. Angefangen bei der Tatsache, dass die alte, ideologische Struktur gefallen war. Dass sie alle aufatmen konnten, da der Krieg, und alles, was damit zusammenhing, endgültig vergangen war. Nur was bedeutete das im Endeffekt für ihn? Wie würde ihm diese neue Welt begegnen?
Er war froh, dass er lebte und frei war. Keine Frage. Dennoch war und blieb da die Ungewissheit, was nun auf ihn zukommen würde? Eines war klar. Leicht würde es ganz sicher nicht werden.
Mit diesem Gedanken quälte er sich hoch und schlüpfte in ein paar frische Boxer und die Jeans. Vom Rest seiner Klamotten fehlte plötzlich allerdings jede Spur. Dann fiel ihm aber wieder ein, dass Hermione die mitgenommen hatte. Genauso, dass sie noch was gesagt hatte, wegen seiner Wunden.
Am Ende seufzte er und trat aus dem Bad, wo er sie auf der gegenüberliegenden Seite an der Wand lehnend entdeckte. Als sie ihn sah, lächelte sie gleich warm, worunter sich etwas Bitteres schlich, als ihr Blick an ihm herabglitt.
Schließlich nahm sie ihn bei der Hand und zog ihn ins Gästezimmer, wo sie die unzähligen Striemen und Kratzer nochmal ordentlich versorgte und ihm einen frischen Verband anlegte. Von dem schnappte er sich noch einen schmalen Streifen und ließ das Mal unter dem weißen Stoff verschwinden.
Hermione sah es aus den Augenwinkeln und lächelte auf seine Handlungsweise etwas schwermütig, ehe sie sich wieder ganz ihrem Tun widmete. Kurze Zeit später kam sie zu einem Ende und reichte ihm den Rest seiner Sachen, mit denen er wieder recht ansehnlich war. Lediglich seine schmale Gestalt, wie auch die blassen Züge, mitsamt den Schatten unter und um seine Augen, störten den Anblick. Aber das würde sich in naher Zukunft geben.
Sie nahm ihn aufmunternd bei der Hand und verschwand runter in die Küche, damit sie endlich essen konnten. Draco saß kurzzeitig allerdings recht teilnahmslos vor dem gedeckten Tisch und versank ein wenig in seinen Gedanken. Hermione sah es.
„Was ist?“ Daraufhin blickte er auf. Unsicher. „Wie . . . wie läuft das jetzt eigentlich? Also . . . alles?“ „Erklär ich dir nachher. Iss erstmal und dann. . .“, hielt sie inne und schob ihm eine kleine Glasphiole hin. „. . . nimmst du den Trank. Morgens, mittags und abends nach dem Essen, damit deine Lungenentzündung weggeht“, erklärte sie und machte sich schließlich ein Vollkornbrot fertig.
Draco musterte sie so noch kurz, bevor er seinem schmerzenden Magen seit langem wieder etwas Nahrhaftes und vor allem Genießbares zuteilwerden ließ. Zwar bekam er nicht sonderlich viel runter, Hermione war aber zufrieden. Mehr noch, als er den Trank geschluckt hatte. Allerdings konnte er nicht verhindern, dass sich seine Züge angeekelt verzogen.
„So schlimm?“, lächelte sie mitleidig. „Wie Schweißfuß“, würgte er und kippte sich noch schnell etwas von dem Multi-Saft hinter. Hermione besah es sich schmunzelnd.
„Solange es hilft.“ „Schmeckt trotzdem scheiße“, nuschelte er mit noch immer angewiderter Grimasse, ehe er sich mit der Zunge über die trockenen, spröden Lippen fuhr.
„Tja, ein paar von den Tränken wirst du noch über dich ergehen lassen müssen.“ „Kann’s kaum erwarten“, murrte er, was sie lachen ließ.
Schließlich räumte sie den Tisch ab, wobei er ihr helfen wollte, nur wusste er nicht so richtig wie und wohin. Hermione war aber recht schnell fertig und nahm ihn wieder bei der Hand, wo sie mit ihm im Wohnzimmer verschwand, was er sich nun etwas genauer zu Gemüte führte.
Es war recht gemütlich hergerichtet. Vielleicht ein bisschen altbacken, allerdings. . . Wenn er da an das dunkle Mobiliar aus dem Manor dachte, das war teils noch aus vorangegangenen Jahrhunderten. Zwar edel und gepflegt, jedoch nicht sein Geschmack. Es war alles extrem dunkel, schwer und gedrungen. Es wirkte manchmal so, als ob es einen jeden Moment erschlagen könnte.
Was ihm hier im Wohnzimmer dann vermehrt auffiel, waren die Bilder. Vorzugsweise die auf dem Kamin, die teils niemanden zeigten oder ein Paar, mittleren Alters, was vermutlich ihre Eltern waren, die allerdings deplatziert auf den Fotos wirkten. Als ob etwas fehlte. Jemand, womit ihm jetzt erst noch etwas anderes bewusst wurde. Nämlich die Tatsache, dass er anscheinend mit Hermione alleine war.
„Uhm. . . Sag mal. . .“, begann er vorsichtig, worauf sie sich zu ihm drehte. „Hm?“ „Entschuldige, wenn ich frage, aber wo sind deine Eltern?“ Daraufhin stahl sich etwas Betrübtes in ihre Miene, sodass er seine Neugier bereits bereute und krampfhaft überlegte, wie er sich aus dem nur zu offensichtlichen Fettnäpfchen herauswinden konnte?
„Ich . . . ähm. . .“ „Sie sind in Australien.“ „Australien?“, stutzte er, worauf sie nickte und auf der Couch Platz nahm. Draco tat es ihr gleich.
„Ja. Weißt du. . . Bevor ich mich mit Harry und Ron auf die Suche nach den Horcruxen gemacht habe, habe ich ihre Erinnerungen an mich gelöscht und ihnen einsuggeriert, dass sie auswandern wollten. Ich hatte Angst, dass die Death Eater sie aufspüren könnten und . . . uhm. . .“, brach sie ab und versank kurzzeitig in den ganzen dunklen Erlebnissen des letzten Jahres.
Draco besah sie sich schuldig, ehe er aufmunternd meinte: „Verstehe. Aber den Zauber kannst du doch sicher rückgängig machen. Sollte für dich doch gar kein Problem sein.“ Daraufhin lächelte sie leicht, aufgrund seiner Worte und des indirekten Kompliments.
„Ist es auch nicht. Ich hatte bis jetzt nur nicht die Zeit, näher nach ihnen zu suchen. Aber ich denke, in Australien sind sie noch eine Weile gut aufgehoben. Wenn ich sie noch ein Jahr dort lasse, ich schätze, das werden sie mir nachsehen“, lächelte sie wieder etwas. Draco überkam jedoch ein leises Schuldgefühl.
Sie hatte gesagt, sie hatte keine Zeit gehabt. Und die hatte sie wohl nicht, da sie sich so sehr mit seinen Problemen befasst hatte. Sie hatte sich erst um seine Verhandlung gekümmert und ihn dementsprechend verteidigt. Im Anschluss war sie regelmäßig in Azkaban, um ihm beizustehen und aufzumuntern. Es war Zeit, die sie eigentlich darauf hätte verwenden sollen, sich um ihre eigene Familie zu kümmern, anstatt um ihn.
„Tut mir leid“, murmelte er schließlich recht leise, was sie verwirrt schauen ließ. Letztlich schüttelte sie lächelnd mit dem Kopf und winkte ab.
„Halb so wild. Wie gesagt, den Beiden geht es dort unten sicher gut. Und ich hätte mit dem neuen Schuljahr ohnehin keine Zeit für sie. Mach dir keine Gedanken deswegen. Es ist alles gut, so wie es jetzt ist“, lächelte sie weiter aufmunternd, worauf er abgehakt nickte.
Schließlich nahm sie sich seine Auflagen zur Hand, die sie näher mit ihm durchging. Wie nicht anders zu erwarten, stöhnte er bei ein paar Punkten. Ganz besonders dem des Mugglekundeunterrichts, was sie spitz grinsen ließ.
„Ich geb dir zur not Nachhilfe, damit du dort auch zu deinem O kommst.“ „Denkst du, das hab ich nötig?“, fragte er beleidigt, worauf sie mit den Schultern zuckte. „In manchen Bereichen schon“, grinste sie, worauf er sauer schnaubte.
„Darf ich dich daran erinnern, dass ich neben dir auch jedes Jahr in allen Fächern ein O hatte?“ Auf den Hinweis lief sie peinlich rot an, als es ihr wieder einfiel.
Sie war mit ihm immer Jahrgangsbeste gewesen. Der einzige Unterschied hatte in der Punktverteilung bestanden. Sie hatte in der Regel ein oder zwei Punkte mehr in ihren Klausuren. Davon abgesehen hatte er Recht. Sie hatte hier weder Ron noch Harry sitzen, die nicht selten keine Ahnung von den Dingen hatten, die sie veranstalteten.
Dass Draco ein äußerst helles Köpfchen hatte, wusste sie und es hatte sie häufig gewaltig geärgert. Sie hatte besser sein wollen, als er. Sie hatte jedem beweisen wollen, dass sie es Wert war, eine Hexe zu genannt zu werden. Sie hatte Draco in allem schlagen wollen. Nur konnte sie das schlecht, weil sie ständig gleich auf waren. Zudem gab es da einen Punkt, den er in der Tat besser beherrschte. Allerdings legte sie auf diesen Aspekt ohnehin keinen Wert. Nicht zuletzt hasste sie es ja. Das Fliegen auf einem Besen. Ihr war das einfach zu unsicher. Zu wacklig und kontrolllos.
Wie die Jungs und Ginny sich so für diese Art der Fortbewegung begeistern konnten, war und blieb ihr ein Rätsel. Genauso die Begeisterung für Quidditch. Der Sache würden die Drei dieses Jahr unter Garantie auch wieder mehr frönen, als dem Unterricht und sonst ihren Leistungen. Und wer durfte ihnen dann aus der Klemme helfen, wenn sie mit Schrecken feststellten, dass sie keine Hausaufgaben hatten oder die Zauber nicht beherrschten? Sie! Auf den Gedanken knirschte sie unweigerlich mit den Zähnen, was sich Draco unsicher besah.
„Was ist?“ „Hm?“ „Du guckst, als ob du jemanden lynchen willst“, erklärte er und fragte sich zeitgleich, ob er etwas falsch gemacht hatte? An seiner Aussage vorhin war doch eigentlich nichts Verwerfliches gewesen. Oder etwa doch?
„Nein. Es ist nur. . .“ Sie seufzte. „Harry und Ron werde ich dafür umso mehr helfen müssen.“ „Wie jetzt? Die wiederholen ihr Jahr auch?“ Er konnte es nicht verhindern, aber auf ihre Bemerkung stahl sich blankes Entsetzen auf seine Züge. Dieses wurde mehr, als Hermione nickte.
„Wa. . . Wieso? Ich dachte, das Jahr ist freiwillig?“ Er konnte es noch immer nicht fassen. Warum zum Teufel halsten sich die Faulpelze noch ein Jahr auf, wenn sie es nicht mussten? Zumindest bei Potter war er sich zu 100% sicher, dass den Retter der Magischen Welt jeder mit Kusshand ausbilden und anstellen würde.
„Ist es auch. Ursprünglich wollten die Beiden auch gleich mit ihrer Ausbildung in der Aurorenzentrale anfangen.“ „Aber?“, bohrte er. Nicht sicher, ob er eine Antwort darauf haben wollte. Verdammt, wenn die zwei Hornochsen ebenfalls in Hogwarts waren, sanken seine Chancen doch ins Bodenlose, in Ruhe Zeit mit Hermione zu verbringen. Die Blödmänner würden sie unter Garantie versuchen von ihm fernzuhalten. Allen voran Weasley, der Trottel. In der nächsten Sekunde kam ihm ein bitterböser Gedanke, warum die Beiden noch ein Jahr die Schulbank drückten, obwohl sie es nicht mussten. Es war eine Vorstellung, die Hermione ihm wehmütig bestätigte.
„Als sie gehört haben, dass. . . Na ja, dass du dein Jahr nachmachen sollst, da. . . Da wollten sie Ginny und mich nicht alleine. . .“, wurde sie immer leiser aber auch knurrig, da sie die Beweggründe ihrer Freunde lächerlich und vor allem verletzend fand. Draco schnaubte.
„Was? Da wollten sie euch nicht mit dem bösen Death Eater alleine lassen?“, knurrte er sauer. War ja klar! Alles andere wäre auch zu schön und einfach gewesen. Wahrscheinlich würden sie ihn auf Schritt und Tritt belauern. Hermione seufzte.
Es zu leugnen war sinnlos, da diese Tatsache nur zu offensichtlich war. Der Vernunft wegen, oder ihr und Ginny zuliebe, hätten sie es nicht getan. Auch wenn das bedeutet hätte, dass sie sich längere Zeit nicht sehen würden. Umso mehr hatten sie und Ginny sich darüber gefreut, dass Blaise und Charlie diese Chance nutzten, obwohl sie soweit fit waren, eine Prüfung abzulegen. Aber nein, sie wollten das Jahr nochmal mit ihnen zusammen verbringen.
Es war eine Entscheidung, die sie getroffen hatten, noch bevor es hieß, dass Draco das Gleiche tun sollte. Wie hatte Blaise gestern noch gesagt? Er wollte nicht noch ein Jahr auf seine feurigen Mädels verzichten. Dass sich Ron und Harry jetzt nur aufgrund der Sache mit Draco plötzlich umentschieden hatten, weil sie ihm nicht trauten, allen voran Ron, war einfach nur albern und kindisch.
Als die Zwei davon erfahren hatten, hatte sich die Sache ja ohnehin zu einem riesengroßen Streit entwickelt. Ron hatte ihr in dem anfangs sogar verbieten wollen, ihr Jahr zu wiederholen, sollte Draco in der Schule sein. Als ob sie sich von ihm etwas sagen oder gar verbieten lassen würde. Erst recht nicht diese Chance!
So war es am Ende darauf hinausgelaufen, dass die Jungs zähneknirschend den anderen Weg gewählt hatten und nun ebenfalls ihr Jahr nachholten. Um sie und Ginny vor den Schlangen, allen voran Draco, zu beschützen. Pah!
Zwar war Harry bei diesem Streitgespräch relativ ruhig geblieben, wirklich gefallen tat ihm die Tatsache, dass sie und Ginny mit Blaise und Charlie befreundet waren, aber nach wie vor nicht. Er tolerierte es, mehr nicht. Dafür saß der Groll der vergangenen Jahre scheinbar noch immer zu tief. Besonders Draco gegenüber, auch wenn er zugeben musste und so auch zugegeben hatte, dass Blaise und Charlie wohl doch nicht so schlimm waren. Das Gleiche galt für Draco.
Mehr als eine distanzierte Toleranz war im Augenblick jedoch nicht drin, was sie fürs Erste so hinzunehmen hatte. Mit dieser Einstellung kam sie halbwegs klar, allerdings nicht mit den neu hochgekochten Hasstiraden Rons.
„Es ist lächerlich aber. . .“ „Aber sie denken, ich würde dir irgendwelche Flüche auf den Hals hetzen, sobald ich die Möglichkeit dazu habe“, schnaubte er sauer und fragte sich mal wieder, ob die Beiden überhaupt kein Hirn hatten? Weasley mit Sicherheit nicht.
„Ich weiß es nicht. Ich hab keine Ahnung, was für eine Vorstellung sie haben. Harry. . . Wie es in Harry aussieht, kann ich echt nicht sagen. Ob er dir nach allem wirklich noch so sehr misstraut. Ich denke, eher nicht. Irgendetwas ist da aber. Leider. Und Ron. . .“ Sie stöhnte. „Er macht mich wahnsinnig! Er wollte mir deswegen sogar verbieten, mein Jahr nachzuholen! Kannst du das fassen?“, sah sie ihn aufgebracht an, worauf er erneut schnaubte.
Passte zu dem Trottel, ihr Vorschriften machen zu wollen. Eigentlich müsste der Schwachkopf wissen, dass er bei ihr da an der falschen Adresse war. Dass sie niemand war, der klein beigab und sich in seinem Leben einschränken ließ. Erst recht nicht, von so einem Hohlkörper. Tja, Hohlkörper halt. Kein Hirn, wie er eben bereits festgestellt hatte.
„Kann ich. Ja. Aber wo wir gerade dabei sind. . . Wissen die Beiden überhaupt, dass ich bei dir bin?“, sah er sie lauernd an. Wenn die zwei Idioten aufgrund ihrer Paranoia sogar ihren Abschluss nachholten, nur um ein Auge auf ihn bzw. Hermione zu haben, würden sie ihre liebe Freundin jetzt doch garantiert nicht mit ihm alleine lassen.
Die Gryffindor sah ihn auf seine Frage nur verschwörerisch an, bevor sie meinte: „Nein“, was ihn diebisch grinsen ließ. „Es wäre auch besser, das bleibt unser kleines Geheimnis.“ Nur zu gern, dachte er bei sich und grinste innerlich noch breiter.
„Ich habe ihnen gesagt, dass Professor McGonagall noch etwas Wichtiges mit mir besprechen wollte, weswegen ich früher nach Hogwarts muss. Wenn sie wüssten, dass du der Grund warst, da. . . Ich hab keine Lust, mich schon wieder deswegen mit ihnen zu streiten“, knurrte sie.
Sie fand noch immer, dass die Beiden sich kindisch benahmen. Hauptsächlich Ron, dessen Partei Harry, um des lieben Friedens willen, stets aufs Neue ergriff. Im Grunde versuchte er auch nur, ihre Streitigkeiten zu schlichten. Merlin sei Dank hatte sie Ginny als Unterstützung.
„Heißt im Klartext, du hast sie meinetwegen angelogen?“ „Um des lieben Friedens willen“, korrigierte sie ihn und maß ihn kurz ein wenig sauer.
Sie mochte es nicht zu lügen. Sie wollte ihre Freunde nicht belügen, nur ging es manchmal nicht anders. Draco konnte hier zwar nichts dafür, dennoch war er der Streitpunkt. Daran würde sich so schnell auch nichts ändern. Leider. Sie würde, da Harry und Ron nun doch ihr Jahr nachholten, irgendwie eine Balance zwischen den beiden Löwen und den drei Schlangen finden müssen, denn verzichten würde sie auf keinen der Jungs.
„Lassen wir das einfach“, seufzte sie am Ende, ein wenig müde des Gespräches und deutete Draco wieder auf die Papiere. Sie hatte noch einiges mit ihm durchzukauen, wollte er nicht gleich den ersten Tag in Schwierigkeiten kommen.
Irgendwann ließ seine Konzentration allerdings recht stark nach, was letztlich damit endete, dass er auf der Couch einnickte. Sie ließ ihn schlafen, da sie zum einen soweit alles besprochen hatten, aber auch, da er nach allem, was war, schlicht und ergreifend viel zu erschöpft und ausgelaugt war. Daniel hatte ihr ja noch gesagt, dass er sich die erste Zeit schonen und ausruhen sollte.
Am Ende angelte sie nach der Decke, die sie dem Blonden über legte. Sie machte es sich neben ihm mit einem ihrer Schulbücher bequem und tat nun etwas, was sie sonst immer in den Sommerferien gemacht hatte. Nämlich darin zu lesen, um sich für das kommende Jahr vorzubereiten.
Es war das erste Mal, dass sie ihre Nase in eines der neuen Lehrbücher steckte. Zu sehr hatten ihre Gedanken bis gestern noch andere Dingen, andere Personen, in Anspruch genommen, als das sie sich richtig auf ihre Bücher hätte konzentrieren können. All diese Zeit aber. . . Jeder Moment. . . Er war es ihr Wert gewesen.
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„. . . Draco. Aufwachen“, hauchte Hermione und rüttelte den Blonden behutsam bei den Schultern. Er zuckte daraufhin jedoch gleich wieder verschreckt zusammen. Allerdings fing er sich diesmal recht schnell, noch bevor die Gryffindor etwas sagen musste. Offensichtlich verinnerlichte er es allmählich, dass Azkaban, und alles, was dort war, hinter ihm lag. Er sah inzwischen auch ausgeruhter aus. Scheinbar hatte er die letzten Stunden besser geschlafen.
„Wie fühlst du dich?“ „Geht schon“, murmelte er noch halb schlafend und fuhr sich mit der Hand kurz übers Gesicht und durch die Haare, die ihm damit sonst wo standen, was sie schmunzeln ließ.
Irgendwie sah dieses Chaos ganz süß aus. Nicht so streng und kalt, in einer vollendeten Perfektion, die ihn nur unmenschlich erscheinen ließ. Das jetzt war das genaue Gegenteil. Ein bisschen frech und locker, sodass es seine Gestalt greifbar und wärmer machte. Menschlich eben.
So fuhr sie ihm noch etwas durch den Schopf und legte eine paar zu katastrophale Strähnen ordentlich zur Seite, damit der warme Eindruck blieb, er allerdings nicht mehr aussah, wie frisch aus dem Bett gefallen.
Draco beäugte ihre Handlungsweise skeptisch und fragte schließlich: „Was?“ „Nichts. Mit so einem Chaos auf dem Kopf willst du aber sicher nicht vor McGonagall auftauchen.“ „McGonagall?“, verstand er jedoch nicht gleich, sodass sie ihn an ihren Aufbruch erinnerte.
„Es ist schon nach 14:45 Uhr. Du hast die letzten Stunden geschlafen. Scheint dir aber recht gutgetan zu haben. Du bist nicht mehr ganz so blass.“ „Hm“, murmelte er nur und ließ seinen Blick ziellos durchs Zimmer schweifen. Er war noch immer ein bisschen neben sich. Hermione stand derweil auf und verschwand in der Küche, wo sie in einem der Schränke wühlte. Kurz darauf kam sie mit einem Glas Wasser, einer Phiole und einem Keks zurück.
„Hier. Ich hab noch ein paar von den Cockies da. Mittagessen hast du ja verschlafen und deine Tränke sollst du nicht auf nüchternen Magen nehmen, meinte Daniel“, erklärte sie, womit er das kleine Wundergebäck nahm, das ihm gut zwei Monate das Überleben in Azkaban gewährleistet hatte. Der Sättigungseffekt ließ auch nicht sonderlich lange auf sich warten, womit er das eklige Gebräu artig schluckte. Dabei verzog er erneut das Gesicht zu einer angewiderten Grimasse. Hermione reichte ihm auf den Anblick gleich das Wasser.
„Und jetzt?“, würgte er noch etwas. „Jetzt machen wir uns langsam fertig“, verkündete sie und räumte ihre Bücher in den Schrankkoffer, den sie magisch verkleinerte und leichter machte, sodass sie ihn bequem in ihre Tasche stecken konnte.
Draco blieb in der Zeit recht teilnahmslos auf der Couch sitzen, immerhin hatte er nichts, was er zusammenpacken könnte. Als sie wieder zu ihm trat, entdeckte sie auf dem Couchtisch den Brief von Blaise. Den hatte sie ganz vergessen.
„Ach ja. Der hier war von Blaise“, reichte sie ihm das Kuvert, was er sich stutzig nahm. „Was ist das?“ „Ich weiß es nicht. Blaise meinte nur, was zur Motivation.“ Daraufhin wanderte Dracos rechte Augenbraue nach oben, ehe er auf den Brief sah, den allerdings erstmal wegsteckte.
Merlin allein wusste, was Blaise unter Motivation verstand. Da war es besser, er war ungestört, wenn er sich dieses Etwas zu Gemüte führte. Auch so. Es wurde Zeit. Der Portschlüssel würde sich in wenigen Minuten aktiveren, nach dem Hermione griff, bevor sie Draco bei der Hand nahm. Der hielt die ihre doch ziemlich fest und wartete angespannt darauf, dass sie der Zug des Portschlüssels fort brachte. Zurück nach Hogwarts.
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Mit einem leisen Plopp tauchte das ungleiche Paar in Hogsmeade am Bahnhof auf, wo Minerva sie bereits erwartete.
„Sie sind da. Sehr schön“, lächelte die Direktorin und deutete den Beiden, ihr zu der Kutsche zu folgen. Vor der blieb Draco jedoch wie angewurzelt stehen und starrte auf das, was vor den Wagen gespannt war.
„Was ist das denn?“ „Wie?“, stutzte Minerva. Hermione schaltete indes schneller, obwohl sie diese Wesen die Jahre zuvor auch nie gesehen hatte.
„Schätzungsweise die Thestrale.“ Daraufhin glotzte Draco sie blöd an. „So sehen die aus?“, wies er auf die schwarzen Tiere. „Offensichtlich“, schauderte Hermione ein wenig, als sie daran zurückdachte, dass sie auf den Geschöpfen ins Ministerium geflogen waren. Minerva nahm es leicht gedrückt zur Kenntnis.
„Wir werden in diesem Jahr vermutlich sehr viele Schüler haben, die die Thestrale ebenfalls sehen.“ Damit richtete sie sich an die Löwin.
„Ihr Koffer?“ „Hab ich in meiner Tasche“, deutete die Gryffindor ihr darauf. „Laden Sie ihn bitte auf die Kutsche. Filius wird sich dann um Ihr Gepäck kümmern. Ihres befindet sich bereits im Schloss“, meinte sie an Draco gewandt. Kurz darauf saßen sie in der offenen Kutsche, wo Minervas Blick verstärkt auf Draco ruhte, der mit geschlossenen Lidern da saß und einfach nur die Wärme der Nachmittagssonne genoss.
„Geht es Ihnen besser?“, erkundigte sich die Direktorin schließlich, worauf er die Augen öffnete und sie überrascht ansah, bevor er nickte und recht dankbar zu Hermione schaute, was sie mit einem Lächeln quittierte.
„Sollte dennoch etwas sein, Madam Pomfrey ist soweit im Bilde, was Ihren Zustand betrifft. Sie wird sich weiter um Sie kümmern.“ „Danke, aber es geht mir wirklich gut.“ „Umso besser“, lächelte Minerva zufrieden, womit das Gespräch für sie vorerst beendet war und Draco sich erneut voll und ganz der Wärme hingab, was beide Frauen nach einer Weile lächeln ließ.
Schließlich erreichten sie die Anhöhe, worauf er blinzelte und nicht schlecht staunte, als er das Schloss erblickte. Nichts, rein gar nichts erinnerte noch an die Kämpfe. Das alte Gemäuer war wieder vollkommen heil. Gleich so, als wäre diese verhängnisvolle Nacht im Mai nie gewesen.
„Wir hatten sehr viele bestrebte und tatkräftige Helfer“, erklärte Minerva, aufgrund seines überraschten Blicks. „Wir konnten sogar den Raum der Wünsche wiederherstellen“, fügte Hermione an, was ihn noch mehr verblüffte.
„Ernsthaft? Der war doch völlig ausgebrannt.“ „Nichts ist wie es scheint. Und gerade diesem Raum haftet eine ganz besondere Magie an“, meinte Minerva schmunzelnd, als sie sich den Schlossgründen näherten und letztlich den Hof erreichten.
Sie verschwanden in dem imposanten Gemäuer, wo auch im Innern kaum etwas daran erinnerte, dass hier vor gut vier Monaten ein urgewaltiger Kampf stattgefunden hatte, unter dem das Schloss gedroht hatte, zu zerfallen. Es war tatsächlich so, als wäre nie etwas gewesen. Fast.
„Neuanfang“, hörte Draco Minerva und stellte fest, dass sie bereits am Wasserspeier angelangt waren, der ihnen den Weg zum Büro der Direktorin freigab. Sie stiegen die Wendeltreppe empor und betraten letztlich das Büro, in dem nicht mehr ganz so ein kleines Chaos herrschte, wie zu Dumbledores Zeiten. Es wirkte alles geordneter, aufgeräumt, wie auch mit System versehen. Alles war akkurat da, wo es sein sollte. Genauso akkurat, wie Minerva war. Diese nahm hinter ihrem Schreibtisch Platz und deutete den Beiden, sich ebenfalls zu setzen, ehe sie noch etwas Tee heraufbeschwor.
„Ich gehe doch davon aus, dass Sie Ihre Bewährungsauflagen gründlich gelesen haben?“, sah die alte Hexe Draco ein wenig streng über ihre Brille hinweg an, worauf er nickte, sodass ihr Blick zu Hermione glitt.
„Haben Sie die Unterlagen zufällig bei sich?“ „Ähm. . . Ja.“ Damit kramte die Brünette ihr Original, verbunden mit den Notizen, hervor, von denen sich Minerva eine Kopie machte.
„Ich werde mir von alldem auch noch ein Bild machen und. . . Nun, ich denke, ich muss Ihnen nicht noch zusätzlich sagen, dass Sie sich an die Vorlagen zu halten und Ärger zu vermeiden haben?“ „Natürlich, Professor.“ „Gut. Dann möchte ich zum Eigentlichen kommen, weswegen ich Sie hergebeten habe. Wie Sie sich sicher vorstellen können, wurden im vergangenen Jahr Ihre Posten als Vertrauensschüler anderen zugeteilt. Für das Haus Gryffindor Mr. Longbottom und Miss Weasley, was wir für das letzte Jahr auch so beibehalten werden. Für das Haus Slytherin werden Mr. Harper und Miss Greengrass diese Positionen übernehmen“, sah sie zu Draco, der knapp nickte. So hätte er noch etwas Rückhalt durch Charlie.
„Der Grund, warum ich Ihnen das sage, ist der, dass sich das Kollegium dazu entschlossen hat, Ihnen beiden ein anderes Amt zuzuweisen. Nämlich das der Schulsprecher.“
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Samstag, 01.07.
Freitag, 02.06.
Mittwoch, 24.05.
Ich bin Potterianer der ersten Stunde.
Rufus Beck