„. . . Draco!“, schepperte es gedämpft durch die Räume des Schulsprecherturms und riss damit den Blonden aus seinen wirren Träumen. Er schrak desorientiert hoch und warf sich in einer aufkeimenden Panik zur Seite. Dabei verhedderte er sich in seiner Decke und flog schließlich rücklings aus dem Bett.
„Scheiße“, knurrte er und kämpfte für einen Moment mit der Decke, als ein zweiter, wesentlich lauterer, noch schmerzvollerer Schrei, durch die Wände hallte.
„DRACO!“ „Lass los!“, schrie er idiotischer weise seine Decke an und trat sie letztlich weg. Kurz darauf stolperte er schlaftrunken, den Zauberstab bei der Hand, aus seinem Zimmer raus, über den Flur in den nächsten Raum rein, in den das Licht des Mondes fiel.
Im silbrigen Schein dessen, erkannte er die zierliche Gestalt seiner Löwin, die keuchend aufrecht im Bett saß und mit weit aufgerissenen Augen irgendwo hinblickte. Nur nicht ins Hier und Jetzt.
„Hermione?“, rief er leise nach ihr, worauf sie wie vom Donner getroffen zusammenfuhr und den Kopf zitternd in seine Richtung neigte. Als sie ihn sah, zuckte etwas durch ihre Augen, in denen noch immer eine unbeschreibliche Panik flackerte, die ihn ohne weiter nachzudenken handeln ließ.
Er trat zu ihr, noch bevor sie etwas sagen konnte, und erkannte bei näherem Hinsehen, dass sie total verschwitzt war und schwer atmete. Ihr Blick klebte so regelrecht an ihm, weshalb er seinen Zauberstab beiseite legte und zu ihr aufs Bett kroch. Keine Sekunde später schloss er sie in einem beruhigenden „Sch“ warm in die Arme, in denen sie keuchend zusammensackte und sich zitternd an ihn klammerte.
„Alles gut. Du hast geträumt. Wir sind in Hogwarts“, hauchte er. Nebenbei strich er ihr tröstend durch die Haare und über den schmalen Rücken. Seine Lippen wanderten dabei gleichermaßen behutsam, wie auch fürsorglich in kleinen Küssen, die etwas von einem zärtlichen Streicheln hatten, über ihre Stirn und Schläfe.
„Es ist alles gut. Ich bin hier. Ich pass auf dich auf“, versprach er, worauf sie das Gesicht ganz an seiner nackten Brust barg, die so schön warm war. In dieser pulsierte etwas, dass ihr klarmachte, dass es stimmte. Dass es wieder nur einer ihrer bösen Träume gewesen war. Dass er hier war. Hier bei ihr. Dass er lebte, worauf sie zu schluchzen begann und sich noch stärker an ihn klammerte.
„‘s war furchtbar“, weinte sie, während er sie auch weiter hielt und sanft in seinen Armen wiegte. „Es war nur ein Traum. Es ist doch alles vorbei. Dir tut keiner mehr was“, erklärte er ihr abermals, worauf sie bitter die Augen schloss, aus denen ihr verstärkt die Tränen kullerten, ehe sie gebrochen fragte: „Kannst . . . kannst du bitte hierbleiben? Ich hab. . . Ich . . . ich. . .“, schluchzte sie und kuschelte sich zeitgleich noch fester an ihn, wofür er ihr einen kleinen Kuss auf den Scheitel hauchte und sanft flüsterte: „Leg dich hin.“
Sie tat wie geheißen, behielt ihn dabei allerdings angsterfüllt im Blick. Er nahm sich aber nur noch die Decke, bevor er neben sie kroch und ihr, wie auch sich, die rote Decke über den Körper zog. Hermione rückte damit noch weiter auf, um sich abermals von seiner Echt- und Lebendigkeit zu überzeugen. Draco lächelte nur und schloss sie richtig in die Arme, sodass sie sich kaum mehr rühren konnte, was ihr ganz lieb war.
„Danke“, flüsterte sie noch ein wenig verweint und schmiegte sich schließlich stärker an seine warme Brust, wo sie sich von ihm halten und behüten ließ.
„Geh nicht weg“, kam es ihr letztlich nur noch sehr, sehr leise im Halbschlaf über die Lippen. Draco hatte es dennoch vernommen und zog noch etwas fester an sich.
„Werd ich nicht“, versprach er und küsste seine angeschlagene Löwin beruhigend auf den Schopf, die damit langsam den Mut fand, die Augen gänzlich zu schließen. Das sanfte Bum-Bum seines Herzens direkt am Ohr.
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„. . . hab gehört, die haben heute Nachmittag ihr erstes Training. Sollten wir da nicht mal schauen, wie sie sich aufstellen? Aus dem alten Team wird vermutlich keiner mehr da sein“, erkundigte sich Demelza Robins bei Harry, der nachdenklich nickte, als das Porträt aufschwang. In diesem, barfuß, wie auch die Reste eines Baguettes mampfend, Ginny.
Sie trug ihre Stilettos lässig in der linken Hand, während sie hüftschwingend und auch so gut gelaunt, aber noch ein wenig verwuschelt, durch den Gemeinschaftsraum in Richtung ihres Schlafsaals lief.
„Gi-Ginny?“, entwich es Harry baff, dem auf ihren scharfen Anblick der Kiefer runter klappte. Und damit war er nicht allen, denn die restlichen Löwen starrten sie teils blöd, teils hungrig an, da sie etwas verboten Verruchtes an sich hatte. Nicht zuletzt auch, da sie noch immer das Kleid trug, welches Daphne ihr angehext hatte. Ihre Haare waren zerwühlt, wo ihr einige Strähnen in den Augen hingen, durch die sie schmunzelnd zu Harry sah und nochmal von ihrem Baguette abbiss.
„Wo. . . Wo kommst du denn jetzt her?“ „Kerker?“, gab sie ihm keck zurück und schob sich den Rest ihres Mittagsfrühstücks in den Mund. Dabei half sie mit dem Zeigefinger ein wenig nach, an dem sie genüsslich leckte, ehe sie sich auch die übrigen Finger so säuberte. Als sie es tat, sah sie verrucht lächelnd zum Erretter der magischen Welt, der ordentlich schluckte. Dean, der ihm schräg gegenüber saß, griff sich auf Ginnys Anblick, peinlich berührt, eines der Kissen, das er auf seine Leistengegend drückte, da sich dort recht verräterisch etwas in seiner Hose regte.
„Jetzt?“, hakte Harry nach, den sie auch weiter anlächelte und schließlich zu ihm schlenderte. „Ist ein bisschen spät geworden und ich wäre nie und nimmer mehr die Treppen hochgekommen“, erklärte sie ihm und nahm auf der Lehne des Sessels Platz. Harrys Augen lagen so auf einer Höhe wie ihre Brüste, die durch das Kleid noch stärker betont wurden und seinen Adamsapfel hüpfen ließen.
„Aha“, gab er ihr schluckend zu verstehen und fuhr sich mit der Zunge über die Lippen. „Ihr hättet mitkommen sollen. War wirklich lustig. Auch die anderen Schlangen.“ „Aha“, brachte Harry aber wieder nur heraus und hatte Mühe, ihr dabei ins Gesicht zu sehen und nicht auf die beiden Erhebungen, direkt vor seiner Nase zu starren.
„Ja. Wir. . .“ „Wo zum Teufel warst du die ganze Nacht?!“, wurde Ginny unverhofft in einem ziemlich wütenden Brüllen unterbrochen. Auf die Frage rollte sie nur mit den Augen, bevor sie sich erhob und sauer der Geräuschquelle zudrehte.
Für Harry wurde es dadurch allerdings nicht besser, denn damit hatte er ihre, ebenfalls sehr knackige, Rückansicht direkt vor der Nase, an der er unsicher vorbei linste, denn der Brüllaffe war Ron. Der hatte die vergangene Nacht, so wie den Morgen samt Vormittag Zeit gehabt, um sich ordentlich aufzuladen.
„Und was ist das jetzt wieder für ein Fetzen?!“, schimpfte er weiter und deutete aufgebracht auf das verspielte Kleid, noch bevor Ginny ihm seine erste Frage beantworten konnte.
„Siehst du doch. Ein Kleid.“ „Du rennst wie ‘ne billige Schlampe rum. Wenn Mom dich so sehen würde, du hättest Hausarrest, bis du 100 Jahre alt bist!“ „Jetzt mach hier nicht so einen Aufriss! Das. . .“ „Was lief da unten wirklich?“ „Eine sehr lustige Party.“ „Ach ja? So wie du aussiehst, wohl eher ‘ne Orgie!“ „Wenn du meinst“, gab sie ihm desinteressiert zurück und wollte in ihren Schlafsaal hoch. Ron zog sie jedoch sauer zu sich, aus dessen Griff sie versuchte, sich loszumachen, doch er hielt sie schmerzhaft am Oberarm fest.
„Durch wie viele Betten hast du dich wieder gewühlt?“, verlangte er zu wissen, worauf ein dunkles Feuer in ihren braunen Augen aufloderte. Die anderen Löwen wussten indes nicht, ob sie weghören sollten oder doch lieber ihrem inneren Drang nachgaben und die Ohren spitzen?
„Lediglich durch Charlies. Blaise wollte mich nämlich nicht in seinen Schlafsaal lassen, weil Theo so laut schnarcht.“ Klatsch. „Ginny!“, schrie Harry und stürzte zu seiner Freundin, der Ron gerade eine so deftige Ohrfeige verpasst hatte, dass es sie zu Boden geworfen hatte.
„Merlin, spinnst du?!“, fauchte Harry ihn an, als er bei der Rothaarigen war, die auf dem Boden hockte und sich die knallrote Wange hielt. Ron schnaubte.
„Ich wusste es. DIE GANZE ZEIT!“, brüllte er, worauf sie ihn mit vor Wut funkelnden Augen ansah, die feucht zu schimmern begannen.
„Du bist ein widerlicher Arsch!“, zischte sie und schob Harrys Hand ein wenig zur Seite, der sie auch weiter besorgt musterte.
„Komm mit deinen kranken Gedanken mal wieder aus der Gosse hoch! Die Jungs sind anständiger, als du es je sein wirst!“, schrie sie. „Ich hab in Charlies Zimmer, in seinem Bett geschlafen. Ja. Aber mit LUNA! Er hat uns sein Zimmer überlassen, weil wir zu müde waren, um früh morgens um 3:00 Uhr noch durchs Schloss die ganzen Treppen hochzulaufen! Wir haben nur getanzt und gelacht. Das hier. . .“, deutete sie auf ihr knappes, luftiges Outfit. „. . . ist ein Tanz Dress! So etwas trägt man zu offiziellen Tanzwettbewerben. Daphne hat uns die Kleider so verhext, weil die Jungs spontan beschlossen hatten, einen kleinen Wettbewerb zu starten, um herauszufinden, wer der bessere Tänzer ist. Im Gegensatz zu dir Trampeltier, mit deinen zwei linken Füßen, können sie nämlich ausgezeichnet tanzen und wissen sich einem Mädchen gegenüber vor allem anständig zu benehmen!“, schrie sie ihn an, wo ihr nun doch noch vor Wut die Tränen kamen.
„Sie haben uns vorhin sogar noch etwas aus der Küche besorgt, weil wir das Frühstück und Mittagessen verschlafen haben! So etwas Nettes würde dir nie einfallen! NIE! Merlin, du kotzt mich an. Du und dein scheiß Hass auf die Jungs!“ Damit stand sie und funkelte ihn mörderisch an, bevor sie plötzlich leise, mit einer gefährlich beherrschten aber dennoch bedrohlichen Ruhe meinte: „Mach ruhig so weiter, Ronald. Du bist gerade auf dem allerbesten Weg, dir deine einzige Schwester auf ewig zu vergraulen. Genauso Hermione“, zischte sie und verschwand nun doch noch, erhobenen Hauptes voller Stolz, auf der Treppe in ihren Schlafsaal, in den ihr die Jungs nicht folgen konnten.
Kaum dass sie weg war, brach nervöses Gemurmel los, ebenso wie die Blicke zwischen Ron und Harry hin und her flogen. Letzterer stand nun auch auf und sah seinen alten Freund wütend an.
„Ich kann nicht fassen, dass du sie tatsächlich geschlagen hast. DEINE EIGENE SCHWESTER!“, brüllte er und packte Ron am Kragen.
„Hast du jetzt völlig den Verstand verloren? Du machst mir Vorhaltungen, weil ich nicht auf sie achten würde und jetzt bist du es, der sie verletzt? Verdammt, was stimmt nicht mit dir!?“, schrie Harry und stieß ihn schließlich von sich weg, wo er gegen einen der kleinen Beistelltische taumelte und dort die Lampe umwarf, die prompt zu Bruch ging. „Ihr Plan fängt an aufzugehen. Sie treiben einen Keil zwischen euch, wofür sie die Mädchen missbrauchen!“, flüsterte die Stimme in Rons Kopf, deren Worte er sauer wiederholte und Harry entgegen spie.
„Das ist doch alles deren Plan! Sie treiben einen Keil zwischen uns und dafür . . . dafür missbrauchen sie die Mädchen!“ „Du bist doch nicht mehr ganz dicht!“, motzte Harry und zeigte ihm den Vogel.
„Merlin nochmal, der Krieg ist vorbei! Es gibt keine Pläne oder Intrigen mehr. Das redest du dir nur ein, weil du die Wahrheit offensichtlich nicht erträgst! Sie sind nicht alle schlecht und verdorben!“ „Das ist es, was sie euch glauben machen wollen“, säuselte die Stimme erneut.
„Das wollen sie uns doch nur glauben machen!“ „HUMBUG! Mensch Ron, mach die Augen auf! Du, ich, Ginny, Luna, Tonks, Hermione, vor allem Hermione. . . Wir wären ohne ihre Hilfe tot! Wann begreifst du das endlich? Es ist vorbei! Alles. Merlin, sie. . . Sie haben sogar Neville und mich zu der Party eingeladen.“ „WAS?!“, schrie Ron fassungslos, während der Rest der Löwen noch angeregter tuschelte. Harry funkelte den Rotschopf aber nach wie vor sauer an.
„Das eine sag ich dir, das nächste Mal werde ich nicht mehr Nein sagen, nur weil dir das gegen den Strich geht! Mir steht das ganze Theater . . . diese ganzen Streitereien zwischen dir und den Mädels bis hier!“, deutete er ihm abschneidend in Halshöhe an.
„Ich hab die Schnauze voll von diesem Kleinkrieg. Wenn du den unbedingt weiterführen willst, schön! TU ES! Aber ohne mich. Demelza?“, rief er die Jüngere, die zusammenzuckte.
„Du hast Recht. Wir sollten uns ihre neue Aufstellung mal näher ansehen. Fragst du Ginny bitte, ob sie mitkommt? Ich warte unten am Portal auf euch“, meinte er und verschwand schließlich aus dem Gemeinschaftsraum. Dabei warf er dem Rotschopf nochmal einen bösen Blick zu, während Demelza die Treppe hinauf eilte.
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Bester Laune und breit grinsend, suchte Blaise sich seinen Weg die Treppen noch etwas höher, nachdem er Ginny bei den Löwen abgeliefert hatte.
Ihr Anblick war echt eine Augenweide. So zerwühlt und noch leicht verschlafen, sah sie wirklich noch schärfer aus. Er hätte da ja in der Tat nichts dagegen gehabt, wenn er die Nacht mit ihr hätte kuscheln können, aber er hatte es Hermione versprochen. Er würde sich nicht in die Beziehung drängen.
Allerdings hieß das nicht, dass er dem kleinen Rotfuchs nicht verstärkt seine persönlichen Vorzüge präsentieren konnte. Immerhin. . . In der Liebe und dem Krieg war ja bekanntlich alles erlaubt. Etwas, was er Draco auch noch einmal unter die Nase reiben würde, wobei das die vergangene Nacht ja schon recht gut gelaufen war.
In puncto Spaß und Aufmerksamkeit hatte der Blonde seinen Rivalen bereits um Längen geschlagen, wenn Blaise da alleine an den Zirkus im Vierten zurückdachte. Genauso das Theater im Sechsten.
Der rote Troll achtete in keiner Weise auf die Bedürfnisse und Gefühle Hermiones. Und das würde ihm schon sehr bald das Genick brechen. Mit Ginnys reizender Hilfe, ging das vermutlich noch etwas schneller, was ihn durchtrieben grinsen ließ. Er fragte sich ernsthaft, ob die kleine Weasley nicht vielleicht doch falsch zugeteilt worden war?
„Zusammenhalt“, gab er der jungen Dame am Schulsprechertrum freudig zu verstehen, die ihm prompt den Weg ins Wohnzimmer freigab. Dieses war leer.
Es sollte ihn nicht wundern, wenn sein Prinzchen noch schlief. DAS würde er ihm jedoch austreiben, womit er sich teuflisch grinsend überlegte, wie er seinen Freund am besten aus dem Bett werfen konnte? Ein Schwall Eiswasser kam da immer gut.
In seine Gedanken versunken, lehnte er seinen Besen an die Lehne der Couch, auf der Crookshanks ruhte und den Slytherin kurz verschlafen ansah. Schließlich gähnte der alte Kater herzhaft, streckte sich und schlenderte in Richtung Kitchenette. Blaise besah es sich schmunzelnd, bevor er leise die Treppe hoch schlich und an Dracos Tür innehielt. Er lauschte, hörte aber nichts und schob letztlich die Tür einen spaltbreit auf.
„Darcilein?“, flötete er süßlich, mit Kieksstimme, denn das war eine der sieben Todsünden, mit der man den Blonden konfrontieren konnte, hatte man besagte Todessehnsucht. Er hasste diese Verniedlichung, die Parkinson über die Jahre perfektioniert und ihn damit um ein Haar in den Wahnsinn getrieben hatte.
Wie oft hatte sein Freund nicht manchmal in ihrem Schlafsaal getobt, er wolle dieser Hexe den Hals umdrehen und ihr sonst was für Ekzeme anhexen. Bedauerlicherweise war es nie dazu gekommen.
„Oh mein Darcilein“, säuselte Blaise etwas lauter, nur regte sich der Malfoy Spross nicht, worauf Blaise einen Flunsch zog und richtig ins Zimmer linste.
„Oh!“, entwich es ihm enttäuscht, als er sah, dass der Blonde gar nicht im Bett lag. Das hinderte ihn allerdings nicht daran, die Tür zum Bad aufzureißen, um ihn zu erschrecken, doch auch das war leer.
„Wo steckt der Blödmann?“, murmelte er und beschloss, einfach Hermione zu fragen. Er verließ die geheiligten Räumlichkeiten seines Freundes und klopfte sacht bei der Hexe. Er hoffte, dass seine Freundin bereits wach war und ihm Auskunft geben konnte, nur blieb auch hier eine Reaktion aus, was ihn wunderte. Im Gegensatz zu Draco war die Gryffindor, soweit er wusste, keine Langschläferin.
„Hermione?“, rief er bedächtig und klopfte etwas lauter. Nichts. „Hm“, brummte er und schob auch hier die Tür vorsichtig auf. Nicht, dass er die Löwin beim Anziehen oder so ertappte. Die würde ihn, trotz ihrer Freundschaft, einen Kopf kürzer machen.
„Hermione?“, rief er nochmal leise und spähte in ihre Räumlichkeiten, wo ein leiser Neid in ihm hochkochte. Die Beiden hatten es wirklich ausgesprochen hübsch. Hatten sie sich aber auch verdient.
„Süße? Erschlag mich nicht, ich wollte nur. . .“, stockte Blaise, dem obendrein der Mund offen stehen blieb und er glotzte wie ein Fisch.
„Nein!“, stieß er leise aus, als er keinen braunen Wuschelschopf im Bett vorfand, sondern einen Blonden, was ihn dreckig grinsen ließ.
„Draco Malfoy, du alter Jagdhund“, gluckste er und schlich auf Zehenspitzen näher. Sein Grinsen war mittlerweile so breit, dass es ihm bis an die Ohren reichte. Am Bett angelangt linste er seinem noch schlafenden Freund über den nackten Oberkörper und wurde nun doch noch mit einem braunen Wuschelkopf belohnt, der friedlich schlummernd an der Brust des Blonden angekuschelt war.
„Oh Merlin, danke, danke, danke“, faltete Blaise die Hände und sah gesegnet gen Himmel, als Crookshanks sich ins Zimmer schlich und aufs Bett sprang. Dort tapste er, ungerührt von den beiden Schlafenden, zu seinem Frauchen. Blaise bemerkte den Kater zu spät, als er sich direkt neben Hermione setzte.
„Oh nein! Nein, tu das nicht. Bitte tu das nicht! Nicht. . .“ „MIAU!“, gab der halbe Kneazle dann aber besonders laut, wie auch fordernd von sich, ehe er zusätzlich auf der Hexe herumtrampelte, noch bevor Blaise sich das Fellmonster schnappen und aus dem Zimmer werfen konnte.
„MIAU!“, brüllte er beinahe noch lauter, als der Slytherin ihn packte. In dem Moment blinzelte die Löwin schlaftrunken. Dabei fiel ihr Blick zuerst auf Draco, den sie etwas verwirrt musterte, bis ihr die Sache mit ihrem Albtraum wieder in den Sinn kam. Kurz darauf beschwerte sich der Kater aufs Neue mit seinem Minilöwengebrüll.
„Crookshanks? Wie kommst du. . .“, wunderte sie sich bereits über die Anwesenheit des Kneazles, der nicht vor ihrer Nase hockte, sondern von zwei dunklen Händen gehalten wurde. Nur wenig später erkannte sie, wem diese Hände gehörten und schnappte gehörig nach Luft.
„Blaise?!“, stieß sie überrumpelt aus und saß mit einem Ruck im Bett. „Ups. Äh. . . ‘morgen?“, brachte er peinlich berührt hervor, was letztlich den Blonden weckte, der sich tranig auf den Rücken drehte und seinerseits über die seltsame Konstellation über sich wunderte.
Roter Betthimmel. Zu seiner Rechten eine verschlafene Hermione. Zu seiner Linken ein recht blöd aus der Wäsche blickender Blaise, samt des Gryffindor Katers. Der fing auch gleich wieder an zu meckern und wand sich in den Händen des Slytherins, der ihn augenblicklich losließ, wo er sein Frauchen aufs Neue anbrüllte. Und zwar hungrig.
„Was bei Salazar machst du hier?“, murrte Draco noch immer müde und fuhr sich mit den Händen kurz über’s Gesicht, um halbwegs wach zu werden.
„Ich. . . also. . . Äh. . . Nun ja, ich störe euch offensichtlich?“, grinste Blaise recht anzüglich und ließ provokant die Augenbrauen hüpfen, worauf Draco ihm das Kissen mit voller Wucht ins Gesicht pfefferte.
„Merlin, was willst du Troll um die Uhrzeit bei uns?“, ging Draco bewusst nicht auf seine Spitze ein. Bei dem Spiel konnte er jetzt nur verlieren. Und er verlor nicht gern!
„Es ist bereits weit nach Mittag, mein Schnucki. Ich wollte dich zum Training abholen.“ „Training? Was denn für ein Training?“, fragte Draco gähnend und rappelte sich ganz auf, wo er sich noch etwas durch die zerzausten Haare strich. Hermione nahm sich in der Zeit ihre Decke und hielt sie mehr vor die Brust, da sie nur ihre knappen Schlafsachen trug.
„Jungs? Tut mir einen Gefallen und klärt das draußen“, bat sie die Zwei peinlich berührt, die kurz verwirrt guckten, dann aber verschwanden. Dabei schlug Draco seinem Freund noch kurz auf den Hinterkopf.
„Troll!“, schimpfte er nochmal. Blaise grinste jedoch dreckig. „Wie kam es denn?“ „Was?“ „Frag nicht so blöd. Das!“, deutete er mit dem Kopf auf Hermiones Zimmer, aus dem sie soeben gekommen waren. Draco wies ihm allerdings auf seins, als er erklärte.
„Sie hatte einen fiesen Albtraum und ist schreiend wach geworden. Ich bin rüber und hab sie getröstet und da wollte sie, dass ich bleibe.“ „Mehr nicht?“ Blaise war enttäuscht. „Nein“, meinte Draco und suchte sich frische Klamotten zusammen, während Blaise einen Flunsch zog.
„Und ich hatte schon Hoffnung. Aber. . . So fürchterlich war unsere Party doch gar nicht, dass man davon Albträume kriegt?“ „Ich denke auch eher, es lag an etwas anderem“, murmelte Draco gedankenverloren, der an die Sache Samstagnachmittag dachte. Blaise war jedoch verwirrt.
„Was meinst du? Und was hast du am Arm?“, bemerkte er erst jetzt den Verband, um Dracos rechten Arm. Links war das Mal, was er auf diesem Weg versteckte. Rechts aber. . .
„Hat Hermione gestern doch gesagt. Kleines Problem in Hogsmeade.“ „Aha“, monierte Blaise trocken. „Und was?“ „Nichts weiter. Was willst du nun eigentlich von mir?“ „Dich zum Quidditchtraining holen.“ „Ich hab mich nicht eingeschrieben“, erklärte Draco und verschwand im Bad. „Nein. Aber du. . .“ Rums. Damit flog die Tür vor Blaise’ Nase zu, der wenig später die Dusche rauschen hörte.
„Sturkopf“, knurrte er und beschloss, im Wohnzimmer auf die Beiden zu warten. Dort tigerte Crookshanks in der Küche umher und schrie, als ob man ihn abstechen wollte.
„Und was ist dein Problem, du mieser Verräter?“, schimpfte er auf den Kater, der sich protestierend vor seinen leeren Futternapf setzte und Blaise auffordern anfunkelte.
„Jetzt sag mir nicht, du verfressenes Monster hast Hermione deswegen geweckt?“ Es folgte ein forderndes Mauzen als Antwort, sodass Blaise stöhnte und den Kater versorgte.
„Rot und verfressen. Erinnert mich an das Wiesel“, murrte er, worauf der Kater ihn böse ansah. Blaise redete sich dann auch gleich ein, er wäre über den Vergleich beleidigt und streichelte ihm kurz über’s Fell.
„Hast ja Recht. Du bist 1’000-mal intelligenter, als das doofe Wiesel. Du hast ja sogar den gryffindorschen Verräter erkannt.“ Auf den Kommentar reckte der Kater stolz den Kopf und strich dem Slytherin einmal um die Beine, der breit grinste.
„Ja, du weißt wirklich, wer die Guten sind. Aber nächstes mal. . . Tu mir einen Gefallen und stör die Zwei nicht wieder, wenn sie schon mal in einem Bett liegen“, grinste Blaise dreckig und streichelte ihn nochmal.
„Es sei denn, du präferierst das Wiesel als deinen zukünftigen Herren?“ Der Kater knurrte. „Brav“, freute sich Blaise und verzog sich letztlich ins Wohnzimmer auf die Couch, wo er sich ein Buch schnappte. Allerdings dauerte es nicht mehr lange, bis Hermione als Erste aufschlug. Und das noch immer leicht peinlich berührt, aufgrund der Szene kurz zuvor.
„Also ich. . . Wir. . .“, hatte sie das Bedürfnis, die Situation zu erklären. Blaise lächelte freundlich. „Draco hat schon gesagt, was los war. Du hast schlecht geschlafen und dich alleine unwohl gefühlt.“ „Hm“, nickte sie etwas verschämt und setzte sich zu ihm, worauf er sie aufmerksam musterte.
„Hast du das öfters?“ „Es geht. Es ist nur. . .“, sie seufzte und strich sich eine Haarsträhne zurück, die sich aus ihrem Pferdeschwanz gelöst hatte. „Ich hatte gehofft, dass das mit der Zeit verschwindet, nur. . .“, brach sie ab und zuckte mit den Schultern.
„So lange ist das alles doch auch noch nicht her. Wenn du willst. . . Ich kann Charlie ja mal wegen ein paar Tränken fragen? Man sollte sie zwar nicht ständig nehmen, aber wenn es so heftig ist, dass du sogar unser Murmeltier dadurch wach bekommst. . .“, ließ Blaise den Satz offen und lächelte mitfühlend, was sie ihm schüchtern erwiderte.
„Wenn es keine Umstände macht?“ „Quatsch!“, winkte Blaise ab und grinste wieder, als Draco kam. „Sieh an. Unsere Prinzessin ist mit ihrer Schönheitskur fertig“, stänkerte Blaise, obwohl der Blonde in keiner Weise herausgeputzt war, so wie früher. Er war frisch rasiert und geduscht, wobei seine Haare noch handtuchtrocken waren.
„Schnauze“, knurrte er noch immer sauer, aufgrund der frechen, morgendlichen Störung. „Da du nun soweit bist. . . Schnapp dir deinen Besen, ich will mit dem Training anfangen.“ „Hast du mir vorhin nicht zugehört? Ich hab gesagt, ich hab mich nicht eingeschrieben.“ „Du spielst trotzdem mit. Ich brauch dich als Sucher.“ „Vergiss es. Ich hab keine Lust. Davon abgesehen, werden sich die Anderen sicher um die Position reißen.“ „Hast du ‘ne Ahnung!“, jammerte Blaise.
„Von den paar Leuten, die sich gemeldet haben, waren kaum brauchbare Flieger dabei, geschweige denn gute Spieler. Ich war am Ende sogar so verzweifelt, dass ich zwei Mädchen ins Team geholt hab. Mädchen!“, wiederholte er nochmal, worauf Draco doof guckte. „Nicht dein Ernst?“ „Doch“, nickte Blaise geknickt. Hermione verstand das Problem allerdings nicht.
„Mädchen können auch sehr gut Quidditch spielen. Ginny zum Beispiel. Oder Katie!“ „Bei uns läuft das ein bisschen anders, Süße.“ „Weil? Ist das irgend so ein testosterongesteuertes Machogehabe von wegen. . .“, brach sie aber ab, als sie die leicht überheblichen Blicke der Beiden registrierte und innerlich stöhnte, wie auch die Augen verdrehte.
„Merlin, das darf doch nicht wahr sein“, murmelte sie und sah die Jungs strafend an. „Tja, dann ist es ja gut, dass du keine Auswahl weiter hattest. Dann lernt ihr vielleicht mal, das weibliche Geschlecht nicht ständig so zu unterschätzen!“, meckerte sie. Blaise guckte nur süffisant und richtete sich wieder an Draco.
„Du kannst mich nicht hängen lassen. Gerade als Sucher brauch ich jemanden mit Erfahrung. Überhaupt brauch ich noch Leute mit Spielerfahrung. Die Anderen sind alles Frischlinge! Willst du, dass wir jämmerlich untergehen? So wahrscheinlich auch gegen die Loserpuffs verlieren?“ „EY!“, schimpfte Hermione, aufgrund der Bezeichnung. Blaise ignorierte sie und lag Draco weiter in den Ohren.
„Komm schon. So eine Schmach kannst du nicht wollen? Wir müssen doch zusammenhalten. Wir haben doch nur uns. Wenn wir so sehr versagen, weißt du, was dann losgeht?“, jammerte Blaise bewusst und drückte ordentlich auf die Tränendrüse.
„Was ist mit Charlie? Der hat mich im Sechsten schließlich würdig vertreten.“ „Das war ‘ne Ausnahme. Das weißt du ganz genau. Hat dir Charlie damals auch gesagt. Und bevor du fragst, ich hab bereits mit ihm gesprochen. Er will nicht. Also bleibst nur du. Und wenn du es nicht machst, hab ich keinen Sucher!“ „Jetzt lass dich nicht so betteln“, fiel Hermione Draco in den Rücken, zu der er geschockt sah.
„WAS?“ „Genau! Lass dich nicht betteln, Darcilein.“ „WIE HAST DU MICH GENANNT?!“, brüllte Draco stinksauer. Blaise gluckste.
„Wenn du nicht mitspielst, nenn ich dich nur noch so.“ „Dann bist du ein toter Mann!“, knurrte der Blonde gefährlich.
„Du darfst mir aber nichts tun, mein Schnucki“, stänkerte Blaise weiter und fuhr ihm neckisch durch die Haare, worauf er ihm die Hand wegschlug.
„Das würde dir Hermione seeehr übel nehmen, nicht wahr Prinzessin?“ „Außerordentlich übel“, nickte sie bestätigend und nahm ihren Mitbewohner wieder stärker in Augenschein.
„Du machst mit! So kommst du erstens raus und hast zweitens noch ein bisschen Bewegung. Du bist überhaupt nicht in Form!“, meckerte sie und kratzte so bewusst an seinem Stolz und der Eitelkeit, dem Blaise freudig zustimmte.
„Genau! Da sind gar keine Muskeln mehr. Da hat ja sogar das Wiesel mehr zu bieten!“ „WIE BITTE?“, schrie Draco und war damit auf 180.
„Was fällt dir ein, mich mit diesem hirnlosen Bergtroll zu vergleichen?!“ „Na ja, Recht hat er ja“, sinnierte Hermione nachdenklich, worauf sein Kopf zu ihr flog, als sie ihn noch extra deutlich von oben bis unten musterte, was ihn zur Weißglut trieb. Blaise lachte sich auf den Anblick innerlich ins Fäustchen. Oh diese Hexe war göttlich!
„Ich dachte eigentlich immer, du wärst muskulöser“, meinte sie in einem bedauernden Seufzen. Klong. Man konnte regelrecht hören, wie diese Aussage Draco niederschlug. Noch dazu Hermiones enttäuschtes Gesicht.
Blaise konnte auf das Bild kaum mehr und hätte nur zu gern laut losgelacht. Oh, noch ein bisschen, Hermione. Noch ein bisschen, dachte er mit kindlichem Feuereifer und schielte zu seinem Freund, der sichtlich am Verzweifeln war.
„Aber wenn du auf eine gesunde Fitness keinen Wert legst. . .“ „Tu ich doch!“, warf er ihr entgegen, was sie wieder freundlich lächeln ließ. Nur behagte dem Blonden dieses Lächeln nicht. Kurz darauf wusste er auch warum.
„Na dann ist es doch gut, dass Blaise deine Position nicht besetzt hat. Das Training wird dir guttun. Ich hol deinen Besen“, lächelte sie und verschwand auf der Treppe. Damit konnte Blaise nicht mehr an sich halten und fing an brüllend zu lachen und sich auf der Couch zu krümmen. Draco hingegen war ein wenig bleich um die Nase geworden. Er stand restlos überfordert im Raum und sah seiner Hexe hilflos hinterher, bevor sein Blick wütend auf seinen hirnlosen Freund fiel.
„Du blöder Idiot!“ „Och, komm schon. Jetzt sei nicht so. Hermione hat doch auch Recht. Deine Kondition und vor allem Gesundheit hat sich die letzten zwei Jahre echt an der Kotzgrenze bewegt. Wir machen uns bloß Sorgen um dich“, wechselte Blaise die Schiene, was ebenso der Wahrheit entsprach. Und zwar bedeutend mehr, als die Tatsache, dass keiner hatte Sucher spielen wollen. Da hatte es durchaus Anwärter gegeben. Allerdings hatte er die Position für Draco freigehalten und damit verdammt hoch gepokert, am Ende offensichtlich aber gewonnen.
„Davon abgesehen hast du gerade gehört, wie sich unsere sexy Hexe deine Wenigkeit vorstellt. Dahingehend hat das Wiesel die Nase scheinbar noch vorn. Den Vorsprung willst du ihm doch nicht lassen, oder?“, stänkerte Blaise und beobachtete mit Freude, wie der Blonde innerlich zu kochen begann, als Hermione mit seinem neuen Besen, einem Feuerblitz 2.0, zurückkam und ihm diesen schmunzelnd reichte.
„Merlin, ich hasse dich dafür!“, zischte Draco dennoch, aufgrund ihres schändlichen Verrats. Ihm so in den Rücken zu fallen und mit seinem Stolz zu spielen. . . Das hatte eindeutig Schlangenniveau! Mehr noch, als sie breit zu grinsen begann und sich ihm etwas entgegen lehnte.
„Das tust du nicht.“ „Genau!“, stimmte Blaise lachend ein, zu dem Draco stattdessen sauer sah. „Er liebt dich!“, platzte der Dunkelhaarige lachend heraus, worauf Draco komplett die Gesichtszüge entglitten und er schlohweiß wurde, was sich keine Millisekunde später in ein dunkles purpurrot wandelte.
„ZABINI, DU TROLL!“, brüllte er und wollte ihm mit seinem Besen eins über den hohlen Schädel ziehen, als Hermione aus vollstem Herzen zu lachen begann, worauf er wieder zu ihr sah. Sie strich sich da gerade eine Träne aus den Augen. Am Ende trat sie ganz zu den Jungs und zog sich ihr Herzblatt richtig ran, dem sie ein Küsschen auf die Wange gab.
„Geh du mal schön trainieren. . .“, kraulte sie ihn ein wenig unter dem Kinn, bevor ihr Finger wanderte und sie auf seine Brust tippte. „. . . damit du mir wieder richtig in Form kommst, mein kleiner Drache“, neckte sie ihn auch weiter, sodass Blaise abermals brüllte.
„Oh Merlin, das hab ich ja ewig nicht mehr gehört! Hat ich schon fast vergessen. Flints Kosename!“, lachte er schadenfroh und bekam dafür nun doch noch einen Tritt in den Arsch.
„Halt die Schnauze!“ „Oder ist dir Frettchen lieber?“, hauchte Hermione Draco verrucht zu, worauf es nur noch stärker in ihm brodelte.
„Blöder Biber!“, zischte er sie sauer an und war schließlich weg. „Bis später!“, lachte Blaise noch immer, während Hermione grinsend zum Abschied winkte, als Blaise seinem sturen Freund nacheilte.
„Hast du sie jetzt wirklich Biber genannt?“, lachte er nach wie vor. Dracos Laune war aber zunehmend unter aller Sau, denn er schrie seinen Freund an.
„Hast du sie noch alle?! Wie kommst du dazu, ihr das so unverfroren an den Kopf zu hauen!?“ „Was? Das du sie liebst?“, fragte Blaise dreckig grinsend, worauf Dracos Kopf kurz einmal ringsherum ging, um festzustellen, dass er mit dem Trottel von Zabini auch weiter allein war.
„Ich würd noch lauter brüllen!“, zischte er und setzte sich letztlich stinkig in Bewegung. Blaise direkt hinter ihm. „Der Einzige, der hier brüllt, bist du, kleiner Drache“, gluckste Blaise. Er konnte einfach nicht anders.
Er wusste, dass Draco das hasste. Diese Sache kam gleich nach dem Darcilein, was wiederum hinter dem Frettchen lief, und Draco aufs Neue aufschreien ließ „Bin ich hier nur noch von Idioten umgeben?!“, bevor er die Treppen runter trampelte, sodass Blaise Mühe hatte, ihm zu folgen.
„Hey, jetzt beruhig dich mal wieder. Für Hermione war das alles jetzt doch nur Spaß.“ „Schlimm genug“, murrte er noch immer. Inzwischen allerdings ruhiger, mehr noch leicht frustriert, denn sie hatte ihn irgendwo auf den Gedanken, dass es so sein könnte, ausgelacht, was auch Blaise erkannt hatte.
Dass er sie mit seiner Aussage und damit auch der Wahrheit, nicht einmal ansatzweise irgendwie in Verlegenheit gebracht hatte. Er verstand nun ein wenig besser, warum sein Freund vor einer Woche wohl einen Rückzieher gemacht hatte.
Die Gryffindor zog diese Vorstellung nicht einmal geringfügig in Betracht. Und das war in der Tat sehr frustrierend, vor allem nach gestern Abend. Die Beiden hatten so schön miteinander harmoniert, das war sogar den Anderen aufgefallen. Nur Hermione konnte oder wollte es nicht sehen. Dämliches Wiesel, grummelte Blaise in sich hinein. Daran war nur der Idiot schuld!
„Wir müssen ihr deine Vorzüge eben noch ein bisschen mehr verdeutlichen. Auf der Party lief es soweit doch richtig gut. Daran müssen wir jetzt anknüpfen. Ich wüsste dafür spontan auch den perfekten Rahmen.“ „Der da wäre?“, fragte Draco müde, was Blaise noch breiter grinsen ließ. „Der 19. September!“ Daraufhin blieb der Blonde stehen, was ihm Blaise gleichtat und weiter grinste.
„Hast du schon was Schönes?“ „Nein“, murmelte Draco nun wieder furchtbar gedrückt und setzte sich erneut in Bewegung. Wenn er Pech hatte, was er befürchtete, und diese Sache von gestern doch stärker zum Keimen kam, war er an dem Tag bereits wieder in Azkaban und dann war ohnehin alles vorbei.
„Na dann überleg dir mal etwas. Für das passende Ambiente sorg ich“, grinste Blaise breit, was Draco skeptisch eine Augenbraue hochziehen ließ.
„Dir geht es doch nur darum, wieder Party zu machen.“ „Nein, mir geht es darum, meiner Freundin eine Freude zu bereiten, wie auch meinen besten Freund endlich mit seiner Angebeteten zu verkuppeln“, erklärte er grinsende und schlang Draco den Arm um den Nacken.
„Aber bevor wir das richtig in Angriff nehmen können, müssen wir erstmal das Wiesel beiseite räumen.“ Als er an den Trottel dachte, überkam Draco unweigerlich ein fürchterlicher Würgreiz.
„Ich schätzte, Hermione wird sich auch wegen dem Idioten ein bisschen schwertun. Wir müssen dafür sorgen, dass sie ihn in den Wind schießt. Ein für allemal. Dann wird sie auch endlich erkennen, was sie direkt vor der Nase hat“, grinste Blaise zufrieden mit seinem Plan, ehe er noch meinte: „Ich hab für dieses Unterfangen auch schon die passende weibliche Hilfe parat.“ „Ich hoffe für dich, es ist nicht Astoria oder Daphne?“ „Wie kommst du denn auf die Zwei? Nein, nein. Ich rede von Ginny.“ Daraufhin blieb der Blonde wie angewurzelt stehen, sodass es seinen Freund fast auf die Nase gelegt hätte.
„Miniwiesel?“ „Ja“, bestätigte Blaise, worauf Draco mit dem Kopf schüttelte und seinen Freund ansah, als hätte er nicht mehr alle Reisige im Besen, bevor sein Blick bedrohlich dunkel wurde.
„Hast du ihr irgendwas in der Richtung gesagt?“ „Wo denkst du hin? Ich häng an meinem Leben. Muss ich auch nicht. Ginny hat erstens Augen im Kopf und zweitens hat sie mir vorhin noch gesteckt, was für ein vertrottelter Troll ihr blöder Bruder ist und er, wie wir beide wissen, Hermione absolut nicht verdient hat. Sie war richtig stinkig. Wahrscheinlich haben sie sich wegen unserer Party gekracht. Ich kann mir gut vorstellen, dass das Wiesel gestern im Gryffindor Turm im Dreieck gesprungen ist“, lachte Blaise wieder und dirigierte seinen Freund aufs Neue die Treppen runter. Draco grinste unweigerlich, als er an das Theater dachte.
„Ist er. Sie hat ihn ja auch noch im Turm weggesperrt, damit er uns nicht nach macht und die Mädels zurückholt.“ „Echt? Genial!“, lachte Blaise, kam dann aber gleich auf seine Idee zurück.
„Na das spielt uns doch noch mehr in die Hände. Ginny würde es sicher begrüßen, wenn ihr Bruder einen saftigen Dämpfer, in Sachen Hermione bekommt. Sie hat vorhin ja schon so etwas angedeutet. Mit ihrer Hilfe kriegen wir das ohnehin Unausweichliche noch etwas beschleunigt“, grinste er durchtrieben.
„Und sobald das Fenster in der Richtung offen ist, kommst du auf einem strahlend weißen Pferd, mit einem dicken Strauß roter Rosen angeritten.“ „Wo hast du denn den Senf her?“, fragte Draco skeptisch. Blaise lachte.
„Auf so etwas stehen die Mädels doch. Ein Prinz auf einem edlen Ross, der sie errettet.“ „Aber nicht Hermione.“ „Stimmt. Unsere Gryffindor Prinzessin ist ein wenig anders gestrickt, heißt aber nicht, dass sie nicht auch auf Romantik steht. Aber da hab ich vollstes Vertrauen in dich“, schlug er Draco aufmunternd auf den Rücken und setzte mit ihm seinen Weg fort.
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Die waren doch alle verrückt geworden! Hermione, seine Schwester, Luna und jetzt auch noch Harry und Neville, die sich ebenso von denen hatten einlullen lassen. „Sie strecken ihre dreckigen Finger nach alles und jedem aus. Sie wollen Vertrauen schaffen und damit ihre unheilvollen Absichten vor allen anderen verbergen, die ihnen im Weg sind“, raunte die dunkle Stimme in Rons Kopf tief, worauf er wütend nickte und stur, wie auch mies gelaunt, durch die Gänge stapfte, durch welche schließlich Gelächter hallte. Kurz darauf hatte er den Ursprung dessen vor der Nase, der ihn noch wütender machte, denn es waren die beiden Schlangen. Eine schlimmer als die andere!
„IHR!“, zischte Ron, als er den schwarzen und weißen Dämon vor Augen hatte. Die guckten kurz überrascht, bevor sich auf Zabinis Züge ein überhebliches Grinsen stahl.
„Tagchen Weasley. Was ist los? Mit dem falschen Fuß aufgestanden?“ „Was habt ihr gestern mit den Mädels getrieben?“, fauchte der Rotschopf, als er wie aus dem Nichts erneut diese obszönen Bilder im Kopf hatte.
Seine Schwester und Hermione, die sie sich nackt zwischen den Schlangen rekelten, die ihre Schwänze in jede ihrer Öffnungen versenkten. Ihm kam auf die bloße Vorstellung bereits das Kotzen, während Blaise kurz überrascht guckte, bevor sich etwas Teuflisches in seine Augen stahl.
„Oh, wir haben uns prächtig mit ihnen amüsiert. Jeder von uns.“ „Was soll das heißen?“ „Was denkst du denn, Weaselbee?“, hakte Blaise nach und grinste dreckig.
„Dein liebes Schwesterchen konnte gar nicht genug von mir bekommen. Ihr hat es richtig gut gefallen, was ich alles Verbotenes mit ihr gemacht habe. Sie wollte letztlich sogar in meinen Schlafsaal“, erzählte er ihm frei von der Leber weg, wissend, dass sich Rons Gedanken in tiefen, schmutzigen Gewässern bewegten. Das war deutlich an seiner gefährlich dunkelroten Gesichtsfärbung zu erkennen, mit der er sich auf Blaise stürzte.
„Du widerliches Aas!“, keifte er und hatte seinen Zauberstab bereits bei der Hand, um Blaise einen Fluch ins Gesicht zu brennen. Draco war allerdings schneller und entwaffnete den Rotschopf prompt.
„Solche Ausdrücke, Weasley. Was sagt denn deine Mutter dazu?“, meinte er theatralisch kopfschüttelnd, worauf Rons Kopf zu dem Blonden flog.
„Wag es ja nicht, meine Familie zu beleidigen!“ „Hab ich das eben getan? Offen gestanden bist du der Einzige, der deine Familie immer wieder in Verruf bringt.“ „Das sagst ausgerechnet du, du dreckiger Death Eater, mit deiner Psychopathen Sippe!?“ „Au. Lass das ja nicht Tonks hören. Die wird dir was husten“, rieb Draco ihm gespielt getroffen unter die Nase, was Ron noch mehr zum Knurren brachte. Letztlich sah er mit funkelnden Augen zurück zu Blaise.
„Wag es ja nicht, meine Schwester nochmal anzufassen!“ „Das kann und werde ich dir keinesfalls garantieren. Aber wie gesagt. . . Ginny konnte ihre Finger nicht von mir lassen, wogegen ich auch nichts habe. Ich fand es im Gegenteil äußerst erregend, ihre Hände und Lippen auf meinem Körper zu spüren“, grinste er dreckig und benutzte absichtlich zweideutige Worte, um Rons Phantasie wild blühen zu lassen. Mit Erfolg. Der Rotschopf hatte prompt wieder vor Augen, wie sich die Schlange in seiner Schwester versenkte und die Zwei irgendwelche Laken zerwühlten. Wie sie stöhnte und nach ihm schrie. Widerlich!
„Wenn du ihr auch nur ein Haar krümmst, bring ich dich um!“ „Oh! Na dann danke für die nette Warnung. Leider muss ich dir sagen, ist mir das heute Morgen bereits passiert, als ich ihr aus dem Bett geholfen habe“, grinste Blaise dreckig, worauf irgendetwas bei Ron aushakte.
„Du verfluchter Bastard!“, brüllte er und stürzte mit erhobener Faust auf Blaise zu, der dem gekonnt auswich, sodass Ron gegen die Wand stolperte.
„Vorsicht Weaselbee. Wir wollen doch nicht, dass du dir wehtust“, setzte Draco höhnisch nach, den der Rotschopf ähnlich anfunkelte, wie zuvor Blaise.
„Duuu!“, knurrte er mörderisch. „Was für ein intrigantes Spiel treibst du jetzt wieder?!“, verlangte Ron zu wissen, worauf sich die beiden Schlangen kurz stutzig ansahen, ehe sie ihre Konzentration erneut unverhohlen auf Ron legten.
„Das wirst du noch früh genug merken, Weasley. Aber wenn es in deinem Kleinhirn ankommt, wird es für dich bereits zu spät sein“, versprach Blaise mit einem durchtriebenen Funkeln in den dunklen Augen, während Draco sehr zufrieden, wie auch ein bisschen teuflisch grinste, auf die Vorstellung, Hermione vor den Augen des Wiesels besinnungslos zu küssen. Das würde ihn zerschmettern.
„Lass uns gehen. Ich muss dafür schließlich gut in Form sein“, grinste Draco noch immer, hatte inzwischen aber noch ganz andere Bilder und Vorstellungen im Kopf, wofür er in Form und gut bei Kondition sein musste. Immerhin sollte seine Löwin nicht von ihm enttäuscht sein. Und wenn sie auf ein Sixpack stand, dann sollte sie das auch kriegen.
„MALFOY!“, brüllte Ron ihm hinterher, die beiden Jungs ignorierten ihn jedoch und grienten sich stattdessen diebisch an, als sie um die nächste Ecke verschwanden.
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Nachdem die Jungs weg waren, hatte sich auch Hermione ihre Tasche geschnappt und war in die Bibliothek verschwunden. Sie wollte noch etwas für ihren Aufsatz in Verwandlung nachschlagen und diesen ein wenig ausarbeiten. Dabei verlor sie mal wieder vollkommen die Zeit aus den Augen und bemerkte nicht, dass sich jemand zu ihr gesellte und Platz nahm.
„Hermione?“, hörte sie schließlich und schrak hoch. Vor ihr saß der Ravenclaw von neulich. „St-Stanley, hallo“, brachte sie erschrocken hervor, worauf er kurz ergeben die Lider niederschlug und „Stephen“ meinte.
„Was?“ „Ich heiße Stephen.“ „Oh Merlin, wie peinlich. Tut mir leid. Ich war total in meinen Aufsatz vertieft und. . .“ „Schon gut. Wie geht es dir?“ „Gut“, gab sie ihm ein wenig unsicher und noch immer etwas peinlich berührt zurück. Merlin, sie hatte doch sonst so ein gutes Gedächtnis!
„Wie war denn deine Woche?“ „Wie?“ „Wie deine Woche war. Wir haben uns durch den Unterricht ja leider nicht weiter gesehen.“ „Ereignisreich“, gab sie ihm knapp zurück.
„Und gestern? Warst du auch in Hogsmeade? Ich hab dich gar nicht groß gesehen.“ Daraufhin knirschte sie mit den Zähnen, als sie an das Warum dachte.
„Nein. Ja. Es kam unglücklicherweise etwas dazwischen.“ „Stress mit Malfoy?“ „Nein“, gab sie ihm schlagartig gereizt zu verstehen und schlug ihr Buch geräuschvoll zu, worauf er zusammenzuckte.
„Draco hat sich sehr nett mit Katie unterhalten, nur kam uns dann leider etwas dazwischen, weswegen wir wieder in die Schule mussten. Schulsprechersachen. Du verstehst?“ „Sicher. Uhm. . . Hättest du denn Lust, noch ein bisschen mit nach draußen zu kommen? Das Wetter ist schön. Wir könnten ein wenig spazieren gehen. Vielleicht nach Hogsmeade, Tee trinken“, lächelte er freundlich. Hermione seufzte jedoch.
„Ein andermal, Sta. . . Stephen. Ich hab noch zu arbeiten. Draco und ich müssen uns noch um ein Spezialprojekt von Professor McGonagall kümmern. Das nimmt uns noch zusätzlich in Anspruch.“ „Euch oder dich?“, hakte er lauernd nach.
„Was meinst du?“ „Na ja, ich hab vorhin gesehen, wie Malfoy mit Zabini runter aufs Quidditch Feld ist. Scheint ihm wichtiger zu sein, als seine Pflichten als Schulsprecher.“ „Oh, da täuschst du dich. Ich hab ihm in den Arsch getreten, dass er mit Blaise etwas trainieren geht.“ „Nervt er dich so sehr?“, scherzte Stephen und wurde mit einem bösen Blick bestraft.
„Nein, tut er nicht. Er ist im Gegenteil sogar äußerst zuvorkommend, aufmerksam und freundlich zu mir, auch wenn das für die Meisten unvorstellbar ist. Wir haben unsere Differenzen beiseitegelegt und verstehen und jetzt sehr gut miteinander“, gab sie ihm gereizt zurück, worauf er ergeben die Hände hob.
„Wenn du das sagst.“ „Tu ich!“ „Na gut dann. . . Uhm. . . Was ist das denn für ein Projekt, was ihr ausarbeiten müsst? Vielleicht kann ich dir dabei ein wenig behilflich sein?“ „Danke, aber das ist nicht nötig.“ Damit erhob sie sich, um zu gehen, was er ihr gleichtat.
Ihren Aufsatz würde sie nun wohl in ihrem Turm zu Ende schreiben müssen. Dort hatte sie die nötige Ruhe. Außerdem sollte sie sich wirklich langsam etwas mit Draco wegen des neuen Gemeinschaftsraums hinsetzen. Sie mussten abklären, wie sie den aufziehen wollten? Das Okay hatten sie schließlich von Minerva, die von der Idee recht angetan war.
„Wenn du mich entschuldigst?“, versuchte sie, sich an dem Ravenclaw vorbeizuschieben, doch er machte ihr nicht Platz, worauf sie ihn erneut sauer ansah.
„Tut mir leid, wenn ich irgendetwas Falsches gesagt habe. Ich. . . Ich wollte dich ja eigentlich auch nur fragen, ob du nächsten Samstag mit mir nach Hogsmeade gehen würdest? Nächstes Wochenende ist es ja offiziell für alle.“ „Ich hab schon was vor, tut mir leid.“ „Wirklich? Oder willst du nur nicht mit mir dahingehen?“ Volltreffer. Und das sah man ihr auch an.
„Hast du was gegen mich?“, fragte er gleichermaßen enttäuscht, wie traurig. „Nein. Ich hab allerdings was dagegen, wenn man meine Freunde beleidigt!“, fuhr sie ihn an, worauf er blinzelte.
„Die Schlangen?“ „Meine Freunde, ja“, gab sie ihm kühl zu verstehen, worauf er unsicher auf seiner Unterlippe herumkaute.
„Uhm. . . Das lag jetzt nicht in meiner Absicht. Tut mir leid. Es ist nur etwas ungewohnt, gerade dich unter ihnen zu sehen. Da fällt mir ein. . . Ihr seid gestern Abend ja zu denen in die Kerker runter.“ „Ja.“ „Haben die dort wirklich Totenköpfe hängen?“, fragte Stephen neugierig.
„Ich hab keine gesehen und bevor du fragst, auch keine Folterkammer, Zellen, Blut oder Leichen.“ „So viel zu den Schauergeschichten aus der Gruft“, versuchte er zu scherzen. Hermione sah ihn jedoch weiter recht distanziert an.
„Dann vielleicht übernächsten Samstag? Das ist der . . . öhm. . .“ „Der 23. September“, half sie ihm aus. „Genau. Hast du da eine Stunde für mich Zeit?“, lächelte er wieder freundlich, was sie seufzen ließ.
„Hartnäckig bist du ja.“ „Zielstrebig. Eine Eigenschaft der Ravenclaws“, schmunzelte er stolz. „Na schön. Aber keine Beleidigungen oder sonstige abfällige Kommentare mehr über meine Freunde! Klar?“ „Ehrenwort“, hob er die rechte Hand.
„Kann ich dir noch etwas helfen?“ „Lass mal, geht schon. Ich muss auch langsam hoch. Die Arbeit wartet.“ „Der Schulsprecherturm ist doch auch im siebten Stock, richtig?“ „Jaah“, gab sie ihm etwas gedehnt zu verstehen. Ihr behagte seine Aufdringlichkeit nicht so ganz.
„Dann kann ich dir doch noch etwas abnehmen, bis in den Siebten. Unser Turm ist ja auch dort oben.“ „Wolltest du nicht rausgehen?“ „Och, alleine macht das keinen Spaß“, erklärte er und nahm ungefragt ihre Bücher.
„Du solltest nicht so schwer tragen“, lächelte er charmant und trat an ihre Seite, wo sie bereits innerlich stöhnte. Wo war Blaise, wenn man ihn brauchte? Der verscheuchte doch sonst immer alles und jeden. Ach ja, beim Quidditch!
So stieg sie mit ihrem Schatten, der ihr auch weiter ein Ohr abkaute, die Treppen hinauf, und ging dabei extra in der Nähe des Ravenclaw Turms vorbei. Doch Stephen machte keine Anstalten sich zu diesem zu bewegen, sondern blieb ihr weiter erhalten. Nur wollte sie ihm nicht den Zugang zu ihrem Turm zeigen, was immer unmöglicher wurde, als eine bekannte Stimme sie rief und damit Rettung nahte.
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Robert Pattinson ist die Rolle Cedrics praktisch auf den Leib geschrieben; er ist ein typischer Engländer mit dem attraktiven, gut geschnittenen Gesicht eines Privatschulzöglings.