Forum | Chat | Galerie
 
Startseite | Favoriten
Harry Potter Xperts
Harry Potter Xperts
Startseite
Newsarchiv
Link us
Sitemap
Specials
Shop
Buch 7
Buch 6
Buch 5
Buch 4
Buch 3
Buch 2
Buch 1
Lexikon
Lustige Zitate
Gurkensalat
Hörbücher
Harry, A History
Steckbrief
Biographie
Werke
Erfolgsgeschichte
Interviews
Bilder
Harry Potter & Ich
JKRowling.com
Film 7, Teil 1 & 2
Film 6
Film 5
Film 4
Film 3
Film 2
Film 1
Schauspieler
Autogramme
Galerie
Musik
Videospiele
Downloads
Lesetipps
eBay-Auktionen
Webmaster
RSS-Feed
Geburtstage
Gewinnspiele
Twitter
Fanart
Fanfiction
User-CP
Quiz
Währungsrechner
Forum
F.A.Q.
Über uns
Geschichte
Impressum

Fanfiction

Was im Verborgenen liegt - Erhitzte Gemüter

von Alex2303

۩ ۞ ۩


„DRACO!“, rief Hermione entsetzt, als der Fluch den Blonden an der rechten Schulter traf, der durch die Wucht des Zaubers noch zusätzlich nach hinten geschleudert wurde. Er krachte in einen der Stehtische, der unter seinem Gewicht prompt nach gab und in dutzende Teile zersplitterte.
„Scheiße!“, stieß Charlie auf den Anblick verschreckt aus und warf sein Butterbier weg, bevor er, wie Hermione, zu seinem Freund stürzte, der sich in dem Trümmerhaufen stöhnend auf die Seite drehte.
„Bist du von allen guten Geistern verlassen?!“, schrie Ginny ihren Bruder aufgebracht an, der kurz blinzelte und sie ahnungslos ansah. Ginny stieß ihn da aber schon grob vor die Brust, worauf er zurücktaumelte. Damit fing er sich und wollte etwas sagen, als Blaise sich wütend auf ihn stürzte und ruppig am Kragen zu sich zerrte.
„Was ist dein scheiß Problem, Weasley?“, schrie er, sodass sich Rons Konzentration bei Blaise einfand und er ihn seinerseits zornig anfunkelte. „Was mein Problem ist? Malfoy war gerade dabei. . .“ „WAS? Mit Hermione zu tanzen? Ein wirklich schändliches Verbrechen!“, ätzte Blaise und lynchte seinen Kontrahenten mehr und mehr mit seinen dunklen Augen, in denen ein unbeschreibliches Inferno tobte.
„Du hast doch echt einen Vollschaden! Komm Draco oder Hermione noch einmal zu nahe, dann ich brech dir sämtliche Knochen, du verkommenes Stück Drachenscheiße. HAST DU MICH VERSTANDEN?“, brüllte Blaise und holte mit der Rechten drohend aus, als sich Harry und Neville dazwischen klinkten und dem Rotschopf vorerst aus der Bredouille halfen.
„Hey, jetzt lass ihn los“, griff Harry zwischen Blaise’ Hände und handelte sich dafür einen schier tödlichen Blick der Schlange ein. „Was?! Unterstützt du den Penner jetzt auch noch!?“, blaffte er Harry an, der mit dem Kopf schüttelte und sich seine Worte sehr genau überlegte, um nicht auf eine Landmine zu treten, die urplötzlich eng um ihn herum verstreut waren.
„Nein“, sah Harry wütend auf Ron, bevor er sich wieder Blaise zuneigte, der noch immer wie ein Walross schnaubte und von Ginny etwas im Zaum, wie auch zurückgehalten wurde. „Aber ich denke es tut nicht Not, dass ihr euch jetzt auch noch die Köpfe einschlagt und. . .“ „Aber der Penner darf sich alles erlauben oder was? Weil wir ja die Bösen sind? Die durchtriebenen, hinterlistigen Schlangen die nur Unheil heraufbeschwören, besonders Draco, ja?“, schnauzte Blaise, wo Harry ihm widersprechen wollte, aber nicht dazu kam, da der Slytherin weiter schimpfte.
„Weißt du wie sehr mich euer scheinheiliges Gryffindor Getue ankotzt, Potter? Ihr haltet euch immer für die Guten. Die Netten, Unfehlbaren, Perfekten. Wenn ihr mal Scheiße baut, dann ist das menschlich. Wenn ihr einen Fehler macht, dann ist das halb so wild und am nächsten Tag schon wieder vergessen, während man unseren Leuten schon immer, schon aus Prinzip, alles nur erdenklich Schlechte nachsagt und uns an den Pranger stellt, selbst wenn wir NICHTS damit zu tun haben!“, blaffte Blaise, wo Harry bereits ahnte, auf was das gerade hinaus lief.
„Ihr seid so dermaßen eingebildet und überheblich, . . . Merlin, ich kann gar nicht so viel essen, wie ich darauf kotzen möchte!“ „Es tut mir leid. Wir. . .“ „Schieb dir deine scheiß Entschuldigungen sonst wohin. Offensichtlich soll es nicht sein, dass wir ein paar Stunden friedlich unsere Freizeit miteinander verbringen. Nicht einmal am Geburtstag unserer Freundin!“, motzte er und funkelte Ron wütend an, bevor er sich umdrehte, um nach Draco zu sehen, um den sich Charlie soweit gekümmert hatte.
Die Blessuren durch seinen Sturz hatte er heilen können. Zurück war allerdings eine etwas größere, offene Wunde an der rechten Schulter des Blonden geblieben. Genauso ein feuerroter Striemen auf seiner Wange, der noch immer leicht blutete.
„Geht’s?“, erkundigte sich Blaise nun wieder ruhiger, wie auch besorgt, worauf Draco matt nickte und sich etwas über die Schläfe rieb. Irgendwie schwindelte es ihm leicht. Blaise sah dann auch kurz auf die Fluchwunde und zog scharf die Luft ein, bevor er zu Charlie blickte.
„Was Ernstes?“ „Ein bisschen Diptam und Murtlap-Essenz sollten helfen. Müsste noch was in der Tasche sein“, sah er zu Hermione, die lediglich nickte und Draco schließlich mit einem fürsorglichen „Ich bring dich hoch“ auf die Beine half. Die Party war für sie damit endgültig gelaufen, was sie mit einem „Gute Nacht“, deutlich machte und aus dem Raum verschwand.
„GLÜCKWUNSCH!“, schrie Ginny ihren Bruder wütend an und beschwor schließlich eine Kiste herauf, in die sie die verkleinerten Geschenke von Hermione packte, außer Rons, und mit dieser, hoch erhobenen Hauptes, ihrerseits abwackelte. Etwas hinter ihr Blaise und Charlie, die sich lediglich knapp von Luna verabschiedeten, bevor sie die verbliebenen Löwen mit einem zornigen Blick bedachten, obwohl Harry und Neville gar nichts für alles konnten. Dennoch tat dieser Blick sein Übriges. Kaum, dass die beiden Schlangen weg waren, drehte sich Harry auch schon schwungvoll um. Keine Sekunde später krachte seine Faust in Rons Gesicht, den es nun doch noch zu Boden warf.
„Entschuldigung? ENTSCHULDIGUNG? Du wolltest dich bei Hermione für alles entschuldigen und mit ihr versöhnen, hast du mir gesagt! Nur deshalb hab ich dich nach allem überhaupt mitgenommen! Und dann fällt dir nichts Besseres ein, als Malfoy grundlos anzugreifen, nur weil Hermione gerne mit ihm tanzen wollte? AN IHREM GEBURTSTAG!? WAS IST DEIN PROBLEM? Bist du jetzt wirklich schon so krankhaft eifersüchtig auf ihr Verhältnis, ihre Freundschaft mit ihm? Merlin, werd erwachsen! Du hast dir damit schon deine Beziehung mit ihr kaputt gemacht, und jetzt arbeitest du auch noch erfolgreich daran, ihre Freundschaft auf ewig zu verlieren. Ich hab es satt, Ron. EIN FÜR ALLE MAL! Ich will diesen verdammten Kleinkrieg zwischen ihnen und uns nicht mehr und ich werd dich auch nicht mehr in Schutz nehmen. Ich hab keine Lust mehr mich für dein Handeln zu verantworten. Vor den Mädchen oder sonst wem!“ Damit rauschte auch Harry ab, dem der Rotschopf fassungslos nach sah, bevor sein Blick auf Neville und Luna fiel.
Er hätte nicht gedacht, dass es möglich wäre, aber gerade Luna sah ihn mit einem derart lodernden Blick an, der denen der Schlangen alle Ehre gemacht hätte. Darin war keine Spur mehr ihrer sonst immer vorhandenen Sanftmut.
„Das war widerlich von dir. Draco ist inzwischen wirklich nett, genauso wie Blaise und Charlie. Das hat er nicht verdient!“, fauchte sie beinahe, dem Neville knapp nickend mit einem ähnlich wütenden Blick zustimmte, bevor er Luna auf den Scheitel küsste und mit seiner kleinen Fee, wie Blaise sie nannte, ebenfalls aus dem Raum verschwand, der schlagartig seine Schönheit und den Glanz verlor, den Blaise und Ginny ihm verliehen hatten. Zurück blieb Ron. Allein, wie auch ratlos darüber, was er denn so furchtbar Falsches getan hatte? Er hatte Hermione doch gerade noch rechtzeitig vor einem hinterlistigen Attentat der Schlange gerettet. Oder nicht?
„Natürlich hast du das. Sie sehen es aber nicht. Sie sehen die Gefahr nicht. Die Schlange hat sie schon zu sehr in seinen Bann gezogen. Es ist seine Magie. Sein Zauber wirkt bereits zu stark, sodass sie sein wahres Handeln nicht mehr als solches erkennen konnten. Am allerwenigsten Hermione selbst. Du hast sie gerettet“, raunte die Stimme in Rons Kopf, der sich da für einen winzigen Moment nicht ganz sicher war.
„Malfoys Magie ist stark. Stark wie auch tiefschwarz. Er kontrolliert deine Freunde, je mehr sie sich in seine Nähe begeben. Auf dich hat er deshalb keinen Einfluss, da du dich ihm erfolgreich zu entziehen weißt. Merlin allein weiß, zu was für mentalen Zaubern er aber noch fähig ist. Du weißt, dass er sich schon einmal in Hermiones Kopf herumgetrieben hat. Er wird es noch immer tun. Jetzt, wo er stets mit ihr allein ist. Wo niemand ihn stört. Nachts. Er gewinnt so immer mehr Kontrolle über sie. Er muss verschwinden! Und zwar bevor es zu spät ist.“

۩ ۞ ۩


Mittlerweile war Hermione mit ihrer Schlange im Schulsprecherturm angelangt, wo sie ihn erst einmal auf die Couch verfrachtete und Charlies Präparate, wie auch etwas frisches Wasser holte.
Sie konnte noch immer nicht fassen, dass Ron das getan hatte. Einfach so! Merlin, so eifersüchtig konnte man doch gar nicht sein. Zumal sie nicht einmal mehr zusammen waren. Und selbst wenn, so hatte sie doch nichts Verbotenes gemacht, außer mit einem Freund zu tanzen. Aber da lag vermutlich nach wie vor der Hase im Pfeffer. Draco war ihr inzwischen ein Freund wie auch Blaise, Charlie, Harry und Neville, was Ron nach wie vor gegen den Strich ging. Er konnte es nicht akzeptieren. Ihr Verhältnis zu den Schlangen. Zu Draco.
Ron hasste ihn nach wie vor. Dass das inzwischen aber schon so weit ging, dass er ihn grundlos angriff, behagte ihr überhaupt nicht. Das passte auch gar nicht zu ihm. Zwar hätte Ron ihn früher auch gerne mal verflucht, aber das mit relativ harmlosen Zaubern. Der hier war alles andere als harmlos gewesen. Er war wirklich richtig darauf aus Draco nachhaltig zu verletzen, was ihm leider auch gelungen war. Damit war sie wieder bei dem Blonden, der noch immer etwas matt, wie auch blass auf der Couch lag, sich auf ihren Anblick dann aber hoch quälte.
„Komm, blieb liegen“, mahnte sie ihn sanft. „Geht schon“, gab er ihr zurück, was sie so im Raum stehen ließ und sich vor ihn setzte. Auf dem Schoß die kleine Schüssel mit sauberem, lauwarmem Wasser.
„Zieh das Hemd aus“, forderte sie ruhig und durchtränkte eines der Tücher, während er ihrer Aufforderung nach kam, nicht aber ohne ein heftiges Brennen in der Schulter zu spüren, worauf er ein wenig das Gesicht verzog. Hermione rückte dann auch schon auf und tupfte ihm die Stelle behutsam sauber, was beinahe noch mehr feuerte und ihn zischen ließ.
„Tut mir leid.“ „Geht schon“, meinte er wieder. Diesmal aber gepresst, worauf sie ihn über die heile Schulter sanft nach hinten drückte. „Leg dich hin. Da kommt noch ein bisschen mehr als nur Wasser“, warnte sie ihn, worauf er nach gab und sich in die Kissen sinken ließ, sodass Hermione in Ruhe der Wundversorgung nachgehen konnte.
„Es tut mir wirklich wahnsinnig leid. Ich weiß echt nicht was in ihn gefahren ist. Was das alles soll“, begann sie sich für Rons Verhalten zu entschuldigen. „Er benimmt sich wie ein. . .“ „Trottel?“ „Schlimmer!“, schimpfte sie und drückte so versehentlich etwas stärker auf.
„AU!“ „Entschuldige. Es ist nur. . . Ich erkenn ihn überhaupt nicht mehr wieder. Dass er seine Probleme mit dir . . . mit unserem Verhältnis zueinander hat, kann ich irgendwo ja noch verstehen. Dass er damit nicht klar kommt. Aber das ist noch lange kein Grund dich dermaßen anzugreifen und zu verletzen!“, empörte sie sich.
„Er ist ein Idiot. War er schon immer.“ „Draco“, mahnte sie ihn, worauf er mit dem Kopf schüttelte. „Komm schon. Du weißt es. Ich weiß es. Wie oft hast du dich über die Jahre mit ihm wegen irgendwelcher Nichtigkeiten in den Haaren gehabt?“ Daraufhin schwieg sie. „Er ist ein Idiot. Ein Vollidiot. Aber selbst für einen Vollidioten benimmt er sich unnormal. Zumal. . .“ „Was?“, horchte sie auf und nahm sich das Diptam zur Hand.
„Mich würde mal interessieren, wo er den Fluch aufgeschnappt hat? Der war schwarz magisch. Richtig tief schwarz magisch.“ „Keine Ahnung. Vielleicht aus dem Halbblutprinzen.“ „Dem was?“, stutzte Draco. „Snapes altes Zaubertränkebuch. Harry hatte es im Sechsten leihweise als Lehrbuch. Snape hat in dem Buch jede Menge Randnotizen gemacht. Einmal zu den ganzen Zaubertränken. . .“ „Das erklärt warum Potter die ganzen Tränke plötzlich auf die Reihe gekriegt hat und. . . AU!“, zischte er wieder, als sie mit dem Diptam die Wunde zu beträufeln begann.
„Auf alle Fälle hatte Snape auch Flüche in dem Buch vermerkt. Harry und Ron haben im Sechsten akribisch in dem Buch gelesen. Vor allem Harry. Vielleicht hat Ron ihn sich daraus gemerkt.“ „Denkst du wirklich?“, blieb Draco skeptisch. Hermione zuckte mit den Schultern „Es wäre möglich“ und begann die Wunde vorsichtig mit der Murtlap-Essenz einzureiben, bevor sie ein paar Kompressen darüber drapierte und die mittels Verband noch etwas fixierte, damit die Essenz richtig durchziehen konnte. Draco rappelte sich dafür nun auch wieder auf, wo sie sich nun auch die Macke auf seiner Wange genauer besah und auch diese erst einmal mit dem frischen Wasser säuberte.
„Fakt ist, dass das so nicht weiter geht.“ „Und was willst du dagegen machen? So wie ich das Wiesel einschätzte und kenne, wird er keine weiße Flagge hissen und von seiner Meinung abrücken, dass ich das personifizierte Böse bin und Unglück über euch alle bringen werde. Angefangen bei dir, indem ich dich in mein tiefdunkles Reich entführe, um dir abscheuliche Dinge anzutun“, gab er sarkastisch von sich, was sie matt lächeln ließ, als sie auch weiter über seine Wange tupfte und das Tuch schließlich etwas mit dem Diptam tränkte.
„Ich schätzte, ich werde doch mal ein Sechs-Augen-Gespräch zusammen mit Harry mit ihm führen müssen. Halt still“, meinte sie dann noch und legte ihm zusätzlich die rechte Hand auf die heile Wange, um seinen Kopf etwas zu fixieren, als sie mit dem Diptam hantierte.
„Denkst du wirklich das bringt was wenn. . . Au!“, zischte er kurz und versuchte aus einem Reflex heraus nach hinten zu weichen. Hermione ging allerdings mit und saß in der nächsten Sekunde gänzlich rittlings auf seinem Schoß, während sie auch weiter versucht behutsam die Wunde betupfte.
„Ich weiß es nicht. Irgendwas muss ich aber machen, bevor das noch mehr eskaliert. Er kann nicht einfach wild mit Flüchen um sich werfen, nur weil er glaubt irgendwelchen Gespenstern und Schatten nachjagen zu müssen. Und dann auch noch mit schwarz magischen, wie du sagst. Er hätte dich damit noch weitaus schlimmer verletzten können, wenn er richtig getroffen hätte“, murrte sie allmählich aufgebracht. Draco sah auf ihren Hinweis, jedoch etwas schuldig auf seine Hexe, bevor er meinte: „Oder dich.“
Daraufhin blickte sie zu ihm auf. Und das ein wenig ratlos, mehr noch aber in sich gekehrt, denn es stimmte. Ron schien in seinem Wahn schon so zerfressen zu sein, dass er gar nicht mehr richtig klar dachte. Hätte Draco sie nicht zur Seite gestoßen, der Fluch hätte sie mit hoher Wahrscheinlichkeit auch irgendwie gestreift.
„Du hättest mich einfach gehen lassen sollen. Es wäre für alle das Beste gewesen“, murmelte er auf ihr Schweigen und den nachdenklichen Blick. Auf seine Worte sah sie wieder richtig zu ihm auf. „Das Beste, ja?“ Daraufhin zuckte er mit den Schultern. „Dann wärst du jetzt noch im Raum der Wünsche und würdest auch weiter deinen Geburtstag mit deinen Freunden feiern und. . .“ „Du bist genauso mein Freund, Draco“, unterbrach sie ihn mit einem aufmunternden, warmen Lächeln und verteilte im Folgenden etwas von der Essenz auf seiner Wange.
„Ich hab dir vorhin schon gesagt, dass es nicht deine Schuld ist, dass die Stimmung so ziemlich im Keller war. Und ich hätte auch nicht ohne dich feiern wollen. Du gehörst inzwischen genauso zu meinem Leben, wie Blaise und Charlie. Ich will meine Schlangen nicht mehr missen. Keinen von euch“, erklärte sie ihm und nahm sich letztlich ein weißes Pflaster, was sie behutsam über die unschöne Macke legte, damit auch die richtig ausheilen konnte.
„Mach dir keine Gedanken weiter deswegen“, streichelte sie ihm noch etwas mit dem Daumen über die Wange. „Und was Ron angeht, den knöpf ich mir morgen mit Harry vor. Wie gesagt, er kann nicht wild rumfluchen wie es ihm passt, ohne irgendeine Art der Konsequenz. Sollte er dann auch weiter so uneinsichtig sein und alles, denke ich, werde ich mit McGonagall über ihn sprechen müssen“, seufzte sie.
Dass es einmal so kommen würde, hätte sie echt nicht für möglich gehalten. Aber wenn Personen zu Schaden kamen, wegen Nichts, das war dann kein Spaß oder kleiner Streich mehr, so wie ihre Verfluchungen, die sie sich sonst immer über die Jahre um die Ohren gehauen hatten. Der einzig wirklich gefährliche Fluch war so gesehen der Sectumsempra, den Harry auch nur aus Unwissenheit abgefeuert hatte. Dass er das nicht gewollt hatte, hatte sie im Nachhinein gesehen, womit ihr Blick wieder nachdenklich auf den Blonden fiel.
Sie wusste, dass er durch Harrys Angriff damals feine, weiße Narben auf der Brust zurückbehalten hatte. Ein paar wenige von vielen schwarz magischen Fluchwunden. Sie konnte die feinen Linien sehen. Alte Narben zwischen relativ frischen Neuen, die den Verletzungen der vergangenen Monate zugrunde lagen. Sie waren gut verheilt, aber leider nicht vollständig, was seiner Erscheinung allerdings keinen Abbruch tat. Im Gegenteil. All diese feinen, weißen Linien vermittelten eher den Eindruck eines Kämpfers, der stets als Sieger hervorgegangen war und nicht aufgab. Hatte er so gesehen ja auch nie, nahm sie sich alles in allem.
Ihr Blick heftete sich letztlich dennoch mehr auf die Älteren, von denen sie annahm, dass er die von Harry hatte. Da war eine lange, die sich quer von seiner linken Brust über den schlanken Oberkörper in Richtung rechter Taille zog. Diese Linie zeichnete sie äußerst behutsam mit den Fingerspitzen nach. Seine Haut war an der Stelle dennoch schön weich, wie auch geschmeidig und allem voran angenehm warm. Es war eine Wärme, die ein sanftes Kribbeln in ihren Fingern zurückließ, während Draco etwas tiefer durchatmete und sich schließlich behutsam ihre Hand nahm, als sie an seiner Taille angelangt war.
Daraufhin sah sie wieder zu ihm auf. Dabei streifte ihr Blick unweigerlich die frische Verletzung, die ihr erneut einen fürchterlichen Stich ins Innerste versetzte. Genauso die Macke auf seinem sonst so hübschen Gesicht. Eine Macke, über die sie schließlich behutsam streichelte, die Gedanken weit weg. Scheinbar losgelöst von ihrem Geist, legten sich ihre Augen auf die grauen Seelenspiegel ihres Freundes, die ihr in dem Moment ein wenig wie flüssiges Silber erschienen. Sie waren schön.
Früher hatte sie nie verstanden und auch nicht verstehen wollen, was all die Mädchen so faszinierend an seinem Blick fanden. Nun konnte sie es nachvollziehen. Diese Augen waren etwas Besonderes und schienen tief ins Innerste eines Menschen blicken zu können. Tief bis auf die Seele, was ihr einen kleinen Schauer durch den Körper jagte. Nicht unangenehm, sondern das genaue Gegenteil. Sie fühlte sich auf angenehme Art und Weise gefangen von seinem Blick, in dem ein warmes Schimmern lag, welches sie zu fesseln begann und ihr Blut ein wenig in Wallung brachte.
Sie konnte regelrecht spüren, wie es irgendwie stärker und heißer durch ihre Venen rauschte. Es war ein Gefühl, was noch mehr wurde, als er ihr behutsam eine verirrte Haarsträhne aus der Stirn strich und sie so ein wenig mit den Fingerspitzen streichelte. Fingerspitzen, die von ihrer Schläfe aus ein Stück weit nach unten wanderten und noch ihre plötzlich glühende Wange zärtlich liebkosten.
Es war nur eine verhältnismäßig kurze Berührung. Ein sanftes, liebevolles Streicheln, was ihr das Herz für eine Millisekunde aussetzen und im Kommenden ein wenig asynchron weiter schlagen ließ, während ihrer Kehle, ihren Lippen, ein zittriges Keuchen entwich. Sie schloss kurz die Augen, nur wurde das Gefühl dadurch noch intensiver, meinte sie doch deutlich die Wärme zu spüren, die von seinem nackten Oberkörper ausging.
Als sie die Augen wieder öffnete, sah er sie auch weiter mit seinem silbern schimmernden Blick an. Ruhig, nachdenklich, mehr noch aber ein wenig sehnsuchtsvoll, hatte sie das Gefühl. Es war ein Blick, der sich mehr und mehr in ihrem verhakte und sie scheinbar magisch zu ihm zog. Enger an ihn band, was sich darin äußerte, dass sie ihm erneut über die Wange und durch die Haare strich. Als sie das tat, rückte sie noch ein Stück mehr zu ihm auf. Sie lehnte sich zu ihm und hatte damit verstärkt sein Aftershave in der Nase, was etwas Betörendes an sich hatte. Darunter mischte sich noch ein anderer angenehmer Duft, der ihre Nase leicht kitzelte und ihr Hirn ordentlich in Wallung brachte.
Dieser Duft, zusammen mit seinem Blick, hinterließ aufs Neue ein Kribbeln in ihrem Innersten, was nicht mehr verlosch, sondern nur noch stärker wurde. Es war ein Reiz, ein Nerv, der sie ihm immer näher brachte.
Sie streichelte ihm auch weiter über die Wange, die Augen stets auf seinen, die ihr inzwischen so nah waren, dass sie die einzelnen Sprenkel seiner grauen Iris erkennen konnte, die etwas von aberdutzenden kleiner Sterne hatte. Dieser Anblick war wahrlich besonders. Magisch. Pure Magie, die sie noch weiter vereinnahmte. Noch näher zu ihm führte. So nah, dass sie seinen warmen, ruhigen Atem auf ihren Zügen spürte.
Damit klinkte sich der kümmerliche letzte Rest ihres rationalen Verstandes gänzlich aus und verschwand im Nirgendwo. Sie schloss die Augen und damit auch die ohnehin nur noch minimale Distanz zu ihm und seinen blassrosa Lippen, deren Atem ihre Lippen bis eben noch sanft gestreichelt hatte. In der nächsten Sekunde verlor sich all das, als sie ihn ein wenig schüchtern aber dennoch zärtlich küsste.
In Draco brach daraufhin ein regelrechtes Freudenfeuerwerk los, von dem er nicht vorhatte, es je wieder verglühen zu lassen. Stattdessen verschwendete er keine Sekunde, um seiner kleinen Hexe die Bestätigung zu verschaffen, die ihr tief im Hinterkopf fehlte. Die Frage, ob sie ihn haben konnte, wie sie vor knapp drei Wochen in ihrem Suff geäußert hatte.
Merlin, sie konnte alles von ihm haben. Alles was sie wollte. Alles was sie begehrte. Er würde ihr jeden Wunsch erfüllen. Angefangen damit, dass er ihrem Verlangen nachgab. Er erwiderte ihren schüchternen Kuss liebevoll, wie auch zärtlich und umschmeichelte ihre Lippen mit seinen. Er liebkoste diese, bevor er vorsichtig mit der Zunge ein wenig ihre Unterlippe umspielte und streichelte. Dass es ihr gefiel merkte er recht schnell daran, dass sie noch ein Stück zu ihm aufrückte, obwohl das schon kaum mehr ging, denn sie saß bereits auf seinem Schoß und dennoch drängte sie sich noch ein wenig näher zu ihm. Sie hielt sein Gesicht in den Händen, während seine Hände in einem sanften Streicheln an ihren Seiten auf und ab glitten, bevor eine Hand ihr Rückgrat zärtlich liebkosend ihren nackten Rücken hinauf wanderte und letztlich in ihrem Nacken, den Haaren, zum ruhen kam. Hermione tat es ihm gleich.
Sie zerwühlte ihm mit einer Hand die Haare, über die sie ihn auch noch mehr bei sich hielt und verstärkte damit ihren Kuss, während ihre andere Hand leicht begierig an ihm herab glitt. Über den Hals, die Brust, zur Seite hin weg, wo sie dummerweise seine verletzte Schulter mit etwas mehr Nachdruck streifte, was ihn unverhofft zischen ließ. Daraufhin riss der Zauber ab und verlor sich im Nichts.
Hermione wachte schlagartig aus ihrer Trance auf, in die sie sich selbst irgendwie versetzt hatte und wich ruckartig von Draco, gleich so, als ob sie sich mörderisch die Finger an ihm verbrannt hätte. Der Blonde sah sie daraufhin verwirrt an, was zu einer gewaltigen Unruhe wurde, je mehr Panik er in ihren Augen las, mit denen sie ihn auf eine Art und Weise anstarrte, als hätte sie gerade in einem Blutrausch ihren besten Freund brutalst gemeuchelt. Ihre Lippen zitterten, während ihr Mund immer wieder ein wenig mehr auf ging, nur kam kein Ton heraus. Sie starrte ihn einfach nur an.
Problem, schoss es Draco durch den Kopf, der schließlich etwas zu allem sagen wollte. Sagen wollte, dass alles gut war. Dass er das wollte. Sie wollte. Sie mehr als alles andere wollte und liebte, nur kam ihm Hermione auf den kleinsten Ansatz zuvor. In den Augen nach wie vor eine unwahrscheinliche Panik, als sie unkontrolliert, wie auch zusammenhanglos vor sich hin stammelte: „Oh Merlin, ich . . . ich . . . tut mir leid. . . Ich wollte nicht. . . Ich hab nicht. . . Ich weiß nicht was . . . was . . .Ich . . . ich. . .“, zitterte ihre Stimme immer mehr, ebenso wie ihre Augen feucht zu schimmern begannen. Draco schüttelte auf den Anblick beruhigend mit dem Kopf und streckte die Hand nach ihr aus, um ihr diese ebenso beruhigend auf die Wange zu legen, doch sie schrak auf die kleinste Bewegung gänzlich von ihm, wie auch von der Couch.
„Tut mir leid“, keuchte sie nur noch, bevor sie wie von einer Acromantula gestochen davon stürzte, die Treppen zu ihren Schlafräumen hinauf.
„Her. . . Hermione, warte! Es ist alles gut. Ich. . .“ RUMS, schepperte es in der Sekunde von oben, was ihm sagte, dass sie ihre Tür mit aller Gewalt ins Schloss geworfen hatte.
„Scheiße“, stöhnte er auf und kippte mit dem Oberkörper nach vorn auf die Couch, wo er eines der Kissen zu greifen bekam und in dieses, mehr und mehr verzweifelt, hinein schrie.

۩ ۞ ۩


Er sah es. Er sah die Faust zwar noch kommen, hatte aber keine Chance dieser zu entgehen, als sie mit aller Gewalt in sein Gesicht krachte. In der nächsten Sekunde spürte er, wie sich seine Aristokratennase leicht verschob und letztlich zersplitterte. Er verlor den Halt und stürzte rücklings auf den verstaubten Dielenboden der heruntergekommenen Hütte, irgendwo im Nirgendwo, in der sie die erste Unterkunft gefunden hatten. Über diesen verteilte sich dann auch schon sein reinblütiges Blut, welches in einem ungebremsten Strom aus seiner zertrümmerten Nase schoss.
„Lasst mich LOS!“, hörte er seinen Kontrahenten wütend brüllen. Das aber ein wenig verwaschen, mit einem Pfeifen in den Ohren. Im Hinterkopf die Befürchtung eines neuen Angriffes. Dieser blieb aber aus, da unter anderem Jugson und Travers Goyle Sr. zurückhielten, der noch immer wie ein Walross schnaubte und ihm tödliche Blicke zukommen ließ. Nachvollziehbar bei den Neuigkeiten, die sie nach den Monaten ihrer Gefangenschaft als erstes zu Gesicht bekommen hatten.
Offensichtlich hatte ihr aller Retter nur ihm ein paar mehr Informationen zukommen lassen. Die Anderen, die mit ihm hatten fliehen können, hatten besagte Informationen aus ein paar älteren Ausgaben des Tagespropheten und Klitterers erhalten, die in der Hütte gelegen hatten. Informationen über den Verräter und dessen Verbleib. Das ihnen allen das recht sauer aufstieß, war mehr als nachvollziehbar. Ihm selbst ging es ja nicht anders, nur hatte er keine Möglichkeit seinen Zorn entsprechend auszuleben.
„Ich kann nicht fassen, dass dieses Aas auch hier ist! Wie könnt ihr den schützen?!“, donnerte Goyle aufgebracht und auch Crabbe Sr. schnaubte. Dabei lag sein Blick, diese tückischen kleinen Schweineaugen, verächtlich auf dem alten Malfoy, der sich gerade das Blut mit dem zerschlissenen, verdreckten Ärmel beiseite wischte.
„Ihr habt die Artikel doch auch gelesen!? Seine Drecksbrut hat DIE mit Informationen über uns gefüttert! Er hat uns verraten und hintergangen. Er hat unsere Söhne auf dem Gewissen!“, donnerte Goyle weiter und deutete abwechselnd auf sich und Crabbe, in dessen Augen es auf diese Aussage nur noch mehr loderte. Seine Hand verkrampfte sich dabei um seinen Zauberstab, mit dem er Lucius nur zu gerne einen Fluch nach dem anderen auf den Hals gehetzt hätte.
„Wissen wir. Merlin, wir sind nicht blöd. Die kleine Kröte hat uns mit Zabini und Harper während der Schlacht ja auch noch Kontra gegeben“, ätzte Travers und sah nun auch bedrohlich zu dem noch immer am Boden sitzenden Lucius.
„Merlin allein weiß wie lange diese kleine, schäbige Kakerlake uns schon verarscht hat! Es war ein Fehler ihn nach seinem Versagen weiter zu tolerieren und nicht zu töten! Dass er den geschwächten, alten Zausel nicht erledigt hat, war doch der beste Beweis! Unsere Jungs hätten keine Sekunde lang gezögert!“, spie Goyle und deutete aufgebracht zwischen sich und Crabbe hin und her, der zustimmend nickte. Lucius dachte sich diesbezüglich seinen Teil. Nämlich, dass die Beiden einfach zu hohl waren, um selbstständig zu denken und zu handeln. Dennoch änderten seine Gedanken nichts an den Vorwürfen und Tatsachen.
„Stattdessen hat er unsere Leute einen nach dem anderen abgemurkst! Alle drei Lestranges gehen auf sein Konto. Genauso Greyback, Rowle und noch eine Handvoll andere!“, keifte Golye abermals und schlug mit der Hand auf eine der Zeitungen, wo in der Prozessführung derartiges durch Zeugen ans Licht gekommen war.
„Würde mich nach allem nicht einmal wundern, wenn er uns tatsächlich die ganze Zeit über ausspioniert hat. Dass er einfach nur zu feige war den alten Greis zu töten, war ja nur zu offensichtlich nicht der Fall.“ „Einen feinen Blutsverräter hast du dir da herangezogen“, ätzte nun auch Yaxley und sah angewidert auf Lucius herab.
„Denkt ihr allen Ernstes ich hatte eine Ahnung davon? Merlin, wenn doch, hätte ich dementsprechend gehandelt!“, versuchte er sich zu verteidigen und rappelte sich wieder auf. Keine Sekunde später krachte erneut Goyles Faust in sein Gesicht und warf ihn wieder zu Boden.
„Das bringt uns unsere Jungs auch nicht zurück! Genauso wenig sonst etwas!“, spie Goyle und trat letztlich auf den am Boden liegenden ein, bis sich Dolohov dazwischen klinkte.
„Jetzt lass. Das bringt uns im Moment auch nicht weiter. Mir schmeckt seine Anwesenheit auch nicht, allerdings wird er nicht grundlos mit hier sein. Wer auch immer uns aus Askaban rausgeholt hat, wird sich schon etwas dabei gedacht haben. Wer weiß, für was wir ihn noch brauchen“, mahnte er und sah noch kurz angewidert auf Lucius, bevor er sich umdrehte und den Zeitungen zuwandte. Dabei zog er eine etwas mehr hervor und legte sie oben auf. Die Schlagzeile war vom ersten September und betitelte die Entlassung des jungen Malfoy einen Tag zuvor. Seitlich ein Bild von ihm, wie auch der Hexe, die sich so akribisch für ihn eingesetzt hatte. Goyle sah es und griff sich letztlich die Zeitung. Sein Blick fraß sich angewidert an den beiden jungen Leuten fest, während er nochmal den Artikel überflog, bevor er zurück zu Lucius sah.
„Wenn ich das so lese, könnte man glatt meinen, deine verkommene Brut hatte in Wahrheit die ganze Zeit was mit dem Schlammblut am Laufen. Er hat unseren Jungs ja auch den Spaß verdorben, als sie ein bisschen mit der Kleinen spielen wollten“, ätzte Goyle, worauf Lucius’ eigene Erinnerungen bezüglich dieser Zeit, wie auch seines Tuns wieder in ihm hochkochten. Dracos aufbrausende Reaktion, als er ihn in seinem Treiben erwischt hatte. Es war eine Reaktion, die ihn vollkommen überrascht hatte.
Nach seiner Flucht aus Hogwarts war Draco extrem ruhig geworden und hatte sich zudem von allem zurückgezogen. Er hatte in dieser Zeit wirklich alles und jeden gemieden, so gut er konnte. Er hatte mit niemandem gesprochen und sich auch vor folgenden Aktivitäten der Todesser gedrückt, obwohl Lucius ihn immer wieder massiv darauf gedrängt hatte, mehr an ihrer Überfälle teilzunehmen, um zu beweisen, dass er eben doch ein echter Todesser war. Um die Familienehre wenigstens etwas wiederherzustellen. Vergebens. Snape hatte ihn dann auch noch ständig außen vorgelassen, von wegen er wäre noch nicht so weit und würde ihnen ohnehin nur im Weg sein, wo Lucius mittlerweile auch klar war warum. Der Giftmischer hatte am Ende auch auf der anderen Seite gestanden und Draco damit geschützt. Er hatte Narcissa ja auch einen Unbrechbaren Schwur darauf gegeben, den Bengel zu schützen. Merlin, die hatten ihn doch alle hintergangen. Alle aus seinem allerengsten Kreis!
„Hast Recht. Könnte man meinen. Stand da nicht auch noch was von wegen, dass das Schlammblut angeblich schon länger eine freundschaftliche Beziehung zu Zabini und Harper pflegte?“, warf Dolohov ein, wo Crabbe ätzte: „Und der kleine Verräter mit den Beiden. Die haben doch alle unter einer Decke gesteckt!“ „Offensichtlich“, monierte Dolohov, während Goyle giftig schnaubte und verhasst auf das kleine Bild des Blonden sah.
„Ich weiß ja nicht was ihr noch vor habt, ich für meinen Teil will Rache für meinen Sohn und unseren Niedergang. Für den war ja nicht nur Potter allein verantwortlich“, ätzte er wütend und knüllte die Zeitung leicht zusammen, bevor er verächtlich auf Lucius sah.
„Und ich weiß auch schon mit wem ich dabei anfangen werde.“ „Na dann viel Glück. So weit ich weiß, sind sie alle wieder in Hogwarts. Potter, das Schlammblut und er auch. Dürfte nicht leicht werden dort und jetzt an sie ranzukommen.“ „Das wird sich noch zeigen. Wenn es aber so weit ist, dann. . .“, ließ Goyle den Satz offen und die Zeitung in Flammen aufgehen.

۩ ۞ ۩


Dumm. Dumm, dumm, dumm, dumm. Das war alles, was ihr zu ihrer Handlung einfiel, kaum dass sie in ihrem Zimmer war und dieses auf alle ihr nur bekannten magischen Arten verrammelt und versiegelt hatte. Im Kopf dabei auch weiter ein einziges Chaos, während ihr die Tränen wie Sturzbäche aus den Augen rannen.
Was hatte sie da eigentlich gerade getan? Welcher durchgeknallte Hippogreif hatte sie da eben geritten, Draco einfach so zu küssen? Das ging nicht! Das ging einfach nicht! Man küsste seine Freunde nicht. Nicht SO! Das war doch genauso falsch, als ob sie ihren Bruder küssen würde, hätte sie einen. Oder Harry!
Verdammt, warum hatte sie das getan? Was war denn bitte mit ihr los? Mit ihrem Hirn? Draco war ihr doch einfach nur ein lieber Freund geworden. Einer, der sie zurückgeküsst hatte! Warum? Warum? WARUM?
„Er ist scharf auf dich“
, echoten ihr unverhofft Ginnys Worte nach, die sie ihr nach der Party zugetragen hatte. Ebenso ihr dreckiges Grinsen.
„Merlin, nein.“, stöhnte Hermione und verbarg das tränenüberströmte Gesicht fertig in den Händen. Wie um alles in der Welt hatte es dazu kommen können? Wenn das stimmte, was sollte sie denn jetzt machen? Allen voran nach ihrer völlig bescheuerten Aktion, die ihr auch weiter ein Rätsel war, immerhin hatte Draco rein gar nichts gemacht. Oder sie selbst. Sie hatten sich nur angesehen. Stillschweigend. Da waren nur ihre Blicke gewesen. Sein Blick. Seine Augen, die. . .
Oh Merlin, diese Augen. Sie hatte das Gefühl gehabt darin zu versinken. Jetzt verstand sie auch, was die anderen Weiber immer so daran fasziniert hatte. Für sie waren diese Augen in den ganzen Jahren immer nur kalt und verachtend gewesen. Hasserfüllt. Das jetzt aber. . . Wenn sie daran dachte, bekam sie gleich wieder weiche Knie. Wieso?
Sie mochte ihn, ja. Sie hatte ihn auch lieb, aber lieben? Nein. Sie wusste, wie es sich anfühlte, wenn man sich wirklich in jemanden verliebt hatte. Oh Merlin, und wie sie das wusste. Wie es war, scheinbar den Boden unter den Füßen zu verlieren. Wie es war, als hätte man pures, flüssiges Glück in seinem Innern, was warm durch die Venen rauschte und pulsierte. Sie kannte dieses einmalige Gefühl. Und es gab bis jetzt auch nur einen Menschen, der dieses Gefühl so stark in ihr geweckt und geschürt hatte.
Damit sah sie fertig auf, wo ihr Blick wie von selbst auf die zwei dicken Blumensträuße von Draco fiel. Sein Geburtstagsstrauß und der vom Sonntag zur Entschuldigung. Dazwischen in der Mitte stand die kleine Glasvase mit der einzelnen weißen Rose, die beinahe verloren wirkte, aber äußerst kräftig blühte, was sie ein wenig gequält lächeln und schniefen ließ.
Er dachte nur zu offensichtlich wieder an sie. Ob er wusste, dass sie heute Geburtstag hatte? Sie hatte es ihm nie geschrieben. Aber er hatte ja ohnehin schon zu Anfang eine Menge über sie gewusst, gleich so, als ob er stets an ihrer Seite gewesen wäre. Irgendwie. Wie ein Schatten, als den er sich selbst bezeichnet hatte.
Sie hoffte, dass es ihm gut ging, wo auch immer er gerade war. Vielleicht hatte er ihren Brief. . . Auf den Gedanken an den Brief stockte sie, denn sie hatte heute Morgen doch einen Brief bekommen! Eine der Eulen hatte ein Kuvert bei ihr fallen gelassen. Den hatte sie in der ganzen Hektik und dem Ärger vollkommen vergessen. Nun aber. . .
Sie dachte gar nicht weiter, sondern stürzte an ihr Bett, wo sie sich ihre Schulrobe nahm und in den Taschen wühlte. Kurz darauf erhaschte sie den Brief und zog ihn eilig heraus. Sie hatte bereits den Finger leicht in der Lasche, um ihn zu öffnen und zu lesen. Sie wollte wissen, was er ihr geschrieben hatte. Dann erfassten ihre Augen aber die Briefaufschrift. Die Handschrift und den Namen. Es war ihre. Ihre Handschrift, wie auch sein Name. Der Brief hatte ihn nicht erreicht. Die Eule hatte ihn ihr offensichtlich der Unzustellbarkeit halber zurückgebracht. Ihr Zauber hatte versagt.
„Nein“, murmelte sie fertig und ließ sich erschöpft auf dem Rand ihres Bettes nieder. Den Blick auch weiter enttäuscht, mehr noch traurig auf ihren Brief geheftet, bevor sie wieder auf die Rose blickte und dabei unweigerlich auch Dracos Blumen ins Auge fasste. Es war ein Anblick, der sie nur noch mehr zu schmerzen begann.
Was sollte sie denn jetzt machen? Wie um alles in der Welt sollte sie ihre Dummheit von vorhin wieder gerade biegen? Konnte man so eine Handlung überhaupt wieder gerade biegen, oder hatte sie damit eine Schwelle überschritten? Eine Grenze? Wie sollte, mehr noch konnte sie ihm jetzt noch gegenübertreten, ohne, dass ihr bisheriges Verhältnis darunter litt?
Oh Merlin, hilf mir.

۩ ۞ ۩


Wenn Du Lob, Anmerkungen, Kritik etc. über dieses Kapitel loswerden möchtest, kannst Du einen Kommentar verfassen.

Zurück zur Übersicht - Weiter zum nächsten Kapitel

Top-News
Suche
Updates
Samstag, 01.07.
Neue FF von SarahGranger
Freitag, 02.06.
Neue FF von Laurien87
Mittwoch, 24.05.
Neue FF von Lily Potter
Zitat
Ich war völlig panisch. Meine Eltern tanzen beide sehr gut, haben mir das aber anscheinend nicht vererbt. Alle Kids hatten etwa drei Wochen Zeit, um die Tänze einzuüben, aber weil ich so viele andere Szenen drehen musste, blieben mir nur ganze vier Tage. Sobald ich die Schritte halbwegs kapiert hatte, kam ich völlig aus dem Takt. Zum Glück soll Harry gar kein toller Tänzer sein.
Daniel Radcliffe über die Vorbereitungen zu den
Ball-Dreharbeiten