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Fanfiction

Was im Verborgenen liegt - Reine Nervensache

von Alex2303

۩ ۞ ۩


„Merlin, was soll das?“, stöhnte Hermione und lief wie ein Tiger im Käfig auf und ab. „Unsere Aussagen waren doch eindeutig! Es war Notwehr!“, zischte sie und warf einen funkelnden Blick über ihre Schulter zu der Kröte und dem Arschloch, die sich, wie schon vor der Anhörung, leise stritten.
„Hoffentlich nehmen sie ihn jetzt nicht nochmal in die Zange“, nuschelte Tonks beunruhigt und begann auf ihrer Unterlippe herumzukauen.
„Wenn er jetzt etwas Falsches sagt, können sie ihm daraus immer noch einen Strick drehen.“ „Ich weiß, was du meinst. Margret ist für ihre hinterlistigen Fragen berüchtigt, die man eigentlich nie wirklich richtig beantworten kann“, grübelte Remus, worauf Hermiones Kopf zu ihm flog.
„Was meinst du?“ „Zwei- oder auch dreideutige Fragen. Kurz und prägnant, die einen in die Falle tappen lassen, da sie einfach zu beantworten erscheinen, aber nicht sind. Oftmals ist es Auslegungssache. Hoffen wir, dass Draco einen kühlen Kopf behält“, meinte er, worauf Hermione wieder recht bange auf die dunkle Tür blickte, die nicht mehr aufgehen wollte und ihn scheinbar verschluckt hatte, hatte sie das Gefühl. Zu diesem gesellte sich mit der Zeit der beklemmende Gedanke, dass hinter der Tür inzwischen gar niemand mehr war. Dass sie Draco einfach nur alleine sprechen wollten, damit sie ihn ungehindert wegbringen konnten.
Verflucht nochmal, was, wenn sie jetzt vielleicht sogar schon mit ihm auf dem Weg nach Azkaban waren? Und warum? Nur weil er ihr geholfen hatte. Weil er sie vor diesem Arsch beschützt hatte.
Es war ganz allein ihre Schuld, wenn sie ihn bestraften und wegbrachten. Wenn sie ihn zurück in dieses Loch steckten und keiner mehr zu ihm konnte. Wenn er wieder diesen Bastarden ausgeliefert war. Wenn. . .
Oh Hermione, hör auf!!!, schrie sie sich selbst in ihrer Verzweiflung an. Das durfte einfach nicht passieren. Sie durften ihn nicht einsperren. Das wäre falsch. So furchtbar falsch.
„Hey“, gewahrte sie Katie ganz plötzlich zwischen ihren dunklen Gedanken und sah zu der Dunkelhaarigen auf. Diese musterte sie mitfühlend.
„Mensch, Hermione“, stieß sie tröstend aus und nahm die Jüngere schließlich in die Arme. Hermione bemerkte da erst, dass ihr die Tränen unentwegt aus den Augen rannen, als sie sich an Katie klammerte und ihr lautlos in die Schulter weinte.
Diese strich ihr beruhigend über den Rücken, als sie meinte: „Du hast ihn inzwischen wirklich lieb, hm?“ „Natürlich“, brachte Hermione schwach hervor und kniff die Augen kurz zusammen, aus denen aufs Neue die Tränen kullerten.
„Wenn sie ihn wegsperren, dann. . .“ In dem Moment ging die Tür auf, auf die die Anwesenden gebannt starrten und eine gefühlte Ewigkeit darauf warteten, dass jemand zu ihnen kam. Dass ihr Freund wieder zu ihnen trat, doch nichts regte sich. Scheinbar für Stunden, so kam es der kleinen Gruppe um Hermione vor, der das Herz bereits bis in den tiefsten Keller sank und die Verzweiflung an ihr kratzte.
„Draco?“, flüsterte sie bange. Vielmehr rief sie nach dem Blonden, als sich endlich eine Gestalt in der Tür zeigte. Doch diese war nicht ihr Freund, sondern eines der Ratsmitglieder. Es war diese Frau, die alleine mit ihm hatte sprechen wollen. Sie sah mit einem undefinierbaren Lächeln zu Hermione, bevor sie sich ihre pflaumenblaue Robe abstreifte, über den Arm legte und auf die Aufzüge zubewegte.
Damit war es bei Hermione ganz aus. Sie machte sich von Katie los und wollte in den Raum stürzen, um zu sehen, wo der Blonde war. Was nun mit ihm war, als er endlich hinter noch einem der Mitglieder auf den Flur trat. Sein war Blick unergründlich, wie auch etwas in sich gekehrt.
„Draco?“, hauchte sie unsicher, worauf er den Kopf hob und ihr in die Augen sah. Scheinbar stundenlang, was sie drohte in den Wahnsinn zu treiben. Dann huschte ihm allerdings ein kleines Lächeln über die Lippen, was auch Hermione erreichte, als er meinte: „Nur ‘ne mündliche Mahnung, dass ich. . .“ Der Rest seiner Worte erstickte in einem braunen Haarschopf, als sich Hermione in seine Arme warf und energisch an ihm festklammerte.
„Oh Merlin, danke. Ich hatte schon Angst, dass . . . dass. . .“, schniefte sie und weinte ihm schließlich leise in die Schulter, als er seinerseits die Arme so fest um sie schlang, sodass sie den Boden unter den Füßen ein wenig verlor.
„Ich auch“, hauchte er noch etwas zittrig und konnte so nicht anders, als seiner kleinen Hexe einen Kuss auf die Wange zu hauchen. Hinter ihm trat dann auch Tiberius auf den Gang, der ihm beruhigend eine Hand auf die Schulter legte und so die Konzentration der Zwei kurz auf sich zog.
„Es ist alles in Ordnung“, meinte er an Hermione gewandt, ehe er zu Draco sah. „Sie haben sich nichts vorzuwerfen. Im Gegenteil. Sie haben alles richtig gemacht. Sie beide“, lächelte er großväterlich und nickte Minerva kurz zu „Grüßen Sie Albus“, bevor er sich auch auf den Weg machte. Damit trat Tonks zu den Beiden.
„Alles gut gegangen?“, erkundigte sie sich dennoch vorsichtig bei Draco, der über Hermiones Schopf hinweg nickte. „Ja. Können wir jetzt bitte gehen?“, fragte er leise, womit sich Hermione auch halb von ihm löste und die Tränen beiseite strich.
„Sicher“, lächelte Tonks erleichtert, worauf die Anderen zu ihnen traten. So auch Katie, die den Blonden ebenfalls kurz mit einem aufmunternden Lächeln in die Arme schloss.
„Danke. Du hast mir schon wieder den Arsch gerettet“, gab er ihr leise zu verstehen, was sie schmunzeln ließ, bevor sie ihn direkt ansah.
„Das hab ich nicht. Ich habe nur die Tatsachen bestätigt. Du hast das einzig Richtige getan. Und das haben die, Merlin sei Dank, auch begriffen.“ „Was wollte Margret jetzt eigentlich noch von dir?“, fragte Remus interessiert, zu dem der Blonde schließlich sah.
„Wissen, ob ich bereue, was ich getan habe und ob ich es wieder tun würde, mit den Konsequenzen vor Augen.“ „Und was hast du ihr gesagt?“ „Die Wahrheit“, meinte er lediglich und sah im Kommenden zu McGonagall.
„Können wir gehen, Professor? Ich hab ehrlich gesagt keine Lust noch länger als nötig hierzubleiben“, murmelte er, was die Direktorin verständig abnickte.
„Ihre Mitschüler werden sich sicherlich schon wundern, wo Sie beide bleiben. Irgendwelche Gerüchte sind, denke ich, nicht unbedingt etwas, was wir derzeit gebrauchen können.“ „Nein“, murmelte Hermione, noch immer dicht an Dracos Seite, der ihr inzwischen einen Arm um Rücken und Taille geschlungen hatte, um sie mehr bei sich zu haben.
„Dann macht das mal. Euch beiden nochmal danke, dass ihr gekommen seid, um Dracos Erklärung zu bekräftigen“, lächelte Tonks den Ehemaligen zu, die sich gerade von Draco und Hermione verabschiedet hatten.
„Versteht sich doch von selbst“, meinte Katie. „Yep“, bestätigte auch Marcus dies und musterte nochmal eingehender seinen alten Hauskameraden, der unbestreitbar die Nähe zu der kleinen Gryffindor suchte. Umgekehrt genauso. Sie war ihm vor Erleichterung heulend in die Arme gefallen. Genauso wie sie jetzt ihren Kopf leicht an seiner Brust liegen hatte, was Marcus grinsend mit dem Kopf schütteln ließ. Katie sah es.
„Was?“ Marcus deutete ihr aber nur auf die beiden Jüngeren, bevor er die ehemalige Gryffindor Jägerin seinerseits interessiert musterte, während Katie schmunzelnd auf Hermione und Draco sah. Das war in der Tat ein durchaus faszinierendes Bild, wie auch Entwicklung. Und es wurde im Kommenden sogar noch faszinierender.
„Lust auf einen Tee? Katie?“, grinste Marcus breit, worauf sie überrascht eine Augenbraue hob und ihrerseits den alten Schulfeind in spe nochmal richtig betrachtete, der auch nicht gerade unansehnlich war, wie sie am Samstag insgeheim bereits resümiert hatte.
Zudem sah er heute auch sehr viel freundlicher aus, mit der hellgrauen Jeans und dem hautengen weißen T-Shirt, das seine Muskeln richtig betonte. Über dieses hatte er sich ein hellblaues Hemd geworfen, was jedoch offen war. Seine schwarze Lederjacke hatte er die ganze Zeit unter den Arm geklemmt gehabt. Von dem Bad Boy Flair war so nicht viel übrig geblieben. Stattdessen machte er jetzt eher den Eindruck, eines gewitzten Sonnyboys.
„Oder hast du Angst vor ‘ner Schlange?“, stichelte Marcus grinsend, da sie ihn noch immer wortlos musterte, daraufhin aber wieder in seine hellbraunen Augen sah und verwegen schmunzelte.
„Träum weiter, Marcus. Eine Löwin hat vor nichts Angst. Auch nicht vor einem Marcus Flint. Das solltest du eigentlich wissen.“ „Können wir ja mal testen. Also?“, grinste er spitz, wie auch lauernd, was schließlich auch Tonks bemerkte. Kurz darauf fing sie selbst an zu grinsen.
„Na da schau an.“ „Was?“, stutzte Remus, sodass sie ihm auf die Beiden wies. „Scheint ganz so, als ob das Verhalten von unseren zwei. . .“, linste sie kurz zu Hermione und Draco, die sich allmählich mit Minerva auf den Weg zu den Kaminen machten. „. . . anfängt abzufärben“, schmunzelte sie und konzentrierte sich nun ganz auf Remus, da auch Katie und Marcus sich unterhaltend zu den Ausgängen bewegten.
„Das wäre doch ein sehr guter Anfang, um die Gesellschaft langsam aufzurütteln.“ „Wäre es“, schmunzelte Tonks und schlang ihrem Wolf die Arme um den Nacken, was er sich lächelnd gefallen ließ und seine junge Frau seinerseits in die Arme nahm, bevor er sie küsste.
„Teddy fängt an zu krabbeln“, schmunzelte Remus in ihren Kuss, worauf Tonks große Augen machte und sich ihr Haarschopf von violett zu hellblau zu orange wieder zurück zu violett verfärbte.
„Wirklich? Ohhh“, seufzte sie und zog einen Flunsch. „Und ich war nicht da.“ „Na ja, es war ja auch mehr ein vor-sich-hin-robben, als wirklich krabbeln. Aber er wird langsam mobil“, bestätigte Remus ihr.
„Na da werd ich mal sehen, dass ich über den Vor- und Nachmittag ein bisschen öfter zu Hause bin. Dracos Stundenplan ist ohnehin recht voll. Von 8:00 bis 16:00 Uhr ist er ständig im Unterricht. Da kann ich mal ein paar kurze Abstecher nach Hause machen.“ „Er wird sich schon benehmen. Nach dem Schreck ohnehin noch mehr“, meinte Remus. Tonks schüttelte allerdings mit dem Kopf.
„Denkst du nicht?“ „Doch. Ich habe keine Zweifel daran, dass Draco keine unnötigen Risiken eingeht, aber gerade jetzt so etwas wie am Samstag. . .“, ließ Tonks den Satz offen. Remus hatte aber auch so verstanden.
„Ich bleib an dem dran. Nach der Klatsche jetzt, auch für Umbridge. . .“ „Ich weiß. Da kommt garantiert nochmal was“, mutmaßte auch Tonks wieder ernst und sah zu ihrem Wölfchen auf.
„Vielleicht könntest du Nate ja auf ihn ansetzen? Er ist jetzt ohnehin schon so halb halb in der Sache mit drin und mault ständig rum, dass er im Büro versauert.“ „Der Schreibkram macht sich aber auch nicht von alleine. Zumal wir nach wie vor unterbesetzt sind. Das ist doch leider auch der Grund, dass solche wie Gibson überhaupt Stellen in der Strafverfolgung bekommen haben. Unter normalen Umständen wäre der bereits bei den Persönlichkeitstests rausgeflogen.“ „Hm“, brummte Tonks und bekam dafür noch einen Kuss von Remus auf den Scheitel.
„Grummel nicht so viel, das macht Falten, glaub mir“, schmunzelte er, worauf sie ihn sanft in die Seite zwickte, dann aber nochmal ihrerseits küsste.
„Und ich liebe jede Einzelne davon, mein Kuschelwolf.“

۩ ۞ ۩


Als die Drei wieder in Hogwarts ankamen, war das Mittagessen bereits zu Ende. Die Anhörung hatte teils doch länger gedauert, als es ihnen zeitweise vorgekommen war.
Auf den Vorschlag von Minerva, wenigstens eine Kleinigkeit in der Küche zu sich zu nehmen, hatten beide dankend verzichtet. Der Appetit war ihnen trotz allem durch diese Sache vergangen, wo sie sich dann auch recht stillschweigend ihren Weg zu den Anderen in die Klasse suchten. Dort wurden sie mit erheblicher Neugier gemustert, wo das Getuschel nicht lange auf sich warten ließ, was Professor Dippet recht schnell zu unterbinden wusste.
„Wo wart ihr denn? Und was waren das für komische Typen?“, lümmelte sich Blaise mit seinem Stuhl versucht unauffällig nach hinten. Seine Freunde wiegelten ihn allerdings mit einem „Später“ vorerst ab und wühlten sehr beschäftigt in ihren bisherigen Unterlagen rum, was Blaise zwar brummeln ließ, aber später war für ihn dennoch eine Aussage.
Zum Abend blieb die Frage, was da nun genau abgelaufen war? Draco und Hermione versuchten, sich auch weiter mit Nichtigkeiten herauszureden, wobei sie, soweit wie möglich, bei der Wahrheit blieben.
Dass die Fritzen vom Ministerium der Meinung waren, unangemeldet eine Stichprobenvisite machen zu können, um zu sehen, ob alles so lief, wie es sollte. Hermione hatte die Verwunderung und ein leises Misstrauen Ginnys, Harrys und Nevilles so ausräumen können. Draco hatte hingegen erheblich mehr Mühe, Blaise und Charlie zu beruhigen, dass nichts war, nachdem die Zwei ihn erneut in die Kerker geschleppt hatten.
„. . . Merlin, es war nichts. Wenn doch, wär ich doch nicht hier, oder?“, spielte Draco seinen letzten Trumpf aus, gegen den weder Blaise noch Charlie etwas sagen konnten, da es stimmte.
„Okay. Punkt für dich.“ „Aber dreist sind die wirklich. Einfach mitten im Unterricht aufzutauchen. . . McGonagall war sicher nicht begeistert“, sinnierte Charlie, was Draco nur abnicken konnte und wieder an seinem Butterbier nippte.
„Nicht wirklich.“ „Idioten“, murrte Blaise. „Lassen wir das. Ist ja, Merlin sei Dank, alles in Ordnung. Was für dich jetzt vielleicht ganz interessant ist. . . Die Löwen haben sich gestern wahnsinnig gefetzt. Und zwar quer durch die Bank weg“, grinste Charlie, worauf Blaise freudig nickte.
„Ja, genau. Ginny war wirklich stinksauer. Sie muss ihren Bruder echt zur Sau gemacht haben. Potter genauso und Longbottom hat ihm offensichtlich auch noch die Leviten gelesen. Von Hermione ganz zu schweigen. Ich hab noch ein bisschen mehr aus einem der Porträts oben rausgekitzelt. Die müssen wirklich ihre helle Freude gehabt haben, Hermione und das Wiesel beim Streiten zu beobachten. Wobei der sie echt nicht mehr alle hat“, wurde Blaise schlagartig ernst und sah Draco auch so an.
„Als Hermione ihm den Laufpass gegeben hat und verschwinden wollte, muss er wohl recht grob und zudringlich geworden sein. So wie sie erzählt haben, hat er sie zu sich gezerrt und versucht nieder zu knutschen. Er muss sie richtig in die Ecke gedrängt haben und da hat sie ihm dann eine geknallt.“ „Ich denke, das wird Weasley nicht so ohne weiteres auf sich sitzen lassen“, mahnte Charlie, was Draco ernst abnickte. „Du solltest vermehrt auf sie aufpassen. Auch so“, mischte sich Blaise wieder mit ein und sah ihn eindringlich an.
„Dass sie sich von dem Wiesel getrennt hat, ist wie ein Lauffeuer durch alle Häuser gegangen. Es würde mich nicht wundern, wenn sich die Ersten bald auf sie stürzen. Du solltest echt zusehen, dass du jetzt alles zeitnah geklärt bekommst, bevor sich die Konkurrenz breitmacht. Und die wird sich breitmachen, verlass dich drauf. Den Vorsprung, den du hast, solltest du nutzen“, beschwor Blaise ihn, ehe er sich wieder in seinem Sessel zurücklehnte.
„Nächste Woche bietet sich da ja eine sehr gute Gelegenheit für“, schmunzelte Charlie. „Genau. Der Raum der Wünsche funktioniert auch wieder. Ich würde sagen, wir verlegen alles da hin. Sicher will sie Potter und Longbottom dabei haben und die beiden Schisser trauen sich ja nicht in die Kerker“, grinste Blaise ein wenig hämisch. Charlie sah derweil interessiert zu Draco.
„Hast du schon eine Idee, für ein Geschenk?“ „Nicht wirklich“, seufzte er. „Ich hab zwar was, aber das ist mir zu unpersönlich.“ „Du hast ja noch eine Woche Zeit“, schmunzelte Charlie. „Dir fällt schon was ein. Um das Ambiente kümmern wir uns“, sah Charlie zu Blaise, der freudig nickte.
„Huh, das wird ein Spaß“, rieb er sich die Hände, in einer leisen Vorfreude, worauf Draco grinsend mit dem Kopf schüttelte. Schließlich verabschiedete er sich von seinen Freunden und machte sich auf den Weg in seinen Turm. Auf halber Strecke passten ihn allerdings Entwhistle und die übrigen vier Idioten ab, was ihn mit den Augen rollen ließ.
„Was macht ihr noch hier? Es ist Sperrstunde!“, wies er die Fünf herrisch zurecht, die es herzlich wenig kümmerte. „Gegenfrage. Was willst du noch hier? Man hörte, sie hätten dich bereits wieder einkassiert“, schnarrte Fletchley, während Banner und Fisher dreckig grinsten. Die Zwei hatten die Ministeriumsleute ja ebenfalls mit dem Rest der Löwen gesehen.
„Tja, dann würde ich sagen, solltet ihr eure Informanten prüfen. Die scheinen nicht viel im Schädel zu haben“, bemerkte er süffisant und fixierte die beiden Löwen. Die guckten auch gleich angefressen, bevor Draco seine Konzentration zurück auf Entwhistle legte.
„Und wenn ihr keinen Ärger wollt, solltet ihr zusehen, dass ihr endlich in eure Gemeinschaftsräume kommt!“ „Willst du uns drohen, Malfoy? Du solltest lieber vorsichtig sein“, drohte ihm stattdessen Kevin und hatte inzwischen seinen Zauberstab bei der Hand, auf den Draco sah.
„Du kannst uns gar nichts. Falls doch. . . Das Ministerium freut sich sicher, davon zu hören“, sülzte Kevin auch weiter und schickte den ersten Fluch auf ihn los.

۩ ۞ ۩


Knapp eine halbe Stunde später hatte sich Entwhistle mit seinem Idiotentrupp schadenfroh lachend verzogen, während Draco mit sich und seinen frischen Blessuren zu tun hatte.
Merlin allein wusste, wie gern er den Fünf den Arsch aufgerissen hätte. Aber nach dem Schreck heute. . . Nein. Er würde nichts riskieren. Sollten sie halt denken, sie stünden über ihm. Irgendwann bekamen sie dafür die Quittung. Und zwar mit Zins und Zinseszins.
Damit rappelte er sich mühselig auf und schleppte sich erstmal in einen der Waschräume, um seine Verletzungen so gut er konnte zu versorgen. Im Anschluss richtete er sich die Klamotten, da er keine Lust hatte, Hermione das zu erklären. Für heute hatte er genug von allem.
Als er in ihrem Turm ankam, brütete die Hexe gerade über den Plänen für den neuen Gemeinschaftsraum. „Hey“, begrüßte sie ihn freudig mit einem Lächeln und deutete ihm auf ihre Unterlagen.
„Die ersten Ideen sind schon eingegangen, was wir in den Raum alles integrieren könnten. Viele hätten gerne eine Ecke, wo man sich ein wenig aktiv betätigen kann. Es kam auch der Vorschlag für einen Tischkicker.“ „Einen was?“, stutzte Draco, worauf sie ihn entschuldigend ansah.
„Ein Tischkicker. Das ist ein. . . Ja, ein Spielzeug für Erwachsene und Kinder, an dem sich mehrere beteiligen können. Meistens vier. Ist eine Muggleerfindung“, schmunzelte sie, worauf er die Augen verdrehte.
„Das macht wirklich Spaß. Auch ohne Magie“, lächelte sie und erklärte weiter. „Ein oder zwei Schachtische könnten wir auch aufstellen. Und jede Menge Sitzgelegenheiten. Vielleicht auch eine kleine Ecke, die wie unser Kitchenette ist. Für Getränke oder ein bisschen was für zwischendurch. Eine Tee Ecke eben.“ „Hm“, brummte er nur und rieb sich etwas die Seite, die ihn noch immer schmerzte. Hermione sah es.
„Alles okay?“ „Ja. War heute alles nur ein bisschen. . . Scheiße.“ „Ging doch alles gut“, meinte sie aufmunternd und strich ihm über die Schulter.
„Merlin sei Dank. Uhm. . . Sei nicht sauer, aber können wir das mit dem Gemeinschaftsraum morgen weiter besprechen? Ich bin echt müde.“ „Klar. Kein Problem. Ich mach mir nur noch ein paar Notizen.“ „Ist gut. Nacht“, meinte er und beugte sich zu ihr, wo er ihr einen kleinen Kuss auf die Wange hauchte, was sie perplex blinzeln ließ.
Um irgendwie darauf zu reagieren, dazu kam sie nicht, denn als sie sich gefangen hatte, war Draco bereits weg. Hermione sah ihm jedoch überrascht nach und hatte schließlich die Hand auf ihrer Wange liegen.
Zwar war es nicht das erste Mal, dass er ihr ein Küsschen gegeben hatte. Meistens war es aber aus einem tröstenden oder aufmunternden Aspekt heraus gekommen, wie sie es ja auch hin und wieder tat. Oder es war bestimmten Emotionen geschuldet, wie heute nach der Anhörung. Der jetzt aber. . .
Der war anders. Sehr anders. Dieser kleine Kuss hatte irgendwie etwas sehr Vertrautes an sich. Etwas Persönliches, leicht Intimes. Oder bildete sie sich das nur ein, weil es Draco war? Immerhin teilte sie diese Art der Intimität ja auch mit Charlie und Blaise. Vor allem mit Blaise, der sich gerne mal auf sie stürzte. Allerdings machte er das nicht nur bei ihr, sondern auch mit Ginny und offensichtlich fing er nun auch an, Luna dahingehend zu präferieren, da es irgendwo seine Art war. Draco hingegen. . .
Nein. Sie interpretierte da einfach zu viel hinein. Vermutlich hatte er sich da jetzt auch nichts weiter bei gedacht. Oder es war noch dem ganzen Theater im Ministerium geschuldet. Auch so. . .
Sie waren Freunde. Da war schließlich nichts dabei. Und sie hatte inzwischen ja auch keinen Grund mehr, sich bei solchen kleinen Gesten schlecht zu fühlen. Sie konnte tun und lassen, was sie wollte. Sie war frei und wartete damit auf die Chance, ihren Prinzen irgendwie aufzuspüren. Sie hoffte wirklich inständig, dass sie bald von Molly Nachricht bekamen. Nicht nur Nachricht, sondern vornehmlich ein kleines Paket.
Mit diesem Gedanken beendete sie ihre Arbeit und verschwand in ihr Zimmer, sich bettfertig machen.

۩ ۞ ۩


„. . . NEIN!“, entwich es ihr getrieben, bevor sie mit klopfendem Herzen senkrecht saß und in das so befremdliche Dunkel spähte, das sich allmählich als ihr Zimmer entpuppte.
Wieder. Sie hatte erneut diese grässlichen Träume gehabt. Hermione seufzte und wischte sich mit dem Handrücken über die Stirn. Sie fühlte sich wie erschlagen und ließ den Blick erschöpft durch ihr dunkles Zimmer schweifen. Den Mond konnte sie nicht mehr an ihrem Fenster ausmachen, da er scheinbar schon erheblich gewandert war. Vermutlich stand er bereits auf der anderen Seite des Turms und schien bei Draco ins Zimmer. Draco.
Er war auch wieder in ihrem Traum gewesen. Und zwar genauso wie letzte Nacht. Nämlich tot. Es war eine Erinnerung, die sie schaudern ließ. Nicht nur schaudern, sondern frieren, worauf sie sich ihre Decke fest um die Schultern schlang, was kaum half.
Die Kälte in ihr blieb so hartnäckig bestehen, wie sie auch weiter die Schatten und Nachtgespenster vor Augen hatte. Besonders dieses eine, das sie nur schwer, um nicht zu sagen gar nicht, ertrug. Am Ende stand sie dann auch auf und schlich auf Zehenspitzen aus ihrem Zimmer in das Gegenüberliegende, wo sie um ein Haar über das Kissen zu ihren Füßen gestolpert wäre.
Verschreckt sah sie auf dieses, bevor ihr Blick auf das Bett fiel, in dem der Blonde unruhig wühlte und brüchig murmelte. Aber hatte er das gestern nicht gesagt? Dass er, trotz seiner Tränke, Probleme hatte? Schlecht schlief? Albträume hatte?
Sie hob sein Kissen auf und überlegte, ob und wie sie ihn am besten wecken sollte? Diese Frage klärte sich allerdings von selbst, als Crookshanks an ihr vorbeischlich und unbekümmert auf das Bett der Schlange sprang. Dabei trat er Draco etwas, der sofort verschreckt hochfuhr.
„NEIN!“, entwich es auch ihm. Keine Sekunde später hatte er seinen Zauberstab bei der Hand, mit dem er für Licht sorgte. So entdeckte er nun auch, vor sich auf dem Bett, den dreisten Gryffindor Kater, der ihn recht dümmlich anglotzte.
„Was. . .“, wunderte sich Draco und sah schließlich nach rechts, wo seine Löwin stand. Und das noch immer mit seinem Kissen vor der Brust.
„Hey“, brachte sie unsicher hervor, was Draco blinzeln ließ. „Was . . . was ist los?“, fragte er leicht matschig, aber auch verwirrt, tourte allerdings allmählich runter, während Hermione nervös von einem Fuß auf den anderen trat.
„Ich dachte. . . Ich wollte. . .“, wusste sie sich nicht zu erklären. Dafür war ihr das Ganze schon wieder zu peinlich. Crookshanks gab auf das Gestammel seines Frauchens dann nur ein blödes Mauzen von sich, worauf Draco auf den Kater sah. Der rollte sich bereits ungeniert am Fußende des Bettes zusammen, um sein Schläfchen hier fortzusetzen. Kurz darauf sah der Blonde zurück zu der Hexe, bevor er die Decke zur Seite schlug.
„Los, komm her“, hielt er sie beruhigend an, was sie erleichtert aufatmen ließ. Nur einen Moment später kroch sie zu ihm ins Bett und kuschelte sich ins Kissen, während Draco sich und ihr die Decke über legte, das Licht löschte und sich seine kleine Löwin ran zog.
„Sollten wir vielleicht standardisieren“, schmunzelte er, was sie ihm ein wenig schüchtern gleich tat, „Ich komm gern darauf zurück“ und sich zufrieden an ihn schmiegte. Sie ließ seine Wärme und damit Lebendigkeit auf sich wirken, die viel besser zu helfen schien, als irgendwelche Tränke.

۩ ۞ ۩


Auf den Schreck von Montag folgte etwas Ruhe, sah man von der Tatsache ab, dass das Lager der Löwen plötzlich recht gespalten war. Und zwar in drei Gruppen.
Da war der Großteil, der nach wie vor mit Argwohn auf die Schlangen blickte und Ron in seiner Meinung den Rücken stärkte, dass da was nicht mit rechten Dingen zuging. Zudem bedauerten sie ihn, aufgrund des schändlichen Verrates und Betruges, von Seiten Hermiones mit den Schlangen. Das schürte wiederum neue Gerüchte, die Hermione versuchte, auszublenden und zu ignorieren, während sich Draco innerlich schon ein wenig diebisch darüber freute.
Das zweite kleine Grüppchen der Löwen bestand unter anderem aus Harry, Neville, Sally, Dean, Parvati und noch einer Handvoll Leute, die dem ganzen Theater auch weiter verhältnismäßig neutral gegenüberstanden. Allerdings gingen ihre Sympathien bereits mehr in Richtung Gruppe drei, die lediglich aus Ginny und Hermione bestand.
Die beiden Mädchen vollführten in diesen Tagen aufs Neue einen gewissen Spagat, zwischen den Löwen und ihren Schlangen. Beispielsweise tauschten sie zu jeder Mahlzeit ihre Tische.
Entweder sie saßen bei Harry, Neville und Luna oder bei den Schlangen. Letztere wussten stets den kompletten Tisch zu unterhalten, sodass die Halle von dem Gelächter der neun Personen erfüllt wurde und sie sich damit die Aufmerksamkeit der Anderen sicherten.
Ron nahm es mit Argwohn auf und ging zudem Harry, Neville, aber vornehmlich seiner Schwester aus dem Weg. Stattdessen brütete er darüber, wie den Slytherins beizukommen war? Dahingehend konnte ihm der Hinweis bezüglich Malfoys Auflagen, den ihm Jacob und David hatten zukommen lassen, nur dienlich sein, wenngleich er sich aus dem Spielchen der Fünf raus hielt. Das war ihm zu subtil und obendrein nicht wirklich hilfreich. Wenn Hermione Wind davon bekam, würde sie sich nur noch mehr vor den Dämon stellen.
Nein, er musste Malfoy irgendwie in die Falle laufen lassen, damit er von der Bildfläche verschwand. Wenn der Bastard erstmal weg war, konnte er sich daran machen, seine Freunde wieder zur Vernunft zu bringen. Allen voran Hermione! Mit ihr würde alles stehen und fallen. Das wusste er, genauso wie Malfoy es wusste. Nur deswegen versuchte dieses Monster, sie gänzlich für sich einzunehmen, sodass es schwer wurde, an ihn heranzukommen, ohne, dass Hermione Wind davon bekam, denn sie würde ihn auch weiter schützen. Ein Teufelskreis.
So gestaltete sich die nächste Stunde Verteidigung gegen die Dunklen Künste am Mittwoch auch dementsprechend. Der Großteil der Löwen weigerte sich, den Slytherins Hilfe bei dem Patronus Zauber zu leisten.
Ginny hatte sich dann zeitnah wieder Blaise und Charlie geschnappt, während sich Harry um Astoria und Daphne kümmerte. Neville versuchte Theo und Tracey den Zauber richtig beizubringen, sodass Draco Hermione für sich alleine hatte. Inzwischen war er allerdings recht frustriert, da sich bei ihm, im Gegensatz zu den übrigen sechs Schlangen, nicht mal ein mickriger Schimmer zeigen wollte, was Ron höhnisch spotten ließ.
„Was denn, Malfoy? Kriegst du nicht mal diesen einfachen Zauber hin?“, zog er ihn auf und ließ grinsend seinen Patronus, einen Jack Russel Terrier, frei, der Draco frech vor der Nase herumtanzte und ihn noch mehr zur Weißglut trieb. Das wurde noch schlimmer, als die Anderen lachten und sich auch nicht von Dippets Mahnungen stören ließen.
„Das zeigt mal wieder überdeutlich, dass du nichts außer schwarzer Magie auf die Reihe kriegst. Typisch Death Eater.“ „Mr. Weasley, mäßigen Sie sich!“, schimpfte Dippet, während David und Jacob Ron freudig zustimmten.
„Was? Stimmt doch!“ „Wahrscheinlich will er seinen Patronus nicht zeigen, wenn er überhaupt einen hat, weil’s ein hässliches, dreckiges, räudiges Frettchen ist!“, lachte Ron, worauf Draco ihn verhexen wollte. Hermione kam ihm allerdings wütend zuvor.
Sie schickte einen stillen Fluch auf Ron los, durch den ihm das Lachen im Halse stecken blieb. Stattdessen kamen kleine, gelbe Kanarienvögel aus seinem Mund, die ihn sofort kratzten und hackten.
Auf den Anblick begann Ginny, wie auch die halbe Klasse, zu lachen, wo sich auch Harry sein Grinsen kaum verkneifen konnte. Zumal ihm die Vögel sehr bekannt vorkamen. Professor Dippet tat so, als hätte er nichts bemerkt.
„An deiner Stelle würde ich nicht so die große Klappe haben, Ronald. DU hast Wochen für den Zauber gebraucht!“, erinnerte sie ihn wütend, worauf er etwas erwidern wollte, nur kamen statt seiner Worte neue Vögelchen, die abermals auf ihn einhackten, was nicht bloß Blaise dreckig grinsen ließ.
Hermione richtete sich dann wieder an Draco, dem sie ein aufmunterndes Lächeln schenkte. Sie konnte nur zu gut verstehen, warum ihm dieser Zauber solche Probleme bereitete und sich nichts regen wollte. Wie auch, bei so viel Dunkelheit in seinem Innern? Nach allem, was er erlebt hatte, musste es für ihn sehr schwer sein, einen schönen Gedanken, eine schöne Erinnerung in sich heraufzubeschwören.
„Das wird schon. Wir haben alle unsere Zeit gebraucht, bis wir den richtigen Trigger gefunden haben, mit dem wir einen gestaltlichen Patronus heraufbeschwören können. Du kannst das. Das weiß ich“, lächelte sie zuversichtlich, was er nur schwach erwiderte.
„Danke. Aber. . .“ „Was?“ „Kann ich das irgendwie beeinflussen, was für eine Form er hat?“, fragte er unsicher, was Hermione grinsen ließ.
„Jetzt sag mir nicht, du hast Angst, dass es wirklich ein Fre-“ „Sag es nicht!“, warnte er sie leise. Hermione lachte und säuselte ihm ins Ohr: „Ein wenig würde es schon zu dir passen.“ „Dann nehm ich mir einen Strick!“, meckerte er, was sie abermals lachen ließ.
„Och, nun sei nicht so. Aber ich bin mir sicher, es ist etwas anderes.“ „Und was?“ „Na ja, der Patronus nimmt für gewöhnlich die Gestalt eines Tieres an, die für die beschwörende Person eine stark positive Macht symbolisiert. Ein Wesen, dem man vertraut. Von daher hab ich gehörig meine Zweifel, dass es ein Frettchen ist, wenn du bereits so eine Phobie vor den Tierchen entwickelt hast, obwohl sie schon irgendwo süß sind“, schmunzelte Hermione. Draco konnte darüber nur die Nase rümpfen.
„Ich wüsste nicht, was an den Viechern süß ist?“ „Du warst süß“, stänkerte sie, was ihn kurz schreien ließ und er somit die Aufmerksamkeit der Anderen auf sich lenkte. Hermione lachte erneut und tätschelte ihm die Schulter.
„Lass dich überraschen.“ Damit endete die Stunde bei Professor Dippet, der Ron, als er den Raum verließ, erst von Hermiones Fluch befreite, ansonsten würde seine Kollegin durch die Decke gehen, wenn der Rotschopf ihren Unterricht mit Kanarienvögeln störte.
Als sich Draco nach der letzten Stunde mit Hermione an seine Hausaufgaben setzen wollte, machte Blaise ihm allerdings einen Strich durch die Rechnung, denn er wollte eine kleine Extratrainingseinheit mit ihm einschieben, damit er schneller wieder in Form kam. Draco hatte noch protestiert, wo ihm Hermione jedoch erneut in den Rücken gefallen war und den beiden Jungs letztlich viel Spaß wünschte.
„Verräterin!“, hatte er ihr zugezischt, als Blaise ihn am Kragen aus der Bibliothek runter aufs Quidditchfeld gezerrt hatte, wo er ihn annähernd zwei Stunden durch die Lüfte jagte. Erst dann hatte er Erbarmen mit seinem Freund, der sich zwischenzeitlich kaum noch auf seinem Besen hatte halten können.
„Ich glaube, da müssen wir noch ein paar Einheiten mehr einlegen. Du bist ja völlig außer Form! Freitag nach dem Unterricht machen wir weiter. Dann ist der Rest auch wieder dabei.“ „Willst du mich umbringen?“, keuchte Draco noch immer und stützte sich auf seinem Besen ab. Blaise lachte.
„Als ob dich das bisschen Fliegen umbringt. Davon abgesehen haben wir in einem Monat das erste Spiel gegen Hufflepuff. Das ist das Auftaktspiel! Das dürfen wir auf keinen Fall verlieren! Und dann auch noch gegen diese Luschen. Außerdem könntest du Hermione so schwer beeindrucken.“ „Sie macht sich nichts aus Quidditch, du Hohlbirne. Sie wird sich das Spiel nicht einmal ansehen, immerhin spielt ihr Haus nicht.“ „Nein, aber ihr Freund“, grinste Blaise breit.
„Das sollte bis nächsten Monat sitzen. Und dann ist da ja auch noch der Ball“, resümierte er weiter und ließ keck die Augenbrauen hüpfen, als er sich mit seinem Freund auf den Rückweg zum Schloss machte.
„Hast du da schon jemanden ins Auge gefasst?“, fragte Draco wissend. „Klar! Ginny.“ „So viel ich weiß, ist sie aber nach wie vor mit Potter zusammen“, erinnerte Draco ihn. Blaise zuckte mit den Schultern.
„Was nicht ist, kann ja noch werden“, grinste er, worauf Draco mit den Augen rollte „Verbrenn dir da mal nicht die Finger“ und die Treppen ansteuerte, als Blaise ihm nachrief: „Und du komm in die Puschen!“ Wenig später war er weg, während Draco die Unmengen von Stufen in Angriff nahm. Ein erheblicher Nachteil, wie er fand, da die wichtigsten Räume und Zimmer in den unteren Stockwerken lagen.
„Tag, Malfoy“, gewahrte er unverhofft eine höhnische Stimme, aus einer der dunklen Nischen, was ihn innerlich aufstöhnen und mit den Augen rollen ließ.
Nicht die schon wieder. Kurz darauf sah er das Quintett Infernale, wie sie sich von zwei Seiten auf ihn zubewegten und ihn einkesselten.
„Wird’s euch nicht langsam langweilig oder habt ihr sonst keine Freude, in eurem jämmerlichen Leben?“, schnarrte er und taxierte Entwhistle gefährlich.
„Wir sprechen lediglich der gesamten Schülerschaft aus der Seele.“ „Natürlich“, frotzelte Draco süffisant, während er sich innerlich straffte, für ihr kleines Spielchen.
„Ron ist ja der festen Ansicht, dass du wieder irgendwelche krummen Dinger drehst.“ „Liegt vielleicht daran, dass Weasley einen Dachschaden hat. Aber das ist ja nichts Neues. Deswegen nisten sich in seinem hohlen Strohkopf auch allmählich Vögel zum Brüten ein“, bemerkte er nüchtern und bekam dafür einen harten Schlag von Banner ins Kreuz, der ihn beinahe zu Fall gebracht hätte. Als er sich zu dem Gryffindor umdrehte, hatte der bereits gefährlich den Zauberstab auf ihn gerichtet.
„Du solltest das Maul nicht so weit aufreißen, Malfoy, ansonsten hast du schneller einen Fluch im Kreuz, als du denkst. Hermione kann dich nicht jede Sekunde beschützen. Davon abgesehen wird sie früher oder später auch noch hinter deinen miesen Trick steigen, mit dem du sie eingelullt hast.“ „Davon gehe ich aus“, lächelte er überheblich, was die Fünf kurz irritierte. Mehr noch, als er weiter meinte: „Aber wenn es an dem ist, habe ich bereits, was ich will.“ „Was heckst du aus?!“, brauste Entwhistle auf und ergriff Draco ruppig am Kragen. Der Slytherin grinste nur dreckig, was die Fünf noch mehr verwirrte und verunsicherte.
„Etwas, was vornehmlich Weasley nicht gefallen und bekommen wird.“ „Was soll das heißen?“, keifte Kevin und funkelte Draco bedrohlich an, der es ihm gleich tat.
„Das heißt, dass schon sehr bald etwas unschätzbar Wertvolles in meinen Besitz übergehen wird“, erklärte Draco unheilvoll. Kevin schnaubte und stieß den Blonden schließlich von sich, direkt in Adrians und Davids Arme, die ihn packten und die Hände hinter den Rücken zwangen, sodass er nicht ausholen konnte.
„Du hast dich echt kein Stück verändert! Du bist noch genauso macht- und geldgeil wie früher!“ „Du hast ja keine Ahnung“, raunte Draco und grinste selbstgefällig, womit bei Kevin endgültig etwas aushakte. Er holte aus und schlug dem Blonden mit aller Kraft die Faust in die Nieren.
Draco biss sich auf den Hieb nur auf die Zunge und konzentrierte sich im Kommenden darauf, die Muskeln an den richtigen Stellen anzuspannen, um die groben Schläge, wie letztens schon, so gut es ging abzufangen.
Die Erfahrungen durch die Death Eater kamen ihm so unweigerlich zugute. Auch wenn sie alles andere als angenehm waren, hatten sie ihn dennoch in einem Maße abgehärtet, das ihn weitaus mehr ertragen und einstecken ließ, als andere. Andernfalls hätte er die Tortur in Azkaban keine Woche überlebt.
So harrte er stillschweigend aus und ließ alles, was die Fünf taten und von sich gaben, reaktionslos über sich ergehen. Pöbeleien, Schläge, Tritte, Flüche, in der Hoffnung, dass sie zeitnah genug hatten, so wie vorgestern.
Dafür schien er sie diesmal mit seinen unklaren Worten allerdings zu sehr gereizt zu haben, denn sie wollten partout nicht von ihm ablassen. Erst ein aufgebrachtes „Was tut ihr da?!“, ließ sie in ihrem Tun innehalten, als er bereits blutend, zusammengekrümmt am Boden lag.
„Verzieh dich, Roper!“, zischte Banner, während Draco keuchend zwischen den Füßen der Fünf zu dem Mädchen sah, das dazu gekommen war. Es war auch eine Löwin. Eine aus seinem eigentlichen Jahr, wenngleich er sich nicht wirklich näher ihres Namens entsann.
„Spinnt ihr?!“, rief sie entsetzt, als sie das blutende Opfer der groben Prügelattacke erkannte. „Ich hab gesagt, VERZIEH DICH!“, wiederholte Banner lauter, was sie verschreckt zusammenzucken ließ. Dennoch blieb die Blonde stehen und versteifte sich.
„Wenn ihr nicht sofort aufhört, hol ich Professor Quent!“, drohte sie den fünf Jungs, die abfällig schnaubten. „Willst du Ärger, Roper?“, keifte Justin, während sich David und Jacob bedrohlich auf ihre Hauskameradin zubewegten, die sofort ihren Zauberstab zog und auf die Beiden deutete.
„Haut ab!“ „Was fällt dir ein, uns zu bedrohen? Du bist in UNSEREM Haus!“, blaffte Jacob und schlug ihr den Stab aus der Hand, während David sie ruppig am Arm packte und zu sich ran zog.
„Fängst du jetzt auch noch an, mit den Schlangen zu sympathisieren? Das würde ich mir an deiner Stelle nochmal gründlich durch den Kopf gehen lassen, wem deine Loyalität gilt. Und jetzt verschwinde oder es setzt was. Wir. . .“ „HEY!“, donnerte es da wieder über den Gang, dem diesmal gleich ein Fluch folgte, der David traf. Kurz darauf ließ er die verschreckte Sally los und taumelte benommen nach hinten. Dem ersten Fluch folgte noch einer, der nun Jacob zum Ziel hatte.
„Mist“, knurrte Justin, der nochmal kurz auf Draco sah und ihm ein letztes Mal in die Magengegend trat, worauf er sich erneut zusammenkrümmte und zischend die Luft ausstieß.
„Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen, Malfoy!“ Damit verschwand er mit dem Rest der Bande in den Gängen.

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„Hallo Hermione“, echote es ihr unverhofft in den Ohren nach, worauf sie verschreckt von ihren Unterlagen aufblickte und den Ravenclaw von neulich vor der Nase hatte, der sich ungefragt zu ihr an den Tisch setzte.
„Stefan. Hast du mich erschreckt.“ „Stephen.“ „Wie?“ „Stephen. Aber diesmal warst du schon sehr nah dran“, zwinkerte er ihr zu. „Beim dritten Mal klappt es.“ „Ähm. . . Ja“, gab sie peinlich berührt von sich, während er charmant lächelte.
„Beschäftigt?“, erkundigte er sich, was sie innerlich mit den Augen rollen ließ. „Sieht fast so aus. Sonst wäre ich ja nicht hier, oder?“ „Nicht unbedingt. Wenn man dich aber sucht, kann man zu 90% sicher sein, dich in der Bibliothek zu finden“, lächelte er sein strahlend weißes Zahnpasta Lächeln.
„Könnte im Allgemeinen daran liegen, dass ich hier einfach meine Ruhe habe. Immerhin sind Bibliotheken dafür bekannt, ein Ort der Ruhe zu sein, dahingehend. . . Wolltest du jetzt etwas Bestimmtes von mir oder lediglich Hallo sagen?“, brachte sie die Sache auf den Punkt und hoffte, dass Stephen den Wink mit dem Zaunpfahl verstand und sich wieder trollte. Klappte natürlich nicht.
„Hast du diesen Samstag etwas vor?“, fiel er mit der Tür ins Haus, was Hermione blöd gucken ließ, bevor sie sich daran erinnerte, dass er sie letztens schon in der Richtung gefragt hatte.
„Hab ich. Ja. Das hab ich dir im Übrigen vergangene Woche bereits gesagt.“ „Ach so. Schade. Na ja, ich dachte, du hattest etwas mit Ron geplant und jetzt nach allem vielleicht doch Zeit“, zuckte er mit den Schultern, lächelte dann aber wieder.
„Aber wo ich gerade dabei bin, da bist du jetzt ja auch frei für jemand Neues“, stellte er freudig fest und rückte noch ein Stück auf.
„Wie man es nimmt“, resümierte Hermione ruhig, was Stephen stutzen ließ. „Was meinst du? Hast du etwa schon wieder einen Freund?“ Stephen schien ehrlich geschockt zu sein, worauf sie süßlich lächelte.
„Ich sag mal so. Es gibt da in der Tat jemanden, der mir sehr wichtig ist.“ Mit diesen Worten packte sie ihre Sachen weg und ließ einen bedepperten Ravenclaw zurück.
Ihre Hausaufgaben würde sie wohl oder übel später beenden müssen. Aber da konnte sie die dann auch mit Draco zusammen machen und vielleicht nochmal bei ihm über alles drüber schauen, damit das passte und er keine Schwierigkeiten bekam. Im Großen und Ganzen war bei ihm aber meist alles fehlerfrei. Ja, der Kerl hatte manchmal sogar bessere Lösungsansätze als sie und im letzten Test bei Professor Vektor auch die volle Punktzahl bekommen, wo ihr ein Pünktchen gefehlt hatte! Das war ungeheuerlich und auch so etwas, was sie nicht auf sich sitzen lassen konnte.

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Hier auf den Schreck noch was kleines zum schmunzeln was ich neulich im Netz gefunden habe. Fand das ganz niedlich. :)

Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ

Und wer war Schuld?


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