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Fanfiction

Was im Verborgenen liegt - Der Zauber Slytherins

von Alex2303

۩ ۞ ۩


Knapp eine Stunde später traf das Schulsprecherpaar im Wohnzimmer wieder aufeinander.
Hermione war seinem Rat gefolgt und hatte sich ein dunkelblaues Kleid herausgesucht, das ihrer Figur schmeichelte und luftig, kurz über den Knien endete. Diesem hatte sie noch ein paar Chiffonärmel angehext, damit man den Verband an ihrem linken Unterarm nicht direkt sah.
Draco, Blaise, Charlie und Ginny wussten zwar, was sich darunter verbarg, allerdings wollte sie eventuelle Fragen anderer vermeiden.
Ihre kleinen Füße steckten in ein paar gleichfarbigen Pumps, die sie etwas größer machten. Jedoch bei weitem nicht groß genug, um auf Augenhöhe mit Draco zu sein. Der musterte sie schmunzelnd von oben bis unten, was sie nervös machte.
„Was? Du hast gesagt, so was in der Richtung wie zur Weihnachtsfeier.“ „Hab ich jetzt gerade etwas Negatives gesagt?“, schmunzelte er noch immer und trat zu ihr.
Draco selbst war bei einer dunklen Jeans geblieben, während sein Oberkörper in einem silbergrauen Hemd steckte. Die obersten drei Knöpfe waren offen und gewährten so einen kleinen Einblick auf seinen Brustansatz. Um den Hemdkragen hatte er sich zudem eine ungebundene, ebenfalls silbergraue Fliege gelegt, die seinem Outfit ein wenig etwas Freches gab.
Das verwuschelte Chaos auf seinem Kopf unterstrich den Eindruck noch zusätzlich, dass er von einer Party kam und nicht erst auf eine ging. Seiner Gesamterscheinung tat es aber keinerlei Abbruch, sondern machte ihn eher noch attraktiver, auch wenn das Hemd im Moment etwas zu groß ausfiel, da sein Körper es noch nicht so ganz ausfüllte wie früher.
„Du siehst verboten gut aus. Da muss ich aufpassen, dass Blaise sich nicht an dich ranschmeißt“, grinste er und strich ihr eine Haarsträhne hinters Ohr, die sich frecherweise aus der Hochsteckfrisur gelöst hatte. Ihr Make-up hatte sie dezent gehalten und eigentlich nur die Augen ein wenig betont, wie auch einen rosa Lipgloss aufgetragen, der ihren Lippen einen feuchten Schimmer verlieh und zum Küssen einlud. . .
Ahhh, beherrsch dich, Draco, mahnte er sich. Wie sah das denn aus, wenn er sie jetzt hier überfiel? Am Ende verfiel sie in die gleiche Panik wie letztens, immerhin war da ja leider, leider noch die Sache mit dem Wiesel. In eine derartige Verlegenheit wollte er sie nicht bringen.
Er war sich sicher, dass sie sich dafür geißeln würde, den Idioten vielleicht irgendwie betrogen zu haben. Sie würde es nicht genießen und unsicher sein. Sie sollte aber genießen, genauso wie er jede Sekunde genießen wollte. Von daher lächelte er nun ganz charmant und eroberte sich keck ihre rechte Hand, auf die er ihr kaum spürbar einen kleinen Kuss hauchte. Dieser genügte bereits, um ihr das Blut hochgradig in die Wangen zu treiben.
Hätte Draco das plötzliche Herzrasen seiner Gryffindor gespürt, hätte er sein kleines Spielchen vielleicht sogar noch etwas vertieft. Da er es aber nicht spüren konnte, meinte er weiter charmant lächelnd: „Würden mir Mylady heute Abend die Ehre erweisen, meine Begleitung zu sein?“ „Sehr gerne, nur. . .“, lächelte sie noch immer leicht verlegen, während Draco die Ohren spitze.
„Nur?“ „Wir haben noch zwei junge Damen, die eine Begleitung brauchen.“ „Oh, darum wird sich Blaise sicher reißen. Genauso Charlie. Die Zwei können ausgezeichnet tanzen, wie auch meine Wenigkeit, wenn ich das mal so nebenbei anbringen darf? Ginny und Luna wird nicht langweilig werden, keine Angst“, schmunzelte er, bevor er mit Hermione zu den Raben verschwand.
Dort löste die Löwin rasch das Rätsel, worauf das Porträt aufschwang und man einen kurzen Blick in den Raum der Ravenclaws werfen konnte, was Draco doch ein wenig interessiert tat. Als die Raben ihn jedoch sahen, guckten einige blöd. Erst recht, als Hermione Luna rief, die von zwei ihrer Mitschülerinnen noch etwas in Beschlag genommen worden war.
„Luna? Wir können“, lächelte die Brünette der Blonden zu, die sich ein tief purpurfarbenes Cocktailkleid ausgesucht hatte, was ein gutes Stück über ihren Knien endete. Ihre Haare hatte sie, ähnlich wie Hermione, zu einem halben Knoten hochgesteckt, in dem sich noch eine bunte Blume wiederfand. Die untere Hälfte fiel ihr in weichen Locken über den Rücken.
„Nicht schlecht“, gestand Draco ihr zu, was sie strahlen ließ. „Das ist so also in Ordnung?“, deutete sie auf ihre Erscheinung, worauf er grinste.
„Mehr als in Ordnung. Ich glaube, du wirst Blaise’ Vorstellung, von einer kleinen Fee, gerade mehr als gerecht“, meinte er noch, was sie vermehrt zum Strahlen brachte. Ihre Hauskameraden glotzten allerdings wie eine Kuh, wenn es donnert.
„Sag mal, was wird das, Lovegood?“, erklang es aufgebracht aus dem Gemeinschaftsraum, dem sich die Drei kurz zuwandten. Am Kamin stand Entwhistle mit Baldwin, die düster auf die Blonde starrten, die sich bei Hermione und Draco eingereiht hat.
„Nach was sieht es denn aus, Entwhistle? Sie geht auf eine Party.“ „Mit dir oder was?“ „Unter anderem“, gab Draco ihm süffisant zurück und sah wieder grinsend auf die zwei Mädchen.
„Fehlt nur noch eine.“ Damit schlug er das Porträt zu, um die schäumende Visage des Ravenclaws nicht mehr sehen zu müssen, und verschwand, Hermione auf der rechten, Luna auf der linken Seite untergehakt, mit den Beiden zum Turm der Löwen. Dort klinkte sich Hermione aus und trat auf die Fette Dame zu, die skeptisch zu Draco schaute.
„Noch eine Schlange? So einen Auflauf an einem Tag gab es ja noch nie! Ich hoffe, das wird nicht zur Gewohnheit“, entwich es ihr leicht pikiert, sodass Draco säuerlich meinte: „Darauf würde ich nicht wetten“, worauf die Fette Dame zweifelnd eine Augenbraue hob, als Hermione ihr das Passwort nannte.
„Schokonuggets.“ Damit schwang das Gemälde beiseite und offenbarte den rot goldenen Gemeinschaftsraum der Löwen. Das, was sich hinter dem Porträt jedoch auftat, konnte keiner der Drei wirklich verarbeiten, denn offensichtlich hatte bis eben eine sehr hitzige Diskussion geherrscht. Mittendrin Ginny, Ron und Harry.
Mit dem Öffnen des Zugangs wurde es allerdings schlagartig still, was sich noch mehrte, als die Meute im Turm erkannte, wer da aufgetaucht war.
„MALFOY!“, donnerte Ron prompt, worauf der Blonde süffisant eine Augenbraue hob. „Soweit mein Name. Was willst du, Karottenkopf?“, fragte er blasiert, bekam aber keine Antwort, da Ginny hastig auf sie zustürzte. Sie ergriff Hermione bei der Hand, die halb im Durchgang stand, und zerrte sie alles andere als elegant hinter sich her wieder aus dem Gemeinschaftsraum.
„Lass uns bloß schnell abhauen“, war ihr einziger Kommentar, als das Porträt donnernd zuflog, noch bevor Ron seine Schwester zurückhalten oder Draco einen Fluch entgegenschleudern konnte. Stattdessen rannte er im Innern gegen den Zugang, der sich partout nicht öffnen wollte.
„Was soll das? HEY! AUFMACHEN!“, brüllte er und hämmerte wie ein Irrer dagegen. Nur tat sich nichts, worauf er aufbrausend zu Harry sah, dem Neville zuflüsterte: „Kann es sein, dass Ginny das Porträt blockiert hat?“ „Yep“, bestätigte Harry ihm, als der Rotschopf mit wild fuchtelnden Armen zu ihm trat.
„Hast du das gesehen? Sie . . . der. . .“, fing er an zu stammeln. „Hab ich, ja. Ich bin nicht blind“, gab ihm Harry trocken zurück, was seinen Freund nur noch mehr zur Weißglut trieb.
„Wie kannst du zulassen, dass sie da runter geht? Und dann auch noch so aufgedonnert! Ist dir meine Schwester neuerdings egal?“, schnauzte er Harry an, der böse etwas erwidern wollte, als sich Ron auch noch bei Neville Luft machte.
„Und du . . . du sagst auch nichts dazu, dass Luna da mit dabei ist?“ „Man Ron, jetzt krieg dich mal wieder ein. Es ist nur eine Party.“ „PARTY? Bei denen?!“ „Wohl eher eine Orgie“, flüsterte ihm wie aus dem Nichts einmal mehr unheilvoll die dunkle Stimme zu und schürte damit die frivolsten Bilder in Rons Kopf.
Nackte Körper, ineinander verschlungen, die sich rekelten. Zungen, die über die Leiber der Mädchen strichen und sich ihre Wege in tiefe Gefilde suchten, wo die Schlangen letztlich einen Weg ins Paradies fanden. Ron schauderte und würgte auf die bloße Vorstellung unwahrscheinlich.
„Das ist abartig!“ „Merlin nochmal, Ginny und Hermione hängen doch schon seit Jahren mit Zabini und Harper zusammen. Was soll da passieren? Sie sind Freunde und machen sich eben einen netten Abend“, versuchte Harry ihm vergebens klarzumachen. Der Rotschopf schnaubte aber weiterhin aufgebracht.
„Einen netten Abend? Als ob die ruhig beisammen sitzen und Zauberschnippschnapp spielen! Der Fetzen, den Ginny anhatte, schrie doch geradezu: ,Los nimm mich‘!“ „Du übertreibst maßlos!“, schimpfte Harry. „ICH MACH MIR SORGEN UM MEINE SCHWESTER!“, schrie Ron Harry an, sodass dem die Ohren klingelten.
„Sie ist doch alt genug!“, warf Neville noch ein, dem es erneut zu dumm wurde. Ihm hatte der Zirkus am Mittag schon gereicht. Ron sah ihn nur sauer an.
„Misch du dich nicht in meine Familienangelegenheiten ein!“, blaffte Ron, ehe er wieder wütend zu Harry sah. „Wenn Ginny irgendetwas passiert, mach ich dich dafür verantwortlich!“, schnaubte er, sodass Harry ergeben die Hände hob. Der Rotschopf drehte sich, noch immer wie ein Walross schnaubend, dann erneut dem Gemälde zu, was nach wir vor nicht aufgehen wollte.
Am Ende schrie er lauthals und verschwand wutschnaubend in seinem Schlafsaal. Dabei rempelte er bei einigen an, die es nicht schafften, ihm schnell genug aus dem Weg zu gehen. So auch bei Lavender, der Parvati wieder auf die Füße half. Die Blonde sah unschlüssig zu Harry und Neville, als es von oben krachte, sodass die Anwesenden unten zusammenzuckten.
„Merlin nochmal. Hat der was genommen?“, fragte Neville, worauf Harry nur mit dem Kopf schütteln konnte. „Er treibt mich langsam echt in den Wahnsinn“, stöhnte der Schwarzhaarige und drückte sich kurz die Nasenwurzel zusammen.
„Vielleicht hätten wir ihm sagen sollen, dass Zabini uns auch eingeladen hat?“, flüsterte Neville, damit die Anderen nichts davon mitbekamen. Harry jedoch schüttelte mit dem Kopf.
„Damit er den Mädels mit allen Mitteln den Abend versaut? Da ertrag ich lieber seine Laune, als das ich riskier, dass mir Hermione und Ginny deswegen aufs Dach steigen“, seufzte Harry, dem Neville nickend beipflichtete, wenngleich ein leicht mulmiges Gefühl in ihm blieb.
Ein wenig bereute er nun doch, Zabinis zweite Einladung ausgeschlagen zu haben, denn Luna sah wirklich umwerfend aus.

۩ ۞ ۩


„Sag mal, was war denn los?“, erkundigte sich Hermione, kaum dass Ginny das Porträt der Fetten Dame verhext und damit kurzzeitig blockiert hatte.
„Was wohl? Ron hat Wind von der Party bekommen und ein riesen Fass aufgemacht“, murrte Ginny und richtete sich ihr dunkelgrünes Schlauchkleid. Dieses endete ein gutes Stück über ihren Knien und war ganzkörperbetont, sodass all ihre Rundungen richtig gut zur Geltung kamen. Genauso ihre schlanke, durchtrainierte Figur.
„Er wollte mir allen Ernstes verbieten, in die Kerker zu gehen. Wie er über dich und deine Verantwortungslosigkeit rumgemotzt hat, behalt ich mal für mich“, meinte Ginny süffisant, was Hermione mit den Zähnen knirschen ließ.
„Warum muss er sich immer wie ein Troll aufführen?“ „Weil er einer ist?“, warf Ginny ein, noch bevor Draco dazu kam, der gleich breit grinste. Das Miniwiesel wurde ihm in der Tat zunehmend sympathisch.
„Wir sollten uns beeilen runter zu kommen. Ich weiß nicht, wie lange der Zauber noch wirkt. So wie ich Ron kenne, versucht er von innen die Wand einzureißen.“ „Im fünften Stock gibt es einen Geheimgang, der nach unten führt. Über den sind wir schneller, als über die Haupttreppe“, informierte Draco die Mädels, die ihm brav folgten und letztlich relativ ungesehen von irgendwem in den Kerkern herauskamen. Und das ganz in der Nähe des Gemeinschaftsraums der Schlangen, den Draco schließlich öffnete und ihnen damit ihre geheiligten Hallen offenbarte, die wirklich nicht mehr so aussahen, wie sonst üblich.
„Nicht schlecht“, schmunzelte Ginny, als ihr Blick durch den Raum glitt, der im Augenblick eher was von einer extravaganten Lounge hatte.
Der kalte Steinboden war zu einem dunklen Parkettboden geworden. Die edlen, schwarzen Ledergarnituren standen wiederum an den Wänden und waren dort zu gemütlichen Sitzecken arrangiert, die durch die silbernen Couchkissen aufgepeppt wirkten. Die sonst so nackten Steinwände waren darüber hinaus hinter weiß-silbernen Vorhängen verborgen.
An einer dieser Wandseiten stand eine Bar mit den unterschiedlichsten Getränken, allen voran alkoholisches Zeug, wie auch zwei separate Tische, die das Buffet beherbergten. Gleich neben der Bar waren drei Stehtische in beige Tücher eingeschlagen, die mit einem silbernen Band am Fuß zusammengebunden waren. Zudem fanden sich auf den Tischen Teelichter und Knabberzeug wieder.
Neben den Kugellampen, die sonst immer das grünliche Licht abstrahlten, waren in den Ecken und Nischen noch zusätzliche Lichtelemente angebracht, die in einem sanften Farbwechsel die Räumlichkeiten etwas mehr erhellten und so ein recht stimmungsvolles Flair schafften.
„Da seid ihr ja!“, rief ein strahlender Blaise, bei dem Ginny zweimal hinsehen musste, während Draco grinsend mit dem Kopf schüttelte.
„Casanova“, murmelte er. Hermione hatte es dennoch gehört und sah von ihrem Blonden wieder zu dem Dunkelhäutigen. Er steckte, wie Draco, in einem hellblauen Hemd, wo er die obersten drei Knöpfe offen hatte und damit, anders als zurzeit bei dem Blonden, seinen durchtrainierten Brustansatz offenbarte. Seine langen Beine waren in eine elegante, schwarze Stoffhose gehüllt, wo an der Seite, als kleines Accessoire, noch eine massive silberne Ankerkette hing. Was aber der absolute Blickfang war, war der weiße Al Capone mit schwarzem Band, den er trug.
„Ladys. Ich heiße euch herzlich willkommen, in unseren geheiligten Katakomben“, grinste er und nahm sich als erstes Ginny ran, die ihn noch immer verblüfft ansah.
„Merlin, du siehst schar- gut aus“, korrigierte sie sich rasch, was ihn diebisch grinsen ließ, ehe er die Lippen an ihrem Ohr hatte.
„Und du siehst noch schärfer aus, kleine Löwin. Zum Anbeißen“, grinste er und gab ihr schließlich keck einen Kuss auf die Wange, bevor er sich Luna widmete. Die lächelte ihn ein wenig schüchtern, sowie leicht verunsichert an. Blaise war und blieb allerdings ganz Gentleman und nahm sich Lunas rechte Hand, auf die er formvollendet einen Kuss hauchte.
„Longbottom kann sich ja richtig glücklich schätzen, so ein bezauberndes Wesen an seiner Seite zu wissen. Da kann man glattweg neidisch werden“, schmunzelte Blaise, was Luna noch mehr lächeln ließ und so auch die Verunsicherung nahm. „Danke.“
Schlussendlich zog sich Blaise Hermione ran, die er in eine feste Umarmung schloss und ihr ebenso einen Kuss auf die Wange hauchte.
„Du siehst toll aus.“ „Du auch“, gab sie ihrem Freund lächelnd zurück, der kurz grinsend zu Draco sah, dann allerdings fragend eine Augenbraue hochzog.
„Sag mal, was hast du denn schon wieder gemacht?“ „Was?“, stutzte der Blonde. Blaise deutete ihm aber wortlos auf die Macke, die seine Wange zierte, an die er sich verschreckt fasste.
„Ach das! Ja, das . . . äh. . .“ „Kleine Auseinandersetzung in Hogsmeade. Madam Pomfrey hat ihm dafür schon was gegeben“, klinkte sich Hermione rasch ein und zog Blaise’ Konzentration damit mehr auf sich. Nur sah er sie skeptisch an. „Nichts Ernstes“, winkte sie ab und versuchte, recht unglücklich das Thema zu wechseln.
„Wo hast du denn Charlie gelassen? Und den Rest eurer Leute?“ „Die Unterstufen hab ich in die Schlafsäle verbannt und die Anderen sind entweder noch im Schloss unterwegs oder auch oben“, gab Blaise ihr, noch immer ein wenig misstrauisch, zurück.
„Trauen sich wohl nicht dazu?“, vermutete Ginny schmunzelnd, worauf er mit den Schultern zuckte. „Ihr Problem, wenn sie nicht wollen.“ „Und Charlie?“ „Der ist bloß noch was besorgen. Eigentlich müsste er. . .“ In dem Moment ging die Steinwand auf, in der der Brünette auftauchte. Und das ähnlich herausgeputzt wie Blaise.
Er trug eine dunkelgraue Jeans, ein enges, weißes T-Shirt, was seine sonst gut versteckte Muskulatur besser zur Geltung brachte, wie auch darüber offen ein schwarzes Sakko. Seine braunen Haare standen ihm wild durchgegelt in alle Richtungen ab. In den Händen hatte er noch drei Flaschen Firewhiskey, die Blaise freudig an sich nahm, bevor eine zu Bruch ging und das flüssige Gold auf dem Boden schwamm. Als Hermione die Flaschen jedoch sah, schnappte sie schon nach Luft.
„BLAISE!“ „Was?“, drehte sich der Gastgeber verwundert zu der Gryffindor und Schulsprecherin, die ihm gleich auf die Flaschen deutete. „Ich hab dir doch gesagt, kein Firewhiskey!“, schimpfte sie. Blaise trat allerdings grinsend auf sie zu.
„Wirklich? Hm, ich hab das so verstanden, dass ihr Mädels keinen Whisky wollt. Für euch gibt’s stattdessen jede Menge leckere Cocktails. Von fruchtig bis süß, oder herb, ganz wie ihr mögt. Der Firewhiskey ist für Draco, Charlie und mich“, grinste er frech und küsste sie keck auf die Wange, da ihr noch immer empört, wie auch fassungslos der Mund offen stand.
Blaise verschwand unterdessen an die Bar und holte hinter dieser ein paar bunte, recht aufwendig garnierte Drinks hervor, von denen er einen Hermione in die Hand drückte.
„Sieh nicht immer alles so ernst, Süße. Ernst und verantwortungsbewusst mussten wir lange genug sein und werden es auch weiterhin immer mal sein müssen. Spaß und Freude am Leben sollte dabei nicht zu kurz kommen. Lass die Sorgen draußen und entspann dich. Genieß den Abend. Lass dich mal fallen, du landest hier weich“, versprach Blaise mit einem Lächeln, bevor er auch Luna und Ginny mit Getränken versorgte. Sich selbst, Draco und Charlie machte er ein paar Tumbler mit Eis voll, in die der gute goldgelbe Whisky kam.
„Tja, dann würde ich sagen, auf uns, das Leben und darauf, dass wir noch seeehr viele solcher Abend miteinander verbringen werden“, hob er sein Glas und grinste in die Runde, worauf es ihm die Fünf gleichtaten. Am Ende zog er seinen Zauberstab aus der hinteren Hosentasche und schwenkte ihn kurz.
„Maestro, MUSIK!“, rief er. Wenig später erwachte das Grammophon in der Ecke zum Leben und erfüllte den Raum in angemessener Lautstärke mit poppig rockigen Klängen.

۩ ۞ ۩


Zwei Cocktails, diverse Gespräche, sowie Tänzchen mit Blaise, Charlie und Draco später, herrschte bei Hermione restlos ausgelassene Stimmung. Während Charlie mit Luna tanzte, saß sie mit Ginny, die inzwischen Blaise’ Hut auf dem Kopf hatte, Blaise und Draco in einer der Sitzecken. Sie lachte herzhaft mit der Rothaarigen, als die beiden Jungs ein wenig aus dem Nähkästchen plauderten, was sie nicht auch für Unfug in den ersten Jahren getrieben hatten. Nur wussten sie sich besser aus der Affäre zu ziehen, als die Löwen, sodass diese Dinge nie ans Licht gekommen waren.
„. . . Oh Merlin, ich kann nicht mehr“, krümmte sich Ginny ein wenig und hielt sich vor Lachen den Bauch. „Das habt ihr nicht?“ „Doch“, grinste Blaise breit.
„Da haben Fred und George damals ja ausnahmsweise mal die Wahrheit gesagt, dass sie das nicht waren, obwohl sie es vermutlich gerne gewesen wären“, vermutete Ginny, was Hermione benickte „Höchstwahrscheinlich“ und wieder an ihrem Drink nippte, der sich allmählich leerte. Blaise sah es.
„Okay, was willst du als Nächstes ausprobieren?“ „Merlin, keinen Alkohol mehr“, beschwor sie ihn. Das aber lächelnd, als er sich erhob und meinte: „Ich mach dir einen Cocktail ohne, einverstanden?“ „Versprochen?“ „Na ich will ja noch etwas mit dir tanzen, was nicht geht, wenn du nicht mehr stehen kannst“, grinste Blaise zwinkernd und verschwand an der Bar.
Zeitgleich öffnete sich der Zugang zum Gemeinschaftsraum, in dem Theo mit Tracey auftauchte und etwas unsicher in den fast leeren Raum blickte. Dort saßen nur seine drei Hauskameraden mit ihren Gästen, die recht gut in Stimmung waren.
„Hey, wo kommt ihr denn so spät her?“, fragte Charlie grinsend, mitten in einer Drehung, als er die Zwei entdeckte, die sich unsichere Blicke zuwarfen, bevor Tracey leise meinte: „Wir waren noch in der Bibliothek.“ „Hausaufgaben“, fügte Theo einsilbig hinzu und betrachtete die Gäste seiner Mitschüler eingehender.
Sein Blick blieb am Ende auch etwas länger bei Draco und den beiden Löwinnen hängen, die noch immer lachten, während der Blonde breit grinste. Das aber ehrlich amüsiert und freundlich.
Es war ein Ausdruck, den Theo in den vergangenen Jahren höchstens vier-, fünfmal bei ihm gesehen hatte. Kurz darauf schaute er zu Tracey, die sich mit gesenktem Haupt in ihren Schlafsaal begeben wollte. Theo hielt sie fest.
„Wollen wir uns nicht doch noch ein bisschen mit hinsetzen?“ „Ich weiß nicht“, zögerte die Brünette und sah unschlüssig zu den Anderen. „Blaise hat doch gesagt, es ist in Ordnung“, flüsterte Theo. Seine Mitschülerin genierte sich jedoch.
„Ja, schon. Nur. . .“ „Frag Daphne und Astoria doch mal, ob sie mit runterkommen? Ich glaube nicht, dass die Zwei bereits schlafen.“ „Uhm. . .“, nuschelte sie allerdings unsicher, sodass Theo wieder zu Blaise sah, der mit frischen Getränken bei den Löwinnen auf der Couch Platz nahm.
„Ähm. . . Blaise?“ „Hm?“, grinste er keck. „Ist es für euch wirklich in Ordnung, wenn wir. . . Also wenn wir uns auch noch etwas. . . Na ja. . .“, druckste Theo drum herum und sah kurz zu Hermione und Ginny, die er noch nie so gesehen hatte, außer im Vierten zum Weihnachtsball.
Sie hatten sich in den letzten Jahren wahrlich gemacht und sahen in der Tat zum Anbeißen aus. Da war es kein Wunder, dass Blaise so sehr die Verbindung zu ihnen pflegte. Immerhin war er seit jeher ein Freund der schönen Dinge gewesen.
„Klar. Hab ich doch gesagt. Solange du dich nicht an meine Mädels ran machst“, meinte er zwar grinsend, Theo sah das warnende Blitzen in seinen Augen aber nur zu deutlich.
Oh ja, einem Blaise Zabini machte man die Beute besser nicht abspenstig. Das Gleiche galt im Allgemeinen auch für Draco, in dessen Augen Theo kurz, als er seinen Blick streifte, etwas ähnlich Warnendes aufblitzen sah, sodass er rasch nickte.
„Will mir ja nicht die Finger verbrennen“, brachte er versucht gewitzt hervor, allerdings waren die Grenzen damit mehr als deutlich abgesteckt worden. Finger weg von den Löwinnen, wenn ihm sein Leben und die Gesundheit lieb waren.
„Dann mach mal. Tracey?“ „Was?“, schrak die Halbblüterin zusammen. „Frag Daphne und Astoria doch mal, ob sie nicht aus ihrem Schneckenhaus kommen wollen? Daphne hat sich sonst nie eine meiner Partys entgehen lassen. Passt nicht zu ihr.“ „Ich . . . ich sag es ihnen.“ Damit war die Brünette weg und Blaise mit seiner Aufmerksamkeit wieder voll und ganz bei seinen Damen, die sich rege über die Szenerie wunderten.
„Sind eure Leute jetzt wirklich nur unseretwegen so . . . so schüchtern?“ Hermione wusste nicht, wie sie es anders ausdrücken sollte. Blaise zuckte nur mit den Schultern.
„Ich schätze, sie wissen allgemein nicht so richtig mit der Gesamtsituation umzugehen. Von den Anderen werden sie ja auch gemieden, als hätten sie die Drachenpocken. Wir haben, so gesehen, im Augenblick nur uns“, sinnierte Blaise ein wenig und spielte mit dem Whiskyglas in seinen Händen, in dem sich das Eis an der goldgelben Flüssigkeit brach.
„Dann kommt noch die Sache mit uns dazu“, deutete er in einem kleinen Kreis auf ihr Grüppchen und zuckte wieder mit den Schultern, bevor er einen großzügigen Schluck nahm. Kurz darauf verzog er ein wenig das Gesicht, als ihm der Whisky die Kehle hinunter ran.
„Für eure Leute ist es unverständlich, wie wir zueinanderstehen. . . Dass wir seit Jahren befreundet sind. . . So fremd ist die Sache auch unseren Leuten. Sie werden jetzt auch nichts falsch machen wollen, immerhin. . .“, grinste Blaise Hermione an. „. . . haben wir eine vom glorreichen Golden Trio in unserer Mitte.“ „Oh, hör auf mit dem Mist“, stöhnte Hermione, was ihn noch mehr grinsen ließ.
„Unsere kleine Kriegsheldin. Ohne dich wären die anderen 2/3 doch aufgeschmissen gewesen.“ „Hör auf, das ist Blödsinn. Wir haben das alle zusammen geschafft. Was hätte einer alleine, oder meinetwegen drei Personen schon gegen die ausrichten können? Nichts. Jeder hat seinen Teil zu diesem Frieden beigetragen. Der eine vielleicht mehr, der andere etwas weniger. Wir haben das aber gemeinsam erreicht. Umso frustrierender finde ich es, dass sie gerade eure Leistungen, euren Beistand, eure Hilfe totschweigen und ignorieren. Dass sie euch trotz dieser Dinge auch weiter nur Schlechtes unterstellen und wie den letzten Dreck behandeln“, redete sich Hermione ein wenig in Rage, die Blaise zu beruhigen wusste.
„Reg dich wegen der Idioten nicht auf, Süße. Uns. . .“, deutete er auf sich und Draco. „. . . ist es scheißegal, was diese Hohlbirnen denken. Wir haben das nicht getan, um irgendwem etwas zu beweisen, uns in den Vordergrund zu spielen oder sonst was. Wir haben es für uns getan. Für unsere Freunde. Für euch. Die einzige Meinung, die uns wirklich wichtig und von Bedeutung ist, ist eure. Und ihr seid ja hier“, schmunzelte Blaise wieder, um dieses düstere Thema zu beenden.
„Und wir wollen unseren Spaß haben, von daher. . .“, hielt er Ginny die Hand hin. „Würde Mademoiselle mir die Ehre erweisen?“ „Mit dem größten Vergnügen“, lachte die Rothaarige und zog sich keck den weißen Hut etwas verrucht nach unten, was Blaise grinsen ließ.
„Oh ja, Baby. Zeig’s mir“, deutete er ihr, näher zu kommen und zog sie schließlich in einem Ruck fest an sich, was Ginny laut auflachen ließ. Keine Sekunde später jagte er mit ihr ähnlich über’s Parkett, wie Charlie schon die ganze Zeit mit Luna. Hermione konnte auf den Anblick nur lachend mit dem Kopf schütteln.
„Alter Schwerenöter“, grinste Draco, ehe er Hermione in Augenschein nahm. „Bekomm ich dich auch überredet?“ „Versuch’s mal“, schmunzelte sie keck, worauf er aufstand und sich, Gentleman like, vor ihr verbeugte und ihr die Hand darbot.
„Möchten Sie mit mir tanzen, Miss Granger? Sie würden mir damit eine sehr große Freude bereiten“, begann er förmlich, was sie kurz auflachen ließ, bevor sie ein wenig kokettiert nach seiner Hand griff und in sein Spiel einstimmte.
„Wenn dem so ist, Mr. Malfoy, komme ich Ihrem Wunsch liebend gerne nach“, lächelte sie, was er ihr gleich tat. Er führte dabei ihre Hand an seine Lippen, wo er ihr, wie schon zu Beginn des Abends, einen zarten Kuss auf die Fingerknöchel hauchte. Als er es tat, sah er zu ihr auf und hielt ihre Augen mit seinen gefangen.
So blieb ihm der zarte Hauch rosa auf ihren Wangen auch nicht verborgen, der sich mit seiner Geste auf ihre Züge stahl und ihr ein schüchternes Lächeln entlockte. Kurz darauf hatte er sie ebenfalls auf dem Parkett und schwebte mit ihr über dieses, was sie hell auflachen ließ.
„Was ist denn so lustig?“, erkundigte sich Ginny amüsiert, als Blaise sie drehte. „Nichts“, schmunzelte Hermione, ehe sie wieder mehr von ihrem Slytherin gefordert wurde, der scheinbar die ganze Nacht mit ihr durchtanzen wollte, nur streikten irgendwann ihre Füße.
„Oh Merlin, Pause. Pause“, forderte sie noch immer lachend und stolperte prompt über ihre wackligen Beine, die sie durch die vielen Drehungen nicht mehr koordiniert voreinander setzen konnte.
„So viel hast du doch gar nicht getrunken“, lachte Draco, als sie ihm recht unelegant in die Arme fiel, mit denen er sie sicher auf den Beinen hielt. Zur Belohnung bekam er einen sanften Klaps auf den Oberarm.
„Du hast mich schwindlig getanzt!“, beschwerte sie sich sehr halbherzig, was ihn grinsen ließ. „Ich bin untröstlich, Mademoiselle“, gab er ihr alles andere als bedauernd zu verstehen und lud sich die tanzbetrunkene Gryffindor schließlich auf die Arme.
„Draco!“, entwich es ihr verschreckt in einem Keuchen. Allerdings ließ er sie in der Sitzecke gleich wieder auf das schwarze Leder gleiten, bevor er sich neben sie fläzte und nach seinem Butterbier griff.
„Ey, wo hast du eigentlich deine Manieren gelassen?“, schimpfte Blaise glucksend und deutete auf Hermiones leeres Glas.
„Oh! Tut mir leid. Was möchtest du?“, richtete er sich prompt an seine Löwin, die noch immer etwas außer Puste war. Sie schüttelte lachend mit dem Kopf, als sie meinte: „Ich denke, ein Butterbier wäre nicht verkehrt.“ „Accio Butterbier“, orderte Draco dieses mittels Zauberstab, sodass eine der eisgekühlten Falschen zu ihm flog.
„Faulpelz“, stänkerte Blaise und genehmigte sich selbst einen Schluck seines kühlen Getränks. Ebenso wie Luna, die durch das viele Tanzen, ihren frischen Cocktail auf Ex hinter kippte.
„Ah, das war lecker.“ „Willst du noch einen?“, schmunzelte Blaise, worauf sie freudig, mit roten Wangen, nickte „Sehr gern“, sodass sich der Gastgeber gleich erhob, um ihr noch etwas fertigzumachen. Hermione musterte die zierliche Blonde allerdings mit Sorge, denn über ihre silbergrauen Augen hatte sich ein leicht glasiger Schimmer gelegt.
„Der wievielte Cocktail war das jetzt?“ „Oh, ich weiß nicht. Wie viele hatte ich?“, sah Luna ratlos zu Charlie, der schmunzelnd mit den Schultern zuckte.
„Der Vierte oder Fünfte?“ „Sag mal, wo kann man sich bei euch denn frisch machen?“, erkundigte sich Ginny ein wenig K.o., da Blaise sie ähnlich geschlaucht hatte, wie Draco Hermione.
„Die Treppen links hoch sind die Mädchenschlafsäle, rechts unsere. Das letzte Zimmer hinten im Gang ist meins. Ich hab ein eigenes Bad. Wenn ihr wollt, könnt ihr euch dort ungestört frisch machen“, erklärte Charlie lächelnd, sodass sich Ginny Luna schnappte. Aber auch Hermione erhob sich, was Draco grinsend zur Kenntnis nahm.
„Immer im Rudel. Warum eigentlich?“, fragte er ehrlich interessiert, worauf Hermione ihn verständnislos ansah. „Was meinst du?“ „Warum machen sich Frauen immer zusammen frisch?“ „Um uns zu beratschlagen und zu lästern“, grinste Ginny diebisch und verschwand mit Luna, während Hermione mit den Schultern zuckte, da ihr dieses Phänomen selbst ein Rätsel war und blieb. Dennoch folgte sie ihren Freundinnen, denn die ganzen Drinks wollten ja auch mal wieder raus.
Kaum dass die Drei weg waren, und sich Blaise mit dem neuen Getränk für Luna zu seinen Freunden gesellt hatte, kam Theo angeschlichen. Er, wie auch die Greengrass Schwestern, Tracey und noch eine Handvoll Jungen und Mädchen aus der Sechsten und Fünften, hatten sich, durch die Musik und das Gelächter angeregt, doch mal in den Gemeinschaftsraum gewagt. Allerdings waren sie so weit für sich geblieben und hatten ihre Hauskameraden beobachtet, wie sie sich mit ihren Gästen amüsierten. Nun, da die Mädchen mal kurz entschwunden waren, wagte sich Theo behutsam näher.
„Ich hätte nicht gedacht, dass die so feiern können“, begann er mit Bedacht ein Gespräch. „Warum nicht?“, grinste Blaise und nippte an seinem Butterbier, während Theo mit den Schultern zuckte.
„Na ja, gerade Granger hätte ich so einen Elan nicht zugetraut.“ „Sie ist nicht so spießig, wie es sonst vielleicht den Anschein hat. Manchmal muss man zwar ein bisschen nachhelfen, aber im Allgemeinen. . .“, ließ Blaise den Satz offen und zuckte wieder mit den Schultern, bevor er Theo schief ansah.
„Im Übrigen würde ich es begrüßen, wenn du es in Zukunft unterlässt, sie beim Nachnamen zu nennen. Ich kann es nicht leiden, wenn man meine Mädels so denunziert. Klar?“ „Klar“, schluckte Theo, dessen Blick auf Draco fiel, der ihn ebenfalls warnend ansah.
„Du kannst sie wirklich gut leiden“, stellte Theodore erneut überrascht fest. „Hast du ein Problem damit?“ „NEIN! Nein!“, warf Theo ihm rasch zu, als ihn der unheilvolle Blick des Blonden traf, worauf er hart schluckte.
„Es ist nur . . . nur ein bisschen komisch“, meinte er nervös und sah schließlich auf seine Hände, die er ein wenig knetete.
„Denkt ihr. . . Denkt ihr, dass das irgendwann besser wird?“, sah er unsicher auf die Drei. „Was?“ „Das mit den Anderen?“, flüsterte Theo schon fast, worauf Blaise mit den Schultern zuckte und sich mit seinem Butterbier im Sessel zurücklehnte.
„Wird sich zeigen“, murmelte er und genehmigte sich einen großen Schluck, was Charlie benickte und seinen Klassenkameraden ernst ansah.
„Das hängt irgendwo auch ein bisschen mit von euch ab“, legte er Theo nahe, der kaum merklich nickte und wieder auf seine Hände sah.

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„Sagt mal. . .“, begann Ginny, als sie ihr Make-up auffrischte und sich die Haare wieder in Form hexte, ehe sie sich Blaise’ Hut erneut frech aufsetzte und an der Krempe verrucht nach unten zog.
„. . . was haltet ihr davon, wenn wir der Party noch ein bisschen mehr Schwung verleihen?“ „Inwiefern?“, hakte Hermione nach, die mit Luna auf Charlies Bett saß und die Beine übereinanderschlug, während sich die Blonde interessiert im Zimmer umsah.
„Na ja, wir könnten versuchen, den Rest der Schlangen etwas zum Mitmachen zu animieren. Immerhin ist es ihr Gemeinschaftsraum und ich fühl mich ehrlich gesagt irgendwo unwohl, wenn sie uns die ganze Zeit so anstarren, als wären wir irgendwelche exotischen Tiere.“ „Und wie wollen wir das machen?“, erkundigte sich Luna, zu der Ginny keck sah.
„Na ganz einfach. Inzwischen haben sich ja noch ein paar von ihnen runter getraut. Wir schnappen uns halt jeder dann mal eine andere Schlange, so sind unsere Jungs gezwungen, mit ihren Mädels zu tanzen. Dann kommt schon das eine zum anderen.“ „Vorausgesetzt die Jungs wollen mit uns tanzen“, gab Hermione zu bedenken. Ginny grinste daraufhin.
„Also Nott, Willkers und Frost, die haben schon ein bisschen so geguckt, als würden sie auch gerne mal tanzen. Ich würde vorschlagen, du schnappst dir Nott. . .“, sah Ginny zu Hermione. „. . . Ich nehm mir Willkers vor und du Frost“, blickte sie zu Luna, die fragend den Kopf zur Seite legte.
„Welcher ist das denn?“ „Der Brünette mit dem grauen Cardigan.“ „Okay.“ „Hoffen wir mal, dass dein Plan nicht nach hinten losgeht und unsere Jungs nicht sauer werden.“ „Warum sollten sie?“, wunderte sich Ginny, worauf Hermione sie vielsagend ansah.
„Blaise teilt nicht gerne“, erinnerte sie die Rothaarige. „Und so wie ich ihn vorhin die ganze Zeit erlebt habe, wird er dich nicht so ohne weiteres an jemand anderen weitergeben.“ „Schauen wir mal. Ansonsten müssen wir ihnen noch beibringen, wie man teilt“, grinste Ginny und zwinkerte keck, bevor sie die Beiden hochzog und mit ihnen in den Gemeinschaftsraum verschwand. Dort entdeckten sie Nott praktischer weise gleich bei den Jungs, nur wirkte der Dunkelhaarige irgendwie eingeschüchtert. Allerdings war er all die Jahre schon eher schüchtern.
„Los!“, stieß Ginny Hermione an, während sich die Rothaarige kurz bei Blaise über die Schulter lehnte und ihm „Ich tanz mal kurz mit Willkers“ zuflüsterte, was Blaise sofort verdutzt schauen ließ und er die Gryffindor ehrlich fragend ansah.
„Was willst du denn mit Channing?“, erkundigte er sich und sah, wie Hermione bereits befürchtet hatte, böse zu dem Sechstklässler, der ja noch gar nichts von seinem Glück oder Pech, je nachdem, wusste. Ginny schmunzelte nur verrucht und küsste Blaise auf die Wange, ehe sie zu ihrem Opfer schlenderte und einen völlig bedepperten Blaise zurückließ, dem Draco dreckig grinsend auf die Schulter schlug.
„Dir ist gerade deine Löwin abhandengekommen“, stänkerte er, verschluckte sich dann aber gewaltig an seinem Drink, als Hermione Theo mit einem „Tanzt du mit mir?“, recht unverfroren bei der Hand nahm und von der Couch zog.
„Wa-wa-“, stammelte auch der Blonde und blickte seiner Hexe ebenso hilflos nach, wie Blaise Ginny. Am Ende war auch Charlie seine Gesellschaft los, sodass die drei Jungs recht blöd aus der Wäsche guckten.
„Haben die uns jetzt gerade sitzen lassen?“, sah Charlie zwischen Draco und Blaise hin und her, die Theo und Channing bereits mit Blicken lynchten. Ihre Hauskameraden hatten sich von den Mädels aber völlig überrumpeln lassen und sahen immer wieder unsicher zu ihnen. Aber auch die restlichen Schlangen sahen nervös zwischen ihren Hausherren und deren Gästen hin und her.
„So weit kommt’s noch“, knurrte Blaise und wollte schon aufspringen, um dem unschuldigen Sechstklässler den Hals umzudrehen. Charlie hielt ihn allerdings fest.
„Keinen Mord. Das würden dir unsere Mädels übel nehmen und wir hätten die Sauerei hinterher aufzuräumen. Sieh zu und lerne von einem Meister“, meinte er durchtrieben, worauf Blaise die Backen kurz aufplusterte. Charlie trat indes zu Daphne in die gegenüberliegende Ecke und nahm seine ebenfalls verdutzte Hauskameradin in Beschlag. Und genauso wie zuvor die Jungs, guckte auch Daphne unsicher, als Charlie mit ihr zu tanzen begann und sich dabei langsam Luna näherte, die mit Issac tanzte.
Der Brünette sah Charlie bereits kommen und schluckte hart, während sich Luna das Kichern verkneifen musste. Als der Song endete und ein neuer anlief, tauschte Charlie einfach seine Partnerinnen, sodass Daphne nun Issac als Partner hatte, der noch immer nicht so richtig wusste, was, wie und wo. Mit Daphne als Tanzpartnerin entspannte er sich allerdings und führte den Tanz mit der Siebtklässlerin fort, während Charlie seinen Freunden einen überlegenen Blick zuwarf. Die sahen sich nur kurz an, bevor sie ebenfalls auf den Füßen waren.
„Ich Astoria, du Tracey“, schlug Blaise vor, dem Draco widersprach. „Astoria war meine Verlobte. Du nimmst Tracey.“ „Von mir aus“, murrte Blaise und war damit bei den Mädchen, die ihn ähnlich überfordert ansahen, wie zuvor Daphne Charlie.
„Lust zu tanzen?“, fragte Blaise zwar, wartete aber keine Antwort ab, sondern zog die verschüchterte Tracey sofort an sich ran.
„Blaise, ich. . .“ zu mehr kam sie nicht, denn da hatte der Dunkelhäutige sie schon auf dem Parkett. „Gönn dir ein bisschen Spaß!“, grinste er sie an, was es für Tracey jedoch nicht besser machte. Nicht zuletzt, da Blaise Channing Willkers bereits gefährlich ins Visier nahm.
„Brauchst du mich auch als Tauschobjekt?“, erkundigte sich Astoria ruhig, sah aber alles andere als glücklich aus. „Was?“, stutzte der Blonde. Astoria deutete ihm nur auf Blaise, dessen Augenmerk stärker auf Ginny lag, als auf seiner aktuellen Partnerin.
„Euer Vorhaben ist nur zu offensichtlich und obendrein nicht wirklich nett Daphne, Tracey und mir gegenüber“, rieb sie ihm unter die Nase, was ihm gerade herzlich egal war. Er wollte Hermione wieder bei sich haben. Und zwar ohne sich dabei wie ein eifersüchtiger Trottel zu geben. Das war mehr Weasleys Metier.
„Dann geh ich recht in der Annahme, dass du keine Lust zum tanzen hast?“, fragte Draco kühl. „Mit dir oder Theo?“, drehte sie den Spieß um, sodass er innerlich knurrte, während Astoria seufzte und ihn schief von der Seite ansah.
„Warum forderst du nicht einfach zurück, was dir gehört? Du hast dir früher schließlich auch immer genommen, was du wolltest.“ „Erstens habe ich das nicht, zweitens gehört sie mir nicht und drittens hege ich nicht das Bedürfnis, mich wie ein subtil hormongesteuerter Platzhirsch zu gebärden.“ Daraufhin lachte Astoria.
„Das hast du doch sonst auch immer gemacht.“ „Hab ich nicht.“ „Oh doch. Wobei Blaise da noch schlimmer war. Ich staune ja, dass er dem armen Channing noch nicht den Hals umgedreht hat.“ „Es war sein erster Gedanke“, resümierte Draco trocken, worauf Astoria nickte, ihren Ex-Verlobten dann aber genauer musterte.
„Was ist das eigentlich mit dir und Granger?“ „Hermione.“ „Bitte?“ „Ihr Name ist Hermione.“ „Okay. Das macht meine Frage noch um einiges interessanter.“ „Willst du weiter Fragen stellen oder tanzen? Ich hab nämlich keine Lust zu reden.“ „Nein. Stattdessen willst du wieder zu deiner Gryffindor.“ „Nochmal. Sie gehört mir nicht“, murrte Draco.
Ihm wurde das Ganze langsam zu bunt. Vielleicht hätte er doch nicht auf Astoria bestehen und lieber Tracey nehmen sollen. Weder redete sie viel, noch würde sie es wagen, ihm zu widersprechen und noch weniger ihn derart persönliche Dinge zu fragen.
„Das sah vorhin aber ganz anders aus“, resümierte Astoria, worauf er verwundert eine Augenbraue hochzog. „Ach ja?“ „Ja. Als du mit ihr getanzt hast, hast du sehr viel engeren Körperkontakt zu ihr gehalten, als es die Form vorsieht. Das hatte im Gegenteil schon etwas sehr Intimes an sich. Also?“ „Nichts, also. Wir sind befreundet. Punkt. Davon abgesehen, wüsste ich nicht, was dich das angeht“, wurde er ungehalten und drehte sich schließlich um, um notgedrungen doch Platzhirsch zu spielen. Da ergriff eine kleine Hand die seine. Als er sich wieder umdrehte, stand Astoria.
„Du wolltest doch tanzen“, schmunzelte sie und zog ihn an sich ran. Sehr nah ran. So viel zum Thema Form wahren, worauf er sie recht kühl hinwies, während sie dem Takt folgten.
„Hast du eben nicht noch etwas von Form Sache gesagt?“ „Habe ich, ja. Aber vielleicht macht das deine Löwin ja ein wenig eifersüchtig?“, sah sie ihn vielsagend an. Kleines Biest, dachte er sich.
„Du hast gesagt, sie würde nicht dir gehören. Deine ganze Körpersprache schreit aber förmlich danach, dass du sie willst, habe ich Recht?“ Eindeutig eine Schlange, schoss es ihm durch den Kopf. Sie hätte in der Tat eine würdige Malfoy abgegeben. Kein Wunder, dass man sie ausgesucht hatte. Ihre Reize hatte sie durchaus auch, nur wollte er etwas anderes. Und das wollte er auch nicht auf so eine Art erreichen.
„Danke für das Angebot. Ich will das aber nicht auf so einem Weg regeln. Es würde mir genügen, wenn du mir hilfst und Theo übernimmst.“ „Du hast dich wirklich sehr verändert“, lächelte sie und nahm wieder den gehörigen Abstand zu ihm ein.
„Ich fange gerade an zu bedauern, dass das Bündnis unserer Familien nicht mehr besteht.“ „Ich hoffe, du verstehst, dass ich dein Bedauern in keiner Weise teile“, meinte er entschuldigend, worauf sie verständig nickte.
„Wenn man etwas anderes offensichtlich so sehr begehrt. . . Verstehe ich, ja. Da bleibt mir nur, dir bei deinem Unterfangen Glück zu wünschen“, lächelte sie und richtete sich mit diesem Lächeln an Theo, der ein wenig zuckte, als er Draco plötzlich neben sich hatte.
„Tanzt du mit mir?“, fragte Astoria den Dunkelhaarigen, der ganz schnell die Hände von Hermione nahm, gleich so, als hätte er sich auf Dracos Anblick mörderisch die Finger an ihr verbrannt.
„Ja! Ja, klar“, stammelte er und war froh, die Partnerin wechseln zu können. Hermione besah es sich schmunzelnd, ehe ihr Blick auf Draco fiel, der sie gleich zu sich nahm.
„Besteht die Möglichkeit, dass ihr den armen Theo ein wenig eingeschüchtert habt?“ „Ich weiß nicht, was du meinst“, gab sich Draco unschuldig und führte sie wieder elegant, aber auch irgendwie verspielt, übers Parkett.
„Ich weiß nicht. Liegt vielleicht daran, dass er die ganze Zeit etwas vor sich hingestammelt hat, von wegen, du würdest ihn umbringen?“, sah sie ihn gespielt tadelnd an.
„Ich habe keine Ahnung, wie er darauf kommt.“ „Natürlich nicht. Euer Verhalten war ja auch nicht gerade unauffällig.“ „So?“ Hermione deutete daraufhin mit dem Kopf auf Blaise und Charlie, die sich ihre Freundinnen nach kürzester Zeit zurückerobert hatten. Ginny lachte bereits wieder herzhaft, als Blaise sie herumwirbelte.
„Ihr müsst uns nicht ununterbrochen beschäftigen und unterhalten.“ „Was bringt dich zu der Annahme, dass wir das tun?“ „Es ist offensichtlich“, lächelte sie.
„Würde ich nicht sagen“, hielt ihr Draco entgegen. „Sondern?“ „Natürlich kümmert sich ein guter Gastgeber auch um seine Gäste. Wir aber. . . Es macht uns einfach Spaß mit euch. Ich tanze gerne mit dir und ich will dich jetzt auch nicht teilen. Ich gehöre ganz dir, wenn du es wünschst“, schmunzelte er, was sie zart rot werden ließ, ebenso wie sie sein Lächeln erwiderte.
„Das ist sehr charmant von dir.“ „Nicht wahr?“, grinste er und begann Hermione aufs Neue schwindlig zu tanzen, die daraufhin herzhaft lachte und sich an ihren Blonden klammerte, bevor sie nach Mitternacht erneut auf der Couch landeten.
Mittlerweile war die Stimmung um einiges gelöster. Allen voran unter den übrigen Schlangen, was nicht zuletzt auch dem gestiegenen Alkoholpegel geschuldet war. Luna war inzwischen auch etwas stärker in den Polstern zusammengesunken und nuckelte an ihrem achten Cocktail.
Zwar hatte Blaise Hermione versprochen, der Blonden keinen Alkohol mehr mit reinzumischen, nur war diese Aufforderung entweder zu spät gekommen oder Blaise hatte es glatt weg vergessen. Er und die anderen Beiden hatten mitunter ja auch schon zwei der drei Whisky Flaschen leer. Allerdings merkte man ihnen das von den Bewegungen und Gesprächen gar nicht weiter an. Hermione selbst, so war sie sich sicher, hätte sich vermutlich bereits wieder bis auf die Knochen blamiert, indem sie gesungen oder sonst etwas Peinliches von sich gegeben hätte.
Ginny kicherte schon eine Weile albern und konnte auch nicht sonderlich lange still sitzen. Sie glühte. Kochte. Und das kam nicht alleine durch den Alkohol. Der putschte sie lediglich noch stärker, denn sie war zeitnah wieder mit Tanzen beschäftigt.
„Den kleinen Rotfuchs wirst du wohl hier lassen müssen“, lachte Draco, als er die Beiden sah und belustigt in aufnahm, wie die kleine Löwin äußerst aufreizend mit seinem Freund tanzte. Dessen Blick lag recht hungrig und begierig auf der Hexe in ihrem scharfen Outfit.
„Ich glaube kaum, dass Blaise sie heute Abend noch an irgendwen hergibt.“ „Dürfte Harry nicht gefallen.“ „Er hätte ja mitkommen können. Wir haben es euch überlassen“, erinnerte er Hermione, worauf sie nickte.
„Habt ihr. Und ich finde, es war eine sehr nette Geste. Harry und die Anderen sind aber noch nicht so weit. Und eure Leute offensichtlich auch nicht so richtig.“ „Ihr Pech“, tat Draco es mit einem Schulterzucken ab und genehmigte sich noch etwas von seinem Butterbier. Hermiones Blick verlor sich damit nachdenklich auf ihrer Freundin, die nicht einfach bloß mit Blaise tanzte, sondern eher schon recht verrucht flirtete. Hoffentlich bereute sie das morgen nicht und hoffentlich kriegte Blaise das nicht in den falschen Hals und hoffentlich. . .
„Los komm“, hielt Draco ihr plötzlich die Hand hin, nach der sie ohne groß nachzudenken griff und sich hochziehen ließ, dann aber kurz strauchelte.
„Was ist?“ „Ich glaub, ich hab morgen Blasen an den Füßen“, lachte sie und hexte sich die Pumps zu Ballerinas. „Du schrumpfst!“, stieß Draco ebenfalls lachend aus und bekam dafür einen kleinen Schlag vor die Brust, bevor sie ihn aufs Parkett zog.
„Dann komm mal her“, raunte er und nahm sie zu sich, als etwas Tango ähnliches anlief. „Oh Merlin, ich kann keinen Tango!“ „Dann lernst du den jetzt“, lachte Draco und zog sie nun wirklich richtig ran, was sie quieken ließ.
„MALFOY!“ „So mein Name, Teuerste“, meinte er neckisch und grinste mit einem Schlag dreckig, als er seine Hand flach auf ihren Rücken legte und sie über diesen fest an sich presste.
„Gefällt mir!“, stieß er lachend aus und legte los. Hermione flog so förmlich mit ihm über’s Parkett, ohne, dass sie eine Ahnung hatte, wo ihre Füße gerade waren. Draco schob und dirigierte sie allerdings problemlos in die entsprechende Richtung, sodass ihre Füße von allein mitgingen und sie schließlich aus vollem Herzen lachte.
So ein traditionell angehauchter Reinblüter als Freund, hatte durchaus seine Vorteile, resümierte sie und ließ sich hemmungslos von ihm führen. Dabei konnte er es nicht lassen, diese ganzen aufreizenden Tangospielchen mit einzubinden. Angefangen damit, dass er sich ihr Bein an die Seite drückte und ihre Gestalt ein wenig durchbog, wo er ihr tief und recht verrucht in die Augen sah. Zwischen ihren Gesichtern lag so kaum eine Handbreite. Es war eine Nähe, die ihr verstärkt das Blut in die Wangen trieb, jedoch fiel es nicht weiter auf, da sie ohnehin schon vom Tanzen stark errötet war. Hermione spürte aber das plötzliche Kribbeln.
Schließlich drehte er sie schwungvoll von sich weg und wieder zurück, sodass sie mit dem Rücken an seiner Brust eintraf. Kurz darauf spürte sie seine Hände, mit denen er ihre Arme in die Luft riss und in seinen Nacken legte, die sie dann auch dort behielt, als sich sein Kopf rechts von ihrem vorbeischob und auf ihre Schulter senkte. Im nächsten Moment spürte sie etwas Weiches, das über ihr Schlüsselbein strich. Nur den Bruchteil einer Sekunde später, wurde ihr siedend heiß klar, dass es seine Lippen waren, mit denen er sie gerade küsste. Zeitgleich wanderten seine Hände geschmeidig, aber dennoch irgendwie verlangend an ihren erhobenen Armen herab, wo er sie an den Seiten streichelte. Letztlich schob er seine Hände vor und spreizte die Finger, mit denen er ihr über den Bauch fuhr und so ihrem Brustansatz gefährlich nahe kam.
Als dieses Detail in Hermiones Kopf ankam, waren seine Hände schon wieder weg und er zog ihre Vorderansicht erneut ganz eng an sich, sodass ihre Brust mit seinem Brustkorb zusammenprallte. Sie hatte das noch gar nicht richtig realisiert, da wirbelte er sie bereits aufs Neue herum. Und das so lange, bis der Song endete und sie schwungvoll in seinen Armen landete, wo er sie erneut durchbog und ihr keck schmunzelnd in die Augen sah.
Tief, so furchtbar tief. Sie konnte in dem Moment die dunklen Sprenkel seiner grauen Iris erkennen. Es war wie ein Glitzern. Ein Funkeln. Irgendwie so, als ob. . . Als ob sie noch tiefer blickte. Viel, viel tiefer und damit seine Seele glaubte zu erreichen, die zu Schimmern schien. Zu Leuchten. Zu Strahlen.
„Das war toll!“, hörte sie plötzlich Luna begeistert, wodurch es abriss. Stattdessen sahen die Beiden zu der Ravenclaw, die strahlend Beifall klatschte, während Ginny baff der Mund weit offen stand. Blaise ähnlich, wobei er nicht ganz so gaffte, aber dennoch ein sehr erstauntes Gesicht machte, ehe er über breit grinste, was Charlie schon die ganze Zeit tat und letztlich in Lunas Applaus einstimmte. Und damit waren die Zwei nicht die Einzigen.
Durch seine ausschweifende Tanzführung, hatte sich Draco unbewusst den gesamten Tanzbereich gesichert, denn seine Hauskammeraden, die bis zu diesem Tanz auch noch mitgemacht hatten, standen in einem Kreis um das Schulsprecherpaar. In den Blicken aller nach wie vor Überraschung, Erstaunen, wie auch Faszination, bis sie schließlich, Astoria angefangen, in den Beifall von Luna und Charlie einfielen. Dem folgte Blaise pfeifend und zum Schluss Ginny, die sich kurz schüttelte, um das Gesehene zu verarbeiten, ehe sie breit grinste. Und das sehr, sehr, seeehr dreckig. Es war ihr anzusehen, dass gerade gehörig ihre Phantasie mit ihr durch ging.
„Das war beeindruckend“, warf sie den Beiden zu, wo Draco sich letztlich noch formvollendet mit Hermione aufrecht hinstellte und mit seiner Tanzpartnerin vor den Applaudierenden verbeugte.
„Angeber“, warf Hermione ihm grinsend zu, wo er zurück grinste und seiner Hexe einen Kuss auf die Wange hauchte.
„War doch schon sehr gut, für deinen ersten Tango“, schmunzelte er und ließ provokant die Augenbrauen hüpfen, was sie erneut lachen ließ. Ginny lag Blaise auf den Anblick dann nicht nur in den Ohren, sondern auch Armen, sie wolle auch so tanzen. Blaise ließ sich das nicht zweimal sagen und spielte den nächsten schwungvollen Song an, bei dem er irgendwo tänzerischen Trockensex mit dem rothaarigen Wildfang haben konnte. Hermione sah es und schüttelte lachend mit dem Kopf, bevor sie wieder zu ihrer Schlange sah.
„Da hast du ja was angerichtet“, deutete sie auf die Zwei, was den Blonden glucksen ließ. „Wollen wir auch?“, fragte er provokant und zog sie zu sich. Auf den Lippen ein freches und trotzdem verführerisches Schmunzeln, mit dem er sofort ihre Zustimmung gewann.
Draco konnte nicht sagen, ob es Blaise oder Charlie war, er vermutete Blaise. Einer der Beiden schien das Grammophon aber so verhext haben, dass es nur noch solche äußerst aufreizenden, heißen Stücke abspielte, denn sie kamen gar nicht mehr aus dem Tanzen heraus. Schlimmer noch, denn Blaise begann mit dem Blonden zu wetteifern, wer der bessere Tänzer war.
So dauerte es keine fünf Minuten, bis sich eine 6-köpfige Jury unter den Schlangen eingefunden und mit Punktzetteln ausgestattet hatte. Luna spielte zudem freudig Kommentatorin, wie bereits die vergangenen Jahre zu den Quidditchspielen, während sich Charlie um abwechslungsreiche Musik kümmerte.
Auch hatte eine der Schlangendamen, hier tippte Draco zweifelsfrei auf Daphne, die Kleider der beiden Mädchen verzaubert, die plötzlich sehr viel aufreizender waren und gehörig Sexappeal ausstrahlten, wie das bei Tanzwettbewerben halt üblich war.
Hermione ihres war zwar noch nachtblau, inzwischen allerdings zu einem Neckholder mit einem sehr tiefen Rückausschnitt geworden. Zudem war es an der rechten Seite hoch geschlitzt und um einiges kürzer, wie auch luftig locker, sodass sich die Jungs noch zusätzlich ein Auge holten. Bei Ginny verhielt es sich ähnlich, wobei kürzer nicht mehr ging aber luftiger, da sie zuvor nicht ganz so die benötigte Bewegungsfreiheit hatte.
Die Zwei hatten es anfangs nicht bemerkt. Ebenso wenig, dass Hermione wieder Stilettos an den Füßen hatte, bis es an die erste Benotung der Jury gegangen war. In der ersten Sekunde hatte Hermione verschreckt auf ihren Unterarm gesehen. Über beiden lagen allerdings glitzernde, mitternachtsblaue Stulpen. Das Kleid selbst funkelte ähnlich, als wäre es mit abertausend Diamanten besetzt. Bei Ginny das Gleiche.
Die Tanzrunden waren dann auch verhältnismäßig ausgeglichen. Mal führten Draco und Hermione, mal Ginny und Blaise. Verbunden war das ganze Theater mit jeder Menge Gelächter, wo Blaise die Meute noch zusätzlich zu unterhalten wusste, als er von Channing mal weniger Punkte bekam.
„Ey, Channing! Vergiss nicht, wer dein Chef ist!“, hatte er ihm lachend zugeworfen, worauf der Sechstklässler auf Draco gedeutet hatte.
„Runter aufs Quidditchfeld! Du läufst 100 Runden ums Stadion!“, ordnete Blaise an, worauf Channing bleich geworden war, während der Rest weiter gelacht hatte. Letztlich, gut eine Stunde später, nahm das Spektakel langsam ein Ende, als beide Paare auf einen identischen Punktestand kamen, bei dem man es dann auch beließ.
„Nächstes Mal“, drohte Blaise grinsend und hielt Ginny dabei eng umschlungen, die nicht mehr stehen konnte. Hermione ging es ähnlich, die ihre Schuhe gleich in die Hände nahm.
„Merlin, ich kann nicht mehr“, lachte sie völlig fertig und landete mit den Anderen auf der Couch, die Charlie kurzerhand vergrößerte und noch ein paar Sessel heranholte, denn ihr Grüppchen war nach der Aktion deutlich angewachsen.
Astoria und Daphne waren inzwischen bei ihnen, ebenso wie sich Theo und Channing in die Sessel fläzten. Ginny kuschelte sich ausgiebig in Blaise’ Arme, der ihr kaum spürbar mit den Fingern über den nackten Oberarm strich und ihr damit Gänsehaut von der kribbelnden Sorte bescherte. Als sie zu ihm aufsah, grinste er und gab ihr einen Kuss auf den Scheitel.
Hermione saß halb bei Draco auf dem Schoß, da es etwas enger auf der Couch geworden war. Allerdings störte sie sich nicht daran, sondern genoss die kleinen Streicheleinheiten, die er ihr nebenher unbewusst zukommen ließ, während sie mit den Anderen redeten, lachten und herumalberten.
Irgendwann nickten die Ersten leicht schnarchend in ihren Sesseln weg. Angefangen bei Channing, wo der Alkohol noch sein Übriges getan hatte. Theo sah inzwischen auch nicht mehr wirklich frisch aus, hatte die Augen aber noch halbwegs offen, wie auch ein dämliches Grinsen im Gesicht. Luna war mit der Zeit an Charlie gekuschelt eingeschlafen und mittlerweile auch nicht mehr wach zu kriegen. So hatte Charlie ihr dann noch sein Sakko über die nackten Schultern gelegt, während der verbliebene Rest lautstark redete.
Gegen 3:00 Uhr morgens löste sich die illustre Gesellschaft allmählich auf. Zumindest die, die noch wach waren und laufen konnten. Zwei Dinge, die nicht unbedingt auf Ginny und Luna zutrafen. Die hatten beide alkoholtechnisch genug.
Luna schlummerte noch, während Ginny albern kichernd nicht mehr ohne Hilfe von der Couch hoch kam. Das traf zwar auch auf Hermione zu, nur lag es bei ihr eher daran, dass ihre Füße matsch waren. Die hatte sich Draco zwischenzeitlich erobert und knetete sie ein wenig. Ein wahrer Segen.
„Was machen wir denn da jetzt mit euch?“, lachte Blaise, als er den Rotfuchs in den Armen hatte. „Merlin, ich kann nich mehr“, lachte Ginny leicht lallend und kuschelte sich aufs Neue verschmust an Blaise. Charlie hatte Luna mittlerweile auf den Armen liegen, die auch weiter friedlich, mit einem verträumten Lächeln auf den Lippen, schlief.
„Ich glaube, es ist besser, ihr bleibt hier“, schlug Charlie vor, worauf Ginny ergeben nickte und sich noch mehr an ihren Freund schmiegte.
„Bin ich seeehr dafür.“ „Huh, hier ist ja eine anhänglich“, grinste Blaise, was sie ihm gleichtat und ihn ein wenig verrucht ansah.
„Hast du noch Platz in deinem Bett?“ „GINNY!“, fuhr Hermione ihre Freundin daraufhin ein leicht aufgebracht und zudem geschockt an. Diese sah verwundert zu ihr.
„Ich komm nich mehr die vielen, vielen, viiielen Treppen hoch“, erklärte sie beschwipst, was Hermione ihr ohne wenn und aber glaubte, nur. . .
„Ihr könnt in meinem Zimmer schlafen“, schlug Charlie ruhig vor. „Ich hau mich mit Blaise und Theo in unseren alten Schlafsaal. Dann musst du dir das Geschnarche nicht antun“, grinste Charlie, worauf Ginny ein wenig einen Flunsch zog und den Kopf wieder an Blaise’ Schulter legte.
„Na dann komm mal“, schmunzelte dieser und hob sie ebenfalls hoch, was sie albern kichern ließ, bevor sie sich ganz fest an ihn kuschelte und anfing, kleine Küsse auf seinem Schlüsselbein zu verteilen. Hermione sah es und es beunruhigte sie, sodass sie ihren Freunden leicht humpelnd folgte.
In Charlies Zimmer angekommen hatte dieser Luna gerade auf dem Bett abgelegt, die prompt mit einem der Kissen schmuste. Ginny war allerdings nicht so richtig gewillt, von Blaise abzulassen.
„Und ich kann nich bei dir. . .“, malte sie ihm kleine Kreise auf die Brust. „Könntest schon, aber Charlie hat Recht. Theo sägt wie ein Weltmeister, wenn er besoffen ist und ich auch. Da kannst du nicht schlafen. Augenringe stehen dir nur bedingt“, grinste er und löste ihre Hand aus seinem Nacken, während Charlie noch etwas aus seinem Koffer fischte. Es waren zwei Phiolen, von denen er eine auf Ginnys Seite hinstellte, die andere auf Lunas.
„Für morgen früh. Wenn ihr Kopfschmerzen haben sollte. Der Kater schleicht sich dann innerhalb von ein paar Minuten zur Gänze.“ „Das’ gut“, meinte Ginny und drehte sich wieder zu Blaise. „Krieg ich ‘n Gute-Nacht-Kuss?“, griente sie, mit einem lustvollen Leuchten in den Augen, was ein Funkeln in denen von Blaise schürte.
„Kriegst alles“, schmunzelte er und beugte sich zu ihr, wo sie bereits die Augen schloss und den Mund leicht öffnete. Blaise drückte seine Lippen aber sanft auf ihre Stirn, worauf sie verdutzt blinzelte.
„Das war keiner!“, warf sie ihm beleidigt zu. „Und der?“, küsste er sie nun auf die Wange, was sie murren ließ. Kurz darauf schnappte sie sich ihre Schlange und nahm sein Gesicht in die Hände. In der nächsten Sekunde küsste sie ihn auf die Lippen, worauf Hermione der Kiefer runter klappte, während Draco grinste und aus der Tür verschwand.
„Das ‘n Gute-Nacht-Kuss“, erklärte Ginny und küsste ihn nochmal kurz. „Nich vergessen!“, mahnte sie ihn, worauf er lachte.
„Werd ich nicht. Und jetzt schlaf erstmal“, lächelte er und reichte der Gryffindor die Decke, in die sie sich kuschelte. Ihr Blick klebte aber weiter an ihm, als er an die Tür trat, wo Hermione ihn ran zog.
„Mach das nicht“, warnte sie ihn. „Was?“, tat er unschuldig. „Du weißt genau was. Sie ist total betrunken! Sie weiß nicht, was sie tut und. . .“ „Ganz ruhig, Mione. Ich weiß die Situation ganz gut einzuschätzen.“ „Bring sie nicht in Verlegenheit! Sie liebt Harry.“ „Ich werd Potter schon nicht die Freundin ausspannen. Keine Angst.“ Daraufhin atmete Hermione auf. Blaise war jedoch noch nicht fertig.
„Sollte sie aber von sich aus zu mir kommen, werde ich sie ganz bestimmt nicht wegschicken oder zurückweisen. Nacht“, meinte er nur noch und küsste Hermione auf die Stirn, bevor er mit Charlie in einem der übrigen Schlafsäle verschwand.
Hermione stand allerdings noch immer geschlagen im Gang und sah zwischen der sich schließenden Tür und Ginny hin und her. Schließlich trat sie noch einmal zu Ginny, die sich, wie Luna, mehr mit ihrem Kissen beschäftigte. Zum kuscheln und träumen kam sie jedoch nicht, denn Hermione zog sie sich ran.
„Sag mal, was war das!?“ „Was war was?“, guckte sie tranig und auch etwas doof. „Du hast Blaise geküsst!“, warf Hermione ihr vor. Ihr doofer Blick blieb.
„Und?“ „UND? Verdammt, Ginny! Was denkst du, wie Harry sich fühlt, wenn er das erfährt?“ „Erstens war’s nur ‘n Gute-Nacht-Kuss und zweitens is Harry nich da und er muss es nich wissen!“, murrte sie.
„Aber er liebt dich! Findest du das fair ihm gegenüber?“ „‘s is nich so, wie es sein sollte“, nuschelte Ginny plötzlich frustriert, was Hermione verwirrte.
„Was?“ „Harry! ‘s is nich so, wie ich das wollte und dachte und wie es sollte“, wurde sie leiser und senkte das Haupt, während sich Hermiones Augenbrauen verwirrt kräuselten.
„Was ist nicht so, wie es sollte?“, bohrte sie. Ginny sah sie aber nur mit glasigen Augen an, bevor sie mit einem Schlag dreckig grinste.
„Was’ eigentlich mit dir und Mr. Malfoy?“, betonte sie Dracos Namen keck und kicherte albern, was Hermione eine kräftige Röte in die Wangen trieb.
„Ich weiß nicht, was du meinst.“ „‘türlich nich“, kicherte sie und zog sich ihre Freundin ran, der sie verrucht ins Ohr flüsterte: „Er is scharf auf dich. Aber so was von.“ „Du spinnst doch!“, wehrte Hermione sofort ab, konnte aber nicht verhindern, dass ihr das Blut noch mehr in die Wangen stieg, was Ginny dreckig grinsen ließ.
„Und du auf ihn“, setzte sie noch nach, was Hermione schlagartig zu dumm wurde. „Schlaf du deinen Rausch aus, wir reden morgen, wenn du wieder nüchtern bist!“, warf sie ihr ein wenig sauer zu und drehte sich um.
„Machen wir! Und dann mach du mal die Augen auf!“, rief Ginny ihr belustigt nach, bevor sie sich in ihr Kissen warf. Hermione löschte dann nur noch das Licht und verschwand aus dem Zimmer. Als sie aufblickte, entdeckte sie Draco, der an der Wand ihr gegenüber lehnte. Unter dem Arm trug er ein Sakko, während auf seinen Lippen ein Schmunzeln lag. Merlin, er hatte ihre Unterhaltung doch nicht etwa gehört?, schoss es ihr panisch durch den Kopf.
„Haben die erzieherische Maßnahmen gewirkt?“, erkundigte er sich amüsiert und hielt ihr die Hand hin, auf die sie unsicher sah. Am Ende ignorierte sie diese, und humpelte in den Gemeinschaftsraum, was sich Draco seufzend besah.
„Sie ist total betrunken!“, meinte Hermione dann nur, während Draco ihr, die Hände tief in den Hosentaschen, gemütlich hinterher schlich.
„Na so betrunken auch nicht. Sie. . .“ „Sie hat Blaise geküsst!“, fuhr sie herum und fauchte ihn so schon halb an, wo er ergeben die Hände hob.
„Ich hab’s gesehen. Du musst deinen Unmut darüber nicht an mir auslassen“, muffelte er leicht, worauf sie seufzte. „Tut mir leid, es ist nur. . . Was denkt sie sich? Ich mein. . . Sie ist doch mit Harry glücklich?“ „Es war nur ein kleiner Kuss. Interpretier da doch nicht so viel rein. Du kannst morgen, oder besser heute Nachmittag ja nochmal in Ruhe mit ihr über alles reden. Für sie war das jetzt sicher nur ein kleiner Spaß oder so. Mach dir deshalb keine Gedanken. Wir hatten den ganzen Abend doch unseren Spaß, hm?“, beugte er sich zu ihr und lächelte sanft, was ihr aufs Neue leicht das Blut in die Wangen trieb. Kurz darauf ließ sie peinlich berührt den Blick fallen und sammelte ihre Schuhe ein, bevor sie barfuß die Kerker verließ. Draco hinter ihr, der erneut seufzte, sodass sie im Kommenden recht schweigsam nebeneinander her, die unzähligen Treppen hinaufstiegen.
Hermiones Blick fiel auf ihrem Weg immer mal scheu auf ihn. Und zwar stets dann, wenn ihr Ginnys Worte durch den Kopf huschten, von wegen, Draco wäre scharf aus sie. Sie fragte sich schon die ganze Zeit, was Ginny zu dieser seltsamen Ansicht brachte? Vermutlich war es einfach nur der viele Alkohol, der ihr zu sehr zu Kopf gestiegen war und ihr Urteilsvermögen trübte. Irgendwie aber. . . Ein wenig seinen Reiz hatte der Gedanke dennoch, auch wenn es nicht mehr als ein Gedanke bleiben würde, dass sie. . .
„Au!“, zischte sie plötzlich, als sie irgendwo an einer hervorstehenden Stufe verstärkt aneckte und leicht strauchelte. „Was ist?“, fragte Draco und stützte sie, als sie sich den Knöchel rieb.
„Gestoßen.“ „Barfuß kein Kunststück“, grinste er und zog sie zu sich, wo er ihr auch sein Sakko auf die nackten Schultern legte, was sie sich dankbar über streifte.
„Na los. Ich nehm dich huckepack. Du kannst doch so schon kaum noch laufen“, schlug er ihr vor, doch sie genierte sich.
„Geht schon. Außerdem bist du auch noch nicht ganz fit.“ „Das wollen wir doch mal sehen!“, lachte er über die unausgesprochene Herausforderung. Im nächsten Moment zog er sich seine Löwin kurzerhand auf den Rücken, die es ein wenig verschreckt zur Kenntnis nahm.
„Draco, nicht! Ich bin dir doch viel zu schwer und. . .“ „Du Fliegengewicht? Wo bist du bitte schwer?“, grinste er sie kurz an, was ihr aufs Neue eine peinliche Röte in die Wangen trieb, als er loslief. Die Treppen hoch, immer höher, die kein Ende nehmen wollten, wo sie ihm dann doch dankbar für seine Hilfe war und sich verstärkt an ihn schmiegte.
„Danke.“ „Kein Problem“, meinte er ruhig und lief stillschweigend weiter, während Hermione ihren Gedanken, und damit auch Ginnys Worten, wieder vermehrt nachhing. Der exorbitanten Vorstellung, dass da vielleicht ein Fünkchen Wahrheit dahinter steckte. Und wenn ja, was würde dieses Fünkchen bedeuten und mit sich bringen?
Als sie darüber grübelte, kuschelte sie sich erschöpft an Draco und schlang ihm die Arme vorsichtig um den Hals, um besseren Halt zu haben. Seine Haare kitzelten sie so ein wenig im Gesicht und der Nase, mit der sie allmählich schläfrig sein Aroma stärker in sich aufnahm, als ohnehin schon den ganzen Abend. Und irgendwie. . . Irgendwie weckte sein Geruch etwas Bekanntes in ihrem Kopf, was sie jedoch nicht mehr greifen konnte, da sie mit dem sanften auf und ab seiner Schritte einnickte und das Traumland betrat.
Ein sehr schönes Traumland.

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Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ


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