„. . . Jetzt hör endlich auf, dich so aufzuspielen!“, fuhr Ginny Ron erneut an. Und das immer wütender, während sie auf dem Weg runter zu Hagrid waren.
Seit Hermiones Verschwinden waren kaum 15 Minuten vergangen. 15 scheinbar endlose Minuten jedoch, in denen Ron pausenlos schimpfte und Gift und Galle spuckte.
„Ich hab ja wohl ein Recht mich aufzuregen, wenn sie mit dem Arschloch rum macht!“, fauchte Ron, sodass Ginny der Kragen platzte.
„Hast du was an den Ohren? Hermione hat gesagt, da war nichts! Was soll da auch gewesen sein? Bist du jetzt wirklich schon so krankhaft eifersüchtig und paranoid, ihr so etwas zuzutrauen?“ „Ich trau MALFOY nicht!“, brüllte er, worauf sie die Augen verdrehte und sich kurz die Haare raufte.
„Merlin, lass Hirn regnen“, murmelte sie, bevor sie ihren Bruder erneut ansah und weiter schimpfen wollte, als Hagrid aus dem Verbotenen Wald zu den Dreien trat.
„Was’n bei euch los?“, fragte er verwundert und musterte allen voran Ron skeptisch, der noch immer wie ein Walross schnaubte und dem Halbriesen schließlich wütend antwortete.
„Malfoy! Das ist los!“ „Was hat’ern jetzt wieder gemacht?“, fragte Hagrid ungehalten, bekam allerdings von Ginny Antwort, noch bevor Ron dazu kam ihm seine psychotische Sicht zu schildern.
„Gar nichts. Ron hat einfach bloß ein krankhaftes Problem damit, dass Hermione sich mit ihm versteht. Und zwar auf freundschaftlicher Basis!“, unterstrich sie Hermiones Aussage gleich nochmal und sah warnend zu Ron, der auch weiter sauer schnaubte, während Hagrid in seinen Bart brummte: „Is Mione ihre Sache. Wo is unsre Kleine denn? Gar nich bei euch?“ „Nicht mehr. Sie ist weg, nachdem Ron ihr vorgeworfen hat, sie hätte was mit Malfoy.“ „Unsre Mione und Malfoy?“, fragte Hagrid sichtlich überrascht, worauf Ginny und Harry nickten. In der nächsten Sekunde brach der Halbriese in herzhaftes Gelächter aus.
„Ich find das nicht witzig!“, brüllte Ron gleich wieder drauf los und handelte sich erneut einen vernichtenden Blick von Ginny ein, während sich Hagrid die Lachtränchen wegwischte und Ron beruhigend auf die Schulter schlug. Dabei ging der Rotschopf beinahe in die Knie. Hagrid sah im Kommenden allerdings mehr zu Ginny und Harry.
„Wollt’ern Tee?“ Daraufhin nickten die Beiden „Gerne“ und verschwanden mit Hagrid in seiner Hütte, wo Fang sie überschwänglich schlabbernd begrüßte.
„Na, na. Aus. Lasse erstma reinkommen“, zog Hagrid den Rüden etwas zurück, sodass die Drei Platz nehmen konnten. In der Zwischenzeit setzte Hagrid Wasser an, bevor er sich auf seinem Stuhl niederließ, der ein wenig ächzte.
„So, un jetzt nochma von vorn. Wie kommst ‘n darauf, dass Hermione und Malfoy . . . na ja“, wusste Hagrid nicht, wie er sagen sollte. Brauchte er auch nicht, da das Thema ohnehin offen im Raum stand, den Ron gleich wieder auszufüllen wusste.
„Weil ich die Beiden gestern Abend gesehen hab!“ Daraufhin rollte Ginny erneut mit den Augen. „Und was? Was hast du noch gesehen, außer, dass sie seine Hand genommen hat, was ja ein furchtbar schändliches Verbrechen ist?“, ätzte Ginny sarkastisch und setzte gleich noch nach.
„Vielleicht, dass Malfoy sie irgendwo in eine Nische gezerrt und besinnungslos geküsst hat?“, giftete Ginny ihn sauer an, was er mit einem stechenden Blick quittierte, ihre Frage aber nicht beantwortete, sodass sie weiter sprach.
„Warum steigerst du dich so in die Vorstellung rein? Hermione hat gesagt, da war nichts und das solltest du ihr verdammt nochmal glauben, immerhin ist sie ein aufrichtiger Mensch. Sie würde dich nie hinterrücks betrügen, am allerwenigsten mit Malfoy!“ „Da hatse Recht, Ron. Mione liebt dich doch. Wieso sollt sie da auf einmal zu Malfoy gehn?“, gab Hagrid zu bedenken, was Ron vor sich hin blubbern ließ, da er auf diese simple Frage keine Antwort hatte. Stattdessen murrte er leise: „Ich will nicht, dass sie mit dem Frettchen alleine in einem Turm ist. Ich will nicht, dass dieses Arschloch sich ihr nähert, geschweige denn sie mit seinen Drecksgriffeln anfasst!“, wurde er zum Schluss wieder lauter und aufgebrachter, als er das Bild vom Abend erneut vor Augen hatte. Wie die Beiden da so in friedlicher Zweisamkeit, Händchenhalten, lächelnd in den dunklen Gängen verschwunden waren. Es war ein Bild, was einen unbeschreiblichen Würgreiz in ihm weckte.
„Haste Angst, dass er ihr was tut?“, vermutete Hagrid, worauf der Rotschopf aufgebracht zu dem Halbriesen blickte. „Der hat sie immer verletzt. IMMER!“, schnauzte er, sodass sich Ginny nochmal dazwischen klinkte und ein paar Sachen richtigstellte.
„Er hat sie beleidigt aber nie körperlich verletzt! Im Gegenteil. Er hat ihr das Leben gerettet! Wann geht das endlich in deinen hohlen Schädel rein?“, blaffte sie ihren Bruder aufs Neue an, der sauer zu ihr sah.
„Er braucht sie garantiert für irgendwas! Deswegen das alles.“ „Und wofür? Man, Ron. Lass deinen Kopf mal von Madam Pomfrey untersuchen“, stöhnte sie entnervt, bevor sie ihn wieder wütend anfunkelte.
„Für was soll er Hermione nach allem brauchen? Was soll er für Pläne mit ihr haben? Was?“ „Was weiß ich, was in Malfoys krankem Hirn vor sich geht? Der hat doch immer irgendeinen krummen Hintergedanken.“ „Denkste wirklich?“, mischte sich Hagrid mit ein, zu dem Ron mit funkelnden Augen sah.
„Ja! Man, du müsstest es doch am besten wissen. Wie oft hat er dir versucht, hinterrücks eins reinzuwürgen?“ Daraufhin schwieg Hagrid und drehte sich dem Wasserkessel zu, der zu pfeifen begann. Er suchte sich Tassen, wie auch das dazugehörige Teezeug zusammen und bereitete den Aufguss für sich und seine Gäste zu.
„Hast ja Recht. Hat sich schon ‘n paar Dinger geleistet.“ „Sag ich doch!“, sah Ron endlich mal eine Zustimmung für sich, worauf Ginny murrte, während Harry nachdenklich schwieg.
Hagrid meinte dann allerdings noch: „Du solltest die Vergangenheit trotzdem nich so verbissen sehn, Ron.“ „WAS? Aber. . . aber du. . .“ „Sicher hat er viel Mist gemacht, ihr wart aber alles noch Kinder. Malfoy hat’s irgendwo ja auch nich anders gekannt.“ „Und das entschuldigt alles oder was?“, motzte Ron.
„Hab ich nich gesagt, aber man kann’s irgendwo auch nich so leichtfertig abtun. In ‘ner andern Familie hätt er sich vielleicht auch anders entwickelt. Weiß man nich, kann’s mir aber vorstelln.“ Daraufhin klappte Ron der Kiefer runter, was sich Ginny mit einer leisen Genugtuung besah. Mehr noch als Hagrid weiter meinte: „Ich mag den Bengel ja auch nich unbedingt, aber nach allm was Professor McGonagall erzählt hat. . . Hat euch letztlich ja auch gewaltig geholfen un sich bemüht, nich?“, sah Hagrid zu Harry, der stumm nickte, sodass sich der Halbriese wieder dem Aufguss widmete.
„Kann verstehn, dass du ihn nich magst, Ron. Aber unsre Mione is ‘n großes Mädchen. Die weiß schon was sie tut. Un Malfoy wird ihr bestimmt nix tun. So blöd isser nich. Hat ihr doch auch vorher geholfen. Vor dem ganzen Kampf un alles. Hätt er gar nich tun müssen. Scheint da wohl wirklich nich so viel für alles gekonnt zu habn. Das mit ‘n Death Eatern. Sieht Professor Dumbledore ja auch so. Meinte, dass er wohl nich so verdorben wär, wie wir dachten. Dass wir ihm noch ‘ne Chance geben solln. Nichts andres macht Hermione. Dass mit ‘m Schulsprecher is so ‘ne Sache für sich. Aber Professor Dumbledore hat sich schon was bei gedacht.“ „Dumbledore?“, fuhren alle drei auf die Erwähnung ihres alten Direktors auf und sahen Hagrid verwirrt an, der sich gerade mit dem Teetablett zu ihnen drehte.
„Ja. Hamse euch das nich gesagt? Dachte, ihr wisst Bescheid?“ „Worüber?“, bohrte Ginny, als Hagrid ihnen die großen Teetassen, die schon halbe Eimer waren, hinschob.
„Die Professoren war’n sich einig, dass Mione das mit Malfoy machen soll. Professor Dumbledore war der Ansicht, dass es gut wär, wenn die andren sehn, dass sich Gryffindor und Slytherin auch vertragen. ‘ne Mugglegeborene un ‘n alter Reinblutspross. So als Zeichen für ‘nen Neuanfang.“ „Find ich gut“, bestätigte Ginny die Idee, während bei Ron kurz etwas aussetzte.
Seine Schwester sinnierte dann noch ein wenig gedankenverloren: „Da passen die Zwei auch richtig gut zusammen, wenn man ihre Vergangenheit bedenkt.“ „War auch Professor Dumbledores Gedanke. Alte Zeiten ruhen lassn, damit mal richtig Ruhe in die Schule un Häuser kommt. Die andern beiden, Zabini und Harper, sin ja auch nich so mies, wah?“, sah er grinsend zu Ginny, die lächelnd nickte.
„Sie sind furchtbar nett. Sie waren es schon immer, nur konnten sie es nie wirklich zeigen.“ „Hm“, brummte Hagrid nickend, bevor er zurück zu Ron sah, der noch immer, sichtlich geschockt, weggetreten war.
„Wie gesagt. Kann dich verstehn, Ron. Dass du ihn nich magst. Ich denk aber auch, man sollte nich so auf alte Zeiten beharrn, sondern nach vorn gehn. Der Krieg war schlimm genug für jeden von uns. Muss nich sein, dass wir uns jetzt noch zusätzlich gegenseitig das Leben schwer machen. Un wenn Mione ihm verzeihn kann un alles. . .“, zuckte Hagrid mit den Schultern. „Vielleicht sprecht ihr euch auch mal alle richtig aus oder so? ‘s is sicher viel gesagt worden in den letztn Jahrn. Aber ihr wart ja auch noch Kinder. Da sagt un macht man schnell was Dummes. Seid ihr jetzt nich mehr. Nich mehr so. Solltet euch jetzt auch so verhaltn. Du bist ihm ja auch nich mehr so böse, oder Harry?“, sah Hagrid zu dem Schwarzhaarigen, dessen grüne Augen in die dunklen Hagrids blickten, als er mit dem Kopf schüttelte, was Ron erneut aus der Fassung brachte.
„Das ist jetzt nicht dein Ernst?!“ Harry seufzte jedoch und griff sich mit Daumen und Zeigefinger an die Nasenwurzel, die er etwas drückte, um den Knoten in seinem Kopf wieder zu entwirren, der sich im Laufe des Gespräches gebildet hatte. Als er das tat murmelte er Ron matt „Sieh es alles doch mal unter einem neutralen Aspekt“ zu. Sein Freund sah ihn auf die Aussage allerdings wie einen Gestörten an.
„Komm schon, Harry. Das kann nicht dein Ernst sein? Du . . . du warst doch auch noch der Meinung, dass man Malfoy nicht trauen kann!“ „Das hab ich nicht gesagt!“, fuhr er den Rothaarigen ein wenig erbost an, da Ron ihn vor ein paar Wochen offensichtlich gehörig missverstanden hatte. Oder, was Harry zunehmend mehr glaubte, er hatte einfach nur das gehört, was er hören wollte.
„Ich kann ihn nach wie vor nicht leiden. Ich verdräng darüber hinaus aber nicht alle Tatsachen. Er war ein Arsch und er hat uns terrorisiert, streite ich gar nicht ab. Bis auf die Sache im Sechsten, waren das alles irgendwo aber noch Kinderstreitereien. Anfeindungen, die unsere Häuser schon immer hatten. Mein Vater hat während seiner Schulzeit mit Sirius Snape tyrannisiert und drangsaliert und Malfoy die Jahre zuvor uns. Es gibt immer irgendeinen Idioten, der glaubt andere runtermachen zu müssen. Snape hat damals mit den Death Eatern einen Fehler gemacht, als er ihnen freiwillig beigetreten ist. Dumbledore hat ihm allerdings noch eine Chance gegeben, die er genutzt hat, auch wenn wir lange Zeit etwas völlig Falsches gedacht haben. Malfoy hatte diese Wahl nicht, sich aber genauso wie Snape gegen die Death Eater gestellt und. . . Mensch Ron, alleine die Geschichte mit Hermione wiegt für mich das Meiste, eigentlich alles was vorher war, irgendwo auf, weil das wirklich entscheidende Dinge sind. Hermione, seine Hinweise, die Sache im Raum der Wünsche, allgemein sein Handeln während der Schlacht. . .“, zählte Harry diese Dinge an den Fingern ab und deutete letztlich auf Ginny.
„Dass Ginny und Hermione nicht von Lestrange und Greyback getötet wurden, ist sein Verdienst und dafür bin ich ihm tief dankbar. Mir schmeckt es zwar auch nicht, dass Hermione so ein enges Verhältnis zu ihm aufgebaut hat, allerdings war das nach allem absehbar. Wenn man bestimmte Dinge gemeinsam durchlebt, bleibt das nun mal nicht ohne Folgen. Das war bei uns damals im Ersten auch so. Die Sache mit dem Troll. Es ist da ganz logisch, dass sie nach sowas nicht einfach wieder zur Tagesordnung übergeht. Sie hat anderen schon immer verziehen, wenn man es ehrlich gemeint hat.“ „Wie oft hat sie dir bereits verziehen, nachdem du sie verletzt hast?!“, feuerte Ginny sofort nach, noch bevor Harry nachsetzen konnte und wurde prompt lautstark von Ron angemotzt.
„Willst du mich jetzt mit dem Frettchen vergleichen?“ „Nein. Du hast ihr Jahr für Jahr aber auch immer irgendwie wehgetan. Im Dritten hast du sie ständig rund gemacht, wegen Crookshanks, weil der ein nur zu gutes Näschen hatte, was miese Typen anging. Du hast wochenlang nicht mit ihr geredet. Im Vierten hast du in einer Tour deine scheiß Eifersucht raushängen lassen und den Beleidigten gespielt. Du hast Hermione damals zum Ball nur als Notnagel gesehen. Weißt du, wie verletzend so etwas für ein Mädchen sein kann? Du siehst sie aber generell als selbstverständlich an, was sie nicht ist! Sie ist etwas Besonderes. Und das hat vor zwei Jahren schon einmal jemand erkannt, als sie für dich zu Luft geworden ist, weil du lieber mit Lavender rumgemacht hast! . . .“ „Geht’s hier eigentlich noch um Malfoy?“, flüsterte Hagrid Harry leise zu, während Ginny Ron zusammenfaltete. Es war eine Frage, auf die Harry nur mit den Schultern zucken konnte und zurück zu den hitzigen Geschwistern sah.
„. . . Wenn sie dir wirklich etwas bedeutet, dann hör auf, sie permanent fertigzumachen. Irgendwann macht das auch Hermione nicht mehr mit. Und wenn es soweit ist und sie mich um Rat bitten sollte, werde ich ihr nahe legen, dass sie dich in den Wind schießen soll!“ „Ginny!“, entwich es Harry erschrocken, während Ron schnaubte, dann aber von seinem Stuhl aufsprang und mit einem lauten Donnern der Tür aus Hagrids Hütte verschwand.
„Idiot“, knurrte Ginny nur noch und widmete sich, als wäre nichts gewesen, ihrem Tee. Harry und Hagrid tauschten daraufhin nur etwas ratlose Blicke miteinander aus, bevor sich Harry an die Rothaarige richtete.
„War das nötig? Ich mein. . .“ Es klirrte, als Ginny ruppig ihre Tasse abstellte und Harry einen vernichtenden Blick zuwarf, unter dem er sofort kleiner wurde.
„Findest du es richtig, wie Ron sie behandelt?“ „Nein, aber. . .“ „Willst du, dass es Hermione gut geht? Dass sie glücklich ist?“ „Sicher, nur. . .“ „Denkst du, dass sie wirklich glücklich mit Ron ist?“ „Im Moment vermutlich nicht, aber die Zwei haben sich immer gestritten und wieder vertragen.“ „Ja, ganz genau. Du vergisst darüber hinaus nur eine Kleinigkeit.“ „Und die wäre?“ „Bis zu eurer Suche waren sie nicht zusammen. Sie haben sich als Freunde gestritten und wieder vertragen. Und selbst das war manchmal echt grenzwertig. Während eurer Suche nach den Horcruxen hat er dich und Hermione ja auch wegen seiner krankhaften Eifersucht und Paranoia im Stich gelassen.“ „Das kam durch das Medaillon“, versuchte Harry seinen Freund in Schutz zu nehmen. Ginny schüttelte daraufhin nur mit dem Kopf.
„Mag ja sein, dass es durch das Ding noch verstärkt wurde. So wie ich dich aber verstanden habe, habt ihr das Teil abwechselnd getragen. Weder dir noch Hermione ist es aber so in den Kopf gestiegen. Ron hatte früher schon immer ein wahnsinniges Eifersuchtsproblem und Geltungsbedürfnis.“ „Ja sicher, nur. . . Würdest du Hermione wirklich die Beziehung mit Ron ausreden?“, sah Harry sie zweifelnd an.
„Er ist dein Bruder!“ „Und Hermione ist meine Freundin, die eine Menge Scheiße durch hat. Einmal mit Ron und dann noch zusätzlich durch den Krieg und ihre Gefangenschaft. Ich will, dass es ihr gut geht und sie glücklich ist. Ich wünsche ihr einen Menschen, der sie versteht und zu schätzen weiß. Der ihr gibt, was sie braucht und sich wünscht. Jemanden, der sie verwöhnt und auch auf Händen tragen würde. Das sind alles Kriterien, die Ron im Moment in keiner Weise erfüllt. Darüber hinaus macht er sich noch nicht einmal die Mühe, Hermione wenigstens zu verstehen, was die Geschichte mit Malfoy angeht und da. . .“, brach sie ab und schloss kurz die Augen, bevor sie Harry wieder ruhig ansah.
„Nenn mich verrückt, aber im Augenblick halte ich selbst Malfoy für eine bessere Partie für Hermione.“ „Malfoy? Du . . . du würdest Malfoy Ron für Hermione vorziehen?!“ Harry fiel auf die Aussage förmlich aus allen Wolken, was auch auf Hagrid zutraf, der sich gewaltig an seinem Tee verschluckte. Mehr noch als Ginny nickte.
„Im Moment, ja. Du weißt bestimmt noch, was ich dir über die Sache in Arizona erzählt habe?“ „Hm“, wurde Harry schlagartig ruhiger und auch leicht in sich gekehrt, was Ginny zum weitersprechen animierte.
„Er hat sich dort regelrecht beide Beine ausgerissen, damit sie wieder gesund wird. Damit hat er sich bei mir eine Menge Pluspunkte verdient, wie ja auch bei dir, nicht wahr?“ „Hm“, brummte Harry.
„Die hat er im Kommenden sogar noch weiter aufgestockt, mit allem, was er während der Schlacht getan hat. Mit jedem Leben, das er geschützt hat. Angefangen bei dir, Hermione, Ron, Luna, Tonks, mir und all den Anderen. Und jetzt. . . Weißt du noch, was Hermione vorhin so sauer erklärt hat, in Bezug auf Malfoy?“, sah Ginny den Schwarzhaarigen lauernd an, der kurz in seinem Hirn kramte, was seine Freundin in ihrer Wut alles gesagt hatte? Nur fiel ihm nicht ein, was Ginny meinen könnte, von daher schüttelte er mit dem Kopf.
„Sie hat gesagt, er hätte sie ins Bett gebracht, nachdem sie auf der Couch eingeschlafen ist. Noch ein Punkt auf meiner Wunschliste und damit für die Schlange die, nebenbei bemerkt, von mir nach allem auch noch eine Chance bekommt sich zu beweisen. Ich hab nämlich genauso wenig Lust wie Hermione, diese alten Feindschaften noch länger aufrechtzuerhalten. Ich denke, wir sind alt genug, um über den Dingen und der Vergangenheit zu stehen. Oder steht dir der Sinn nach etwas anderem?“, sah sie Harry ruhig an, der erneut mit dem Kopf schüttelte.
„Nein.“ Das Einzige, wonach ihm nach allem der Sinn stand, war ein stinknormaler, langweiliger, stress- und vor allem problemfreier Alltag.
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