Was im Verborgenen liegt - Party 2.0
von Alex2303
۩ ۞ ۩
Es war ein Albtraum! Die wenige Akzeptanz, die sich in den letzten knapp drei Wochen entwickelt hatte, seit sie wieder in der Schule waren, war mit diesem einen Artikel schlagartig dahin. Draco stand durch diese Sache unweigerlich aufs Neue im Negativfokus der Anderen.
Ohne den kleinsten Beweis in den Händen zu haben, lasteten ihre Mitschüler ihm, wie schon früher, sämtliche Schuld an. Genauso wie sie damals im Zweiten davon ausgegangen waren, dass er der Erbe Slytherins sei und das Monster aus der Kammer gelassen hatte. Und was war am Ende? Er hatte einfach nur die große Klappe, aber nie etwas mit der Sache zu tun gehabt. Nicht einmal ansatzweise.
Und jetzt? Die Übrigen klagten ihn auch weiter an, nur weil er durch seinen Vater mit diesen Gestalten in Verbindung stand. Ebenso gut könnten sie sie, Hermione, beschuldigen etwas mit dem Ausbruch zu tun zu haben, weil sie mit Draco befreundet war.
Auf eine derart dumme Idee würde allerdings nie einer kommen, da sie hier in der Geschichte zu den Guten zählte. Zu den strahlenden Helden, die scheinbar nie einen Fehler begangen hatten, während sie Draco, trotz all seiner Mühen und des Einsatzes während der Schlacht, auf den kleinsten Hinweis sofort wieder in die Schublade der Dunklen und Bösen steckten.
Aber so war das leider in ihrer lieben Gesellschaft. Hatte man einmal einen gewissen Ruf weg und bestimmten Stempel aufgedrückt bekommen, wurde man den sein Leben lang so gut wie nie mehr los. Da würde immer etwas sein, egal wie sehr man für etwas anderes kämpfte und einstand. Und Draco war zu allem Überfluss ja richtig mit einem ganz speziellen Zeichen gebrandmarkt, das dem Begriff unmöglich noch eine gänzlich neue Bedeutung gab.
Hermione seufzte. So hatte sie sich ihren Geburtstag wirklich nicht vorgestellt. Da hatte der Tag mit seiner kleinen großen Überraschung so schön angefangen, um keine Stunde später in einer mittleren Katastrophe zu enden.
Die Tatsache, dass er noch immer nicht zurück war, machte es von Minute zu Minute auch noch schlimmer. Dieser Hexenkessel, in dem sie steckten, brodelte immer stärker, je mehr ihre Mitschüler tuschelten, irrsinnige Vermutungen äußerten, und, und, und.
Am schlimmsten war für Hermione Harrys Blick am Morgen. Sie hatte ihn zweifeln sehen. Sie hatte das alte Misstrauen in seinen Augen gesehen, das er seit jeher gegen Draco hatte.
Vielleicht war der Gedanke in seinem Kopf nicht so präsent, wie in denen der Anderen, dass Draco tatsächlich etwas mit der Sache zu tun haben könnte. Dennoch war da etwas. Und das deprimierte sie. Dass er sich so schnell wieder von dieser Vorstellung einnehmen ließ.
Mittlerweile war es auch schon Mittag geworden. Appetit hatte sie keinen. Und so wie ihre Schlangen guckten, sie auch nicht. Blaise stocherte wütend in seinem Essen herum und war dabei, Püree daraus zu machen. Charlie hatte sich nur einen Tee genommen, rührte in dem aber so energisch, dass er immer mal etwas über den Rand kleckerte. Die Greengrass Schwester schoben ihren Tellerinhalt auch nur von einer Seite auf die andere, während sie den Blick trübsinnig durch die Halle wandern ließen und dabei mehr als einmal auf unheilvolle Blicke stießen.
Hermione und Ginny hatten sich unter anderem deswegen auch wieder zu den Schlangen gesetzt, um nochmal deutlich ein Zeichen zu setzen. Um zu zeigen, dass sie keine Monster waren und sie das Gequatsche für Unsinn hielten.
„Möchte mal wissen, was Tonks so lange von ihm will?“, murrte Blaise und matschte auch weiter auf seinem Teller rum.
„Sicher alle Möglichkeiten durchgehen. Wie sie vorgehen könnten. Draco kennt ihre Maschen und Taktiken schließlich zum Großteil“, resümierte Charlie leicht murrend, während Blaise seine Gabel so energisch auf den Teller rammte, dass der in der Mitte durchbrach.
„Ups.“ „Dir möchte ich jetzt nicht im Dunkeln begegnen“, murmelte Ginny und musterte ihren Freund vorsichtig, der auf den Kommentar die Gabel sauer auf seinen kaputten Teller warf. Als er aufblickte fielen ihm zwei Personen ins Auge, die gerade die Halle betraten. Und damit war er zeitnah nicht alleine.
„Draco“, murmelte er, womit die Anderen am Tisch aufschauten, seinem Blick folgten und sahen, wie sich Tonks mit dem Blonden in ihre Richtung bewegte.
„Merlin, was habt ihr die ganze Zeit gemacht!?“, überfiel Blaise die Zwei, kaum dass sie Platz genommen hatten. „Iss was“, wies Tonks Draco an, der den leeren Teller bereits von sich schob, was die Aurorin mit den Augen rollen ließ, bevor sie Blaise Antwort gab.
„Wir hatten einiges zu besprechen. Ob er will oder nicht, Draco besitzt einiges an Insiderwissen, was uns nur hilfreich sein kann“, meinte sie und sah zurück zu ihrem Cousin, der stinkig murrte und unheilvoll den Blick durch die volle Halle wandern ließ.
Die Blicke, die ihn im Gegenzug trafen, waren schier mörderisch, was seine Laune nur noch tiefer in den Kerker rauschen ließ. Und das letztlich so sehr, dass er sich wieder verziehen wollte. Tonks bekam ihn aber zu fassen und zog ihn zurück auf seinen Stuhl.
„Du bleibst jetzt sitzen.“ „Geh mir nicht auf die Nerven und hör auf Wachhund zu spielen!“ „Merlin, Draco. Ich mach mir bloß Sorgen um dich! Nach dem Vorfall heute Morgen, ist das ja nicht weiter verwunderlich!“ „Ich kann auf mich selbst aufpassen!“, pflaumte er sie aufs Neue an, was sie gekonnt ignorierte. Dass er durch alles recht eklig gestimmt war, war kein Wunder. Dennoch blieb sie jetzt bei den Freunden und hatte, neben ihrem Mittag, ein Auge auf alles.
۩ ۞ ۩
Die kommenden Stunden waren eine Katastrophe. In Verteidigung gegen die dunklen Künste konnte sich Draco auf rein gar nichts konzentrieren, während Dippet zeitgleich mehr ein Auge darauf hatte, dass sich die Schüler nicht attackierten, so wie sie mit giftigen Blicken um sich warfen, als dass er sich die Patronus Ergebnisse zeigen ließ, was er eigentlich vorhatte.
Kräuterkunde verlief kaum besser, wo Sprout es allerdings duldete, dass Blaise und Tracey diesmal zusammenarbeiteten, da Seamus die arme Tracey zweifelsfrei die ganze Doppelstunde über traktiert hätte. Irgendwann nahm aber auch die letzte Stunde endlich ein Ende, wo Tonks ihren Schützling, zusammen mit seiner Löwin, noch in ihren Turm begleitete. Für alle Fälle.
Kaum dort angekommen, ließ sich Draco bäuchlings auf die Couch fallen und steckte den Kopf stöhnend unter zwei der Kissen. Tonks und Hermione besahen es sich schwermütig, wo sich die Gryffindor gleich zu ihrer Schlange setzte und ihm aufmunternd über den Rücken rieb, worauf er zwischen den Kissen hindurch linste und sie schuldig ansah.
„Ich versau dir deinen Geburtstag.“ „Blödsinn“, meinte sie und lächelte leicht. „Du kannst doch nichts für das, was passiert ist. Oder dafür, dass die komplette Schule am Rad dreht.“ „Hermione hat Recht“, stimmte Tonks noch mit ein und beugte sich über die Lehne der Couch, um ebenfalls einen Blick auf ihren Cousin zu erhaschen.
„Und mit den Informationen, die wir von dir und Snape haben, werden Remus und seine Leute die Flüchtigen auch schnell wieder gefasst haben. Dann ist richtig Ruhe. Also hör auf dir etwas anderes einzureden. Du kannst nichts dafür.“ „Ich hätte den Alten töten sollen“, murmelte er dennoch vorwurfsvoll und drehte sich schließlich auf den Rücken, während Hermione ihn mit einem sanften „Draco“, mahnte. „Der Ausbruch wäre deswegen dennoch passiert“, meinte Tonks, was Hermione benickte.
„Ja, aber diese ganze Scheiße wäre dann nicht so hochgekocht. Davon abgesehen ist der Alte gefährlich. Meiner Meinung nach mehr, als der Rest.“ Damit sah er schuldig zu Hermione, die sich seine Hand eroberte und sanft drückte. Kurz darauf wanderte sein Blick zurück zu Tonks.
„Er beherrscht Zauber, von denen ihr keine Ahnung habt. Snape könnte dir ein Liedchen davon singen. Er ist nicht der Einzige, der schwarze Zauber in Eigenkreation erschaffen hat. Und über die weiß nicht einmal ich etwas“, resümierte er bitter, worauf Tonks verständig nickte.
„Trotzdem. Hör auf, dir schuld an Dingen zu geben, für die du nichts kannst.“ „Sehen die Anderen nur leider etwas anders“, murrte er, worauf Hermione ihn ein wenig schief anlächelte.
„Sie sind Idioten, mehr nicht.“ „Ja. Und zwar Idioten, die deshalb meine Freunde angreifen!“, knurrte er und ballte die freie Hand zur Faust.
„Deine Freunde können sehr gut auf sich selbst aufpassen. Von uns ist keiner auf den Kopf gefallen.“ „Ich weiß. Trotzdem.“ „Er hat Recht“, stimmte Tonks ihm zu und sah zu Hermione.
„Es kann nicht angehen, dass sie euch wegen Nichts, außer ihren Hirngespinsten, attackieren. Ich werde deswegen auch nochmal mit Minerva und Dippet sprechen. Dass eure Professoren die nächste Zeit vermehrt die Augen offen halten. Nicht, dass wirklich noch einer von euch im Krankenflügel landet.“ „Denkst du, wir kommen nicht gegen solche Idioten an?“, muffelte Draco. Tonks blieb aber ernst.
„Nicht, wenn sie in so einer Menge auftauchen, wie heute Morgen. Seid einfach vorsichtig. Und wenn etwas ist, ein Patronus ist nie verkehrt“, sah sie zu Hermione, die zustimmend nickte, während Draco die Ohren spitzte.
„Wie geht das mit den Nachrichten überhaupt? Wäre vielleicht nicht schlecht, wenn ihr mir das auch mal erklärt.“ „Dafür, mein Lieber, musst du erstmal deinen Patronus auf die Reihe kriegen“, schmunzelte Hermione, worauf er stöhnte und den Kopf geschlagen zurück in die Kissen fallen ließ.
„Hey, ein bisschen ging es doch schon. Du musst eben noch etwas üben.“ „Mir ist grad nicht danach.“ „Sicher“, lächelte Hermione ein wenig matt, stand auf und verschwand im Kitchenette, wo sie Tonks noch fragte: „Willst du auch einen Tee?“ „Lass mal, Danke. Ich muss auch noch meinen Bericht schreiben. Macht ihr mal schön Hausaufgaben und du. . .“, linste sie zu Draco, der sie mit hochgezogener Augenbraue ansah. „. . . machst nichts Unüberlegtes.“ „Ich bin nicht Potter!“, motzte er beleidigt. Tonks grinste.
„Kleiner Stinker“, stänkerte sie kurz und ging. Keine zwei Minuten später war Hermione bei ihm und ging den versäumten Stoff der ersten vier Stunden mit ihm durch. Im Anschluss beschäftigten sie sich mit ihren Hausaufgaben, die allerdings recht schnell erledigt waren, sodass sich beide in der Sitzecke einfanden. Und das jeder mit der Nase in einem Buch.
Hermione hatte sich sein Geschenk genommen und schmökerte fieberhaft darin, was ihn immer mal grinsen ließ, wenn sich kleine Falten auf ihrer Stirn bildeten. Sie war nur zu offensichtlich tief in dem alten Werk versunken, sodass sie weder mitbekam, wie die Zeit davon eilte und damit irgendwann am Abend das Porträt unverhofft aufging. In diesem Blaise und Ginny. Und das ähnlich herausgeputzt, wie letztens zu der Party.
„Wo wollt ihr denn hin?“, stutzte Draco. „Sieht man doch“, grinste Blaise und deutete lässig auf seine schicke Erscheinung. Draco zog allerdings nur eine Augenbraue nach oben „Aha“ und sah auf das große, flache Paket, was Blaise unter dem Arm hatte. Dieses war in weißes Papier eingeschlagen und mit einer himmelblauen Schleife versehen.
„Hermione!“, rief Draco die Gryffindor und drehte sich zu ihr, doch sie hörte nicht. „Hermione?“, versuchte er es nochmal, mit dem gleichen Ergebnis. Sie sah nicht auf und schien ihn darüber hinaus wirklich nicht gehört zu haben.
„Biber“, fing er an zu stänkern, wo Blaise bereits grinste, während Ginny fragend schaute. Doch auch da passierte nichts. „ES BRENNT!“, schrie Draco letztlich hektisch, worauf sie nun doch mal über ihr Buch zu ihm sah. Fragend.
„Was?“ „Es brennt“, grinste er nun. „Wo?“ „Bei dir“, lachte er und nahm ihr schließlich behutsam das Buch ab, bevor er noch anfügte: „Wenn du dich nicht endlich um deine Gäste kümmerst.“ „Gäste?“ Da bemerkte die Löwin ihre beiden Freunde erst, die nun in Dracos Gelächter einstimmten.
„Süße, gönn dir wenigstens an deinem Geburtstag einen lernfreien Tag“, schmunzelte Blaise und trat auf sie zu. Hermione musterte die Zwei jedoch genauso verwundert, wie Draco zuvor. Ginny in ihrem, diesmal nachtblauen, Cocktailkleid, dem sich Blaise farblich ein wenig angepasst hatte, mit einem ähnlich dunkelblauen Hemd und der dunkelgrauen Jeans. Auf dem Kopf hatte er wieder seinen Al Capone, auf den Ginny letztens so scharf war.
„Was habt ihr vor?“ „Wonach sieht es denn aus? Deinen Geburtstag angemessen feiern.“ „Uhm. . . Nimm es mir nicht übel, Blaise, aber mir ist nicht wirklich nach feiern zumute. Das wäre auch etwas unpassend, findest du nicht?“ „Was ist daran unpassend, dass du Geburtstag hast?“, stellte er sich dumm, was sie seufzen ließ.
„Du weißt ganz genau, wie ich das meine. Wie sieht das denn aus, nach allem was heute war und. . .“ „Du hast Geburtstag. Und das hast du nur einmal im Jahr. Es ist doch nicht deine Schuld, dass sich diese Idioten gerade den Tag für ihren Ausbruch ausgesucht haben. Klar ist es scheiße, aber ich finde, wir sollten uns davon nicht den Spaß verderben lassen. Es passiert jeden Tag überall in der Welt etwas. Wenn man da auf jedes Unglück Rücksicht nehmen und zurückstecken würde, würde das eigene Leben ungelebt an einem vorbeirauschen. Und das wir leben, es uns gut geht, und soweit alles eigentlich jetzt endlich mal wirklich gut ist, denke ich, sollte man schon feiern. Erst recht einen Geburtstag. Du wirst nur einmal 19, Süße“, grinste er und meinte weiter: „Davon abgesehen will ich, dass du dir mein Geschenk ansiehst und richtig verinnerlichst. Das bist du mir schuldig.“ „Schuldig in welcher Hinsicht?“, erkundigte sie sich schmunzelnd und ließ sich sein Geschenk geben.
„Das erfährst du noch früh genug. Das ist im Übrigen nur der erste Teil, bei dem dir Ginny etwas behilflich sein wird“, erklärte er, während sie auspackte und das dünne Krepppapier beiseite schlug. Darunter kam ein knielanges, raffiniert geschnittenes, leicht verspieltes aber dennoch äußerst elegantes, wie auch Figur betontes, weißes Abendkleid zum Vorschein, auf das Hermione überfordert schaute und schließlich zurück zu ihren Freunden sah.
„Das ziehst du jetzt an und lässt dich von Ginny ein bisschen zurechtmachen. Danach geht’s in den Raum der Wünsche, wo wir deinen Geburtstag angemessen feiern werden.“ „Blaise. . .“ „Nix, Blaise. Wir feiern. Die Anderen warten schon. Und du willst sie doch nicht warten lassen, oder?“, bohrte er und sah sie grinsend an, denn damit hatte er bereits gewonnen.
Hermione hob ergeben die Hände und verschwand mit der Schachtel, gefolgt von Ginny, in ihrem Zimmer. Kaum, dass die Mädchen weg waren, stürzte sich Blaise auf den Blonden.
„Mitkommen“, zog er ihn am Kragen mit sich in sein Zimmer und scheuchte ihn ins Bad. „Duschen, rasieren, frisch machen. Und beeil dich mit deiner Schönheitskur!“, wies er ihn an, bevor er den Kopf in den Kleiderschrank seines Freundes steckte.
Der Blonde guckte zwar noch kurz etwas überfahren, verschwand dann aber im Bad, während Blaise ihm ein paar passende Klamotten zusammensuchte. Er wollte jetzt nichts mehr dem Zufall überlassen.
۩ ۞ ۩
Abgelehnt. ABGELEHNT! Sie konnte nicht fassen, dass der Hohe Rat ihren Antrag, bezüglich eines Verhörs des Death Eaters, tatsächlich abgelehnt hatte! Aus Mangel an Beweisen. Als ob das Dunkle Mal nicht Beweis genug wäre? Genauso die Liste der Geflohenen! Die nur zu offensichtliche Verbindung, die er zu ihnen hatte.
Sie schnaubte und warf den Antrag mit dem dicken roten Stempel ärgerlich auf ihren Schreibtisch, sodass die possierlichen, kleinen Kätzchen auf ihren Wandtellern in Deckung gingen.
Es war ein Ärgernis. Ein einziges Ärgernis. Und das alles nur, wegen des kleinen Schlammbluts und ihrer viel zu spitzen Zunge. Dieses Mädchen war inzwischen zu einem genauso großen Problem geworden, wie der Bengel selbst.
Sie hätte nach allem wahrlich nie damit gerechnet, dass gerade Granger so einen Terror wegen des Junior Death Eaters machen würde. Eigentlich hätte das Gör froh sein müssen, wenn er in der Versenkung verschwand. So war zumindest ihr Eindruck über das Jahr, in dem sie unterrichtet hatte. So sehr, wie sie sich gegenseitig bekriegt und angefeindet hatten. Potter und seine Armee und der Malfoy Spross auf ihrer Seite.
Dummerweise war sie sich, mit all den Dingen, die sich ihr noch aufgetan hatten, immer unschlüssiger, ob es wirklich an dem war? Viel zu viel war damals schiefgegangen, als dass es alles Zufälle hätten gewesen sein können.
Zwar waren einige der Schlangen nicht besonders hell im Kopf, wie diese beiden. . . Wie hießen sie noch? Crabbe und Goyle. Der kleine Malfoy war hingegen alles andere, als auf den Kopf gefallen, weswegen sie gehofft hatte, mit seiner Hilfe Potter habhaft zu werden. Und dennoch waren diese verdammten Gryffindors ihnen immer wieder entwischt, bis auf das eine Mal gegen Ende des Schuljahrs. Aber selbst da hatte sich ihr Inquisitionskommando von den Löwen übertölpeln lassen.
Wie? Wie, bei Merlin? Diese kleinen Kröten waren unschädlich gemacht worden. Sie hatten nicht einmal mehr zaubern können! Und trotzdem. . .
Wieder schnaubte sie und ließ ihren Blick erneut über die Akte Malfoy wandern. Über die Berichte und Zeugenaussagen der Hauptverhandlung.
Es kam trotz allem nur zu deutlich rüber, dass der Junge bereits weit vor Ende des Krieges die Seiten gewechselt hatte, womit sie sich abermals fragte, wann genau? Im Grunde spielte das eigentliche Wann jedoch keine Rolle, denn die Tatsache ihres Problems blieb so oder so bestehen.
Sie würde nicht riskieren, dass er irgendwann vielleicht auf den Gedanken kam, gewisse Dinge auszuplaudern. Ganz gewiss nicht. Auf Derartiges warteten andere doch nur. Nein, nein. So weit würde sie es nicht kommen lassen. Der Bengel musste verschwinden. Je schneller desto besser, worauf sie aufblickte, als es klopfte.
„Herein!“, rief sie noch immer ungehalten, womit sich die Tür öffnete und ihre Laune noch weiter nach unten raste, in Anbetracht der maßlosen Inkompetenz, die vor ihr auftauchte.
„Setzen!“, fauchte sie gereizt und zeigte so stückchenweise ihr wahres Gesicht. „Was wollen Sie?“, schnaubte ihr Gegenüber und verbreitete dabei eine leichte Firewhiskeyfahne, die Umbridge die Nase rümpfen ließ.
„Können Sie sich nicht mäßigen, mit Ihrem Alkoholgenuss!?“, zischte sie, worauf er knurrte: „Ist doch meine Sache!“ „Ja. Und wegen dieser Sache läuft das Problem noch immer frei herum!“ Auf diesen Vorwurf grunzte er lediglich und zuckte mit den Schultern, bevor er sich etwas vorbeugte, was Dolores angewidert zurückweichen ließ.
„Sie haben mir noch immer nicht gesagt, was Sie überhaupt für ein Problem mit der kleinen Made haben?“ „Das geht Sie nichts an, mein Lieber. Hätten Sie das getan, wofür ich Sie eingestellt hatte, dann hätte ich dieses Problem jetzt nicht mehr! Sie hatten, Merlin weiß, genug Möglichkeiten ihn zu töten oder zumindest seinen Verstand zu brechen! Und was ist? Nichts!“, blaffte sie ihn an, worauf er abermals schnaubte und damit die Luft mit seinem Whiskyatem schwängerte.
„Ich hab nicht damit gerechnet, dass das Aurorenpack so intensiv herumschnüffelt. Forge war ja auch nicht begeistert davon, meinte aber, wir sollen uns etwas zurückhalten. Er wollte keinen zu großen Ärger mit dem scheiß Minister! Und ich auch nicht. Ich wollte den Job nicht verlieren!“, motzte er Umbridge an, die sich bereits die Hand über Mund und Nase legte, bevor sie einen Frischezauber sprach, der die Dämpfe neutralisierte, während ihr Gast weiter schimpfte.
„Aber dieses kleine Miststück musste ja rumschnüffeln und Terror machen!“, knurrte er immer wütender und ballte die Hände zu Fäusten.
„Kleine Hure“, zischte er, was Dolores träge abnickte. Das Engagement der Hexe war in der Tat ungeheuerlich. Eine Löwin, die ihr Junges verteidigte, war nichts dagegen.
„Ein einfaches Avada hätte dennoch seinen Zweck erfüllt! Mehr als Ihre Spielchen. Ich habe Ihr nachgesagtes Talent offensichtlich weit überschätzt“, mokierte sie, was ihn aufs Neue schnauben ließ, bevor er sie zornig anfunkelte.
„Ich hab ihn stundenlang in der Mangel gehabt! Die kleine Ratte hat dabei aber so gut wie nie geschrien, so wie das andere verlauste Pack.“ „Er hat gewisse Talente, so auch mentale, das lässt sich nicht leugnen“, resümierte Umbridge kühl.
„Ja, scheint so. Und dann noch seine Freunde“, ätzte ihr Gegenüber in einem Schnaufen. „Müssen ihm immer mal was zugesteckt haben.“ „Sie hätten sie richtig kontrollieren müssen!“ „Haben wir doch! Sogar magisch. Wir haben nie etwas bei ihnen gefunden.“ „Dafür dürfte wohl das Schlammblut verantwortlich gewesen sein“, meinte sie weiter, worauf ihr Gegenüber sie etwas skeptisch ansah.
„Was? Dieser Ausdruck ist durchaus trefflich für dieses Mädchen. Sie hätten sich besser auch nach Ihrer Schicht etwas intensiver mit der Hexe beschäftigen sollen. Wir hätten es wie einen Unfall aussehen lassen können, wie auch bei dem kleinen Malfoy. Es hätte kein Aufsehen gegeben, wenn er in Azkaban die Lebenslichter ausgehaucht hätte. Immerhin ist die Insel kein Wellness Hotel“, zischte Umbridge.
„Allerdings waren Sie mit diesem Job ja nur zu offensichtlich überfordert. Ebenso wie mit anderen Dingen“, meckerte sie weiter, was ihn knurren ließ.
„Aber ich werde Ihnen dennoch eine letzte Chance geben. Schaffen Sie mir den Bengel vom Hals! Wie ist mir egal. Hauptsache er verschwindet gänzlich von der Bildfläche und wird zum Schweigen gebracht. Haben wir uns verstanden? Wenn es Ihnen gelingt, werde ich sehen, dass Sie zu einer neuen, profitablen Stelle kommen, die Ihren Interessen dient. Verbunden damit wäre ein ansprechender Bonus meinerseits.“ „Und wie? Wie soll ich bitteschön jetzt noch an ihn rankommen?“ „Das ist Ihr Problem. Wie gesagt, hätten Sie meine Anweisungen von Anfang an korrekt ausgeführt, würden wir jetzt nicht hier sitzen und über diese Sache diskutieren! Fangen Sie ihn in Hogsmeade ab oder sonst wo. Die Schüler sind schließlich nicht nur in der Schule. Diesmal aber bitte ohne irgendwelche Zeugen! Ich werde dann sehen, dass die Presse entsprechendes Material bekommt. Der Ausbruch kommt uns dahingehend auch zugute. Unser lieber Herr Minister steht diesbezüglich bereits gehörig unter Beschuss. Sollte sich im Kommenden noch zeigen, dass der kleine Malfoy, durch seine Nachsicht und Weichheit, etwas mit der Flucht zu tun hat, oder anderweitig in einen unschönen Mord verwickelt ist, wird das dem guten Shacklebolt das Genick brechen. Damit hätte ich wieder mehr Handlungsgewalt und könnte zuallererst diesen verlausten Werwolf aus der Leitung des Aurorenbüros werfen“, lächelte sie süßlich, worauf ihr Gegenüber zu grinsen begann.
„Mit anderen Worten, Sie würden sich gerne den Sessel des Ministers sichern?“ „Wie ich sehe, verstehen wir uns? Also. Bringen sie den Bengel zum Schweigen. Und sorgen Sie mir vor allem dafür, dass seine Leiche nie wieder auftaucht. Das wäre nur mit neuen Fragen und unschönen Problemen verbunden, die wir doch nicht wollen. Nicht wahr?“, lächelte sie nun wieder gänzlich ihr scheinbar unschuldiges Lächeln, was ihr Gegenüber mit einem Nicken grinsend quittierte.
۩ ۞ ۩
„Denkt ihr, er bekommt sie überredet?“, erkundigte sich Luna bei Harry und Neville und strich sich nebenher den Saum ihres Cocktailkleids glatt, während die beiden Jungs mit den Schultern zuckten.
„Ginny ist ja auch noch mit dabei. Ich denke schon. Stellt sich nur die Frage, wie Miones Laune dann ist? Sie hält eigentlich nicht viel von Überraschungspartys. Erst recht nicht, wenn sie damit so überfallen wird“, resümierte Harry.
„Dann wäre es aber keine Überraschung mehr“, wandte Luna ein und ließ nochmal ehrfurchtsvoll den Blick über das schweifen, was Blaise erschaffen hatte.
Anders als sonst, waren sie in keinem Raum. Zumindest wirkte es in keiner Weise wie ein Raum. Stattdessen hätte man Stein und Bein darauf schwören können, auf einer mittelgroßen Luxusjacht zu sein, die gemächlich entlang der Copacabana, an der hell erleuchteten Uferpromenade Rios, vorbei schiffte. Die Jacht selbst verbarg alle möglichen Raffinessen, wie auch nur erdenklichen Luxus.
Auf dem Außendeck, auf dem sie auf ihre Freunde warteten, standen drei Stehtische, die in weiße Tücher eingeschlagen waren. Dem schloss sich eine Bar, mitsamt eines recht üppigen, kulinarischen Buffets an. Eine gemütliche Sitzecke war ebenfalls integriert, die aus überdimensionierten weißen Sitzsäcken, aber auch einem runden Glastisch, samt dazugehöriger Lümmelcouch bestand, um die noch entsprechende Sessel und Hocker arrangiert waren und so ein gewisses Karibikflair schufen.
Umsäumt wurde alles von ein paar Palmen in ihren Kübeln, wie auch anderen exotischen Pflanzen. An den Verstrebungen der Jacht, wie auch den Pfeilern, reihten sich diverse pastellfarbene Papierlampen aneinander und schufen damit ein warmes, effektvolles Licht. Dazu war es sommerlich warm. Die Sonne ging auch gerade erst unter und überließ damit den Sternen und dem weißen Mond den Platz. Es wirkte alles wahnsinnig echt und real. Gleich so, als wären sie tatsächlich an einem lauen Sommerabend auf einer Jacht in Rio.
„Sind sie da?“, erkundigte sich Charlie, der aus dem Inneren der Jacht trat. In der Hand hatte er zwei Flaschen Champagner, die darauf warteten, geköpft zu werden.
„Bis jetzt noch nicht“, erklärte Luna, was ihn ein wenig brummen ließ. Hoffentlich hatte es Blaise mit seinem Übermut nicht vermasselt. Apropos vermasseln. . .
Charlies Blick fiel zum wiederholten Male missgünstig auf den Rotschopf, der doch tatsächlich nach allem die Frechheit hatte, ebenfalls hier zu erscheinen. Potter hatte ihn mitgebracht, da er sich angeblich bei Hermione entschuldigen und ihr zeigen wollte, dass er verstanden hatte, was sie, die Schlangen, anging.
Potter war einfach zu nachgiebig. Allerdings waren sie jahrelang die besten Freunde gewesen, die sich immer mal gestritten hatten. Das der Schwarzhaarige diese Freundschaft, und alles, was war, trotz allem nicht so ohne weiteres vor die Hunde gehen ließ, war nachvollziehbar. Dennoch fand Charlie, dass es verschwendete Liebesmüh war.
Überraschenderweise hatte der rote Troll bis jetzt noch nichts Negatives oder sonst etwas Abfälliges gesagt, was nicht hieß, dass es so blieb. Spätestens wenn Blaise leicht anhänglich wurde, oder sie Draco vermehrt in Hermiones Nähe bekamen, würde es wieder passieren.
Weasley würde seine sicherlich nach wie vor verhassten Einstellungen ihnen gegenüber offen legen. Das wäre ihnen und ihren Plänen zwar recht dienlich, allerdings wünschte sich Charlie für Hermione, dass heute Abend nichts dergleichen mehr passierte. Dass sie trotz allem, was heute bereits vorgefallen war, dennoch eine schöne Geburtstagsfeier bekam.
Es musste nicht sein, dass es auch noch zum Streit wegen Nichts kam. Streiten konnten sie sich gerne an jedem anderen Tag im Jahr, nur nicht unbedingt heute. Heute sollte sie, sie alle, abschalten und vergessen können, was war. Sie sollte unbeschwert leben können. Damit ging der Seitenverschlag der Jacht auf, in der die Vier auftauchten.
Hermione wurde von Blaise und Ginny flankiert und geführt, da ihr Freund ihr die Augen verbunden hatte, was Charlie grinsen ließ. Schließlich kümmerte er sich um den Champagner und füllte die neun Gläser. Dabei ging ihm Luna noch etwas zur Hand, während Hermione dämmerte.
„Blaise, komm schon. Wir sind doch da. Jetzt lass mich schon die Augenbinde abnehmen.“ „Einen Moment noch. Du bist noch nicht ganz am Ziel. Ich will doch, dass du die Aussicht richtig genießen kannst.“ „Aussicht?“, stutzte Hermione, als Blaise sie an die Spitze der Jacht dirigierte und so drehte, dass sie alles im Blick hatte. Die Jacht, die Lichter, die Stadt, den Gipfel des Corcovado mit seiner Christusfigur. Allen voran aber ihre Freunde, wo er einen allerdings gerne wegretuschiert hätte, da er nicht ins Bild passte. Und das auf zwei Arten.
Einmal generell und dann gleich nochmal optisch, denn er hatte sich nicht einmal ein Hemd angezogen, sondern nur ein T-Shirt samt Sweatjacke übergeworfen. Damit wirkte er gegen sie alle recht schlampig, was auf der anderen Seite schon wieder ein wenig etwas Gutes hatte. So kam der ohnehin offensichtliche Vergleich zwischen der Hohlbirne und Draco nochmal richtig deutlich rüber, denn seinen Freund hatte Blaise, passend zu Hermione, in ein weißes Hemd und eine schöne Blue Jeans gesteckt. Darüber noch ein schwarzes Sakko.
Zudem hatte er ihm eine kleine Handgelenkcorsage für Hermione besorgt, die aus einer zartrosa Orchidee bestand, die von ein paar cremefarbenen, wie auch schneeweißen mini Rosenknospen, sowie weißen Perlen noch zusätzlich ausstaffiert wurde. Dieses Accessoire hatte seinen Platz an ihrem linken Handgelenk gefunden und lenkte so strategisch von dem blöden Verband ab.
Das Kleid, was er mit Ginny für ihre Freundin besorgt hatte, saß wie eine zweite Haut und betonte perfekt ihre Reize, ohne in irgendeiner Art billig zu wirken. Elegant war da der passende Begriff. Verspielt, aber dennoch sehr elegant. Ihr Make-up war wie immer dezent.
Die etwas buschigen Haare hatte Ginny ihrer Freunden geglättet und raffiniert hochgesteckt, allerdings rechts und links ein paar weiche, lockige Strähnen fallen lassen, die ihr Gesicht schön umrahmten. Über den Scheitel trug sie noch einen schneeweißen Perlenreif, der ihre Frisur, und damit ihr ganzes Outfit, entsprechen abrundete.
„Aussicht, genau. Sooo. . . Noch ein Stück. Okay. Warte noch eine Sekunde.“ Damit huschte Blaise wieder zu den Anderen und nahm sich seine Kamera, bevor er grinsend meinte: „Jetzt darfst du gucken.“
Keine Sekunde später löste Hermione den Knoten des schwarzen Tuchs und wurde von dem Wahnsinnspanorama beinahe erschlagen.
Ihre Augen weiteten sich, ebenso wie ihr der Mund aufklappte und sie den Kopf einmal umher kreisen ließ. Im Anschluss fand er sich wieder bei ihren Freunden ein, die mit dem Champagner in der Hand näher traten.
„Merlin, wo . . . wo um alles in der Welt sind wir?“ „Nach was sieht es denn aus, Prinzessin?“, neckte Blaise sie und schoss noch ein Foto, als sie den Blick ein zweites Mal wandern ließ und damit die Christusstatue, hoch oben auf dem Corcovado, entdeckte, worauf ihr der Mund noch mehr aufklappte.
„Rio? Wir sind in RIO?“ „So halb, halb“, lachte Blaise. „Wie hast du das gemacht?“, fragte sie, als ihr Ginny ein Glas in die Hand drückte.
„Ein bisschen rumexperimentiert. Ginny hat mir beim Feinschliff dann noch geholfen, damit ich nichts vergesse“, schmunzelte er auch weiter beim Anblick der überforderten, mehr und mehr faszinierten Löwin.
„Das ist Wahnsinn.“ „Tja, ich hab dir ja einen besonderen Abend versprochen. Das ist quasi der zweite Teil meines Geschenks“, grinste er, wofür sie ihn recht stürmisch in die Arme schloss.
„Das ist toll! Danke Blaise.“ „Huh, das geht runter wie Honig“, gluckste er und hielt ihr schließlich sein Glas vor die Nase.
„Dann lass uns mal anstoßen.“ Sie nickte und sah kurz in die Runde, wo ihr Ron jetzt erst etwas hinter Harry auffiel, der ein verkrampftes Lächeln auf den Lippen hatte.
Auf seinen Anblick wusste sie allerdings nicht so recht, ob sie sich freuen sollte, dass er hier war, um ihren Geburtstag mit ihr zu feiern, oder ob es sie ärgerte, nach allem, was die letzten Tage und Wochen war? Aber vielleicht hatte er es nun doch noch kapiert, immerhin war er heute, trotz des Artikels, ruhig geblieben, im Gegensatz zum Rest der Schule.
Es war zwar nur eine minimale Hoffnung, auf die sie selbst nicht einmal wirklich viel setzte. Dennoch war es ein Funken, sodass sie beschloss, seine Anwesenheit mit neutralen Gefühlen zu betrachten.
„Tja dann. . . Ich weiß eigentlich gar nicht, was ich sagen soll, außer, dass ich mich freue, dass ihr alle bei mir seid und das es uns gut geht und ja. . . Ihr meinen Geburtstag mit mir feiern wollt“, lächelte Hermione und hob das Glas etwas.
„Auf unser Geburtstagskind!“, meinte Harry, dem Hermione noch mit einem „Auf uns und den Frieden“ nachsetzte, bevor sie die Kristallgläser hell klirren ließen.
Im Anschluss wies Blaise sie auf ihre noch offenen Geschenke hin, worauf sie den Rest ihrer Freude ebenfalls sanft tadelte, dass sie nichts wollte und doch einfach nur froh war, dass sie alle zusammen waren.
„Du kriegst trotzdem was“, hatte Harry gelacht, womit es ans Auspacken ging. So bekam Hermione auch noch von ihren anderen beiden Schlangen dicke Blumensträuße, wo in einem ein Kuvert steckte, mit zwei VIP Tickets fürs Musical, die da waren von Charlie.
„Merlin, woher weißt du das? Das wollte ich mir schon lange ansehen“, keuchte sie überrascht, wie auch erfreut, worauf Charlie geheimnisvoll schmunzelte: „Hat mir ein Vögelchen gezwitschert“, wofür sie ihm ebenfalls um den Hals fiel und sich mit einem Küsschen auf die Wange bedankte.
Von Harry bekam sie ein edles Schreib-Set, während Neville ihr eine bereits kräftig blühende Königsgranadilla organisiert hatte, die allein schon aufgrund ihres Aussehens ein echter Blickfang war. Hinzu kam die Besonderheit des Blütenkerns, der diversen Heiltinkturen beigefügt werden konnte, um ihre Wirkung zu verstärken.
Ginny schenkte ihrer Freundin ein spezielles Notizbuch, was in seiner Magie ähnlich funktionierte, wie Harrys Zwei-Wege-Spiegel. Ginny selbst hatte das Gegenstück und konnte so mit Hermione schreiben und alles Wichtige besprechen, egal wo die Hexe war, wie Ginny augenzwinkernd meinte.
Von Luna bekam sie ein Buch über Alte Runen, nach dem Hermione auch schon länger suchte. Zum Schluss nahm sie sich das kleinste Geschenk vor, das da stammte von Ron und ein, nun ja . . . für Hermiones Geschmack recht aufdringlich, süßlich riechendes Parfum war, was Blaise zu einer höhnischen Spitze verleitete, à la „Wie originell“, bei der sich Hermione gefährlich auf die Zunge beißen musste, um kein Wort der Zustimmung hervorzubringen, denn es stimmte.
Sie hatte Ron bereits einmal zu Weihnachten darauf hingewiesen, dass es nicht ihr Geschmack war. Aber wie auch sonst alles, was sie ihm sagte, war diese Information offensichtlich hinten runtergefallen. Dennoch bedankte sie sich auch bei ihm. Dass allerdings leicht reserviert.
Merlin, sie kannten sich so lange und dann kam er ihr mit so etwas Plumpen, was ihrer Meinung nach schon wieder alles sagte, nahm sie sich dagegen den Rest ihrer Freunde. Sie hatten sich alle irgendwo Gedanken darüber gemacht, was ihr gefallen und Freude bereiten könnte.
Wenn Ron schon keine wirkliche Idee hatte, hätten es ein paar Blumen auch getan, zumal sie ja auch nichts hatte haben wollen. Das aber war. . .
Nun ja, sie wollte nicht weiter darüber nachdenken und sich ärgern. Nicht zuletzt war sie auch noch recht fasziniert, von der Originalität ihrer Schlangen. Was das anging, da konnte den Jungs keiner etwas vormachen.
Draco mit dem Buch, mehr noch der kleinen Spieluhr, die ihr ruhige Nächte bescheren sollte. Blaise mit seiner Überraschungsparty, die ihm wirklich gelungen war, genauso Charlie, der ihr mit den Karten einen lange gehegten Wunsch erfüllte.
Schließlich ließ Blaise etwas ruhige Jazz Musik anspielen, bevor er feierlich zum Abendessen rief, was sich die Anderen nicht zweimal sagen ließen, denn zeitlich wäre auch in der Halle das Abendessen ran. Sie plünderten das exquisite Buffet, zu dem auch noch ein schöner Geburtstagskuchen samt Eisbombe gehörte. Im Anschluss an das Essen verschwand Blaise an der Bar, um seinen Mädels erstmal ihre Lieblingscocktails zuzubereiten.
„Für unser Geburtstagskind ein frischer Lava Flow. Dann hätten wir einen Caipirinha für die kecke Füchsin und einen Mai Tai für die kleine Fee“, reichte er den Mädchen die aufwendig hergerichteten Gläser, was Ginny und Luna bereits zum grinsen brachte. So gefiel ihnen das. Blaise organisierte sich selbst dann noch ein Butterbier, was Hermione mit hochgezogener Augenbraue zur Kenntnis nahm.
„Und die Jungs kriegen nichts?“, schmunzelte sie. „Süße, ich bediene ausschließlich das weibliche Geschlecht. Und zwar in jeglichen Bereichen“, grinste er dreckig, worauf Ginny lachte.
„Er würde uns verdursten lassen“, meinte Charlie zustimmend, stand auf und holte für sich und Draco auch noch etwas, als Blaise ihm zurief: „Für euch würde ich vielleicht im Notfall eine Ausnahme machen.“ „Zu gütig“, resümierte Draco. „Nicht wahr?“, grinste Blaise und nahm einen großen Schluck Butterbier.
„Aber davon abgesehen steht hinter der Bar jede Menge eisgekühltes Butterbier und Firewhiskey. Es wird dir heute also keiner verdursten“, sah er wieder zu Hermione, während Harry der indirekten Einladung nachkam, sich erhob und an besagte Bar trat, um etwas für sich, Neville und Ron zu holen.
„Firewhiskey? Blaise“, zog Hermione seinen Namen streng in die Länge, was er ihr gewitzt gleich tat. „Hermione?“ „Lass den Jungs doch ihren Whiskey“, klinkte sich Ginny dazwischen und nahm einen großen Schluck von ihrem Caipirinha.
„Du weißt doch, umso besser können sie dann tanzen“, lachte die Rothaarige, was Blaise als Aufforderung ansah. „Lauerst wohl schon darauf, hm?“ „Och, na ja. Ich sag mal so, ich hätte nichts dagegen“, schmunzelte sie keck und schnappte sich seinen Hut, der im Kommenden auf ihrem Haupt sein Ziel fand.
„Kannst du gerne haben. Vorher ist aber unser Geburtstagskind dran“, schaute er nun zu Hermione, die ihn überrascht ansah. Mehr noch als er sich erhob und ihr die Hand reichte.
„Würden Mademoiselle Granger mir die Ehre erweisen?“ „Da kann ich wohl schlecht nein sagen“, schmunzelte sie, ließ sich aufhelfen und in die Mitte der Jacht führen, dem die Freunde mit Blicken folgten. Zwei der Sieben legten ihre Konzentration jedoch recht schnell auf jemand anderen, in dem es nur zu deutlich zu brodeln begann, als Blaise Haltung annahm und Hermione über das Parkett führte.
„Es köchelt“, flüsterte Charlie Draco zu, der nickte und den Rotschopf gefährlich taxierte, bevor er sich fragend an Charlie richtete.
„Was will der eigentlich hier? Potter und Longbottom versteh ich ja, aber der?“ Daraufhin erklärte Charlie ihm leise. Eben, dass Potter ihn mitgenommen hatte, weil er sich entschuldigen wollte, was Draco genauso anzweifelte, wie seine Freunde samt Ginny.
So hatte es, als sie am Raum der Wünsche ankamen, auch schon Diskussionen gegeben, da Blaise ihn verständlicherweise nicht mit in den Raum hatte nehmen wollen. Ginny war auch nicht begeistert, am Ende war es dann aber doch darauf hinausgelaufen, womit die Beiden zurück auf ihre Freundin sahen, die ihrerseits leise mit Blaise sprach.
„Da hast du dir wirklich etwas sehr Spezielles ausgedacht.“ „Liegt vielleicht daran, dass ich Spezialist bin, in Sachen exquisite Partys. Gefällt es dir?“ „Wahnsinnig gut. Ich hätte nicht gedacht, dass man so etwas aus dem Raum machen kann“, sah sie sich nochmal fasziniert um.
„Er ist ja das, was man sich wünscht, im Endeffekt aber auch irgendwo eine Illusion. Also dachte ich mir, man kann es auch mal mit so etwas versuchen. Dass es klappt, hatte ich selbst nicht gedacht, aber jetzt sind wir ja hier“, grinste er und drehte die Hexe einmal elegant, bevor er sie wieder mehr zu sich nahm.
„Gibt es hier jetzt noch irgendetwas, was du dir wünschen würdest? Damit ich das für die nächste Party weiß“, zwinkerte er, was sie schmunzeln ließ.
„Im Moment wüsste ich nicht wirklich was“, lächelte sie und sah ein wenig über seine Schulter hinweg auf ihre Freunde. Löwen und Schlangen an einem Tisch. Zwar ein wenig steif, aber dennoch irgendwo friedlich, womit sie zurück zu Blaise blickte.
„Das Einzige, was ich mir für die Zukunft wünschen würde, ist, dass sich die Spannungen der vergangenen Jahre zwischen uns allen endlich auflösen.“ „An uns soll es nicht liegen, wie du weißt“, lächelte Blaise charmant, was sie matt erwiderte und den Kopf auf seine Schulter bettete.
„Weiß ich, ja. Aber vielleicht. Na ja. . . Vielleicht könntet ihr noch ein ganz kleines bisschen mehr auf Harry und die Anderen zugehen? Ich weiß, dass es eigentlich nicht mehr an euch ist. Ihr habt die Tür ja bereits weit geöffnet aber ein kleines Stück?“, sah sie wieder zu ihm auf und konnte so recht deutlich sehen, wie es hinter seiner Stirn ratterte und damit auch einen leichten Unmut schürte.
„Nicht heute und nicht morgen. Aber irgendwann wäre es wirklich das größte Geschenk für mich, wenn all diese Schatten der Vergangenheit sich auflösen. Dass wir jetzt alle zusammen sitzen, meine besten Freunde um mich herum versammelt sind, trotz ihrer gegenseitigen Differenzen, ist für mich schon etwas Besonderes, was ich gerne festhalten möchte.“ „Wie gesagt, an uns soll es nicht liegen“, meinte er nochmal, worauf sie den Hals lang machte und ihm einen kleinen Kuss auf die Wange hauchte.
„Danke.“ „Ich danke dir“, schmunzelte er, als die Musik ein Ende nahm und platzierte noch charmant einen Kuss auf ihrem Handrücken, bevor sie wieder zum Rest traten und versuchten, das eine oder andere Gespräch in Gang zu bringen. Irgendwie wollte aber nicht wirklich Stimmung aufkommen, wie letztens in den Kerkern. Die Jungs wussten einfach nicht, wie sie miteinander umgehen sollten und fanden so auch kein Thema, über das sie reden konnten.
Harry und Neville bemühten sich zwar, dennoch war der Wurm drin. Hermione glaubte irgendwann auch zu wissen, was für einer, je länger sie Löwen und Schlangen beobachtete.
Sie sah es. Sie sah die Blicke, die hauptsächlich Ron den Dreien, vornehmlich Draco, zuwarf. Blicke, die nur zu deutlich machten, was er auch weiter von dem Blonden hielt. So viel zu der geringfügigen Vorstellung, er hätte das Kriegsbeil begraben.
Weder ließ sich Ron im Kommenden von Harrys mahnendem Blick, wie auch dem Anrungser in die Seite davon abbringen, noch weniger von Ginny, die ihn wütend anfunkelte.
Den drei Schlangen war es natürlich auch aufgefallen, allen voran Draco, der selbst mit der Zeit ein angefressenes Gesicht machte. Er wusste nur zu genau, dass diese Spannungen zum Großteil seiner Person geschuldet waren. Oder er redete es sich zumindest ein. Und da er Hermione die Feier nicht restlos vermiesen wollte, beschloss er, das Feld zu räumen. Damit wartete er allerdings, bis Blaise mit Ginny tanzte, da sein Freund ihn mit absoluter Sicherheit nicht gehen lassen würde. Als das der Fall war, beugte er sich etwas zu Hermione.
„Ich denke, ich werde schon mal ins Bett gehen.“ Daraufhin sah sie ihn verwundert an. „Jetzt?“, fragte sie skeptisch, worauf er mit den Schultern zuckte.
„Ist wahrscheinlich das Beste“, erklärte er noch kurz leise und richtete sich ganz auf, um zu verschwinden. Hermione erhob sich ebenfalls und hielt ihn bei der Hand fest, da sie die Wahrheit hinter seinem Vorhaben erkannte.
„Du musst nicht gehen“, meinte sie ruhig und hielt ihn weiter fest, womit sie sich die Aufmerksamkeit der anderen Löwen, wie auch Charlies sicherte. Daraufhin trat sie mit Draco ein Stück beiseite und sah traurig zu ihm auf.
„Wirklich.“ „Ich will dir deinen Geburtstag nicht noch mehr ruinieren und. . .“ „Das tust du nicht. Wirklich nicht. Das hab ich dir schon mal gesagt. Ich will, dass du bleibst.“ „Aber. . .“ „Kein, aber. Ich hab schließlich Geburtstag“, lächelte sie kleinmädchenhaft, worauf er seufzte.
Hermione meinte dann noch: „Außerdem hast du noch gar nicht mit mir getanzt.“ „Möchtest du denn tanzen?“, lächelte er etwas, was sie ihm gleich tat und bereits seine Hand in ihre nahm.
„Ich dachte, du fragst mich nie“, schmunzelte sie, was ihm auch wieder ein kleines Lächeln auf die Lippen zauberte, bevor er ihr ihren indirekten Wunsch erfüllte „Na dann komm mal her“ und richtig in Stellung ging, was sie noch mehr lächeln ließ. Blaise sah es aus den Augenwinkeln und begann breit zu grinsen, sodass Ginny seinem Blick folgte und ebenfalls in ein Schmunzeln verfiel.
Etwas Ruhiges, dachte Blaise. Als nächstes, ein schönes, ruhiges Stück für die Beiden, bat er den Raum der Wünsche. Dieser gehorchte auch weiter seinem Willen, womit die Klänge leiser, weicher, aber auch ruhiger wurden. Mit diesen rückte Hermione noch mehr zu ihrem Blonden auf und verringerte damit ihren Abstand auf ein derartiges Minimum, dass sie seinen Körper bereits vermehrt an ihrem spürte.
„Du solltest dir das nicht so annehmen“, begann sie schließlich leise, worauf er sie fragend ansah. „Was?“ „Alles. Hör auf, dich für Dinge verantwortlich zu sehen, für die du überhaupt nichts kannst. Dass die Stimmung jetzt nicht so toll ist, liegt nicht an dir, sondern einzig und allein an Ron“, stellte sie klar, was es für ihn nur minder besser machte.
„Eigentlich hatte ich gedacht, dass er sich nach dem Krach letztens endlich besonnen hat, was dich angeht. Eben auch, weil er heute nichts zu diesem ganzen Chaos gesagt hat. Aber das war wohl ein illusionistischer Trugschluss“, seufzte sie und legte den Kopf schließlich an seine Schulter, was Draco dazu veranlasste, sie noch ein klein wenig mehr zu sich zu nehmen und zu umschlingen.
Seine linke Hand legte er flach auf ihren schmalen, nackten Rücken, über den er ein wenig die Finger gleiten ließ und sie so zärtlich streichelte, was ihr ein seliges Lächeln auf die Lippen zauberte. Mit diesem Lächeln kuschelte sie sich noch etwas mehr an ihre Schlange, was den Zorn eines ganz bestimmten Löwen vermehrt weckte. Inzwischen hatte er bereits einen derart stechenden Blick aufgelegt, dass er damit Diamanten spalten könnte.
„Denk nicht mal dran!“, zischte Harry dem Rotschopf warnend zu, der eingeschnappt schnaubte: „Hab ich jetzt irgendwas gesagt?“ „Nein, aber du guckst schon wieder so, als ob du Malfoy an die Kehle springen willst. Versau Hermione ja nicht ihren Geburtstag! Ist ja schon schlimm genug, was heute alles los war!“ Daraufhin schnaubte Ron erneut und sah beinahe noch verhasster auf den Blonden.
Es hatte ihn den ganzen Tag über bereits alle Mühe gekostet, sich nicht auf diesen scheinheiligen Dämon zu stürzen. Aber wenn er Hermione vor ihm beschützen wollte, musste er in ihrer Nähe sein und das konnte er schlecht, wenn sie wütend auf ihn war.
Das jetzt aber. . . Mit ansehen zu müssen, wie sie sich diesem Monster freiwillig so sehr hingab, trotz der nur zu offensichtlichen Vorkommnisse, trieb ihn an den Rand des Wahnsinns, den er mit noch einem kräftigen Schluck Firewhiskey versuchte wegzuspülen. Nur wurde der Anblick, der sich ihm bot, damit nur noch schlimmer, denn Hermione machte keinen Hehl daraus, so deutlich mit diesem Bastard zu kuscheln. KUSCHELN!
Ihm kam unweigerlich das Kotzen, dem er mit einem weiteren großen Schluck des Whiskys versuchte entgegenzuwirken, was sich Charlie entnervt kopfschüttelnd besah und schließlich an die Bar trat.
Harry bemerkte es und bereute immer mehr, dass er Ron mitgenommen hatte, denn nach einer Aussöhnung mit Hermione sah das inzwischen nicht mehr aus. Eher nach Ärger und darauf hatte er absolut keine Lust.
„Ich denke, du hast genug, Ron“, meinte Harry und angelte sich die halb leere Flasche Firewhiskey, die auf dem Tisch stand.
„Bist du jetzt mein Kindermädchen?“, motzte der Rotschopf, worauf der Schwarzhaarige gar nicht erst einging. Ron hatte eindeutig genug.
„Ich bring dich in unseren Turm“, legte Harry fest und zog ihn schließlich etwas umständlich von der Couch, was Ron knurren ließ „Man, lass mich!“, ehe er sich ruppig von Harry losmachte.
„Ron!“, zischte er und ergriff ihn gleich wieder am Oberarm. Diesmal energischer, wie auch leicht herrisch. „Wir gehen jetzt!“, wies er an, wovon sich der Rotschopf nicht beeindrucken ließ. Stattdessen flog sein Blick sauer über Harry hinweg zurück auf Hermione und den Dämon.
Diesem strich die Hexe mit einem sanften Lächeln gerade über die Wange, bevor sie ihre Hände ganz in seinem Nacken verschwinden ließ und sich so noch mehr zu ihm zog. Ihr Blick war auch weiter verträumt auf ihn gerichtet, während die Schlange recht unverfroren seine Hände über ihren Körper wandern ließ und. . .
„Sein Zauberstab!“, hörte Ron plötzlich, wie aus dem Nichts, warnend die dunkle Stimme in seinem Kopf, worauf er zusammenzuckte und verdutzt blinzelte.
Kurz darauf sah er etwas genauer, mit zusammengekniffenen Augen, auf den Dämon, der auf einmal nur noch die linke Hand auf Hermiones Rücken liegen hatte. Die Rechte wanderte langsam, Stück für Stück, zur Seite und schließlich unauffällig hinter seinen Rücken, während er Hermione so dirigierte, dass ihr Körper die Sicht auf ihn verbarg.
Hinzu kam noch Harry, der Ron auch weiter versuchte, aus dem Raum zu führen. Dieser riss sich abermals von seinem Freund los und trat einen Schritt auf die beiden Tanzenden zu, sodass er Malfoy besser im Blick hatte, dessen Hand in seiner hinteren Hosentasche verschwand und vorsichtig den Griff seines Stabs umfasste.
„Halte ihn auf, ehe es ein Unglück gibt!“, donnerte die Stimme in Rons Kopf, der er ohne nachzudenken gehorchte. Sein ohnehin dunkler Blick verfinsterte sich noch gefährlicher, als er seinen Zauberstab zog und ohne Vorwarnung auf den Blonden richtete. Der sah Rons Bewegung zwar noch über Hermiones Schopf hinweg, kam aber zu keiner wirklichen Reaktion weiter, außer die Hexe in seinen Armen seitlich von sich zu stoßen, als Ron „IMPETIGNI!“ schrie.
۩ ۞ ۩
Wenn Du Lob, Anmerkungen, Kritik etc. über dieses Kapitel loswerden möchtest, kannst Du einen Kommentar verfassen.
Zurück zur Übersicht - Weiter zum nächsten Kapitel
Samstag, 01.07.
Freitag, 02.06.
Mittwoch, 24.05.
Ich glaube nicht an Hexerei.
Joanne K. Rowling