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Fanfiction

Was im Verborgenen liegt - Schmetterlingseffekt

von Alex2303

۩ ۞ ۩


Er hatte es zugegeben! Dieser widerliche Bastard hatte es zugegeben! Er plante tatsächlich etwas und Zabini half ihm dabei. Die Beiden steckten unter einer Decke. Natürlich!
Das hatten sie doch schon immer. Die dunkle Schlange half und unterstützte den weißen Dämon. Vermutlich hielt er ihm ständig den Rücken frei, damit er ungehindert agieren konnte. Harper hing da garantiert auch mit drin. Immerhin gehörte er zu dem Sauhaufen. Das neue Trio Infernale! Schlimmer als das Alte, denn Zabini und Harper hatten, im Gegensatz zu Crabbe und Goyle, nicht gerade wenig im Schädel.
„Sie manipulieren die Mädchen und verblenden sie. Sie benutzen sie und wiegeln sie gegen dich auf. Sie treiben ihren Keil so immer tiefer zwischen euch, damit sie dir nicht glauben. Harry haben sie inzwischen auch schon so weit“, flüsterte die Stimme in Rons Kopf, der hart schluckte. Harry! Genau. Er musste mit Harry reden. Er würde ihm glauben. Er hatte Malfoy früher immer zu Recht misstraut. Er würde. . .
„Er wird dir nicht glauben. Nicht ohne Beweis. Er ist im Moment viel zu wütend und aufgebracht. Er wird es als Unfug abtun.“ Scheiße, zischte Ron im Stillen. Stimmte ja. Harry hatte ihn nach der Sache mit Ginny ja auch noch rundgemacht. Verdammt, was hatte er sich da überhaupt dabei gedacht? Was bei Merlin hatte ihn geritten, seine Schwester zu schlagen?
„Du wolltest sie nur vor Schaden bewahren und vor den Schlangen schützen.“ Ja, genau. „Aber sie hört nicht auf dich. Sie ist restlos verblendet und hängt schon zu sehr in den Klauen der Schlangen. Ja, sie hat dich sogar belogen. Zabini hat es vorhin doch zugegeben, dass er sich an ihr gelabt hat.“ Daraufhin kochte immer mehr die Wut in Ron hoch.
Wie konnte sie!? Wie konnte sie so etwas tun? Wie konnte sie Harry betrügen? Und dann auch noch mit einer Schlange!? Wie konnte sie ihrer Familie so einen Schaden zufügen? Eine solche Schande. Genauso, sich selbst?
„Du solltest Harry auf diesen Verrat und Betrug aufmerksam machen. Es wird ihm zwar wehtun, aber dann erkennt er wieder, wer der wahre Feind ist. Euer aller Feind. Auch der der Mädchen.“ „Ja, genau. Harry. Das ist gut“, murmelte Ron. Harry war trotz allem sein Freund. Er konnte da unmöglich wegsehen und ihn ins Unglück laufen lassen. So oder so nicht.
„Ginny wird ihr schändliches Vergehen sicher abstreiten. Genauso wird Hermione zu ihr halten. Vermutlich hatte sie letzte Nacht selbst gehörig ihren Spaß mit den Schlangen, allen voran mit Malfoy, so sehr wie sie sich für ihn eingesetzt hat. Sie ist ihm verfallen. Hörig und willenlos. Er zieht sie immer mehr zu sich und benutzt sie, bis er hat, was er will. Und wenn er das hat, wird er sich ihrer entledigen“, raunte die Stimme unheilvoll, worauf Ron hart schluckte, während er sich seinen Weg gedankenverloren durchs Schloss suchte.
„Sie sehen die Wahrheit nicht mehr. Wollen sie nach diesem Krieg vermutlich nicht einmal mehr sehen. Sie sehnen sich alle nach Ruhe und Frieden und sind dadurch blind geworden für das Offensichtliche, sodass sich der Feind zunehmend in eure Mitte stiehlt, um euch von innen heraus zu zerschmettern. Malfoy kommt seinem Ziel so Stück für Stück näher.“„Bastard“, knurrte Ron wütend.
Intrigen und Ränkespielchen waren ja schon immer seine Spezialität gewesen. Leute zu verblenden. Nur was sollte er dagegen tun? Wie konnte er seine Freunde wieder zur Vernunft bringen?
„Du musst beweisen, dass die Schlangen euch nur Schaden zufügen wollen.“ Ja, nur wie?, begann er zu grübeln. „Du brauchst Harry. Die Anderen vertrauen auf seine Meinung. Und das weiß Malfoy. Wenn er nach Hermione auch noch Harry von sich überzeugt, hat er so gut wie gewonnen.“ „Scheiße.“ „Du musst mit Harry reden. Wenn er erkennt, was die Schlangen ihm bereits beginnen zu entreißen, wird es ihn wachrütteln.“ „Ja. Ja, auf alle Fälle. Ich muss. . .“ „Hallo, Ron“, unterbrach eine helle Stimme unverhofft seine Gedankengänge. Als er aufsah, hatte er Lavender vor sich.
„Ist alles in Ordnung? Du schaust ein bisschen verwirrt aus“, meinte sie leicht besorgt und musterte ihn dementsprechend.
„Sie kann dir behilflich sein.“ Wie? „Sie könnte die Schlangen ausspionieren und dir Beweise beschaffen. Sie könnte deine Meinung vor den Anderen stützen. Du weißt, wie gut sie Gerüchte verbreiten kann.“ Ja. „Nutze ihre Fähigkeiten für dich. Für eine kleine Gefälligkeit deinerseits, wird sie tun, was du willst. Und dir kommt es auch noch zugute.“ „Ja.“ „Wie?“, stutzte Lavender auf sein Ja, wie auch den leicht wirren Blick, worauf er sich schüttelte.
„Bin ein bisschen durch den Wind. Wegen gestern Abend.“ „Das war ja auch ganz schön dreist von Ginny“, moserte Lavender, bevor sie den Kopf schief legte und Ron mitfühlend ansah.
„Und Hermione ist noch schlimmer! Sie achtet deine Gefühle überhaupt nicht, sondern amüsiert sich lieber mit Malfoy. Sie verdient dich gar nicht, Ronie“, sah sie ihn tröstend an und nahm ihn schließlich bei der Hand.
„Wenn ich irgendetwas für dich tun kann. . . Du weißt, ich bin für dich da. Du kannst mit mir reden. Oder. . .“, rückte sie noch näher zu ihm auf. „. . . wir machen da weiter, wo wir im Sommer aufgehört haben. Es war doch sehr schön, nicht wahr?“, säuselte sie ihm ins Ohr und begann ihn im Nacken zu küssen.
„Würdest du mir helfen?“ „Wobei?“ „Die Anderen wieder zur Vernunft bringen? Sie lassen sich alle immer mehr von den Schlangen einnehmen.“ „Daran ist nur Miss Oberschlau schuld!“, moserte Lavender und sah ihn pikiert an.
„Merlin allein weiß, was sie da oben in ihrem Turm die ganze Zeit für Spielchen mit ihm treibt. Ihr Verhalten im Unterricht ist ja auch ziemlich eindeutig. Sie stiehlt sich ständig zu ihm, als gebe es niemand anderen mehr. Dann hab ich schon mehrmals gesehen, wie sie Händchen halten. Und Melanie hat mir letztens erst erzählt, dass sie sich vor dem Mugglekunde Klassenzimmer geküsst haben.“ „WAS?“, schrie Ron entsetzt.
„Es war absehbar“, flüsterte die dunkle Stimme kalt, während Lavender nickte und dem Rotschopf tröstend den Arm tätschelte.
„Sie betrügt dich eiskalt, Ronie. Und dann auch noch mit dem! So etwas hast du nicht verdient. Du bist so ein gutmütiger Kerl und hast dich immer um diese undankbare Kuh gekümmert“, meinte sie theatralisch, während etwas bei Ron ausgesetzt hatte.
Der Gedanke an sich, war ja schon abstoßend und erschreckend genug gewesen, dass Hermione irgendetwas mit dem Frettchen haben könnte. Es tatsächlich zu hören, war gleich nochmal ein Schlag unter die Gürtellinie. Und sie hatte ihm noch weismachen wollen, da wäre nichts. Pah!
„Malfoy macht diesen Mugglekunde Kurs garantiert nur, um ihr zu imponieren. Ich mein. . . Was will er sonst dort? Sicher nichts über Muggle lernen. Und jetzt diese Party, zu der er sie eingeladen hat. . . Sie liebt dich überhaupt nicht, Ronie. Wenn doch, wäre sie nie dort hingegangen. Und dann auch noch so aufgedonnert. So schick hat sie sich für dich nie gemacht, oder?“, rieb sie ihm unter die Nase, worauf der Rotschopf zu beben begann und die Hände zu Fäusten ballte.
„Alles nur wegen dieser räudigen Schlange“, knurrte er, worauf Lavender nickte. „Er macht alles kaputt. Merlin, ich hätte zur Verhandlung was sagen sollen, dann wäre der Bastard noch in Azkaban und alles wäre gut.“ „Fehler lassen sich korrigieren“, flüsterte die dunkle Stimme wieder.
„Lass dir von Lavender helfen und dir für den Anfang vielleicht auch etwas Gutes tun. Nach all dem Ärger hast du es dir verdient. Und sie will dich doch auch nur zu offensichtlich. Nimm dir, was du willst und was dir vor allem zusteht.“ Daraufhin nickte er und sah zurück auf die vollbusige Blondine, die nur allzu willig war.
„Du bist wirklich die Einzige, die mich versteht.“ „Ach Ronie“, seufzte sie und klammerte sich an seinen Arm. „Lass uns ein bisschen spazieren gehen.“ „Ich wüsste was Besseres. Was hältst du von einem kleinen Dessert?“, schlug er ihr vor, was sie vor Verzückung strahlen ließ, bevor sie sich doof stellte „Was denn für ein Dessert?“ und dabei übertrieben mit den Augen und falschen Wimpern klimperte. Ron grinste nur lüstern.
„Nach was für einem Dessert steht dir denn der Sinn?“ „Oh, nach einem ganz Speziellen“, säuselte sie und schmiegte sich recht anzüglich an ihn, worauf seine Hand auf ihrem Hintern landete, während seine Lippen sich an ihrem Ohr einfanden.
„Lass uns in den Raum der Wünsche gehen. Der funktioniert wieder.“ Daraufhin quiekte sie begeistert, nahm ihn bei der Hand und steuerte den siebten Stock mit Feuereifer an.
„Lass dich verwöhnen und schöpfe ein bisschen Kraft. Danach kümmern wir uns um den Dämon in Menschengestalt.“ „Ja“, raunte Ron zufrieden und folgte der Dorfbarbie.

۩ ۞ ۩


Draco war ehrlich geschockt über die Auswahl, die Blaise getroffen hatte. Aber wenn er niemanden weiter hatte. . .
So zählten, neben Blaise, als Jäger auch noch Malcolm Baddock aus der Vierten und, zu Dracos übergroßer Überraschung, Daphne! Die hatte den Blonden diebisch angegrinst, als ihm auf ihren Anblick der Kiefer runter geklappt war.
„Surprise!“, hatte sie gelacht, worauf er zu Blaise gesehen hatte. Der hatte nur entschuldigend mit den Schultern gezuckt und gemeint: „Sie fliegt und trifft sehr gut. Sogar besser als Baddock.“ Draco hatte gestöhnt.
Und als ob ein Mädchen nicht genug wäre, hatten sie auch noch eine als Hüterin! Nämlich Alvena Teagan. Auch aus der Vierten. Die Rolle der beiden Treiber nahmen Preston Wisdom aus der Fünften und Channing Willkers aus der Sechsten ein.
Entgegen Dracos erster Befürchtung hatten sich gerade Daphne und Alvena erstaunlich gut geschlagen. Daphne hatte sogar noch genug Zeit und Puste gehabt, um ihn zu ärgern, wo er dann auch noch von Blaise eins auf den Deckel bekommen hatte, da er sich hatte ablenken lassen.
Zudem hatte er selbst recht schnell gemerkt, dass seine Kondition wirklich nicht mehr die Beste war. Aber nach den letzten beiden Jahren war das kaum ein Wunder. Da hatte er gänzlich andere Sorgen gehabt, als seine Fitness. Dahingehend hatten Hermione und Blaise Recht. Er musste wieder etwas tun. So ging das nicht. Es konnte ja wohl nicht angehen, dass Daphne, ein Mädchen, ihm davon flog!
Als sie nach gut zwei Stunden das Quidditch Feld verließen, hatte er Pudding in den Knien, während seine Arme durch die Anstrengung, sich bei den ganzen Manövern auf dem Besen zu halten, nur so zitterten.
„Ich glaube, mit dir muss ich noch ein paar extra Einheiten einlegen!“, lachte Blaise und schlug ihm auf die Schultern. „Du hättest auch jemand anderes nehmen können“, moserte Draco und massierte sich die Schulter.
„Nix da. Das ist dein Platz. Und das dieses Jahr das letzte Mal. Deine letzte Chance Potter auflaufen zu lassen.“ „Musst du mich daran erinnern?“, muffelte Draco und verschwand in der Umkleide duschen. Auf dem Weg nach oben entdeckten sie hinter einem der Bäume Ginny, die schmunzelnd auf die Jungs zutrat.
„Daphne und Alvena? Ihr beschreitet ja außerordentlich neues Terrain. So weit ich weiß, hattet ihr in eurer Hausmannschaft noch nie auch nur ein Mädchen und jetzt gleich zwei?“ „Du hast uns beobachtet?“, schlussfolgerte Blaise.
„Ein kleines bisschen. Wir wollten mal schauen, wie eure diesjährige Aufstellung ist.“ „Wir?“, stutzte Draco. Ginny zuckte nur mit den Schultern.
„Harry und Demelza waren noch mit unten. Die sind aber beizeiten wieder hoch.“ „Ihr spioniert uns aus!“, beschwerte sich Blaise.
„Nur, was eure Aufstellung angeht. Wir waren neugierig, wie die einzelnen Positionen besetzt wurden.“ „Ja, ja“, meckerte Blaise und guckte beleidigt.
„Ich kann euch ja sagen, wie wir aufgestellt sind. Hm?“ „Na wahrscheinlich so wie immer. Potter Sucher, du und Robins Jägerinnen, dein Trottel von Bruder Hüter und der Rest hat sich sicher auch noch gefunden.“ „Wo wir auch gerade bei deinem dümmlichen Bruder sind. . .“, begann Draco und zog den zweiten Zauberstab aus seiner Hosentasche, den er der verdutzten Ginny gab, die den Blonden ein wenig misstrauisch musterte.
„Wo hast du den her?“ „Konfisziert.“ „Ah ja. Darf man fragen warum?“ „Dein hohler Bruder hatte das Bedürfnis, Blaise verfluchen zu wollen. Du verstehst sicher, dass ich das nicht zulassen konnte?“, meinte er höflich, während es in Ginny, auf seine Erklärung, bereits zu brodeln begann und sie schließlich zu Blaise sah.
„Er wollte dich wirklich verfluchen?“ „Sah so aus. Ja. Ihm hat nicht sonderlich gefallen, als er gehört hat, dass wir gestern Abend seeehr viel Spaß miteinander hatten“, erklärte Blaise nun etwas Formeller, während Ginny immer mehr vor Wut und Zorn rot anlief, sodass sie ihrem Bruder echt Konkurrenz machen konnte.
„Ich bring ihn um!“, keifte sie und verschwand aufgebracht in Richtung Schloss, was sich die Beiden amüsiert besahen.
„Also ich will jetzt nicht in Weasleys Haut stecken“, meinte Draco. „Nicht wünschenswert, nein. Er könnte einem schon fast etwas leid tun.“ „Ist das dein Ernst?“, sah Draco amüsiert zu Blaise. Dieser grinste.
„Ich sagte: Er könnte einem schon fast etwas leid tun. Aber ganz ehrlich? Nein. Das Donnerwetter würde ich mir nur gerne mit ansehen“, grinste Blaise schadenfroh und setzte sich mit seinem Freund wieder in Bewegung.

۩ ۞ ۩


„Hermione?“, rief Neville, zu dem sich die Gryffindor prompt drehte. „Hey. Wolltest du zu mir?“ Oh bitte sag Ja. „Ähm. . . Na ja. Nein. Ja. Ich wollte dich gerne etwas fragen. Hast du kurz Zeit?“ Merlin, Danke! „Ja, sicher“, meinte sie rasch und nahm sich eilig ihre Bücher von Stephen.
„Du entschuldigst uns?“ „Sicher“, murmelte der Ravenclaw jedoch wenig begeistert, wo Neville schon etwas sagen wollte. Hermione schnitt ihm aber bereits im Ansatz das Wort ab.
„Wir können auch spä-“ „Lass uns in den Gryffindor Turm gehen. Da können wir in Ruhe reden.“ „Wäre schön. Ähm. . . Tschüss“, richtete er sich nur noch an den Ravenclaw, bevor er Hermione schon halb auf dem Weg seine Fragen stellte.
„Ich wollte wissen wie. . . Gestern Abend. War da irgendetwas?“ „Was meinst du?“ „Na ja. Ich weiß nicht, wie ich sagen soll. Ist da irgendwie was passiert?“ „Was soll denn passiert sein?“, fragte Hermione verwundert, als sie den Zugang zum Gemeinschaftsraum erreichten und in diesem verschwanden.
„Keine Ahnung. Luna war aber nicht beim Essen. Auch so hab ich sie noch nicht gesehen und. . .“ „Du machst dir Sorgen?“, vermutete Hermione, als sie in den Ohrensesseln Platz nahmen, worauf Neville nickte und seine Hände ein wenig knetete.
„Es ist alles in Ordnung. Luna hatte sehr viel Spaß und die Jungs haben sich gut um sie gekümmert. Sie ist dann früh morgens nur eingeschlafen. Charlie hat ihr und Ginny dann sein Zimmer überlassen, damit sie nicht erst wieder quer durchs Schloss müssen. Wahrscheinlich haben die Zwei einfach lange geschlafen“, beruhigte Hermione ihn, worauf er nickte.
„Komm das nächste Mal einfach mit“, schlug sie ihm vor, worauf er sich unschlüssig am Kopf kratzte. „Ich weiß nicht, ob mir das gefallen würde.“ „Einfach auf dich zukommen lassen und die Vorurteile draußen lassen. Es war wirklich lustig und die anderen Schlangen waren dann auch nett, nachdem sie etwas warm gelaufen sind.“ „Schwer vorstellbar.“ „Aber wahr. Wir haben dann auch den Rest des Abends mit Theo, Daphne, Astoria und Channing zusammengesessen. Sie können richtig witzig sein“, meinte Hermione nochmal, als das Porträt donnernd aufflog und damit die Blicke aller Anwesenden auf das Loch in der Wand fielen. In diesem stand eine fuchsteufelswilde Ginny Weasley.

۩ ۞ ۩


„. . . Da hast du Weasley echt was eingebrockt“, lachte Draco noch immer, während Blaise zufrieden grinste, als sie sich auf den Rückweg in den Schulsprecherturm machten.
„Vielleicht hat er bald wirklich einen Grund, mich in Grund und Boden zu fluchen. Sofern seine Schwester das nicht vorher mit ihm macht und er an ihr vorbei kommt.“ „Warum? Jetzt sag mir nicht, du hast Blut geleckt?“, grinste Draco.
„Nicht nur du interessierst dich für eine Löwin, mein Lieber. Ginny hat was.“ „Jede Menge Temperament, an dem du dir gehörig die Finger verbrennen wirst“, lachte Draco, was Blaise noch breiter grinsen ließ, als seine Phantasie ein wenig in exorbitante Gefilde wanderte.
„Du machst dir keine Vorstellung, wie gerne ich mir die Finger verbrennen würde.“ „Doch. Ich hab es gestern gesehen. Allerdings wirst du nie in diesen Genuss kommen.“ „Ach? Das sagst ausgerechnet du mir? Im Gegensatz zu dir, bin ich mit meiner Löwin schon seeehr viel weiter gekommen, als du mit Hermione.“ „Ansichtssache.“ „So? Ginny hat mich geküsst. Zweimal!“ „Hermione hat mich genauso geküsst. Sie hat mich fast aufgefressen und wollte mir obendrein an die Wäsche!“ „Jaah. Und du Trottel hast es ihr am nächsten Tag als Witz verkauft“, erinnerte Blaise ihn, worauf er mit den Zähnen knirschte.
„Ich sag doch, ich bin weiter.“ „Red dir das ruhig ein, aber mal ernsthaft. . . Warum sollte sich Ginny für dich entscheiden, wenn sie den derzeit wahrscheinlich begehrtesten Junggesellen und Erretter der magischen Welt haben kann?“ „Weil ich viel besser aussehe, charmant bin, witzig, klug. . .“ „Du bisst eine Nervensäge“, warf Draco dazwischen. „Sexy. . .“ „Schlampig.“ „Romantisch. . .“ „Du schnarchst.“ „Kultiviert.“ „Wie ein Troll.“ „EY!“, meckerte Blaise und stieß ihm den Ellenbogen in die Seite. Draco grinste.
„Du hast keine Chance.“ „Ja, genauso wie Hermione mich in eine fette Kröte verwandeln würde, oder wie war das damals?“ „Na viel hat ja nicht gefehlt, oder?“ „DIR hat sie die Nase gebrochen, nicht mir“, höhnte Blaise mit stolzgeschwellter Brust, während Draco nölte. „Ja, ja.“ Diese Geschichte würde ihn wohl auf ewig heimsuchen, genauso wie die Frettchen Sache.
Schließlich stiegen die Beiden die Treppen noch etwas höher, bis sie auf dem Gang abfällige Kommentare hörten und so auch ein Spitzname fiel, den die Zwei kannten.
„Looney?“, sah Draco verwundert zu Blaise. „Lovegood“, beendete er, womit sie den höhnenden Stimmen folgten und auf dem Flur im sechsten Stock Luna, in die Enge gedrängt, entdeckten. Vor ihr stand Smith und, was Draco und Blaise noch mehr ein persönlicher Groll war, Megan, die die Blonde mit ihren Stäben bedrohten. Deren Wange zierte bereits ein roter Fleck, worauf die Jungs gar nicht erst fragten, was los war, sondern ihre Mitschüler, kurzerhand entwaffneten.
„Verdammt, was. . .“, spie Smith, als es ihm und Megan den Zauberstab aus der Hand riss. Kurz darauf entdeckten sie die Schlangen, wo Draco die erbeuteten Zauberstäbe in der Hand hatte.
„Was fällt dir ein?!“, spie Zacharias, was den Blonden kalt ließ. „Diese Frage sollte ich eher euch stellen. Das Zaubern auf den Gängen ist verboten.“ „Halt du doch dein Maul und misch dich nicht ein, Frettchen!“, zischte Smith, worauf Draco kurz Zuckungen am Auge bekam, während sich Blaise auf die Zunge biss.
„Nenn ihn nicht so!“, meldete sich dann aber Luna unverhofft erbost zu Wort, zu der Megan sauer sah und ihr ohne Vorwarnung eine saftige Ohrfeige verpasste.
„Du bist ruhig, du Irre!“ „Hackt’s?!“, spie Blaise und war bei den Dreien, wo er Luna rasch zu sich und schließlich hinter sich und Draco zog, die sich etwas die Wange rieb.
„Ihr verschwindet. Und zwar auf der Stelle“, raunte Draco gefährlich, worauf Smith das Kinn provokant reckte. „Sonst was?“ „Sonst lernst du mich richtig kennen, Smith. Und das willst du nicht“, zischte Draco, die Augen hart wie Stahl und so kalt wie Eis, was Smith schnauben ließ.
„Ich lass mir von so einem eingebildeten Schwächling wie dir doch nichts sagen! Sei lieber dankbar, dass sie dich nicht länger in Azkaban verrotten lassen, wo du eigentlich hingehörst!“ „Du dreckiges. . .“ „Blaise“, hielt Draco seinen Freund zurück, der sich Smith schnappen wollte.
„Wenn ich euch noch einmal erwische, wie ihr euch an eurer Mitschülerin vergreift, seid ihr nicht bloß Punkte los. 20 Punkte Abzug für Ravenclaw und Hufflepuff. Und jetzt verzieht euch, bevor ich euch für jede Sekunde noch mehr Punkte abziehe!“, drohte Draco, was Zacharias erneut schnauben ließ.
„Das hat noch ein Nachspiel, Malfoy!“ „Eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs. . .“, begann der Blonde stattdessen zu zählen, worauf Smith mit den Zähnen mahlte, sich dann aber Megan schnappte, die den Blonden mit fiebrig hasserfüllten Augen ansah.
„Los komm“, murrte Zacharias der Dunkelhaarigen zu und zog sie mit sich. Allerdings zischte sie Draco noch bedrohlich zu: „Pass auf deinen Rücken auf, Malfoy.“ „Jetzt komm, Meg“, drängte Zacharias und verschwand mit ihr um die Ecke, was sich die Jungs kurz mürrisch besahen, bevor Blaise mit dem Kopf schüttelte.
„Die ist doch echt nicht mehr ganz sauber“, meinte er, ehe sich die Beiden zu Luna drehten, die sie wieder anlächelte. „Geht’s bei dir?“ „Ja, alles in Ordnung. Danke.“ „Was wollten die eigentlich von dir?“, hakte Draco nach, da er ein ungutes Gefühl hatte.
„Nichts.“ „Wegen Nichts bedrängt man eine Mitschülerin aber nicht und wegen Nichts hast du auch keinen Schlag gekriegt. Und zwar noch bevor wir dazu gekommen sind. Ich hab die Rötung auf deiner Wange gesehen“, rekonstruierte er, worauf sie den Blick senkte und ihr Lächeln eine traurige Nuance annahm.
„War es wegen gestern? Weil du bei uns unten warst?“, vermutete Draco, als ihm der Zirkus und die Blicke gestern Abend im Ravenclaw Turm wieder in den Sinn kamen, als er mit Hermione die Blonde abgeholt hatte. Diese sah ihn wieder an.
„Sie fanden es nicht so schön.“ „Nicht so schön?“, moserte Blaise, während Draco mit dem Kopf schüttelte und in sich hinein fluchte.
„Ich fand es aber sehr sehr schön bei euch. Und das ist mir das Wichtigste. Es hat mir wahnsinnig viel Spaß gemacht. Alles. Was die Anderen aus meinem Haus davon halten ist mir egal. Sie waren die vergangenen Jahre über schon immer unfreundlich zu mir, bis ich Harry näher kennengelernt habe. Seitdem habe ich immer mehr richtige Freunde gefunden. Erst Löwen und jetzt Schlangen“, lächelte sie erneut und strahlte die Beiden hell an, die nicht so recht wussten, was sie dazu sagen sollten? Stattdessen schauten sie sich kurz ratlos an, bevor sich Blaise wieder auf die kleine Hexe konzentrierte und ihr ein breites Lächeln schenkte.
„Hast du“, bestätigte er ihr. „Und deswegen sagst du uns, wenn die dir nochmal blöd kommen. Dann kümmern wir uns persönlich darum“, deutete er auf sich und Draco, der zustimmend nickte.
„Mit den Freunden einer Schlange legt man sich nämlich nicht ungestraft an. Erst recht nicht, wenn es so zauberhafte kleine Feen sind“, schmunzelte er keck, worauf sich Lunas Lächeln noch etwas mehrte, während es in den silbergrauen Augen ein wenig feucht glitzerte.

۩ ۞ ۩


„WO IST ER?!“, brüllte Ginny in den Gemeinschaftsraum der Löwen, wo sich einige auf ihren bedrohlichen Anblick bereits versteckten. Hermione und Neville sahen sich jedoch verwundert an, bevor Hermione auf ihre in Rage stehende Freundin zu trat.
„Merlin, Ginny. Was ist denn? Du siehst so aus, als wolltest du jemanden umbringen.“ „Will ich auch!“, knurrte sie gefährlich und sah sich suchend um, fand aber nicht, wen sie suchte und wollte schon wieder verschwinden, das Schloss auf den Kopf stellen. Hermione hielt sie allerdings fest.
„Jetzt warte doch mal. Was ist denn passiert?“ „Ronald! Das ist passiert!“, fauchte sie, worauf Hermione die Augen verdrehte.
„Okay, was hat er jetzt wieder gemacht?“ „Er wollte Blaise verfluchen!“ „Er. . . WAS?“ „Haben mir die Jungs unten gerade erzählt, als sie vom Training hoch sind. Draco hat ihn vorher noch entwaffnet. Hier“, hielt sie Hermione Rons Zauberstab vor die Nase, den sie ihr abnahm und an Neville weiterreichte. Im Gegenzug zog sie sich ihre Freundin ran, die wie ein Rohrspatz schimpfte.
„Der hat sie doch echt nicht mehr alle! Erst geht er mich an und donnert mir eine und dann. . .“ „Warte, warte, warte. Stopp. Er hat was gemacht?“, konnte Hermione nicht fassen, was sie eben gehört hatte, genauso Neville. Ginny nickte.
„Als ich aus den Kerkern hoch bin. Er hat mich vollgemotzt und wegen des Kleides von Daphne als billige Schlampe beschimpft und mir dann auch noch unterstellt, ich hätte mit den Jungs wild herumgevögelt! Kannst du dir das vorstellen?!“, zeterte sie. Hermione hatte für den Anfang allerdings genug gehört, denn sie nickte bedächtig.
„Lass uns oben reden. Brauchst du mich noch?“, sah sie zu Neville, der mit dem Kopf schüttelte. „Nein.“ „Wenn er hier auftaucht, ruf mich, damit ich ihm den Hals umdrehen kann!“, verlangte Ginny von ihm, wo er rasch nickte. Kurz darauf hatte Hermione ihre brodelnde Freundin auf der Treppe und zog sie hoch in ihr Zimmer. Dieses verschloss sie und legte einen Schutzzauber über die Tür, damit nicht gelauscht werden konnte. Im Anschluss drehte sie sich zu ihrer Freundin, die aufgebracht, und vor allem wütend, in ihrem Zimmer auf und ab stapfte.
„Ich bring ihn um. Ich bring ihn um. ICH BRING IHN UM!“, brüllte sie sich letztlich die Lunge aus dem Leib, worauf sich Hermione die Hände auf die Ohren presste. Als Ginnys Aufschrei verhallte, keuchte sie schwer, da ihre Wut erstmal raus war.
„Geht’s wieder etwas?“, fragte Hermione behutsam. Ginny knurrte aber noch immer. „Nein.“ „Setz dich erstmal und dann erzählst du mir in Ruhe, was und wie.“ „Hm“, murrte Ginny, ließ sich auf ihr Bett fallen und kam Hermiones Aufforderung nach. Sie erklärte ihr alles, soweit wie es war, wo ihre Freundin am Ende nur mit dem Kopf schüttelte.
„Und was hat Harry dazu gesagt?“ „Er hat ihn angebrüllt. Er meinte auch, dass er Rons Zicken satt hat, wegen der Jungs und uns.“ „Ich kann noch immer nicht fassen, dass er dich geohrfeigt hat“, murmelte Hermione.
„Glaub es“, gab ihr Ginny trocken zurück und lachte säuerlich. „Und das bloß, weil er die Jungs nicht ab kann und seine Gedanken in der Gosse schwimmen. Als ob ich mich quer durch die Schlafsäle der Schlangen arbeiten würde.“ „Na in einen Schlafsaal wolltest du ja“, kommentierte Hermione nüchtern und biss sich in der nächsten Sekunde mörderisch auf die Zunge.
„Entschuldige.“ „Wofür? Stimmt doch“, gab Ginny ihr gelassen zurück. „Du weißt noch alles?“ „So ziemlich, ja.“ „Umso besser.“ Damit straffte sich Hermione.
„Ginevra Molly Weasley, was hast du dir dabei gedacht, Blaise zu küssen!?“, schimpfte sie nun doch noch mit der Rothaarigen, die sie seelenruhig ansah.
„Es war ein Gute-Nacht-Kuss.“ „Es war ein Kuss!“ „Es war nichts.“ „Es war ein Kuss!“, blieb Hermione dabei, worauf Ginny die Augen verdrehte.
„Was denkst du, wie Harry sich fühlt, wenn er davon erfährt?“ Auf den Hinweis presste Ginny die Lippen fest aufeinander und sah bitter zu Hermione.
„Sagst du’s ihm?“ „Er ist mein Freund.“ „Und ich bin deine Freundin!“, beanstandete sie, worauf Hermione seufzte. Der kleine Rotfuchs brachte sie gerade gehörig in eine Zwickmühle.
„Und Blaise? Mensch Ginny, du hast gestern Abend in einer Tour mit ihm geflirtet! Was ist das? Irgendein kleines Abenteuer? Willst du beiden wehtun?“, warf sie ihr vor, worauf der jüngsten Weasley plötzlich die Tränen kamen, sodass sie Hermione gleich wieder leid tat.
„Natürlich will ich das nicht!“ „Was sollte das dann?“ „Ich weiß es nicht! Verdammt, ich weiß nicht, was ich will! Das mit Harry, das. . .“, schniefte sie und wischte sich die Tränen weg. „Habt ihr Probleme?“, vermutete Hermione, worauf Ginny hilflos mit den Schultern zuckte.
„Irgendwie ist da der Wurm drin.“ „Funktioniert es nicht mehr?“ „Ich weiß es nicht. Es fühlt sich nicht mehr richtig an. Also. . . Nicht so, wie ich mir das immer vorgestellt habe, wie es sein würde. Und Harry benimmt sich auch komisch.“ „Aber er kümmert sich doch um dich und. . . Mensch Ginny, in den letzten Monaten ist so viel passiert. Wir haben teils am Limit gelebt. Vor allem Harry. Das war für uns alle nicht leicht. Wahrscheinlich braucht ihr einfach nur etwas Ruhe.“ „Aber das ist es ja gerade! Wenn wir unter uns sind, dann . . . dann fühlt sich das noch falscher an.“ „Liebst du ihn denn noch?“ „Ich weiß es nicht. Merlin, ich weiß es nicht“, schluchzte sie und krümmte sich auf dem Bett zusammen, wo sie Hermione in den Schoß weinte, die sie einfach nur hielt und ihr beruhigend über den Rücken und durch die offenen Haare strich.
„Natürlich hab ich ihn nach wie vor gern und lieb, aber es ist. . . Es fühlt sich anders an.“ „Und Blaise?“, fragte Hermione behutsam, worauf die Rothaarige hilflos mit den Schultern zuckte und ihre Freundin schließlich leicht verweint ansah.
„Es macht Spaß mit ihm. Hat es ja schon immer. Aber jetzt noch mehr, weil wir richtig wir sein können. Ohne verstecken. Verstehst du?“ „Sicher. Hast du denn das Gefühl, dass bei Blaise mehr ist? Mehr als nur Spaß?“ Wieder zuckte sie mit den Schultern, lächelte dann allerdings ein wenig zaghaft.
„Ein wenig.“ „Ein wenig oder ein wenig mehr?“, bohrte Hermione, worauf die Jüngere abermals hilflos mit den Schultern zuckte.
„Ich würde es gerne herausfinden nur. . .“ „Harry.“ „Hm“, murmelte sie und begann an ihrer Decke herumzunesteln.
„Ich will ihm nicht wehtun. Aber so wie das jetzt ist, das ist für mich keine Beziehung. Es ist alles so steif und irgendwie gezwungen.“ „Vielleicht redet ihr mal miteinander, hm?“ „Und dann?“, sah sie unsicher zu Hermione auf.
„Dann bist du schlauer. Unter Umständen beschäftigt Harry auch nur irgendetwas und deswegen läuft es im Moment nicht so, wie du dir das wünschst. Klärt das erstmal. Erklär ihm, wie du dich fühlst und was dir fehlt. Frag ihn, ob er ein Problem hat, bei dem du ihm vielleicht helfen kannst, aber mach nicht solchen Mist wie gestern. So riskierst du mehr, als nur Harry zu verletzen.“ „Hm. Aber sag mal. . . Wo wir hier gerade beim Thema Männer sind. Ich bin nicht die Einzige gewesen, die gestern wild geflirtet hat“, grinste Ginny nun wieder ein wenig, während Hermione ehrlich ahnungslos guckte.
„Was meinst du?“ „Was wohl? Hab ich dir gestern schon gesagt. Du und Draco? Also ich hatte gestern zeitweise echt das Gefühl, er wollte dich mit Haut und Haaren auffressen“, grinste sie.
„Du spinnst doch!“ „Tu ich nicht. Als ihr getanzt habt, war das stellenweise echt nicht jugendfrei“, kicherte sie, während Hermione sie süffisant ansah.
„Ein Tango ist auch nicht unbedingt jugendfrei.“ „Schien ihm aber sehr viel Spaß gemacht zu haben“, grinste Ginny dreckig und bekam dafür einen sanften Klaps auf den Oberarm.
„Du spinnst. Wirklich. Davon abgesehen bin ich überhaupt nicht sein Typ.“ „Aha. Wie sieht denn deiner Meinung nach die perfekte Frau für Mr. Malfoy aus?“ „Hübsch.“ „Du bist hübsch.“ „Sexy.“ „Bist du auch, wenn du willst. Vor allem gestern.“ „Reinblütig.“ „Ich denke, wir wissen beide, dass er sich daraus nichts mehr macht.“ „Sicherlich traditionell veranlagt.“ „Das ist deine Vermutung, ich schätze eher Nein. Immerhin hat er sich doch von allem losgesagt, nicht?“, grinste Ginny keck, während Hermione in ihrem Hirn nach einem weiteren Argument suchte. Nur war das Problem, dass sie tatsächlich keine konkrete Vorstellung davon hatte, was dieser Kerl wirklich wollte.
Sie entsann sich nur des knappen Gesprächs mit Charlie, vor einer Woche in ihrem Turm. Eine Herausforderung hatte er gesagt. Jemand, der ihm ebenbürtig war und auch Kontra gab. Jemanden mit Temperament, wie zum Beispiel Ginny. Am wichtigsten war ihm laut Charlie wohl jemand, der ihn wirklich liebte. Ihn selbst, mit seinen Macken und der dunklen Vergangenheit und nicht, was mit ihm und seinem Namen erbtechnisch verbunden war.
„Ich warte“, lauerte Ginny. „Worauf?“ „Auf deine neue Ausrede in Bezug auf die Interessen Mr. Malfoys.“ „Merlin, ich weiß nicht was er will!“, schnaubte Hermione und warf sich rücklings auf das Bett.
Dieses Gespräch verursachte ihr allmählich Kopfschmerzen. Dieser Kerl verursachte ihr Kopfschmerzen! Ginny legte sich auf den Anblick gemütlich neben sie und stützte ihren Kopf auf dem Arm ab.
„Also sind wir uns einig, dass er dich interessant findet?“ „Das ist deine Meinung. Inwieweit sein Interesse tatsächlich geht, da. . . Ich hab keine Lust das herauszufinden und mich am Ende zur Idiotin zu machen. Ich bin einfach froh, dass er mir inzwischen so ein Freund ist, wie Blaise. Davon abgesehen. . .“, seufzte Hermione und wurde sichtlich betrübt, als ihre Gedanken in eine vollkommen andere Richtung gingen.
„Komm mir jetzt ja nicht mit Ron!“, beschwor Ginny sie, worauf sie matt lächelte und mit dem Kopf schüttelte. „Nein. Nein, ich. . .“, wieder seufzte sie und umschloss schließlich den Anhänger ihrer Kette, bevor sie traurig zu Ginny sah.
„Ich krieg Ben auch nicht aus dem Kopf.“ „Oh!“, entwich es ihrer Freundin geschlagen, die sofort mitfühlend Hermiones Arm tätschelte, worauf sie schwach lächelte.
„Ich hab letzte Nacht von ihm geträumt.“ „Wirklich? Ohhh. Lass uns das mal als gutes Omen deuten. Was, wie, wo? Erzähl. Los erzähl!“, drängte Ginny sie begeistert, sodass Hermione ihren Traum ein wenig gedrückt wieder gab.
„Er war nur am Anfang schön.“ „Weil?“ „Ich war mit ihm in Paris. Zur Weihnachtszeit. Wir sind auf dem Champs Élysée gewesen und ich konnte mich an ihn kuscheln. Irgendwie ist es dann aber dunkel geworden und wir wurden von . . . von Death Eatern angegriffen. Er war plötzlich weg und. . .“, brach sie ab und wischte sich die Tränen weg, als sie an die kommenden Bilder dachte.
„Oh Süße, nicht doch. War doch auch nur ein Traum. Aber. . . Tut mir leid wenn ich das jetzt sage, aber er ist seit dem einen Abend nie wieder aufgetaucht und du hast doch dann auch nichts mehr von ihm gehört, oder?“ „Nein.“ „Hast du schon mal daran gedacht, dass er. . . Na ja. . . Den Krieg vielleicht nicht überlebt hat?“ „Hab ich, aber ich will es nicht. Ich will nicht daran denken oder es mir vorstellen“, flüsterte sie, während ihr still und leise die Tränen aus den Augen kullerten, die letztlich Ginnys Bettdecke benetzten.
„Der Gedanke tut mir unsäglich weh, weil. . . Es war perfekt. Alles. Es hat sich alles perfekt und vor allem richtig angefühlt. Es war zwar nur der eine Abend, ich hatte aber irgendwie das komische Gefühl, vollkommen zu sein. Dass es nicht mehr besser geht. Dass er und nur ER es ist, den ich brauche und will. Verstehst du, was ich meine?“ „Die eine wahre Liebe.“ „Kitschig, hm?“ „Soll es geben. Seelenverwandte“, lächelte Ginny warm, während sich Hermione die Tränen wegstrich.
„Ich hab ihn die ganze Zeit nie wirklich vergessen. Er hat irgendetwas mit mir gemacht. Mit seinen Briefen und an dem einen Abend, da. . . Das war magisch“, meinte sie verträumt, wurde dann aber gleich wieder ernst und bitterlich traurig.
„Ich hab keine Ahnung, was mich trotz allem geritten hat, dass ich Ron während unserer Suche nachgegeben habe. Wahrscheinlich war ich einfach nur einsam und habe die Nähe zu jemandem gesucht. Und er war ja jahrelang der, den ich wollte. Nur im Sechsten dann nicht mehr.“ „Mein doofer Bruder verdient dich nicht. Er hat sich nie richtig um dich gekümmert. Um eine liebe Freundin vielleicht, aber nie so, wie man sich um einen Menschen kümmern und bemühen würde, den man aufrichtig liebt.“ „Und jetzt sind wir nur noch am Streiten“, resümierte Hermione bitter.
„Vielleicht solltest du mal ernsthaft darüber nachdenken, was das Beste für dich ist? Ron ist es auf alle Fälle nicht, glaub mir. Dann eher noch. . . Und ich kann echt nicht fassen, dass ich das jetzt tatsächlich sage, aber Draco bemüht sich wirklich sehr um dich.“ Daraufhin lächelte Hermione, als sie an letzte Nacht dachte. Wie er sie getröstet und beruhigt hatte.
„Er kann richtig lieb sein, stimmt. Aber. . . Nein. Ich denke nicht, dass das auf die Dauer gut gehen würde. Dafür sind wir dann doch zu verschieden.“ „Glaubst du wirklich?“, sah Ginny sie skeptisch an, worauf sie nickte.
„Ja. Und Ben, er. . .“ „Du willst ihn zurück haben“, unterbrach Ginny sie wissend, worauf Hermione nickte. „Kann ich verstehen. Wollte ich an deiner Stelle auch, aber ich denke . . . fürchte, dass er wahrscheinlich nicht zurückkommt“, sah sie ihre Freundin entschuldigend an, die bitter die Augen schloss, aus denen ihr erneut zwei einzelne Tränen kullerten.
„Wenn ich die Rose noch hätte, könnte ich es prüfen“, murmelte Hermione traurig. „Die er dir geschickt hat?“ „Hm. Ich hatte sie auf unserer Suche in meiner Tasche. Ab und an hat sie geblüht, was mir ja nicht nur gezeigt hat, dass er noch an mich denkt, sondern auch, dass er noch lebt. Wenn nicht, würde sich der Zauber verlieren“, erklärte sie Ginny.
„Und wo ist das Problem? Wo ist denn deine Tasche?“ „Das ist das Problem. Sie war im Zelt, als die Greifer uns angegriffen haben. Ich hab sie nicht mehr“, erklärte sie gedrückt, während etwas in Ginnys Augen zu leuchten begann.
„Täusch dich da mal nicht!“, meinte sie in einem plötzlichen Feuereifer. „Wie?“ „Die Jungs haben damals nichts im Wald zurückgelassen. Am Allerwenigsten deine Tasche. Du hattest doch alles Mögliche da drin. Auch das Buch von Dumbledore, richtig?“ „Ja.“ „Sie haben, denke ich, alles mitgenommen. Ich kann Mom ja mal schreiben, dass sie nachsehen soll. Wenn sie deine Tasche findet, kann sie uns die schicken und du bist schlauer. Einen Versuch ist es doch Wert, oder?“, strahlte Ginny, während sich Hermione aufrappelte und ihrer Freundin um den Hals fiel.
„Du bist die Beste!“ „Ich weiß“, meinte Ginny stolz und hielt ihre Freundin fest in den Armen. „Du kannst dann ja auch mal versuchen, ihm deinerseits einen Brief zu schreiben.“ „Wird nicht funktionieren.“ „Weil?“ „Weil ich erstens nur seinen Vornamen habe, der vermutlich nicht mal sein Richtiger war, und zweitens kein Hyperion mehr da ist, der ihm meinen Brief bringen könnte.“ „Kann man das nicht mit einem Zauber regeln?“, moserte Ginny.
„Wofür haben wir die Magie denn, wenn man nicht mal einen verschollenen Kerl ausfindig machen kann?“ „Weil die Magie leider auch nicht alles kann. Aber wenn ich etwas Persönliches von ihm hätte, könnte es gehen.“ „Seine Briefe?“ „Nicht persönlich genug. Es müsste richtig etwas von ihm sein. Ein Haar zum Beispiel. Am allerbesten würde sich ein Tropfen Blut eigenen.“ „Na wenn wir das hätten, bräuchten wir den Zauber nicht“, meckerte Ginny, worauf Hermione nickte, als ihr noch eine Idee kam.
„Wenn ich die Rose wirklich zurückbekomme und sie noch blüht, also er lebt, könnte ich es mit der Magie versuchen, die an die Rose gebunden ist. Es ist ja seine. Wenn ich ein, zwei Blütenblätter abknapse, das könnte vielleicht gehen. Unter Umständen reicht das für einen Aufspürzauber, wenn ich ihn an meinen Brief binde.“ „Worauf warten wir dann noch? Ich brauch was zum Schreiben und dann hat Pig Arbeit vor sich!“, lachte Ginny und stürzte an ihren Schreibtisch, wo sie rasch eine Nachricht für ihre Mutter kritzelte.
Hermiones Herz schlug bei dem Gedanken, dass das alles so klappen könnte, wie sie sich das gerade vorgestellt hatten, ungleich schneller. Wenn sie ihn wiedersehen könnte, sie wäre wahrlich der glücklichste Mensch auf Erden.

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„. . . Das war schön, Won-Won“, strahlte Lavender und klammerte sich mal wieder wie ein kleiner Affe am Arm des Rotschopfs fest, was er nicht unbedingt leiden konnte. Allerdings war seine Laune inzwischen erheblich besser, als nach seiner Konfrontation mit dem Frettchen und dessen Diener. Um den würde er sich auch noch kümmern. Die Frage war und blieb nur Wie? „Überzeuge Harry“, erinnerte ihn die dunkle Stimme.
Ja, genau. Er musste mit Harry reden. In Ruhe. Er musste ihm klarmachen, dass die Schlangen ein falsches Spiel spielten. Dass Malfoy es sogar zugegeben hatte, dass er etwas vorhatte. Das Dumme war und blieb nur die Frage nach dem Was?
Irgendetwas, um ihnen allen zu schaden. Das stand für Ron gänzlich außer Frage. Irgendetwas, wofür er Hermione brauchte. Ihr helles Köpfchen. Oder er brauchte sie als Schutz. Als eine Art Schild, der dafür sorgte, dass er ungehindert agieren konnte, indem man ihm etwaige Probleme vom Hals hielt. Deswegen hatte er sich vermutlich ihr Vertrauen erschlichen. Damit sie eventuelle Anschuldigungen im Keim erstickte, was sie bis jetzt dummerweise nur zu gut machte.
„Er wird versuchen sie noch mehr für sich einzunehmen. Merlin allein weiß, wie sehr sie ihm schon zu Willen ist. Lavender hat es ja auch noch gesagt. Sie betrügt dich bereits mit ihm.“ Daraufhin kam die Wut in Ron zurück, als er aufs Neue ungewollt diese obszönen Bilder vor Augen hatte.
Hermione, wie sie sich auf schwarzen Seidenlaken nackt unter der Schlange räkelte und wollüstig nach ihm stöhnte, er solle es ihr besorgen. Sie richtig nehmen, seinen Schwanz in sie reinstecken, was er dann auch tat, sodass sie sich begierig unter ihm wand. Dabei schlang sie ihre Beine um seine Hüften, um ihn noch fester und tiefer in sich zu spüren, während sie ihm mit den Fingern in einem lustvollen Aufschrei den Rücken blutig kratzte. Ihre Augen waren so dunkel, fast schwarz, durch die verbotene Lust. Sie reckte sich ihm so noch mehr entgegen, worauf seine Hände abermals über ihren Körper glitten und ihre Brüste kneteten, bevor er an diesen saugte und heftig hinein biss, was ihr ein neues, erregtes Stöhnen entlockte. . .
Oh man, hör auf!, schrie Ron sich selbst an und verpasste sich dann auch noch eine Ohrfeige, um aus diesem Sündenpfuhl zu entkommen. Lavender schaute ihn daraufhin stutzig an, als sie sich dem Gemeinschaftsraum näherten.
„Ist alles in Ordnung, Ronie? Du guckst ein bisschen zerknirscht.“ „Mir ist bloß eingefallen, dass ich was . . . was vergessen hab“, wich er ihr aus und nannte der Fetten Dame das Passwort. Kaum drinnen wäre er fast mit einigen seiner Mitschüler zusammengestoßen, die ihrerseits den Raum verlassen wollten. Er kam gerade noch dazu aufzusehen, als. . .
„RON!“, brüllte Ginny sofort, als sie ihn entdeckte. Damit war sie von 0 auf 180. Keinen Herzschlag später wollte sie sich auf ihn stürzen. Hermione konnte sie allerdings geradeso noch festhalten, wie auch Harry, der eine neue Eskalation bereits kommen sah, denn Neville hatte ihm von dem Zirkus um die Schlangen, Ron und Ginny in Kenntnis gesetzt.
„WAS FÄLLT DIR EIN BLAISE ZU VERFLUCHEN?“, donnerte sie, während Harry sie zu sich zog und Ron ebenfalls sauer anfunkelte.
„Du weißt ganz genau, dass es verboten ist! Merlin nochmal, kannst du den Mist nicht endlich lassen?“, schimpfte er, wo sich dann auch noch Hermione, mit vor der Brust verschränkten Armen und einem wütend funkelnden Blick, zu Harry und Ginny stellte. Auf den Anblick wusste Ron vor Schreck nicht gleich, was er sagen sollte, bevor er direkt mit allem rausrückte.
„Sie betrügt dich!“, deutete er anklagend auf seine Schwester, die es kurz schmiss, wie auch Hermione und Harry, der nur perplex mit dem Kopf schüttelte.
„Wie bitte?“ „Mit dieser Drecksschlange Zabini. Er hat es vorhin selber zugegeben. Dass er mit ihr gevögelt hat! Und das schamlos grinsend. Deshalb wollte ich ihm einen Fluch in seine hässliche Visage brennen. Verdammt, Harry. Die machen alles zwischen uns kaputt!“, beschwor er seinen Freund, der noch immer geplättet von dieser Aussage war und unsicher auf die beiden Mädchen sah.
Ginny kochte. Sie kochte nicht nur, nein sie war kurz vorm Explodieren. Am Ende kam der Knall, als sie mit der Rechten ausholte und ihrem Bruder, genauso schön wie Hermione damals Draco, die Faust direkt ins Gesicht schlug. Daraufhin kippte er nach hinten und fiel aus dem Porträt. Keine Sekunde später brüllte Ginny wieder.
„DU HAST DOCH EINEN VÖLLIGEN SCHADEN! Warum sollte Blaise DIR so etwas erzählen, mal ganz davon abgesehen, dass es NICHT STIMMT!? Er ist nicht so ein Charakterschwein, der damit prahlen würde. Das trifft ja wenn, dann eher auf DICH zu! Merlin, ICH HASSE DICH!“, schrie sie ihn an und wollte sich aufs Neue auf ihn stürzen. Harry zog sie sie da allerdings rasch zu sich, um sie zu beruhigen, denn ihr kamen allmählich die Tränen vor Wut, aber auch Schmerz.
Zeitgleich straffte sich Hermione und trat auf den noch leicht benebelten Rotschopf zu. Sie zerrte ihn kurzerhand ganz aus dem Gemeinschaftsraum und schlug das Porträt hinter sich und ihm zu, bevor sie ihm ihrerseits die Leviten las, was man sogar im Gemeinschaftsraum hörte.
Dort seufzte Harry, da Ron mit einer Sache tatsächlich Recht hatte. Die Freundschaft der Mädchen zu den Schlangen brachte irgendwie alles aus dem Gleichgewicht. Sie wirbelte alles auf, wie auch durcheinander und förderte so scheinbar noch andere unterdrückte Dinge zutage.
„Ginny?“, richtete er sich ruhig an die Rothaarige, die sich mit dem Handrücken über die Augen rieb und damit die Tränen etwas wegwischte.
„Ich glaube, wir sollten mal reden. Über uns“, flüsterte er die letzten beiden Worte schon fast, sodass es niemand außer Ginny gewahrte, die kurz schluckte, dann aber nickte. Hermione hatte Recht. Sie musste das klären.
„Lass uns zu mir hoch gehen“, murmelte sie dünn und nahm seine Hand, wo sich ihre Finger miteinander verflochten. Er lächelte daraufhin matt, ehe er sich zu ihr beugte und ihr einen kleinen Kuss auf den Scheitel hauchte.
„Es wird alles gut.“

۩ ۞ ۩


„. . . Hast du jetzt endgültig den Verstand verloren? Verdammt Ron, was stimmt nicht mit dir? Du führst dich zeitweise auf, wie ein psychopathischer Irrer! Du schlägst deine eigene Schwester, gehst auf die kleinste Andeutung auf Leute los, und willst sie verfluchen und brüllst letztlich irgendwelchen Mist durch den Gemeinschaftsraum! Ginny hat NICHT mit Blaise geschlafen! Sie hat bereits geschnarcht, als ich gegangen bin!“, fauchte Hermione, auch wenn das Letzte nicht ganz stimmte, lief es dennoch auf die Wahrheit hinaus.
„Du bist doch vollkommen blind für alles geworden!“, warf Ron ihr vor, worauf sie ihn aufbrausend ansah. „Ich bin WAS?“ „BLIND! Du hast dir das Hirn doch schon zur Gänze von Malfoy vernebeln lassen. Die Schlangen machen alles kaputt! Malfoy. . .“ „Oh nein, Ronald!“, unterbrach sie ihn bebend.
„Der Einzige, der alles kaputt macht, bist ganz allein DU! Du und dein Wahn gegen die Jungs. Gegen Draco. Du. . .“ „ACH JA? DU TREIBST ES DOCH MIT DEM FRETTCHEN!“, brüllte Ron ihr dazwischen, worauf ihr der Kiefer runter klappte, bevor ihr die Zornesröte ins Gesicht stieg.
„Ich mache WAS? Sag mal, spinnst du? Wie kommst du auf den Scheiß?“ „Jetzt tu nicht so scheinheilig! Du knutschst doch auch ungeniert mit dem auf den Gängen rum!“ „Wann und wo soll ich Draco geküsst haben?!“ „Doch so ein schlechtes Gedächtnis? Du bist doch sonst immer so schlau. Aber offensichtlich hat dir das Frettchen schon DAS HIRN RAUSGEVÖGELT!!!“, brüllte er den Rest, worauf etwas bei Hermione aussetzte.
Sie holte schneller aus, als sie denken konnte und verpasste Ron eine dermaßen heftige Ohrfeige, dass es nur so von den Steinwänden des Korridors widerhallte und damit endgültig die Aufmerksamkeit aller Porträtbewohner auf die beiden Löwen lenkte.
Dort stand Hermione zitternd vor Wut, Zorn aber auch Schmerz, aufgrund der haltlosen Anschuldigung, des nicht bestehenden Vertrauens, mehr noch der bitterbösen Erinnerungen, die Rons Worte teils in ihr geweckt hatten. Es waren Schmerz und Leid, die sie kaum fähig war zu ertragen und die letztlich dafür sorgten, dass ihr immer stärker Tränen über die Wangen rannen.
„Das ist es also, was du von mir denkst? Dass ich dich mit Draco betrüge? Das ist das Letzte, Ron. DAS ALLERLETZTE!“, schrie sie, womit ihr noch mehr die Tränen aus den Augen kullerten, während die Bewohner der Porträts immer angeregter tuschelten und lauschten und damit die sich hier abspielenden Ereignisse wie ein Lauffeuer im gesamten Schloss verbreiteten.
„Ich habe nichts mit Draco. Aber wenn meine Freundschaft zu ihm allein genügt, dass du tatsächlich glaubst, ich betrüge dich. . . Wenn du so wenig Vertrauen in mich hast, da. . . Ich kann das nicht mehr. Ich kann und will das mit dir nicht mehr!“ „Was soll das heißen?“, platzte es aus Ron heraus, der sie versuchte, am Oberarm zu fassen, doch sie schlug ihm die Hand weg und funkelte ihn unsäglich wütend an.
„Was das heißen soll? Das soll heißen, dass wir nicht mehr länger eine Beziehung haben, Ronald! Ich habe es satt, deine Launen zu ertragen, mir von dir Vorhaltungen machen zu lassen, mich von dir fertigmachen zu lassen. Mich von dir quälen zu lassen!“, schnauzte sie ihn an. Und das mit noch immer frischen Tränen auf den Wangen.
„Mir hat mal jemand gesagt, dass du es nicht Wert bist, dass ich dir auch nur eine Träne nachweine. Dass du mich nicht zu schätzen weißt und somit auch nicht verdienst! Ich habe es nie so sehen und glauben wollen, aber er hatte damit vollkommen Recht. Genauso Ginny!“ Damit wollte sie sich umdrehen und verschwinden, als er sie doch noch am Oberarm zu fassen bekam und fest zu sich zog. In seinen Augen loderte inzwischen ein dunkles Funkeln, das sie nicht von ihm kannte und das ihr zunehmend Angst machte.
„Du gehörst zu MIR!“ „Ich gehöre niemandem außer mir SELBST!“, schrie sie ihn an und versuchte sich loszumachen, doch sein Griff war wie ein Schraubstock, mit dem er ihr immer mehr wehtat.
„Verdammt, lass mich los. Du tust mir WEH!“, wand sie sich in seinem Griff, als er sie ruppig richtig zu sich zog und seine Lippen auf ihre krachen ließ.
Kurz darauf riss sie verschreckt die Augen auf, stieß ihn von sich und setzte mit einer zweiten saftigen Ohrfeige nach. Er stolperte dadurch erneut gegen die Steinwand, während Hermione klopfenden Herzens ein paar Schritte zurücktaumelte und ihn getrieben ansah.
„Wage es nie wieder, mich so rabiat anzufassen, Ronald Weasley!“, warf sie ihm zittrig, aber auch wütend zu. „Wir sind fertig miteinander. Endgültig!“ Damit drehte sie sich um und stürzte, so schnell sie konnte, die Treppe hinunter, wo ihr der Rotschopf noch wütend hinterher brüllte.
„DAS KANNST DU NICHT MACHEN! DU KANNST NICHT GEHEN! VERDAMMT, HERMIONE! MALFOY PLANT ETWAS! ER WIRD DIR ETWAS ANTUN! HERMIONE!“
Die Gryffindor hob auf sein Gebrüll aber nur den Arm und zeigte Ron mittels Mittelfinger, was sie von alldem hielt, bevor sie um die nächste Ecke huschte und damit aus seinem Blickfeld verschwand.

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Reichlich später als geplant, wie auch mit einigen Umwegen über Sprouts und Flitwicks Büros, erreichten Draco und Blaise endlich den Südturm. Und das noch immer angesäuert, aufgrund der Sache mit Luna. Dort fanden sie allerdings eine vor Wut schnaubende Hermione vor, deren Kopf gefährlich in ihre Richtung ruckte, sodass die Beiden sofort verunsichert inne hielten.
„Ich glaub, ich geh lieber“, flüsterte Blaise, der Angst auf ihren Anblick bekam. Draco hielt ihn fest. „Du lässt mich hier nicht mit ihr alleine“, flüsterte er und krallte seine Finger energisch in Blaise’ Arm, sodass der sich auf die Zunge biss.
„Ey. Alles in Ordnung, Mione?“, fragte der Dunkelhäutige schließlich vorsichtig, worauf sie laut aufschrie und wie eine Furie auf die Zwei zugestapft kam, die sofort nach hinten wichen, als sie sich gefährlich vor Blaise aufbaute.
„Was. . . Und ich frage dich nur ein einziges Mal, Blaise Zabini. . . WAS hast du zu Ron gesagt?!“, verlangte sie zu wissen, sodass die Beiden kurz verdattert blinzelten und sich recht hilflos ansahen, ehe sie sich wieder auf die gereizte Löwin konzentrierten.
„In. . . In Bezug auf was?“, erkundigte sich der Slytherin unsicher, wie auch mit Bedacht. „In Bezug auf die Party, Ginny und eventuell noch den Kuss, den sie dir in ihrem besoffenen Zustand gegeben hat! HAST DU RON ETWAS IN DER RICHTUNG GESAGT?!“, wurde sie laut, sodass es den Jungs in den Ohren klingelte.
„Au, ich bin taub“, jammerte Blaise, den sich Hermione prompt schnappte und am Kragen ran zog. Das hatte allerdings eher etwas Amüsantes an sich, denn die schmale Gryffindor war gut einen Kopf kleiner und musste sich zudem auf die Zehen stellen, während Blaise vornübergebeugt war.
„WAS?“, zischte sie. „Merlin nichts. Was denkst du denn von mir? Er wollte wissen, was wir mit euch gemacht hätten. Ich hab ihm nur gesagt, dass wir uns amüsiert haben und Spaß hatten.“ „Hast du diesen Spaß eventuell näher definiert?“ „Nein. Weasley hat sich ohnehin seinen Teil gedacht, egal was ich gesagt hätte. Warum? Mensch, was ist denn los? Habt ihr euch deswegen jetzt gezofft?“, erkundigte er sich behutsam, als Hermione ihn knurrend losließ und wieder mehr im Wohnzimmer verschwand.
„Gefahr gebannt“, atmete Blaise auf, dem Draco leise widersprach „Noch nicht ganz“ und sich zu der Gryffindor setzte, die sich erschöpft auf die Couch hatte fallen lassen.
„Erzähl mal. Was war denn nun?“, forderte Blaise, der sich auf ihrer anderen Seite platzierte, womit sie den Beiden berichtete, wie ihr Tag so gelaufen war. Als sie die Ohrfeige Rons gegen Ginny erwähnte, war Blaise sofort geladen und wollte verschwinden, um diese Tat zu rächen. Hermione hielt ihn jedoch zurück.
„Ginny hat sich schon dafür bedankt. Sie hat ihm die Nase gebrochen. Und von mir hat er sich auch noch zwei Ohrfeigen gefangen.“ „Echt?“, lachte Blaise begeistert, ebenso wie Draco hämisch grinste. Ja, mit dieser Löwin legte man sich in der Tat nicht ungestraft an. Gleiches galt für den Rotfuchs.
„Er hat dann tatsächlich im vollen Gemeinschaftsraum herumgebrüllt, dass Ginny mit dir geschlafen hätte“, sah sie zu Blaise, der einfach nur mit dem Kopf schüttelte, während Hermione ihren zu Draco neigte.
„Und mir hat er unterstellt, ich würde ihn betrügen. Und zwar mit dir.“ Daraufhin guckte der Blonde blöd. Blaise hatte hingegen zu tun, sich das Lachen zu verkneifen, denn so war ja im Grunde ihr Plan. Jetzt zwar ohne betrügen, denn das würde sich die Hexe nur vorwerfen, aber eben schon, dass sie ihren Weg in die Arme seines Freundes fand.
„Ich weiß echt nicht mehr, was in seinem Schädel vor sich geht“, stöhnte die Gryffindor und massierte sich die Schläfen.
„Na ganz einfach. Er hat nicht mehr alle Reisige im Besen“, schlug Blaise vor, den sie kurz böse anfunkelte, ehe sie seufzte, denn wirklich glatt lief Ron tatsächlich nicht mehr.
Offensichtlich hatte der Krieg doch mehr bei ihm kaputt gemacht, als es anfangs den Anschein hatte. Aber auf seine wilden Phantasien konnte sie echt keine Rücksicht mehr nehmen. Dafür hatte er den Bogen zu sehr überspannt. Darüber hinaus hatte Ginny ihr irgendwo auch die Augen geöffnet.
Was sie irgendwann einmal in Ron geglaubt hatte zu sehen, war nicht mehr da oder schlicht und ergreifend nicht das, was sie wollte. Sie hatte etwas in ihm gesehen, was er nicht war und nie sein würde. Dennoch war es frustrierend. Alles. Wie sich alles so sehr verschob und veränderte. Und das leider nicht nur zum Guten.
„Irgendwie hat sich alles verändert“, murmelte sie gedankenverloren. „Und das findest du schlimm?“, fragte Draco, worauf sie mit dem Kopf schüttelte und diesen lächelnd zu ihm neigte.
„Nein, ganz im Gegenteil. Es ist nur seltsam, wie sich die Dinge entwickelt haben. Allgemein alles. Wie sehr alles durcheinander gekommen ist, wegen einer kleinen Veränderung im System. Weil ihr nicht mehr nur die Bösen seid“, sah sie zwischen Draco und Blaise hin und her.
„Schmetterlingseffekt“, murmelte Draco auf ihre Worte selbst etwas nachdenklich, worauf sie zu ihm sah, schmunzelte und nickte.
„Sieht ein bisschen so aus. Eure Party jetzt war irgendwie der Auslöser. Der Flügelschlag, der heute alles hat hochkochen lassen.“ „Das muss doch auch was Gutes an sich haben“, monierte Blaise, worauf sie nickte und schmunzelnd meinte: „Je nachdem, wie man es sieht und was wir daraus machen.“ Kurz darauf stand sie auf und verschwand an ihrem Schreibtisch, wo sie einige Pergamente mit Notizen und Blaupausen hervorholte, was sich die Jungs verwundert besahen und ihr folgten.
„Was ist?“ „Hm? Wir hatten doch letzte Woche über diesen Gemeinschaftsraum für alle gesprochen? Von McGonagall haben wir das Okay dafür bekommen.“ „Ja und?“ „Der könnte uns helfen und als Knotenpunkt dienen. Wenn wir die Sache richtig machen und es schaffen, dass die Schüler diesen Raum annehmen und sich noch ein wenig mehr zusammensetzen, haben wir fast schon gewonnen. Es könnte so laufen, wie gestern bei euch. Nach anfänglicher Skepsis, waren eure Leute dann ja auch noch richtig gut drauf und wir hatten alle zusammen unseren Spaß. Wenn wir das irgendwie übertragen können. . .“ „Stell genug Whisky zur Verfügung, dann sind alle ganz schnell Freunde“, lachte Blaise, dem sie einen Klaps auf den Hinterkopf verpasste.
„Merlin, kein Alkohol. Der ist verboten. Davon abgesehen sind 85% der Schüler minderjährig.“ „Wäre aber ‘ne Option“, stimmte Draco ihm grinsend zu, was Hermione ignorierte und stattdessen auf ihre Pläne deutete, wie sie was gestalten wollten usw.. Draco meinte dann noch, dass die Vertrauensschüler Wünsche aus den einzelnen Häusern sammeln könnten, wie sich die Schüler so einen Raum vorstellten und wünschten, immerhin sollten sich alle vier Häuser dort wohlfühlen.
So saßen die Drei noch bis spät abends an den Plänen, bevor sich Blaise verabschiedete und auch Hermione und Draco mit der Zeit zur Ruhe und einem Ende kamen. Morgen war schließlich auch noch ein Tag. Für Hermione der erste Tag als frischer Single, was allerdings etwas äußerst Reizvolles in sich barg.
Angefangen mit der Tatsache, dass sie sich keine Gedanken über irgendwas machen musste und sich stattdessen gänzlich treiben lassen konnte. Wohin. . . Das würde sich noch zeigen. Wenn ihr das Glück aber ein wenig zur Seite stand, dann hatte sie bald etwas in den Händen, um ihrem großen Glück auf die Sprünge zu helfen. Mit dieser Vorstellung schlief sie ein.

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