Der Rest des Wochenendes gestaltete sich ruhig und Party frei. Sehr zu Blaise’ Bedauern. Draco war es hingegen ganz lieb. Er wollte seine Ruhe haben und zog es vor, in ihrem Turm zu bleiben.
Hermione bekam ihn nicht einmal in die Halle zum Essen, da er auf halbem Weg einfach in die Küche verschwand. Sie hatte es knurrend zur Kenntnis genommen und ihm dort ein wenig Gesellschaft geleistet. Darüber hinaus hatte sie ein Auge darauf gehabt, dass er auch wirklich etwas aß.
Den Rest des Sonntags hatte er beinahe zur Gänze auf der Couch verschlafen. Die Löwin hatte ihn gelassen, da er nach allem noch nicht wieder richtig auf der Höhe war, auch wenn es im ersten Augenblick so wirkte. Sein Körper brauchte noch immer Ruhe, die er sich einfach nahm. Nur ließ ihm sein Geist diese Ruhe partout nicht.
Sie hatte es an dem Tag aufs Neue beobachten können und zudem auch zu spüren bekommen, als er eines der Couchkissen ohne Vorwarnung im Schlaf in ihre Richtung gepfeffert hatte. Sie hatte ihn gleich geweckt, beruhigt und klargemacht, was war und wo sie waren. Dass alles gut war.
Es war ein Prozedere, was sie hatte wiederholen müssen, als sie von dem kurzen Infomeeting mit den Vertrauensschülern zurückkam. Auf diesem hatte das Paar aus Ravenclaw recht dreist rumgemosert, dass sich Draco vor der Arbeit und Verantwortung drücken würde.
Hermione hatte dem gleich widersprochen, was es jedoch nicht besser gemacht hatte. Zwar war kein blöder Spruch mehr gekommen, allerdings hatte sie in den Augen der Beiden, sowie denen der zwei Hufflepuffs, Unverständnis und Abneigung erkennen können.
In dem Moment war ihr aufs Neue verstärkt bewusst geworden, dass sie nach wie vor ziemlich alleine da stand, was die Sache mit Draco anging. Das Misstrauen und die Verachtung der Übrigen waren auch weiter riesengroß. Trotz allem. Es war noch immer jede Menge Überzeugungsarbeit nötig, um die dunklen Schatten der Vergangenheit ein für allemal zu vertreiben. Angefangen damit, dass sie vielleicht zum Angriff übergehen sollten.
Draco durfte sich nicht verkriechen und verstecken, auch wenn sie ihn verstand. Präsenz zeigen, war jetzt jedoch das Zauberwort. Und zwar in einer Form, die deutlich machte, dass er nicht der war, den die Anderen nach wie vor zu sehen und kennen glaubten.
So drängte sie ihn trotz allem darauf, bereits am Montag den Unterricht wieder zu besuchen. Wenn es ihm zu viel oder anstrengend wurde, konnte er sich ja noch immer ausklinken und in ihren Turm hinlegen. Er hatte ihr letztlich resigniert nachgegeben.
Die erste Doppelstunde Zauberkunst bei Flitwick war dann auch recht gut verlaufen, sah man von dem blöden Getuschel und den verhassten Blicken ab, die ihre Mitschüler ihm, sowie Hermione, ständig zukommen ließen.
Dabei hatten sie sich förmlich die Hälse verrenkt, da Draco es vorgezogen hatte, sich mit Blaise und Charlie in die hinterste Reihe zu verziehen. Hermione hatte es ihnen gleichgetan, um ihren Standpunkt nochmal zu verdeutlichen.
Zeichen setzen, war ihre Devise. Das ging dann sogar so weit, dass den Slytherin zu seiner ersten Stunde Mugglekunde begleitete. Draco blubberte auf dem Weg dorthin die ganze Zeit jedoch angefressen vor sich hin, von wegen: „. . .unnützes Fach. . .lächerlich. . .Zeitverschwendung. . .“ Hermione seufzte, versuchte ihm aber dennoch, etwas Positives entgegenzubringen.
„Nicht alle Sachen von Mugglen sind unnütz oder schlecht. Ich kann dir später ja noch etwas erklären und helfen“, lächelte sie aufmunternd, worauf er sie süffisant ansah.
„Ich hab auch nicht gesagt, dass ihre Erfindungen scheiße sind. Nur, dass dieser Unterricht dämlich und vor allem völlig überzogen ist. Davon abgesehen. . .“, grinste er schief. „. . . kenne ich mich schon mit ein paar Mugglesachen aus.“ „So?“, sah ihn die Gryffindor lauernd an.
„Ja. Ich weiß zum Beispiel, was ein Telefon ist und wie es funktioniert. Oder diese Flimmerkiste. Kühlschränke. . .“ „Wie kommt’s?“, musterte sie ihn interessiert, als sie sich allmählich dem Klassenraum näherten.
„Charlie“, warf Draco nur in den Raum, sodass Hermione stutzig guckte, bevor sie anfing zu grinsen und fragte: „Wie hat Charlie es denn geschafft, dich von Mugglegeräten zu überzeugen?“ „Indem er mir einige Vorteile bestimmter Apparaturen deutlich gemacht hat, die ich, offen gestanden, sogar ausgeklügelter finde als unsere magischen Mittel.“ „Oh warte. Das muss ich mir rot im Kalender markieren!“, lachte Hermione, worauf er sie schief angrinste.
„Dass du mal zugibst, dass Mugglesachen nicht schlecht sind, ist ja schon unglaublich. Aber das du dann wirklich noch der Ansicht bist, sie sind besser als eure geheiligte Magie. . .“ „Besser hab ich nicht gesagt, lediglich das einige wenige praktischer sind. So würde ich es ausdrücken“, grinste er auch weiter, sodass sie erneut lachte.
„Na immerhin. Da kannst du die Anderen jetzt vielleicht ein bisschen mit deinem Wissen schocken?“ „Interessante Vorstellung“, sinnierte er nachdenklich und fing kurz darauf an, breit zu grinsen. Mehr noch als Hermione anfügte: „Damit dürfte keiner rechnen, dass ausgerechnet du etwas von diesen Dingen verstehst. Würde ich gerne Mäuschen spielen.“ „Mach doch. Dann bin ich mit den Verrückten wenigstens nicht alleine“, lächelte er charmant, was sie schmunzeln ließ.
„Leider hab ich jetzt Alte Runen. Ansonsten gerne. Ich muss auch langsam. Professor Babbling hat es nicht so gerne, wenn jemand zu spät kommt.“ „Das heißt, du willst mich wirklich im Stich lassen?“, wurde er theatralisch und machte ein leidendes Gesicht, worauf sie nickte. Im Anschluss stellte sie sich jedoch auf die Zehen und hauchte ihm, ungeachtet der Tatsache, dass man sie beobachtete, ein kleines Küsschen zur Aufmunterung auf die Wange, bevor sie ihn wieder ansah.
„Gib der Sache eine Chance. Es wird nicht so schlimm werden, wie du denkst. Eure Professorin wirkte ja auch recht nett. Und gut sah sie doch auch aus, oder?“, grinste Hermione keck. Draco schnaubte nur.
„Ich mach mir aber nichts aus einer Professorin. Da könnte sie noch so scharf sein.“ „Okay. Ich muss jetzt aber wirklich los. Wir sehen uns beim Essen“, rief sie ihm halb im Gehen zu und war schließlich um die nächste Ecke verschwunden, wo er ihr noch seufzend nachsah.
Er registrierte die Umstehenden da erst wieder mehr, die ihn ziemlich blöd anglotzten und ungeniert hinter vorgehaltener Hand tuschelten, was seine gerade noch gehobenere Laune erneut steil nach unten schießen ließ.
Seine Mimik nahm wie früher etwas tief Bedrohliches an, wenn ihn jemand schief von der Seite anguckte. Es waren Blicke, mit denen er seinerseits seine Mitschüler zu lynchen wusste. Merlin, wie ihn das alles ankotzte!
„Hallo Draco“, gewahrte er dann allerdings unverhofft eine freundliche, helle Stimme neben sich, wodurch seine Maske kurz verrutschte. Als er sich umdrehte, entdeckte er zu seiner Überraschung und wachsenden Verwirrung, Luna.
„Willst du auch in den Mugglekundeunterricht?“, fragte die Blonde freundlich, worauf er ein wenig perplex blinzelte, bevor er zähneknirschend meinte: „Ich will nicht, ich muss.“ Daraufhin neigte die Blonde den Kopf fragend zur Seite.
„Warum musst du? Mugglekunde ist doch ein Wahlfach.“ „Frag nicht“, murrte er wieder, als das Klacken von Absetzen zu hören war. Dieses stammte von Professor Monroe, die mit eleganten Schritten, hüftschwingend auf den Plan trat und damit die Aufmerksamkeit der männlichen Schüler verstärkt auf sich zog, die teils recht anzüglich grinsten.
Draco konnte aufgrund dieses subtilen Verhaltens nur mit den Augen rollen, worauf Luna ihn irgendetwas fragte, von wegen Ognis, was er konsequent überhörte. Kurz darauf verschwand er mit dem Rest im Raum, wo er resigniert feststellte, dass keine Einzelplätze frei waren. Und zu irgendeinem dieser Irren würde er sich nicht setzen, die ihn bereits tuschelnd, wie auch teils hämisch grinsend ansahen.
„Mr. Malfoy, setzen Sie sich! Ich möchte mit meinem Unterricht beginnen!“, herrschte Professor Monroe ihn unverzüglich an, kaum dass die Anderen Platz genommen hatten und auf ihre Worte noch blöder grinsten.
Draco knirschte daraufhin mit den Zähnen und ließ den Blick über die Anwesenden schweifen. Er überlegte, zu wem er sich halbwegs gefahrlos setzen konnte? Allerdings machte keiner den Eindruck, dass man ihn länger als fünf Minuten in seiner unmittelbaren Nähe dulden würde, ohne ihm einen Fluch ins Gesicht zu brennen.
„Mr. Malfoy, ich. . .“ „Kommst du zu mir, Draco?“, unterbrach Luna die Professorin und lächelte dem Blonden aufmunternd zu, der seufzte und ein weiteres Mal die Augen verdrehte. Also zu der Oberirren, ging es ihm geschlagen durch den Kopf. Andererseits war Lovegood von all den Anwesenden vermutlich die allerbeste Wahl, die ihm blieb. Sie hatte sich vor dem Gamot ja auch für ihn ausgesprochen und damit geholfen. Darüber hinaus schien sie generell ein recht gutmütiger Mensch zu sein, soweit er das mitbekommen hatte. Sie war wohl nicht so nachtragend. Wenn sie es überhaupt je wirklich gewesen war. Sie lächelte ihn ja jetzt auch weiter freundlich, wie auch ein wenig verträumt mit ihren großen, silbergrauen Kulleraugen an, kaum dass er neben ihr saß.
„Was?“, fragte er dennoch leicht gereizt, was wie eine Feder an Luna abprallte. „Wie geht es dir?“ „Was?“, stutzte er. „Warum fragst du?“ „Es interessiert mich“, gab Luna offen und ehrlich, noch immer lächelnd, von sich und nahm Draco so zunehmend den Wind aus den Segeln, denn er guckte sie recht perplex an.
„Du warst am Freitag noch so blass und dünn bist du auch“, meinte sie und ließ ihren Blick kurz über seine schmale Erscheinung wandern, was ihm unangenehm war und er die Blonde leise anzischte: „Ich war ja auch nicht im Urlaub!“, was sie abnickte und ihn schließlich mitfühlend musterte.
„Ich weiß. Und es tut mir leid. Aber sie wollten unsere Bürgschaften nicht mehr bewilligen.“ „Ich weiß“, gab er ihr nun wieder ruhiger, in einem Flüstern zurück und versank kurz in seinen Gedanken. Der Tatsache, dass sich noch mehr Leute, als beim ersten Mal, für ihn ausgesprochen und verbürgt hatten. Dennoch hatte die Strafverfolgung einen Weg gefunden, diese Hilfe zu untergraben.
Er war sich ziemlich sicher, das, wenn nicht so viele wichtige Personen wie Hermione, Kingsley, Lupin, McGonagall und allen voran Potter, in die Sache involviert gewesen wären, und damit auf seiner Seite standen, sie ihn in Azkaban tot geflucht oder geprügelt hätten.
Allein auf die bloße Erinnerung an das Durchlebte wurde er blasser, was etwas Sorgenvolles in Lunas Augen weckte. Sie sah, wie sein Blick ins Leere driftete, bevor in dem Grau etwas Gequältes aufflackerte. Dieser Eindruck wich jedoch, als sie unter dem Tisch nach einer seiner Hände griff, die in seinem Schoß ruhten, und ihre kleine beruhigend darauf legte. Als er sie wieder ansah, leicht verwundert, lächelte sie ihr mildes, warmes Lächeln.
„Es ist doch jetzt aber alles vorbei und gut. Du bist hier“, erinnerte sie ihn, worauf sein rechter Mundwinkel kurz nach oben zuckte.
„Ja. Merlin sei Dank“, murmelte er und musterte die zierliche Ravenclaw, die ihm trotz allem nun so aufmunternd und vor allem freundlich begegnete, als wäre nie etwas gewesen. Als wären sie Freunde.
Sie hatte am Ende ja genauso einen Teil dazu beigetragen, dass er jetzt hier saß und nicht schon unter der Erde lag, oder in Azkaban lebendig verrottete.
„Dir auch nochmal danke“, flüsterte er. „Für deinen Zuspruch und alles. Ich. . .“ „Mr. Malfoy!“, donnerte ihm Monroe dazwischen, womit er und Luna zu ihr sahen. Seine Hand hatte er sich auf ihren Ausruf gleich zurückerobert, da nun die komplette Klasse schadenfroh zu ihm glotzte.
„Da Sie offensichtlich der Ansicht sind, meinem Unterricht keine Beachtung schenken zu müssen, vermute ich, dass Sie bereits alles wissen?“, fuhr ihn die Professorin an.
„Ähm. . .“ „Es wird Ihnen dann sicherlich nichts ausmachen, Ihren Mitschülern etwas zum Thema Telekommunikation zu erklären?“, funkelte Professor Monroe ihn ungehalten, schon fast wütend an. Und das nur, weil er nicht mal zwei Minuten wirklich sehr leise mit Lovegood geredet hatte. Anscheinend mochte sie ihn nicht, was ab dieser Sekunde auf absoluter gegenseitig beruhte. Sie wollte ihn scheinbar vor den Übrigen lächerlich machen und bloßstellen. Das Spiel kann man auch zu zweit spielen, dachte er durchtrieben, als er sich elegant erhob. Auf den Lippen trug er ein zwar freundlich wirkendes, aber dennoch eiskaltes Lächeln, was sich zusätzlich in seinen Augen widerspiegelte.
„Sehr gerne, Professor. Als Telekommunikation bezeichnet man jeglichen Austausch von Informationen, über verschiedene Distanzen hinweg. Zum Beispiel von England nach Amerika oder von Haushalt zu Haushalt. Man übermittelt und empfängt Daten bzw. Signale. Als Telekommunikationswerkzeug dient den Mugglen ein sogenanntes Telefon. Es besteht unter anderem aus einem Tastenfeld mit den Ziffern 0 bis 9 und einer Hör- sowie Sprecheinheit, die Hörer genannt wird. Über diese Apparatur kann man mit einer anderen Person, die unterschiedliche Meilen entfernt ist, kommunizieren. Um eine Verbindung aufzubauen, gibt man die entsprechende Nummer ein, die der Wunschperson, bzw. deren Haushalt, zugewiesen wurde. . .“, erklärte Draco extra hochgestochen. Dabei nahm er selbstzufrieden auf, dass nicht nur die Professorin immer ungläubiger und blasser wurde, sondern auch seine Mitschüler. Die starrten ihn mitunter aus tellergroßen Augen, mit offenen Mündern an. Gleich so, als hätten sie Merlin persönlich vor sich. Es war ein äußerst amüsanter und zudem entschädigender Anblick, der ihn dazu reizte, dem Ganzen noch ein bisschen mehr die Krone aufzusetzen.
„Üblicherweise sind diese Geräte fest in jedem Haushalt integriert. Wie die meisten Mugglegeräte werden sie mit Elektrizität betrieben. Inzwischen gibt es aber auch schon transportable Geräte, die man als Mobiltelefone bezeichnet. Diese beziehen ihre Energie aus einem kleinen Energiespeicher, den man Akkumulator nennt. Oder kurzum, wie auch umgangssprachlich Akku“, endete er mit einem extra charmanten Lächeln, während in der kompletten Klasse völlige Stille herrschte, sodass man eine Stecknadel hätte fallen hören können.
„Professor?“, sprach Draco die Dame nach ein paar Sekunden geduldig an, die offensichtlich in eine Schockstarre oder ähnliches gefallen war.
Auf seinen Ruf blinzelte sie und schluckte kurz hart, ehe sie meinte: „Das ist richtig, ich. . .“ Sie hustete. „Sie dürfen sich setzen“, murmelte sie wirsch und widmete sich wieder ihrem ursprünglichen Thema. Allerdings hörte ihr nun wirklich keiner mehr zu, da die Anderen noch immer damit beschäftigt waren, Draco anzustarren, als wäre er irgendein seltenes Tier, bevor sie leise tuschelten.
Der Slytherin lächelte daraufhin äußerst zufrieden und sonnte sich in seiner momentanen Überlegenheit. Der Punkt ging eindeutig an ihn, auch wenn Monroe es nicht für nötig erachtete, ihm für seine Antwort Hauspunkte zuzusprechen. War ihm im Grunde aber herzlich egal. Er würde sich in diesem blöden Fach ganz bestimmt nicht zum Idioten machen lassen.
Wenn es sein musste, würde er halt auch mal in eines der Bücher reingucken oder besser noch, er ließ es sich direkt von Hermione erklären. Da konnte er wenigstens zu 100% sicher sein, dass das alles auch so stimmte und nicht irgendwelchen skurrilen Überlegungen Mugglefanatischer Zauberer zugrunde lag.
Der Rest der Doppelstunde verlief, nach Dracos kleinem Vortrag, recht ruhig. Allerdings hatte Monroe die Klasse zwischenzeitlich doch mal lautstark angefahren, denn die Übrigen waren allesamt weiter mehr damit beschäftigt zu tuscheln und Draco anzustarren. So auch Luna, die ihn verblüfft, mehr noch interessiert begonnen hatte zu mustern.
„Woher weißt du das?“, hatte sie gefragt. Draco hatte gelächelt und in sich hineingeschwiegen, bevor er sich sein Verteidigung gegen die Dunklen Künste Lehrbuch genommen hatte, um in diesem zu lesen. Der Unterricht interessierte ihn wesentlich mehr, als das hier. Seine Zeit hatte er schließlich nicht zu verschenken.
Monroe hatte es zwar bemerkt, es aber nicht noch einmal gewagt, ihn etwas zu fragen. Sie schien zudem noch immer ein wenig neben sich zu stehen und strafte ihn letztlich mit Ignoration. Ihm sollte es Recht sein, wenn er so seine Ruhe hatte.
Zum Ende des Unterrichts war er dann auch der Erste, der aus dem Zimmer verschwand und sich auf den Weg runter in die Große Halle zum Mittagessen machte. Auf halber Strecke stießen Blaise und Charlie zu ihm, die sich interessiert nach der Mugglekundestunde erkundigten.
Die Drei saßen so noch gar nicht richtig an ihrem Tisch, als Draco ihnen von seinem kleinen Sieg erzählte. Er beschrieb zudem explizit die dummen Gesichter der Anderen, was Blaise brüllend lachen ließ. Damit zog er unweigerlich die Aufmerksamkeit aller auf ihren Tisch. Und das noch mehr, als er halb erstickend aber noch immer lachend, mit der Faust auf den Tisch schlug.
Aber auch Charlie neben ihm lachte. Nicht ganz so körperbewusst wie Blaise, allerdings es war sehr viel mehr, als sonst sein Schmunzeln. Der Spaß unter den Schlangen blieb auch den Löwen nicht verborgen, die kaum zwei Minuten nach ihnen die Halle betraten.
„Was ist denn bei denen los?“, wunderte sich Ginny und sah fragend zu Hermione, die nur mit den Schultern zucken konnte. Ihr Blick fiel kurz darauf auf den Blonden, der doch tatsächlich recht dämlich grinste, was sie neugierig machte.
„Am besten wir fragen sie mal“, schmunzelte sie ihre Freundin an, die es ihr gleich tat und zum Tisch der Schlangen trat. Dem näherten sich ebenfalls, stark verunsichert, die Greengrass Schwestern, die sich fragwürdige Blicke aufgrund des Gelächters der drei Jungs zuwarfen. Diese wurden noch etwas mehr, als sie sahen, dass die beiden Löwinnen zielsicher auf die Jungs zutraten.
„Habt ihr Blaise Lachpillen von George untergejubelt?“, richtete sich Ginny an Charlie, der selber mit sich und den Bildern zu tun hatte, die Draco ihm mit allem in den Kopf projiziert hatte. Der Dunkelhäutige blickte inzwischen grinsend zu der jüngsten Weasley.
„Die können unmöglich so gut sein wie das.“ „Wie was?“, hakte Hermione nach. Blaise deutete allerdings nur auf Draco, zu dem sie neugierig sah.
„Wie war dein Unterricht?“ Auf die Frage fing Blaise erneut an, sich zu kugeln. Aber auch Charlie brach wieder stärker in ein Gelächter aus. Hermione irritierte es, sodass sie Draco eindringlich taxierte.
„Hast du irgendwas angestellt?“, warnte sie ihn, bekam dann aber von einem noch immer lachenden Charlie Antwort.
„Nein. Nichts, außer sich wirklich vorbildlich zu verhalten, wie sonst du.“ Daraufhin verstand Hermione gar nichts mehr, während Blaise zwischen einem Lacher und den ersten Freudentränchen „Erzähl’s ihnen“ hervorbrachte. Kurz darauf ließen sich Ginny und Hermione auf zwei der freien Stühle bei den Jungs fallen. Aber auch die Greengrass Schwestern nahmen Platz und spitzten möglichst unauffällig die Ohren. Als Theo dazu kam und etwas fragen wollte, zog Daphne ihn in einem harten Ruck auf seinen Stuhl und hielt ihm den Mund zu.
Sie warf ihm einen warnenden Blick zu, jetzt ja die Klappe zu halten, denn das interessierte sie. Von den Freunden hatte keiner bemerkt, dass drei der übrigen vier Schlangen sich gesetzt hatten, da sie sich auf Draco konzentrierten, der den Mädels die Sache knapp schilderte. Als er fertig war, sahen ihn die Beiden ehrlich überrascht an.
„Du konntest der wirklich ihre Fragen beantworten?“, hakte Ginny nochmal nach, worauf er nickte und Blaise neckisch meinte: „Tja, der werte Herr ist eben nicht zu unterschätzen.“ „Wie wahr“, bestätigte Charlie, während Draco zufrieden nickte. Hermione schüttelte nur schmunzelnd mit dem Kopf, bevor sie ihren Blondschopf wieder ansah.
„Für die erste Stunde Sieg auf ganzer Linie, würde ich sagen.“ „Also wenn ich mir alleine die dämlichen Gesichter von denen vor Augen halte, dann Ja. Eindeutig“, grinste er Hermione breit an, die es ihm gleichtat.
„Siehst du? Alles halb so wild, wie ich dir gesagt habe.“ „Ein anderes Fach würde ich trotzdem vorziehen.“ „Geht aber nicht“, erinnerte Hermione ihn, worauf er ein wenig sauer schnaubte, sodass sich Astoria vorsichtig in das Gespräch mischte, die diese Sache nicht weniger verwunderte, wie auch die anderen Beiden.
„Warum belegst du das Fach überhaupt?“ „Weil ich muss. So ‘ne blöde Forderung von der Strafaufsicht und dem Gamot.“ „Oh!“ „Hm“, brummte er, bevor Hermione das Wort ergriff und aufmunternd meinte: „Ich hab dir doch gesagt, dass ich dir helfe, wenn es irgendwo hängt“, lächelte sie, was Draco knapp abnickte, dann allerdings noch leise murrte: „Hauptsache die Alte lässt mich so weit in Ruhe.“ „Hätte nicht gedacht, dass die so ein Besen ist. Eigentlich sieht sie gar nicht danach aus“, murmelte Blaise nachdenklich und schielte unauffällig zum Lehrertisch, wo sich die Professorin neben Dippet gesetzt hatte.
„Sie ist ja noch neu und will sicher nichts falsch machen“, meinte Hermione beschwichtigend und versuchte so, dem Urteil der Jungs ein wenig die Kraft zu nehmen.
„Sie hat da vielleicht ein bisschen überzogen reagiert, deswegen muss sie nicht zwangsläufig gemein sein“, setzte sie noch nach.
„Vermutlich kann sie dich einfach nicht leiden, wie Snape früher Hermione“, warf Ginny noch zusätzlich ein, was Draco sauer schnauben ließ. „Reizend, Weasley. Danke.“ Daraufhin rollte der Rotschopf mit den Augen.
„Merlin, jetzt sei nicht so empfindlich“, stöhnte sie und sah ihn schließlich mit einem schiefen Grinsen an. „Zumal. . . Ich dachte, wir wären inzwischen schon weiter.“ „Womit?“, sah er fragend zu ihr. Ginny schmunzelte keck.
„Na ja, wenn ich mich richtig erinner, war ich, als wir das letzte Mal miteinander gesprochen haben, nicht Weasley, sondern Ginny“, erklärte sie, worauf er sie verwirrt ansah und in seinem Hirn nach besagtem letzten Wortwechsel wühlte, was doch ein wenig her war.
Hermione begann auf die Anspielung ihrer Freundin unweigerlich zu strahlen, als ihr bewusst wurde, was Ginny mit ihren Worten versuchte zum Ausdruck zu bringen. Die schmunzelte ihre Freundin, auf ihr Lächeln, gleich an.
Inzwischen war Draco auch wieder eingefallen, was Ginny meinte, was sich recht deutlich in seiner Mimik widerspiegelte und den Rotfuchs neckisch stimmte.
„Sieh an. Der Herr Malfoy erinnert sich“, zog sie ihn auf, was er süffisant kommentierte. „Der Herr Malfoy hat auch ein ausgezeichnetes Gedächtnis, Ginny“, betonte er ihren Namen nun besonders wohlwollend, was Blaise erneut zum Lachen brachte. Aber auch Charlie und Hermione schmunzelten, während sich die anderen drei Schlangen die Szenerie teils verwirrt, teils erstaunt besahen.
„Was meint ihr? Das sollten wir doch ein bisschen feiern!“, grinste Blaise breit, zu dem Hermione kopfschüttelnd aber dennoch schmunzelnd sah.
„Du siehst auch in allem einen Grund für eine Party, was?“ „Nein, nicht in allem. In bestimmten Dingen aber schon. Und dass wir eigentlich ganz viel zu feiern hätten, hab ich dir am Samstag bereits gesagt. Deshalb werden wir diesen Samstag auch eine Party schmeißen, wo ihr beide. . .“, deutete er auf die Löwinnen. „. . . kommen werdet.“ „Blaise. . .“ „Nix da. Zur Not hol ich Mylady aus ihrem Türmchen“, funkelte er die Brünette lauernd an.
„Ich kenn jetzt immerhin euer Passwort“, grinste er immer durchtriebener, ehe er weiter meinte: „Und dann schlepp ich dich so durch’s Schulhaus, wie das letzte Mal“, drohte er ihr mit funkelnden Augen und ließ schließlich provokant seine Augenbrauen hüpfen. Ginny besah es sich amüsiert.
„Wie sah das denn aus?“, richtete sie sich neugierig an Hermione, die geschlagen murmelte: „Das willst du nicht wissen“, bevor sie zurück zu Blaise blickte.
„Keinen Firewhiskey!“, mahnte sie ihn, was er gekonnt überging. „Das deute ich mal als Ja!“, feixte er stattdessen und meinte weiter: „Die kleine, blonde Fee könnt ihr gerne auch noch mitbringen.“ „Fee?“ „Ich schätze, er meint Lovego- Luna“, erklärte Draco, zu dem Blaise kurz fragend sah.
„Oder nicht?“ „Von mir aus. Wenn sie sich in die Schlangengrube traut?“, grinste er ein wenig durchtrieben, was Ginny ihm gleichtat.
„Sie ist mutiger, als du denkst.“ „Ja, das hab ich gesehen. Auf alle Fälle trau ich ihr mehr zu als anderen.“ „Hört, hört“, tönte Blaise und sah in die Runde.
„Dann würde ich sagen, diesen Samstag ab 19:00 Uhr. Wisst ihr ungefähr, wo der Eingang ist, oder sollen wir euch irgendwo auflesen?“ Daraufhin schauten sich die beiden Löwinnen kurz ratlos an, bevor Hermione zu Draco sah.
„Gehst du schon früher runter? Ansonsten können wir ja am Gryffindor und Ravenclaw Turm vorbeigehen.“ „Macht mal. Draco brauch ich nicht wirklich und. . . Habt ihr irgendwelche speziellen Wünsche? Snacks, Drinks?“ „Och, ich würde sagen, wir lassen uns überraschen“, grinste Ginny und sah schließlich zu Hermione. Dabei fielen ihr Harry und Neville ins Auge, die bereits die ganze Zeit zu ihnen starrten. Und damit waren sie nicht allein, denn ein Großteil der übrigen Anwesenden tat es ihnen recht ungeniert gleich.
„Ähm. . . Ich kann mir eure Antwort zwar denken, ich frag aber trotzdem“, sah Ginny zurück zu Blaise, der interessiert die Ohren spitzte.
„Unsere Jungs dürfen wir wahrscheinlich nicht mitbringen?“ Wie befürchtet, verschwand auf ihre Frage Blaise’ Schmunzeln. Stattdessen verzog er leicht angesäuert das Gesicht.
„Wir wollten doch ein bisschen gemütlich feiern und keinen Stress“, maulte er, sah dann jedoch über Ginnys Schulter rüber zu Potter und Longbottom. Das Wiesel entdeckte er an einem der anderen Tische, von wo er Giftpfeile schoss, was Blaise schlagartig grinsen ließ.
Der Rotschopf war offensichtlich eingeschnappt. Und das ordentlich. Eigentlich ganz praktisch. Schließlich sah er zurück zu Ginny und schenkte ihr ein freundliches Lächeln.
„Aber wenn es euer Wunsch ist und sie sich trauen sollten, bitte. Wir sollen ja alle ein bisschen solidarischer und offener miteinander umgehen, nicht wahr?“, sah er keck zu Hermione, die gleich lächelte und nickte.
„An uns soll es da nicht liegen, stimmt’s?“, linste der Dunkelhäutige zu Draco. Der zog zwar skeptisch eine Augenbraue hoch, zuckte dann aber zur Zustimmung desinteressiert mit den Schultern, was die Mädels zufrieden grinsen ließ. Die übrigen drei Schlangen verunsicherte diese Planung jedoch zunehmend.
„Und was. . . Wo sollen wir in der Zeit hin?“, fragte Theo vorsichtig, erntete dafür allerdings nur verwunderte Blicke seitens der Fünf.
„Was meinst du?“, hakte Blaise nach, worauf Theo hilflos zu den Schwestern sah, bevor er recht leise meinte: „Ihr wollt doch bestimmt unter euch sein.“ Daraufhin schauten sich die Freunde wieder an, wo Hermione das Wort ergriff und Theo beruhigte.
„Es ist doch euer Gemeinschaftsraum. Aus dem vertreibt euch keiner. Wir sind dort nur Gäste“, deutete sie auf sich und Ginny. Am Ende sah sie zurück zu Blaise.
„Aber wenn es ein Problem ist, wir können es auch bei uns im Turm machen.“ Damit wanderte ihr Blick zu Draco, der knapp nickte. Blaise maulte jedoch.
„Dann hab ich es ja so weit bis in mein Bett!“ „Sofern du noch laufen kannst“, warf Charlie trocken ein und nippte genüsslich an seinem Getränk. Hermione sah für dieses Problemchen aber eine einfache Lösung und meinte: „Du kannst zur Not auch bei uns auf der Couch schlafen“, was Draco allerdings nicht in den Kram passte und er nun meckerte.
„Der schläft, wenn, dann nur vor dem Porträt. Ansonsten zersägt der uns den kompletten Turm!“ „EY!“, motzte Blaise empört. Charlie nickte jedoch zustimmend „Punkt für Draco“ und bekam zur Strafe einen saftigen Tritt gegen das Schienbein, sodass er sich an seinem Saft verschluckte.
„Ich hab gesagt, wir machen das bei uns. Punkt! Und ihr. . .“, sah Blaise nun zu seinen Hauskameraden. „Niemand hat gesagt, dass ihr verschwinden sollt. Wenn ihr euch mit dazusetzen wollt, nur zu. Ich hab bloß keinen Bock auf diese ewig alten Streitigkeiten. Das solltet ihr euren Männern. . .“, blickte er wieder zu den Mädchen. „. . . auch noch mal sagen. Vorausgesetzt sie haben nicht zu viel Schiss.“ „Sie sind Löwen!“, meinte Ginny überzeugt, was Blaise dämlich grinsen ließ.
„DAS wird sich noch zeigen.“ Damit hakte sich Hermione freudig bei Ginny unter „Dann lass uns unsere Löwen mal überzeugen“, und trat schmunzelnd zu ihrem Tisch, wo Neville, Harry und Luna sie bereits fragend musterten.
„War was?“, erkundigte sich Harry misstrauisch und schielte zu den Schlangen rüber, die nun ihrerseits das Treiben an ihrem Tisch mit gesteigertem Interesse verfolgten. Zabini breit grinsend.
„Nein, eigentlich nicht. Die Jungs haben uns nur für Samstagabend in die Kerker zu einer kleinen Party eingeladen“, erklärte Ginny ruhig, während sie sich etwas auf ihren Teller lud und nebenher mit einer leisen Freude beobachtete, wie die Augen der beiden Löwen größer wurden. Diese ließ sie aber erstmal links liegen und sah stattdessen zu Luna.
„Hast du Lust mitzukommen?“ „Oh, wenn ich darf, sehr gerne“, strahlte Luna, worauf sich Hermione und Ginny und kurz schmunzelnd ansahen, bevor die Rothaarige nickte.
„Die Jungs würden sich freuen“, erklärte sie lächelnd, womit das Leuchten in Lunas Augen noch etwas mehr wurde. Neville sah sie jedoch ein wenig entsetzt an.
„Du willst da wirklich runter?“ „Ja, eigentlich schon. Oder möchtest du nicht, dass ich gehe?“, fragte sie ihn, worauf Neville unverständliches Zeug nuschelte, sodass sich Ginny wieder dazwischen klinkte und die beiden Männer in Augenschein nahm.
„Falls du Angst hast, sie alleine gehen zu lassen. . . Wenn ihr wollt, könnt ihr auch mitkommen. Die Jungs hätten nichts dagegen“, erklärte Ginny brav, worauf die Zwei, wie erwartet, ziemlich blöd guckten.
„Ist das dein Ernst?“, bohrte Harry. Hermione nickte und rieb ihm Blaise’ Spitze frech unter die Nase. „Oder habt ihr Angst in der Schlangengrube?“ Daraufhin wurden Neville und Harry knallrot, was ausreichte, um Blaise am Nebentisch aufs Neue zum Brüllen zu bringen, zu dem die Fünf kurz sahen.
„Hat der was genommen?“, wunderte sich Neville, da Blaise sich zuvor schon so verhalten hatte, was die Aufmerksamkeit der beiden Mädchen wieder auf ihren Tisch bannte.
„Nein. Dem geht’s gut. Der ist eigentlich immer so.“ „Zabini?“, stutzte Neville und sah zurück zu den Schlangen, die grinsend leise redeten und erneut verstohlen zu den Löwen schauten.
„Der war doch sonst genauso unnahbar und kalt wie Malfoy.“ „Weil er so sein musste. Weil es von allen so erwartet wurde. Den anderen Häusern aber auch seinem eigenen, womit wir wieder bei den ganzen Vorurteilen wären“, moserte Ginny leicht.
„Seht die Einladung doch als Chance, mit der Vergangenheit aufzuräumen. Wie gesagt, die Jungs haben kein Problem damit, wenn ihr mitkommt. Sie wollen keine Streitigkeiten oder irgendwelchen Stress mehr. Und ihr doch auch nicht, oder?“, maß Hermione die Beiden spitz, sodass Harry seufzte.
„Nein, natürlich nicht. Es ist nur. . .“, sah der Held seine langjährige Freundin nun direkt an. „Versteh das jetzt nicht falsch, aber ich glaube, ich würde mich da im Moment fehl am Platz fühlen. Ihr zwei habt über die Jahre doch ein ganz anderes Verhältnis zu denen aufgebaut. Ihr seid befreundet, wir aber nicht“, deutete er auf sich und Neville, worauf die Brünette zwar nickte, da sie verstand, auf was Harry aus war, dann aber ruhig meinte: „Irgendwo muss es beginnen. Klar könnt ihr euch auf dem Gang und sonst wo ignorieren, nur ich . . . wir. . .“, sah sie zu Ginny, um sie mit einzubeziehen. „. . . würden uns wirklich freuen, wenn ihr euch irgendwann richtig mit ihnen vertragen könntet. Weißt du. . . Ich hab keine Lust mehr, nach allem auch weiter ständig einen Spagat zwischen meinen Freunden zu machen. Ich will nicht zwischen euch wählen müssen“, erklärte sie ihm, was er abnickte.
„Musst du auch nicht. Ich akzeptier deine Entscheidungen. Aber mir persönlich ist das im Augenblick einfach alles noch zu . . . zu fremd“, wusste Harry nicht, wie er sagen sollte. Hermione hatte auch so verstanden und nickte.
„Okay. Dann vielleicht zur nächsten Feier? Wird bei Blaise vermutlich nicht die Letzte sein“, sah sie zu Ginny, die breit grinste „Nicht wirklich“ und sich letztlich über ihr Essen hermachte. Kurz darauf taten die Anderen es ihr gleich.
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Nach dem Mittag ging es mit Kräuterkunde weiter, wo Professor Sprout, wie angekündigt, versuchte, die Schüler in Gruppen einzuteilen. Ein schier aussichtsloses Unterfangen.
Da baute sich die geballte Macht von 17 Gryffindors, vor den 7 Slytherins auf. Es war ein beinahe übermächtiger roter Haufen, gegen einen winzigen Grünen, was die Professorin an den Rand der Verzweiflung trieb.
„Herrschaften, bitte. Wären Sie so freundlich, endlich Zweiergruppen zu bilden? Gemischt!“, wiederholte Pomona, worauf sich die Löwen jedoch nur noch enger drängten und den Schlangen teils finstere Blicke zuwarfen, was Hermione mit den Augen rollen.
„Merlin nochmal. Schlimmer als im Kindergarten“, knurrte sie und tauschte schließlich, hoch erhobenen Hauptes, das Lager der Gryffindors mit dem der Slytherins, noch bevor jemand etwas dazu sagen konnte. Keine Minute später stand sie inmitten der Schlangen, direkt neben Draco, der sie neckisch angrinste.
„Mutig, kleine Löwin. Aber hast du dir das wirklich gut überlegt?“, flüsterte er, was sie fragend schauen ließ. Draco schielte allerdings unauffällig zu den übrigen Löwen, als er meinte: „Das Wiesel ist kurz vorm explodieren. Nicht, dass es mich stören würde, nur gibt das eine ordentliche Sauerei“, grinste er feist, wofür sie ihm den Ellenbogen leicht in die Seite stieß, dann aber seinem Blick folgte und verstand, was er meinte.
Ron kochte und spießte sie und Draco abwechselnd mit Blicken auf, was sie selbst wütend stimmte, aufgrund seiner Verbohrtheit. Damit wuchs der Drang in ihr ins beinahe Unermessliche, ihm noch deutlicher zu machen, wie sie zu Draco stand.
Sie rückte ganz zu dem Blonden auf und nahm demonstrativ seine Hand, wo sich ihre Finger aus Gewohnheit automatisch mit seinen verflochten. Draco grinste daraufhin noch mehr, ehe er ihr ins Ohr flüsterte: „Du willst es jetzt wirklich darauf anlegen, oder?“ „Oh ja“, raunte sie tief und taxierte Ron weiter gefährlich, der verächtlich schnaubte und zwischen den Löwen zu einem blonden Schopf verschwand. Als Hermione erkannte zu wem er ging, knirschte sie gewaltig mit den Zähnen. Kindskopf, dachte sie angesäuert und sah schließlich zu Harry, der sie recht unglücklich musterte und kurz zu Ron blickte. Hermione bekam so vermehrt eine Ahnung, warum er die Einladung vorhin beim Essen wohl tatsächlich ausgeschlagen hatte.
So wenig wie sie einen Spagat zwischen ihren Schlangen und den Anderen machen wollte, so wenig wollte Harry offensichtlich zwischen ihr und Ron wählen. Er saß im Augenblick zwischen zwei Stühlen, wie schon die Jahre zuvor immer mal, wenn sie sich mit Ron in der Wolle gehabt hatte.
Ganz schlimm war es im Sechsten gewesen. Er hatte zu ihr, aber auch zu Ron halten wollen, was ihn gehörig Nerven gekostet hatte. Genauso sie damals im Vierten, als es wieder Ron war, der Harry wegen der Sache mit der Wettkampfteilnahme, zeitweise verachtet hatte. Ihm, als bester Freund, war es nicht einmal ansatzweise in den Sinn gekommen, dass jemand Harry mit diesem Wettkampfzwang hatte schaden wollen. Seine Eifersucht und der Neid, aufgrund der gesteigerten Aufmerksamkeit, die Harry durch alles hatte, hatten ihn blind werden lassen, bis etwas passiert war. Erst dann hatte er es kapiert. Und jetzt?
Irgendwie waren die Situationen Jahr für Jahr ähnlich gewesen. Entweder sie hatte versucht, eine Brücke für ihre Freundschaft zu bauen, wenn die Jungs Streit hatten, oder es war Harry, wenn sie Stress mit Ron hatte. Und so war es auch jetzt wieder, was sie seufzen ließ.
Sie nahm sich daraufhin fest vor, Harry zu nichts zu zwingen oder zu drängen. Wenn Ron der Meinung war, sauer auf sie sein zu müssen, bitte. Sie würde Harry aber nicht zum Spielball machen. Das hatte ihr Freund nicht verdient, zumal er durch alles schon mehr als genug Ärger und vor allem Leid durch hatte.
Er sollte seine Entscheidungen zwanglos treffen. Die entsprechende Tür dafür hatten ihre Schlangen bereits geöffnet. Durchgehen musste er alleine, womit ihr Blick hilfesuchend auf Ginny fiel, als Professor Sprout nochmal an die Löwen appellierte.
„Meine Lieben, bitte. Sie sehen doch, dass niemand beißt“, deutete sie auf Hermione und Draco, die vollkommen friedlich beisammen standen. Dennoch tat sich nichts, was die sonst so gutmütige Professorin allmählich zur Weißglut trieb.
„Wenn Sie sich auch weiterhin nicht aufteilen, werde ich die Paarbestimmung vornehmen. Die Zeit, die wir dadurch verlieren, hängen wir hinten dran!“, drohte sie den Löwen.
Am Ende war es jedoch Charlie, der sich seufzend hinter Hermione und Draco löste und zu Ginny trat. Dabei behielten ihn die Gryffindors gefährlich im Auge und achteten auf jede noch so kleine Regung, gleich so, als ob die Giftschlange jede Sekunde zuschnappen könnte.
Charlie ignorierte die Blicke gekonnt und beugte sich zu Ginny, der er ins Ohr flüsterte. Kurz darauf sah er sie wieder an. Fragend. Die Rothaarige nickte nur und zog sich Neville mehr ran, der sie irritiert musterte, während Charlie zu Astoria ging.
„Was ist?“, wunderte sich Neville. Ginny gab ihm allerdings keine Antwort, sondern folgte Charlie zu der Dunkelhaarigen, was Neville ein wenig nervös stimmte.
„Was hast du vor?“, flüsterte er. „Als Vertrauensschüler mit gutem Beispiel vorangehen“, erklärte sie leise und war damit ganz bei Charlie und Astoria, die ein leicht bekümmertes Gesicht machte und ihrerseits unsicher zu Neville sah.
„Astoria Greengrass“, murmelte sie, da sie Neville gar nicht weiter kannte. Der stutzte etwas, begann dann aber zu begreifen, was Ginny von ihm wollte.
„Ähm. . . Ne-Neville“, gab er ihr vorsichtig zurück, sah allerdings noch einmal zu Ginny, die sich inzwischen neben Charlie postiert hatte. Hinter ihr kam Blaise zum Vorschein, beugte sich über ihre Schulter und schmunzelte.
„Okay, was denkst du? Mit wem komm ich die nächsten zwei Stunden ohne größere Probleme aus?“, fragte er neckisch, was Ginny kurz grinsen ließ, als sie den Kopf zu ihm neigte.
„Ich weiß nicht. Wie wäre es mit Harry?“ „Nein!“, fiel Blaise ihr sofort ins Wort, worauf sie einen Flunsch zog. Dann überlegte sie wieder und sah letztlich nachdenklich zu ihren Mitschülern, wo sie schließlich eines der Mädchen aus ihrem Jahrgang etwas mehr taxierte und auf sie deutete.
„Liz, denke ich“, murmelte sie und sah zurück zu Blaise. „Sie ist ziemlich schüchtern, also sei lieb zu ihr.“ „Kennst mich doch“, grinste er.
„Eben! Keine Flirtereien!“, warnte sie ihn, was er mit einem breiten Grinsen quittierte, ehe er selbstbewusst auf die große Maße der Gryffindors zuschlenderte, die allesamt vor ihm zurückwichen, als hätte er Pest, Cholera und Diphtherie in einem.
Schließlich kam er vor der kleinen Brünetten zum Stehen, die hilflos nach rechts und links sah, bevor sie ängstlich mit ihren grünen Augen zu dem hochgewachsenen, muskulösen Slytherin aufblickte. Dieser ließ ihr ein äußerst charmantes Lächeln zukommen. In der nächsten Sekunde beugte er sich zu ihr und hatte damit die Lippen an ihrem Ohr, worauf sie wie geschlagen zusammenzuckte, als er ihr beinahe zärtlich hinein hauchte.
„Liz?“ Es war nur ihr Name, der die Siebzehnjährige wie vom Donner gerührt zusammenfahren ließ, was Blaise grinsend aufnahm. Schließlich kam er ihr noch ein wenig näher, sodass er mit seinem Atem über ihren Hals streichelte.
„Ginny meinte, wir würden uns die kommenden zwei Stunden sehr gut verstehen“, säuselte er verführerisch und lächelte sie letztlich auch so an. Das Mädchen starrte ihn jedoch aus immer größeren Augen an, in denen eine seltsame Mischung aus Panik, Angst, aber auch totaler Verwirrung lag.
Mit diesem Blick schaute sie klopfenden Herzens zu Ginny, die bereits mitten unter den Schlangen stand, von wo sie ihr aufmunternd zulächelte und winkte. Kurz darauf flüsterte Blaise ihr nun wirklich neckisch „Ich beiß nicht“ zu, worauf sie erneut verschreckt zu ihm sah. Diesmal ließ er ihr ein freundliches Schmunzeln zukommen und zwinkerte keck, ehe er sie bei der Hand ergriff und ohne weiteren Kommentar mit sich zu den Anderen zog.
„Was . . . was soll das?!“, brachte Liz Ginny halb aufgelöst entgegen, sodass sich Blaise einen deftigen Klaps auf den Hinterkopf einfing.
„Ey!“, meckerte er. Ginny sah ihn nur warnend an. „Ich hab dir gesagt, du sollst lieb sein!“ „War ich doch!“, grinste er nun wieder, was Ginny mit den Augen rollen ließ, bevor sie sich ihre Freundin kurz ran zog.
„Wenn er frech wird, sag’s mir.“ „Hey! Ich bin immer zuvorkommend zu hübschen Ladys!“, beschwerte er sich bei Ginny, die ihm kindisch die Zunge rausstreckte, was ihn dreckig grinsen ließ.
„Ja, so eine hab ich auch und mit der kann man viele schöne Sachen machen“, merkte er an und wackelte anzüglich mit den Augenbrauen.
„Herrschaften, bitte!“, unterbrach Sprout ihn rasch, und das mit leicht geröteten Wangen, da das Thema allmählich in Gewässer ging, die sie nicht in ihrem Unterricht haben wollte. Stattdessen sah sie zum Rest der Löwen. Von denen machte allerdings keiner Anstalten, es den Anderen gleichzutun, sodass Professor Sprout die angedrohte Zwangseinweisung vornahm.
Sie steckte Daphne zu Harry, der es emotionslos über sich ergehen ließ. Theo musste zu Sally Roper, die dem Dunkelhaarigen etwas unsichere Blicke zuwarf, sich dann aber zu einem vorsichtigen Lächeln zwang, was Theo versuchte, zu erwidern.
Tracey traf es mit Seamus am schlechtesten, denn der Ire maulte. Nur hatte Professor Sprout genug von dem Kindergarten und ging auch nicht auf seine Beschwerden ein. Stattdessen begann sie sang- und klanglos mit ihrem Unterricht.
Dieser endete ohne Tote, Verletzte oder sonstige negative Zwischenfälle. Dennoch lösten sich die Zwangsgemeinschaften am Ende recht schnell wieder auf, wobei Neville doch angenehm überrascht von Astoria war. Das Gleiche galt für Ginnys Freundin, die in der Doppelstunde nichts an Blaise auszusetzen hatte außer. . . Nun ja. Sein Haus.
„War das nun so schwer?“, verlangte Professor Sprout zum Schluss zu wissen, bekam aber keine Antwort, außer einem gedrückten Murren, welches teils noch lauter wurde, als sie meinte: „Ich hoffe, die Gruppenbildung klappt in der nächsten Stunde besser und vor allem zügiger!“ Damit verschwanden die Schüler endgültig aus den Gewächshäusern, wo Ginny und Hermione bei den Jungs blieben und sich etwas unterhielten. Und das auch weiter recht argwöhnisch vom verbliebenen Rest, allen voran von Ron, beobachtet.
Der Rotschopf stahl sich zeitnah zu Lavender, bei der er seinen Unmut ablud und wie erhofft tröstend den Rücken getätschelt bekam. Darüber hinaus versuchte sie ihn aufzumuntern und hakte sich letztlich freudig lächelnd bei ihm unter, was ihn grinsen ließ. Sein Grinsen verschwand allerdings, als er neben Ginny auch Hermione unverhofft lachen hörte und so wieder zu den Mädchen schaute. Von denen schenkte ihm keine Beachtung. Im Gegenteil.
Zabini hing amüsiert über der Schulter des Frettchens und erklärte den Beiden irgendetwas grinsend, worauf sie noch mehr lachten, was ihn im Gegenzug zur Weißglut trieb.
Lavender sah es und seufzte, bevor sie ebenfalls zu dem Fünfergespann blickte, das den Eindruck erweckte, als wären sie seit Jahren die allerbesten Freunde. Angewidert aufgrund dessen rümpfte sie die Nase und versuchte stattdessen, Rons Aufmerksamkeit auf sich zu lenken.
Letztlich kam die gemischte Meute im Raum für Verteidigung gegen die dunklen Künste an, wo sie sich ihre Plätze suchten. Draco verkrümelte sich erneut in die hinterste Reihe. Hermione setzte sich neben ihn, Blaise und Charlie eine Reihe vor ihnen. Ginny gesellte sich zu Harry, während Ron bei Lavender in einer Ecke am Fenster blieb, von wo aus er den Feind mit funkelnden Augen betrachtete.
Besagter Feind war nach wie vor in seine eigenen Gespräche vertieft, bis Professor Dippet dazu kam, worauf sich jeder richtig auf seinem Platz niederließ. Der Ex-Auror ließ dann auch gleich seinen Blick durch die recht volle Klasse wandern und blieb bei einigen etwas länger hängen. Allen voran bei Harry, der es seufzend aufnahm.
Schließlich ließ sich der Professor halb auf seinem Pult nieder und begann den Unterricht mit einer leicht ausschweifenden Einleitung, was die Wirkungsweise unterschiedlicher Zauber betraf. Das Fluch nicht gleich Fluch war, sowie schwarze Magie nicht zwingend dunkle Zauber hervorbrachte und damit automatisch schlecht wäre. Es kam immer auf die Anwendung an.
So zählte auch der Stupefy irgendwo zu den Angriffszaubern, die in ihrem Wirkungsgrad alle auf schwarzer Magie beruhten. Der Zauberspruch wurde deswegen aber nicht gleich zu einem dunklen Zauber, da verschiedene Angriffs- und damit schwarze Zauber, durch das Ministerium als legal und somit genehmigt galten.
„. . . Wie Ihnen schon aus Ihrem ersten Jahr bekannt ist, bedarf es vieler unterschiedlicher Kriterien, die erfüllt sein müssen, um einen Zauber effektiv, wie auch seinem Sinn entsprechend zu wirken. Es kommt auf die korrekte Betonung des Spruchs, die Zauberstabbewegung, allen voran aber den Willen, die Vorstellung, sowie die richtige Gesinnung an. Erfüllt man gerade letzteres Kriterium nicht, kann die Wirkung jedes Zaubers im Nichts verpuffen“, erklärte Dippet, was einige bereits langweilte, da sie sich dieser Dinge bewusst waren. Es wäre ja auch zu leicht, mit dem Zauberstab nur etwas herumzufuchteln und irgendeinen Spruch aufzusagen.
„. . . Diesen Aspekt kann man gleich wohl auf die schwarze aber vor allem die weiße Magie anwenden. Ein korrekt gesprochener Heilzauber hat zum Beispiel keinerlei Wirkung, wenn nicht der richtige Wunsch, wie auch Wille in dem Zauberspruch liegen. Wenn man jemanden nicht helfen will, versagt selbst ein einfaches Episkey.“ Es war eine Aussage, die Charlie gedankenverloren abnickte, während sich Dippet erhob und durch die Klasse schlenderte.
„. . . Mir ist bekannt, dass sehr viele von Ihnen im vergangenen Jahr dazu gezwungen wurden, an Ihren Mitschülern die Unverzeihlichen zur Bestrafung anzuwenden.“ Als er diese Sache ansprach, machte sich schlagartig ein angespanntes, gedrücktes Schweigen in der Klasse breit, als die Schüler ihren Gedanken an das letzte Jahr nachhingen. An das Erlebte, sowie Durchlebte, was bei einigen wenigen aufs Neue recht lebendig wurde. Allen voran bei Hermione, deren Blick sich zunehmend verklärte, je stärker ihre Erinnerungen hochkochten.
Draco erging es nicht viel anders. Allerdings verschwanden seine eigenen, dunklen Erinnerungen, als er etwas zu Hermione sah, deren Blick in einem unheilvollen Meer aus Schmerz und Leid zu versinken drohte. Bevor es jedoch so weit kommen konnte, griff er unter dem Tisch nach ihrer Hand und drückte sie sanft, was sie blinzeln und damit auftauchen ließ.
Hinter den eben noch dunklen, kalten Bildern tauchte langsam Draco auf, der sie beruhigend anlächelte, worauf sie seine Hand ganz fest hielt. Sie spürte, dass er ihr tröstend mit dem Daumen über den Handrücken strich. Die Beiden bekamen so nur noch am Rande Dippets Erklärungen mit.
„. . . Dabei ist Ihnen sicherlich aufgefallen, dass die Wirkungsweise dieser Zauber äußerst unterschiedlich ausgefallen ist. Der Grund dafür ist die simple Tatsache, dass es Ihnen widerstrebt hat, diese Zauber auf andere anzuwenden. Es verhält sich mit der schwarzen Magie genauso wie mit der Weißen. So kann selbst ein Unverzeihlicher seine Wirkung gänzlich verlieren, wenn man nicht den Willen oder gar Wunsch hat, einem anderen Leid zuzufügen. Emotionen spielen immer eine sehr große Rolle in jedem nur erdenklichen Zauber. Je stärker ein Zauber ist, desto stärker muss auch die entsprechende Emotion sein. Ich bin mir sicher, jeder von Ihnen kennt mindestens einen so emotionsbezogenen Zauber“, sah Dippet in die Klasse, wo einige, nicht gerade wenige, nickten. Harry murmelte leise „Der Patronus“, der ja nur mit einem intensiven Glücksgefühl gelang. Aber auch der Cruciatus kam ihm in den Sinn.
Als er Lestrange den Fluch im Ministerium hinterhergeschleudert hatte, hatte er ihr damit nicht wirklich geschadet. Er hatte die schwarze Hexe nur zu Fall gebracht, da in ihm ein viel zu großes Gefühlschaos geherrscht hatte, als das er den gewünschten Effekt hätte erzielen können.
Da waren Wut, Hass, Schmerz, Verzweiflung und vor allem Trauer gewesen. Keines dieser Gefühle war jedoch hilfreich, um den Fluch entsprechend zu wirken, denn bei diesem bedurfte es martialischer Freude daran, anderen Leid zuzufügen. Eine Spezialität Lestranges, nicht aber für ihn. Er konnte das nicht und wollte es auch nicht.
„. . . Sehr richtig, Mr. Potter. Ein Patronus Zauber gelingt nur, wenn man ein besonders starkes Glücksgefühl in sich wecken kann. Hat man dieses nicht, passiert gar nichts.“ Daraufhin nickte Harry, womit Dippet fortfuhr.
„Die emotionale Selbstbeherrschung ist das A und O für jeden mächtigen Zauber. Diesen einen Punkt sollten Sie nie unterschätzen. Er ist nicht selten ausschlaggebend dafür, ob ein Zauber gelingt oder nicht, wie Sie gleich sehen werden.“
Inzwischen war Dippet in der hintersten Reihe bei Hermione und Draco, die ihn jetzt erst wieder halbwegs für voll nahmen. Dippet tippte dann auch noch unverhofft mit seinem Zauberstab auf Dracos Schulter, der seinen Professor fragend ansah. Dieser lächelte, als er zwei Worte über die Lippen brachte, die dafür sorgten, dass Draco das Herz stehenblieb.
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