Was im Verborgenen liegt - Verunsicherung
von Alex2303
Sooo... und hier noch etwas Kleines zum ankucken und Erinnerungen auffrischen.
Katie: Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ
Und unser Überraschungsgast ist ... Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ
Hat ihn jemand erkannt? Nein? Dann fangt mal an zu lesen.
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„Flint?“ „MARCUS!“, stieß Draco überrascht, aber allen voran erleichtert aus, als er und die Mädchen den ehemaligen Slytherin am Zugang der Gasse entdeckten. Der Dunkelhaarige grinste kurz, was ihm allerdings verging, als er die Verletzungen des Blonden sah.
Daraufhin fiel sein Blick wütend auf Gibson. Um ihn dingfest zu machen, dazu kam er jedoch nicht, da Gibson die kleine Unaufmerksamkeit Flints nutzte, um zu seinem Zauberstab zu stürzen und zu Disapparieren.
„Mist!“, fluchte Marcus, als Gibson in einem lauten Plopp verschwand. Kurz darauf trat er zu dem Blonden, der sich den blutbesudelten Arm hielt.
„Drecksbastard“, knurrte Draco nur und kniff schmerzlich die Augen zusammen, als immer stärker das bekannte Reißen und Brennen durch seinen Arm ging, welches der Fluch hinterließ.
„Ein neuer Freund von dir?“, warf Marcus halb im Scherz ein und hockte sich vor den Blonden, wo er jetzt auch mal genauer auf die Wunde sah und heftig durch die Zähne zischte.
„Das sieht übel aus. Was war das für ein Typ?“, fragte er nun ernster. „Einer, der mich nicht leiden kann“, knurrte Draco. „So jemanden gibt’s?“, spöttelte Marcus. „Danke. Ich lach später drüber“, murrte Draco und sah schließlich zu Hermione.
„Wo ist mein Zauberstab?“ „Was meinst du?“, wunderte sich Katie, aber auch Marcus guckte blöd. „Hat das Ministerium dir den abgenommen?“ „Nein. Nur Miss Oberschlau, da sie der Meinung war, ich brauch ihn in Hogsmeade nicht!“, knurrte er und sah Hermione giftig an, die kurz angefressen die Backen aufplusterte. Nur konnte sie ihm nach wie vor nichts entgegensetzen.
„Was ist los, Granger? Zunge verschluckt?“, lachte Marcus, den sie daraufhin sauer anfunkelte, ehe sie sich wieder auf Draco konzentrierte und ihm auf ihre Kehle deutete. Der besah sich ihre Gestik für einen Moment verwundert, bevor er sich kurzerhand Flints Zauberstab borgte „EY!“ und auf Hermione richtete. Dabei murmelte er „Finite Incantatem.“
In der nächsten Sekunde entwich der Gryffindor ein erleichterter Seufzer, dem ein tiefes „Danke“ folgte, was Draco rigoros überging.
„Nochmal. Wo … ist … mein … Zauberstab?“ Daraufhin eroberte sich die Hexe nun von Draco Flints Stab, der bereits schnaubte, da sein Eigentum ungefragt von Hand zu Hand ging.
Hermione deutete damit allerdings auf den Zugang der Gasse, wo, nach wie vor unbeachtet von irgendwem, ihre kleine Stofftasche lag, die sie sich kurzerhand herzu hexte. Aus dieser holte sie sofort ihren und Dracos Zauberstab, den der Blonde augenblicklich in seiner Gesäßtasche versenkte. Hermione beschwor wiederum ihren Patronus, den sie mit einer Nachricht fortschickte, was sich Draco fragend besah.
„Tonks. Sie sollte das wissen“, murmelte die Gryffindor ein wenig wirsch, aber dennoch ernst und nahm sich schließlich vorsichtig Dracos Arm, den sie behutsam freilegte, um die tiefe Wunde zu heilen. Nur funktionierte es nicht. Im Gegenteil. Der einfache Heilzauber wurde recht aggressiv abgestoßen, worauf Draco schmerzhaft zischte und ihr seinen Arm entriss.
„Lass. Normale Mittel bringen hier nichts.“ „Warum nicht?“, bohrte Katie, die sich inzwischen ihren Zauberstab wieder geholt hatte.
„Schwarze Magie“, brummte Marcus und sah zurück auf die noch immer stark blutenden Striemen, die schon mehr etwas von Schnitten hatten.
„Und zwar von der übelsten Sorte“, murmelte er düster, worauf Hermione mit dem Kopf schüttelte. Kurz darauf beschwor sie einen Verband, damit die Blutungen aufhörten.
„Was war das jetzt eigentlich mit dem? Was wollte der von dir?“, kam Marcus nochmal auf Gibson zu sprechen und sah zu Draco, der lediglich knurrte. Aber auch Katie begann es vermehrt zu interessieren, die zu der Brünetten sah.
„Hermione?“ „Das ist eine längere Geschichte“, seufzte die Gryffindor und richtete sich schließlich ein wenig wankend auf, was ihr Draco gleich tat, sie dann aber kurz stärker taxierte.
„Was meinte der von wegen: Er ist deinetwegen seinen Job los?“ „Ist nicht weiter wichtig“, gab sie ihm wirsch zu verstehen und wollte rasch aus der Gasse verschwinden, was ihn jedoch wütend machte. Er ergriff sie recht ruppig am Oberarm und zog sie wieder ganz zu sich.
„Ich entscheide, was wichtig ist und was nicht! Und das hier ist nur zu offensichtlich wichtig, wenn dieser dreckige Penner dich deswegen angreift!“ „Draco. . .“, wimmerte sie und versuchte vergeblich, sich aus seinem festen Griff zu winden, wo ihr letztlich Katie zu Hilfe kam.
„Jetzt lass sie los, du tust ihr weh. Merkst du das nicht?!“, zischte sie ihn ein wenig an. In ihren dunkelbraunen Augen blitzte dabei etwas Mahnendes auf, worauf er seinen Griff lockerte und schließlich ganz löste.
Hermione sah nur flüchtig dankbar zu Katie, bevor sie sich beeilte, aus der zwielichtigen Gasse zu verschwinden. Zurück ins helle Licht der Nachmittagssonne, die sie gierig aufnahm und scheinbar einatmete. Kurz darauf folgten ihr die Drei.
Marcus noch immer ratlos und auch ein wenig irritiert von der Szenerie. Katie musterte Hermione wiederum nachdenklich, die sich inzwischen auf eine der Bänke vor einem der Geschäfte hatte fallen lassen. Den Blick leicht unergründlich, was auch Draco zunehmend bemerkte, der damit ganz zu ihr trat.
Er wusste nicht so richtig warum und wie, irgendwie hatte er aber das Gefühl, Hermiones innere Befangenheit in sich selbst zu spüren. Als er ein wenig darüber nachdachte, was gerade passiert und vor allem auch gesagt worden war, wurde ihm verstärkt klar, was ihr fehlte.
Schließlich trat er ganz zu ihr und legte seine Hand beruhigend auf ihren Schopf, durch den er sanft strich. Kurz darauf blickte Hermione zu ihm auf. Den Blick auch weiter gequält, neigte sie den Kopf ein wenig zur Seite, der damit an seiner Taille zum ruhen kam, während Draco ihr auch weiter durch die Haare strich und sie so nebenher kraulte.
Letztlich ließ er sich vorsichtig neben sie gleiten und bettete ihren Kopf auf seine Schulter. Ein tiefer Atemzug war die einzige Reaktion Hermiones. Es war ein Bild, was die beiden Älteren zunehmend ratlos zurückließ. Allen voran Marcus, der noch immer nicht so ganz glauben konnte, was er da sah.
Zwar hatte er die Presseberichte um seinen ehemaligen Hauskameraden verfolgt, war zu der Zeit aber schon nicht so richtig schlau aus der Sache mit der Gryffindor geworden. Was, wie, warum und so weiter.
Anscheinend war an den Gerüchten, die er in der Knockturn aufgeschnappt hatte, dass Draco Verrat an den Death Eatern verübt hatte, aber doch sehr viel mehr Wahres dran, als er ursprünglich gedacht hatte. Genauso, dass er wohl wirklich im Mai in Hogwarts gewesen war, was er ihm überhaupt nicht zugetraut hätte.
Dass er dort tatsächlich gegen die Death Eater, seinen Vater, Voldemort und ihre Werte, mit denen sie aufgewachsen waren, gekämpft hatte. Zusammen mit Potter, Granger und den anderen Löwen, Raben und Dachsen, womit sein Blick auf Katie fiel, die sich ein wenig unwohl über den Oberarm. Dabei warf sie ihm verstohlene Blicke zu. Auch stand sie nun ein paar Schritte von ihm weg.
„Hast du Angst, ich beiß dich?“, murrte Marcus süffisant, worauf sie den Kopf hob und ihn anschnaubte. „Seh ich so aus?!“ „Ja. Was machst du überhaupt hier?“ „Das Gleiche könnte ich dich fragen!“ „Botengänge“, gab der Slytherin ihr kühl zurück und wartete seinerseits mit einem provozierenden Blick auf eine Antwort, die sie ihm mit vor der Brust verschränkten Armen und gerecktem Kinn vor die Füße warf.
„Ich war mit Hermione und Draco verabredet.“ „Draco?“, stutzte Marcus und guckte blöd, ehe sein Blick recht zweifelnd zwischen dem Blonden und Katie hin und her ging, bevor er bei Katie kleben blieb.
„Draco?“, wiederholte er. „Hast du was mit den Ohren?“ „Nein. Aber seit wann ist der Kleine für dich Draco und nicht Malfoy?“ „Seit ich weiß, dass er sich für unsere Sache eingesetzt und gekämpft hat“, gab sie ihm kühl zurück und ließ ihren Blick kurz über Flints Gestalt wandern, die schon ein bisschen düster und unheilvoll war.
Von der Statur her war er um einiges muskulöser und größer, als sie ihn in Erinnerung hatte. Sein Oberkörper füllte das dunkle T-Shirt unter der schwarzen Lederjacke zur Gänze aus.
Aber auch so hatte der Slytherin, seit sie ihn vor ein paar Jahren das letzte Mal gesehen hatte, durchaus etwas aus seiner Gestalt zu machen gewusst.
Seine Zähne waren inzwischen weiß und ebenmäßig. Die dunklen, fast schwarzen Haare trug er kurz aber nicht zu kurz, sodass er dort mit etwas Gel noch ein gewisses Styling rein bringen konnte. Dieses hob sich durch den Drei-Tage-Bart noch besser ab. Seine langen Beine steckten in einer verschlissenen, dunkelgrauen Stoffhose, die in ein paar abgetretenen, schwarzen Lederschuhen endeten.
„Aha“, hörte sie ihn schließlich argwöhnisch, worauf ihr Blick wieder den seinen fand. Er hatte die hellbraunen Augen ein wenig zusammengekniffen und einen finsteren Blick aufgelegt, was das Bad Boy Flair noch mehr unterstrich, als ohnehin schon.
„Vom großen Rest eures Hauses kann man das ja nicht behaupten“, gab sie ihm süffisant zu verstehen, was ihn gefährlich knurren ließ.
„Soll das jetzt ein Vorwurf sein?“ „Fühlst du dich denn angesprochen?“, reckte sie ihm auch weiter provokant das Kinn entgegen, worauf er schnaubte.
„Zu deiner Information, Bell. Ich war noch nicht einmal in England, als die sich die Schädel eingeschlagen haben. Ich habe es vorgezogen, mich aus dieser Sache rauszuhalten, und trotzdem hab ich jetzt nur Ärger am Hals!“, blaffte er sie an, worauf sie ihn skeptisch ansah, dann aber wieder schnippisch wurde, als ihr Blick ein zweites Mal, nun deutlich abwertend, über seine Erscheinung wanderte.
„Kommt davon, wenn man sich in dunklen Spelunken herumtreibt und mit den falschen Leuten verkehrt.“ „Halt den Rand!“, knurrte Marcus, der sie prompt am Oberarm ergriff und gefährlich zu sich zog.
„Du hast überhaupt keine Ahnung! Dir als Gryffindor wird doch alles hinterhergeworfen, während ich nicht mal mehr einen mickrigen Job finde oder halten kann, sobald durchsickert, dass ich in Slytherin war. Es interessiert die Leute einen Scheißdreck, ob ich mich an diesen Machenschaften beteiligt habe oder nicht. Ich habe mich da raus- und aus England ferngehalten, um Ärger zu vermeiden und was hat es mir gebracht? Nichts! Also hör auf von Dingen zu reden, von denen du keine Ahnung hast!“, zischte er und rückte noch etwas näher auf.
„Hör auf, über mich zu reden, als ob du wüsstest, wie es in meinem Leben aussieht. Ich. . .“ „HEY!“, donnerte es unverhofft warnend von weiter weg, worauf die Beiden aufblickten.
Katie nutzte den Moment und löste sich aus Flints Griff, als sie Tonks mit bedrohlich erhobenem Zauberstab auf sie zukommen sah. Marcus trat dann auch gleich einen Schritt zurück und hob ergeben die Hände, um zu zeigen, dass er nichts tun würde.
„Wenn du Streit suchst. . .“, begann Tonks warnend und sah noch immer auf ihn. Katie drückte ihr dann allerdings den Arm mit dem Zauberstab runter, was Flint, wie auch Tonks skeptisch schauen ließ.
„Tut er nicht, ich. . .“ Damit sah sie wieder zu der Schlange, die noch immer sauer schnaubte. „Tut mir leid. Ich wollte nicht. . . Ich wollte dir nichts unterstellen. Es war mehr. . . Alte Gewohnheit“, gab sie seufzend zu. Marcus schnaubte aber noch immer angesäuert „Wie du meinst“ und wollte gehen. Katie hielt ihn jedoch fest.
„Warte kurz.“ „Was?“, knurrte er, doch sie deutete auf Hermione und Draco. „Vielleicht kannst du uns noch irgendwie wegen der Sache von vorhin helfen.“ „Was war denn genau?“, mischte sich Tonks dazwischen, bekam allerdings nur ein Schulterzucken zur Antwort.
„Frag die Beiden. Ich weiß nicht, was das für ein Typ war, der sie angegriffen hat. Aber sie schienen sich zu kennen“, erklärte Katie, was Tonks nur noch mehr verwirrte. „Inwieweit angegriffen?“ „Ignem Flagellum“, warf Marcus ein, worauf Tonks ihn aus großen Augen ansah.
„Der ist verboten!“ „Weiß ich selber. Aber so wie Draco aussieht, würde ich ins Blaue raten, dass es der Fluch war“, gab Marcus ihr trocken zurück, sodass Tonks’ Kopf zu ihrem Cousin und Hermione flog, die mittlerweile richtig in seinen Armen lag und sich bei ihm eingekuschelt hatte.
Von Katies und Marcus’ kleinem Disput hatte keiner der Beiden etwas mitbekommen. Genauso wenig, dass Tonks inzwischen zu ihnen gestoßen war. Die Aurorin sah jetzt auch, was Marcus meinte, denn ihr Cousin war deutlich blasser, als sonst üblich. Der noch immer blutende Striemen auf seiner Wange unterstrich das sogar noch zusätzlich. Beim zweiten Hinsehen erkannte sie auch den blutversifften Jackenärmel.
„Scheiße“, zischte sie und trat endlich zu den Beiden. Katie und Marcus knapp hinter ihr. „Draco?“, begann sie ernst, sodass er und Hermione den Blick hoben. Tonks besah sich zuallererst aber seine Wunde näher, die bereits durch den Verband blutete.
„Wie geht’s dir?“ „Gut?“, gab Draco ihr süffisant zu verstehen, worauf Tonks mit dem Kopf schüttelte, bevor ihr Blick zurück auf die Verletzung fiel und sie diese abtasten wollte. Draco zog jedoch gleich zischend den Arm weg.
„Man, lass das!“, fauchte er. „Ignem Flagellum?“ „Ja“, murrte er, sodass sie erneut mit dem Kopf schüttelte und ihn schließlich hochscheuchte.
„Du gehörst in den Krankenflügel. Das muss mit Diptam behandelt werden.“ „Weiß ich selber“, murrte er, während Hermione besorgt zu ihm aufsah, was noch mehr wurde, als Tonks nuschelte: „Und vielleicht auch noch einen blutbildenden Trank.“ „Ist das was Ernstes?“ „Wenn es nicht richtig und zeitnah behandelt wird, kann das ziemlich böse werden. Also. Ihr könnt mir in der Schule erklären, was genau los war“, wies sie die Zwei an, sah dann aber nochmal zu Katie und Marcus.
„Und bei euch ist soweit alles in Ordnung?“ „Ja. Eigentlich schon“, erklärte Katie und sah zurück zu Draco, was Marcus ihr gleich tat.
„Kann ich dich mit den Weibern alleine lassen?“ „Alles in Ordnung.“ „Sicher?“, blieb Marcus skeptisch und schielte zu Tonks, was Draco grinsen ließ.
„Ich hab alles im Griff.“ „Ja. Deswegen blutest du auch wie ein Schwein“, warf Tonks süffisant dazwischen und zog ihn schließlich zu sich.
„Komm jetzt, bevor du mir auf dem Weg zurück zusammenklappst“, meinte sie wieder ernst und sah nochmal zu den beiden Ehemaligen, die, so wie sie vor ihr standen, wie Tag und Nacht erschienen. Katie in ihrer hellen, leichten, sommerlichen Kleidung, während Flint eine etwas düstere, dunkle, schwere Kluft trug.
„Danke“, hauchte Hermione und trat zu Katie, die sie fest in die Arme schloss, was ihr die Ältere gleich tat und ihr ins Ohr flüsterte: „Und bei dir ist wirklich alles in Ordnung? Du sahst vorhin nicht so aus und. . .“ „Es ist nichts“, unterbrach Hermione sie schnell und machte sich los, bevor sie sich zu Marcus drehte. Der hob skeptisch eine Augenbraue, als sie ihm vorsichtig die Hand hinhielt, auf die er fragend sah und ebenso verwundert danach griff, was die junge Löwin ein wenig lächeln ließ.
„Danke für deine Hilfe. Merlin allein weiß, was sonst noch passiert wäre.“ „Vermutlich wäre der kleine Drache dann bereits filetiert worden.“ „Bloß nicht“, schauderte Hermione bei dem Gedanken, während Tonks auf die Bezeichnung amüsiert gluckste.
„Kleiner Drache?“, prustete sie mit aufgeblasenen Backen, was Draco schnauben ließ „Halt den Rand!“, bevor er stinkig zu Marcus sah.
„Flint, du Troll! Wie oft hab ich dir gesagt, du sollst mich nicht so nennen?!“, donnerte Draco. Der Ältere grinste nur fies.
„Als jüngster Flieger unseres Hauses, bleibst du auf ewig der kleine Drache. Es sei denn, irgendeiner schafft es mal im Ersten in unsere Hausmannschaft, was eher unwahrscheinlich ist. Solche Privilegien hat ja nur Potter genossen. Ist der eigentlich auch wieder in der Schule?“, richtete sich Marcus interessiert halb an Draco, halb an Hermione. Als die Gryffindor nickte, sah er zurück zu dem Blonden.
„Ich muss dir hoffentlich nicht sagen, dass du den im Match gegen die Löwen zu schlagen hast?“ Daraufhin brummte Draco unverständliches Zeug vor sich hin, was sich Marcus zufrieden besah, ehe sein Blick nochmal auf Hermione fiel.
„Granger?“ „Hm?“ „Du passt auf ihn auf?“, es war eine halbe Frage, wie auch Feststellung, die sie abnickte, was Marcus ihr gleich tat „Dann ist ja gut“, bevor er zu Katie sah. „Bell“, meinte er knapp und verschwand letztlich als erster in einem leisen Plopp.
„Dann werd ich besser auch gehen. Das Butterbier holen wir aber nach“, richtete sie sich lächelnd an Draco, der noch immer ein wenig brummelte, aber dennoch nickte. Wenig später verschwand auch Katie im Nichts, sodass die Drei stillschweigend zurück in die Schule gingen.
Hermione hielt Draco den ganzen Weg über bei der Hand und spürte so, als sie die Ländereien erreichten, dass seine Hand kalt und leicht schwitzig wurde. Als sie zu ihm aufsah, bemerkte sie, dass er deutlich blasser geworden war. Zudem sickerte aufs Neue das Blut durch den frischen Verband.
„Tonks“, rief sie die Aurorin leise und deutete mit dem Kopf auf das Offensichtliche, sodass sie nochmal einen Druckverband heraufbeschwor, bevor sie zu Draco sah.
„Geht’s? Wir sind gleich da.“ „Hm“, brummte er matt und nahm mit den beiden Frauen schließlich die letzten Hürden, bis hoch in den ersten Stock zu Madam Pomfrey. Die Schwester verfrachtete Draco dann auch gleich auf eines der Betten und kümmerte sich um seine Verletzungen. Zudem verabreichte sie ihm prophylaktisch auch noch einen Trank. Als er im Anschluss aufstehen und gehen wollte, drückte ihn die Medihexe zurück aufs Bett.
„Sie bleiben liegen, bis sich Ihr Blutkreislauf wieder akklimatisiert hat.“ „Mir geht’s gut!“, murrte er, was Poppy süffisant kommentierte „Ja, das sehe ich“ und ihn kurzerhand mittels Zauber auf dem Bett fest hexte, worauf er stöhnte.
„Ein, zwei Stunden werden Sie überleben. Versuchen Sie zu schlafen“, empfahl die Schwester und legte ihm noch eine leichte Decke über. Kurz darauf gesellten sich Tonks und Hermione richtig zu ihm.
„Sie hat Recht. Du bist immer noch ganz blass“, murmelte Hermione und ließ ihren Blick besorgt über seine Gestalt wandern. Dracos Blick blieb aber ernst und wachsam.
„Was meinte der Arsch wegen seines Jobs? In was für Sachen hast du deine Nase wieder reingesteckt?“, bohrte er gefährlich, sodass sie leicht mit den Zähnen knirschte, während Tonks erstmal die essentiellen Fragen geklärt wissen wollte. Nämlich was konkret war, womit die Beiden ihr abwechselnd von dem Überfall erzählten. Als sie soweit fertig waren, tigerte Tonks aufgebraucht auf und ab. Inzwischen hatte sich ihr Haarschopf tief Rot verfärbt.
„Merlin, das darf doch echt nicht wahr sein! Und so etwas war in der Strafverfolgung tätig.“ „Du sagst es. Er war. Was ist da abgelaufen? Was hast du damit zu tun?“, murrte Draco Hermione an, die auch weiter keine Anstalten machte, ihm eine Antwort zu geben. Das übernahm kurzerhand Tonks.
„Er hat eine saftige Anzeige von uns bekommen, weil er handgreiflich geworden ist, als Hermione dich be-“ „WAS?“, donnerte Draco ihr dazwischen, was Hermione hatte vermeiden wollen und die Aurorin zur Strafe kurz sauer ansah, bevor sie ihre Schlange versuchte, zu beruhigen.
„Es war nichts weiter. Er. . .“ „Ach nein?“ „Lass mich erklären. Als ich wegen Ron den einen Tag so spät gekommen bin, hatte ich mich rein zu mit dem schon in der Wolle.“ „Hab ich mitgekriegt“, knurrte er noch immer, worauf Hermione zustimmend nickte.
„Als ich gehen musste, da. . . Dein kleines Ablenkungsmanöver hat nicht so richtig funktioniert. Er hatte mich zwischen sich und der Wand eingekeilt und . . . blöd angemacht“, umschrieb sie es, was bei Draco aber nur die unheilvollsten Phantasien weckte.
„Angemacht?“ „Er hat mich wirklich nicht weiter angefasst oder so, weil Nate dann noch dazu kam.“ „Wer?“ „Einer unserer Leute, der einen Kontrollrundgang machen sollte“, erklärte Tonks, worauf Dracos Blick wieder auf Hermione fiel.
„Und weiter?“, bohrte er mit dunkler Stimme. „Nichts eigentlich. Nate hat mich dann raus gebracht, allerdings die Idee geäußert, ihn anzuzeigen. Wir dachten, dass es vielleicht etwas bringt, wenn der nicht mehr. . . Na ja. . .“, brach sie etwas unglücklich ab, sodass Tonks weiter erklärte.
„Umbridge ist Kingsley nach wie vor ein Dorn im Auge. Remus macht sie das Leben auch schwer. Auf direktem Weg kriegt Kingsley sie momentan aber nicht so leicht raus, deswegen dachten wir uns, über Umwege könnte es auch gehen. Zum Beispiel, wenn wir ihr nachweisen können, dass sie ihre Leute samt Abteilung nicht im Griff hat. Gibsons Anhörung war vor drei Wochen, wo dann auch noch ein paar andere Sachen zutage gekommen sind“, sah Tonks grinsend zu Hermione, was Draco ihr gleich tat und fragend eine Augenbraue hob.
„Was?“, moserte die Brünette. „Ich wollte eben auf Nummer sicher gehen“, knurrte sie, worauf Tonks noch immer schmunzelnd mit dem Kopf schüttelte und wieder zu ihrem Cousin sah, um ihm weiter zu erklären.
„Durch die ganzen Delikte, die sich noch gezeigt haben, sind sie wohl übereingekommen, dass so jemand für die Strafverfolgung nicht tragbar ist. Schätzungsweise hat er jetzt die Tage seine Suspendierung bekommen, wofür er sich anscheinend rächen wollte“, vermutete Tonks und kam verstärkt ins Grübeln. Draco hingegen kämpfte mit seinen Gedanken, Vorstellungen und der dunklen Phantasie, was da nun wirklich war, denn er glaubte Hermione nicht. Er glaubte ihr nicht, dass es Nichts war. Die Gryffindor sah es. Sie erkannte deutlich, dass ihm einiges durch den Kopf ging.
„Ich werde wegen der Sache auf alle Fälle erstmal Remus und Minerva Bescheid geben“, meinte Tonks leise und riss beide so aus ihren Gedanken.
„Denkst du, Remus kriegt da so schnell was geregelt?“ „Nein. Und ich fürchte, wir haben noch ein ganz anderes Problem“, seufzte sie, worauf sich die Zwei verwundert ansahen, mehr noch als Tonks’ Blick beunruhigt auf Draco fiel.
„Ich muss das melden.“ „Was melden?“ „Dass du dich geprügelt hast“, gestand sie ihm, worauf Draco der Mund perplex offen stehen blieb „Wa. . .“, während Hermione lautstark protestierte.
„Das ist doch jetzt nicht dein Ernst!? Verdammt, Tonks! Der hat uns angegriffen! Der hat doch auch noch deutlich rausgehauen, dass er uns was antun wollte. Dass er Draco umbringen wollte! Er. . .“ „Das weiß ich doch!“, unterbrach Tonks die aufgebrachte Gryffindor rasch und versuchte sich zu erklären.
„Ich muss die Sache aber melden. Schon alleine, damit es nicht noch schlimmer wird und sie uns daraus vielleicht einen Strick drehen. Versteht ihr denn nicht? Früher oder später, wahrscheinlich früher als uns lieb ist, wird diese Geschichte bei der Strafaufsicht auf dem Tisch landen. Wenn es an dem ist und wir keine Gegenmeldung haben, wird man uns unterstellen, den Vorfall bewusst verschwiegen zu haben. Der Ärger, der dann auf uns zukommen würde, auf dich. . .“, sah sie zu Draco, der bereits heftig schluckte. „. . . wäre um einiges schlimmer, als wenn ich Remus und Minerva eine kurze Meldung erstatte, die unsere Sicht auf die Dinge schildert. Wie es am Ende wirklich war. Katie und dein Freund dieser. . .“ „Marcus Flint“, half Draco ihr mit belegter Stimme. „. . . können eure Geschichte doch bezeugen. Und das ist gut. Ich werde diesen Bericht so schreiben, dass daraus deutlich hervorgeht, dass du aus Notwehr gehandelt hast, weil man euch, euer Leben, bedroht hat. Das kann dir niemand zum Vorwurf machen. Wir dürfen diese Sache aber nicht eskalieren lassen oder sonst wie aus der Hand geben. Flüche oder dergleichen hast du keine angewandt, oder?“, bohrte Tonks dennoch.
„Hat ja keinen Zauberstab dabei“, nuschelte Draco und war Hermione nun dankbar, für ihre Frechheit vom Vormittag. Er war sich inzwischen zu 100% sicher, dass er irgendetwas in der Richtung auf dieses Aas abgefeuert hätte. So war nur seine Faust in das Gesicht des Bullen eingeschlagen.
„Wir klären das. Und zwar so, dass sie dir nichts anhaben können“, versprach Tonks aufmunternd und tätschelte ihm etwas die Hand, die sich energisch ins Laken krallte.
Verdammt, das durfte doch echt nicht wahr sein! Keine Woche. Er war kaum eine Woche wieder in Hogwarts und trotzdem jagte eine Katastrophe die nächste. Dippets scheiß Vorführung gleich am Montag, dann diese ganzen Idioten, die ihn aufmischen wollten und das nun auch machten, weil sie Wind von seinen Auflagen bekommen hatten. Und jetzt noch DAS!
Merlin, hatte er über die Jahre wirklich so viel schlechtes Karma angehäuft, dass das jetzt alles auf ihn einschlug? Hatte er durch die Death Eater und Azkaban nicht schon genug hinnehmen müssen? Das musste irgendwann doch mal aufhören. Diese Pechsträhne musste irgendwann doch mal abreißen. Oder musste er tatsächlich für den Rest seines Lebens, für die Dinge, die waren, büßen?
„Scheiße“, stöhnte er und fuhr sich wirsch über’s Gesicht und durch die Haare. „Mach dich nicht fertig. Wir biegen das wieder gerade. Ruh dich erstmal aus. Wenn was ist, ich bin in meinem Büro“, meinte Tonks und ging mit einem aufmunternden Lächeln, was die Stimmung der Beiden, allen voran Dracos, jedoch nicht heben konnte.
Das änderte sich auch nicht, als Madam Pomfrey später nochmal nach ihm sah und verkündete, dass er gehen konnte, was ihm ganz lieb war. Er brauchte Ruhe. Richtige Ruhe, weshalb er sich ohne weiteres stillschweigend mit Hermione in ihren Turm schlich. Dort verschwand er in seinem Zimmer und warf die Tür doch etwas lauter ins Schloss, sodass Hermione im Wohnzimmer zusammenzuckte und bitter die Treppen zu ihren Schlafräumen hoch sah.
In seinem Zimmer warf sich Draco bäuchlings aufs Bett und zog eines der Kissen ran, in welches er das Gesicht frustriert vergrub und sich schließlich die Lunge aus dem Leib schrie.
Es konnte doch nicht sein, dass dieser Arsch machen durfte, was er wollte und sie dann ihn dafür bestraften, weil er eingegriffen hatte? Weil er Hermione hatte schützen wollen? Merlin, die Welt hasste ihn! Eindeutig. Das Schicksal hasste ihn. Das Leben, worauf er stöhnte und sich auf den Rücken drehte. Dabei fiel sein Blick auf den dunkelgrünen Betthimmel.
Auf den samtenen Anblick fragte er sich unweigerlich, wie oft er diesen während des Aufwachens noch zu Gesicht bekam, bevor es wieder eine kalte, feuchte, schmutzig dunkle Steindecke war?
Er schauderte als dieser Gedanke, diese Angst, verstärkt in ihm hochkroch. Er würde nicht in dieses Loch zurückgehen. Vorher warf er sich vom Astronomieturm oder beendete all das sonst wie.
Aber er würde ganz gewiss nicht bei lebendigem Leib in diesem Loch verrotten. Auf gar keinen Fall würde er das, womit er sich auf die Seite drehte und bitter aus dem Fenster blickte. Er sah so die Zinnen des Schlosses, wie auch den Verbotenen Wald und Großen See, in dem sich das Licht der Sonne brach. Diese strahlte noch immer hell und warm. Es war eine Wärme, nach der er sich sehnte. So sehr. Er wollte nicht wieder in diese Kälte zurück. Die Einsamkeit. Den Schmerz.
„Scheiße“, fluchte er halb verzweifelt und ließ den Blick fallen, der so seinen Nachttisch streifte. Auf diesem entdeckte er den Brief von Blaise.
Er hatte noch immer nicht nachgesehen, mit was für einer Peinlichkeit sein Freund glaubte, ihn erpressen zu können. Etwas, was er nun nachholte und nach dem Umschlag angelte. Als er ihn öffnete, kam etwas Weißes zum Vorschein, wo Blaise lediglich Tick-Tack drauf geschrieben hatte. Draco konnte nicht anders, als mit der Stirn zu runzeln, bis er auf die Idee kam, das weiße Etwas umzudrehen. Kurz darauf biss er sich gewaltig auf die Zunge, als ein sehr überraschtes Keuchen seiner Kehle entwich.
„Zabini, du bist und bleibst eine durchtriebene Schlange“, murmelte er und betrachtete mit einer leisen Faszination das Bild, was ihn und Hermione zeigte. Und zwar im Mungos. Kuschelnd. In einem Bett. Das war in der Tat sehr prägnantes, unwahrscheinlich erpresserisches Material, was ihn allerdings verträumt lächeln ließ.
Auch so, als er wieder daran dachte, wie es war aufzuwachen und die kleine Hexe dabei im Arm zu haben. Wie es sich angefühlt hatte, als sie sich an ihn gekuschelt hatte. Die Wärme, die von ihrem kleinen Körper ausgegangen war. Die Ruhe, die er empfunden hatte. Ruhe, die sie ausgestrahlt hatte. Zuversicht und Hoffnung.
Dieses kleine Bild weckte die Sehnsucht nach all diesen Dingen in ihm ungemein, sodass er die Augen schloss und versuchte, dieses Gefühl erneut verstärkt in sich heraufzubeschwören. Ein flüchtiger Moment in der Zeit, in dem er glücklich war.
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Mit der Zeit wurde es später. Draco hatte sich aber nicht wieder blicken lassen, was Hermione zunehmend verunsicherte.
Zwar hatte sie ihm nach allem ein wenig seine Ruhe lassen wollen, nur war sie sich inzwischen nicht mehr sicher, ob es gut war, ihn mit seinen Gedanken alleine zu lassen? Wahrscheinlich hatte er sich bereits sonst was angefangen auszumalen, immerhin hatte sie es unten im Krankenflügel schon gesehen. Er war mental auf eine Ebene abgedriftete, die nichts Gutes in sich barg.
Schließlich legte sie ihr Buch weg, in das sie eigentlich mehr gestarrt als wirklich etwas daraus gelesen hatte, und schlich hoch an sein Schlafzimmer. Sie klopfte leise, bekam allerdings keine Antwort.
„Draco?“, rief sie, mit dem gleichen Ergebnis. „Darf ich reinkommen?“, wieder regte sich nichts, was sie spontan einfach mal als Ja auslegte und leise die Tür öffnete. Sie entdeckte den Blonden dann mit dem Rücken zu ihr gedreht auf dem Bett liegend.
„Draco?“, rief sie ihn nochmal, doch er zuckte sich nicht, was sie ein wenig verwunderte. Schlief er etwa? Verunsichert, obgleich dessen, schlich sie auf leisen Sohlen zu dem Podest mit dem Bett und stützte sich schließlich behutsam über dem Blonden ab, der tatsächlich schlief.
Seinen linken Arm hatte er unter den Kopf geschoben, während die Hand des rechten ruhig neben ihm lag. Ihr Blick blieb dann auch ungewollt mehr auf dieser liegen, denn unter seinen Fingern lugte ein kleines Bild hervor. Sie zog skeptisch die Augenbrauen kraus, denn sie meinte sich selbst auf der Abbildung zu erkennen.
Vorsichtig, um ihn nicht unnötig zu wecken, zog sie das Foto unter seiner Hand hervor und staunte nicht schlecht, als sie es im Ganzen sah.
Ihr stand kurz etwas undamenhaft der Mund offen, als ihr wieder einfiel, wann und wo das war. Blaise, so vermutete sie zumindest, musste es nach Dracos Hauptverhandlung im Mungos aufgenommen haben, als sie total erschöpft in den Armen des Blonden eingeschlafen war. Die Jungs hatten sie dann ja nicht geweckt, sondern friedlich schlummern lassen, wofür sie ihnen im Nachhinein furchtbar dankbar war, denn sie hatte trotz allem seit langem mehr als gut geschlafen. Die Nähe zu Draco hatte sie auf sonderbare Weise beruhigt. Die Gewissheit, dass da jemand war.
Aber auch dem Blonden musste es ganz gutgetan haben, denn er lächelte im Schlaf, womit sie von der Fotografie zu dem Original sah. Dort stach ihr vornehmlich die Macke auf seiner Wange ins Auge, über die sie behutsam strich, was sich als Fehler herausstellte.
Auf die zarte Berührung zischte Draco schmerzlich „Nein!“ und ergriff sie blitzschnell am Handgelenk, welches er ihr energisch zusammendrückte, bevor er sie getrieben ansah.
„Ich bin’s nur“, hauchte Hermione noch immer erschrocken, worauf er allerdings nicht gleich reagierte, sondern verstört vor sich hin starrte. Ganz offensichtlich hatte er noch etwas anderes vor Augen.
„Draco?“, rief sie ihn leise, sodass er blinzelte und damit gänzlich auftauchte. In der nächsten Sekunde sah er sie verwirrt an.
„Hermione? Was . . . wo. . .“ „Hogwarts. Wir sind in Hogwarts. Du bist in deinem Zimmer. Im Schulsprecherturm“, erklärte sie ihm einmal mehr, worauf er stöhnte und ihr Handgelenk losließ. Kurz darauf sank er fertig in sein Kissen und fuhr sich mit den Händen über’s Gesicht und durch die Haare.
„Schlecht geträumt?“, vermutete Hermione und machte es sich ein wenig auf seinem Bett bequem. „Ich dachte ich. . . Die aus dem Ministerium. . . Das die hier waren und. . .“, schluckte er hart und schloss die Augen, während Hermione ihm beruhigend durch den Schopf strich.
„Mach dich deswegen nicht alle. Sie werden dich wegen der Sache nicht mitnehmen. Das wäre nicht fair.“ „Was ist schon fair?“, murmelte er bitter, was sie seufzen ließ, da er damit gar nicht mal so unrecht hatte. Dennoch versuchte sie, diese Gedanken zu vertreiben und ihn aufzumuntern.
„Hey, komm. Lass das nicht so an dich ran. Tonks hat doch gesagt, dass sie sich darum kümmert. Und du bist doch auch nicht alleine. Du hast eine sehr aggressive Löwin an deiner Seite, die dich nicht mehr hergibt“, erklärte sie mit einem durchtrieben, teuflischen Blick, was ihn zwangsläufig grinsen ließ.
„Du weißt gar nicht, wie gut sich das in meinen Ohren anhört.“ „Ich seh es an deinem Grinsen“, gab sie ihm schmunzelnd zurück und rückte etwas auf, wo sie ihm im Kommenden das Bild vor die Nase hielt, worauf er schlagartig blass wurde und prompt saß.
„Scheiße, wo . . . wo hast du das her?“ „Es lag auf dem Bett“, erklärte sie trocken und besah es sich nochmal lächelnd, ehe sie ihn wieder ansah.
„Ich stelle jetzt mal die Vermutung in den Raum, dass Blaise der Übeltäter war, der uns im Mungos im Schlaf überfallen hat? Und ich vermute weiter, dass das Bild zu dem Brief gehört, den ich dir geben sollte“, grinste sie. „Nicht ganz. Das Bild war der ganze Brief.“ „Echt?“, wunderte sich Hermione und sah noch einmal darauf, bevor sie es ihm zurückgab.
„Yep. Aber dennoch gut kombiniert. Das macht dann 100 Punkte für die clevere Löwin“, schmunzelte er, worauf Hermione breit grinste.
„So viel? Ich fühl mich geschmeichelt, dass du mir und damit meinem Haus so viele Punkte zusprichst und Vorsprung lässt.“ „Was?“, stutzte Draco, was sie noch breiter grinsen ließ.
„Wir dürfen, wie die Vertrauensschüler, Punkte auf die Häuser verteilen oder abziehen. Nicht mehr daran gedacht?“, schmunzelte sie, als er sich mit der flachen Hand ins Gesicht schlug.
„Merlin, nein!“, stöhnte er. Als ob es so nicht schon schwer genug war, gegen Hermione anzukommen. Diese lachte kurz, meinte dann aber: „Allerdings muss ich sagen, dass es ja unlauterer Wettbewerb wäre, von daher ziehe ich Gryffindor mal wieder 95 Punkte ab.“ „95? Du behältst dir also welche ein?“ „Na ja, wenn du meinem Haus schon mal Punkte verleihst, da sollten wenigstens symbolisch ein paar stehen bleiben“, grinste sie und beugte sich mehr zu ihm.
„Und wo wir gerade beim Punkte verteilen sind, dann bekommst du von mir 15.“ Nun guckte er wirklich doof. „Wie komm ich denn zu der Ehre?“ „Für die mutige, selbstlose Rettung“, lächelte sie und küsste ihn auf die Schramme auf seiner Wange, was seine Mundwinkel nach oben zucken ließ. Jedoch nur kurz, bis er wieder eine gedrückte Miene auflegte und deprimiert auf das Bild in seinen Händen sah, während Hermione ihn zu sich zog.
„Hör auf, dir deshalb Gedanken zu machen. Du hast nichts falsch gemacht. Tonks und Remus werden das schon irgendwie klären. Also denk nicht weiter darüber nach, was sein könnte. Das ist Gift. Wir sollten unsere Zeit lieber anders nutzen. Zum Beispiel auf der Party.“ „Ist das dein Ernst? Nach allem, was heute war?“ „Eben darum. Du grübelst mir zu viel, genauso wie ich. Ein bisschen Spaß würde dir guttun. Das lenkt dich ab. Außerdem. . . Wenn wir nicht auftauchen, wird Blaise wissen wollen warum. Ich denke, du weißt besser als ich, wie nervtötend er sein kann, wenn er etwas nicht weiß oder nicht kriegt, was er will“, beschwor sie ihn. „Dein Wort in Merlins Ohr“, stöhnte er, was sie lächeln ließ.
„Also? Gehen wir dann noch? Ginny und Luna hatten sich so darauf gefreut. Und ich will auch mal sehen, wie es bei euch unten aussieht.“ „Na so wie ich Blaise kenne, nicht mehr nach unserem Gemeinschaftsraum“, grinste er nun wieder ein wenig, in was sie einstimmte.
„Dann sollten wir uns langsam vielleicht fertigmachen? Immerhin müssen wir Ginny und Luna noch abholen und . . . uhm. . . Was zieh ich denn da am besten an?“, fragte sie ihn etwas schüchtern, aber auch hilflos, was ihn lachen ließ.
„Da fragst du mich?“ „Du weißt schließlich, was uns erwartet“, brummte sie, was stimmte. „Wie wahr. Wenn du ein hübsches Kleid hast. . . So etwas wie zu Slughorns Weihnachtsfeier. . . Damit würdest du auf alle Fälle nichts falsch machen.“ „Du hast mich an dem Abend gesehen?“, staunte sie, worauf sich Draco auf die Zunge biss. Mist!
„Flüchtig“, gestand er ihr letztlich und meinte weiter: „Aber so etwas in der Richtung wäre ganz passend. Blaise würde es freuen und ich hätte eine äußerst attraktive Begleitung.“ „Schleimer“, meinte sie und buffte ihn sanft in die Seite, bevor sie aufstand.
„Dann mach ich mich mal fertig.“ Kurz darauf war sie aus seiner Tür verschwunden, auf die Draco noch einen Moment sah, ehe sein Blick auf das Bild fiel, was er noch immer in den Händen hatte.
Er wollte das wieder haben. Er wollte dieses Gefühl erneut haben, das er an dem Morgen gehabt hatte, als er aufgewacht war und sie in seinen Armen gelegen hatte. Diesen kleinen Glücksmoment. Ein Wimpernschlag in der Zeit.
Er wollte ihr nah sein. Mit ihr Lachen, sie halten und vor allem lieben. Ohne Versteckspielchen. Er sollte seine Zeit, jeden Augenblick, wirklich richtig nutzen und nicht an morgen denken, denn die Zeit konnte ein Mörder sein. Er wollte nichts bereuen oder missen, womit er sich aufrappelte und im Bad verschwand, um zu duschen und sich fertigzumachen. Hermione sollte schließlich sehen, was sie haben konnte.
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Samstag, 01.07.
Freitag, 02.06.
Mittwoch, 24.05.
Ich sollte nur lesen, aber ich habe die Damen im Hörverlag davon überzeugt, dass es viel schöner ist die Figuren zu spielen, als nur zu zitieren.
Rufus Beck