Forum | Chat | Galerie
 
Startseite | Favoriten
Harry Potter Xperts
Harry Potter Xperts
Startseite
Newsarchiv
Link us
Sitemap
Specials
Shop
Buch 7
Buch 6
Buch 5
Buch 4
Buch 3
Buch 2
Buch 1
Lexikon
Lustige Zitate
Gurkensalat
Hörbücher
Harry, A History
Steckbrief
Biographie
Werke
Erfolgsgeschichte
Interviews
Bilder
Harry Potter & Ich
JKRowling.com
Film 7, Teil 1 & 2
Film 6
Film 5
Film 4
Film 3
Film 2
Film 1
Schauspieler
Autogramme
Galerie
Musik
Videospiele
Downloads
Lesetipps
eBay-Auktionen
Webmaster
RSS-Feed
Geburtstage
Gewinnspiele
Twitter
Fanart
Fanfiction
User-CP
Quiz
Währungsrechner
Forum
F.A.Q.
Über uns
Geschichte
Impressum

Fanfiction

Was im Verborgenen liegt - Das perfekte Geschenk

von Alex2303

۩ ۞ ۩


Kaum in der Diagon Alley angekommen, steuerte Draco als erstes Gringotts an, was sich Tonks grinsend besah.
„Ich nehme an, dir schwebt etwas Extravagantes vor?“, schlussfolgerte sie, als er in der Bank verschwand. „Aber ich glaube, Hermione macht sich nichts aus teurem Zeug“, gab sie zu bedenken, bekam allerdings auch weiter keine Antwort. Stattdessen nahm sie reichlich verwundert zur Kenntnis, dass er die Tauschstelle ansteuerte und sich dort tatsächlich britische Pfund geben ließ!
„Was. . . was willst du denn mit dem Mugglegeld?“, verstand Tonks nicht, zu der Draco süffisant sah. „Noch etwas aus Mugglelondon besorgen, wenn ich hier habe, was ich will.“ Daraufhin guckte sie blöd.
„Und . . . was?“ „Wirst du schon sehen“, brummte der Blonde, dem das Gefrage und die Neugier seiner Cousine gehörig auf die Nerven ging.
„Na gut. Und was willst du ihr jetzt Schönes kaufen?“ „Weiß ich noch nicht“, murrte er und wuselte mit der Aurorin durch die Einkaufsstraße. Es dauerte dann keine fünf Minuten mehr, bis die ersten Passanten ihn bemerkten, erkannten und tuschelnd mit Blicken folgten. Einige waren sogar noch dreister und deuteten mit dem Finger auf ihn, was ihn zeitnah innerlich zur Weißglut trieb. Tonks registrierte es und sprach ihm gut zu.
„Lass dich davon nicht ärgern. Irgendwann verstehen die Leute, dass sie falsch liegen.“ „Weißt du, wie egal die mir sind?“, murrte er und sah Tonks kurz mufflig an, die schwach grinste.
„Seh ich, ja. Also? Wo gehen wir als Erstes hin?“, erkundigte sie sich. Draco lief aber recht planlos durch die Straße und ließ seinen Blick immer mal von rechts nach links über die Schaufenster wandern. Eine Eingebung blieb allerdings aus, ebenso, wie er auch sonst nichts Angemessenes entdeckte.
„Wie wäre es mit einem guten Buch?“, schlug Tonks vor, worauf er mit den Augen rollte. „Vielleicht noch etwas Subtileres? Sie wird von der restlichen Meute sicher schon Bücher bekommen. Das ist mir zu langweilig und einfallslos und nicht besonders genug“, murrte er, worauf sie nickte.
„Ja, sicher. Hermione freut sich aber über jedes Buch“, meinte sie noch. „Weiß ich. Trotzdem will ich was anderes.“ „Parfum?“, schlug Tonks ihm weiter vor. Auf den Wink verzog er allerdings angeekelt das Gesicht und warf Tonks zudem einen zweifelnden Blick zu.
„Erstens hat sie das nicht nötig und zweitens schenkt man Frauen kein Parfum! Das ist plump und zeigt obendrein auch noch, dass einem nichts Besseres eingefallen ist.“ „Hm. Wie wäre es denn dann. . .“ „Verschon mich mit deinen Vorschlägen!“, maulte er, worauf sie beleidigt einen Flunsch zog.
„Ich will dir doch bloß helfen, immerhin hast du nicht mal eine kleine Idee! Hast du selbst gesagt“, erinnerte sie ihn. „Dann denk in anderen Dimension und nicht so 08/15 mäßig. Ich bin nicht Weasley!“, meckerte er, worauf sie dümmlich grinste.
„Nein, bist du in der Tat nicht. Schmuck?“, meinte sie weiter, wo er nun wieder ruhiger „Zu unpersönlich“ murmelte und schließlich planlos in einem Antiquitätengeschäft verschwand, dem Tonks folgte.
„Was willst du denn hier?“ „Mich umsehen“, nuschelte Draco und schlich durch die Gänge, wo er den Blick über die alten Kostbarkeiten schweifen ließ, allerdings auch weiter keinen blassen Schimmer hatte, was er eigentlich suchte. Genauso, was er in so einem Laden wollte?
Zwar fanden sich hier sehr interessante Bücher wieder, wo er auch vorsichtig in einigen herumblätterte, die jedoch für nicht für angemessen genug erachtete. Da gab es andere, die Hermione mehr faszinieren würden. Er entdeckte zwar noch ein recht edles Schreibset mit Federn, was ihm aber nicht persönlich genug war.
„Was gefunden?“ „Nein“, seufzte er resigniert und stellte eine kleine Schatulle zurück, ehe er sich mit Tonks zum Ausgang bewegte. In einer der Seitennischen vernahm er dann jedoch ein helles, sehr melodisches Glockenspiel, wie auch ein kleines Mädchen, das auf seine Mutter einredete.
„. . . Bitte, bitte Mami. Die ist sooo schön!“, deutete die Kleine, Draco schätzte, dass sie vielleicht Fünf war, auf ein kleines, rundes, goldenes Schmuckkästchen, was sich bei näherer Betrachtung als Spieluhr entpuppte. Sie hielt sie in der kleinen Hand und beobachtete fasziniert, wie sich die Figürchen auf dem Teller verspielt tänzerisch bewegten und ihr zuwinkten, was die Kleine über das gesamte Gesicht strahlen ließ.
„Was ist?“, erkundigte sich Tonks, da er stehen geblieben war und die Mutter, mehr noch das kleine brünette Mädchen, mit den lockigen Haaren und hellen Augen musterte. Dabei schlich sich ein mildes Lächeln auf seine Lippen, ebenso wie sich etwas furchtbar Sanftmütiges in seine Augen stahl, was sie so noch nie bei ihm gesehen hatte.
Schließlich folgte sie seinem Blick zu dem Mädchen und ihrer Mutter. Diese klappte die Spieluhr zu und meinte entschuldigend: „Tut mir leid, Spätzchen. Aber die ist leider viel zu teuer. Wir müssen auch noch andere Sachen besorgen.“ Daraufhin guckte die Kleine traurig und zog einen Flunsch, worauf sich Draco auf einmal an die Kasse begab. Der alte Herr, und wohl auch Inhaber des Ladens, sah und erkannte ihn und musterte ihn im Kommenden argwöhnisch.
„Sie wünschen?“, brummte der Mann und sah düster über seine Brille hinweg auf Draco. „Die kleine Spieluhr da hinten, was kostet die?“ „18 Galleonen und fünf Sickel.“ „Hm. Ich gebe Ihnen 22, wenn Sie zu der Dame gehen und ihr die Spieluhr für ihre Tochter als Geschenk machen.“ Daraufhin guckte der alte Mann blöd. Ebenso Tonks.
„Wie meinen?“ „Sie sollen dem kleinen Mädchen die Spieluhr zum Geschenk machen. Ich bezahl sie.“ Kaum dass Draco sich erklärt hatte, legte er dem Herrn besagte Galleonen hin, der noch immer nicht wusste, was er davon halten sollte?
„Ich würde mich an Ihrer Stelle beeilen, bevor die Beiden weg sind“, stichelte Draco, dem der Mann dann auch nachkam. Vorher ließ er allerdings das Geld in seiner Kasse verschwinden. Kurz darauf eilte er zu der Dame, die bereits halb am Ausgang war.
„Warten Sie einem Moment, Gnädigste.“ Verwirrt blieb die Frau stehen, ihre Tochter bei der Hand, die fragend zu ihrer Mutter aufsah. Die folgte dem Verkäufer mit Blicken, der wenig später mit der Spieluhr zurückkam und sich vor die Kleine kniete.
„Die gefiel dir doch?“ „Hm“, machte sie und sah unsicher zu ihrer Mutter auf, die noch immer nicht verstand, was das sollte? Noch weniger, als der Herr die Spieluhr an ihre Tochter weiterreichte.
„Wenn sie dir so sehr gefällt, dann schenke ich sie dir“, lächelte der alte Mann freundlich, worauf die Kleine große Augen bekam, während ihrer Mutter der Mund aufklappte und sie nicht mehr wusste, was sie dazu sagen sollte.
„Das geht doch nicht!“ „Ich bestehe darauf“, meinte der Herr und tätschelte dem Mädchen kurz über den Lockenschopf, die begeistert die Spieluhr in den Händen hielt und das Döschen gleich wieder öffnete, sodass die Musik erneut spielte.
„Das kann ich nicht annehmen. Bitte. Ich. . .“ „Ist schon in Ordnung. Nehmen Sie sie. Wenn sie Ihr Töchterchen so glücklich macht“, lächelte er und sah zurück auf das kleine Mädchen.
„Wirklich? Oh Mami, bitte, bitte, bitte“, gängelte die Kleine ihre Mutter, der es sichtlich unangenehm war. „Ich. . .“ „Ich bitte mich lediglich zu empfehlen“, meinte der Herr, worauf sie nickte.
„Dann, vielen Dank. Das ist außerordentlich freundlich und großzügig von Ihnen. Sag danke zu dem Herrn“, wies die Mutter ihre Tochter an, die dem alten Mann sofort in die Arme fiel „Danke, danke, danke“, der sie lächelnd hielt und ihr über den Kopf tätschelte, ehe er sich erhob und die Zwei verabschiedete.
Als das Mädchen nochmal zurücksah, entdeckte sie an der Kasse Tonks und Draco. Letzterer hatte das Schauspiel schmunzelnd beobachtet, lächelte dem kleinen Mädchen nun zu und winkte kurz, was sie grinsen ließ, bevor sie es ihm gleichtat und schließlich mit ihrer Mutter aus dem Geschäft verschwand.
„Okay. Was war das?“, richtete sich Tonks verwundert an ihren Cousin, der noch immer ein seliges Lächeln auf den Lippen hatte.
„Ein Danke.“ „Häh?“, verstand Tonks jedoch nicht und auch der alte Herr schien verwirrt, über die seltsame Großzügigkeit des Malfoy Sprosses. Der richtete sich, nun interessiert, an den Inhaber.
„Haben Sie noch solche ähnlichen kleinen Schatullen?“ „Das war die einzige Spieluhr“, meinte er noch immer reichlich verwirrt.
„Eine Spieluhr brauche ich auch nicht. Lediglich ein hübsches, kleines, verziertes Kästchen in der Größe. Vielleicht auch etwas Rundes in Silber?“ „Ich schaue mal“, meinte der Herr und verschwand stutzig in seinem Lager.
„Was hast du vor? Und warum lässt du an eine wildfremde Frau etwas verschenken?“ „Hab ich doch gesagt. Als Danke.“ „Wofür?“ „Weil mich die Kleine auf eine sehr nette Geschenkidee gebracht hat. Und jetzt frag nicht weiter“, grinste er und ließ eine noch immer doof guckende Tonks mit ihrer Verwirrung alleine, als der Inhaber mit einem knappen Dutzend Schatullen zurückkam, die er zur Auswahl vor Draco aufstellte.

۩ ۞ ۩


„Hermione?“, hauchte Astoria, als ihr die Gryffindor nicht gleich Antwort gab, der Theo aufhelfen wollte. Als er sie allerdings am linken Arm ergriff, wich sie wie geschlagen zurück und drückte den Arm ganz fest an den Körper.
„Hast du Schmerzen?“, erkundigte sich Astoria und sah kurz ratlos zu Theo, da Hermione nicht reagierte und noch immer reichlich verstört war.
„Vielleicht ist es besser, wir bringen sie in den Krankenflügel“, murmelte er, worauf Astoria nickte. Hermione brachte aber nur ein brüchiges „Nein“ hervor.
Sie wollte nicht zu Madam Pomfrey. Sie wollte nicht, dass die Schwester diese Wunde sah. Genauso wenig wie sie wollte, dass die beiden Schlangen die Verstümmelung zu Gesicht bekamen.
„Sicher?“, hakte Astoria nach, worauf sie noch immer zittrig nickte. Im Blick nach wie vor eine dumpfe Panik, sodass die Schwarzhaarige zu Theo schaute.
„Weißt du, wo Blaise steckt?“ „Der wollte nochmal nach Hogsmeade runter. Hat was von Besorgungen gemeint.“ „Und Draco?“ „Den hab ich heute noch gar nicht gesehen. Charlie ist aber unten“, erklärte er, worauf Astoria wieder zu Hermione sah.
„Dann bringen wir dich erstmal zu Charlie. In Ordnung?“, schlug die Slytherin ihr vor, worauf sich die dumpfe Panik in Hermiones Blick leicht legte, in Anbetracht der Tatsache, jemandem zu sehen, dem sie vertraute und der es wusste.
Am Ende nickte sie kaum merklich und rappelte sich umständlich auf. Dabei achtete sie akribisch darauf, ihren Arm auch weiter so zu halten, dass die Beiden nicht mal den Ansatz eines Buchstaben erkannten.
Kurz darauf verschwanden sie zu dritt in den Kerker, wo ihnen Channing und Preston stutzig mit Blicken folgten, als sie mit der verstörten Löwin im Gemeinschaftsraum auftauchten. Sie sagten aber nichts, sondern steuerten mit Hermione den Gang zu den Jungenschlafsälen an. Dort klopfte Theo bei Charlie, der ein wenig mufflig in der Tür erschien.
„Was denn? Ich hab zu tun. Ich. . .“, brach er ab, als er Hermione sah, die noch immer in einem leicht apathischen Zustand war, geweint hatte und den linken Arm fest gegen den Körper presste. Damit war seine Arbeit schlagartig vergessen.
„Was ist passiert?“, fragte er rasch, worauf Theo knapp erklärte, was den Brünetten knurren ließ und ein gefährliches Feuer in seinen grünen Augen schürte.
„Sie wollte nicht in den Krankenflügel und da. . .“ „Ja, schon klar. Danke, dass ihr ihr geholfen und sie runter gebracht habt. Ich kümmer mich um sie“, meinte er knapp und zog sich die Gryffindor ran, die ihm im nächsten Moment leise in die Schulter schluchzte.
„Behaltet das bitte für euch“, meinte er nur noch zu seinen Hauskameraden und schloss die Tür. Im Kommenden sah er auf die verstörte, leicht zitternde Löwin.
„Haben sie dich verletzt?“, bohrte er, worauf sie knapp mit dem Kopf schüttelte. Kurz darauf dirigierte er sie zu seinem Bett, auf das sie erschöpft sank. Dabei hielt sie den Arm weiter fest an sich gedrückt, was auch nicht besser wurde, als Charlie danach sehen wollte.
„Hermione, komm schon. Ich will dir nur helfen“, redete er ruhig auf sie ein und lächelte ganz lieb, worauf sie nachgab und Charlie seit längerem diese Verunglimpfung erneut zu Gesicht bekam. Inzwischen war das Gewebe zur Gänze vernarbt und zeigte in einem feinen, leicht wulstigen Weiß recht deutlich dieses eine Wort, was ihr abermals die Tränen in die Augen trieb.
„Haben sie es gesehen?“ „Ich weiß es nicht“, flüsterte sie zittrig und schloss fertig die Augen, aus denen ihr die Tränen rannen, während Charlie in seinem Koffer wühlte und eine Salbe herauskramte.
„Nicht erschrecken“, hauchte er und rieb ihr etwas von der Salbe auf die Stelle, auf die sie bitter sah. „Es verschwindet nicht.“ „Ich weiß“, meinte er entschuldigend.
„Aber mit der Salbe geht das Gewebe ein wenig zurück, sodass es nicht mehr so eine spürbare Wulst ist“, erklärte er und legte ihr noch einen neuen Verband um, bevor er ihre Bluse magisch flickte.
„Möchtest du einen Tee?“, erkundigte er sich, wartete allerdings nicht auf eine Antwort. Stattdessen beschwor er entsprechendes herauf und träufelte in Hermiones Tasse noch ein paar Tropfen eines gelben Tranks. Die Löwin sah es und hatte bereits den Mund zu einer Frage offen, als Charlie ihr die Tasse reichte.
„Nur was Leichtes zur Beruhigung.“ „Danke“, brachte sie noch immer ein wenig dünn hervor und nippte letztlich an dem Tee, dessen Wirkung nicht lange auf sich warten ließ. Sie spürte, wie sich eine wohlige Wärme in ihrem Körper ausbreitete, die sich auch über ihren Geist legte und damit die Panik, den Schmerz, wie auch die Bitterkeit betäubte und ihr Ruhe versprach.
„Besser?“, erkundigte sich Charlie nach einer Weile, worauf sie nickte „Ja“, was ihn matt lächeln ließ. „Willst du mir sagen, was genau war, bevor Theo und Astoria kamen?“ „Das Übliche“, brachte sie dünn an und nippte nochmal an ihrem Tee.
„Das da wäre?“ „Die Verbindung zu euch. Zu Draco“, murmelte sie, was Charlie knurrig stimmte. „Werden die denn nie erwachsen?“, murrte er, worauf sie matt lächelte. „Offensichtlich nicht in nächster Zeit.“ „Hm“, brummte er und machte ein Gesicht, wie sonst Blaise.
„Tut mir wirklich leid, dass du wegen uns. . .“ „Komm ja nicht auf die Idee, dich zu entschuldigen!“, unterbrach Hermione ihn.
„Ihr seid meine Freunde und ihr bleibt es! Es ist mir egal, wenn denen das nicht in den Kram passt und die sonst was von mir denken. Ich lege keinen Wert auf die Meinung oder Ansicht solcher Leute.“ „Weiß ich doch“, schmunzelte er kurz, wurde dann aber erneut ernst.
„Trotzdem geht das nicht, dass die dich angreifen. Das sind keine Zustände! Blaise hat mir letztens auch noch erzählt, dass die Beiden Luna nach unserer Feier blöd angegangen sind und wohl auch geschlagen haben.“ „WAS?“, stieß Hermione entsetzt aus, worauf er nickte.
„Draco und Blaise haben sie dann schon zurechtgestutzt und ich glaube auch Flitwick und Sprout über die Sache informiert. Allerdings zieht das alles allmählich Kreise, die mir nicht behagen. Du weißt noch, was Draco letztens gesagt hat? Der Schmetterlingseffekt?“ „Hm.“ „Das schlägt alles langsam Wellen, da wir unser kleines Geheimnis gelüftet haben. Und diese Wellen scheinen nicht gerade positiv zu sein.“ „Kommt irgendwann sicher noch. Es muss“, murmelte Hermione den letzten Satz gedrückt, worauf Charlie ihr tröstend über den Rücken rieb.
„Du solltest deswegen vielleicht auch mal mit McGonagall reden.“ „Werd ich“, versprach Hermione mit einem gedrückten Lächeln, als ihr noch etwas einfiel, was sie Charlie ohnehin fragen wollte. Und das ja auch schon ein wenig länger.
„Uhm. . . Jetzt mal etwas anderes. Ich. . . Ich wollte dich fragen, ob du . . . ob du vielleicht einen Trank zum traumfreien Schlafen für mich hättest? Ich hab zurzeit doch ein bisschen Probleme und Draco meinte, seine sind zu stark für mich.“, erklärte sie, worauf Charlie nickte.
„Da hat er Recht. Ist es denn sehr . . . schlimm?“, erkundigte er sich vorsichtig, worauf sie betreten den Blick senkte. „Ich werd teils schreiend wach und. . . Sie fühlen sich leider sehr echt an.“ „Verstehe. Warte mal.“ Damit war er wieder an seinem Koffer, kramte und wühlte in diesem, bis er einen kleinen Flakon bei der Hand hatte, in dem eine azurblaue Flüssigkeit schimmerte.
„Versuch’s mal mit dem.“ „Hast du nur die eine?“, entwich es Hermione leicht enttäuscht, worauf Charlie grinste. „Süße, das ist ein extrem starkes Konzentrat. Vor dem Schlafen ein Tropfen in ein Glas mit Wasser und du schläfst wie ein Stein, ohne ein Bild in deinem Kopf. Falls sich doch etwas einschleichen sollte, versuch es die nächste Nacht mit zwei Tropfen. Wenn es dann immer noch ist, sag mir Bescheid, dann schau ich nochmal nach etwas anderem.“ „Und wenn ich noch einen mehr nehme?“, sah sie interessiert auf die Flüssigkeit.
„Wäre auch eine Variante, allerdings ist das Zeug wirklich extrem stark. Glaub mir. Das Maximum, was man bei dem Mittel vor dem Schlafengehen zu sich nehmen kann, ohne Gefahr zu laufen, ewig zu schlafen, sind fünf Tropfen. Die könnten für dich aber schon zu viel sein, weil du relativ klein und zierlich bist. Deswegen würde ich dir erstmal nicht mehr als zwei empfehlen. Ich hab dann noch andere Sachen, die wir vorher ausprobieren können, ehe du dich an drei wagst. Aber wie gesagt, ich bin mir sicher, dass ein Tropfen bei dir reicht.“ Auf die Erklärung schluckte sie und sah unsicher zu Charlie.
„Hat Draco auch so etwas?“ „Jein. Dem hat Paps ‘ne spezielle Mischung zusammengerührt. Darin sind fünf Tropfen von dem enthalten und dann noch zusätzlich ein Gemisch aus zwei sehr starken Tränken. Für Extremfälle, wie nach der Azkaban Sache.“ „Die Tränke sind fast alle aufgebraucht, die in der Tasche deines Vaters waren“, erklärte Hermione, worauf Charlie müde lächelte.
„Sollte mich das wundern?“, murmelte er geschlagen und sah wieder zu Hermione. „Er schluckt die immer noch, oder?“ „Er meinte, er könnte ohne gar nicht mehr schlafen und würde mich dann aus dem Schlaf brüllen“, gab sie ihm die Worte des Blonden wieder, was Charlie seufzen ließ, der sie gleich mahnend ansah.
„Versteck die Phiole ja vor ihm. Nicht, dass er mal auf dumme Gedanken kommt und die Dosis von sich aus erhöht. Ich werd Paps schreiben, dass er mir mal eine kleine Hausapotheke für euch zusammenstellt. Vielleicht passt du dann auch ein bisschen auf, dass er aufhört, das Zeug ständig in sich reinzukippen. Ich kann ihn zwar verstehen, auf die Dauer ist das aber erstens keine Lösung und zweitens nicht gut für ihn und seinen Körper. Für dich genauso. Ihr müsst sehen, dass ihr das irgendwie ohne die Tränke geregelt bekommt. Mit der Zeit lassen die Albträume bestimmt auch von alleine nach. Versucht es am Wochenende einfach ohne“, empfahl Charlie ihr, worauf sie nickte, ihn dann aber wieder fragend ansah.
„Hat Draco sich jetzt die Tage mal sonst irgend ein Mittel von dir geben lassen oder gesagt, dass er Schmerzen hat?“ „Nein. Warum?“ Daraufhin erzählte sie ihm von dem gestrigen Vorfall, wie auch ihrer Entdeckung der letzten Nacht. Dass die meisten Tränke, Tinkturen und Salben zum Großteil aufgebraucht waren, was Charlie nicht nur verwirrte, sondern auch besorgte.
„Nein. Er hat nichts gesagt. Gar nichts.“ „Hältst du es für möglich, dass er sich beim Training ständig was getan hat?“, warf Hermione ein, worauf er mit dem Kopf schüttelte.
„Nein. So ungeschickt ist er nicht. Bei weitem nicht. Er ist lediglich außer Form, aber das ist er seit dem Sechsten. Nein. Davon abgesehen hätte Blaise ihn ohne Umwege zu Madam Pomfrey geschleift, wenn etwas gewesen wäre.“ „Versehe“, murmelte Hermione. Und das nach wie vor ratlos.
„Ich frag Blaise mal, ob er etwas mitbekommen hat. Wenn nicht, kannst du dir sicher sein, dass er Draco dann auf alle Fälle auf den Zahn fühlt.“ „Mich hat er vollgemuffelt, als ich ihn deswegen zur Rede gestellt hab.“ „Das traut er sich bei Blaise nicht“, lachte Charlie, ehe er aufmunternd meinte: „Draco lässt sich halt nicht gerne etwas vorschreiben und erst recht nicht bemuttern. Schon gar nicht von einem Mädchen.“ „Hab ich gemerkt“, murrte Hermione, worauf Charlie ihr tröstend durch die Haare strich.
„Nimm dir das nicht so an. Draco meint das nicht so. Und heute Abend steht er garantiert mit einer Entschuldigung auf der Matte. Wirst sehen“, schmunzelte Charlie und zog sie hoch.
„Lass uns essen gehen. Ist schon spät.“

۩ ۞ ۩


„. . . Jetzt sag schon! Was hast du vor?“, bohrte Tonks, als sie das Geschäft zehn Minuten später wieder verlassen hatten. Draco zufrieden mit sich und seiner Ausbeute, aus der Tonks nicht schlau wurde.
Zwar hatte er ein sehr schönes, kleines Schmuckkästchen gefunden, nur verstand sie ehrlich nicht, was er damit vorhatte? Er hatte die ganze Zeit gesagt, dass er ihr etwas Besonderes schenken wollte. Etwas Spezielles. Das Kästchen war zwar hübsch, in Tonks’ Augen allerdings nichts Besonderes. Da würde sich Hermione sicher mehr über ein gutes Buch freuen, es sei denn. . .
„Willst du ihr dazu doch noch ein bisschen Schmuck kaufen?“ „Nein.“ „Aber was dann?“, lamentierte Tonks allmählich wie ein kleines Mädchen und begann zu schmollen, da Draco ihr sein Geheimnis nicht verraten wollte.
„Komm, sag schon. Ich behalt es auch für mich.“ „Daran, Cousinchen, hab ich gehörig meine Zweifel“, höhnte er spitz, worauf sie die Backen aufplusterte.
„Was? Soll das heißen, ich kann nichts für mich behalten?“ „Du bist eine Frau. Das sagt ja wohl alles!“, stänkerte er weiter und bekam dafür einen Klaps auf den Hinterkopf.
„Werd ja nicht frech, mein Lieber. Andernfalls kannst du dir deinen Abstecher nach Mugglelondon abschminken“, drohte sie ihm leicht, worauf er das Gesicht verzog.
Zwar war diese Sache jetzt nicht sooo dringlich, wie ein geeignetes Geburtstagsgeschenk, dennoch wollte er nicht mit leeren Händen zurückkommen.
„Ich bin ja schon ruhig.“ „Also? Was schenkst du ihr?“, hakte Tonks wieder freudig nach, was ihn innerlich schreien ließ.
„Vergiss es!“, murrte er und beeilte sich, die Gasse hochzulaufen, um über den Leaky Cauldron in Mugglelondon zu verschwinden. Auf halber Strecke hörte er dann jedoch eine zeternde Stimme, die ihm Gänsehaut bereitete und er sichtlich schauderte. Tonks sah es.
„Was ist?“ „Nichts. Ich dachte nur, ich hätte. . .“ „. . . Frechheit! Dafür werden Sie aufkommen!“, hörte er die penetrante Stimme dieses Sumpfhuhns wieder, die ihm erneut Gänsehaut bescherte.
Hatte Daphne nicht gesagt, sie wäre weg? Verreist oder anderweitig untergetaucht? Wenn ja, war sie anscheinend zurück und er hatte keine Lust dieser dummen Pute über den Weg zu laufen. Er. . .
„. . . war keine Absicht. Bitte entschuldigen Sie“, hörte er neben dem Sumpfhuhn Parkinson, nun auch die Frau von vorhin. Die Mutter von dem kleinen Mädchen, die mit ihnen in dem Antiquitätengeschäft war.
„Mir egal! Sie bezahlen mir den Schaden! Haben Sie eigentlich eine Ahnung, wie teuer das war?!“, ätzte Parkinson, womit er nun doch den Weg zu den Streitenden einschlug, um die sich bereits eine kleine Traube gebildet hatte, die den Zirkus tuschelnd beobachtete.
Dort schob sich Draco mit Tonks, die seine Regungen ein wenig verwundert zur Kenntnis nahm, an den Platz des Geschehens und sah, was war.
Pansys Tüten lagen im Dreck und damit auch ein Teil ihrer Einkäufe, die mal wieder aus Klamotten und anderem unnützen, überteuerten Plunder bestanden. Die Hexe hatte sich inzwischen zeternd vor der jungen Frau und ihrer Tochter aufgebaut, die ihr Mädchen schützend hinter sich hielt. Diese sah mit verwässerten Augen hinter ihrer Mutter verängstigt zu der Hexe auf.
„Das kann ich wegwerfen und das nur, weil Ihr dummes Balg die Augen beim Laufen nicht aufmacht!“, zischte sie und sah böse auf die Kleine, der allmählich die Tränen aus den blaugrauen Augen kullerten, worauf Draco noch etwas näher, halb neben die Frau, trat und Pansys Aufmerksamkeit damit auf sich zog.
„Jetzt mach nicht so einen Aufriss, wegen des Plunders. Mit einem Reinigungszauber ist alles wieder wie neu. Wobei. . . Ehrlich gesagt, ist das die Mühe eigentlich nicht Wert. Deine modischen Entgleisungen kann man schließlich keinem zumuten“, gab er ihr süffisant, wie auch abfällig zu verstehen, worauf sie große Augen bekam und ihr Kopf in seine Richtung schoss. Keine Sekunde später konnte man sehen, wie es in ihrem Hirn zu arbeiten begann, als sie ihn erkannte. Ihr Mund ging auf und zu, wie bei einem Fisch auf dem Trockenen.
Zeitgleich sah auch die Mutter irritiert zu Draco, während Tonks sich lächelnd zu dem kleinen Mädchen in die Hocke sinken ließ und versuchte, sie mit ihren Metamorphose Fähigkeiten abzulenken und wieder aufzumuntern, was ihr nach und nach gelang. Pansy zweifelte indes noch immer an ihrer Optik.
„Draco?“, entwich es ihr baff, worauf ihr Gegenüber die Hände in die Hosentaschen seiner Jeans schob. Zeitgleich tuschelten die Leute um sie herum immer angeregter und sahen verwirrt zwischen den beiden Schlangen hin und her. Auch die Mutter der Kleinen musterte Draco nun mit gesteigertem Unbehagen, der mittlerweile ein wenig vor ihr und ihrem Mädchen stand, mit dem sich Tonks noch immer beschäftigte und versuchte, sie zu bespaßen.
„Was. . . Wie. . .“, brachte Pansy nur Gestammel heraus und ließ ihren Blick nochmal zweifelnd über Draco wandern, um sich ihren ersten Eindruck zu bestätigen.
Vor ihr stand tatsächlich Draco Malfoy. Und zwar völlig untypisch für ihn, in legerer Kleidung. Mugglekleidung! Jeans, T-Shirt, ein Hemd offen darüber geworfen, verbunden mit einer Sweatjacke.
„Hast du das Sprechen verlernt, Parkinson? Wäre ein erheblicher Fortschritt, in deiner persönlichen Evolution“, höhnte er, womit sie sich fing und ihn anschnauzte.
„Was fällt dir ein, so mit mir zu reden, du . . . du. . .“, wusste sie nicht, was sie ihm an den Kopf werfen sollte, was Draco amüsierte.
„Ich was?“, hakte er belustigt nach, womit es unkontrolliert aus ihr herausbrach. „. . . dreckiger Blutsverräter!“ „Au. Jetzt hast du’s mir aber gegeben“, spöttelte Draco weiter und grinste breit, was sie vollkommen aus dem Konzept brachte.
„Wie kannst du. . .“, brach sie jedoch ungläubig ab und schüttelte mit dem Kopf. „Wie kann ich was, Parkinson?“, provozierte er sie aufs Neue, worauf sie ihn wütend anfunkelte.
„Es stimmt also wirklich, ja? Zabinis dummes Gequatsche während der Schlacht?“ „Ich weiß zwar nicht genau was der gute Blaise dir erzählt hat, aber ich sag jetzt einfach mal JA!“, brachte er mit einer ungeheuren Genugtuung hervor und beobachtete mit einer kindlichen Freude, wie die ehemalige Slytherin immer mehr außer sich geriet.
„Ich kann es nicht fassen. Du. . . Ausgerechnet DU!“ „Sprich mal bitte in ganzen Sätzen, sofern dir das noch möglich ist“, reizte er sie, worauf sie wütend auf ihn zutrat, ausholte und die Hand mit aller Kraft auf ihn zusausen ließ. Draco war jedoch einen Tick schneller und fing sie in der Luft ab, noch bevor sie seine Wange schmerzhaft treffen konnte.
„Wag es ja nicht“, raunte er unheilvoll und taxierte sie dunkel mit seinen Eisaugen. Nebenher drückte er ihr das Handgelenk schmerzlich zusammen, wie auch von sich weg, sodass ihr etwas die Tränen in die Augen schossen, mit denen sie ihn todbringend anfunkelte.
„Du bist ein widerlicher Bastard, Malfoy!“, spuckte sie seinen Namen schon halb und riss sich letztlich von im los. „So tief wie du kann man gar nicht sinken! Dass du dich wirklich mit diesem blutsverräterischen Abschaum abgibst und auch noch zusammentust. Und dann auch noch das Schlammblut Granger!“, spie sie, worauf seine Mimik gänzlich zu Eis gefror. Seine Augen wurden gefährlich dunkel und bedrohlich, ebenso seine ganze Körperhaltung, sodass man die Spannungen, die er plötzlich abstrahlte, beinahe greifen konnte.
„Wage es nicht noch einmal meine Freunde zu beleidigen, Parkinson“, raunte er unheilvoll und machte einen Schritt auf die Schwarzhaarige zu, die diesen gleich zurück wich und damit erneut Abstand zwischen sich und Draco brachte.
„So weit ich weiß, hast du dein Schandmaul im Mai bereits zu weit aufgerissen. Ich würde es an deiner Stelle nicht auf mehr ankommen lassen.“ „Das sagst ausgerechnet DU, du mieser Heuchler?!“, zischte sie. In den Augen ein gefährliches Brennen.
„Du hast überhaupt kein Rückgrat, Malfoy. Verrätst unsere Prinzipien und alles, nur um deinen Arsch zu retten!“, keifte sie und war sich des Umstands, dass sie mitten in der Diagon Alley waren und man sie zunehmend interessiert beobachtete, tuschelte und ihr abfällige Blicke zukommen ließ, immer weniger bewusst.
„Tu ich das?“, meinte Draco gelassen und warf ihr schließlich einen seiner überheblichen Blicke zu. „Weißt du Parkinson, du hast mal wieder keine Ahnung von nichts. Aber das ist ja nichts Neues. Lass dir gesagt sein, man kann nicht verraten, wofür man nie eingestanden hat.“ „Was soll das heißen?“, zischte sie.
„Streng deine grauen Zellen an, auch wenn es dir schwerfällt, mit nur einer Zelle“, reizte er sie noch mehr, worauf sie den Zauberstab zog und gefährlich auf ihn deutete, was die Menge unruhig stimmte. Allen voran Tonks, die die Kleine samt Mama verstärkt hinter sich nahm und sich stattdessen neben Draco postierte, wo sie Pansy warnend anfunkelte. Diese erkannte die Aurorin, was sie schnauben ließ. Draco sprach trotz allem gelassen, aber dennoch kalt und berechnend weiter.
„Ich denke, Blaise und Charlie werden dir vor einem halben Jahr ihre Einstellung zu allem recht deutlich vermittelt haben. Und über diese Haltung war ich von Anfang an im Bilde. Und zwar seit Jahren“, rieb er ihr genüsslich unter die Nase, was sie zum Kochen brachte.
„Darüber, dass sie sich seit unserem dritten Jahr regelmäßig, auf freundschaftlicher Basis, mit Hermione und Ginny verabredet und getroffen haben. Wieder und wieder und wieder“, wiederholte er. Und mit jedem Wort mehr, das er von sich gab, begann die Hexe stärker zu zittern. Ihren Zauberstab hielt sie auch weiter gefährlich auf seine Brust gerichtet, jedoch sagte sie nichts, sondern ließ stattdessen ihren giftsprühenden Blick für sich sprechen.
„Und dabei hätte ich sie gerne begleitet.“ „DU LÜGST!“, schrie sie ihn aufgebracht an. Draco schmunzelte allerdings süffisant.
„Warum sollte ich?“, meinte er gelassen, womit etwas bei der Hexe aushakte und sie ihm einen Fluch entgegenschleuderte.
Tonks reagierte jedoch blitzschnell und blockte diesen mit einem Schildzauber, ehe sie ihrerseits mit dem Zauberstab auf Pansy deutete, die wütend zischte. Mittlerweile wurde die Hexe auch von den Umstehenden immer abfälliger gemustert. Dabei schwoll das Getuschel der Passanten an, sodass sich die Schwarzhaarige wieder gänzlich ihrer Umgebung bewusst wurde. Draco nahm es amüsiert zur Kenntnis, als Tonks das Wort ergriff.
„Ich glaube, es ist besser, Sie nehmen Ihre Sachen und gehen, Miss Parkinson“, wies sie die Hexe kühl an und bekam dafür einen zornigen Blick als Quittung, bevor sich Pansys Augen nochmal bei Draco einfanden.
„Ich hasse dich!“ „Du machst Fortschritte. Nach sieben Jahren. Ich bin überwältigt, dass du es endlich begriffen hast.“ „Fick dich doch, Malfoy!“, schnauzte sie ihn an, sammelte ihre Einkäufe auf und lief, hoch erhobenen Hauptes, an ihm und Tonks vorbei. Dabei rempelte sie das kleine Mädchen energisch an, die prompt auf den gepflasterten Weg fiel und sich die Hände aufschürfte. Die Spieluhr hatte sie fallen lassen, die obendrein zerbrach.
„HEY!“, rief Tonks der Schwarzhaarigen noch wütend nach. Die disapparierte jedoch in dem Moment. „Unmöglich“, muffelte die Aurorin und schlug ihrem Cousin letztlich auf den Hinterkopf, als er sich gerade zu dem kleinen Mädchen wenden wollte.
„Ey!“, meckerte er. „Musst du immer mit dem Feuer spielen und andere provozieren?“, schimpfte sie, was ihn mürrisch gucken ließ.
„Denkst du, ich hab Angst vor dem hohlen Sumpfhuhn?“ „Sie wollte dich verfluchen!“ „Die Ziege hat noch nie einen Zauber anständig auf die Reihe gekriegt“, bemerkte Draco süffisant und konzentrierte sich nun wirklich ganz auf die Kleine. Inzwischen kniete auch ihre Mutter neben ihr und tröstete ihr Mädchen, die dicke, stille Krokodilstränen weinte.
Als Mutter und Tochter ihn direkt vor der Nase hatten, zog die Mutter ihr Mädchen verängstigt an sich, da sie nun zweifelsfrei wusste, wen sie hier vor sich hatte. Diese Unruhe und Angst stieg abermals, als Draco seinen Zauberstab aus der Hosentasche zog und auf das kleine Mädchen deutete.
„Nicht. Bitte“, flehte die Mutter halb, aus Angst, er könnte ihre Tochter verletzten. Draco deutete jedoch auf die aufgeschürften Hände des Mädchens und murmelte leise, aber dennoch deutlich „Episkey“, worauf die Verletzungen heilten und die Kleine aufhörte zu weinen.
Stattdessen sah sie ihn, noch immer etwas verschüchtert, nun aber wieder Aufmerksamer an. Draco konzentrierte sich im Kommenden allerdings ganz auf die Spieluhr und flüsterte neben dem Reparo noch einen anderen Zauber, sodass sich die Spieluhr wieder zusammensetzte, die er dem Mädchen reichte. Diese griff aus einem Reflex danach, obwohl es ihre Mutter, dem Blick nach, lieber verhindert hätte. Draco beachtete sie nicht, sondern sah die Kleine mit einem aufmunternden, warmen Lächeln an.
„Jetzt geht sie wieder“, meinte er und stand auf, wo Tonks ihn nun anschmunzelte und die Haare verwuschelte, was ihn sauer schnauben ließ.
„Nimm die Griffel von mir. Du versaust mir meine Frisur!“ „Da gibt es nichts zu versauen“, lachte sie und zwinkerte der Kleinen kurz zu, bevor sie sich an Draco richtete.
„Willst du jetzt noch nach Mugglelondon?“ „Ja. Ich brauch noch was Spezielles. Gibt’s nur da.“ „Na da bin ich jetzt mal gespannt“, schmunzelte Tonks und machte sich schließlich mit ihm auf den Weg in Richtung Leaky Cauldron. Und das nach wie vor verwirrt von dem umstehenden Pulk beobachtet, die allesamt nicht wussten, was sie von dem Schauspiel halten sollten?
Das kleine Mädchen interessierte sich zeitnah allerdings wieder für ihre Spieluhr, die laut Draco nun ja wieder gehen sollte. Sie öffnete vorsichtig den Deckel, womit das Glockenspiel erklang und die kleinen Figürchen sich aufs Neue drehten und lachten. Doch damit nicht genug, stiegen plötzlich noch kleine, hell leuchtende Schmetterlinge in allen möglichen Farben aus der Spieluhr empor.
„Mami, Mami, schau mal!“, deutete sie begeistert mit großen Augen auf den neuen Zauber, dem die Mutter folgte. Aber auch Tonks drehte sich noch einmal nach hinten. So sah sie ebenfalls, was das Mädchen noch zusätzlich in den Bann zog, was sie schmunzeln ließ. Kurz darauf richtete sie sich an Draco, der ebenso ein kleines Lächeln auf den Lippen hatte.
„Du kannst ja richtig zauberhaft sein“, neckte sie ihn. „Ich weiß nicht, was du meinst“, gab er ihr ahnungslos zurück und bekam dafür einen sanften Rüffel in die Seite, ehe sie ganz aus der Diagon Alley in Mugglelondon verschwanden.

۩ ۞ ۩


Mittlerweile war es früh am Abend. Hermione saß inzwischen wieder in ihrem Turm, nachdem sie, nach dem Mittagessen, noch eine Weile mit Blaise und Charlie in den Kerkern gesessen und geredet hatte.
Sie hatte Blaise auch noch einmal gefragt, ob er eine Idee hatte, wo sich Draco diese Verletzungen zugezogen hatte? Allerdings war er so schlau wie Hermione und machte sich im Nachhinein auch noch Vorwürfe, dass er ihn erst zum Training geschleppt und nach seinem Absturz nicht gleich zu Madam Pomfrey gebracht hatte. Hermione und Charlie hatten ihn beruhigt, dass es nicht seine Schuld war, immerhin hatte keiner von ihnen etwas wissen können, da Draco den Mund nicht aufgemacht hatte.
Ihre Wut auf den Blonden war nach dem Gespräch mit Charlie dann auch gänzlich verraucht. Stattdessen hatte sich eine leise Unruhe in ihr breitgemacht, ob er seinerseits noch sauer auf sie war, denn sie hatte ihn den ganzen Tag noch nicht zu Gesicht bekommen. Und so wie sie die Jungs verstanden hatte, sie auch nicht.
So hockte sie nun in einem der gemütlichen Sessel am Kamin und versuchte sich auf ihr Buch zu konzentrieren. Nur fiel es ihr immer schwerer, je öfter sie auf die Uhr sah.
Im Grunde war es ja noch nicht weiter spät. Das Abendessen stand auch noch aus, trotzdem quälte sie die Tatsache, dass er ihr scheinbar aus dem Weg ging. Sie hatte es doch nur gut gemeint, wie konnte das dann in so einer Streiterei enden?
Sie seufzte und wollte ihr Buch gerade weglegen, als es klackte und das Porträt aufschwang. Hermione zuckte daraufhin ein wenig zusammen und linste erst einmal über ihr Buch, wo sie den Blonden im Zugang entdeckte und damit versuchte, zu ergründen, wie seine Laune war. Seine Mimik war jedoch undurchschaubar, mit der er ebenso fragend in ihre Richtung sah, sodass sie es vorzog, sich wieder hinter ihrem Buch zu verstecken.
Draco schluckte auf den Anblick, da ihm die Hexe offensichtlich nichts zu sagen hatte und stattdessen sang und klanglos weiter in ihrem Buch las. Jetzt kam es auf ihn an, nur wie am besten anfangen?
„Der Troll ist wieder da“, warf er letztlich ein wenig ungelenk in den Raum, in der Hoffnung, dass sie verstand, worauf er aus war. Hermione konnte auf den Aufruf auch nicht anders, als hinter ihrem Buch zu grinsen, als sie realisierte, dass ihre Standpauke doch etwas bewirkt hatte. Und sie freute sich darüber, setzte dann aber ein blasiertes, kühles Gesicht auf, als sie ihr Buch schloss und zu ihm blickte.
„Ja, das sehe ich. Und zwar ohne Getöse“, meinte sie süffisant, was ihn vorsichtig grinsen ließ. „Das kannst du auch haben, wenn dir das lieber ist?“ „Zu gefährlich fürs Mobiliar“, resümierte sie und sah ihn mit schräg gehaltenem Kopf an.
„Wo warst du eigentlich den ganzen Tag?“, erkundigte sie sich und meinte ihn ein wenig Verlegen zu sehen. „Uhm. . . Besorgungen und. . .“, damit trat er auf sie zu und zauberte hinter seinem Rücken einen großen, bunten, raffiniert gebundenen Blumenstrauß hervor, auf den sie verdutzt guckte. Dem folgte dann auch noch eine übergroße Geschenkausführung Ghirardelli Chocolate, was sie abermals blinzeln ließ.
„Was. . . Wo. . .“, wusste Hermione nicht, was sie sagen sollte. Stattdessen blieb ihr recht perplex der Mund offen stehen, als er über die Blumen hinweg zu ihr guckte, was gar nicht so leicht war.
„Der hohle Troll würde sich gerne bei seiner Löwin entschuldigen. Ich weiß, du hast es nur gut gemeint und. . . Ich bin das einfach nicht gewohnt, wenn jemand, na ja . . . mir helfen will. Von Blaise und Charlie mal abgesehen und. . . Es tut mir wirklich leid, Hermione“, erklärte er und reichte ihr die Blumen, an denen sie schmunzelnd schnupperte und den Strauß liebevoll betrachtete.
Er war wirklich schön und beinhaltete zudem ihre Lieblingsblumen. Genauso die Schokolade. Die gab es nur in einem einzigen Delikatessenladen in Mugglelondon. Damit war ihr auch klar, wo er sich den ganzen Tag herumgetrieben hatte, womit sie die Blumen erst einmal beiseitelegte, ihn wieder ansah und sich letztlich erhob.
„Dann komm mal her du Troll“, schmunzelte sie und zog sich ihren Idioten ran, den sie fest in die Arme schloss, was ihn erleichterte.
„Rede mit mir, wenn etwas ist. Wenn du was hast“, legte sie ihm während ihrer Umarmung nochmal nahe und sah ihn schließlich an. Sie sah ihm tief in die Augen und nahm sein Gesicht sanft in die Hände, über dessen Wangen sie mit den Daumen streichelte.
„Verstanden?“ „Hm“, gab er ihr nickend zurück und zog sie seinerseits fest in die Arme. „Ich hab dich lieb, Draco. Also mach nicht wieder solchen Blödsinn“, bat sie und schmiegte sich noch etwas mehr an ihre Schlange, die sie erleichtert, wie auch glücklich in den festhielt.
۩ ۞ ۩


Wenn Du Lob, Anmerkungen, Kritik etc. über dieses Kapitel loswerden möchtest, kannst Du einen Kommentar verfassen.

Zurück zur Übersicht - Weiter zum nächsten Kapitel

Top-News
Suche
Updates
Samstag, 01.07.
Neue FF von SarahGranger
Freitag, 02.06.
Neue FF von Laurien87
Mittwoch, 24.05.
Neue FF von Lily Potter
Zitat
Meine Figur spiegelt sich auf den Gesichtern vieler Kinder, die man trifft. Sogar wenn man normal gekleidet ist, starren sie einen an wie ein Alien.
Tom Felton